Trotz Energiepreisschock: Industrie zeigt sich robust – Inflation greift auf immer mehr Branchen über

Das RWI Essen erwartet für die deutsche Wirtschaft in den Jahren 2026 und 2027 jeweils ein Wachstum von 0,8 Prozent. Die Erholung wird jedoch durch den Iran-Krieg und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen gebremst.

RWI Essen, Pressemitteilung vom 16.06.2026

Das RWI erwartet für die deutsche Wirtschaft in den Jahren 2026 und 2027 jeweils ein Wachstum von 0,8 Prozent. Die Erholung wird jedoch durch den Iran-Krieg und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen gebremst. Während die Inflation zunehmend auf weitere Branchen übergreift und zusätzliche Preissteigerungen bei Waren und Dienstleistungen zu erwarten sind, zeigt sich die deutsche Industrie bislang überraschend robust.

Die deutsche Wirtschaft setzt ihre Erholung fort, allerdings deutlich langsamer als noch zu Jahresbeginn erwartet. Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung prognostiziert für die Jahre 2026 und 2027 jeweils einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent. Während die Industrie von einer Belebung der Exporte und zusätzlichen staatlichen Investitionen profitiert, belasten die Folgen des Iran-Krieges Konsum und Investitionen.

Inflationsimpuls breitet sich in der gesamten Wirtschaft aus

Die unmittelbaren Auswirkungen des Konflikts zeigen sich zunächst bei Rohöl, Kraftstoffen und Transportkosten. Nach Einschätzung des RWI werden die Folgen des Energiepreisschocks jedoch zunehmend auch in anderen Bereichen sichtbar. Unternehmen sehen sich mit höheren Energie-, Logistik- und Vorleistungskosten konfrontiert und geben diese schrittweise an ihre Kunden weiter.

Das RWI erwartet deshalb, dass die Preise vieler Waren und Dienstleistungen in den kommenden Monaten verstärkt steigen werden. Die Inflationsrate dürfte im Jahr 2026 bei 3,1 Prozent liegen. Auch im Jahr 2027 bleibt sie mit 2,9 Prozent deutlich erhöht. Besonders bemerkenswert ist, dass die Kerninflation – also die Preisentwicklung ohne Energie und Nahrungsmittel – hoch bleibt. Dies deutet darauf hin, dass sich der Preisdruck zunehmend von den Energiemärkten auf die Breite der Wirtschaft verlagert.

„Der aktuelle Inflationsschub beschränkt sich nicht auf Kraftstoffe und Energie. Die höheren Kosten arbeiten sich zunehmend durch die Wertschöpfungsketten und werden bei immer mehr Waren und Dienstleistungen sichtbar werden“, sagt Torsten Schmidt, RWI-Konjunkturchef.

„Viele Unternehmen haben ihre gestiegenen Kosten bislang nur teilweise weitergegeben. Deshalb ist davon auszugehen, dass weitere Preissteigerungen noch bevorstehen.“

Der anhaltende Inflationsdruck belastet die Kaufkraft der privaten Haushalte. Zwar sind die real verfügbaren Einkommen zu Jahresbeginn noch gestiegen, in den kommenden Monaten dürfte sich diese Entwicklung jedoch umkehren. Entsprechend erwartet das RWI eine schwache Entwicklung des privaten Konsums.

Industrie bleibt überraschend widerstandsfähig

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen entwickelt sich das Verarbeitende Gewerbe robuster als erwartet. Die Industrieproduktion wurde im ersten Quartal ausgeweitet, die Auftragseingänge legten zu und die Exporte stiegen gegenüber dem Vorquartal um 3,3 Prozent. Damit trägt die Industrie wesentlich dazu bei, dass die deutsche Wirtschaft auf dem leichten Wachstumskurs bleibt.

Teilweise profitieren deutsche Unternehmen derzeit davon, dass asiatische Wettbewerber stärker unter den Folgen der Blockade der Straße von Hormus leiden. Lieferengpässe und höhere Energiekosten beeinträchtigen dort die Produktion. Das RWI geht jedoch davon aus, dass dieser Effekt nur vorübergehend wirkt und die höheren Energiekosten langfristig auch die deutsche Industrie belasten werden.

