Inflationserwartungen steigen deutlich an

91 Prozent der Befragten nennen die Entwicklung der Energiepreise als Haupttreiber der gestiegenen Inflationserwartungen. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse des aktuellen ZEW-Finanzmarkttests auf ein stabiles Zinsniveau hin. Senkungen des Leitzinses erscheinen kurzfristig deutlich unwahrscheinlicher.

ZEW, Pressemitteilung vom 24.04.2026

ZEW-Finanzmarkttest zeigt erhöhten Preisdruck und begrenzten Zinsspielraum

Die Inflationserwartungen von Finanzmarktexperten und -expertinnen für die Eurozone haben sich im April 2026 deutlich nach oben verschoben. Für das laufende Jahr liegt die erwartete Teuerungsrate im Median bei 2,7 Prozent und damit klar über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent. 91 Prozent der Befragten nennen die Entwicklung der Energiepreise als Haupttreiber der gestiegenen Inflationserwartungen. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse des aktuellen ZEW-Finanzmarkttests auf ein stabiles Zinsniveau hin. Senkungen des Leitzinses erscheinen kurzfristig deutlich unwahrscheinlicher.

„Vor diesem Hintergrund ergibt sich eine Risikolage, bei der die EZB in beide Richtungen eingeschränkt ist – zu frühe Zinssenkungen würden den Inflationsdruck verstärken, während eine zu rasche Straffung das ohnehin schwache Wachstum zusätzlich belasten könnte“, sagt Dr. Lora Pavlova, Leiterin des ZEW-Finanzmarkttests und Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“.

„Solange die Inflationserwartungen erhöht bleiben, ist geldpolitischer Spielraum nach unten kaum vorhanden. Ein stabiles Zinsniveau gilt damit als wahrscheinlichstes Szenario, während sowohl rasche Zinssenkungen als auch eine dauerhafte Straffung vom Marktkonsens weitgehend ausgeschlossen werden“, ergänzt Anna-Lena Herforth, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“.

Zinserwartungen spiegeln geldpolitischen Zielkonflikt wider

Für die kommenden Monate rechnen die Expertinnen und Experten überwiegend mit einem stabilen Zins. Die Einschätzungen zum Zinspfad bis Ende 2026 zeigen eine abwartende Haltung: Eine Mehrheit erwartet zunächst keine Veränderung der Leitzinsen. Doch die Zinserwartungen für das Ergebnis der EZB-Ratssitzung im Juni gehen auseinander: 48 Prozent der Expertinnen und Experten gehen hier von stabilen Zinsen aus, während rund 47 Prozent mit einem Zinsschritt von zwischen 16 und 25 Basispunkten rechnen. Für die Sitzungen nach der Sommerpause wird mehrheitlich keine Zinsanpassung erwartet. Einzelne Stimmen antizipieren jedoch bereits eine graduelle Zinssenkung im Q4 2026.

Energiepreise treiben Inflationserwartungen

Als Haupttreiber der gestiegenen Inflationserwartungen nennen 91 Prozent der Befragten die Entwicklung der Energiepreise. Auch steigende Preise für andere Rohstoffe sowie anhaltende Lieferengpässe tragen maßgeblich zur Aufwärtsrevision bei. Geopolitische Spannungen und internationale Handelskonflikte verstärken den Preisdruck zusätzlich. Dämpfende Effekte gehen hingegen von der Aufwertung des Euro und einer schwächeren Konjunktur im Euroraum aus, diese spielen insgesamt aber eine untergeordnete Rolle.

Quelle: ZEW

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IMK Konjunkturindikator: Rezessionsrisiko durch Iran-Krieg spürbar gestiegen

Der Iran-Krieg hat das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten in eine Rezession gerät, deutlich erhöht. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des IMK der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 24.04.2026

Der Iran-Krieg hat das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten in eine Rezession gerät, deutlich erhöht. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, der die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt. Für das zweite Quartal von April bis Ende Juni 2026 weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 33,5 Prozent aus. Anfang März betrug sie für die folgenden drei Monate noch 11,6 Prozent. Gleichzeitig ist die statistische Streuung im Indikator, die eine Verunsicherung von Wirtschaftsakteuren widerspiegelt, gestiegen. Deshalb schaltet der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator erstmals seit Oktober 2025 von „gelb-grün“, was für ein moderates Wachstum spricht, auf „gelb-rot“. Diese Phase markiert eine erhöhte konjunkturelle Unsicherheit.

Maßgeblich für den Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit sind vor allem Eintrübungen bei Finanzmarkt- und Stimmungsindikatoren. Dazu zählen unter anderem höhere Risikoprämien bei Kreditausfallversicherungen für Unternehmen, eine gestiegene Volatilität am Aktienmarkt sowie Zinsentwicklungen, die darauf schließen lassen, dass Finanzmarktakteure sich auf eine Anhebung der EZB-Leitzinsen einstellen. Zudem haben sich neben dem Geschäftsklima die vom ifo-Institut gemessenen Exporterwartungen deutscher Unternehmen verschlechtert, was damit zu tun hat, dass die Weltwirtschaft, darunter insbesondere das Wachstum vieler Schwellenländer, durch den Iran-Krieg belastet wird.

