Bundesregierung, Mitteilung vom 22.04.2026
Bundesministerin Katherina Reiche hat die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung vorgestellt. Danach erwartet die Bundesregierung nur noch 0,5 Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2026 – auch als Folge der Auswirkungen des Irankrieges.
Vor dem Hintergrund des Konflikts im Nahen Osten senkt die Bundesregierung ihre Wachstumserwartung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt auf 0,5 Prozent für das Jahr 2026. Das sagte Bundeswirtschaftsministerin Reiche bei der Vorstellung der Frühjahrsprojektion in Berlin.
Die wirtschaftliche Entwicklung präsentiert sich aktuell ungünstiger als es zur Jahreswende erwartet wurde. Der Konflikt im Nahen Osten und die faktische Sperrung der Straße von Hormus führen weltweit zu Engpässen und Preisanstiegen für Energie und andere Rohstoffe zum Ende des ersten Quartals. Insbesondere die höheren Preise treffen auch Unternehmen und private Haushalte in Deutschland.
Stützen der deutschen Wirtschaft
Trotz der daraus folgenden Kaufkraftverluste bleibt der private Konsum eine Stütze der deutschen Wirtschaft und die Binnennachfrage Treiber für die Erholung der deutschen Wirtschaft. Auch Steuerimpulse sowie Staatsaufträge – insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und Verteidigung – werden zu Anlageinvestitionen und zur gesamtgesellschaftlichen Belebung beitragen.
Zölle und andere protektionistische Maßnahmen belasten den internationalen Handel zusätzlich zum Irankrieg. Dadurch und durch verminderte Wettbewerbsfähigkeit bleibt die deutsche Exportentwicklung schwach. Wesentlich für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind auch die Entwicklungen des Konfliktes im Nahen Osten. Entsprechend bestehen erhebliche Ungewissheiten.
Bruttoinlandsprodukt wächst verhalten
Diese Situation führt zu einer anderen Erwartung der Bundesregierung als noch zum Jahresanfang. Sie rechnet nun nur noch mit einem verhaltenen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent für das Jahr 2026. Fiskalische Impulse könnten spürbar werden und die Belastungen sich schrittweise verringern, falls sich der Konflikt bald beruhigt. Für 2027 rechnet die Bundesregierung mit einem realen BIP-Zuwachs von 0,9 Prozent.
Anstieg der Inflationsrate erwartet
Die Regierung rechnet mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent für 2026 und 2,8 Prozent im kommenden Jahr. „Mit dem Kraftstoffmaßnahmenpaket und mit dem Energie-Sofortprogramm haben wir als Bundesregierung schnell und entschlossen reagiert, um die Bürger und unsere Unternehmen zu entlasten“, sagte sie.
Das helfe zwar kurzfristig, löse aber nicht die strukturellen Ursachen der deutschen Wachstumsschwäche. Reiche betonte, es brauche tiefgreifende Reformen für eine wieder wettbewerbsfähige Wirtschaft. Das zählen nach Angaben der Ministerin die im internationalen Vergleich zu hohe Steuer- und Abgabenlast, eine weitere Senkung der Energiekosten sowie den Bürokratieabbau.
Die Frühjahrsprojektion folgt dem Jahreswirtschaftsbericht, der Anfang des Jahres vorgestellt wurde und dient als Grundlage für die Steuerschätzung sowie die Haushaltsplanungen von Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen.
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Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Bundesregierung.
Quelle: Bundesregierung
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