„Die Industrie zeigt sich bislang deutlich widerstandsfähiger, als viele nach Ausbruch des Iran-Krieges erwartet hatten“, so Schmidt. „Sie trägt zur Stabilisierung der Konjunktur bei, kann die Belastungen durch die steigenden Preise aber nicht vollständig kompensieren.“

Erholung setzt sich fort, bleibt aber schwach

Für das zweite Quartal 2026 erwartet das RWI eine Stagnation der Wirtschaftsleistung. Erst mit dem allmählichen Nachlassen des Inflationsdrucks dürfte die zugrunde liegende wirtschaftliche Dynamik wieder stärker zum Tragen kommen. Impulse werden dann insbesondere von der Industrie, einer Belebung der Exporte sowie zusätzlichen öffentlichen Investitionen in Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung ausgehen.

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

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Start-ups in Europa: Großes Potenzial bleibt ungenutzt

In Frankreich, Deutschland und Großbritannien bleibt erhebliches Wachstumspotenzial ungenutzt. Ein ZEW Policy Brief untersucht auf Basis von mehr als neun Millionen Unternehmensgründungen in Europa, wo Start-ups entstehen und in welchen Regionen die Anzahl der vorhergesagten Werte von Start-ups übertroffen werden.

ZEW, Pressemitteilung vom 16.06.2026

ZEW-Studie zeigt Unterschiede bei Start-ups in Frankreich, Deutschland und Großbritannien auf

In Frankreich, Deutschland und Großbritannien bleibt erhebliches Wachstumspotenzial ungenutzt. Ein ZEW Policy Brief untersucht auf Basis von mehr als neun Millionen Unternehmensgründungen in Europa, wo Start-ups entstehen und in welchen Regionen die Anzahl der vorhergesagten Werte von Start-ups übertroffen werden. Es zeigt sich, dass sich die unternehmerische Dynamik in Europa auf Metropolen wie Paris, London oder München sowie auf forschungsstarke Regionen wie Cambridge, Oxford, Lyon, Bonn oder Heidelberg konzentriert.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Europa erhebliches Gründungspotential hat, aber bessere Bedingungen braucht, damit aus vielversprechenden Start-ups tatsächlich Scale-ups werden“, erklärt Prof. Dr. Hanna Hottenrott, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Besonders auffällig ist, dass Frankreich sein erwartetes Scale-up-Potenzial im Untersuchungszeitraum deutlich erhöht hat, während Deutschland trotz guter Ausgangslage an Dynamik verloren hat.“

Lena Füner, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“, ergänzt: „Für die europäische Wettbewerbsfähigkeit kommt es darauf an, Markteintritt, Finanzierung, Talentzugang und Wachstumshürden gemeinsam in den Blick zu nehmen. Einzelmaßnahmen reichen nicht aus, wenn junge Unternehmen in fragmentierten Märkten nicht schnell skalieren können.“

Frankreich holt auf, Deutschland verliert an Dynamik

Besonders auffällig ist die Entwicklung in Frankreich: Die Zahl der potenziellen Scale-ups, gemessen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, hat sich dort zwischen 2009 und 2023 etwa verdreifacht. Die Forschenden sehen darin Hinweise auf ein im Vergleich günstigeres Umfeld für wachstumsorientierte Unternehmensgründungen. Dazu zählen politische Initiativen wie Bpifrance, die French Tech Mission und Station F sowie vereinfachte Gründungsverfahren.

Deutschland startete zwar von einem höheren Niveau, verzeichnete im Untersuchungszeitraum jedoch eine abnehmende Dynamik. In Großbritannien stieg das Scale-up-Potenzial zunächst bis 2017, ging danach jedoch wieder zurück. In allen drei Ländern bleibt dabei ein großer Teil des vorhandenen Potenzials ungenutzt.

Wachstum entsteht in starken regionalen Ökosystemen

Wo viele Unternehmen gegründet werden, entstehen tendenziell auch mehr wachstumsstarke Firmen. In Frankreich konzentrieren sich Gründungen mit hohem Wachstumspotenzial vor allem auf die großen Metropolregionen Paris, Marseille und Lyon. In Großbritannien dominiert London, während Cambridge und Oxford durch ihre besonders hohe unternehmerische Qualität hervorstechen. Dies unterstreicht die Bedeutung forschungsstarker Universitätsstandorte. Deutschland weist dagegen eine dezentralere Struktur auf. Neben München als besonders starkem Zentrum zeigen auch Regionen wie Bonn, Heidelberg und Jena eine hohe Qualität des Gründungsgeschehens.

Quelle: ZEW

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Hoffnung auf Ende des Iran-Konflikts lässt Erwartungen kräftig steigen

Nach dem Einbruch im Frühjahr hellen sich die Erwartungen im Juni auf. Der ZEW-Index steigt um 20,7 Punkte stark an und beträgt nun plus 10,5 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt dagegen einen leichten Rückgang.