Die schlechteren wirtschaftlichen Aussichten ergeben sich somit sowohl aus Faktoren, die im Inland wirken, als auch international. „Mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran im März hat die Wahrscheinlichkeit für weitere Produktionsrückgänge aufgrund höherer Energiepreise und unterbrochener Lieferungen, insbesondere im Bereich der in Deutschland seit Beginn des Ukraine-Kriegs stark belasteten energieintensiven Industrien, zugenommen“, skizziert IMK-Forscher Dr. Thomas Theobald das aktuelle Konjunkturbild. „Für die kommenden Monate ist zudem mit einer spürbaren Dämpfung des privaten Verbrauchs zu rechnen, da die Energiepreisschocks zunächst die Öl-nahen Ausgaben der privaten Haushalte verteuern, aber sich auch nach und nach auf die Preise weiterer Güter und Dienstleistungen auswirken werden.“

Dullien: Entlastungssignale nicht durch Kürzungsdebatten entwerten

Die Bundesregierung handele richtig, wenn sie in der aktuellen Situation kurzfristig für Entlastung sorge, erklärt Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. Dabei hält er den temporären Tankrabatt, über den heute im Bundesrat abgestimmt wird, für ein „akzeptables Instrument“. Er schwäche zwar die Preissignale ab, habe aber eine Reihe von Vorteilen gegenüber allen anderen derzeit diskutierten Maßnahmen: „Er ist sehr schnell umsetzbar und er dämpft direkt die Inflation. Seine Verteilungswirkung ist weniger negativ als oft unterstellt, denn er kommt vor allem Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen zugute. Außerdem entlastet er das Gewerbe und beugt so Kostendruck in der Logistik und bei der Herstellung vieler Güter und Dienstleistungen vor.“

Ebenso wichtig sei, dass die Verbraucher*innen nicht immer wieder durch von der Politik angekündigten Abbau bei sozialer Sicherung und Arbeitsbedingungen verunsichert werden, mahnt Dullien. Das gelte für Belastungen durch die Gesundheitsreform ebenso wie für Deregulierungen bei der Arbeitszeit und immer wieder diskutierte Einschnitte bei der Alterssicherung oder beim Kündigungsschutz. „Alles, was den privaten Konsum weiter schwächt, ist aktuell ein schweres Wachstumsrisiko. Es ist widersinnig, richtigerweise Entlastungssignale zu setzen, diese dann aber postwendend zu entwerten – etwa, wenn beim Thema Rente unnötig zugespitzt wird“, warnt der IMK-Direktor.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Digitale Unternehmen sind produktiver

Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto produktiver ist es. Dieser Zusammenhang ist umso stärker ausgeprägt, je weiter die Digitalisierung des Unternehmens bereits fortgeschritten ist. Das sind die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie des ZEW Mannheim und von KfW Research.

ZEW/KfW Research, Pressemitteilung vom 23.04.2026

Gemeinsame Studie von ZEW und KfW Research

Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto produktiver ist es. Dieser Zusammenhang ist umso stärker ausgeprägt, je weiter die Digitalisierung des Unternehmens bereits fortgeschritten ist. Das sind die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie des ZEW Mannheim und von KfW Research. Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“, und Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, stellten die Studie am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Frankfurt vor.

„Der Bestand an Digital-Kapital in einem Unternehmen steht in einem klaren Zusammenhang zur Höhe der Produktivität. Je digitaler ein Unternehmen bereits aufgestellt ist, umso mehr profitiert es von zusätzlichen Digitalisierungsausgaben“, sagte Bertschek. „Offensichtlich sind stärker digitalisierte Unternehmen eher in der Lage, die Produktivitätspotenziale der Digitalisierung auszuschöpfen, als weniger digitalisierte Unternehmen. Dieses Ergebnis zeigt, dass erst einmal ein Grundstock an digitalem Kapital und an Erfahrung im Umgang mit den Technologien vorhanden sein muss, bevor Erfolge zu sehen sind.“

„Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Unternehmen in ihre Digitalisierung investieren. Die Investitionen sollten kontinuierlich und in ausreichender Höhe vorgenommen werden, um dauerhafte Wirkung zu entfalten und die Unternehmen wirklich nach vorne zu bringen“, sagte Schumacher. „Digitalisierung ist oftmals die technologische Basis, die Innovationen in Unternehmen erst ermöglicht. Deutschland benötigt dringend innovative Unternehmen.“

KfW-Daten ausgewertet

Die Studie zeigt, dass eine Erhöhung des digitalen Kapitalstocks eines Unternehmens um zehn Prozent mit einer um durchschnittlich 0,159 Prozent höheren Produktivität verbunden ist. In der Gruppe der Unternehmen mit der anfänglich höchsten Digitalisierung geht eine Steigerung ihres Digital-Kapitals um zehn Prozent bereits mit einer um 0,808 Prozent höheren Produktivität einher.

