Wirtschaft

  • Deutsche Unternehmen und Selbständige haben im zweiten Quartal erheblich weniger Kredite aufgenommen als im Vorjahr. Nach den Berechnungen von KfW Research schrumpfte das Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit den gewerblichen Kunden um 12,7 %. Einen höheren prozentualen Rückgang gab es zuletzt während der globalen Finanzkrise. Das Tempo der Talfahrt am Kreditmarkt hat sich damit gegenüber dem Jahresbeginn nahezu verdoppelt. Im gerade abgelaufenen dritten Quartal dürfte nun jedoch die Trendwende erfolgen: KfW Research erwartet, dass sich die Schrumpfungsrate des Kreditneugeschäfts auf -8 % abschwächt.

    KfW, Pressemitteilung vom 18.10.2021

    • Rückgang ggü. Vorjahr um 12,7 % im 2. Quartal 2021
    • Einbruch weiterhin nachfragebedingt
    • KfW Research erwartet Trendwende im laufenden 3. Quartal

    Deutsche Unternehmen und Selbstständige haben im zweiten Quartal erheblich weniger Kredite aufgenommen als im Vorjahr. Nach den Berechnungen von KfW Research schrumpfte das Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit den gewerblichen Kunden um 12,7 %. Einen höheren prozentualen Rückgang gab es zuletzt während der globalen Finanzkrise. Das Tempo der Talfahrt am Kreditmarkt hat sich damit gegenüber dem Jahresbeginn nahezu verdoppelt. Im gerade abgelaufenen dritten Quartal dürfte nun jedoch die Trendwende erfolgen: KfW Research erwartet, dass sich die Schrumpfungsrate des Kreditneugeschäfts auf -8 % abschwächt.

    Wie bereits im Auftaktquartal 2021 drückt auch im zweiten ein negativer Basiseffekt die Wachstumsrate des Kreditneugeschäfts: Im ersten Halbjahr 2020 hatten viele Unternehmen auf Kredite zurückgriffen, um ihre Liquiditätsposition vorsorglich zu stärken oder pandemiebedingte Liquiditätslücken zu schließen. Dieser technische Effekt ist aber nicht allein ursächlich für die aktuelle Talfahrt am Kreditmarkt, wie der Blick auf dessen längerfristige Entwicklung zeigt. Die Ausleihungen der Unternehmen sind aktuell auf das durchschnittliche Niveau des Jahres 2018 gefallen.

    Die treibende Kraft hinter der Schwäche bleibt die geringe Nachfrage der Unternehmen. Im zweiten Quartal ist der Anteil der Firmen in Kreditverhandlungen mit Banken in allen Größenklassen gemäß KfW-ifo-Kredithürde auf ein neues Tief gefallen. Gleichzeitig liegen die neu vergebenen Kredite im kurzfristigen Laufzeitsegment (bis zu einem Jahr) auf besonders niedrigem Niveau. Dies deutet darauf hin, dass die Unternehmen ihre zuvor pandemiebedingt aufgestockte „Vorsichtskasse“ mit Blick auf die wirtschaftliche Erholung nun zurückführen. Hinzu kommt, dass sich die Auszahlungen aus den staatlichen Zuschussprogrammen (Überbrückungshilfen u.a.) im zweiten Quartal auf rund 15 Mrd. Euro beschleunigten. Auch dies dämpft den Bedarf an zusätzlichen Finanzmitteln.

    Trotz der Größenordnung des Einbruchs am Kreditmarkt gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass ein übermäßig restriktives Bankverhalten die (Mit-) Ursache sein könnte. Zwar haben die deutschen Finanzinstitute seit 2019 ihre Kreditvergabepolitik im Trend moderat gestrafft. Nun dürfte dieser Verschärfungszyklus jedoch auslaufen. Im zweiten Quartal zeigten die Banken ihren Unternehmenskunden gegenüber jedenfalls wieder mehr Entgegenkommen. Begünstigt wird die vorsichtige Entschärfung der Angebotsbedingungen von den anhaltend niedrigen Insolvenzzahlen.

    „Vorbehaltlich aller Unwägbarkeiten, die die Pandemie mit sich bringt, erwarte ich, dass der Unternehmenskreditmarkt die Talsohle nun hinter sich lässt“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Neben dem Schwinden des negativen Basiseffekts in der zweiten Jahreshälfte ist auch die Erholung der Investitionsausgaben der Unternehmen ursächlich hierfür – auch wenn zum Vorkrisenniveau noch ein Stück, nämlich rd. 1,5 %, fehlen. Der Finanzierungsbedarf, der aus Unternehmensinvestitionen resultiert, wird sich über kurz oder lang in einem stärkeren Kreditneugeschäft niederschlagen.“ Auch die Banken selbst rechnen mehrheitlich mit einem Anziehen der Kreditnachfrage im dritten Quartal im Vergleich zum davorliegenden Dreimonatszeitraum. „Bis auch die Jahresrate des Kreditneugeschäfts in Plus dreht, wird es aber noch etwas länger dauern. Meiner Einschätzung nach dürfte dies Anfang 2022 der Fall sein.“

    Quelle: KfW

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  • Für deutsche Unternehmen wird es immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden. Das geht aus der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung hervor. Zum Ausbildungsbeginn im September 2021 berichten 63 Prozent über Probleme bei der Suche, nach 45 Prozent im vorherigen Jahr.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 15.10.2021

    Für deutsche Unternehmen wird es immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden. Das geht aus der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung hervor. Zum Ausbildungsbeginn im September 2021 berichten 63 Prozent über Probleme bei der Suche, nach 45 Prozent im vorherigen Jahr. 14 Prozent der befragten Unternehmen konnten ihre Ausbildungsplätze zum September 2021 nicht besetzen, etwas mehr als im Jahr 2020. „Etwa die Hälfte der Industrie- und Handelsunternehmen begründen das mit unzureichenden Qualifikationen der Bewerber*innen“, sagt ifo-Forscherin Johanna Garnitz.

    Nur 3 Prozent der großen Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten berichteten über unbesetzte Ausbildungsplätze. Dagegen meldeten 23 Prozent der kleineren Unternehmen bis 49 Beschäftigten von nicht besetzten Plätzen. „Insbesondere Dienstleister haben Probleme freie Ausbildungsplätze zu besetzen“, sagt Garnitz. Hier waren es 19 Prozent, in der Industrie 13 und im Handel 10.

    Hinsichtlich der theoretischen und praktischen Leistungen ihrer Auszubildenden gingen die Befragten davon aus, dass sich die Corona-Pandemie etwas negativ auswirken wird (21 Prozent). 5 Prozent rechnen mit schlechteren Leistungen. 50 Prozent erwarten die gleichen Leistungen, 15 Prozent können die Entwicklung nicht einschätzen. Nur 8 Prozent erwarten leicht bessere Leistungen.

    39 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sich das Wohlbefinden der Auszubildenden ihrem Empfinden nach nicht veränderte. 32 Prozent berichteten allerdings von einem schlechteren Wohlbefinden. „Gerade in der jetzigen Übergangsphase von der Corona-Situation zur neuen Normalität ist es für ausbildende Betriebe wichtig, ihre Nachwuchskräfte eng zu begleiten und sensibel für ihre Belange zu sein“, betont Richard Jager, CEO von Randstad Deutschland. „So stärken sie die Bindung und vermeiden Abbrüche.“ Die Hälfte der Ausbildungsbetriebe hat verschiedene Leistungen zur Unterstützung angeboten. Davon haben 57 Prozent in die technische Ausstattung investiert. Eine persönliche Sprechstunde haben 40 Prozent ihren Auszubildenden angeboten. Besonders die Dienstleister haben das persönliche Gespräch gesucht. Mentorenprogramme bzw. Coaching haben ein Viertel der hilfestellenden Betriebe eingeführt.

    Quelle: ifo Institut

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  • Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist nach wie vor von der Corona-Pandemie gekennzeichnet. Eine vollständige Normalisierung kontaktintensiver Aktivitäten ist kurzfristig nicht zu erwarten. Außerdem behindern Lieferengpässe vorerst das Verarbeitende Gewerbe. Im Verlauf des Jahres 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder die Normalauslastung erreichen. Gemäß Prognose der Institute steigt das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,4 % und wird im Jahr 2022 um 4,8 % zulegen.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 14.10.2021

    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist nach wie vor von der Corona-Pandemie gekennzeichnet. Eine vollständige Normalisierung kontaktintensiver Aktivitäten ist kurzfristig nicht zu erwarten. Außerdem behindern Lieferengpässe vorerst das Verarbeitende Gewerbe. Im Verlauf des Jahres 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder die Normalauslastung erreichen. Gemäß Prognose der Institute steigt das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,4 % und wird im Jahr 2022 um 4,8 % zulegen.

    Nachdem neue Infektionswellen die Erholung im Winterhalbjahr 2020/2021 verzögert hatten, steigt das Bruttoinlandsprodukt seit dem Abebben des Infektionsgeschehens im Frühjahr deutlich. Allerdings behindern im Verarbeitenden Gewerbe Lieferengpässe bei Vorprodukten die Produktion, sodass nur die konsumnahen Dienstleistungsbranchen zulegen.

    Im Winterhalbjahr 2021/2022 dürfte die Erholung weiterhin gebremst werden. So ist davon auszugehen, dass in der kalten Jahreszeit die Aktivität im Dienstleistungsbereich auch bei geringem Infektionsgeschehen unter dem sonst üblichen Niveau bleiben wird. Zudem werden die Lieferengpässe die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe vorerst weiter belasten.

    Im kommenden Jahr werden die Beeinträchtigungen durch Pandemie und Lieferengpässe nach Einschätzung der Institute allmählich überwunden, sodass die Normalauslastung wieder erreicht wird. „Insgesamt dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,4 % und im Jahr 2022 um 4,8 % zulegen“, sagt Oliver Holtemöller, Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

    Die Institute rechnen mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3 % im laufenden Jahr und um 2,5 % im Jahr 2022. Das Defizit der öffentlichen Haushalte dürfte von 4,9 % in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr auf 2,1 % im Folgejahr zurückgehen. Angesichts der kräftigen Zunahme des nominalen Bruttoinlandsprodukts wird die öffentliche Schuldenstandsquote wohl von 71 % im Jahr 2021 auf 67 % im Jahr 2022 abnehmen. Zwar dürften die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise mit der Rückkehr zur Normalauslastung allmählich überwunden werden. „Allerdings führen die Herausforderungen des Klimawandels und das demografisch bedingt absehbar niedrigere Wirtschaftswachstum zu geringeren Konsummöglichkeiten“, so Holtemöller.

    Quelle: ifo Institut

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  • Die deutsche Industrieproduktion ging im August deutlich zurück. Die nach wie vor bestehenden Engpässe bei Vorprodukten dürften die Industriekonjunktur dabei auch in den kommenden Monaten dämpfen. Die Dienstleistungsbereiche legen derweil lt. BMWi noch einmal leicht zu.

    BMWi, Pressemitteilung vom 14.10.2021

    • Die nach wie vor bestehenden Lieferengpässen bei Vorprodukten und Rohstoffen führen zu Produktionsbeschränkungen in der deutschen Industrie. Der industrielle Ausstoß ging im August kräftig zurück und die Industriekonjunktur dürfte auch in den kommenden Monaten gedämpft verlaufen. Die Dienstleistungsbereiche setzen derweil ihre Erholung fort und das Geschäftsklima verbesserte sich hier wieder. Im weiteren Ausblick dürfte die wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal seitwärts verlaufen.
    • Die Produktion in der Industrie ist im August gegenüber dem Vormonat um 4,7 % gesunken. Die gewichtigen Bereiche Automobilindustrie und Maschinenbau fuhren ihren Ausstoß kräftig zurück. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe gingen ebenfalls stark zurück, überstiegen aber nach wie vor ihr Niveau von vor der Krise und von Anfang dieses Jahres noch beachtlich. Der Ausblick für die Industriekonjunktur hat sich somit etwas eingetrübt, bleibt aber verhalten optimistisch.
    • Die Umsätze im Einzelhandel erhöhten sich im August wieder leicht und übertrafen ihr Vorkrisenniveau vom Februar 2020 spürbar.
    • Die Inflationsrate liegt mit 4,1 % auf einem hohen Niveau, sie nahm von August auf September saisonbereinigt nicht weiter zu. Schon seit Jahresbeginn ist die Inflationsrate aufgrund von Sonderfaktoren deutlich erhöht. Zu Beginn des Jahres 2022 dürfte sich die Inflationsrate nach Auslaufen der Sondereffekte jedoch wieder spürbar verringern.
    • Auf dem Arbeitsmarkt setzte sich die beachtliche Erholung der letzten Monate im Zuge einer starken Herbstbelebung weiter fort. Erneut hat sich die Arbeitslosigkeit im September saisonbereinigt spürbar reduziert und auch die Erwerbstätigkeit entwickelte sich im August saisonbereinigt abermals günstig. Die Kurzarbeit sank im Juli unter 1 Mio. Personen und dürfte im August weiter fallen.
    • Im ersten Halbjahr 2021 verzeichneten die deutschen Amtsgerichte 17,7 % weniger Anträge als im 1. Halbjahr 2020. Auch im Juli 2021 stagnierten die Unternehmensinsolvenzen in etwa auf Vormonatsniveau (1200, +0,3 %). Für September meldete das StBA einen Anstieg der beantragten Regelinsolvenzen von 8 % gegenüber dem Vormonat bzw. 25 % gegenüber dem Vorjahresmonat, in dem die Antragspflicht allerdings vollumfänglich ausgesetzt war. Ein deutlicher Anstieg in den kommenden Monaten ist nach allgemeiner Einschätzung aktuell nicht zu erwarten.

    Lieferengpässe schlagen auf Industriekonjunktur durch – Dienstleistungen halten dagegen

    Die deutsche Industrieproduktion ging im August deutlich zurück. Die nach wie vor bestehenden Engpässe bei Vorprodukten dürften die Industriekonjunktur dabei auch in den kommenden Monaten dämpfen. Die Dienstleistungsbereiche legen derweil noch einmal leicht zu. Im Produzierenden Gewerbe kam es im August zu einem breit angelegten und deutlichen Rückgang der Produktion. Insbesondere die Bereiche Kfz und Maschinenbau mussten kräftige Rückgänge ihres Ausstoßes hinnehmen. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe gingen zwar ebenfalls deutlich zurück, befinden sich aber nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Sie spiegeln somit weiterhin eine grundsätzlich positive Nachfragesituation wider. Im deutschen Außenhandel kam es erstmals seit 15 Monaten zu einem Rückgang der deutschen Warenausfuhren. Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren verbesserte sich im September wieder und bleibt damit weiter überdurchschnittlich optimistisch. Gleichzeitig sind aber die globale Industrieproduktion und der Welthandel im Juli nur schwach ins dritte Quartal gestartet und stagnierten bzw. waren leicht rückläufig. Im Dienstleistungssektor kam es derweil zu einer Verbesserung des Geschäftsklimas, insbesondere die Erwartungen hellten sich angesichts der stabil verlaufenden Infektionszahlen auf. Auch die Umsätze im Einzelhandel stiegen im August leicht an und signalisieren eine robuste Konjunktur für die Dienstleistungen. Auf dem Arbeitsmarkt setzt sich die Erholung ungebremst fort, die Arbeitslosigkeit nahm erneut kräftig ab und auch die Kurzarbeit wurde weiter zurückgefahren. Laut Hochrechnung ist sie mittlerweile auf einem Niveau von unter 1 Mio. angelangt. Insgesamt dürfte es im laufenden dritten Quartal noch zu einem merklichen Anstieg der Wirtschaftsleistung gekommen sein. Für das vierte Quartal zeichnet sich hingegen eine Normalisierung des Wachstums ab. Neben dem weiteren pandemischen Verlauf stellen die derzeitigen Lieferengpässe das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung dar.

    Weltwirtschaft zunehmend gebremst

    Nach einer schwachen Entwicklung im zweiten Quartal starteten die globale Industrieproduktion und der Warenhandel recht kraftlos in das zweite Halbjahr: Der weltweite Ausstoß stagnierte im Juli gegenüber dem Vormonat, während der Handel leicht rückläufig war ( 0,9 %). Dafür ist nicht nur der derzeitige Mangel an wichtigen Vorleistungsgütern wie Halbleitern verantwortlich. Die konjunkturelle Abschwächung ging vor allem von Entwicklungs- und Schwellenländern aus. Dort wird der Aufschwung durch einen geringeren Impffortschritt und Infektionsschutzmaßnahmen im Zuge der Verbreitung der Delta-Variante geschwächt. Im Zuge von Lockerungen hellten sich die Stimmungsindikatoren für den globalen Dienstleistungssektor am aktuellen Rand aber leicht auf. Der Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit stieg im September um 0,6 Punkte auf 53,4 Punkte. Bei unveränderter Stimmung in der Industrie (54,1 Punkte) verhalf diese Verbesserung dem zusammengesetzten Index zu seiner ersten Erholung seit drei Monaten (+0,5 Punkte auf 53,0 Punkte). Damit rangiert er weiter oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

    Exporte rückläufig, Importe nehmen zu

    Der Wert der Waren- und Dienstleistungsexporte ging im August gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen um 2,5 % zurück (Juli: +2,1 %). Im Zweimonatsvergleich ergab sich eine Zunahme um 0,9 %. Angesichts stärker steigender Ausfuhrpreise dürften sich die Exporte real allerdings verringert haben. Die Waren- und Dienstleistungsimporte stiegen im August im Vormonatsvergleich nominal und saisonbereinigt um 2,5 %. Im Juli hatte sich noch ein leichter Rückgang ergeben (-0,1 %). Im Zweimonatsvergleich stiegen die Importe um 1,9 %. Aufgrund stark steigender Einfuhrpreise dürften die Importe real jedoch zurückgegangen sein.

    Auf nationaler Ebene zeichnen die Frühindikatoren zur Außenwirtschaft ein gemischtes Bild. Die Auftragseingänge aus dem Ausland brachen im August um 9,5 % gegenüber dem Vormonat ein. Diesem Minus ging allerdings ein von Großaufträgen geprägtes Plus voraus (+10,4 %). Im weniger volatilen Zweimonatsvergleich ergibt sich eine Steigerung der Auslandorders insgesamt um 5,7 %. Die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe erholten sich im September teilweise von dem deutlichen Dämpfer im Vormonat und fallen damit weiter überdurchschnittlich optimistisch aus. Etwa ein Viertel der Unternehmen rechnet mit einer Verbesserung in den nächsten drei Monaten (zuvor etwa ein Fünftel).

    Trotz Produktionsdämpfer bleibt Ausblick für Industriekonjunktur angesichts hoher Nachfrage-Verhalten optimistisch

    Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat sich im August gegenüber dem Vormonat um 4,0 % verringert. Dabei nahm die Herstellung der Industrie um 4,7 % ab, im Baugewerbe kam es zu einem Minus von 3,1 %. Im Zweimonatsvergleich Juli/August gegenüber Mai/Juni ging die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,1 % zurück. Während der Ausstoß in der Industrie um 1,3 % gesunken ist, blieb er im Baugewerbe unverändert.

    Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nahmen im August gegenüber dem Vormonat um 7,7 % ab. Im Zweimonatsvergleich Juli/August gegenüber Mai/Juni kam es indes zu einem Plus in Höhe von 3,1 %. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen gingen die Ordereingänge allerdings um 1,3 % zurück. Nach einem deutlichen Aufwärtstrend seit Beginn des Jahres haben sich die Bestellungen zuletzt kräftig verringert. Maßgeblich hierfür war eine schwache Auslandsnachfrage (-9,5 %), insbesondere aus dem Nicht-Euroraum (-15,2 %). Die inländische Nachfrage war jedoch ebenfalls rückläufig (-5,2 %). Im gewichtigen Bereich Kfz und Kfz-Teile betrug das Auftragsminus 12,0 %, während es sich im ebenfalls gewichtigen Maschinenbau mit -1,0 % in Grenzen hielt. Bei der jüngsten Nachfrageschwäche dürften Großaufträge im Vormonat eine Rolle gespielt haben sowie des Weiteren der Umstand, dass bei einigen Automobilherstellern die Betriebsferien dieses Jahr in den August gefallen sind. Trotz des schwachen Augusts lagen die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt immer noch auf hohem Niveau und verzeichneten Zuwächse gegenüber dem Vorkrisenmonat Februar 2020 von rund 8 ½ % und gegenüber Januar 2021 von etwa 4 %.

    Die Industrieproduktion nahm nach einem freundlichen Start ins dritte Quartal im August spürbar ab. Die Lieferengpässe bei Halbleitern und Vorprodukten sowie Rohstoffen erweisen sich als gravierender als bislang erwartet. Bei dem sehr kräftigen Rückgang in der Automobilindustrie (-17,5 %) hat auch der Umstand eine Rolle gespielt, dass bei einigen Herstellern die Betriebsferien dieses Jahr im August stattfanden. Die Stimmung in den Unternehmen trübte sich zuletzt zwar dreimal hintereinander ein, war aber im ersten Halbjahr fast durchweg angestiegen. Die Exporterwartungen der Industrie verbesserten sich hingegen wieder. Insgesamt hat sich der Ausblick für die Industriekonjunktur somit zuletzt etwas eingetrübt, bleibt aber angesichts der nach wie vor hohen Nachfrage verhalten optimistisch.

    Einzelhandel legt wieder etwas zu

    Im Einzelhandel ohne Kfz erhöhten sich die Umsätze im August leicht um 1,1 %, nachdem sie Juli um 4,5 % gesunken waren. Das Infektionsgeschehen hatte sich wieder beruhigt, so dass die Konsumenten und die Händler weniger verunsichert waren. Der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen meldete für den August ein Umsatzplus von 3,9 % und lag damit wieder leicht über dem Vorkrisenniveau vom Februar 2020 (+0,6 %). Der Internet- und Versandhandel verzeichnete einen Umsatzzuwachs von 9,0 %, womit das Vorkrisenniveau deutlich übertroffen wurde (+29,8 %). Bei den Neuzulassungen von Pkw durch private Halter kam es im September den fünften Monat in Folge zu einem Aufwuchs (+1,3 %).

    Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel fielen allerdings im September per saldo noch einmal etwas negativer aus, nachdem sie sich bereits im August deutlich verschlechtert hatten. Auch das GfK Konsumklima war im September spürbar gesunken, für Oktober wird jedoch wieder ein merklicher Anstieg erwartet. Die Konsumenten gehen wohl davon aus, dass die vierte Welle doch weniger intensiv ausgeprägt sein dürfte als bislang befürchtet.

    Das Verbraucherpreisniveau blieb im September gegenüber dem Vormonat erneut stabil (±0,0 %). Die Inflationsrate, die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, nahm im September um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 % zu. Das war der höchste Wert seit Dezember 1993. Maßgeblich für diesen leichten Anstieg im Vorjahresvergleich ist vor allem ein Basiseffekt. Im September 2020 war der Verbraucherpreisindex um 0,2 Prozentpunkte wegen niedrigerer Kraftstoffpreise zurückgegangen. Einen sprunghaften Anstieg um 1,5 Prozentpunkte verzeichnete die Inflationsrate indes erwartungsgemäß im Juli dieses Jahres. Ausschlaggebend für das erhöhte Niveau ab der Jahresmitte ist ein Basiseffekt aufgrund der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze ein Jahr zuvor. Hierbei kommt es zu einem Vergleich der aktuellen Verbraucherpreise mit den „normalen“ Umsatzsteuersätzen mit denjenigen mit verminderten Umsatzsteuersätzen. Bereits zu Jahresbeginn hatten weitere Sonderfaktoren wie die Erholung der Import- und Rohstoffpreise sowie die Einführung der CO2-Bepreisung für einen deutlichen Anstieg der Inflationsrate gesorgt. Nach Auslaufen der Sondereffekte dürfte sich der Auftrieb zum Jahreswechsel wieder deutlich abschwächen. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) stieg im September ebenfalls leicht auf +2,9 % (August: +2,8 %). Energie und Nahrungsmittel verteuerten sich zuletzt binnen Jahresfrist beachtlich um 14,3 % bzw. 4,9 % (August: +12,6 % bzw. 4,6 %). Aktuell lassen die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten aber eine mittelfristige Entspannung beim Ölpreis erwarten.