ZEW, Pressemitteilung vom 16.06.2026

Der ZEW-Indikator liegt bei plus 10,5 Punkten

Nach dem Einbruch im Frühjahr hellen sich die Erwartungen im Juni auf. Der ZEW-Index steigt um 20,7 Punkte stark an und beträgt nun plus 10,5 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt dagegen einen leichten Rückgang. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 81 Punkten um minus 3,2 Punkte unter dem Vormonatswert.

„Der ZEW-Index kehrt in den positiven Bereich zurück. Die Expertinnen und Experten setzen darauf, dass sich der Iran-Konflikt dem Ende nähert. Der massive Druck auf die Energiepreise und Inflation dürfte sich abschwächen. Dies käme der energieintensiven Industrie und den privaten Haushalten zugute, was die Binnennachfrage stärken würde“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Ergebnisse.

Die verbesserten Erwartungen spiegeln sich in den einzelnen Branchen wider. Der Saldo der Automobilindustrie, welche mehrere Rückgänge in den vergangenen Monaten verzeichnet hat, steigt um 21,9 Punkte. Auch die Salden der Chemie- und Pharmaindustrie sowie des Maschinenbaus ziehen mit jeweils 16 Punkten bzw. 9,2 Punkten kräftig an. Die Erwartungen für den Privatkonsum verbessern sich um 11,7 Punkte gegenüber dem Vormonat. Trotz der kräftigen Anstiege verbleiben die Salden dieser Branchen weiterhin im negativen Bereich. Die Baubranche verzeichnet einen Rückgang im Juni – der Saldo sinkt um minus 15,2 Punkte auf einen Wert von minus 12 Punkte. Zu dieser Entwicklung dürfte unter anderem auch die jüngste Zinsanhebung der EZB vom 11. Juni beigetragen haben.

Die Erwartungen für die Eurozone verzeichnen einen kräftigen Anstieg im Juni. Der Index liegt mit einem Saldo von 9,5 Punkten um 18,6 Punkte höher als noch im Mai. Die Bewertung der Lage bleibt negativ. Diese liegt mit minus 43,4 Punkten um minus 2,0 Punkte unter dem Vormonatswert.

Quelle: ZEW

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Fachkräftemangel entspannt sich weiter, bleibt aber hoch

In Deutschland fehlen lt. KfW Research weiterhin Fachkräfte, aber deutlich weniger als noch vor drei Jahren. Zu Beginn des zweiten Quartals 2026 meldeten 21 Prozent der Unternehmen in Deutschland Behinderungen ihrer Geschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel – vor vier Jahren war es noch mehr als doppelt so viele. Vor allem der Industrie fehlt weniger Personal, während Bauwirtschaft, viele Dienstleistungsbranchen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach wie vor stark unter Engpässen leiden.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 16.06.2026

  • Anteil der von Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen hat sich seit 2022 mehr als halbiert
  • Rückgang vor allem Folge der anhaltenden Wirtschaftsschwäche
  • Besonders häufig fehlen Fachkräfte in der Bauwirtschaft und im Dienstleistungssektor

In Deutschland fehlen weiterhin Fachkräfte, aber deutlich weniger als noch vor drei Jahren. Zu Beginn des zweiten Quartals 2026 meldeten 21 Prozent der Unternehmen in Deutschland Behinderungen ihrer Geschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel – vor vier Jahren war es noch mehr als doppelt so viele. Vor allem der Industrie fehlt weniger Personal, während Bauwirtschaft, viele Dienstleistungsbranchen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach wie vor stark unter Engpässen leiden.

Der Rückgang folgt einem klaren Muster: In Bereichen, in denen die Wirtschaft schwächelt, entspannt sich der Fachkräftemangel deutlich. In der Industrie berichten nur noch 14 Prozent der Unternehmen von Engpässen, nach einem Höchststand von 44,5 Prozent im dritten Quartal 2022. Viele Firmen kämpfen mit schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und internationalem Wettbewerbsdruck. Sie stellen deshalb weniger ein. Dadurch geht der Fachkräftemangel zurück, obwohl sich das strukturelle Angebot an Fachkräften kaum verbessert hat.

Anders sieht es dort aus, wo die Nachfrage nach Leistungen trotz Flaute hoch bleibt oder sogar wächst. Im Dienstleistungsbereich sind 25 Prozent der Unternehmen von Fachkräftemangel betroffen und damit deutlich mehr als im Durchschnitt. Angespannt ist die Lage etwa in der Rechts- und Steuerberatung, im Verkehrssektor, in der Gastronomie sowie bei Architektur- und Ingenieurbüros und der Gebäude- und Gartenbetreuung. Im Bauhauptgewerbe meldet knapp ein Drittel der Betriebe Einschränkungen durch fehlende Fachkräfte. Hier stabilisieren insbesondere öffentliche Investitionen in Straßen, Schienen, Kanäle, Rohrleitungen und Kabelnetze die Nachfrage nach Bauleistungen.