Ein höherer Digitalisierungsgrad unterstützt die Unternehmen zudem dabei, zu den produktivsten Unternehmen ihrer Branche aufzuschließen. Auch hier ist der Zusammenhang für stärker digitalisierte Unternehmen deutlich stärker ausgeprägt als für weniger digitalisierte Unternehmen.

Dabei ist zu beachten, dass das Digital-Kapital in Deutschland sehr ungleich verteilt ist. So verfügen die 25 Prozent der mittelständischen Unternehmen mit dem höchsten Bestand an Digital-Kapital über durchschnittlich 156.600 Euro. Dagegen beläuft sich der Digitalstock der 50 Prozent der Unternehmen mit dem geringsten Bestand auf Werte von durchschnittlich unter 50 Euro.

Zurückzuführen sind diese niedrigen Beträge darauf, dass insbesondere kleine Unternehmen nur in unregelmäßigen Abständen und nur kleine Summen für ihre Digitalisierung ausgeben. In Kombination mit der hohen Abschreibungsrate auf digitales Kapital führt dies dazu, dass der erreichte Bestand in den Folgejahren schnell wieder abschmilzt.

Die Analyse erfolgte auf Basis von Daten aus dem KfW-Mittelstandspanel für die Jahre 2017 bis 2022. Das KfW-Mittelstandspanel ist die einzige repräsentative Erhebung für den gesamten deutschen Mittelstand. Dafür werden Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro jährlich befragt. Der digitale Kapitalstock eines Unternehmens wurde anhand der Angaben zu den eigenen Ausgaben für Digitalisierungsvorhaben berechnet. Dazu zählen unter anderem Ausgaben für Projekte, Maßnahmen und Vorhaben zur Erneuerung der IT-Struktur, zur Digitalisierung von Produkten, Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie zur Neugestaltung von Arbeitsabläufen.

KfW-Studie: Digitalausgaben zurückgegangen

Aus dem neuen Digitalisierungsbericht von KfW Research, der ebenfalls am Donnerstag vorgestellt wurde, geht hervor, dass die Digitalisierungsaktivitäten des deutschen Mittelstands über alle Wirtschaftszweige hinweg zuletzt eingebrochen sind. Der Anteil der Unternehmen, die zwischen 2022 und 2024 ein Digitalisierungsvorhaben abgeschlossen haben, sank im Vergleich zu den Jahren 2021 bis 2023 um fünf Prozentpunkte auf 30 Prozent. Die Unternehmen investierten insgesamt 23,8 Milliarden Euro in ihre Digitalisierung – ein Minus von 8,1 Milliarden Euro, preisbereinigt sogar um 8,6 Milliarden Euro.

„Der durch die Corona-Krise ausgelöste Schub in der Digitalisierung ist zum Erliegen gekommen. Das ist sicherlich auch auf die schwierige konjunkturelle Lage zurückzuführen, die das Investitionsverhalten der Unternehmen hemmt“, sagte Schumacher.

In der langfristigen Perspektive haben die Digitalisierungsaktivitäten im Mittelstand aber zugenommen. Der Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Vorhaben sowie die aggregierten und durchschnittlichen Digitalisierungsausgaben der aktiven Unternehmen liegen höher als vor einem knappen Jahrzehnt.

Die Aktivitäten bleiben allerdings stark auf große und Vorreiterunternehmen konzentriert. So liegt der Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben bei großen Mittelständlern mit mehr als 50 Beschäftigten mehr als doppelt so hoch wie bei den kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitenden.

„Investitionen in die Digitalisierung zahlen sich mittel- bis langfristig aus. Aus wirtschaftspolitischer Perspektive bietet es sich an, die Unternehmen von der Notwendigkeit der Digitalisierung zu überzeugen und gezielte Anreize zur Stärkung der Digitalisierungsanstrengungen zu setzen“, sagte Schumacher. „Insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen sind die finanziellen Ressourcen oftmals knapp. Die finanzielle Förderung stellt daher einen wichtigen Ansatzpunkt dar.“

Bertschek sagte: „Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Kooperation mit digitalen Start-ups, von deren technologischem Know-how insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren können. Von zentraler Bedeutung ist zudem die Verbesserung und regelmäßige Aktualisierung der Digitalkompetenzen. Sie sind Voraussetzung dafür, dass Unternehmen die Vorteile der Digitalisierung für sich erschließen können. Die Integration von IT-Wissen in schulische, berufliche und akademische Ausbildungsinhalte ist ein Weg, um die digitale Vorbildung zu stärken.“

Quelle: ZEW

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0,6 % weniger Umsatz im Handwerk im Jahr 2024