    Starke Herbstbelebung am Arbeitsmarkt

    Auf dem Arbeitsmarkt setzt sich die beachtliche Erholung im September fort und die Aussichten für die nächsten Monate sind weiterhin positiv. Aufgrund der Lockerungen in vielen Dienstleistungsbereichen verringerten sich Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im September saisonbereinigt erneut um 30.000 bzw. 54.000 Personen. Nach den Ursprungszahlen sank die Arbeitslosigkeit um 114.000 auf 2,47 Mio. Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren damit 393.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Auch die Erwerbstätigkeit entwickelte sich abermals positiv. Sie erhöhte sich im August saisonbereinigt um 66.000 Personen. In Ursprungszahlen waren damit 45,1 Millionen Menschen erwerbstätig, 328.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Im Juli erhöhte sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 32.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die Kurzarbeit verringerte sich laut Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juni auf 0,9 Millionen Personen. Die Zahl der Kurzarbeitenden dürfte im August erneut fallen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt weiter an. Die Frühindikatoren von ifo und IAB entwickelten sich im September uneinheitlich. Während das ifo Beschäftigungsbarometer auf den höchsten Wert seit Oktober 2018 anstieg, ist das IAB-Arbeitsmarktbarometer von seinem Höchststand aus gesunken. Insgesamt sprechen die beiden Frühindikatoren aber ebenso wie der Bestand gemeldeter offener Stellen dafür, dass sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten fortsetzt.

    Anstieg der Regelinsolenzen im September 2021 Für das Jahr 2021 insgesamt jedoch keine Insolvenzwelle zu erwarten

    Im ersten Halbjahr 2021 verzeichneten die deutschen Amtsgerichte 17,7 % weniger beantragte Unternehmensinsolvenzen als im 1. Halbjahr 2020. Auch im Juli 2021 Stagnation auf Vormonatsniveau (+0,3). Auf Basis von Insolvenzbekanntmachungen meldete das Statistische Bundesamt für September einen Anstieg der Regelinsolvenzen von 6 % gegenüber dem Vormonat bzw. 25 % gegenüber dem Vorjahr, in dem die Antragspflicht allerdings noch vollumfänglich ausgesetzt war. Im weiteren Jahresverlauf ist ein leichter Anstieg der Unternehmensinsolvenzen nicht vollständig auszuschließen, allerdings dürfte dieser – wenn überhaupt – sehr moderat ausfallen. Einige Experten gehen in aktuellen Prognosen von einer Stagnation der Unternehmensinsolvenzen im Gesamtjahr 2021 aus (Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raffeisenbanken: -1 %; Euler Hermes: -5 % jeweils ggü. 2020).

    Quelle: BMWi

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  • Wenn Beschäftigte die Möglichkeit haben, im Homeoffice zu arbeiten, identifizieren sie sich stärker mit ihrem Unternehmen. Das gilt besonders für diejenigen, die Arbeit und Freizeit gut auseinanderhalten können. Damit das gelingt, ist Fairness im Verhältnis zum Vorgesetzten wichtig. Umgekehrt sinkt die Bereitschaft, sich für den Arbeitgeber zu engagieren, wenn Beschäftigte die Erfahrung machen, dass die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem im Homeoffice verschwimmt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Bielefeld.

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 13.10.2021

    Wenn Beschäftigte die Möglichkeit haben, im Homeoffice zu arbeiten, identifizieren sie sich stärker mit ihrem Unternehmen. Das gilt besonders für diejenigen, die Arbeit und Freizeit gut auseinanderhalten können. Damit das gelingt, ist Fairness im Verhältnis zum Vorgesetzten wichtig. Umgekehrt sinkt die Bereitschaft, sich für den Arbeitgeber zu engagieren, wenn Beschäftigte die Erfahrung machen, dass die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem im Homeoffice verschwimmt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Dr. Yvonne Lott, Forscherin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, und Prof. Dr. Anja Abendroth von der Universität Bielefeld.

    Arbeit im Homeoffice hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Und auch die Forschung beschäftigt sich verstärkt mit dem Thema, oft mit Blick darauf, welche Beschäftigten von zu Hause arbeiten und wie ihre Arbeitsbedingungen sind. Bislang noch kaum beachtet wurde, wie sich die Erfahrungen, die Beschäftigte mit Heimarbeit machen, auf das „Commitment“ von Beschäftigten auswirkt, also auf emotionale Bindung, Identifikation oder Engagement.

    Um diese Lücke zu schließen, haben Lott und Abendroth Befragungsdaten aus dem Linked Personal Panel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ausgewertet. Darin abgefragt werden unter anderem Einschätzungen zu Aussagen wie „Dieses Unternehmen hat einen bedeutenden persönlichen Wert für mich“ oder „Ich betrachte die Probleme des Unternehmens als meine eigenen“. Je nach Zustimmung oder Ablehnung lässt sich daraus das „Commitment“ gegenüber dem Arbeitgeber ableiten. Die Daten stammen aus der Befragungswelle von 2014/15. Eine Verzerrung durch Sondereffekte der Coronakrise, als ein großer Teil der Beschäftigten zeitweise von zu Hause arbeiten musste, ist damit ausgeschlossen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Unternehmen in Deutschland mit mehr als 50 Beschäftigten.

    Knapp 16 Prozent aller Beschäftigten haben zum Zeitpunkt der Befragung zumindest zeitweise von zu Hause aus gearbeitet. Der Studie zufolge fiel ihre Identifikation mit dem Arbeitgeber im Schnitt höher aus als bei Beschäftigten, die keine Möglichkeit haben, im Homeoffice zu arbeiten. Allerdings gibt es unter den Beschäftigten im Homeoffice große Unterschiede: Etwa die Hälfte gibt an, dass sich ihre Work-Life-Balance durch Heimarbeit verbessert. Das wiederum kann sich positiv auf die Motivation auswirken – und auf die Identifikation mit dem Arbeitgeber. Die andere Hälfte der Beschäftigten im Homeoffice macht eine gegenteilige Erfahrung: Für sie verschwimmt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit, etwa weil sie ständig erreichbar sein müssen oder weil sie das Gefühl haben, besonders viel und lange arbeiten zu müssen, um zu beweisen, dass sie im häuslichen Umfeld produktiv sind. Letztlich kann darunter die Identifikation mit dem Unternehmen leiden.

    Ob die Beschäftigten positive oder negative Erfahrungen im Homeoffice machen, hängt Lott und Abendroth zufolge eng zusammen mit den Arbeitsbeziehungen im Unternehmen. Sind diese von Fairness geprägt, haben Beschäftigte seltener das Gefühl von Entgrenzung. Ein Mangel an Fairness bewirkt das Gegenteil.

    Unternehmen müssten die Interessen der Beschäftigten in Bezug auf Homeoffice stärker berücksichtigen, so die Wissenschaftlerinnen. Außerdem müsse ein vertrauenswürdiges und faires Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern gefördert werden. Entscheidend sei, dass beide Seiten von der gewonnenen Flexibilität profitieren. Dies sei auch wichtig, um Arbeitskräfte zu halten. Denn: Sinkt die Identifikation mit dem Arbeitgeber, steigt das Risiko einer Kündigung. „Angesichts der zunehmenden Forderungen der Arbeitnehmer nach Vereinbarkeit, ist zu erwarten, dass mitarbeiterorientierte Flexibilität eine noch wichtigere Rolle spielen wird“, analysiert Lott.

    Hilfreich für die nötige Balance sei es, wenn es im Betrieb einen Betriebs- oder Personalrat gibt, sagt die Forscherin. Das zeigen etwa WSI-Umfragedaten aus den ersten Phasen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr: Befragte, die in mitbestimmten Unternehmen arbeiteten, berichteten deutlich häufiger von klaren Regeln fürs Homeoffice. Und Personen mit solchen Regelungen empfanden die Arbeit zu Hause seltener als belastend.

    Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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  • Werbung in sozialen Medien, Verkauf über Online-Plattformen, kontaktloses Bezahlen per Smartphone im Geschäft: Der Einzelhandel in Deutschland ist seit der Corona-Pandemie lt. Bitkom so digital wie nie. Zugleich schätzen sich viele Handelsunternehmen als Nachzügler ein, was ihre eigenen Digitalisierungsbemühungen betrifft.

    Bitkom, Pressemitteilung vom 13.10.2021

    • Deutlich mehr Einzelhändler verkaufen ihre Waren im Netz
    • Für 9 von 10 Händlern hat Digitalisierung an Bedeutung gewonnen
    • Aber: Kaum ein Handelsunternehmen investiert dauerhaft in die Digitalisierung

    Werbung in sozialen Medien, Verkauf über Online-Plattformen, kontaktloses Bezahlen per Smartphone im Geschäft: Der Einzelhandel in Deutschland ist seit der Corona-Pandemie so digital wie nie. Zugleich schätzen sich viele Handelsunternehmen als Nachzügler ein, was ihre eigenen Digitalisierungsbemühungen betrifft. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung von mehr als 500 stationär oder online tätigen Groß- und Einzelhändlern in Deutschland, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde.

    Demnach besitzen zwei Drittel (68 Prozent) der Einzelhändler eigene Social-Media-Profile, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein Drittel (34 Prozent) bezahlt für Anzeigen etwa in Form von gesponserten Posts. Insgesamt sind fast drei Viertel (72 Prozent) auf Facebook, Instagram und Co. aktiv – doppelt so viele wie vor zwei Jahren, als es 28 Prozent waren. Auch die Zusammenarbeit mit Influencerinnen und Influencern hat während der vergangenen beiden Jahre deutlich an Bedeutung gewonnen: 8 Prozent der Einzelhändler kooperieren mittlerweile mit ihnen, 2019 waren es noch weniger als ein Prozent. Eine eigene Website gehört ohnehin für fast alle Einzelhändler zum Standard (98 Prozent). „Die Corona-Pandemie war für einen großen Teil der Handelsunternehmen ein Weckruf. Viele haben die Digitalisierung in den vergangenen zwei Jahren vorangetrieben und sich online ein zweites Standbein aufgebaut“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Spätestens jetzt ist klar: Eine gute Online-Präsenz ist für Einzelhändler kein Nice-to-have – sie ist Pflichtprogramm.“

    85 Prozent der Einzelhändler verkaufen im Netz

    Aktuell verkaufen 85 Prozent der Einzelhändler ihre Waren komplett oder parallel zu einem stationären Geschäft im Internet. 2019 waren es mit 58 Prozent noch deutlich weniger. Insbesondere Plattformen spielen eine entscheidende Rolle: Von jenen Händlern, die online verkaufen, bieten drei Viertel (72 Prozent) ihre Produkte und Dienstleistungen auf Online-Marktplätzen bzw. Online-Verkaufsplattformen wie Ebay, Amazon oder Zalando an. Vor zwei Jahren waren es erst 46 Prozent. Einen unternehmenseigenen Webshop betreiben 92 Prozent, diese Zahl ist im Vergleich zu 2019 konstant geblieben. So gut wie jeder Einzelhändler, der ganz oder teilweise online verkauft, nimmt auch Bestellungen per E-Mail entgegen (99 Prozent). „Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten beim Online-Shopping längst nicht mehr nur, dass der technische Teil funktioniert – erwartet wird Professionalität auf in jeder Hinsicht hohem Niveau. Während der Corona-Krise sind die Ansprüche der Kundinnen und Kunden enorm gestiegen“, betont Berg. „Gleichzeitig bieten große Plattformen auch kleinsten Händlern mit wenig Aufwand Zugang zu besten E-Commerce-Lösungen.“

    8 von 10 stationären Händlern bieten kontaktloses Bezahlen per Smartphone

    Auch der stationäre Handel baut seine digitalen Services aus. An der Kasse bieten mittlerweile 8 von 10 Einzelhändlern (79 Prozent) die Möglichkeit an, bargeldlos via Smartphone oder Smartwatch zu bezahlen. Vor Corona waren es erst 44 Prozent. Auch insgesamt werden Kassensysteme digitaler und mobiler: Tablet- oder Smartphone-gestützte Kassensysteme waren bei 23 Prozent bereits vor Corona im Einsatz, fast genauso viele (20 Prozent) kamen seitdem hinzu. 27 Prozent der stationären Einzelhandelsunternehmen setzen Tablet-PCs und interaktive Bildschirme ein, um ihre Kundschaft zu informieren und zu beraten – 13 Prozent waren es vor Corona. W-Lan im Geschäft (88 Prozent) gehört mittlerweile für die meisten stationären Händler zum Standard (vor Corona: 77 Prozent). Und Loyalitäts- bzw. Bonusprogramme, mit denen man per Smartphone Treuepunkte sammeln kann, gibt es bei 56 Prozent der Einzelhändler (plus 4 Prozentpunkte gegenüber der Vor-Corona-Zeit).

    Die Lieferoptionen wurden in der Pandemie ebenfalls deutlich ausgebaut. So bieten heute 77 Prozent „Click & Collect“ an, wobei Produkte online gekauft und im Laden abgeholt werden. 36 Prozent waren es vor der Pandemie. Auch „Dropshipping“, wenn die im Laden bestellte Ware direkt durch den Hersteller bzw. Großhändler an die Kundin oder den Kunden geliefert wird, gibt es bei jedem dritten Händler (33 Prozent) – das sind doppelt so viele wie noch vor Corona (16 Prozent).

    Digitalisierung ist für den Handel entscheidender Erfolgsfaktor in der Pandemie

    Ob Einzel- oder Großhandel: Fast alle der befragten Unternehmen (91 Prozent) sagen, dass durch die Corona-Pandemie Digitalisierung für ihr Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat. Mehr noch: Der Einsatz digitaler Lösungen wird von den meisten als entscheidender Vorteil in der Pandemie gesehen. So sind 8 von 10 Händlern (79 Prozent) der Meinung, dass Handelsunternehmen, deren Geschäftsmodell bereits digitalisiert ist, besser durch die Corona-Pandemie kommen. Gleiches gilt für digitale Geschäftsprozesse, sagen 74 Prozent. 54 Prozent geben an, dass digitale Technologien ihnen helfen, die Pandemie zu bewältigen. Bei 45 Prozent sorgt die Pandemie für einen Innovationsschub. Dennoch sieht sich der Großteil der Händler (73 Prozent) eher als Nachzügler beim Thema Digitalisierung. Nur ein Viertel (26 Prozent) sieht sich eher als Vorreiter.

    Berg: „Für große Handelsunternehmen wie für kleine Geschäfte gilt: Wer erfolgreich digitalisieren will, muss das Thema zur Chefsache machen – und im Kern des Unternehmens verankern.“ Viele Händler haben das bereits erkannt: 8 von 10 Unternehmen (79 Prozent) verfolgen eine Strategie zur Bewältigung des digitalen Wandels – etwas mehr als 2019, als es 70 Prozent waren. Weitere 12 Prozent planen die Einführung einer Digitalstrategie, nur jedes zwölfte Handelsunternehmen (7 Prozent) ist in Sachen Digitalisierung bislang nicht aktiv geworden und hat auch nichts geplant.

    Corona verändert die Geschäftsmodelle der Handelsunternehmen

    Über alle Größen und Handelsbereiche hinweg ist jedes zweite Unternehmen nach eigenen Angaben bislang gut durch die Corona-Krise gekommen (53 Prozent). Ein mit 45 Prozent etwas geringerer Anteil der Händler kann das nicht von sich behaupten und ist sehr schlecht oder eher schlecht durch die Coronazeit gekommen. 3 von 10 Händlern (29 Prozent) hatten sogar Sorge, Insolvenz anmelden zu müssen.

    Zugleich gab es einen starken Einfluss auf die Geschäftsmodelle der Handelsunternehmen in Deutschland: So geben 8 von 10 Händlern (83 Prozent) an, infolge der Pandemie bestehende Produkte und Dienstleistungen anzupassen. Jeder Zweite (55 Prozent) bietet neue Produkte und Dienstleistungen an und fast ein Viertel (23 Prozent) nimmt bestimmte Produkte und Dienstleistungen vom Markt. Die Auswirkungen gehen aber auch noch einen Schritt weiter: So spricht ein Drittel (35 Prozent) von Veränderungen seines gesamten Geschäftsmodells.

    Kaum anhaltende Investitionen in die Digitalisierung

    Drei Viertel (75 Prozent) der Händler sehen Digitalisierung als Chance für ihr Unternehmen – nur 22 Prozent als Risiko. Und viele Unternehmen stellen Budget für Digitalvorhaben bereit. So haben 4 von 10 Händlern (41 Prozent) im Jahr 2020 in die Digitalisierung ihres Unternehmens investiert. Etwas weniger (35 Prozent) investieren in diesem Jahr – mit einem durchschnittlichen Anteil von 5 Prozent an den Gesamtinvestitionen. Die Hälfte (50 Prozent) plant, im Jahr 2022 oder später zu investieren. Die meisten (59 Prozent) haben bereits vor 2020 Geld für die Digitalisierung ihres Unternehmens aufgebracht. Nur 12 Prozent haben noch nicht investiert und planen dies auch nicht.

    Allerdings sind nur die Wenigsten bereit, dauerhaft Geld in die Digitalisierung zu stecken; Lediglich 2 Prozent der Handelsunternehmen wollen Jahr für Jahr in die Digitalisierung investieren. „Digitalisierung hat einen Anfang, aber letztlich kein festes Ende – Digitalisierung ist ein dauerhafter Prozess. Der digitale Wandel verlangt entsprechend dauerhafte Investitionen“, erklärt Berg.

    Der stationäre Handel hat eine Zukunft, muss sich aber verändern

    Leerstehende Ladengeschäfte in Fußgängerzonen, finanzielle Belastungen in Folge der Corona-Pandemie, Konkurrenz aus dem Netz: Der stationäre Handel steht unter Druck. Allerdings ist seine Existenz grundsätzlich nicht bedroht, wie ein Großteil der Handelsunternehmen meint. Fast alle sind der Meinung, dass der stationäre Handel auch in Zukunft bestehen bleibt, nur 2 Prozent sagen, dass er keine Zukunft hat. „Innenstädte sind mehr als Orte des Konsums“, kommentiert Berg. „Sie sind ein Raum, in dem Menschen zusammenkommen und wo öffentliches Leben stattfindet und dazu gehört auch in Zukunft zwingend der Handel.“

    Dem stimmen auch die meisten Händler zu: 7 von 10 der befragten Unternehmen (71 Prozent) sagen, dass sich der stationäre Handel in den Innenstädten neu erfinden muss. „Digitale Technologien können bei der Neu- und Wiederbelebung des niedergelassenen Einzelhandels helfen – und viele von ihnen sind inzwischen ausgereift und für wenig Geld am Markt verfügbar“, so Berg. „Es darf nicht darum gehen, Online-Handel und stationären Einzelhandel gegeneinander auszuspielen. Um krisenfest und langfristig erfolgreich zu sein, benötigen Händler zwei Standbeine: vor Ort und im Netz.“

    Quelle: Bitkom

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  • Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – lag im September 2021 bei +4,1 %. In den beiden Vormonaten Juli und August 2021 hatte sie noch knapp unter 4 % gelegen. Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit +4,3 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, blieben die Verbraucherpreise im Vergleich zum August 2021 jedoch unverändert.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.10.2021

    Höchste Inflationsrate seit Dezember 1993

    Verbraucherpreisindex, September 2021

    • +4,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • +0,0 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Harmonisierter Verbraucherpreisindex, September 2021

    • +4,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • +0,3 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im September 2021 bei +4,1 %. In den beiden Vormonaten Juli und August 2021 hatte sie noch knapp unter 4 % gelegen. Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit +4,3 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, blieben die Verbraucherpreise im Vergleich zum August 2021 jedoch unverändert.

    Temporäre Sondereffekte wirken weiterhin erhöhend auf die Inflationsrate

    Die hohe Inflationsrate hat verschiedene Gründe, darunter Basiseffekte durch niedrige Preise im Jahr 2020. Insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze im zweiten Halbjahr 2020 und der Preisverfall der Mineralölprodukte im Vorjahr wirken sich erhöhend auf die Gesamtteuerung aus. Zusätzlich wirken krisenbedingte Effekte, wie die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die sich bisher nur teilweise oder abge­schwächt im Verbraucherpreisindex niederschlagen.

    Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist kräftig um 14,3 %

    Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von September 2020 bis September 2021 überdurchschnittlich um 6,1 %. Vor allem die Preise für Energieprodukte lagen mit +14,3 % deutlich über der Gesamtteuerung. „Die Teuerungsrate hierfür hat sich den dritten Monat in Folge erhöht. Wesentlich dafür waren die Basiseffekte, da wir die aktuellen Preise mit den sehr niedrigen Preisen des Vorjahres vergleichen. Auch die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe wirkt insbesondere erhöhend auf die Teuerungsrate der Energieprodukte“, sagt Christoph-Martin Mai, Leiter des Referats „Verbraucherpreise“ im Statistischen Bundesamt. Merklich teurer wurden Heizöl (+76,5 %) und Kraftstoffe (+28,4 %). Auch die Preise für Erdgas (+5,7 %) und Strom (+2,0 %) erhöhten sich.

    Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 4,9 %

    Nicht nur die Preise für Energieprodukte, sondern auch die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im September 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat überdurchschnittlich mit +4,9 %. Spürbar teurer gegenüber September 2020 wurden Gemüse (+9,2 %) sowie Molkereiprodukte und Eier (+5,5 %). Darüber hinaus verteuerten sich neben den Verbrauchsgütern auch Gebrauchsgüter wie Fahrzeuge (+6,4 %) oder Möbel und Leuchten (+4,4 %) deutlich.

    Inflationsrate ohne Energie bei +3,1 %

    Die Preiserhöhungen bei Energieprodukten und bei Nahrungsmitteln gegenüber dem Vorjahresmonat wirkten sich deutlich auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Energieprodukte hätte die Inflationsrate im September 2021 bei +3,1 % gelegen, ohne beide Güterbereiche bei +2,9 %.

    Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,5 %

    Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im September 2021 um 2,5 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 %. Deutlicher erhöhten sich unter anderem die Preise für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,4 %), Leistungen sozialer Einrichtungen (+5,0 %) sowie für Gaststättendienstleistungen (+3,6 %).