Besonders betroffen vom Fachkräftemangel sind Mittelständler. Im April 2026 waren 22 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in ihrer Geschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel beeinträchtigt, bei den Großunternehmen waren es mit 19,3 Prozent deutlich weniger. Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Abstand noch größer: 18,3 Prozent der Mittelständler, aber nur acht Prozent der Großunternehmen melden Engpässe. Mittelständler können im Wettbewerb um Fachkräfte oft weniger attraktive Bedingungen als Großunternehmen bieten.

„Der Fachkräftemangel in deutschen Unternehmen hat etwas nachgelassen. Leider ist das allerdings vor allem auf die anhaltende Wirtschaftsschwäche zurückzuführen“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Der Fachkräftemangel wird voraussichtlich wieder anziehen, wenn die konjunkturelle Lage sich bessert. Wichtig ist es daher, bei der Umsetzung von Gegenmaßnahmen nicht nachzulassen. Junge Menschen sollten für Mangelberufe begeistert werden. Lebenslange Weiterbildung, die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren und Fachkräfteeinwanderung sind weitere wichtige Bausteine, um den Arbeitsmarkt dauerhaft zu entlasten.“

Quelle: KfW, KfW Research

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Babyboomer in Rente: Bis 2036 fehlen 4,3 Millionen Arbeitskräfte

Bis 2036 erreichen weit mehr Babyboomer das Rentenalter, als junge Menschen ins Erwerbsalter nachrücken. Am Ende fehlt ein Potenzial von mehr als vier Millionen Arbeitskräften, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.

IW Köln, Pressemitteilung vom 15.06.2026

Bis 2036 erreichen weit mehr Babyboomer das Rentenalter, als junge Menschen ins Erwerbsalter nachrücken. Am Ende fehlt ein Potenzial von mehr als vier Millionen Arbeitskräften, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Der Renteneintritt der Babyboomer trifft den deutschen Arbeitsmarkt stärker als bislang befürchtet: Bis 2036 – dann erreicht der letzte Jahrgang der geburtenstarken Generation das Rentenalter – schrumpft die Erwerbsbevölkerung um rund 4,3 Millionen Arbeitskräfte. Das zeigen neue Zahlen aus der IW-Bevölkerungsprognose. Noch vor zwei Jahren rechnete das IW mit einer Lücke von drei Millionen. Grund für die pessimistischere Prognose: Die Bevölkerung schrumpft früher als angenommen.

Arbeitskräftepotenzial schrumpft pro Jahr um eine halbe Million

Insgesamt zählen fast 20 Millionen Menschen zu den geburtenstarken Jahrgängen 1954 bis 1969. Etwa fünf Millionen sind bereits heute älter als 67, der Rest erreicht bis 2036 das Rentenalter – im Schnitt rund 1,3 Millionen Menschen pro Jahr. Nachrücken werden jährlich aber nur etwa 800.000. Dem Arbeitsmarkt gehen so Jahr für Jahr rund eine halbe Million potenzielle Arbeitskräfte verloren. Bis 2036 sinkt das Erwerbspersonenpotenzial dadurch um etwa sieben Prozent auf rund 51 Millionen Menschen.

Die Bevölkerung geht schneller zurück als erwartet. Im Jahr 2024 rechnete das IW noch mit einem Wachstum Deutschlands auf 85 Millionen Einwohner bis 2040. Doch inzwischen schrumpft die Bevölkerung: 2025 ging sie erstmals seit vielen Jahren zurück – um 100.000 Menschen. Bis 2040 wird sie auf unter 82 Millionen sinken. Der Grund: Es sterben weit mehr Menschen als geboren werden – zuletzt betrug das Defizit 350.000 im Jahr. Bislang glich die Zuwanderung dies aus. Allerdings hat die Zahl der Zuzüge stark nachgelassen.