Die rund 564.000 Handwerksunternehmen in Deutschland haben im Jahr 2024 einen Umsatz von 762 Mrd. Euro erwirtschaftet. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sank der Umsatz damit um 0,6 % und die Zahl der Handwerksunternehmen um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 23.04.2026

  • Umsatz von großen Handwerksunternehmen steigt, kleine Unternehmen verzeichnen dagegen einen Umsatzrückgang
  • Gesundheits- und Kfz-Gewerbe mit Umsatzsteigerungen, Rückgänge im Ausbau- und Bauhauptgewerbe sowie in Handwerken für den gewerblichen Bedarf
  • Anteil des Handwerks am Umsatz der Gesamtwirtschaft bei 7,8 %

Die rund 564.000 Handwerksunternehmen in Deutschland haben im Jahr 2024 einen Umsatz von 762 Milliarden Euro erwirtschaftet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sank der Umsatz damit um 0,6 % und die Zahl der Handwerksunternehmen um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt 2024 waren rund 6,0 Millionen Personen im Handwerk tätig. Darunter waren 4,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 1,3 Millionen geringfügig Beschäftigte.

Nach der Unternehmensgröße betrachtet erzielten große Handwerksunternehmen ab 50 Beschäftigten im Jahr 2024 einen Umsatzanstieg von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr, während kleine Handwerksunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten einen deutlichen Umsatzrückgang von 15,1 % verzeichneten.

Ausbaugewerbe die mit Abstand größte Gewerbegruppe im Handwerk

Besondere Bedeutung hat das Handwerk im Baugewerbe: Im Jahr 2024 waren knapp zwei Drittel (65,2 %) aller Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig Handwerksunternehmen. Die weitaus größte Gewerbegruppe innerhalb des Baugewerbes und des Handwerks insgesamt – sowohl bezogen auf die Zahl der Unternehmen als auch die tätigen Personen sowie den Umsatz – ist das Ausbaugewerbe. Im Jahr 2024 erwirtschafteten die 213.000 Handwerksunternehmen dort mit 1,6 Millionen tätigen Personen einen Umsatz von 213 Milliarden Euro. Damit sank die Zahl der Handwerksunternehmen im Ausbaugewerbe gegenüber dem Vorjahr um 2,1 % und der Umsatz um 3,2 %. Bei der Zahl der tätigen Personen ist ein Vergleich aufgrund eines Methodenwechsels nicht möglich.

Unterschiedliche Umsatzentwicklung nach Gewerbegruppen

Bei der Umsatzentwicklung unterschieden sich die Gewerbegruppen im Jahr 2024 zum Teil deutlich. Das größte Umsatzplus verzeichnete das Gesundheitsgewerbe mit einem Anstieg von 4,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Zu dieser Gewerbegruppe gehören unter anderem Augenoptiker/-innen, Hörakustiker/-innen und Zahntechniker/-innen. Einen kräftigen Umsatzanstieg verzeichnete auch das Kraftfahrzeuggewerbe (+3,3 % zum Vorjahr), während der Umsatz im Lebensmittelgewerbe nur leicht stieg (+0,6 %). Umsatzrückgänge wiesen dagegen neben dem Ausbaugewerbe (-3,2 %) auch das Handwerk für den gewerblichen Bedarf (-2,0 %) und das Bauhauptgewerbe (-1,2 %) auf.

Handwerk erwirtschaftet 7,8 % des Umsatzes der Gesamtwirtschaft

Der Anteil des Handwerks am Umsatz der Gesamtwirtschaft lag im Jahr 2024 bei 7,8 %, das waren 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Insgesamt waren im Handwerk 12,7 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland tätig. Der Anteil der Handwerksunternehmen an allen Unternehmen betrug 15,9 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Bundesregierung senkt Wachstumserwartung

Laut der Frühjahrsprojektion erwartet die Bundesregierung nur noch 0,5 Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2026 – auch als Folge der Auswirkungen des Irankrieges.

Bundesregierung, Mitteilung vom 22.04.2026

Bundesministerin Katherina Reiche hat die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung vorgestellt. Danach erwartet die Bundesregierung nur noch 0,5 Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2026 – auch als Folge der Auswirkungen des Irankrieges.

Vor dem Hintergrund des Konflikts im Nahen Osten senkt die Bundesregierung ihre Wachstumserwartung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt auf 0,5 Prozent für das Jahr 2026. Das sagte Bundeswirtschaftsministerin Reiche bei der Vorstellung der Frühjahrsprojektion in Berlin.

Die wirtschaftliche Entwicklung präsentiert sich aktuell ungünstiger als es zur Jahreswende erwartet wurde. Der Konflikt im Nahen Osten und die faktische Sperrung der Straße von Hormus führen weltweit zu Engpässen und Preisanstiegen für Energie und andere Rohstoffe zum Ende des ersten Quartals. Insbesondere die höheren Preise treffen auch Unternehmen und private Haushalte in Deutschland.