    Preise insgesamt gegenüber dem Vormonat stabil

    Im Vergleich zum August 2021 blieb der Verbraucherpreisindex im September 2021 stabil. Auch die Preise für Nahrungsmittel insgesamt blieben unverändert. Die Preise für Energieprodukte insgesamt erhöhten sich um 0,7 % gegenüber dem Vormonat, darunter deutliche Preisanstiege beim Heizöl (+4,4 %). Auch die Preise für Bekleidung und Schuhe (+3,8 %) stiegen, vor allem durch die Umstellung auf die Herbst-/Winterkollektion. Hingegen sanken die Preise für Pauschalreisen (-9,2 %) zum Ende der Sommerferien saisonbedingt.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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  • Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland gehen in der aktuellen Umfrage vom Oktober 2021 um 4,2 Punkte auf einen neuen Wert von 22,3 Punkten zurück. Dies ist lt. ZEW der fünfte Rückgang in Folge. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verschlechtert sich in der aktuellen Umfrage um 10,3 Punkte und liegt damit bei 21,6 Punkten.

    ZEW, Pressemitteilung vom 12.10.2021

    Der ZEW-Indikator liegt bei 22,3 Punkten

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland gehen in der aktuellen Umfrage vom Oktober 2021 um 4,2 Punkte auf einen neuen Wert von 22,3 Punkten zurück. Dies ist der fünfte Rückgang in Folge. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verschlechtert sich in der aktuellen Umfrage um 10,3 Punkte und liegt damit bei 21,6 Punkten. Dies ist der erste Rückgang seit dem kontinuierlichen Anstieg zwischen Februar und September 2021. Gegenüber dem Vormonat hat sich damit der Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten sechs Monate erkennbar verschlechtert.

    „Der konjunkturelle Ausblick für die deutsche Wirtschaft hat sich spürbar eingetrübt. Der erneute Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen geht hauptsächlich auf die weiterhin bestehenden Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten zurück. Die Finanzmarktexpertinnen und -experten erwarten vor allem bei den exportorientierten Branchen wie z. B. Fahrzeugbau und Chemie/Pharma eine Verschlechterung der Ertragslage“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Erwartungen.

    Die Erwartungen der Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone gehen im Oktober ebenfalls zum fünften Mal in Folge zurück. Sie liegen aktuell bei 21,0 Punkten. Dies entspricht einem Rückgang um 10,1 Punkte gegenüber dem Vormonat. Der neue Wert des Lageindikators beträgt 15,9 Punkte. Der Lageindikator ist damit um 6,6 Punkte gegenüber September gesunken.

    Die Inflationserwartungen für das Eurogebiet gehen leicht zurück. Der Inflationsindikator liegt im September bei 17,1 Punkten, 3,0 Punkte niedriger als im Vormonat. 49,1 Prozent der Expertinnen und Experten rechnen allerdings noch mit einem weiteren Anstieg der Inflationsrate in den nächsten sechs Monaten.

    Quelle: ZEW

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  • Im Einzelhandel kann gegenwärtig nicht jede Bestellung erfüllt werden. 74 Prozent der Einzelhändler klagten im September über entsprechende Probleme. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.10.2021

    Im Einzelhandel kann gegenwärtig nicht jede Bestellung erfüllt werden. 74 Prozent der Einzelhändler klagten im September über entsprechende Probleme. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Die Beschaffungsprobleme aus der Industrie sind nun auch hier angekommen“, sagt der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden.“

    Im Fahrradeinzelhandel berichteten 100 Prozent aller befragten Unternehmen von Problemen bei ihren Bestellungen. „Gegenwärtig ist Sand im Getriebe der weltweiten Logistik. Zudem sind Frachtraten in der Schifffahrt deutlich erhöht worden“, sagt Wohlrabe. Bei den Baumärkten (99 Prozent) und Möbelhäusern zeigen sich die Nachwirkungen der Holzpreisrally im ersten Halbjahr. Durch die Knappheit bei Chips und Halbleitern führt bei Händlern mit elektronischen Produkten aller Art dazu, dass nicht jedes Produkt sofort verfügbar ist. Das melden 97 Prozent der Einzelhändler von Unterhaltungselektronik. Im Kfz-Handel (88 Prozent) zeigen sich die Lieferprobleme insbesondere bei Elektroautos.

    Als Konsequenz nehmen jetzt auch die Einzelhändler Preiserhöhungen ins Visier. „Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt und diese kommt jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an“, sagt Wohlrabe.

    Quelle: ifo Institut

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  • Im Juli 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 1.200 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 12,3 % weniger als im Juli 2020.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.10.2021

    • Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren im September 2021 laut vorläufigen Angaben 6,0 % höher als im Vormonat
    • Verbraucherinsolvenzen steigen im Juli 2021 um mehr als die Hälfte gegenüber Vorjahresmonat

    Im Juli 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 1.200 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 12,3 % weniger als im Juli 2020. Der rückläufige Trend bei der Zahl der Unternehmensinsolvenzen der vergangenen Monate setzte sich somit auch nach Auslaufen vieler Sonderregelungen, wie der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen infolge der Corona-Pandemie, fort. Gegenüber Juli 2019, also vor Beginn der Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland, ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Juli 2021 um 27,0 % zurück.

    Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte im Juli 2021 auf rund 4,6 Milliarden Euro. Im Juli 2020 hatten sie noch bei etwa 3,9 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg bei gleichzeitigem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Juli 2021 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Juli 2020.

    Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Juli 2021 im Baugewerbe mit 222 Fällen (Juli 2020:204; +8,8 %). Im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) waren es 189 Verfahren (Juli 2020: 228; -17,1 %). Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen- und technischen Dienstleistungen (zum Beispiel Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architektur- und Ingenieursbüros, Forschung und Entwicklung, Werbung und Marktforschung, Fotolabors sowie Veterinärwesen) wurden 131 Insolvenzen gemeldet (Juli 2020: 182, -28,0 %).

    Sonderregelungen in den Jahren 2020 und 2021

    Beim zeitlichen Vergleich der Insolvenzzahlen ist zu beachten, dass das Insolvenzgeschehen in den Jahren 2020 und 2021 von Sonderregelungen geprägt war. Von Anfang März 2020 bis Ende 2020 war die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen infolge der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese Regelung galt bis Ende April 2021 weiterhin für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch ausstand. Für diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich eingesetzt. In den Zahlen für Juli 2021 ist, unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeit bei den Gerichten, weiterhin keine Trendumkehr bei der Zahl der Unternehmensinsolvenzen zu beobachten.

    Beruht der Eintritt einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung auf den Auswirkungen der Starkregenfälle oder des Hochwassers im Juli 2021, ist die Insolvenzantragspflicht noch bis maximal zum 31. Januar 2022 ausgesetzt.

    6,0 % mehr beantragte Regelinsolvenzverfahren im September 2021 gegenüber Vormonat

    Hinweise auf die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen gibt die Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren. Im September 2021 stieg diese Zahl laut vorläufigen Angaben um 6,0 % gegenüber August 2021. Im Vergleich zu September 2020 lag die Zahl um 25,0 % höher, als die Antragspflicht vollumfänglich ausgesetzt gewesen und es zu einem deutlichen Rückgang im Vergleich zu September 2019 (-31,0 %) gekommen war.

    78,0 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Juli 2021 als im Juli 2020

    Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im Juli 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich gestiegen. 7.164 Verbraucherinnen und Verbraucher stellten einen Insolvenzantrag, das war ein Anstieg um mehr als die Hälfte (+78,0 % gegenüber Juli 2020). Der starke Anstieg steht im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre. Die Neuregelung gilt für ab dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren. Sie ermöglicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Daher ist davon auszugehen, dass viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zunächst zurückhielten, um von der Neuregelung zu profitieren.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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  • Das Wirtschaftswachstum dürfte in diesem Jahr niedriger ausfallen als noch vor einigen Monaten erwartet. Ein wesentlicher Grund für die schwächeren Wachstumsaussichten in diesem Jahr sind lt. KfW Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten, die weite Teile der Wirtschaft erfasst haben – auch den deutschen Mittelstand. Gegenwärtig kämpft knapp jedes zweite (48 %) der rund 3,8 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland mit den Folgen von Lieferproblemen.

    KfW, Pressemitteilung vom 11.10.2021

    • Repräsentative Ergebnisse einer Befragung kleiner und mittlerer Unternehmen im September
    • Größte Probleme im Verarbeitenden Gewerbe und in der Bauindustrie

    Höherer Beschaffungsaufwand, Produktionsstörungen sowie Preisanpassungen häufigste Folgen
    Das Wirtschaftswachstum dürfte in diesem Jahr niedriger ausfallen als noch vor einigen Monaten erwartet. Ein wesentlicher Grund für die schwächeren Wachstumsaussichten in diesem Jahr sind Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten, die weite Teile der Wirtschaft erfasst haben – auch den deutschen Mittelstand. Gegenwärtig kämpft knapp jedes zweite (48 %) der rund 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland mit den Folgen von Lieferproblemen, wie eine im September durchgeführte Sonderbefragung von KfW Research im Rahmen des KfW Mittelstandspanels zeigt.

    Besonders stark betroffen ist das mittelständische Verarbeitende Gewerbe – vier von fünf Unternehmen (78 %) beklagen hier Lieferengpässe. Nicht weniger heftig sind die Auswirkungen auf das Baugewerbe, wo sich 78 % der Unternehmen mit Materialknappheit auseinandersetzen müssen. Im Groß- und Einzelhandel ist der Anteil der betroffenen Mittelständler mit 63 % etwas geringer. Und selbst im Dienstleistungssektor, der grundsätzlich weniger stark von Vorleistungen abhängt, sehen sich immer noch rund vier von zehn kleinen und mittleren Unternehmen mit Lieferengpässen konfrontiert.

    Dass der Mittelstand in der Breite betroffen ist, liegt nicht zuletzt daran, dass derzeit eine Vielzahl von Materialien und Vorprodukten nicht in der nachgefragten Menge zur Verfügung steht. Schwierigkeiten gibt es nicht nur bei Mikroprozessoren, auch einfache Steuerungselemente fehlen, genauso wie Stahl, Aluminium, Kupfer und andere Metalle, Kunststoffe und Verpackungsmaterialien oder auch Holz für die Bau- und Möbelindustrie. Ein wesentlicher Grund ist, dass viele Unternehmen in der Corona-Krise ihre Kapazitäten zurückgefahren haben und nun auf die wieder anspringende Nachfrage nur langsam reagieren können. Andere Ursachen wie Störungen im internationalen Frachtverkehr, die weiter anhaltenden Handelskonflikte oder einzelne Ereignisse wie die Waldbrände in Kalifornien spielen ebenfalls eine Rolle.

    Die Lieferengpässe wirken sich unterschiedlich auf den Mittelstand aus.

    • Am häufigsten verzeichnen kleine und mittlere Unternehmen einen erhöhten Arbeitsaufwand in der Beschaffung (29 %).
    • Zu Beeinträchtigungen in der Produktion oder Dienstleistungserstellung wegen fehlender Rohstoffe oder Vorprodukte kommt es bei etwa jedem vierten Mittelständler (28 %). Das Verarbeitende Gewerbe leidet hierunter am stärksten (56 %).
    • Ebenfalls jedes vierte Unternehmen (26 %) sieht sich gezwungen, infolge gestiegener Preise für Rohstoffe und Vorprodukte die Preise für seine eigenen Produkte oder Dienstleistungen anzupassen. Am häufigsten kommt es zu Preiserhöhungen in der Baubranche (61 %).
    • Etwa 25 % aller Mittelständler sind gegenwärtig aufgrund der Engpässe im Lieferverzug gegenüber ihren Kunden. Jeder zehnte Mittelständler muss Aufträge sogar ablehnen, weil das benötigte Material fehlt. Insbesondere in der Bauindustrie, die Handwerksbetriebe vom Fensterbauer bis zu Dachdecker umfasst, ist dies ein Problem (21 %).
    • Zu Beschäftigungseinschnitten führen die Lieferengpässe bislang in erster Linie im Verarbeitenden Gewerbe. Hier hat nahezu jedes zehnte Unternehmen seine Beschäftigung zumindest temporär durch den Abbau von Überstunden, Urlaub oder auch das Instrument der Kurzarbeit reduziert.

    Eine schnelle Auflösung der Lieferengpässe erwartet der Mittelstand nicht. Nur 5 % der betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen gehen von einer Entspannung bis zum Jahresende 2021 aus. Der Großteil rechnet damit, dass die Schwierigkeiten noch ein halbes bis ganzes Jahr andauern. Fast jedes fünfte Unternehmen ist sogar überzeugt, dass sich die Situation frühestens in einem Jahr normalisiert haben wird.

    „Die Lieferengpässe legen den kleinen und mittleren Unternehmen enorme Steine auf ihren Weg aus der Corona-Krise“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Am stärksten belasten sie das Verarbeitende Gewerbe und die Bauindustrie, aber auch der Handel und Dienstleister leiden. Das nimmt der gerade wieder angesprungenen Konjunktur ihren Schwung.“ Das Wirtschaftswachstum dürfe in den nächsten Monaten abflachen, werde aber weiterhin positiv ausfallen. „Bis sich die Lieferengpässe auflösen, dürfte es dauern. Ich gehe aber davon aus, dass sich die Materialknappheit im Laufe der kommenden Monate zumindest etwas entschärft. Nachholeffekte können dann im kommenden Jahr einen Impuls für einen neuen Wachstumsschub geben“, so Köhler-Geib.

    Quelle: KfW

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  • Bei den Forschungs- und Entwicklungsausgaben liegt Deutschland im internationalen Vergleich im oberen Drittel; die Rahmenbedingungen für Innovationen verschlechtern sich aus Sicht der Unternehmen aber tendenziell. Helfen könnten lt. DIHK vor allem ein deutlicher Bürokratieabbau, die stärkere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft, eine Verstetigung der Forschungsförderung und der vermehrte Einsatz von Reallaboren.

    DIHK, Mitteilung vom 07.10.2021

    Mehr als 53 Millionen Geimpfte in Deutschland konnten in diesem Jahr die Bedeutung von Forschung und Innovation am eigenen Leib erfahren. Ohne die rasante Entwicklung der COVID-Impfstoffe wäre vermutlich noch heute ein fast wieder normales Leben mit der Pandemie nicht in Sicht – und ein wirtschaftlicher Erholungsprozess kaum möglich.

    Bereits in den Wahlprogrammen der Parteien haben Forschung und Entwicklung eine wichtige Rolle gespielt – das dürfte auch im Koalitionsvertrag seinen Niederschlag finden.

    Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben machen hierzulande zuletzt knapp 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus: Damit bewegt sich Deutschland international im oberen Drittel, jedoch hinter Ländern wie Israel und Südkorea. Im IHK-Unternehmensbarometer zur Bundestagswahl 2021 verschlechtert sich die Sicht der Unternehmen auf das Zukunftsfeld „Innovation und Forschung“ – zum dritten Mal in Folge. Mit einer Bewertung von 2,9 auf einer Skala von 1 bis 6 gibt es für den Standort Deutschland zwar eine befriedigende Einschätzung, aber seit einigen Jahren mit Tendenz nach unten.

    Zu viel Bürokratie als Hemmschuh für Innovationen

    Bürokratische Hürden rund um den Innovationsprozess sind ein zentrales Hemmnis für die Unternehmen – das zeigt der aktuelle DIHK-Innovationsreport 2020. Dazu zählt, neben komplexen Genehmigungsverfahren, kleinteiligen Produktvorschriften und zunehmenden regulatorischen Anforderungen, die Papierflut bei der Beantragung von Förderprogrammen.

    In der Corona-Krise gab es zuletzt bei einigen Programmen Raum für schlankere Verfahren und mehr Flexibilität: Benötigte Dokumente konnten etwa in elektronischer Form statt in Papierform übermittelt werden. Unternehmen und Partner durften Projekte bereits auf eigenes Risiko nach der Eingangsbestätigung des Förderantrags starten, anstatt mehrere Monate lang auf den Förderbescheid warten zu müssen. Zudem wurden Fördermittel in kürzeren Zeitabständen ausgezahlt.

    Diese Flexibilität sollte künftig Standard sein – und auf weitere Förderprogramme ausgeweitet werden. Insgesamt würde es der Wirtschaft helfen, wenn weitere Entschlackungen im Sinne eines „so viel wie nötig“ im Innovationsprozess ermöglicht würden. Das reicht von A wie Ausschreibungen bis Z wie Zulassungsverfahren.

    Mehr Ideen in die Praxis umsetzen …

    Kluge Köpfe sind das A und O, um Innovationen zu entwickeln – und Vorreiter bei Spitzentechnologien „made in Germany“ zu werden. Dafür ist die stärkere Vernetzung von Fachkräften aus der Wirtschaft untereinander und mit der Wissenschaft unumgänglich. Mehr Transfer aus der Forschung in die unternehmerische Praxis sollte auch in der neuen Legislaturperiode ein prioritäres Ziel sein – und zwar mit ausreichender finanzieller Unterstützung. Bewährte Förderinstrumente wie zum Beispiel das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM), „INNO-KOM“ oder „KMU-innovativ“, aber auch die steuerliche Forschungsförderung sollte die Politik verstetigen.

    … auch mit Hilfe von Reallaboren

    Reallabore oder Experimentierräume sind eine niederschwellige Möglichkeit für Unternehmen, Forschungsinstitute, Kommunen oder Verbände, neue Technologien oder Produkte innerhalb eines einfacheren Regulierungsrahmens voranzutreiben und in einer realen Umgebung zu erproben. Dazu zählen zum Beispiel realitätsnahe Tests bei autonomen Fahrzeugen, Drohnen oder auch telemedizinischen Anwendungen. Unter dem Strich entstehen neue, womöglich sogar disruptive Innovationen und innovationsfreundlichere Gesetze.

    Damit solche Testräume für Innovation und Regulierung flächendeckend und technologieoffen zum Einsatz kommen können, sollten ihnen auch künftig besonderes Augenmerk geschenkt werden. Ideen wie die Einrichtung eines One-Stop-Shops für Reallabore als zentraler Ansprechpartner oder ein verbindlicher Experimentierklausel-Check in der Gesetzgebung weisen in die richtige Richtung.

    Quelle: DIHK

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  • Im August 2021 sind die Exporte in Deutschland gegenüber Juli 2021 kalender- und saisonbereinigt um 1,2 % gesunken und die Importe um 3,5 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, lagen die Exporte kalender- und saisonbereinigt 0,5 % und die Importe 9,9 % höher als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.10.2021

    Exporte liegen 0,5 % über dem Vorkrisenniveau von Februar 2020

    Exporte, August 2021

    • 104,4 Milliarden Euro
    • -1,2 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
    • +14,4 % zum Vorjahresmonat

    Importe, August 2021

    • 93,8 Milliarden Euro
    • +3,5 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
    • +18,1 % zum Vorjahresmonat

    Außenhandelsbilanz, August 2021

    • 10,7 Milliarden Euro
    • 13,0 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

    Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, August 2021

    • 11,8 Milliarden Euro

    Im August 2021 sind die Exporte in Deutschland gegenüber Juli 2021 kalender- und saisonbereinigt um 1,2 % gesunken und die Importe um 3,5 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, lagen die Exporte kalender- und saisonbereinigt 0,5 % und die Importe 9,9 % höher als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

    Im August 2021 wurden Waren im Wert von 104,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 93,8 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2020 stiegen die Exporte im August 2021 damit um 14,4 % sowie die Importe um 18,1 %.

    Die Außenhandelsbilanz schloss im August 2021 mit einem Überschuss von 10,7 Milliarden Euro ab. Im August 2020 hatte der Saldo der Außenhandelsbilanz 11,9 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im August 2021 bei 13,0 Milliarden Euro.

    Die Leistungsbilanz schloss unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel (+11,0 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-4,8 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+10,3 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-4,8 Milliarden Euro) im August 2021 mit einem Überschuss von 11,8 Milliarden Euro ab. Im August 2020 hatte die Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 16,7 Milliarden Euro ausgewiesen.

    Außenhandel mit EU-Staaten

    In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im August 2021 Waren im Wert von 55,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 47,0 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber August 2020 stiegen die Exporte in die EU-Staaten um 15,7 % und die Importe aus diesen Staaten um 11,2 %. In die Staaten der Eurozone wurden im August 2021 Waren im Wert von 37,8 Milliarden Euro (+16,9 %) exportiert und Waren im Wert von 32,4 Milliarden Euro (+13,5 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im August 2021 Waren im Wert von 17,9 Milliarden Euro (+13,2 %) exportiert und Waren im Wert von 14,6 Milliarden Euro (+6,3 %) von dort importiert.

    Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

    In die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) wurden im August 2021 Waren im Wert von 48,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 46,8 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber August 2020 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 13,1 % und die Importe von dort um 25,9 % zu.

    Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich

    Die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken im August 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,1 % auf 4,8 Milliarden Euro. Die deutschen Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 7,9 % auf 2,3 Milliarden Euro ab.

    Am 1. Januar 2021 trat der zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ausgehandelte Partnerschaftsvertrag vorläufig in Kraft. Mit dem Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion ist der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU endgültig vollzogen. Weitere Informationen zum Brexit sowie eine Auswahl statistischer Indikatoren, bei denen von einem Einfluss des Brexits auszugehen ist, bietet der „Brexit-Monitor“ des Statistischen Bundesamtes.

    Außenhandel mit weiteren ausgewählten Staaten

    Im August 2021 stiegen die Exporte in die Volksrepublik China gegenüber August 2020 um 4,4 % auf 7,6 Milliarden Euro. Die Exporte in die Vereinigten Staaten nahmen um 22,4 % auf 9,4 Milliarden Euro zu.

    Die meisten Importe kamen im August 2021 aus der Volksrepublik China nach Deutschland. Von dort wurden Waren im Wert von 11,4 Milliarden Euro eingeführt

    (+20,4 % zum Vorjahresmonat). Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen im August 2021 um 12,3 % auf einen Wert von 6,3 Milliarden Euro.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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  • Die Anzahl an gewerblichen Existenzgründungen hat sich lt. IfM Bonn zwischen 2003 (507.000) und 2019 (266.000) in Deutschland nahezu halbiert. Entsprechend ist auch die durchschnittliche Existenzgründungsintensität von 92 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige (2003) auf 47 (2019) gesunken.

    IfM Bonn, Pressemitteilung vom 06.10.2021

    IfM Bonn: In 5 Landkreisen und Städten weiteten sich jedoch entgegen dem Trend die Gründungsaktivitäten aus

    Die Anzahl an gewerblichen Existenzgründungen hat sich zwischen 2003 (507.000) und 2019 (266.000) in Deutschland nahezu halbiert. Entsprechend ist auch die durchschnittliche Existenzgründungsintensität von 92 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige (2003) auf 47 (2019) gesunken.

    Allerdings hat sich das Existenzgründungsgeschehen auf Kreisebene durchaus unterschiedlich entwickelt. Das lässt sich anhand der durchschnittlichen jährlichen Änderungsrate der Gründungsintensität in den 401 Kreisen und kreisfreien Städten aufzeigen: Im Durchschnitt der Regionen sank diese jährlich um 4,3 %. „Gleichwohl konnten wir in fünf Regionen eine positive Entwicklung der jährlichen Änderungsrate beobachten: In den Landkreisen Görlitz, Marburg-Biedenkopf und Teltow-Fläming sowie in den Städten Leverkusen und Mülheim an der Ruhr“, berichtet Projektleiterin Dr. Rosemarie Kay. „Insgesamt hat sich die Gründungsintensität in rund 40 % der Kreise besser entwickelt als der Durchschnitt.“

    Regionale Unterschiede haben sich verstärkt

    Im Jahr 2003 bestanden erhebliche regionale Unterschiede in den Gründungsaktivitäten. Die Spannweite der Gründungsintensität reichte von 50 bis 162 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige. Diese regionalen Unterschiede haben sich im Zeitverlauf nicht verringert, sondern eher verstärkt. Der sogenannte Variationskoeffizient (Standardabweichung/Mittelwert) ist von 0,19 im Jahr 2003 auf 0,32 im Jahr 2019 gestiegen.

    Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn hat im Jahr 2019 begonnen, eine Datenbank zu den regionalen Gründungsökosystemen aufzubauen, auf Basis derer Erkenntnisse zu den Gründungsaktivitäten und ihren möglichen Einflussfaktoren gewonnen werden sollen. Aktuell werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 auf das Existenzgründungsgeschehen in den Kreisen und kreisfreien Städten untersucht.

    Quelle: IfM Bonn

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  • Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im August gegenüber dem Vormonat um 4,0 % gesunken. Dabei verringerte sich die Herstellung der Industrie um 4,7 %, vom Baugewerbe wurde ein Minus von 3,1 % gemeldet.

    BMWi, Pressemitteilung vom 07.10.2021

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im August gegenüber dem Vormonat um 4,0 % gesunken. Dabei verringerte sich die Herstellung der Industrie um 4,7 %, vom Baugewerbe wurde ein Minus von 3,1 % gemeldet.

    Im Zweimonatsvergleich Juli/August gegenüber Mai/Juni kam es zu einem Produktionsrückgang im Produzierenden Gewerbe von 1,1 %. Während der Ausstoß in der Industrie in diesem Zeitraum um 1,3 % abnahm, blieb er im Baugewerbe unverändert.

    Nach einem freundlichen Start ins dritte Quartal ist es im August zu einem spürbaren Rückgang der Industrieproduktion gekommen. Der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile fuhr seinen Ausstoß kräftig um 17,5 % zurück. Auch der ähnlich gewichtige Maschinenbau meldete ein Minus von 6,3 %. Die Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten erwiesen sich als gravierender als bislang angenommen. Bei der Automobilindustrie dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass bei einigen Herstellern die Betriebsferien dieses Jahr in den August gefallen sind. Der Ausblick für die Industriekonjunktur insgesamt hat sich somit zuletzt zwar etwas eingetrübt, bleibt aber für die kommenden Monate angesichts einer nach wie vor hohen Nachfrage verhalten optimistisch. Der Ausstoß im Baugewerbe lag weiterhin auf hohem Niveau.

    Quelle: BMWi

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  • Wie das BMWi mitteilt, gingen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im August gegenüber dem Vormonat um 7,7 % zurück, nachdem im Juni und Juli Zuwächse um 4,6 % bzw. 4,9 % gemeldet worden waren.

    BMWi, Pressemitteilung vom 06.10.2021

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im August gegenüber dem Vormonat um 7,7 % zurück, nachdem im Juni und Juli Zuwächse um 4,6 % bzw. 4,9 % gemeldet worden waren. Die Nachfrage nach Investitionsgütern verzeichnete mit -11,1 % die stärkste Abnahme. Die Bestellungen von Vorleistungs- und Konsumgütern verringerten sich um 2,8 % bzw. 2,7 %. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen ging das Ordervolumen um 5,1 % zurück.

    Im Zweimonatsvergleich Juli/August gegenüber Mai/Juni ergab sich ein Auftragsplus in Höhe von 3,1 %. Bereinigt um Großaufträge kam es hingegen zu einem Rückgang um 1,3 %.

    Nach einem Aufwärtstrend seit Beginn des Jahres haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zuletzt kräftig verringert. Maßgeblich hierfür war eine schwache Auslandsnachfrage (-9,5 %), insbesondere aus dem Nicht-Euroraum (-15,2 %). Die inländische Nachfrage war aber auch rückläufig (-5,2 %). Im gewichtigen Kfz-Bereich betrug das Auftragsminus 12,0 %, während es sich im ebenfalls gewichtigen Maschinenbau in Grenzen hielt (-1,0 %). Eine Rolle bei der jüngsten Nachfrageschwäche dürften zum einen Großaufträge im Vormonat gespielt haben sowie zum anderen der Umstand, dass dieses Jahr bei einigen Automobilbauern die Betriebsferien in den August gefallen sind. Insgesamt lagen die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe immer noch auf hohem Niveau und verzeichneten beachtliche Zuwächse sowohl gegenüber dem Vorkrisenmonat Februar 2020 als auch gegenüber Januar 2021 (rund +8 ½ % bzw. +4 %).

    Quelle: BMWi

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  • Auf den deutschen Baustellen fehlt immer mehr ausgebildetes Personal. Das hat eine Umfrage des ifo Instituts ergeben.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 06.10.2021

    Auf den deutschen Baustellen fehlt immer mehr ausgebildetes Personal. Das hat eine Umfrage des ifo Instituts ergeben. Im Hochbau hatten im September 33,5 Prozent der Betriebe Probleme, Fachkräfte zu finden. Im Tiefbau klagten sogar 37,9 Prozent der Betriebe über einen Mangel an geeigneten Bewerbern.

    Im Vormonat hatte der Anteil im Hochbau noch bei 3,5 Prozentpunkte niedriger gelegen, im Tiefbau 1,4 Prozentpunkte niedriger. „Neben Materialengpässen wird auch der Fachkräftemangel immer mehr zum Problem für die Bauwirtschaft. Und das bei vollen Auftragsbüchern“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss. Die Betriebe sorgten sich um die Altersstruktur ihrer Belegschaft und um das zu geringe gesellschaftliche Ansehen des Handwerks. „Trotz wieder steigender Ausbildungszahlen hat der Bau ernste Nachwuchssorgen“, ergänzt Leiss.

    Quelle: ifo Institut

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  • Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten stark von der Globalisierung profitiert. Entsprechend hoch ist die Bedeutung des Auslandsgeschäfts sowohl für die direkt exportierenden Unternehmen als auch für deren Zulieferer, die häufig aus dem Mittelstand kommen. In der Gesamtbetrachtung hingen im Jahr 2019 lt. KfW rund 28 % aller Arbeitsplätze (rund 12,6 Mio. Erwerbstätige) hierzulande und 31 % der Bruttowertschöpfung (knapp 1.000 Mrd. Euro) direkt oder indirekt vom Export ab.

    KfW, Pressemitteilung vom 05.10.2021

    • 28 % der Arbeitsplätze und 31 % der Bruttowertschöpfung hängen vom Export ab
    • Neue Studie von Prognos für KfW Research analysiert mögliche Zukunftsszenarien
    • Verlässliche Rahmensetzung durch die Wirtschaftspolitik nötig

    Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten stark von der Globalisierung profitiert. Entsprechend hoch ist die Bedeutung des Auslandsgeschäfts sowohl für die direkt exportierenden Unternehmen als auch für deren Zulieferer, die häufig aus dem Mittelstand kommen. In der Gesamtbetrachtung hingen im Jahr 2019 rund 28 % aller Arbeitsplätze (rund 12,6 Millionen Erwerbstätige) hierzulande und 31 % der Bruttowertschöpfung (knapp 1.000 Milliarden Euro) direkt oder indirekt vom Export ab. Das zeigt eine von KfW Research in Auftrag gegebene und von Prognos durchgeführte Studie zur Zukunft der Globalisierung und den Wachstumsperspektiven deutscher Unternehmen.

    Wie groß die Bedeutung der Globalisierung für den Wohlstand in Deutschland ist, verdeutlicht der Blick auf deren Einfluss auf das Wirtschaftswachstum seit der Wiedervereinigung: Zwischen 1990 und 2018 wuchs das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Deutschland im Durchschnitt jährlich um rd. 1,4 %. Rund 0,3 Prozentpunkte davon gehen auf die verstärkte wirtschaftliche, soziale und politische Integration Deutschlands in die Weltwirtschaft zurück. Der internationale Handel mit Waren und Dienstleistungen ist dabei ein wesentlicher Aspekt der Globalisierung, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe. Im Fahrzeugbau, im Maschinenbau, in der Pharma- und Chemieindustrie aber auch in der Elektronikindustrie werden weit mehr als die Hälfte der Gesamtumsätze im Ausland erzielt.

    In welchem Umfang die Exportstärke, die in den vergangenen Jahren einer der Erfolgsfaktoren des deutschen Wirtschaftsmodells war, auch künftig ein Treiber des Wachstums sein kann, ist offen. Die Zukunft der Globalisierung und des internationalen Handels scheint unsicher – nicht zuletzt auch, weil die Corona-Krise längerfristige Veränderungen in der Handelspolitik und den Handelsbeziehungen der Unternehmen bewirken kann. Die aktuelle Analyse von Prognos für KfW Research analysiert die Auswirkungen mehrerer möglicher Entwicklungspfade der Globalisierung auf Wachstum, Wertschöpfung und Erwerbstätigkeit in Deutschland in den nächsten zehn Jahren. In einem Szenario, in dem sich die Globalisierung so langsam fortsetzt wie seit 2010, würde das reale BIP zwischen 2023 und 2030 durchschnittlich um 1,1 % pro Jahr wachsen. Dies erscheint wahrscheinlicher als eine umfassende Deglobalisierung oder ein erneuter Globalisierungsschub, wie er in den 1990er und 2000er Jahren zu beobachten war. Denn die protektionistischen Tendenzen der letzten Jahre und die als geschwächt geltende Welthandelsorganisation erschweren die weitere Integration der Weltwirtschaft und die internationalen Wertschöpfungsketten müssen die Corona-Krise verarbeiten, auch wenn die Vorteile internationaler Arbeitsteilung nach wie vor vorhanden sind.

    „Es spricht einiges dafür, dass die Globalisierung nach Überwindung der Corona-Krise in langsamem Tempo voranschreitet. Die Unternehmen sind gut beraten, sich mit einer solchen möglichen Entwicklung auseinanderzusetzen – und über alternative Wachstumsstrategien nachzudenken“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Die aktuelle Analyse von Prognos für KfW Research zeigt dabei drei Möglichkeiten auf, um Exportstrategien anzupassen und neue Absatzpotenziale zu erschließen:

    • Stärkere Fokussierung auf die Binnennachfrage in Deutschland. Wachstumschancen ergeben sich hier vor allem aus den Megatrends demografischer Wandel, Digitalisierung sowie Klima- und Umweltschutz.
    • Entwicklung neuer, innovativer Exportprodukte oder -dienstleistungen. Die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmende Bedeutung von Klima- sowie Umweltschutz dürften auch international wichtige Impulse setzen. Schon heute ist Deutschland zweitgrößter Exporteur von Klima- und Umweltschutztechnologien.
    • Erschließung neuer, vielversprechender Exportmärkte. Jenseits der bisherigen Absatzmärkte in Europa, Nordamerika und Ostasien bieten einige Schwellen- und Entwicklungsländer Chancen.

    Neben der Wirtschaft kann und muss auch die Politik ihren Beitrag für die Gestaltung der künftigen Globalisierung leisten. „Es gilt, verlässliche außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen sicherzustellen und zu einem stärker regelbasierten Handelssystem zurückzukehren. Der Abschluss neuer Handelsabkommen mit wachstumsstarken Schwellen- und Entwicklungsländern, eine weitere Liberalisierung des Dienstleistungshandels und die Schaffung eines digitalen EU-Binnenmarktes können wesentlich zu einer Stärkung des internationalen Handels beitragen,“ so Dr. Fritzi Köhler-Geib.

    Quelle: KfW

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  • Mit dem dritten Rückgang in Folge schwenkt das Geschäftsklima der mittelständischen Unternehmen in Deutschland im September auf einen Abwärtstrend ein. Nach einem Minus von 1,7 Zählern erreicht es mit 5,3 Saldenpunkten nur noch ein leicht überdurchschnittliches Niveau. Beide Komponenten des Indikators verschlechtern sich, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Die Geschäftserwartungen sinken um 2,0 Zählern auf -0,9 Saldenpunkte und liegen damit leicht unter der Nulllinie, die für den langfristigen Mittelwert steht. Zum ersten Mal seit Januar sinken aber auch die Geschäftslageurteile.

    KfW, Pressemitteilung vom 04.10.2021

    • Dritter Rückgang in Folge
    • Geschäftslage erstmals seit Januar schwächer, Erwartungen im Abwärtstrend
    • Wirtschaftswachstum flacht ab, bleibt aber positiv

    Mit dem dritten Rückgang in Folge schwenkt das Geschäftsklima der mittelständischen Unternehmen in Deutschland im September auf einen Abwärtstrend ein. Nach einem Minus von 1,7 Zählern erreicht es mit 5,3 Saldenpunkten nur noch ein leicht überdurchschnittliches Niveau. Beide Komponenten des Indikators verschlechtern sich, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Die Geschäftserwartungen sinken um 2,0 Zählern auf -0,9 Saldenpunkte und liegen damit leicht unter der Nulllinie, die für den langfristigen Mittelwert steht. Zum ersten Mal seit Januar sinken aber auch die Geschäftslageurteile, und zwar um 1,4 Zähler auf 11,9 Saldenpunkte.

    Das Geschäftsklima der Großunternehmen fällt im September in ähnlichem Ausmaß wie im Mittelstand (-1,6 Zähler auf 5,9 Saldenpunkte). Ursächlich sind hier allerdings allein schlechtere Lageurteile (-3,6 auf 12,5 Saldenpunkte). Die Geschäftserwartungen verharren bei -0,6 Saldenpunkten.

    Vor allem das Verarbeitende Gewerbe zieht derzeit die Stimmung in der Wirtschaft nach unten. Bei stabil guten Exporterwartungen und einer hohen Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten ist es die Produktion, die nicht hinterherkommt und das Geschäftsklima belastet. Der Hemmschuh bleiben dabei die zahlreichen Engpässe bei Materialien, Vorprodukten und Lieferkapazitäten. Das gilt insbesondere für die mittelständische Industrie, deren Geschäftsklima im September um 7,8 Zähler auf nur noch 7,0 Saldenpunkte abstürzt. Nach sehr hohen Werten in den Vormonaten geben hier die Lageurteile deutlich nach. Vor allem aber verschlechtern sich die Geschäftserwartungen rasant und sind im September sogar leicht unterdurchschnittlich.

    Viel besser als die Industrie entwickeln sich hingegen andere Branchen, allen voran der Bau. Obwohl auch hier schon seit Jahresbeginn rekordhohe Angebotsengpässe vorherrschen, legt das Geschäftsklima im mittelständischen Bauhauptgewerbe seit einigen Monaten beständig zu und macht auch im September ein deutlichen Satz nach oben (+4,0 Zähler auf 17,7 Punkte). Lichtblicke gibt es zudem im mittelständischen Dienstleistungssegment, dessen Geschäftsklima um 1,2 Zähler auf 3,2 Saldenpunkte zunimmt. Im mittelständischen Einzelhandel stagniert das Geschäftsklima dagegen aktuell bei soliden 8,2 Punkten. Im noch stärker mit der Industrie verbundenen mittelständischen Großhandel dürften ebenfalls Angebotsengpässe für den Stimmungsrückgang (-1,1 Zähler auf 9,3 Saldenpunkte) verantwortlich sein.

    „Die letzten Meter sind die schwersten. Das gilt wohl auch für den Weg des deutschen Mittelstands aus der Corona-Krise, wie die aktuelle Stimmungseintrübung bei den kleinen und mittleren Unternehmen belegt“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Vor allem Engpässe bei Materialien, Vorprodukten und Frachtkapazitäten bremsen die Produktion schon seit Monaten und könnten auch zunehmend den Handel belasten. Wann es angebotsseitig zu einer Besserung kommt, ist indes aufgrund der Vielfalt der Störfaktoren nur schwer abzuschätzen.“ Die Dienstleistungsunternehmen achteten dagegen vor allem auf die Infektionszahlen, die im Befragungszeitraum rückläufig waren. Auch wenn die Infektionszahlen im Herbst voraussichtlich stiegen, blieben pauschale Shutdowns mit dem Einsatz von Impfnachweisen, Tests und Masken unwahrscheinlich. „Alles in allem dürfte das gesamtwirtschaftliche Wachstum in den nächsten Monaten zwar abflachen, aber weiterhin positiv ausfallen. Mit der aufgestauten Nachfrage im Verarbeitenden Gewerbe gibt es außerdem Potenzial für einen Wachstumsschub, sobald sich die gegenwärtigen Angebotsengpässe graduell bessern. Voraussichtlich wird das allerdings erst im Lauf des kommenden Jahres der Fall sein“, so Köhler-Geib.

    Quelle: KfW

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  • Immer weniger Menschen sind lt. ifo Institut in Kurzarbeit, allerdings hat sich dieser Rückgang im September verlangsamt. 610.000 Menschen waren noch in Kurzarbeit, nach 694.000 im August. Im Juli waren es 1,07 Mio.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 05.10.2021

    Immer weniger Menschen sind in Kurzarbeit, allerdings hat sich dieser Rückgang im September verlangsamt. 610.000 Menschen waren noch in Kurzarbeit, nach 694.000* im August. Im Juli waren es 1,07* Millionen. Das sind 1,8 Prozent der abhängig Beschäftigten nach 2,1* Prozent im August und 3,2* im Juli. Das schätzt das ifo Institut auf der Grundlage seiner Konjunkturumfrage und von Daten der Bundesagentur für Arbeit.

    „Einen kleinen Anstieg der Kurzarbeitszahlen sehen wir dagegen in der Industrie, von 250.000 auf 260.000 Beschäftigte oder von 3,6* auf 3,7 Prozent. Insbesondere die Autobranche und die Metallerzeugung haben die Kurzarbeit erhöht, offenbar wegen der Lieferprobleme bei Vorprodukten“, sagt ifo-Umfrageexperte Stefan Sauer. In der Autobranche stieg die Zahl von 26.000* auf 34.000, das sind nun 3,6* Prozent nach 2,8 Prozent der Beschäftigten. In der Metallerzeugung von 3.000* auf 6.000, das sind nun 2,1 Prozent nach 1,1* Prozent. Im Druckgewerbe sind jetzt noch 6,3 Prozent nach 10,0* Prozent in Kurzarbeit, was 8.000 Beschäftigten entspricht.

    Die stärksten Rückgänge gab es im Gastgewerbe. Hier sind aktuell 5,5 Prozent oder 58.000 Beschäftigte in Kurzarbeit, im Vormonat waren es noch 7,6* Prozent. Im Einzelhandel sank die Kurzarbeit von 1,0* auf 0,9 Prozent, was dort 21.000 Beschäftigte bedeutet, im Großhandel von 1,7* auf 1,1 Prozent oder 15.000 Beschäftigte.

    Fußnote

    * Korrigierter Wert

    Quelle: ifo Institut

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  • Die Lage der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer hat sich im September empfindlich abgekühlt. Der entsprechende ifo-Wert stürzte von 32,0 auf 13,2 Punkte.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.10.2021

    Die Lage der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer hat sich im September empfindlich abgekühlt. Der entsprechende ifo-Wert stürzte von 32,0 auf 13,2 Punkte. Im Juli waren es noch 52,9 Punkte. „Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Autobranche die am stärksten von Lieferengpässen mit Vorprodukten betroffene Branche ist“, sagt Oliver Falck, der Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

    Positive Impulse kommen einzig aus dem Ausland: Die Exporterwartungen haben sich deutlich verbessert. Der Indikator stieg auf 34,5 Punkte, nach 17,0 im August. Das kann sich positiv auf die Produktionserwartungen auswirken. Der Wert stieg von 35,4 auf 37,4 Punkte. „Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unsicherheit vieler Konsumenten in China durch die Krise des Immobilienentwicklers Evergrande auf die Stimmung der deutschen Autobauer drückt, die inzwischen mehr Autos in China produzieren als in Deutschland“, sagt Falck.

    Die Situation im Inland bleibt kritisch: Der Auftragsbestand fiel auf 5,3 Punkte, nach 17,1 im August. Im Juli wurde der Bestand noch mit guten 52,5 Punkten bewertet. Die Nachfrage ist erstmals seit Mai 2020 wieder rückläufig. Der Wert fiel von 1,7 auf minus 15,7 Punkte. Entlang der Lieferkette bewerteten die Unternehmen den Fertigwarenlagerbestand als zu groß.

    Quelle: ifo Institut

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  • Wie sehen die Betriebe hierzulande den Standort Deutschland, und welche vordringlichen Aufgaben schreiben sie der künftigen Bundesregierung auf die Agenda? Das IHK-Unternehmensbarometer zur Bundestagswahl 2021 zeigt, dass sich die Bewertung der Rahmenbedingungen in den vergangenen vier Jahren nochmals verschlechtert hat – und das in einer Zeit, in der wirtschaftliche Veränderungen große Investitionen bei den Unternehmen erfordern.

    DIHK, Mitteilung vom 30.09.2021

    Die deutschen Unternehmen erwarten von der künftigen Bundesregierung deutlich mehr Tempo und ein besseres Umfeld für ihre erforderlichen Investitionen – so das Fazit des „IHK-Unternehmensbarometers zur Bundestagswahl 2021“ bei rund 3.500 Betrieben aller Branchen und Regionen. Insgesamt fällt die Bewertung des Wirtschaftsstandortes schlechter aus als vor vier Jahren. Dazu beigetragen hat auch die Corona-Pandemie, in der die Betriebe vieles aufgefangen, jedoch gute Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln oftmals vermisst haben. Richtschnur für den neuen Koalitionsvertrag sollte deshalb sein, private und öffentliche Investitionen zu fördern.

    Standortdefizite vor allem bei Bürokratie

    Auf einer Skala von 1 bis 6 bildet die Bürokratie mit einer Durchschnittsbewertung von 4,8 das Schlusslicht bei den Standortfaktoren. Viele Unternehmen haben nicht die Ressourcen, um eine wachsende Zahl an komplexen und sich wiederholenden Melde-, Berichts- und Dokumentationspflichten, in der Regel im Papierformat, zu erfüllen.

    Ähnlich unzufrieden sind die Betriebe mit den Strom- und Energiekosten in Deutschland (4,5). Bei den gewerblichen Strompreisen liegt der Standort an der Spitze im europäischen Vergleich. Die nationale Sonder-CO2-Bepreisung fossiler Brennstoffe treibt die Energiekosten vieler Industrieunternehmen weiter in die Höhe und belastet deren Wettbewerbsfähigkeit auch innerhalb Europas.

    Auch beim Thema Digitalisierung sehen die Unternehmen enormen Verbesserungsbedarf (4,3). Der Infrastrukturausbau schreitet in Deutschland zwar voran, muss aber besser mit den zunehmenden Digitalisierungserfordernissen der Unternehmen mitwachsen. Nach wie vor eher positiv schätzen die Betriebe die duale Berufliche Bildung, die Rechtssicherheit in Deutschland sowie die Situation bei Forschung und Innovation ein.

    Kernaufgaben für die Zukunft

    Für die neue Bundesregierung sollte aus Sicht der Unternehmen Priorität haben, die Digitalisierung voranzutreiben – 61 Prozent der Befragten sehen hier einen vorrangigen Handlungsbedarf. Die Corona-Pandemie hat den Transformationsdruck für die Betriebe erheblich verstärkt. Es fehlt jedoch an grundlegenden Rahmenbedingungen, damit die Unternehmen die Potenziale der Digitalisierung voll ausschöpfen können: Eine moderne digitale Infrastruktur, also Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude hinein, ist dafür eine entscheidende Voraussetzung. Ebenfalls weit oben auf die Agenda gehört für die Betriebe eine Verbesserung und Beschleunigung von Verwaltungsleistungen (41 Prozent).