Das Zeitfenster schließt sich

„Deutschland steht nicht vor dem demografischen Wandel, sondern befindet sich bereits mittendrin“, sagt IW-Experte Holger Schäfer. „Schon in wenigen Jahren fehlen der Wirtschaft die Arbeitskräfte, um Wohlstand zu erarbeiten und den Sozialstaat in seiner heutigen Form zu tragen“. Im Kern gebe es zwei Hebel: Mehr Menschen müssten länger arbeiten. Zudem müsse es leichter werden, qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

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Großhandelspreise im Mai 2026: +5,9 % gegenüber Mai 2025

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Mai 2026 um 5,9 % höher als im Mai 2025. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Großhandelspreise im Mai 2026 gegenüber April 2026 hingegen um 0,6 %. Ursache für den Rückgang war vor allem die Reduzierung des Energiesteuersatzes bei Mineralölerzeugnissen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15.06.2026

Großhandelsverkaufspreise, Mai 2026
+5,9 % zum Vorjahresmonat
-0,6 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Mai 2026 um 5,9 % höher als im Mai 2025. Im April 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +6,3 % gelegen, im März 2026 bei +4,1 %. Ausschlaggebend für den Preisanstieg im Mai 2026 waren die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, in deren Folge sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe erhöhten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Großhandelspreise im Mai 2026 gegenüber April 2026 hingegen um 0,6 %. Ursache für den Rückgang war vor allem die Reduzierung des Energiesteuersatzes bei Mineralölerzeugnissen.

Deutliche Preisanstiege bei Mineralölerzeugnissen sowie Nicht-Eisen-Erzen, -Metallen und -Metallhalbzeug

Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im Mai 2026 der Preisanstieg bei Mineralölerzeugnissen. Die Preise lagen hier im Durchschnitt 30,5 % über denen von Mai 2025. Gegenüber dem Vormonat April 2026 fielen sie wegen des reduzierten Energiesteuersatzes um 7,3 %.

Ebenfalls bedeutend für die Entwicklung im Vorjahresvergleich war der Preisanstieg im Großhandel mit Nicht-Eisen-Erzen, -Metallen und -Metallhalbzeug (+36,1 % gegenüber Mai 2025, aber -0,4 % gegenüber April 2026). Zudem stiegen unter anderem die Preise im Großhandel für chemische Erzeugnisse gegenüber Mai 2025 um 13,3 % (+4,3 % gegenüber April 2026). Blumen und Pflanzen waren weiterhin teurer als im Vorjahresmonat (+8,5 %), verbilligten sich aber saisonbedingt gegenüber April 2026 um 5,6 %. Eisen, Stahl und Halbzeug daraus waren auf Großhandelsebene 6,7 % teurer als im Vorjahresmonat (+1,4 % gegenüber April 2026).

Preisrückgänge im Mai 2026 gab es dagegen insbesondere im Großhandel mit lebenden Tieren (-10,1 % gegenüber Mai 2025 und -3,5 % gegenüber April 2026). Niedrigere Preise als im Vorjahresmonat wurden auf Großhandelsebene im Schnitt auch bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen (-10,7 % gegenüber Mai 2025 und -0,3 % gegenüber April 2026) sowie bei Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (-8,1 % gegenüber Mai 2025 und -0,5 % gegenüber April 2026) bezahlt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2026

Das BMWE gibt einen Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Lage. Die deutsche Wirtschaft wird im Frühjahr 2026 durch die Folgen des Krieges im Nahen Osten, hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie eine schwache Binnenkonjunktur belastet, wodurch Industrie, Konsum und Arbeitsmarkt gedämpft bleiben, während die Inflation zwar nachlässt, eine nachhaltige Erholung aber weiterhin unsicher ist.