Stützen der deutschen Wirtschaft

Trotz der daraus folgenden Kaufkraftverluste bleibt der private Konsum eine Stütze der deutschen Wirtschaft und die Binnennachfrage Treiber für die Erholung der deutschen Wirtschaft. Auch Steuerimpulse sowie Staatsaufträge – insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und Verteidigung – werden zu Anlageinvestitionen und zur gesamtgesellschaftlichen Belebung beitragen.

Zölle und andere protektionistische Maßnahmen belasten den internationalen Handel zusätzlich zum Irankrieg. Dadurch und durch verminderte Wettbewerbsfähigkeit bleibt die deutsche Exportentwicklung schwach. Wesentlich für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind auch die Entwicklungen des Konfliktes im Nahen Osten. Entsprechend bestehen erhebliche Ungewissheiten.

Bruttoinlandsprodukt wächst verhalten

Diese Situation führt zu einer anderen Erwartung der Bundesregierung als noch zum Jahresanfang. Sie rechnet nun nur noch mit einem verhaltenen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent für das Jahr 2026. Fiskalische Impulse könnten spürbar werden und die Belastungen sich schrittweise verringern, falls sich der Konflikt bald beruhigt. Für 2027 rechnet die Bundesregierung mit einem realen BIP-Zuwachs von 0,9 Prozent.

Anstieg der Inflationsrate erwartet

Die Regierung rechnet mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent für 2026 und 2,8 Prozent im kommenden Jahr. „Mit dem Kraftstoffmaßnahmenpaket und mit dem Energie-Sofortprogramm haben wir als Bundesregierung schnell und entschlossen reagiert, um die Bürger und unsere Unternehmen zu entlasten“, sagte sie.

Das helfe zwar kurzfristig, löse aber nicht die strukturellen Ursachen der deutschen Wachstumsschwäche. Reiche betonte, es brauche tiefgreifende Reformen für eine wieder wettbewerbsfähige Wirtschaft. Das zählen nach Angaben der Ministerin die im internationalen Vergleich zu hohe Steuer- und Abgabenlast, eine weitere Senkung der Energiekosten sowie den Bürokratieabbau.

Die Frühjahrsprojektion folgt dem Jahreswirtschaftsbericht, der Anfang des Jahres vorgestellt wurde und dient als Grundlage für die Steuerschätzung sowie die Haushaltsplanungen von Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen.

Quelle: Bundesregierung

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Zahlreiche Hürden behindern das De-Risking von China

Obwohl die chinesische Regierung den Zugang zu Rohstoffen und Vorprodukten in jüngster Vergangenheit immer wieder als politisches Druckmittel eingesetzt hat, setzen viele Unternehmen lt. IfM Bonn weiterhin auf Zulieferungen aus China.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 22.04.2026

Mittelstand ist sich der geopolitischen Risiken bewusst – und sucht nach wettbewerbsfähigen Lösungen

Obwohl die chinesische Regierung den Zugang zu Rohstoffen und Vorprodukten in jüngster Vergangenheit immer wieder als politisches Druckmittel eingesetzt hat, setzen viele Unternehmen weiterhin auf Zulieferungen aus China. So ist der Wert der aus China importierten Waren nach zeitweisem Rückgang 2025 wieder deutlich gestiegen. Die Gründe für dieses Verhalten sind insbesondere im Mittelstand vielschichtig: So schätzen die Unternehmen zwar die aktuellen geopolitischen Risiken im Handel mit China als hoch ein. Zugleich merken sie aber auch die wirtschaftlichen Risiken, die mit einem Abbruch langjährig bewährter Geschäftsbeziehungen und dem Aufbau neuer Partnerschaften verbunden wären, als erheblich an. „Und selbst wenn die Unternehmerinnen und Unternehmer zum Schluss kommen, dass ein Abbau der Abhängigkeit – auch De-Risking genannt – für ihr Unternehmen sinnvoll wäre, gibt es eine Reihe an praktischen Hemmnissen. Dazu zählen neben fehlenden Alternativen vor allem die Kostennachteile, die mit einer Abkehr von China verbunden wären. Viele Kunden sind zwar grundsätzlich an einem De-Risking interessiert. Sie sind aber nicht immer bereit oder in der Lage, dafür auch höhere Preise zu zahlen. Hinzu kommt, dass regulatorische Hemmnisse ein De-Risking behindern“, berichtet Dr. Markus Rieger-Fels. Gemeinsam mit seinem Team hat er Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreterinnen und Vertreter von Wirtschaftsverbänden interviewt, für die chinesische Zulieferungen wichtig sind. Zudem befragten sie Experten der Außenwirtschaftsagentur German Trade and Invest und der Deutschen Rohstoffagentur.