    Das enorme Entlastungs- und Modernisierungspotenzial, das digitale Angebote und Lösungen für Gesetzgebung und Verwaltung eröffnen, wird bislang nicht genutzt. Hier bedarf es nicht zuletzt eines unternehmensorientierten einheitlichen Zugangs zu digitalen Verwaltungsleistungen. Zu den wichtigsten fünf Unternehmensthemen für die neue Bundesregierung gehören weiter: „Klimapolitik investitionssicher und wettbewerbsfähig gestalten“ (39 Prozent), „Staatliche Belastung des Strompreises reduzieren“ (31 Prozent) sowie „Unternehmensbesteuerung modernisieren“ (33 Prozent).

    Investitionen als Schlüssel für nachhaltiges Wachstum

    Neun von zehn Unternehmen stimmen der Aussage zu, dass es einen massiven Investitionsbedarf sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich gibt. Im Corona-Jahr 2020 haben die Betriebe ihre Ausrüstungsinvestitionen deutlich reduziert, und sie bleiben auch weiterhin zurückhaltend – in einer Zeit, in der wirtschaftliche Veränderungen bei den Unternehmen den Einsatz erheblicher Mittel erfordern. Gerade jetzt müssen bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das Vertrauen in den Standort Deutschland zu stärken und Investitionen zu ermöglichen – damit die deutsche Wirtschaft nachhaltig wachsen und in eine positive Zukunft blicken kann.

    Ausführlichere Informationen zum Unternehmensbarometer finden Sie hier.

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  • Die Corona-Krise hat sich auf die Wirtschaft in Ost- und Westdeutschland ähnlich gravierend ausgewirkt. Zwar gab es in einzelnen Branchen und Wirtschaftszweigen durchaus regionale Unterschiede, insgesamt zeigt sich jedoch ein vergleichsweise einheitliches Bild, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 01.10.2021

    • Gastgewerbe: Starke Umsatzeinbußen in Ost und West im 1. Jahr der Pandemie, Erholung seither nur im Westen
    • Verarbeitendes Gewerbe: Coronabedingte Umsatzeinbrüche fallen im Westen deutlicher aus
    • Bauhauptgewerbe: Rohstoffmangel bremste zuletzt Konjunktur in Ost und West
    • Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 geht in ostdeutschen Ländern weniger zurück

    Die Corona-Krise hat sich auf die Wirtschaft in Ost- und Westdeutschland ähnlich gravierend ausgewirkt. Zwar gab es in einzelnen Branchen und Wirtschaftszweigen durchaus regionale Unterschiede, insgesamt zeigt sich jedoch ein vergleichsweise einheitliches Bild, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am 3. Oktober mitteilt. Aufgrund bestehender struktureller Unterschiede zwischen Ost und West zeigten sich allerdings Abweichungen bei der Wirtschaftsleistung der jeweiligen Bundesländer im Jahr 2020.

    Die stärksten Umsatzeinbußen hatte in Ost wie West das von den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie besonders betroffene Gastgewerbe zu verzeichnen: Hier gingen die nominalen Umsätze in den ersten 12 Monaten nach Ausbruch der Pandemie – also von März 2020 bis Februar 2021 – gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte zurück. Auch in den darauffolgenden Monaten verbesserte sich die Lage im Gastgewerbe kaum, allerdings zeigte sich bei den Umsätzen in Westdeutschland von März bis Juli 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine leichte Erholung (+1,7 %), während sie im Osten noch stärker einbrachen (-7,5 %).

    Im Verarbeitenden Gewerbe zeigte sich in Ost und West von März bis Juli 2021 eine starke Erholung: Die nominalen Umsätze lagen 22,1 % (Ost) beziehungsweise 23,0 % (West) über denen des Vorjahreszeitraums, der größtenteils vom ersten Lockdown überschattet war, – und damit jeweils nahezu auf Vorkrisenniveau. In den ersten 12 Monaten der Pandemie war der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe in den westdeutschen Ländern mit einem Minus von 9,9 % stärker eingebrochen als im Osten (-5,7 %). Das Bauhauptgewerbe insgesamt verzeichnete seit Ausbruch der Pandemie keine Umsatzeinbrüche. Allerdings bremste der unter anderem durch Corona-Effekte hervorgerufene Rohstoffmangel die Konjunktur von März bis Juli 2021: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es in Ost (+1,1 %) wie West (+ 1,4 %) nur geringe Umsatzzuwächse.

    Verarbeitendes Gewerbe: Branchen in Ost und West ähnlich stark betroffen

    Der Industriesektor ist im Westen Deutschlands stärker ausgeprägt als im Osten. In den westdeutschen Ländern war die Automobilherstellung als bedeutsamste Industriebranche in den knapp anderthalb Jahren seit Beginn der Krise den stärksten Schwankungen unterworfen. In der Automobilbranche gingen die nominalen Umsätze in den 12 Monaten nach Ausbruch der Pandemie gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,8 % zurück. Von März bis Juli 2021 folgte ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte (+43,0 %), das Vorkrisenniveau war damit allerdings noch nicht erreicht. Hohe Umsatzeinbußen verzeichneten im ersten Krisenjahr auch der Maschinenbau (-10,9 %) sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung (-9,1 %). Von der wirtschaftlichen Erholung seither profitierte vor allem die Metallbranche: Die Umsätze in der Metallerzeugung und -bearbeitung legten von März bis Juli 2021 um 41,3 % % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

    In den ostdeutschen Bundesländern fiel der coronabedingte Umsatzeinbruch von März 2020 bis Februar 2021 im Maschinenbau (-12,8 % gegenüber Vorjahreszeitraum) und bei der Herstellung von Metallerzeugnissen (-11,6 %) besonders hoch aus. Dagegen konnten die ostdeutschen Hersteller von elektrischen Ausrüstungen im Gegensatz zu jenen in Westdeutschland ihre Umsätze steigern – um 7,8 %. Von der wirtschaftlichen Erholung in den Folgemonaten des Jahres 2021 profitierte im Osten Deutschlands – ähnlich wie im Westen – vor allem die Automobilindustrie (+69,1 % gegenüber März bis Juli 2020) und die Metallerzeugung und -verarbeitung (+54,5 %). Die nominalen Umsätze lagen hier über dem Vorkrisenniveau.

    Bauwirtschaft: Positive Entwicklung im Westen etwas stärker

    Das Baugewerbe spielt für die Wirtschaft in Ostdeutschland eine etwas größere Rolle als für den Westen. Gerade dort kam allerdings die insgesamt positive Entwicklung der Branche nach Ausbruch der Pandemie weniger zum Tragen: In den ersten 12 Monaten der Krise nahmen die nominalen Umsätze in Ostdeutschland um 0,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, in den westdeutschen Ländern dagegen um 4,4 %. Größere Unterschiede gab es vor allem beim Wohnungsbau (+2,1 % im Osten, +8,2 % im Westen) sowie beim gewerblichen Tiefbau (-2,7 % im Osten, +11,4 % im Westen).

    Gastronomie und Beherbergung: Erholung im Westen, Einbußen im Osten

    Die coronabedingten Einschränkungen sorgten im Gastgewerbe im ersten Jahr der Pandemie bundesweit für deutliche Umsatzeinbrüche. Diese fielen sowohl mit Blick auf die Gastronomie als auch mit Blick auf die Beherbergungsbetriebe in Ost und West ähnlich deutlich aus. Von März 2020 bis Februar 2021 verzeichneten die Gastronomen in Ostdeutschland um 40,1 % geringere Umsätze als im Vorjahreszeitraum (Westdeutschland -43,8 %); die Beherbergungsbetriebe verbuchten in den ostdeutschen Ländern mit 52,6 % ein leicht geringeres Umsatzminus als jene in den westdeutschen Ländern (-58,1 %). Während sich in den darauffolgenden Monaten jedoch in den westdeutschen Ländern eine leichte Erholung abzeichnete, gingen die Umsätze im Osten Deutschlands weiter zurück: So mussten die Beherbergungsbetriebe in Ostdeutschland von März bis Juli 2021 ein Umsatzminus von 14,6 % gegenüber dem bereits von der Pandemie überschatteten Vorjahreszeitraum hinnehmen (Westdeutschland: +0,9 %). In der Gastronomie in Ostdeutschland fiel das Minus gegenüber März bis Juli 2020 mit -3,6 % nicht ganz so hoch aus wie in den Beherbergungsbetrieben, im Westen war dagegen eine leichte Erholung von 2,0 % zu verzeichnen.

    Wirtschaftsleistung ging 2020 in ostdeutschen Ländern weniger stark zurück

    Aufgrund der strukturellen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bei den einzelnen Wirtschaftsbereichen wirkten sich die wirtschaftlichen Entwicklungen im Corona-Jahr 2020 unterschiedlich stark auf die ökonomische Gesamtleistung der Bundesländer aus. Beim preisbereinigten Bundesinlandsprodukt (BIP) fiel der Rückgang im Jahr 2020 gegenüber 2019 in den ostdeutschen Ländern (-3,8 %) geringer aus als im Westen (-5,1 %). Deutlich eingebrochen ist 2020 das Verarbeitende Gewerbe: Mit einem Minus der preisbereinigten Bruttowertschöpfung von 10,8 % war der Rückgang in den westdeutschen Bundesländern deutlich stärker als in den ostdeutschen Ländern (-7,4 %). Zudem ist der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Wirtschaftsleistung im Westen mit 20,9 % deutlich höher als im Osten (13,5 %).

    Nicht ganz so ausgeprägt ist der Ost-West-Unterschied der wirtschaftlichen Entwicklung 2020 in den Dienstleistungsbereichen, zu denen auch Handel und Gastgewerbe zählen. Aber auch hier ist der Rückgang 2020 gegenüber dem Vorjahr mit -4,4 % in den alten Bundesländern etwas stärker als in den neuen Ländern (-4,0 %). Der Anteil der Dienstleister an der Wertschöpfung insgesamt ist dabei im Westen mit 69,6 % niedriger als im Osten (73,9 %). Ein anderes Bild ergibt sich beim Baugewerbe, das relativ gut durch das Jahr 2020 kam. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung legte im Westen um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr zu, im Osten lag sie mit 0,8 % nur leicht über dem Vorjahresniveau. Mit 7,4 % ist der Anteil des Baugewerbes an der Wirtschaftsleistung in Ostdeutschland dabei etwas höher als in Westdeutschland.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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  • Mit Blick auf die Betroffenheit von Unternehmensinsolvenzen sind die einzelnen Bundesländer bisher unterschiedlich durch die Corona-Pandemie gekommen. Im Jahr 2020 war Bremen mit monatsdurchschnittlich 8,3 beantragten Unternehmensinsolvenzen pro 10.000 Unternehmen mit Abstand am stärksten betroffen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der bundesweite Durchschnitt der Insolvenzhäufigkeit für das Jahr 2020 bei 4,0, d. h. von 10.000 Unternehmen wurden durchschnittlich im Monat 4 Unternehmen insolvent.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 01.10.2021

    Große regionale Unterschiede bei der Insolvenzhäufigkeit

    Mit Blick auf die Betroffenheit von Unternehmensinsolvenzen sind die einzelnen Bundesländer bisher unterschiedlich durch die Corona-Pandemie gekommen. Im Jahr 2020 war Bremen mit monatsdurchschnittlich 8,3 beantragten Unternehmensinsolvenzen pro 10.000 Unternehmen mit Abstand am stärksten betroffen. Zudem war Bremen das einzige Bundesland, in dem im Corona-Jahr 2020 mehr Unternehmensinsolvenzen beantragt wurden als 2019, bevor Corona-Sonderregelungen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht in Kraft getreten waren (6,9). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, lag der bundesweite Durchschnitt der Insolvenzhäufigkeit für das Jahr 2020 bei 4,0, das heißt von 10.000 Unternehmen wurden durchschnittlich im Monat 4 Unternehmen insolvent. Im Jahr 2019, also vor der Corona-Pandemie, waren es 4,8 Unternehmen. Dieser Indikator setzt die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren in Beziehung zur Zahl der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, sodass ein regionaler Vergleich möglich ist.

    Berlin war mit 6,1 Unternehmensinsolvenzen pro 10.000 Unternehmen am zweitstärksten betroffen. Auch im Jahr 2019, noch vor der Corona-Pandemie, lag die Insolvenzhäufigkeit in den beiden Stadtstaaten Bremen und Berlin zusammen mit dem Saarland mit jeweils 6,9 am höchsten. Nordrhein-Westfalen war 2020 das Flächenland mit dem höchsten Wert (5,4), wohingegen in Thüringen die Insolvenzhäufigkeit mit einem Wert von 2,5 weniger als ein Drittel des Bremer Werts betrug.

    Einen Eindruck vom Insolvenzgeschehen am aktuellen Rand vermittelt der Blick auf die beantragten Regelinsolvenzen pro 10.000 Unternehmen je Bundesland. Diese Zahlen liegen aktuell für den August 2021 vor. Demnach sind Bremen mit 15,1 und Sachsen mit 9,7 am stärksten betroffen. Thüringen steht mit einem Wert von 5,4 hier auf dem drittletzten Platz. Die geringste Insolvenzhäufigkeit im August 2021 weist das Saarland mit 4,1 beantragten Regelinsolvenzverfahren pro 10.000 Unternehmen auf.

    Das Insolvenzgeschehen war in den Jahren 2020 und 2021 infolge der Corona-Pandemie von Sonderregelungen geprägt: So war die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen von Anfang März bis Ende 2020 ausgesetzt. Diese Regelung galt bis Ende April 2021 weiter für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen Hilfeleistungen noch ausstand. Für diese Unternehmen wurde die Insolvenzantragspflicht erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich eingesetzt. Es ist davon auszugehen, dass die staatlichen Konjunkturhilfen für die Unternehmen sowie die erst ab Mai 2021 wieder durchweg geltende Insolvenzantragspflicht zu den niedrigen Insolvenzzahlen im Jahr 2020 beigetragen haben.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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  • Die Inflationsrate in Deutschland wird im September 2021 voraussichtlich +4,1 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, bleiben die Verbraucherpreise gegenüber August 2021 voraussichtlich unverändert.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.09.2021

    Verbraucherpreisindex, September 2021

    • +4,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
    • 0,0 % zum Vormonat (vorläufig)

    Harmonisierter Verbraucherpreisindex, September 2021

    • +4,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
    • +0,3 % zum Vormonat (vorläufig)

    Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucher­preis­index (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im September 2021 voraussichtlich +4,1 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, bleiben die Verbraucherpreise gegenüber August 2021 voraussichtlich unverändert.

    Die hohen Inflationsraten seit Juli 2021 haben eine Reihe von Gründen, darunter Basiseffekte durch niedrige Preise im Jahr 2020. Hier wirken sich insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze und der Preisverfall der Mineralölprodukte erhöhend auf die Gesamtteuerung aus. Hinzu kommen neben den üblichen Marktentwicklungen die Einführung der CO2-Bepreisung seit Januar 2021 sowie krisenbedingte Effekte, wie die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die sich vorerst nur teilweise und abgeschwächt im Verbraucherpreisindex und in der Inflationsrate niederschlagen.

    Die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen für das öffentliche Leben und den daraus resul­tierenden Folgen machte darüber hinaus eine Änderung des üblichen Vorgehens bei der jährlichen Aktualisierung der Gütergewichte des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) notwendig. Hierzu ist im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes ein Methodenpapier verfügbar. Die Aktualisierung der Gütergewichte im HVPI erklärt einen erheblichen Teil der Abweichung zwischen VPI und HVPI für Deutschland.

    Die Situation bei der Preiserhebung in Folge der Corona-Krise hat sich im September 2021 weiter entspannt. Hinweise zu den Auswirkungen des Lockdowns auf die Preiserhebung finden Sie in unse­rem Methodenpapier „Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Preiserhebung“.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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  • Das IfM Bonn hat die Kennzahlen zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland veröffentlicht.

    IfM Bonn, Pressemitteilung vom 29.09.2021

    Volkswirtschaftliche Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland

    Über 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), das sind 99,3 % aller Unternehmen der Privatwirtschaft. Mit mehr als 2,3 Billionen Euro erwirtschaften die KMU knapp 33 % des gesamten Umsatzes in Deutschland, insgesamt steuern sie über 60 % zur gesamten Nettowertschöpfung aller Unternehmen bei.

    Vor Beginn der Corona-Pandemie investierten die kleinen und mittleren Unternehmen über 7,7 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Ihr Anteil an den gesamten FuE-Aufwendungen des Wirtschaftssektors lag damit in 2019 bei fast 8 %.

    Ins Ausland exportierten die KMU zu diesem Zeitpunkt Waren im Wert von rund 15 Milliarden Euro. Das waren rund 16 % des Exportumsatzes aller Unternehmen in Deutschland. Allerdings werden in der amtlichen Statistik keine Warensendungen an Privatpersonen mit Wohnsitz im europäischen Raum sowie Dienstleistungsexporte berücksichtigt. Insgesamt dürfte daher der Exportumsatz der KMU etwas höher liegen.

    In den Betrieben mit weniger als 250 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind mehr als 71 % aller Auszubildenden beschäftigt. Allerdings sinkt seit Jahren die Anzahl der Auszubildenden in den Kleinstbetrieben, während die Anzahl in den Großbetrieben steigt. Insgesamt sind über 19 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den KMU beschäftigt, das sind rund 55 % aller abhängig Beschäftigten.

    Mittelstandsbegriff umfasst kleinere und mittlere Unternehmen – aber auch größere Familienunternehmen

    „In der Öffentlichkeit wird immer wieder von kleinen und mittelständischen Unternehmen gesprochen. Dies ist nicht korrekt, denn die Bezeichnung ˈMittelstandˈ ist der Oberbegriff. Mittelständisch sind sowohl kleine als auch mittlere Unternehmen, wenn sie unabhängig sind, also beispielsweise keiner Unternehmensgruppe angehören“, erläutert Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen). Zu den mittelständischen Unternehmen zählen nach Definition des IfM Bonn nur diejenigen Unternehmen, bei denen Eigentum und Leitung in der Hand von maximal zwei natürlichen Personen oder deren Familienangehörigen liegen. Aus diesem Grund gehören auch Unternehmen mit über 250 Beschäftigten zum Mittelstand, wenn die Familienangehörigen noch mindestens 50 % der Unternehmensanteile halten und aktiv in der Geschäftsführung tätig sind.

    Da die qualitativen Merkmale des Mittelstands (Art der Geschäftsführung, Eigentumsverhältnisse und wirtschaftliche Unabhängigkeit) nicht in den amtlichen Statistiken berücksichtigt sind, berechnet das IfM Bonn die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands auf Basis der KMU-Definition. Tatsächlich ist dessen Beitrag jedoch höher, da der Beitrag der größeren Familienunternehmen, bei denen die Einheit von Eigentum und Leitung gegeben ist, noch hinzugezählt werden muss.

    Quelle: IfM Bonn

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  • Die Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten wie Halbleitern bremsen das Wachstum der deutschen Wirtschaft bis weit ins nächste Jahr, vor allem die Industrieproduktion kann dadurch derzeit nicht mit den boomenden Auftragseingängen mithalten. Die Knappheiten sind ein wesentlicher Grund dafür, dass die wirtschaftliche Erholung 2021 deutlich weniger stark ausfällt als noch vor einigen Monaten erwartet. Demgegenüber wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 noch etwas mehr zulegen als bislang prognostiziert. Im Jahresdurchschnitt 2021 wächst die deutsche Wirtschaft (BIP) um 2,6 Prozent, 2022 um 5,1 Prozent. Das ergibt die neue IMK-Konjunkturprognose der Hans-Böckler-Stiftung.

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 29.09.2021

    Die Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten wie Halbleitern bremsen das Wachstum der deutschen Wirtschaft bis weit ins nächste Jahr, vor allem die Industrieproduktion kann dadurch derzeit nicht mit den boomenden Auftragseingängen mithalten. Die Knappheiten sind ein wesentlicher Grund dafür, dass die wirtschaftliche Erholung 2021 deutlich weniger stark ausfällt als noch vor einigen Monaten erwartet. Demgegenüber wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 noch etwas mehr zulegen als bislang prognostiziert. Im Jahresdurchschnitt 2021 wächst die deutsche Wirtschaft (BIP) um 2,6 Prozent, 2022 um 5,1 Prozent. Das ergibt die neue Konjunkturprognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Treibende Kräfte des eher moderaten Wachstums in diesem Jahr sind Exporte, zum Teil aus Lagerbeständen, und Investitionen, während der private Konsum leicht bremst. 2022 wird der Konsum zum dominierenden Wachstumsfaktor, auch von den Investitionen kommt ein kräftiger Beitrag. Die Arbeitslosenquote sinkt 2021 leicht auf durchschnittlich 5,7 Prozent. 2022 geht die Arbeitslosigkeit dann deutlicher zurück, die Quote wird im Jahresdurchschnitt bei 5,1 Prozent liegen (detaillierte Zahlen unten). Die Inflation steigt zwar in diesem Jahr erstmals seit längerem über das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent (auf 2,9 Prozent im Jahresmittel). Da dafür neben dem Wirtschaftsaufschwung aber auch temporäre Sonderfaktoren wie die Rückkehr zum alten Mehrwertsteuersatz eine Rolle spielen, wird die Teuerungsrate im kommenden Jahr wieder auf 1,9 Prozent zurückgehen. Das IMK sieht derzeit keine Verfestigungstendenzen der Inflation und keinen Handlungsbedarf für die Europäische Zentralbank (EZB).Gegenüber der letzten Prognose vom Juni senken die Düsseldorfer Konjunkturforscherinnen und -forscher ihre Wachstumserwartung für 2021 deutlich um 1,9 Prozentpunkte. Für 2022 heben sie die Prognose um 0,2 Prozentpunkte an.

    „Wir erleben einen Aufschwung mit angezogener Handbremse“, beschreibt Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK, die Situation. „Unterstützt durch die umfangreiche Stabilisierungspolitik vieler Regierungen ist die Weltwirtschaft dynamisch aus dem Corona-Tal gestartet, wie auch die Rekordstände bei den Bestellungen für deutsche Produkte deutlich machen. Da sich aber die Nachfrage hin zu Elektronikprodukten verschoben hat und sich in vielen Teilen der Welt die Nachfrage schneller erholt als von den Unternehmen erwartet, sorgen Engstellen für besonders große Probleme. Das gilt für wichtige Rohstoffe und Vorprodukte, deren Gewinnung und Produktion nach der Pandemie auch erst mit Verzögerung wieder hochgefahren wird. Diese Engstellen sind hartnäckiger, als wir erwartet haben. Deshalb hat das Wachstum in diesem Jahr deutlich weniger Schwung als im Sommer prognostiziert. Ein Teil davon verschiebt sich aber nach 2022, so dass im nächsten Jahr ein Rekordwachstum der deutschen Wirtschaft in Sicht ist.“

    Das IMK rechnet in seiner Prognose damit, dass auch „die neue deutsche Regierung wirtschaftspolitisch weiter zur Stabilisierung beitragen und zugleich Investitionen in die Transformation vorantreiben wird“. Mit zunehmender wirtschaftlicher Erholung von der Corona-Krise werden die großflächigen akuten Hilfsmaßnahmen aber zurückgefahren, so dass der fiskalische Impuls unter dem Strich deutlich zurückgeht. Das ist nach Analyse der Ökonominnen und Ökonomen grundsätzlich auch angemessen. Allerdings sollte die neue Regierung den enormen Investitionsbedarf in Infrastruktur, Digitalisierung und Dekarbonisierung konsequent und strategisch angehen. Und sie sollte zu kräftigen kurzfristigen Investitionen bereit sein für den Fall, dass sich konjunkturelle Risiken realisieren. Dazu zählen die Forschenden neben einer erneuten Zuspitzung der Pandemie auch die Möglichkeit, dass die US-Notenbank Fed zügiger als erwartet die Leitzinsen erhöht. Bei einer weltwirtschaftlichen Eintrübung sollte die Bundesregierung „verstärkt stabilisierend wirken und zwar insbesondere, indem sie konjunkturwirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen vorzieht.“

    Kerndaten der Prognose für 2021 und 2022:

    Arbeitsmarkt

    Eine nachhaltige positive Trendwende am Arbeitsmarkt hat nach Analyse des IMK zur Jahresmitte 2021 eingesetzt. In der Statistik schlägt sich das allerdings mit einer gewissen Verzögerung nieder, so dass die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2021 stagniert. Im kommenden Jahr wächst die Zahl der Erwerbstätigen dann kräftig um gut 500.000 bzw. 1,2 Prozent.