BMWE, Pressemitteilung vom 12.06.2026

  • Die deutsche Wirtschaft steht im Frühjahr 2026 noch ganz im Zeichen der Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten und den deutlichen Energie- und Rohstoffpreissteigerungen. Während sich bei der Stimmung in der Industrie zuletzt eine gewisse Stabilisierung abzeichnet, hat sich die Dynamik bei den Dienstleistern spürbar abgeschwächt. Vor allem konsumnahe Bereiche wie der Einzelhandel und das Gaststättengewerbe bekommen die Zurückhaltung infolge der Kaufkraftverluste und erhöhten Unsicherheit zu spüren. Die wirtschaftliche Dynamik dürfte im zweiten Quartal spürbar gedämpft werden. Eine konjunkturelle Erholung dürfte allenfalls in kleinen Schritten einsetzen, abhängig von dem weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten und der daraus folgenden Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise.
  • Die Industriekonjunktur stellt sich zu Beginn des zweiten Quartals verhalten dar. Bei den Auftragseingängen kam es im April nach dem vorangegangenen kräftigen Anstieg zu einem Rücksetzer. Die Industrieproduktion bewegte sich seitwärts. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich waren sowohl Auftragseingänge als auch die Industrieproduktion abwärtsgerichtet. Aktuelle Stimmungsindikatoren deuten nach den zuvor deutlichen Rückgängen eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau an.
  • Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im April um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, nachdem der März-Wert nach oben revidiert wurde. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im April ein Minus von 0,3 Prozent. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Mai im Vorjahresvergleich erneut ein deutliches Plus. Auch in der Dreimonatsbetrachtung legten die Neuzulassungen signifikant zu. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand vorerst stabilisiert, bleibt aber fragil und bewegt sich auf niedrigem Niveau.
  • Die Verbraucherpreise verlangsamten sich im Mai auf + 2,6 Prozent, nach + 2,9 Prozent im April. Ursächlich hierfür war der nachlassende Energiepreisauftrieb (+ 6,6 Prozent nach + 10,1 Prozent), wobei die temporäre Energiesteuersenkung auf Kraftstoffe entlastend wirkte. Auch eine geringe Dynamik bei Nahrungsmittelpreisen (+ 0,4 Prozent) wirkte dämpfend; Dienstleistungspreise zogen hingegen um + 3,1 Prozent weiter an; die Kerninflation stieg leicht auf + 2,5 %.
  • Der Arbeitsmarkt entwickelt sich im Frühjahr weiter schwach: So ist die Zahl der Arbeitslosen im Mai saisonbereinigt zwar leicht zurückgegangen, die Erwerbstätigkeit nahm im April jedoch weiter ab. Trotz eines leichten Plus im März war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Trend ebenfalls weiter rückläufig. Anhaltend hohe Energiepreise und die Unsicherheit über den Fortgang des Krieges im Nahen Osten lassen auch in den Sommermonaten keine Belebung der Arbeitskräftenachfrage erwarten.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Februar 2026 um 6,7 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 2.048 Fälle gestiegen; verglichen mit Februar 2025 ist sie um ein Prozent gesunken. Die aktuellen Zahlen der amtlichen Statistik für März 2026 werden am 12. Juni 2026 veröffentlicht. Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für Mai einen Rückgang der Insolvenzen von 15 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von drei Prozent gegenüber Mai 2025 aus.

Konjunktureller Dämpfer im Frühjahr

Nach der wirtschaftlichen Belebung in Deutschland zu Jahresbeginn zeichnet sich im Frühjahr 2026 – vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und des damit zusammenhängenden deutlichen Energiepreisanstiegs – eine Abschwächung der konjunkturellen Dynamik im zweiten Quartal ab.

Angesichts der erhöhten geopolitischen Unsicherheiten, gestiegener Kosten für Energie und Rohstoffe sowie zunehmender Lieferkettenengpässe mehren sich am aktuellen Rand die Anzeichen für eine Abschwächung der in- und ausländischen Nachfrage, insbesondere nach Investitionsgütern. Laut jüngster Umfrage des ifo Instituts hat sich zudem der Anteil der Industrieunternehmen, die von Engpässen betroffen sind, von 7,5 Prozent im Januar auf 15,9 Prozent im Mai mehr als verdoppelt und liegt nunmehr auf dem höchsten Wert seit zweieinhalb Jahren. Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten wie die chemische Industrie und Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren spüren die Folgen der globalen Angebotsverknappung.

Nach dem Einbruch der Stimmungsindikatoren infolge der Eskalation im Nahen Osten haben sich diese zwischenzeitlich angesichts der vorläufigen Waffenruhe und der laufenden Friedensverhandlungen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Dies spiegelt vermutlich die Erwartung einer sich abzeichnenden Annäherung im Konflikt im Nahen Osten wider. Allerdings dürfte auch in diesem Fall bis zu einer weitgehenden Normalisierung der Produktions- und Handelskapazitäten das Preisniveau für Energie noch längere Zeit deutlich erhöht und die Liefersituation bei wichtigen Vorleistungsgütern angespannt bleiben. Auch wenn sich die Stimmung in den Unternehmen zuletzt nicht weiter eingetrübt hat und aktuelle Indikatoren wie der LKW-Fahrleistungsindex für den Mai eine gewisse Erholung anzeigen, dürfte sich die Industrieproduktion angesichts der anhaltenden Belastungen in den kommenden Monaten weiter nur verhalten entwickeln.

Auch der Dienstleistungssektor bekommt die geopolitische Krisensituation und die energiepreisbedingten Kaufkraftverluste zunehmend zu spüren. Nach einer aktuellen DIHK-Umfrage vom Mai haben sich sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen von Dienstleistern deutlich eingetrübt. Ebenso verharrt der Einkaufsmanagerindex für den deutschen Dienstleistungssektor unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, auch wenn sich der Rückgang der Geschäftstätigkeit zuletzt leicht abschwächte.