In den Gesprächen zeigte sich, dass Direktimporteure durchaus alternative Bezugsquellen bzw. Importländer im Hinblick auf die damit verbundenen Chancen und Risiken prüfen. Aufgrund günstiger Preise, guter Qualität und der meist langlebigen, vertrauensvollen Geschäftsbeziehung zu ihren bisherigen Zulieferern entscheiden sich viele mittelständische Unternehmen jedoch häufig weiter für chinesische Rohstoffe und Vorprodukte. Stehen mittelständische Unternehmen hingegen eher am Ende einer (komplexen) Wertschöpfungskette und haben sie keinen direkten Kontakt zu chinesischen Zulieferern, kann das Bewusstsein für Abhängigkeiten schwinden.

„Die Politik sollte bei ihren Bemühungen um Abhängigkeitsreduktion die wirtschaftlichen Erwägungen der mittelständischen Unternehmen berücksichtigen und nicht mittels Vorgaben eine Diversifizierung erzwingen, wie es aktuell in der EU zumindest für Großunternehmen diskutiert wird. Ein solches Vorgehen beein-trächtigt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, ist mit neuer Bürokratie verbunden und beschränkt unternehmerische Spielräume, innovative Wege zur Abhängigkeitsreduktion zu finden“, erläutert der IfM-Wissenschaftler. Stattdessen sollten Handelsschranken zu Drittstaaten reduziert, Rohstoffpartnerschaften forciert, Recyclingmöglichkeiten verbessert und regulatorische Hürden reduziert werden. Auf diese Weise könnten Unternehmen den für sie sinnvollsten Weg finden, ihre Abhängigkeit von China zu reduzieren.

„Zudem muss auf europäischer wie nationaler Ebene das Bewusstsein dafür wachsen, dass es häufig zu Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Politikfeldern kommt, die es entsprechend mitzudenken gilt. So verfolgen viele regulatorische Vorgaben im Umwelt-, Sozial- oder Gesundheitsbereich wichtige gesellschaftliche Ziele. Jedoch können höhere Umweltstandards, strengere Sicherheitsauflagen, Berichtspflichten über die Lieferkette oder Neugenehmigungspflichten für angepasste Produkte erhebliche Hürden für Unternehmen darstellen, die ihre Abhängigkeit von China reduzieren möchten“, so Dr. Markus Rieger-Fels.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung, IfM Bonn

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Anteil leicht gestiegen: 25 % der Erwerbstätigen arbeiteten 2025 im Homeoffice

Aktuell gilt vermehrtes Arbeiten im Homeoffice angesichts der weltweiten Ölknappheit und der gestiegenen Kraftstoffpreise auch als Möglichkeit zum Spritsparen. Im Jahr 2025 waren 25 % aller Erwerbstätigen zumindest gelegentlich im Homeoffice, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Damit war der Anteil etwas höher als im Jahr 2024 mit 24 % und im Jahr 2023 mit 23 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.04.2026

  • Knapp die Hälfte (46 %) der Homeoffice-Nutzenden arbeitete häufiger am Arbeitsplatz als von zu Hause aus
  • 35- bis 44-Jährige am häufigsten im Homeoffice
  • Homeoffice-Anteil in Deutschland leicht über EU-Durchschnitt

Aktuell gilt vermehrtes Arbeiten im Homeoffice angesichts der weltweiten Ölknappheit und der gestiegenen Kraftstoffpreise auch als Möglichkeit zum Spritsparen. Im Jahr 2025 waren 25 % aller Erwerbstätigen zumindest gelegentlich im Homeoffice, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Damit war der Anteil etwas höher als im Jahr 2024 mit 24 % und im Jahr 2023 mit 23 %. Im letzten Jahr hat der Anteil der Erwerbstätigen mit Homeoffice-Anteil somit wieder das Niveau des Corona-Jahrs 2021 erreicht. Wie stark sich das Arbeiten von zuhause aus inzwischen etabliert hat, zeigt der Vergleich mit dem Vor-Corona-Niveau: 2019 hatten lediglich 13 % der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich im Homeoffice gearbeitet.

Homeoffice wird an weniger Tagen genutzt als in den Pandemie-Jahren

Homeoffice wird inzwischen jedoch weniger umfänglich genutzt als zu Pandemiezeiten. So arbeitete im Jahr 2025 wie im Vorjahr knapp ein Viertel (24 %) der Homeoffice-Nutzenden ausschließlich von zu Hause aus. 46 % der Erwerbstätigen, die Homeoffice nutzten, arbeiteten weniger als die Hälfte ihrer Arbeitstage zu Hause – wie auch schon im Jahr 2024. Im von der Pandemie stark geprägten Jahr 2021 waren die Anteile noch deutlicher in Richtung Homeoffice-Nutzung verschoben: Damals waren 40 % der Nutzenden vollständig im Homeoffice, 31 % arbeiteten seltener im Homeoffice als am Arbeitsplatz.