    Bei den Arbeitslosenzahlen erwartet das IMK im Jahresdurchschnitt 2021 eine geringfügige Entspannung. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt um knapp 60.000 Personen, so dass im Jahresmittel rund 2,63 Millionen Menschen ohne Job sein werden. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent nach 5,9 Prozent 2020. Für 2022 erwartet das IMK dann einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit um gut 270.000 Personen auf gut 2,43 Millionen im Jahresdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 5,1 Prozent und liegt nur noch geringfügig über dem Vorkrisenniveau.

    Deutlich rückläufig ist auch die Kurzarbeit. Im Jahresdurchschnitt 2021 rechnet das IMK mit knapp 1,73 Millionen Kurzarbeitenden. Im Jahresmittel 2022 erwarten die Ökonominnen und Ökonomen nur noch 186.000 Beschäftigte in Kurzarbeit.

    Außenhandel

    Auch die meisten wichtigen Handelspartner erleben 2021 und 2022 eine wirtschaftliche Erholung. Die Weltwirtschaft insgesamt, die im Jahresmittel 2020 um 3,3 Prozent eingebrochen war, wächst in diesem Jahr kräftig um 6,1 Prozent und im kommenden Jahr um 4,8 Prozent. Angetrieben wird die Erholung unter anderem vom robusten Wachstum in China (um 8,7 bzw. 5,6 Prozent) und dem massiven fiskalischen Hilfsprogramm der US-Regierung. Es trägt dazu bei, dass das US-BIP trotz wieder steigender Infektionszahlen, die das Konsumentenvertrauen dämpfen, in diesem Jahr um 6,7 Prozent zulegt – so stark wie seit 1984 nicht mehr. Für 2022 prognostiziert das IMK ein US-Wachstum um 3,9 Prozent. Auch die wirtschaftliche Erholung in den meisten Euro-Ländern kommt voran. Die Wirtschaft im Euro-Raum wird dieses Jahr um durchschnittlich 5,2 Prozent wachsen, 2022 um 4,8 Prozent.

    Durch die weltwirtschaftliche Erholung wachsen die deutschen Ausfuhren in diesem Jahr deutlich – auch wenn die Engpässe bei Rohstoffen, Vorprodukten und Transportkapazitäten die Produktion bremsen und ein Teil der Exporte aus Lagerbeständen erfolgt. Das IMK rechnet für 2021 mit einem Wachstum der Exporte um 9,5 Prozent im Jahresdurchschnitt. Die Importe legen ebenfalls kräftig zu – um 9,1 Prozent im Jahresdurchschnitt. Damit steigt allerdings auch der ohnehin sehr hohe Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz wieder etwas. Im kommenden Jahr expandiert der deutsche Außenhandel weiter: Die Exporte nehmen im Jahresmittel 2022 um 6,7 Prozent zu, die Importe um 9,8 Prozent.

    Investitionen

    Nach einer schleppenden Entwicklung im ersten Halbjahr 2021 beleben sich die Ausrüstungsinvestitionen eher allmählich. Die starken Auftragseingänge, die außerordentlich hohen Auftragsbestände – sie lagen im Juli um rund 20 Prozent über dem Vorkrisenniveau – und die steigende Kapazitätsauslastung im produzierenden Gewerbe lassen laut IMK aber eine deutliche Beschleunigung erwarten. Für 2021 rechnen die Konjunkturexperten mit einer Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen um 6,6 Prozent im Jahresmittel, 2022 um 6,7 Prozent. Die Bauinvestitionen zeigen ebenfalls nach oben. Treibende Kraft ist der Wohnungsbau, zudem kommt auch der Wirtschaftsbau wieder in Gang. Im Jahresmittel 2021 nehmen die Bauinvestitionen um 2,5 Prozent zu, 2022 beschleunigt sich das Wachstum auf 5,4 Prozent.

    Einkommen und Konsum

    Die nominalen verfügbaren Einkommen legen in diesem Jahr moderat und im kommenden Jahr kräftig zu, weil die durchschnittlichen Arbeitszeiten durch Rückgang der Kurzarbeit wieder länger werden, die Beschäftigung wächst und die Bruttolöhne und -gehälter steigen. Allerdings sorgt in diesem Jahr die relativ hohe Preissteigerung für einen Rückgang der realen verfügbaren Einkommen um 0,9 Prozent, während sie 2022 inflationsbereinigt um 2,2 Prozent wachsen. Die realen privaten Konsumausgaben sinken im Jahresdurchschnitt 2021 um 0,4 Prozent, wozu auch die pandemiebedingten Schließungen im ersten Quartal beigetragen haben, so dass die Sparquote nur leicht auf 15,1 Prozent sinkt. Für das kommende Jahr prognostiziert das IMK dann bei deutlich sinkender Sparquote einen Sprung der privaten Konsumausgaben um real 8,2 Prozent im Jahresmittel. Dementsprechend ergibt sich 2021 aus dem Privatkonsum ein leicht negativer Beitrag zum BIP-Wachstum von -0,2 Prozentpunkten. 2022 tragen die privaten Einkäufer dagegen sehr kräftig mit 4,1 Prozentpunkten zum Wachstum bei.

    Inflation und öffentliche Finanzen

    Durch die wieder erwachte Nachfrage steigen die Preise stärker, insbesondere die für Energie. Hinzu kommen als Sonderfaktoren die neue CO2-Abgabe und die Rückkehr zu den alten Mehrwertsteuersätzen, die die Inflation verstärken. Daher beschleunigt sich die Zunahme der Verbraucherpreise nach den 2020 extrem niedrigen Werten 2021 jahresdurchschnittlich spürbar auf 2,9 Prozent. 2022 geht die Teuerungsrate auf 1,9 Prozent im Jahresmittel zurück und liegt damit leicht unter dem Inflationsziel der EZB.

    Da der Staat zur Krisenbekämpfung weiterhin sehr viel Geld einsetzt, Anfang 2021 der Solidaritätszuschlag für die meisten Steuerzahler abgeschafft und einige andere Steuern sowie die EEG-Umlage gesenkt wurden und sich die Einnahmen generell erst langsam erholen, ergibt sich 2021 ein Budgetdefizit von 4,9 Prozent des BIP. Im kommenden Jahr wird sich die erwartete konjunkturelle Belebung dann stärker positiv auf die öffentlichen Haushalte auswirken, zudem wirkt die Fiskalpolitik weniger expansiv. Das gesamtstaatliche Defizit geht 2022 deutlich auf 1,9 Prozent des BIP zurück.

    Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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  • Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich erneut verschärft. 77,4 Prozent der Industriefirmen in Deutschland berichteten im September über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Der Rekord vom Vormonat wurde nochmal übertroffen, im August waren es 69,2 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 29.09.2021

    Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich erneut verschärft. 77,4 Prozent der Industriefirmen in Deutschland berichteten im September über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Der Rekord vom Vormonat wurde nochmal übertroffen, im August waren es 69,2 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Der Flaschenhals auf der Beschaffungsseite wird immer enger“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. Preiserhöhungen bleiben auf der Agenda der Unternehmen.

    „Es sind viele Aufträge da, Unternehmen können diese gegenwärtig aber nicht produzieren“, ergänzt er. In der Autoindustrie ist die Lage besonders ernst. Nahezu alle Unternehmen (97 Prozent) berichteten von Problemen. Auch in anderen zentralen Branchen ist der Anteil weiterhin sehr hoch: Bei elektrischen Ausrüstungen (93 Prozent), der Chemischen Industrie (67 Prozent) und dem Maschinenbau (89 Prozent). In der Papierindustrie meldeten ebenfalls deutlich mehr Unternehmen Knappheit auf der Beschaffungsseite (79 Prozent nach 61 Prozent). Eine Entspannung der Lage gab es in keiner Branche.

    Als Folge wollen immer mehr Unternehmen die Preise erhöhen. Zuletzt hatte die Automobilindustrie nicht so viel Spielraum bei Preiserhöhungen gesehen. Dies hat sich nun geändert.

    Quelle: ifo Institut

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  • Der Notruf wird digital: Die Zeiten, in denen ein Notruf ausschließlich mit einem Anruf oder Fax an die 110 und 112 ausgelöst werden konnte, sind nun vorbei. Der Notruf wird durch die neue bundesweit einheitliche Notruf-App (nora-Notruf-App) ergänzt und vereinfacht nicht nur das Absetzen eines Notrufs, sondern schafft lt. BMWi vor allem eine barrierefreie Alternative.

    BMWi, Pressemitteilung vom 28.09.2021

    Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups Jarzombek: „Barrierefreier Notruf durch neue bundesweit einheitliche Notruf-App möglich”

    Der Notruf wird digital: Die Zeiten, in denen ein Notruf ausschließlich mit einem Anruf oder Fax an die 110 und 112 ausgelöst werden konnte, sind nun vorbei. Der Notruf wird durch die neue bundesweit einheitliche Notruf-App (nora-Notruf-App) ergänzt und vereinfacht nicht nur das Absetzen eines Notrufs, sondern schafft vor allem eine barrierefreie Alternative.

    Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups Thomas Jarzombek: „App basierte Anwendungen gehören heute zum Alltag vieler Menschen. Jetzt sind auch die bekannten Notrufnummern 110 und 112 mit der neuen Notruf-App zu erreichen. Über die Notruf-App eröffnet sich nun auch endlich ein zeitgemäßer barrierefreier Notruf. Menschen mit eingeschränkten Hör- und Sprechfähigkeiten können über die App ohne Zeitverzug direkt mit der örtlich zuständigen Leitstelle kommunizieren.“

    Beim Absetzen eines Notrufes über die Notruf-App wird, wie bei einem Sprachnotruf, der Standort des Notrufenden automatisch ermittelt und mit den grundlegenden Informationen zum Vorfall an die örtlich zuständige Notrufabfragestelle übertragen. Die Kommunikation zwischen der Notrufleitstelle und dem Nutzenden erfolgt dann textbasiert, vergleichbar mit der Bedienung eines üblichen Messengersystems. Die Notruf-App ist kostenlos und kann ab heute aus den jeweiligen App Stores heruntergeladen werden.

    Die Förderung der Entwicklung eines Prototyps für eine solche bundesweit einsetzbare App und deren anschließende Erprobung mit ausgewählten Leitstellen erfolgte durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unter enger Beteiligung der übrigen betroffenen Ressorts, der Länder, Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände und anderen betroffenen Organisationen.

    Quelle: BMWi

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  • Die Importpreise waren im August 2021 um 16,5 % höher als im August 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+17,4 % gegenüber September 1980). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Juli 2021 bei +15,0 % gelegen, im Juni 2021 bei +12,9 %.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.09.2021

    Importpreise, August 2021

    • +1,4 % zum Vormonat
    • +16,5 % zum Vorjahresmonat

    Exportpreise, August 2021

    • +0,7 % zum Vormonat
    • +7,2 % zum Vorjahresmonat

    Die Importpreise waren im August 2021 um 16,5 % höher als im August 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+17,4 % gegenüber September 1980). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Juli 2021 bei +15,0 % gelegen, im Juni 2021 bei +12,9 %. Gegenüber dem Vormonat Juli 2021 stiegen die Importpreise im August 2021 um 1,4 %.

    Starker Preisanstieg nach wie vor insbesondere auf Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen

    Energieeinfuhren waren im August 2021 um 93,6 % teurer als im August 2020. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist insbesondere durch seit Juli 2020 stark gestiegene Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im August 2021 um 177,5 % höher als im August 2020. Bereits im Juli 2021 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei 170,5 % gelegen, im Juni bei 150,0 %. Auch Erdöl war im August 2021 im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 63,6 % deutlich teurer.

    Während im Vormonatsvergleich insbesondere die Preise für Erdgas (+18,1 %) und Steinkohle (+17,6 %) deutlich stiegen, verbilligten sich importiertes Erdöl (-3,0 %) und Mineralölerzeugnisse (-1,7 %) gegenüber Juli 2021.

    Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im August 2021 um 9,8 % höher als im August 2020 und 0,7 % höher als im Vormonat. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 13,8 % über dem Stand des Vorjahres (+1,6 % gegenüber Juli 2021).

    Höhere Preise im Vorjahresvergleich auch bei Erzen, Metallen, Kunststoffen, Holz- und Holzwaren

    Die Entwicklung der Preise für importierte Vorleistungsgüter hatte einen fast ebenso großen Einfluss auf den Gesamteinfuhrpreisindex wie die der Energiepreise. Vorleistungsgüter wurden im August 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu 20,4 % höheren Preisen importiert. Gegenüber August 2020 verteuerten sich vor allem Eisenerze (+96,8 %), gesägtes und gehobeltes Holz (61,6 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+57,7 %), Rohaluminium (+42,6 %), Kunststoffe in Primärformen (+41,4 %) sowie Rohkupfer (+40,2 %).

    Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im August 2021 um 2,3 % über denen von August 2020. Während unter anderem Notebooks (+6,4 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+2,3 %) teurer waren als im August 2020, wurden Tablets (-2,8 %) im Vorjahresvergleich zu niedrigeren Preisen importiert.

    Importierte Verbrauchsgüter und Gebrauchsgüter waren im August 2021 binnen Jahresfrist jeweils 3,2 % teurer.

    Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 12,2 % über denen von August 2020. Während sich insbesondere Naturkautschuk (+41,7 %), Rohkaffee (+34,5 %) und Getreide (+25,6 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert (-20,9 %).

    Veränderungen der Exportpreise August 2021

    Der Index der Exportpreise lag im August 2021 um 7,2 % über dem Stand von August 2020. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1981 gegeben (+7,3 % gegenüber September 1980). Im Juli 2021 und im Juni 2021 hatte die Jahresveränderungsrate bei +6,3 % beziehungsweise bei +5,0 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Juli 2021 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,7 %.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

     

     

     

     

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  • Die Corona-Krise hat im Jahr 2020 den Bestand an Start-ups in Deutschland belastet. Die Zahl an innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen ging lt. KfW auf 47.000 zurück, nachdem sie in den Vorjahren deutlich auf bis zu 70.000 angestiegen war.

    KfW, Mitteilung vom 28.09.2021

    • Zahl junger, innovativer oder wachstumsorientierter Unternehmen sinkt auf 47.000 im Jahr 2020
    • Zahl der VC-affinen Start-ups bleibt einigermaßen stabil
    • Frauen deutlich unterrepräsentiert: Im langjährigen Durchschnitt bei Start-ups mit 20 % nur halb so häufig wie im Gründungsgeschehen insgesamt

    Die Corona-Krise hat im Jahr 2020 den Bestand an Start-ups in Deutschland belastet. Die Zahl an innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen ging auf 47.000 zurück, nachdem sie in den Vorjahren deutlich auf bis zu 70.000 angestiegen war. In einem von hoher Unsicherheit geprägten Umfeld konnte also die Zahl an neu gegründeten Start-ups, die in diesem Segment grundsätzlich hohe Schließungsrate nicht kompensieren. Darüber hinaus dürfte die Pandemielage auch manche Gründerinnen und Gründer hinsichtlich ihrer Wachstumspläne entmutigt haben, wodurch sie aus der Start-up-Definition herausfielen. Allerdings waren nicht alle Start-ups gleichermaßen betroffen. Im Vergleich zum Rückgang insgesamt blieb die Zahl der Venture Capital-affinen Start-ups – also der jungen Unternehmen, die ihr zukünftiges Wachstum gerne über externes Beteiligungskapital finanzieren wollen – mit 8.600 (2019: 9.400) einigermaßen stabil. Hier kann die schnelle Entscheidung für Start-up-Hilfen zur Beruhigung der Lage beigetragen haben. Dies zeigt der Start-up-Report 2021 auf Basis des Gründungsmonitors von KfW Research. Zu dieser Entwicklung sagt die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib: „Die Corona-Krise hat 2020 zwar Spuren bei Start-ups hinterlassen, wir gehen aber davon aus, dass sich nach diesem Ausnahmejahr die Start-up-Szene so schnell entwickeln wird, wie die Jahre zuvor.“

    Frauen sind im Start-up-Ökosystem deutlich unterrepräsentiert. Im langjährigen Durchschnitt machen Gründerinnen bei Start-ups 20 % aus und damit nur etwa die Hälfte des Anteils im Gründungsgeschehen insgesamt. Ausgehend von allen Existenzgründungen wird der Anteil von Gründerinnen bei der schrittweisen Hinzunahme von Start-up-Merkmalen immer geringer. Weil Frauen häufiger freiberuflich, im Nebenerwerb, solo und ohne Beschäftigte gründen sowie seltener ein starkes Wachstum anstreben, technologische Forschung und Entwicklung durchführen oder eine überregionale Marktneuheit anbieten, weisen nur 3 von 100 Existenzgründungen von Frauen Start-up-Merkmale auf, bei Männern sind es 9 von 100. „Die Gründungstätigkeit von Frauen wird nach wie vor von Geschlechterstereotypen beeinflusst. Diese führen letztlich zum geringen Anteil von Start-up-Gründerinnen“, erläutert Dr. Fritzi Köhler-Geib. „Dem deutschen Start-up-Ökosystem und die VC-Branche würde es gut tun, weiblicher zu werden. Denn Deutschland kann es sich nicht leisten, Innovationspotenzial zu verschwenden. Rollenbilder, die Frauen von Start-up-Gründungen abhalten, sind da im Weg. Es ist wichtig, dass hochqualifizierte Start-up-Teams unabhängig von Geschlecht und Herkunft entstehen und die bestmöglichen Bedingungen für Finanzierung, Wachstum und Erfolg vorfinden. Dazu braucht es die Überwindung von Geschlechterstereotypen und der Stärkung von Rollenvorbildern als Multiplikatoren.“

    Datengrundlage des KfW-Start-up-Reports ist der KfW-Gründungsmonitor, der jährlich durch eine telefonische Befragung von rund 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen erhoben wird. Das Erhebungsdesign erlaubt die Auswertung repräsentativer Ergebnisse, die auf die Erwerbsbevölkerung in Deutschland hochgerechnet werden können. Gründerinnen und Gründer werden dabei breit erfasst, unabhängig davon, ob sie im Voll- oder Nebenerwerb, als Freiberufler oder Gewerbetreibender, oder per Neugründung, Übernahme oder Beteilung selbstständig gemacht haben (www.kfw.de/gruendungsmonitor). Als Start-up-Gründerinnen und -Gründer werden dabei alle Personen gezählt, die vor höchstens 5 Jahren neu gegründet haben, im Vollerwerb gewerblich tätig sind, ein Gründungsteam oder Beschäftigte haben und innovationsorientiert oder wachstumsorientiert sind.

    Quelle: KfW

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  • Die Stimmung der Verbraucher hellt sich im September wieder auf. Sowohl Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung steigen an. Folglich prognostiziert GfK für das Konsumklima für Oktober 0,3 Punkte und damit 1,4 Punkte mehr als im September dieses Jahres (revidiert -1,1 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für September 2021.

    GfK, Pressemitteilung vom 28.09.2021

    Die Stimmung der Verbraucher hellt sich im September wieder auf. Sowohl Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung steigen an. Folglich prognostiziert GfK für das Konsumklima für Oktober 0,3 Punkte und damit 1,4 Punkte mehr als im September dieses Jahres (revidiert -1,1 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für September 2021.

    Zur Erholung des Konsumklimas tragen aktuell die steigende Einkommensaussichten und Konsumneigung sowie eine sinkende Sparneigung bei. Damit erreicht das Konsumklima den höchsten Wert seit fast eineinhalb Jahren. Im April 2020 wurde zuletzt mit 2,3 Zählern ein besserer Wert gemessen.

    „Der Anstieg der Inzidenz hat sich zum Zeitpunkt der Befragung deutlich verlangsamt und aktuell sind die Zahlen sogar leicht rückläufig. Dies lässt den Optimismus bei den Konsumenten steigen, dass die vierte Welle weniger ausgeprägt sein wird als von vielen befürchtet. Deshalb sehen viele Verbraucher wieder Spielraum für weitere Lockerungen der Beschränkungen“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Auch wenn das Konsumklima fast wieder sein Vorkrisenniveau erreicht hat, bleibt abzuwarten, ob von einer grundlegenden Trendwende gesprochen werden kann. Hier kommt es vor allem auch darauf an, wie sich das Infektionsgeschehen in den Wintermonaten entwickeln wird und ob neue Beschränkungen notwendig werden.“

    Konjunkturstimmung am Wendepunkt?

    Nach zwei Monaten mit zum Teil spürbaren Verlusten legt die Konjunkturstimmung im September wieder ordentlich zu. Der Indikator Konjunkturerwartung gewinnt 7,7 Zähler und klettert damit auf 48,5 Punkte. Folglich kann gut die Hälfte der Vormonatseinbußen in Höhe von 13,8 Punkten wettgemacht werden. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht momentan sogar ein Plus von gut 24 Punkten zu Buche.

    Der zunehmende Konjunkturoptimismus signalisiert, dass die Verbraucher hierzulande die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs sehen, wenngleich die Dynamik etwas gemäßigter ausfällt als noch vor einigen Monaten erwartet. Ein stabiler Arbeitsmarkt trägt ebenfalls stark zum hohen Niveau der Konjunkturerwartung bei.

    Einkommenserwartung klettert auf Vorkrisenniveau

    Nachdem die Einkommensaussichten im Vormonat noch stagnierten, legen sie im September spürbar zu. Nach einem Plus von 6,9 Punkten steigt der Einkommensindikator auf 37,4 Punkte. Ein höherer Wert wurde mit 41,2 Punkten zuletzt im Februar 2020, also vor der Krise, gemessen. Im Vergleich zu September 2020 beträgt das Plus gut 21 Punkte.

    Aufkommende Diskussionen über Inflation beeinflussen die Einkommensstimmung nicht wesentlich. Dies zeigt auch die Tatsache, dass die Preiserwartungen der Konsumenten im September sogar geringfügig gesunken sind. Zudem sorgt die überaus stabile Beschäftigungslage dafür, dass die Angst vor Arbeitslosigkeit, und damit auch die Furcht vor Einkommenseinbußen momentan eine eher untergeordnete Rolle spielen.