Auf der Nachfrageseite hält die Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte an. Obwohl die Reallöhne im ersten Quartal mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal weiter spürbar zulegten, tendieren der private Konsum und die konsumnahen Dienstleistungsbereiche wie Einzelhandel und Gaststättengewerbe weiter schwach. So waren die preisbereinigten Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz) im April ebenso wie die realen Umsätze im Gastgewerbe im März weiter rückläufig. Zuletzt scheint sich die Stimmung der Konsumentinnen und Konsumenten aber auf einem niedrigen Niveau stabilisiert zu haben. Das HDE-Konsumbarometer stieg im Juni leicht an und auch das GfK-Konsumklima erholte sich moderat, wobei sich die Einkommenserwartungen etwas aufhellten, während die Anschaffungsneigung auf einem niedrigen Niveau verblieb. Solange die Energiepreise deutlich erhöht bleiben und die geopolitische Unsicherheit anhält, ist eine spürbare Erholung des privaten Konsums nicht zu erwarten.

Insgesamt deuten die aktuell vorliegenden Konjunkturindikatoren auf eine Stagnation der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im zweiten Quartal hin, wobei nach wie vor erhebliche Risiken hinsichtlich einer erneuten Eskalation des Nahost-Konflikts, eines weiteren Anstiegs der Energie- und Rohstoffpreise sowie einer Verschärfung von Materialengpässen bestehen.

Weltwirtschaftliche Dynamik verlangsamt sich

Die weltweite Industriekonjunktur hat sich im März mit einem Rückgang der globalen Ausbringungsmenge um saisonbereinigt 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat spürbar abgekühlt. Während die Produktion in den Industrieländern in etwa stagnierte, brach sie in der Region des Nahen Ostens und Afrika mit – 26,0 Prozent infolge des Kriegs im Iran und der Blockade der Straße von Hormus deutlich ein. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie insgesamt nur noch um 1,3 Prozent im Plus. Die Frühindikatoren für die Weltkonjunktur weisen aktuell auf eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau hin: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft bewegte sich mit 51,8 Punkten im Mai seitwärts und signalisiert damit trotz des Iran-Konflikts weiterhin ein moderates Wachstum. Zum Teil dürfte dies damit zusammenhängen, dass Kunden ihre Nachfrage vorzogen, um erwartete Preissteigerungen und Lieferengpässe abzufedern. Die Stimmung in der Industrie (52,6 Punkte) übertraf im Mai zum dritten Mal in Folge die im Dienstleistungsgewerbe (51,3 Punkte). Die Konjunkturerwartungen der Finanzinvestoren bleiben dagegen weiter eher optimistisch: Ungeachtet der anhaltend hohen Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten ist der Sentix-Konjunkturindex im Juni um 4,4 auf 8,0 Punkte gestiegen. Dabei verbesserten sich sowohl die Lageeinschätzung als auch die Erwartungen mit Blick auf die Weltkonjunktur.

Der weltweite Güterhandel ging im März im Vormonatsvergleich erstmals seit August 2025 mit – 2,1 Prozent spürbar zurück. Infolge der faktischen Sperrung der Straße von Hormus sank der Außenhandel Afrikas und des Nahen Ostens deutlich. Darüber hinaus kam es zu kräftigen Rückgängen bei den Exporten Chinas sowie der asiatischen Schwellenländer, die zum Teil wohl mit dem in diesem Jahr spät liegenden chinesischen Neujahrsfest zusammenhängen dürften. Gegenüber März 2025 lag das globale Handelsvolumen insgesamt noch um 2,9 Prozent im Plus, im Vormonat hatte es den Vorjahreswert noch um 7,6 Prozent übertroffen.

Schiffsbewegungs- und Containerumschlagsdaten weisen für das zweite Quartal auf weitere Rückgänge hin. Der RWI/ISL-Containerumschlagindex ist im April angesichts der anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus erneut von 142,2 auf 141,2 Zähler gesunken. Der Nordrange-Index für die Entwicklung im nördlichen Euroraum gab um 1,5 Punkte auf 118,5 Punkte nach. Besonders deutlich ging die Dynamik in den chinesischen Häfen zurück. Laut RWI dürften Lieferkettenstörungen durch den Konflikt im Nahen Osten und eine sinkende Nachfrage wesentlich dazu beigetragen haben. Auch der Trade Monitor des Internationalen Währungsfonds ist im April zum ersten Mal seit rund drei Jahren in den negativen Bereich gerutscht und deutet auf eine rückläufige Handelsaktivität hin.