Erwerbstätige in größeren Unternehmen arbeiten häufiger von zu Hause aus

Wie häufig Erwerbstätige Homeoffice nutzen, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, etwa von der Größe des Unternehmens oder dem Alter der Beschäftigten. So steigt der Homeoffice-Anteil mit der Größe des Unternehmens: Arbeiteten in kleinen Unternehmen (bis 49 tätige Personen im Betrieb) 19 % der Erwerbstätigen von zu Hause aus, so waren es in mittleren Unternehmen (50 bis 249 Personen) 23 %. In großen Unternehmen mit mindestens 250 tätigen Personen war der Homeoffice-Anteil mit 35 % am höchsten.

35- bis 44-Jährige am häufigsten im Homeoffice, 15- bis 24-Jährige am seltensten

Den höchsten Homeoffice-Anteil unter den Erwerbstätigen, die zumindest gelegentlich von zuhause arbeiteten, hatten 2025 die 35- bis 44-Jährigen mit 30 %, gefolgt von den 25- bis 34-Jährigen mit 28 %. Am seltensten nutzten Homeoffice die 15- bis 24-jährigen (10 %) und 55- bis 64-jährigen Erwerbstätigen (22 %). Unterschiedliche private und berufsbedingte Faktoren können hier eine Rolle spielen. Beispielsweise kann bei jüngeren Erwerbstätigen die Berufsausbildung die Möglichkeiten für Homeoffice einschränken. In den mittleren Altersjahren kann die Notwendigkeit, private Verpflichtungen mit dem Beruf zu vereinbaren, zu einer stärkeren Nutzung des Homeoffice führen.

In der IT-Branche ist Homeoffice besonders verbreitet

Wie häufig Homeoffice genutzt wird, hängt stark von der jeweiligen Branche ab. Am höchsten war der Anteil 2025 in den Bereichen IT-Dienstleistungen und Verwaltung und Führung von Unternehmen sowie in der Unternehmensberatung: Dort arbeiteten jeweils knapp drei Viertel (74 %) der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich von zu Hause aus. Im Bereich Informationsdienstleistungen nahmen gut zwei Drittel (68 %) Homeoffice in Anspruch, wie auch bei Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen (68 %). In der Gastronomie konnten mit 6 % die wenigsten Erwerbstätigen ihre Arbeit auch zu Hause ausüben. Auch eine Tätigkeit in der Gebäudebetreuung oder im Garten- und Landschaftsbau (7 %), im Kfz-Handel sowie der Kfz-Reparatur oder im Einzelhandel (jeweils 10 %) wurde nur selten im Homeoffice ausgeübt.

EU-Vergleich: Homeoffice-Anteil in Niederlanden mit 52 % am höchsten

Der Homeoffice-Anteil in Deutschland lag im Jahr 2025 leicht über dem Durchschnitt der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Laut EU-Statistikbehörde Eurostat arbeiteten EU-weit durchschnittlich 23 % aller Erwerbstätigen ab 15 Jahren zumindest gelegentlich von zu Hause aus. In den Niederlanden (52 %), in Schweden (45 %) und in Luxemburg (43 %) war der Homeoffice-Anteil EU-weit am höchsten. In Rumänien und Bulgarien (jeweils 4 %) und Griechenland (7 %) arbeiteten anteilig die wenigsten Berufstätigen von zu Hause aus.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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ZEW-Index verschlechtert sich weiter

Nach dem starken Einbruch der Erwartungen im März trüben sich diese lt. ZEW im April weiterhin ein. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt ebenfalls einen Rückgang.

ZEW, Pressemitteilung vom 21.04.2026

Der ZEW-Indikator liegt bei minus 17,2 Punkten

Nach dem starken Einbruch der Erwartungen im März trüben sich diese im April weiterhin ein. Sie liegen mit minus 17,2 Punkten um minus 16,7 Punkte unter dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt ebenfalls einen Rückgang. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 73,7 Punkten um minus 10,8 Punkte unter dem Vormonatswert.

„Die Erwartungen fallen ins Negative. Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs für die deutsche Konjunktur gehen weit über den Anstieg der Preise hinaus: Die Sorge vor einer längerfristigen Verknappung des Energieangebots hemmt Investitionen und schwächt die Wirkung staatlicher Impulse“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Ergebnisse.

Die Erwartungen über die Industriebranchen stehen weiterhin unter dem Eindruck des Iran-Krieges. Während die Automobilbranche weitgehend stabil bleibt (Saldo bei minus 44,2 Punkten), verschlechtern sich die Aussichten für die Chemie- und Pharmaindustrie (minus 11 Punkte gegenüber März) und Stahl- und Metallproduktion (minus 21 Punkte gegenüber März) stark. Die Erwartungen für die Baubranche rutschen mit minus 3,8 Punkten ins Negative.

Auch die Erwartungen für die Eurozone verzeichnen einen starken Rückgang im April. Der Index liegt um minus 11,9 Punkte niedriger als noch im März bei einem Saldo von minus 20,4 Punkten. Die Bewertung der Lage verschlechtert sich. Diese liegt mit minus 43 Punkten um minus 13,1 Punkte unter dem Vormonatswert.