    Anschaffungsneigung mit leichten Gewinnen

    Neben den Einkommensaussichten gewinnt auch die Anschaffungsneigung hinzu. Der Indikator weist nach einem Plus von 3,1 Zählern aktuell einen Wert von 13,4 Punkten auf. Im Gegensatz zu Konjunktur- und Einkommenserwartung weist die Konsumneigung jedoch ein niedriges Niveau auf. Dies zeigt auch der Vorjahresvergleich. Gegenüber September 2020 beträgt das Minus 25 Punkte. Dieses vergleichsweise niedrige Niveau verwundert nicht, denn Maskenpflicht und Abstandsregeln dämpfen trotz gut gefüllter Geldbeutel nach wie vor die Lust am Einkaufen. Erst wenn diese Beschränkungen wegfallen, wird sich die Konsumneigung nachhaltig erholen können.

    Quelle: GfK

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  • Die deutschen Unternehmen stellen immer mehr neue Mitarbeiter ein. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im September auf 104,3 Punkte gestiegen, von 103,6 Punkten im August. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2018.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.09.2021

    Die deutschen Unternehmen stellen immer mehr neue Mitarbeiter ein. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im September auf 104,3 Punkte gestiegen, von 103,6 Punkten im August. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2018. Die fortschreitenden Öffnungen in vielen Branchen sorgen für einen ständigen Anstieg der Beschäftigung.

    Im Verarbeitenden Gewerbe ist das Beschäftigungsbarometer zwar insgesamt leicht gesunken. Aber der Maschinenbau und die Elektroindustrie planen gleichwohl, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen. Bei den Dienstleistern stieg der Wert deutlich. Auf hohem Niveau plant auch die IT-Branche Mitarbeiter einzustellen. Im August zeigte sich im Gastgewerbe eine große Vorsicht. Diese ist nun einer gewissen Zuversicht gewichen. Im Handel ist die leicht positive Tendenz für Neustellungen nahezu unverändert geblieben. Im Bauhauptgewerbe schlägt sich die gute Konjunktur in deutlich ausgeweiteten Beschäftigungsplänen nieder.

    Quelle: ifo Institut

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  • Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland ist im August 2021 gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, verringerte sich der nominale (nicht preisbereinigte) Umsatz saison- und kalenderbereinigt gegenüber Juli 2021 um 0,3 %.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.09.2021

    Umsatz der gewerblichen Wirtschaft im August 12,9 % über Vorkrisenniveau

    Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland ist im August 2021 gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, verringerte sich der nominale (nicht preisbereinigte) Umsatz saison- und kalenderbereinigt gegenüber Juli 2021 um 0,3 %. Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft lag im August 2021 nominal um 12,9 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

    Diese Entwicklung zeigt der Frühindikator für die Konjunkturentwicklung der gewerblichen Wirtschaft, der aus den monatlichen, noch unvollständig vorliegenden Umsatzsteuervoranmeldungen ermittelt wird. Er ermöglicht frühzeitige Aussagen zur Umsatzentwicklung, noch bevor die amtlichen Ergebnisse aus den Erhebungen nach Wirtschaftsbereichen vorliegen. Die gewerbliche Wirtschaft umfasst die Bereiche Industrie, Energie- und Wasserversorgung, Bau, Gastgewerbe sowie Handel und Dienstleistungen.

    Die Umsatzentwicklung für Juli 2021 gegenüber dem Vormonat wurde anhand der vollständigen Daten von +0,8 % um 0,5 Prozentpunkte nach oben auf +1,3 % revidiert.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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  • In der deutschen Exportindustrie hat sich die Stimmung verbessert. Die ifo Exporterwartungen sind im September auf 21,0 Punkte gestiegen, von 17,0 Punkten im August (saisonbereinigt korrigiert).

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.09.2021

    In der deutschen Exportindustrie hat sich die Stimmung verbessert. Die ifo Exporterwartungen sind im September auf 21,0 Punkte gestiegen, von 17,0 Punkten im August (saisonbereinigt korrigiert). Die deutschen Industrie-Exporte zeigen sich überraschend robust gegenüber der Beschaffungskrise bei Rohstoffen und Vorprodukten.

    Die Exporterwartungen konnten in nahezu allen Branchen zulegen. Am größten fiel der Zuwachs in der Automobilbranche aus. Sie erwartet deutlich steigende Auslandsumsätze. Ähnliches gilt für die Elektroindustrie. In der Chemie stieg der Indikator sogar auf den höchsten Stand seit November 2010. Dagegen musste der Maschinenbau einen Dämpfer verkraften. Dennoch werden die Umsätze steigen. Rückläufige Exportzahlen erwartet gegenwärtig nur die Textilindustrie.

    Quelle: ifo Institut

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  • Mit Blick auf wettbewerbsrelevante Rahmenbedingungen war Deutschland bislang immerhin bei den Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen vergleichsweise gut aufgestellt. Allerdings zeichnen sich hier starke Veränderungen ab. Der DIHK skizziert, wie sich die Grundvoraussetzungen dafür schaffen lassen, dass gerade den mittelständischen Betrieben auch künftig ein verlässlicher Finanzierungspartner zur Seite stehen kann.

    DIHK, Mitteilung vom 24.09.2021

    Die Betriebe in Deutschland stehen vor großen Herausforderungen – von der Transformation hin zur klimaneutralen Produktion über die Digitalisierung bis zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. In vielen Märkten wird zudem der internationale Wettbewerb intensiver. Dabei half bislang, dass Deutschland vergleichsweise gut aufgestellt war bei den Finanzierungsbedingungen für die Betriebe. Doch auch hier zeichnen sich starke Veränderungen ab.

    Dem Mittelstand die Finanzierungspartner vor Ort erhalten

    Die deutsche Wirtschaft, insbesondere der Mittelstand, setzt in der Unternehmensfinanzierung vor allem auf die drei Säulen der Kreditwirtschaft: Sparkassen, Genossenschaftsinstitute und private Geschäftsbanken. Die Finanzierungspartner konnten den Unternehmen über Branchen und Unternehmensgrößen hinweg Angebote zur Fremdkapitalfinanzierung machen und sie auch während finanzieller Durststrecken unterstützen. Dies hat erheblich zur Resilienz der deutschen Wirtschaft in vielen Bereichen beigetragen. An diesem hierzulande typischen Modell wird allerdings seit geraumer Zeit gerüttelt. Denn seit der Finanz- und Staatsschuldenkrise vor rund zehn Jahren hat die Regulierung der Finanzmärkte stetig zugenommen. Für die Kreditwirtschaft bringt das höhere Fixkosten mit sich. Gleichzeitig müssen Risiken des Kreditgeschäfts mit tendenziell mehr Eigenmitteln unterlegt werden. Die Finanzierungspartner müssen sich dadurch betriebswirtschaftlich zusehends die Frage stellen, ob sie es sich leisten können, den Mittelständlern vor Ort in der bisherigen Form weiterhin zur Seite zu stehen.

    Finanzplatz Deutschland muss runderneuert werden

    In den Programmen der Parteien zur Bundestagswahl spielt dieses Thema kaum eine Rolle. Im Hinblick darauf, wie sich die deutsche Wirtschaft in der neuen Legislaturperiode auf- und umstellen kann, ist es aber hoch relevant. Für die Unternehmen kommt es vor allem auf folgende Punkte an:

    • Insbesondere die im Zuge der Corona-Pandemie geschwächte Eigenkapitalposition in zahlreichen Unternehmen machen weitere Eigenkapitalfinanzierungen notwendig. Ähnliches gilt im Zusammenhang mit Unternehmensnachfolgen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Gut ist daher, dass Mittelständische Beteiligungsgesellschaften ihr Finanzierungsangebot für den kleineren Mittelstand zuletzt verstärken und vielen Betrieben effektiv helfen konnten. Auch schlankere Prozesse in Verbindung mit großzügigeren Haftungsfreistellungen in der Unternehmensförderung zählen zu den positiven Erfahrungen der Krise. Für den größeren Mittelstand sollten neue Möglichkeiten geschaffen werden, außerbörsliches Eigenkapital beziehungsweise Beteiligungskapital aufzunehmen. Junge, technologieintensive Wachstumsunternehmen haben einen besonderen Kapitalbedarf. Im Vergleich zu anderen, ausländischen Börsen erschwert das deutsche Aktienrecht diesen Unternehmen eher hinreichend viele zusätzliche Investoren am hiesigen Standort erreichen zu können.
    • Derzeit vollzieht sich auf europäischer Ebene eine Entwicklung in Richtung einer stärker kapitalmarktbasierten Unternehmensfinanzierung. Das bietet auch der deutschen gewerblichen Wirtschaft gute neue Finanzierungsoptionen, wenn eine Vernetzung mit der hiesigen eher bankbasierten Unternehmensfinanzierung gelingt. Die Transformation hin zur klimaneutralen Produktion erfordert Finanzierungsvolumina im Mittelstand, die vermutlich nur durch eine kluge Vernetzung der bankbasierten Unternehmensfinanzierung mit institutionellen Anlegern generiert werden können.
    • Die nächste Bundesregierung sollte sich in Brüssel dafür einsetzen, dass bei der aufsichtsrechtlichen Praxis der Finanzmarktregulierung die Größe von Instituten stärker berücksichtigt wird. Nach jetzigem Stand würde der EU-Regulierungsrahmen die Spielräume für bankbasierte Unternehmensfinanzierungen weiter verengen. Regionale Kreditinstitute – und hier ist insbesondere das Gros des kleineren Mittelstands einschließlich Familienunternehmen engagiert – benötigen aber nicht die gleiche komplexe Regulierung wie international agierende Häuser. Eine solche komplexe Regulierung gefährdet vielmehr eine angemessene Langfristfinanzierung von Investitionen im Mittelstand. Nur mit einer flexiblen Betriebsmittelfinanzierung können sich diese Unternehmen aber weiterhin im internationalen Wettbewerb behaupten.

    Diese skizzierten Maßnahmen können die Grundvoraussetzungen dafür schaffen, dass gerade den mittelständischen Betrieben auch zukünftig verlässliche Finanzierungspartner zur Seite stehen. Denn unternehmerische Ideen müssen auch umgesetzt werden können – in Deutschland wird das auch in Zukunft größtenteils nur mit Unterstützung der drei Säulen der Kreditwirtschaft möglich sein.

    Quelle: DIHK

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  • Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat erneut einen Dämpfer erhalten. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 98,8 Punkte gefallen, nach 99,6 Punkten im August. Dies ist der dritte Rückgang in Folge.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.09.2021

    Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat erneut einen Dämpfer erhalten. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 98,8 Punkte gefallen, nach 99,6 Punkten im August (saisonbereinigt korrigiert). Dies ist der dritte Rückgang in Folge. Die Unternehmen waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Sie blicken außerdem skeptischer auf die kommenden Monate. Die Probleme bei der Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten bremsen die deutsche Konjunktur. Die Industrie erlebt eine Flaschenhals-Rezession.

    Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex deutlich gefallen. Die Unternehmen schätzten ihre aktuelle Lage merklich weniger gut ein. Ein stärkerer Rückgang war zuletzt im Mai 2020 beobachtet worden. Auch der große Optimismus bei den Erwartungen aus dem Frühjahr ist nahezu verschwunden. Die Auftragsbücher sind noch immer gut gefüllt, aber die Neubestellungen flachen ab.

    Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Dies war auf deutlich zuversichtlichere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Die aktuelle Lage beurteilten sie jedoch etwas schlechter. Im Gastgewerbe und Tourismus ist nach der großen Skepsis im Vormonat eine gewisse Zuversicht zurückgekehrt. In der Logistik trübten sich die Aussichten hingegen ein, im Gleichklang mit der Industrie.

    Im Handel blieb der Index nahezu unverändert. Während die Händler mit ihrer aktuellen Lage etwas zufriedener waren, nahm der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate etwas zu. Eine große Mehrheit der Händler berichtete von Lieferproblemen bei der Beschaffung.

    Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima deutlich verbessert. Die Beurteilung der aktuellen Lage stieg auf den höchsten Stand seit März 2020. Auch die Erwartungen hellten sich merklich auf.

    Quelle: ifo Institut

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  • Im IT-Mittelstand sind die Auftragsbücher gut gefüllt und die Stimmung ist so positiv wie lange nicht. Das Geschäftsklima hat ein neues Zwei-Jahres-Hoch erreicht. Die Geschäftslage ist gut, auch die Erwartungen entwickeln sich weiter nach oben. Der Bitkom-ifo-Digitalindex notierte im Juni 2021 bei 38,0 Punkten

    Bitkom, Pressemitteilung vom 23.09.2021

    • Volle Auftragsbücher – Erwartungen an Umsatz, Beschäftigung und Preise übertreffen Vor-Corona-Niveau
    • Bitkom veröffentlicht IT-Mittelstandsbericht mit dem Schwerpunkt Blockchain

    Im IT-Mittelstand sind die Auftragsbücher gut gefüllt und die Stimmung ist so positiv wie lange nicht. Das Geschäftsklima hat ein neues Zwei-Jahres-Hoch erreicht. Die Geschäftslage ist gut, auch die Erwartungen entwickeln sich weiter nach oben. Der Bitkom-ifo-Digitalindex notierte im Juni 2021 bei 38,0 Punkten. Noch zu Jahresbeginn waren es 24,6 Punkte weniger (13,4 Punkte). Die Geschäftslage entwickelt sich konstant positiv und ist auf 42,1 Punkte geklettert. Die Erwartungen liegen bei 34,0 Punkten, was heißt, dass die weit überwiegende Mehrheit der mittelständischen Unternehmen für die kommenden sechs Monate von steigenden Umsätzen ausgeht. Aus den Indikatoren für die aktuelle Lage und die künftigen Erwartungen errechnet sich der Digitalindex, der das Geschäftsklima abbildet. Optimismus herrscht auch bei den Erwartungen an Beschäftigung und Preise. Der Index für die Beschäftigungserwartungen hat mit 35,7 Punkten das Vor-Corona-Niveau übertroffen. Gleiches gilt für den Index für die Preiserwartungen mit 21,2 Punkten. Das zeigt der neue IT-Mittelstandsbericht des Digitalverbands Bitkom. Inhaltlicher Schwerpunkt ist in diesem Jahr das Thema Blockchain. „Der IT-Mittelstand legt in Deutschland nach dem Corona-Schock ein starkes Wachstum hin. Das Geschäftsklima bessert sich, die Nachfrage steigt“, sagt der Mittelstandssprecher des Bitkom, Dirk Röhrborn. „In der Pandemie hat die Digitalisierung in der Wirtschaft stark an Bedeutung gewonnen, viele Unternehmen stellen sich digital auf, auch um gegen künftige Krisen gewappnet zu sein. Der IT-Mittelstand hilft dabei und profitiert davon. Er hat nicht nur über Digitalisierung gesprochen – er hat sie gemacht.“

    Digitale Schlüsseltechnologie Blockchain

    Blockchain wird von sechs von zehn Unternehmen (59 Prozent) als wichtige Zukunftstechnologie gesehen. Allerdings sind es überwiegend Großunternehmen ab 500 Beschäftigten, die das Thema für bedeutsam halten. Entsprechend zurückhaltend sind gerade kleine und mittlere Unternehmen, wenn es um Investitionen in die Blockchain-Technologie geht. 84 Prozent der Unternehmen mit 50 bis 99 Beschäftigen haben noch nie in diesem Bereich investiert und haben das auch nicht geplant. Nur 1 Prozent hat bereits investiert, immerhin 11 Prozent planen das für das laufende Jahr. Dagegen ist die Investitionsbereitschaft bei Großunternehmen mit 2.000 und mehr Beschäftigten deutlich größer: Jedes Dritte (35 Prozent) plant Investitionen im Jahr 2021, weitere 13 Prozent haben bereits investiert. Knapp die Hälfte (49 Prozent) hat noch nicht investiert und das auch nicht geplant. Röhrborn: „Die mangelnde Offenheit und Investitionsbereitschaft sind auch auf die angespannte Fachkräftesituation zurückzuführen. Gerade für mittelständische Unternehmen ist es eine Herausforderung, IT-Expertinnen und -Experten für sich zu gewinnen.“ Nach Bitkom-Daten fehlen branchenübergreifend 86.000 IT-Fachkräfte. Laut Bitkom-ifo-Digitalindex hat der Fachkräftemangel erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie die schwache Nachfrage als größtes wirtschaftliches Hemmnis abgelöst. Die Wirtschaft wünscht sich dabei mehr politische Unterstützung. 61 Prozent der Unternehmen finden, dass die Ausbildung von Spezialistinnen und Spezialisten für Blockchain vorangetrieben werden muss. Und 73 Prozent sind der Ansicht, dass die Politik die Bedeutung von Blockchain noch nicht verstanden hat.

    Quelle: Bitkom

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  • Die deutsche Wirtschaft erholt sich weiter von der Corona-Krise, verliert dabei aber zunächst an Fahrt. Fortbestehende Vorsichtsmaßnahmen zum Infektionsschutz und Lieferengpässe bei Vorprodukten erweisen sich als hartnäckiger und gravierender als erwartet und verschieben den Schlussspurt in das kommende Jahr. Das IfW Kiel revidiert in seiner jüngsten Konjunkturprognose seine Erwartungen für dieses Jahr nach unten und für nächstes Jahr nach oben.

    IfW Kiel, Pressemitteilung vom 23.09.2021

    Die deutsche Wirtschaft erholt sich weiter von der Corona-Krise, verliert dabei aber zunächst an Fahrt. Fortbestehende Vorsichtsmaßnahmen zum Infektionsschutz und Lieferengpässe bei Vorprodukten erweisen sich als hartnäckiger und gravierender als erwartet und verschieben den Schlussspurt in das kommende Jahr. Das IfW Kiel revidiert in seiner jüngsten Konjunkturprognose seine Erwartungen für dieses Jahr nach unten und für nächstes Jahr nach oben. 2021 ist mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,6 Prozent zu rechnen (bislang 3,9), 2022 dann mit 5,1 Prozent (bislang 4,8). 2023 dürfte die Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent steigen.

    „Der Aufholprozess bleibt intakt, bekommt aber über das Winterhalbjahr eine Delle”, sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths anlässlich der heute veröffentlichen Konjunkturprognosen für Deutschland, den Euroraum und die Weltwirtschaft.

    Insgesamt beläuft sich der Verlust an Wirtschaftsleistung durch die Corona-Krise in den Jahren 2020 bis 2022 auf schätzungsweise 320 Mrd. Euro. Die Lieferengpässe kosten die Industrie in diesem Jahr schätzungsweise 40 Milliarden Euro Wertschöpfung kosten, von der ein großer Teil nachgeholt werden dürfte, sobald die Lieferengpässe überwunden sind.

    Mit der zunächst schwächeren Erholung dürfte die deutsche Wirtschaft ihr Vorkrisenniveau erst im ersten Quartal 2022 erreichen und damit ein halbes Jahr später, als noch in der Sommerprognose erwartet. Ab Jahresmitte dürften die Produktionskapazitäten wieder mindestens normal ausgelastet sein. Infolge der kräftigeren Dynamik im kommenden Jahr schließt die wirtschaftliche Aktivität dann gegen Ende des Jahres 2022 zu dem Niveau auf, das in der Sommerprognose erwartet worden war.

    „Der Impuls für den konjunkturellen Zwischenspurt im kommenden Jahr rührt vom Wegfall der bis dahin hemmenden Faktoren. So dürften mit der dann final abflauenden Pandemie weite Teile der kontaktintensiven Dienstleistungsbereiche zum Normalbetrieb zurückkehren, und mit dem Überwinden der Lieferengpässe kann der rekordhohe Auftragsüberhang in der Industrie abgearbeitet werden”, so Kooths. „Kaufkraft satt bei den Konsumenten und prall gefüllte Auftragsbücher in den Unternehmen – so sieht ein selbsttragender Aufschwung aus. Weitere Konjunkturprogramme würden in dieser Lage Öl ins Feuer gießen und letztlich destabilisierend wirken.”

    „Die Lücke zwischen Auftragseingängen und Industrieproduktion klafft immer weiter auseinander und nimmt gegenwärtig vor allem aufgrund fehlender Vorprodukte historisch nicht gekannte Dimensionen an. Allein vor den Häfen von Los Angeles und Ningbo-Zhoushan sind derzeit 6 Prozent der weltweiten Frachtkapazitäten durch Staus gebunden. Das ist schlecht für die deutsche Wirtschaftsleistung und treibt die Preise“, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.

    Inflationsrate bleibt hoch, Beschäftigung erreicht demografiebedingt Zenit

    Der private Verbrauch dürfte im nächsten Jahre mit einer Rate von fast 8 Prozent so kräftig zulegen wie noch nie in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte. Während der Pandemie hat sich Kaufkraft von über 200 Milliarden Euro aufgestaut, die die ohnehin expansiv wirkende Rückkehr zu normalen Konsumgewohnheiten zusätzlich verstärkt.

    Die Verbraucherpreise steigen im laufenden Jahr mit einer Rate von 2,9 Prozent so stark wie seit fast dreißig Jahren nicht mehr, wobei sich die Inflationsdynamik in der zweiten Jahreshälfte noch beschleunigen und in der Spitze die 4-Prozent-Marke reißen dürfte. Auch wenn im kommenden Jahr einige Sonderfaktoren wegfallen, wird sich der Teuerungsdruck nur allmählich abbauen und die Inflationsrate erst im Jahr 2023 die 2-Prozent-Marke wieder unterschreiten.

    Die Delle im Aufholprozess wird zwar das Tempo des Beschäftigungsaufbaus zunächst etwas dämpfen, insgesamt stehen die Zeichen am Arbeitsmarkt jedoch auf eine recht zügige Überwindung der Corona-Krise. Im Verlauf des kommenden Jahres dürfte das Vorkrisenniveau der Arbeitslosenquote nahezu erreicht werden.

    Die Arbeitslosenquote dürfte von 5,7 Prozent in diesem Jahr auf 5,3 Prozent im nächsten Jahr sinken. 2023 dürfte sie weiter auf 5,1 Prozent zurückgehen, zugleich wird wohl infolge des demografischen Wandels der Zenit bei der Beschäftigung überschritten und die Anzahl an erwerbstätigen Personen fortan alterungsbedingt tendenziell rückläufig sein.

    Mit der Belebung der Industrie im kommenden Jahr können auch die Ausfuhren und Investitionen wieder kräftiger anziehen. Der Export dürfte mit Raten von 8,1 Prozent im laufenden Jahr und von 5,8 bzw. 4,2 Prozent in den Jahren 2022 und 2023 zulegen, und die Unternehmensinvestitionen dürften nach 3,1 Prozent 2021 in den kommenden beiden Jahren ein Plus von 6,2 bzw. 4,6 Prozent verzeichnen.

    Finanzierungsdefizit sinkt, Sozialabgaben steigen

    Das Defizit im Staatshaushalt steigt in diesem Jahr nochmals von 145 Mrd. Euro auf gut 173 Mrd. Euro (4,9 Prozent des BIP). Grund ist vor allem, dass viele Hilfsgelder und Subventionen für die Wirtschaft zur Bewältigung der Corona-Krise erst in diesem Jahr fließen. Ab dem nächsten Jahr erholen sich die öffentlichen Haushalte vom Corona-Einschlag. Im Zuge der Erholung steigen die Staatseinahmen, auch fließen Gelder aus dem „Next Generation EU“-Programm.

    Der Fehlbetrag sinkt dann auf gut 60 Mrd. Euro im Jahr 2022 (1,7 Prozent/BIP) und auf knapp 30 Mrd. Euro im Jahr 2023 (0,7 Prozent/BIP). Dagegen dürften die Sozialversicherungen vor steigenden finanziellen Herausforderungen stehen und die Abgabenlast zunehmen. „Um einen deutlich höheren Rentenbeitragssatz wird man kaum herumkommen. Planmäßig steigt zudem der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung, und einige Krankenkassen dürften die Zusatzbeiträge anpassen, da die Zuschüsse des Bundes reduziert werden“, so Kooths.