Quelle: ZEW

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In Deutschland wird wieder mehr gegründet

Sowohl im gewerblichen Bereich als auch in den Freien Berufen und in der Land- und Forstwirtschaft (nicht-gewerblicher Bereich) wird wieder mehr gegründet. Das zeigen die neuen Zahlen des IfM Bonn.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 20.04.2026

Im Gewerbe und in den Freien Berufen stieg die Anzahl der Existenzgründungen

Sowohl im gewerblichen Bereich als auch in den Freien Berufen und in der Land- und Forstwirtschaft (nicht-gewerblicher Bereich) wird wieder mehr gegründet: Insgesamt wurden in 2025 rund 395.000 selbstständige Tätigkeiten im Vollerwerb aufgenommen.

Die Entwicklungen im Einzelnen

Von allen Existenzgründungen entfallen rund 277.000 auf das Gewerbe. Da die Gewerbeanzeigenstatistik im 1. Halbjahr 2025 in einigen kleineren Bundesländern Betriebs- und Kleingewerbegründungen über- und im Gegenzug Nebenerwerbsgründungen untererfasst hat, dürfte die tatsächliche Anzahl etwas geringer sein als ausgewiesen. Insgesamt hat sich jedoch die Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen in den vergangenen beiden Jahren wieder erhöht.

In den Freien Berufen wurden in 2025 rund 110.000 Existenzgründungen registriert. Obwohl auch diese Zahl aufgrund einer Umstellung der Auswertungspraxis in 13 Finanzverwaltungen leicht überhöht sein dürfte, gründeten mehr Personen als in den Vorjahren. Verglichen mit 2024 stieg zudem die Anzahl der Gründungen von Land- und Forstwirten. Damit zeichnet sich in allen drei Tätigkeitsbereichen ein regeres Gründungsgeschehen als in den Vorjahren ab. Der Strukturwandel zugunsten der Freien Berufe hat sich fortgesetzt.

Existenzgründungsintensität in Berlin und Hamburg am höchsten

Die meisten Existenzgründungen je 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter fanden in Berlin und Hamburg statt – gefolgt von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Im Vergleich zu 2015 ist die Existenzgründungsintensität 2025 sowohl in den ostdeutschen Bundesländern als auch in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und im Saarland gestiegen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IfM Bonn erstellen regelmäßig Statistiken zu den Existenzgründungen und Unternehmensaufgaben in Deutschland, die auf den Gewerbean- und -abmeldungsdaten des Statistischen Bundesamtes sowie den Auswertungen der Finanzverwaltungen der Länder beruhen. Nicht gründungs- und schließungsrelevante Meldeanlässe, wie beispielsweise Rechtsformänderungen, rechnen sie aus den Daten der Gewerbeanzeigen heraus.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung IfM Bonn

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Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Februar 2026: +1,0 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im Februar 2026 gegenüber Januar 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,0 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2025 stieg der Auftragsbestand kalenderbereinigt um 7,5 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.04.2026

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe, Februar 2026
+1,0 % real zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
+7,5 % real zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Reichweite des Auftragsbestands, Februar 2026
8,6 Monate

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Februar 2026 gegenüber Januar 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,0 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2025 stieg der Auftragsbestand kalenderbereinigt um 7,5 %.

Der Anstieg des Auftragsbestands im Februar 2026 ist wesentlich auf die Entwicklungen in der Automobilindustrie (saison- und kalenderbereinigt +3,8 % zum Vormonat) und im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge; +0,9 %) zurückzuführen. Auch der Anstieg in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+2,0 %) wirkte positiv auf das Gesamtergebnis.

Die offenen Aufträge aus dem Inland stiegen im Februar 2026 gegenüber Januar 2026 um 0,7 %, der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland stieg um 1,1 %.

Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg der Auftragsbestand zum Vormonat Januar 2026 um 1,2 %. Im Bereich der Vorleistungsgüter fiel der Auftragsbestand um 0,2 % und bei den Herstellern von Konsumgütern stieg der Auftragsbestand um 2,4 %. Zum Anstieg bei den Herstellern von Konsumgütern trug ein Großauftrag im Bereich Herstellung von technischen Textilien bei.

Reichweite des Auftragsbestands auf 8,6 Monate gestiegen

Die Reichweite des Auftragsbestands stieg im Februar 2026 auf 8,6 Monate (Januar 2026: 8,3 Monate). Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg sie auf 12,0 Monate (Januar 2026: 11,5 Monate) und bei den Herstellern von Vorleistungsgütern blieb die Reichweite unverändert bei 4,5 Monaten. Bei den Herstellern von Konsumgütern stieg die Reichweite auf 3,8 Monate (Januar 2026: 3,6 Monate).

Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. Sie wird als Quotient aus aktuellem Auftragsbestand und mittlerem Umsatz der vergangenen zwölf Monate im betreffenden Wirtschaftszweig berechnet.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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