    Hohe Inflation auch im Euroraum

    Für den Euroraum rechnet das IfW Kiel mit einer nachhaltigen Normalisierung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens und mit wieder kräftigeren Zuwächsen der Wirtschaftsleistung. Das BIP dürfte im laufenden Jahr um 5,1 Prozent zulegen, gefolgt von 4,4 Prozent (2022) und 2,4 Prozent (2023). Die Verbraucherpreise steigen im laufenden Jahr aufgrund zahlreicher temporärer Sonder- und Basiseffekte wohl mit 2,2 Prozent recht stark. In den Folgejahren dürfte die Teuerung mit 1,8 Prozent (2022) und 1,7 Prozent (2023) wieder unterhalb des Inflationsziels der Europäischen Zentralbank liegen.

    Die Dynamik der weltweiten Konjunkturerholung hat sich im ersten Halbjahr 2021 als Folge von neuen Covid-19-Schüben und Problemen in den Lieferketten deutlich verlangsamt, dennoch bleibt der kräftige Aufwärtstrend intakt. Die Weltproduktion dürfte in diesem Jahr um 5,7 Prozent zulegen (bislang wurden 6,7 Prozent erwartet) und im nächsten Jahr um 5 Prozent (bislang 4,8 Prozent). Auch 2023 wird die weltwirtschaftliche Aktivität mit 3,8 Prozent voraussichtlich nochmals recht kräftig zunehmen.

    Quelle: IfW Kiel

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  • Im August 2021 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber Juli 2021 kalender- und saisonbereinigt um 1,3 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, lagen die Exporte in Drittstaaten kalender- und saisonbereinigt 7,3 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 23.09.2021

    Exporte in Drittstaaten, August 2021

    • 48,6 Milliarden Euro
    • -1,3 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
    • +12,6 % zum Vorjahresmonat

    Im August 2021 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber Juli 2021 kalender- und saisonbereinigt um 1,3 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, lagen die Exporte in Drittstaaten kalender- und saisonbereinigt 7,3 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

    Nach vorläufigen Ergebnissen wurden im August 2021 Waren im Wert von 48,6 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2020 stiegen die Exporte im August 2021 um 12,6 %.

    Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren im August 2021 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 9,4 Milliarden Euro exportiert. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber August 2020 um 22,6 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 7,8 Milliarden Euro exportiert, das waren 6,5 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken im Vorjahresvergleich um 15,7 % auf 4,8 Milliarden Euro.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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  • Die Wiedereinführung einer Homeoffice-Pflicht für Unternehmen ist nicht vorgesehen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/32394) auf eine Anfrage der FDP-Fraktion.

    Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 22.09.2021

    Die Wiedereinführung einer Homeoffice-Pflicht für Unternehmen ist nicht vorgesehen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/32394) auf eine Kleine Anfrage (19/31879) der FDP-Fraktion. Allerdings sei aktuell die Impfquote in der Erwerbsbevölkerung immer noch nicht ausreichend. Angesichts des erneuten starken Anstiegs der Infektionszahlen seien Ungeimpfte dem Risiko einer COVID-19-Infektion und ihrer Übertragung in besonderer Weise ausgesetzt, erläutert die Regierung. „Daher sind zusätzliche Beiträge der Arbeitgeber zur Erhöhung der Impfbereitschaft innerhalb der Belegschaften vorgesehen. Mit der Verlängerung und Erweiterung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung werden somit die Beschlüsse der Bund-Länder-Besprechung vom 10. August 2021 umgesetzt, die Infektionsausbrüchen in den Unternehmen vorbeugen sollen.“

    Quelle: Deutscher Bundestag, hib-Nr. 1032/2021

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  • Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose für 2021 um 0,8 Prozentpunkte gesenkt und für 2022 um 0,8 Prozentpunkte erhöht.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 22.09.2021

    Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose für 2021 um 0,8 Prozentpunkte gekappt und für 2022 um 0,8 Prozentpunkte erhöht. „Die ursprünglich für den Sommer erwartete kräftige Erholung nach Corona verschiebt sich weiter“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr nur noch um 2,5 Prozent zulegen, im kommenden Jahr dann aber um 5,1 Prozent. 2023 werden es nur noch 1,5 Prozent. „Derzeit schrumpft die Produktion der Industrie als Folge von Lieferengpässen bei wichtigen Vorprodukten. Gleichzeitig erholen sich die Dienstleister kräftig von der Corona-Krise. Die Konjunktur ist gespalten“, sagt er.

    „Der plötzliche Anstieg der weltweiten Nachfrage hin zu langlebigen Konsumgütern, elektronischen Artikeln, sowie speziellen medizinischen Produkten hat viele Hersteller von industriellen Vorprodukten an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht. Zudem wurden die globalen Lieferketten als Folge stark veränderter Warenströme vor enorme logistische Herausforderungen gestellt“, fügt Wollmershäuser hinzu.

    Dagegen profitieren die privaten Konsumausgaben vom Abflauen der Corona-Krise. Vor dem Hintergrund des Impffortschritts stützen zudem die günstigeren Einkommens- und Beschäftigungsaussichten. So beschleunigte sich im zweiten Vierteljahr der Beschäftigungsaufbau bei den Dienstleistern kräftig und die Arbeitslosigkeit ging deutlich zurück. Auch die Kurzarbeit wurde spürbar abgebaut und wird im kommenden Jahr ihr Vorkrisenniveau erreichen.

    Die Zahl der Arbeitslosen dürfte zurückgehen von 2,6 Millionen in diesem Jahr über 2,4 im kommenden auf 2,3 Millionen im Jahre 2023. Damit sinkt die Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent in diesem Jahr auf 5,1 und 4,9 Prozent. Die Preise dürften in diesem Jahr um 3,0 Prozent anziehen, dann um 2,3 Prozent und schließlich nur noch um 1,6 Prozent im Jahre 2023.

    Das Defizit im Staatshaushalt (Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherungen) dürfte in diesem Jahr 157,3 Milliarden Euro erreichen und dann auf 52,1 Milliarden Euro schrumpfen im kommenden Jahr. Im Jahr 2023 dürfte der Staatshaushalt dann erstmals wieder ausgeglichen sein. Diese Prognose wurde unter der Annahme getroffen, dass nur die derzeit beschlossenen wirtschafts- und finanzpolitischen Pakete umgesetzt werden.

    Der international viel kritisierte Überschuss in der Leistungsbilanz wird in diesem Jahr 218 Mrd. Euro erreichen, dann steigen auf 220 und schließlich 234 Milliarden Euro erreichen. Das sind erst 6,2 Prozent, dann 5,9 Prozent und schließlich 6,1 Prozent der Wirtschaftsleistung.

    Quelle: ifo Institut

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  • Der Nominallohnindex in Deutschland war im 2. Quartal 2021 um 5,5 % höher als im Vorjahresquartal. Der Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 2,4 %. Dies ergibt einen realen (preisbereinigten) Verdienstzuwachs von 3,0 %, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.09.2021

    Nominallöhne 5,5 % über dem Wert des Vorjahresquartals

    Der Nominallohnindex in Deutschland war im 2. Quartal 2021 um 5,5 % höher als im Vorjahresquartal. Der Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 2,4 %. Dies ergibt einen realen (preisbereinigten) Verdienstzuwachs von 3,0 %.

    „Damit wurden zwar die nominalen Lohneinbußen um 4,0 % aus dem 2. Quartal 2020 überkompensiert. Der deutliche Anstieg der Inflation hat aber dazu geführt, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer real noch nicht wieder so viel verdienen wie vor der Krise“ sagt Susanna Geisler, Referentin der Verdienststatistik im Statistischen Bundesamt. Im 2. Quartal 2020 hatte es mit nominal -4,0 % und real -4,7 % die bisher stärksten Lohneinbußen seit der Finanzkrise 2008/09 gegeben.

    Normalisierung: Weniger Kurzarbeit lässt die Löhne wieder ansteigen

    Bedingt durch die zunehmenden Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wurde im 2. Quartal 2021 weniger Kurzarbeit in Anspruch genommen. Dies führte zu gestiegenen Bruttomonatsverdiensten, da sich die Wochenarbeitszeit wieder normalisierte und das Kurzarbeitergeld nicht zum Bruttoverdienst zählt: Insgesamt hat sich die bezahlte Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten im Vergleich zum Vorjahresquartal um durchschnittlich 4,2 % auf 38,3 Stunden erhöht. Damit wurde das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht: Im 2. Quartal 2019 hatte dieser Wert bei 39,2 Stunden gelegen.

    Stärkerer Verdienstanstieg in den unteren Leistungsgruppen

    In der Unterscheidung nach Leistungsgruppen war der Verdienstanstieg gemessen am Nominallohnindex im 2. Quartal 2021 bei den ungelernten beziehungsweise angelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit jeweils 9,3 % am höchsten. Diese Gruppen wiesen im Vorjahresquartal die größten Verdienstrückgänge (-7,4 % beziehungsweise -8,9 %) auf, sodass hier ein Aufholeffekt stattgefunden hat. Herausgehobene Fachkräfte (4,6 %) und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in leitender Stellung (3,4 %) wiesen im 2. Quartal 2021 unterdurchschnittliche Verdienstzuwächse auf. Sie waren allerdings im Vorjahresquartal auch weniger stark von Verdienstrückgängen (-2,4 % beziehungsweise -2,0 %) betroffen.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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  • Die Corona-Pandemie ist angesichts von Kurzarbeit und Jobverlusten auch finanziell eine schwierige Zeit für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Noch schlimmer hat es zum Teil die Selbstständigen erwischt, wie eine neue Studie des WSI der Hans-Böckler-Stiftung zeigt.

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 21.09.2021

    Die Corona-Pandemie ist angesichts von Kurzarbeit und Jobverlusten auch finanziell eine schwierige Zeit für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Noch schlimmer hat es zum Teil die Selbstständigen erwischt, wie eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Mehr als ein Drittel von ihnen hat im Verlauf der Krise Einkommen eingebüßt. Der Anteil der Selbstständigen, die sich Sorgen um ihre Beschäftigung und wirtschaftliche Existenz machen, liegt um rund 50 Prozent höher als unter abhängig Beschäftigten, ergibt die Untersuchung der WSI-Forschenden PD Dr. Karin Schulze Buschoff und Dr. Helge Emmler. Insbesondere Solo-Selbstständige, die ohnehin oft unter prekären Bedingungen arbeiten, habe die Krise schwer belastet. „Die Erfahrung mit der Pandemie verdeutlicht, dass der Mangel an sozialer Absicherung für Selbstständige eine schwerwiegende und folgenreiche Lücke in den Sozialversicherungssystemen darstellt“, heißt es in der Studie. Um diese Lücke zu schließen, sollten Selbstständige möglichst umfassend in die obligatorischen staatlichen Versicherungssysteme einbezogen werden.

    Schulze Buschoff und Emmler haben Daten der Erwerbspersonenbefragung der Hans-Böckler-Stiftung ausgewertet, für die zuletzt im Juli 2021 gut 5.000 Erwerbstätige und Arbeitssuchende interviewt worden sind. Dank gezielter Aufstockung der Stichprobe standen Angaben von insgesamt 1.350 Selbstständigen zur aktuellen Situation zur Verfügung. Zusätzlich wurden die Aussagen von 208 Selbstständigen berücksichtigt, die an allen fünf Befragungswellen seit April 2020 teilgenommen haben.

    Die befragten Selbstständigen weisen soziodemografisch einige Besonderheiten auf: Sie sind im Schnitt älter als der Rest der Stichprobe, mehrheitlich Männer und haben häufiger Abitur oder einen Hochschulabschluss. 55 Prozent sind Solo-Selbstständige, haben also keine Mitarbeiter, 14 Prozent sind zusätzlich auch abhängig beschäftigt.

    Ein Drittel hat den zeitlichen Umfang der Selbstständigkeit in der Corona-Krise reduziert. Verantwortlich dafür machen über 40 Prozent der Betroffenen „betriebliche Gründe“, also zum Beispiel Auftragseinbrüche oder Lieferengpässe. Zwei Drittel derjenigen, die ihre selbstständige Tätigkeit zurückgefahren haben, führen gesetzliche Vorgaben aufgrund der Corona-Pandemie an. Das heißt: Mehr als jeder fünfte Selbstständige musste wegen Corona-bedingter Einschränkungen seine Tätigkeit reduzieren. Demgegenüber blieb bei 55 Prozent der zeitliche Umfang ihrer Tätigkeit unverändert, 13 Prozent berichten von mehr Arbeit.

    Unter den befragten Selbstständigen gaben im April 2020 33 Prozent und im Juli 2021 noch 21 Prozent an, „zeitlich spürbar weniger“ als vor der Pandemie gearbeitet haben – deutlich mehr als unter abhängig Beschäftigten. Die Arbeitszeiten sind insbesondere bei den Solo-Selbstständigen zum Teil massiv eingebrochen: Im Schnitt kamen diese im Frühjahr 2020 nur noch auf zwei Drittel ihres üblichen Pensums. Aktuell liegen sie mit durchschnittlich 31,9 Wochenstunden weiterhin weit unter dem Vorkrisenniveau von 37,7 Stunden, während sich die Arbeitszeiten bei den anderen Befragten im Mittel wieder weitgehend normalisiert haben.

    Seit Beginn der Krise machen sich Selbstständige durchgehend häufiger Sorgen um ihre eigene Beschäftigung und ihre wirtschaftliche Existenz: Im April 2020 betrug der Anteil 35 Prozent, zuletzt waren es 19 Prozent, im Vergleich zu 22 und 12 Prozent bei den abhängig Beschäftigten. Die Selbstständigen nehmen ihre Arbeitssituation auch deutlich häufiger als äußerst oder stark belastend wahr. Finanziell stark belastet fühlten sich vor allem die Solo-Selbstständigen: im Frühjahr 2020 zu 44 Prozent, im Juli 2021 zu 27 Prozent. Bei den Arbeitnehmern waren 22 beziehungsweise 15 Prozent betroffen.

    Anteil mit Niedrigeinkommen doppelt so groß wie vor der Krise, besonders betroffen: solo-selbstständige Frauen

    Dass sich die Corona-Krise negativ auf das Einkommen ausgewirkt hat, bejahen 21 Prozent der abhängig Beschäftigten und 37 Prozent der Selbstständigen. Unter den Solo-Selbstständigen sind es sogar 44 Prozent. Auf eigene Ersparnisse zurückgreifen mussten 41 Prozent von ihnen, im Vergleich zu 22 Prozent der abhängig Beschäftigten. Während sich an der Einkommensverteilung bei den Arbeitnehmern wenig verändert hat, ist bei den Selbstständigen eine klare Verschiebung nach unten festzustellen: Der Anteil derjenigen mit weniger als 1.500 Euro netto im Monat hat sich verdoppelt. Am stärksten betroffen sind hier solo-selbstständige Frauen, von denen aktuell 33 Prozent weniger als 1.500 Euro verdienen. Von den solo-selbstständigen Männern fallen 18 Prozent in diese Kategorie.

    Die Ergebnisse zeigten, dass die Corona-Krise die sozialen Nöte vieler Solo-Selbstständiger weiter verschärft hat, stellen Schulze Buschoff und Emmler fest. Um diese Nöte zu lindern, plädieren sie dafür, eine „sozialversicherungsrechtliche Gleichbehandlung von Selbstständigen und abhängig Beschäftigten“ anzustreben. Konkret sei eine allgemeine Altersvorsorgepflicht dringend nötig, und zwar in der gesetzlichen Rentenversicherung. Der fehlende Arbeitgeberanteil bei Selbstständigen lasse sich zum Teil durch Zuschüsse aus Steuermitteln kompensieren. Bei der Krankenversicherung brauche es Beiträge, die sich am realen Einkommen orientieren. Im Hinblick auf die Arbeitslosenversicherung wäre nicht nur eine weitere Öffnung für Selbstständige wünschenswert, sondern eine Versicherungspflicht, um eine „negative Risikoselektion zulasten der Versicherungsgemeinschaft“ zu verhindern.

    Auch Tarifverträge für Solo-Selbstständige halten die WSI-Forscher für sinnvoll. Sie verweisen auf die in der Medien- und Kulturbranche geltende Regelung, die Tarifverträge für arbeitnehmerähnliche Personen vorsieht, deren Einkommen zu mindestens einem Drittel von einem Auftraggeber stammt. Diese Regelung könnte auf andere Branchen wie zum Beispiel den Bereich berufliche Bildung ausgeweitet werden. Im europäischen Recht sollte ein Recht auf Tarifverhandlungen festgeschrieben werden, das allen Erwerbstätigen zusteht, einschließlich Plattformbeschäftigten und Selbstständigen.

    Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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  • Die elektronische Rechnung kommt in Deutschland immer schneller voran. Inzwischen versenden 4 von 10 Unternehmen (43 Prozent) E-Rechnungen. Vor einem Jahr lag der Anteil erst bei rund einem Drittel (3o Prozent), vor drei Jahren war es nur jedes Fünfte (19 Prozent). Vor allem in kleineren Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten hat die E-Rechnung lt. Bitkom einen kräftigen Schub bekommen.

    Bitkom, Pressemitteilung vom 21.09.2021

    • 4 von 10 Unternehmen erstellen E-Rechnungen
    • Vor allem kleinere Unternehmen setzen verstärkt auf das elektronische Format
    • Bitkom veröffentlicht Referenzprojekte zur E-Rechnung

    Die elektronische Rechnung kommt in Deutschland immer schneller voran. Inzwischen versenden 4 von 10 Unternehmen (43 Prozent) E-Rechnungen. Vor einem Jahr lag der Anteil erst bei rund einem Drittel (3o Prozent), vor drei Jahren war es nur jedes Fünfte (19 Prozent). Vor allem in kleineren Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten hat die E-Rechnung einen kräftigen Schub bekommen. Hier hat sich der Anteil derjenigen, die Rechnungen in einem elektronischen Format verschicken, innerhalb von zwölf Monaten von 22 auf 43 Prozent fast verdoppelt. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 502 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Von einer E-Rechnung wird gesprochen, wenn die Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt sowie empfangen wird und das Format eine automatische und elektronische Verarbeitung erlaubt. „Die elektronische Rechnungserstellung hat in der Corona-Pandemie ihre Vorteile besonders ausspielen können, auch weil sie sich perfekt für das Arbeiten im Homeoffice eignet“, sagt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom. „E-Rechnungen haben aber noch eine Vielzahl weiterer Vorteile: Sie sparen durch die automatisierte Übernahme in bestehende digitale Abrechnungssysteme Zeit und Kosten, sie lassen sich schneller und kostengünstiger zustellen und nicht zuletzt sind sie umweltfreundlicher als ein Versand auf Papier.“

    Zur Verbreitung von E-Rechnungen dürfte auch beigetragen haben, dass diese für Lieferanten des Bundes seit November 2020 verpflichtend sind. Unternehmen, die E-Rechnungen in strukturierten Formaten versenden, greifen dazu am häufigsten auf den EDI-Standard (57 Prozent) zurück, dahinter folgen ZUGFeRD (45 Prozent) und XRechnung (26 Prozent). Allerdings gibt es weiterhin noch großes Potenzial für die E-Rechnung in Deutschland. So sind unstrukturierte Rechnungsformate wie die digitale Rechnung im PDF-Format (60 Prozent) oder die Papierrechnung (87 Prozent) nach wie vor weit verbreitet. Britze: „Eine Rechnung als PDF zu versenden ist schon besser als eine Papierrechnung, allerdings entfaltet die Digitalisierung des Rechnungsprozesses erst ihr volles Potenzial, wenn nicht allein das Papierformat in ein elektronisches Abbild überführt wird, sondern geeignete strukturierte Formate genutzt werden.“

    Bitkom hat auf einer Themenseite zur E-Rechnung neben Praxishilfen insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen aktuell auch eine Reihe von Referenzprojekten zur E-Rechnung veröffentlicht.

    Quelle: Bitkom

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  • Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im August 2021 um 12,0 % höher als im August 2020. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 1974 (+12,4 %), als die Preise im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise stark gestiegen waren.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.09.2021

    Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), August 2021

    • +1,5 % zum Vormonat
    • +12,0 % zum Vorjahresmonat

    Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im August 2021 um 12,0 % höher als im August 2020. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 1974 (+12,4 %), als die Preise im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise stark gestiegen waren. Im Juli 2021 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei 10,4 % und im Juni 2021 bei 8,5 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise um 1,5 %.

    Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber August 2020 war die Preisentwicklung bei Energie, gefolgt von der Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern.

    Starke Preissteigerungen bei allen Energieträgern

    Die Energiepreise waren im August 2021 im Durchschnitt 24,0 % höher als im Vorjahresmonat und 3,3 % höher als im Vormonat Juli 2021. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatte Erdgas in der Verteilung mit einem Plus von 44,2 %.

    Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 8,3 % höher als im August 2020.

    Hohe Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern, vor allem bei Holz, Sekundärrohstoffen und Metallen

    Vorleistungsgüterwaren 17,1 % teurer als im August 2020 und 1,4 % teurer als im Vormonat Juli 2021. Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Nadelschnittholz (+124 %) und bei Sekundärrohstoffen (+104 %), aber auch bei Verpackungsmitteln aus Holz (+89,4 %) und Betonstahl in Stäben (+87,2 %). Metalle waren im Durchschnitt insgesamt 34,9 % teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 58,0 % höher, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 23,0 % mehr. Auch im August dürfte der starke Preisanstieg bei den Stahl- und Holzpreisen insbesondere in der hohen Nachfrage im In- und Ausland sowie in Problemen in der Versorgung mit Rohstoffen begründet sein, bei den Stahlpreisen zusätzlich in den kräftigen Preissteigerungen für Eisenerzimporte (+109 % von Juli 2020 bis Juli 2021). Die Erzeugerpreise für chemische Grundstoffe wiesen ebenfalls ein starkes Plus gegenüber dem Vorjahresmonat auf (+20,0 %). Nur sehr wenige Vorleistungsgüter kosteten weniger als im Vorjahresmonat. Hierzu gehörte vor allem Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln (-15,9 %).

    Die Preise für Gebrauchsgüter waren im August 2021 um 2,8 % höher als ein Jahr zuvor, insbesondere durch die Preisentwicklung für Möbel (+3,9 %). Investitionsgüter, wie beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge, kosteten 2,4 % mehr (+0,6 % gegenüber Juli 2021). Besonders hoch war hier der Preisanstieg gegenüber August 2020 bei Metallkonstruktionen (+13,9 %), aber auch bei Metallbehältern, Heizkörpern und Heizkesseln (+9,1 %).

    Preisanstieg bei Verbrauchsgütern vor allem durch gestiegene Preise für Öle und Fette

    Die Preise für Verbrauchsgüter waren im August 2021 um 2,1 % höher als im August 2020 und stiegen gegenüber Juli 2021 um 0,2 %. Nahrungsmittel waren 2,6 % teurer als im Vorjahr. Pflanzliche, nicht behandelte Öle kosteten 38,3 % mehr als im August 2020, Butter 16,4 % mehr. Weniger als im August 2020 kosteten vor allem Schweinefleisch (-3,1 %) und verarbeitete Kartoffeln (-2,1 %).

    Quelle: Statistisches Bundesamt

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