Aktuelle Prognosen für die weltwirtschaftliche Entwicklung gehen unter der Annahme einer baldigen Beruhigung des Konflikts im Nahen Osten von BIP-Wachstumsraten von rund drei Prozent für das laufende und das kommende Jahr aus, betonen aber die erheblichen Abwärtsrisiken bei länger anhaltenden und höheren Energiepreisen und Lieferkettenstörungen. Auch für den Welthandel werden spürbare Beeinträchtigungen und damit – trotz des Booms im Handel mit KI-bezogenen Gütern – deutlich geringere Zuwächse als im vergangenen Jahr prognostiziert.

Außenhandel auch zu Beginn des zweiten Quartals noch auf Erholungskurs

Das deutsche Auslandsgeschäft setzte seine Aufwärtsbewegung auch zu Beginn des zweiten Quartals fort. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen stiegen im April im Vormonatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 2,7 Prozent nach einer Seitwärtsbewegung im März. Sowohl in die EU als auch in die übrigen Länder wurden mehr Waren geliefert als im Vormonat. Während die Exporte in die USA zunahmen, hielt der Abwärtstrend auf dem chinesischen Markt an. Insgesamt lagen die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen seit Januar um 2,2 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Auch die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen legten im April mit + 4,5 Prozent gegenüber dem Vormonat deutlich zu, wobei vor allem aus den USA und den Drittstaaten insgesamt, aber auch aus dem Euroraum mehr Güter bezogen wurden. Der monatliche Saldo im Handel mit Waren und Dienstleistungen ging im April um 2,5 Milliarden Euro auf 6,4 Milliarden Euro weiter zurück.

Die Einfuhrpreise, insbesondere für Vorleistungsgüter, sind im April infolge des Konflikts im Nahen Osten saisonbereinigt mit 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat weiter gestiegen. Auch bei den Ausfuhren setzte sich der Preisauftrieb mit 0,9 Prozent fort, so dass sich die Terms of Trade um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat verschlechterten. In realer Rechnung dürften also sowohl die Ex- als auch die Importe etwas schwächer expandiert haben.

Die Frühindikatoren haben sich zuletzt vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts im Nahen Osten überwiegend eingetrübt: Die ifo-Exporterwartungen sanken im Mai von (revidiert) – 1,2 Punkte auf – 5,5 Punkte. Nach vier Monaten mit aufgehellten Erwartungen rechnet die Automobilindustrie nunmehr mit geringeren Ausfuhren. Zudem stehen v.a. die energieintensiven Branchen angesichts der Preisanstiege für Energie auf dem Weltmarkt unter Druck und erwarten Rückgänge. Die Elektrobranche blickt hingegen weiterhin leicht optimistisch auf das Exportgeschäft der nächsten drei Monate.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im April nach den vorangegangenen beiden Zuwächsen um 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Aus dem Euroraum gingen deutlich weniger Order ein (- 11,1 Prozent), die Nachfrage aus den Drittstaaten nahm dagegen weiter leicht zu (+ 0,8 Prozent). Trotz des Rücksetzers zu Beginn des zweiten Quartals blieb die ausländische Bestelltätigkeit sowohl bei den Vorleistungs-, als auch bei den Konsum- und Investitionsgütern in der Tendenz aufwärtsgerichtet.

Nachdem die Weltwirtschaft angesichts kräftiger Investitionen in künstliche Intelligenz, günstiger finanzieller Rahmenbedingungen und nachlassender Handelsspannungen dynamisch in das Jahr 2026 gestartet war, weisen aktuelle Indikatoren auf eine Abschwächung infolge des Konflikts im Nahen Osten und den damit gestiegenen Kosten, Unsicherheiten und Lieferkettenengpässen hin. Entsprechend ist in den kommenden Monaten nach der zuletzt erfreulich robusten Entwicklung der deutschen Exporte mit einer spürbaren Eintrübung der Absatzperspektiven zu rechnen.

Industrieproduktion stagniert im April, Baugewerbe setzt Erholung fort

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe startet verhalten in das zweite Quartal. Preis-, kalender- und saisonbereinigt legte sie gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent zu. Gleichzeitig wurden die Werte für die beiden Vormonate, insbesondere für das Baugewerbe, vom Statistischen Bundesamt deutlich nach oben revidiert, so dass der Rückgang seit Jahresbeginn insgesamt geringer ausfällt. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe arbeitstäglich bereinigt um 0,5 Prozent niedriger. Auch im Dreimonatsvergleich ging die Ausbringung gegenüber dem Vorzeitraum um 0,5 Prozent zurück, im Vergleich zu Vorjahr verringerte sie sich kalenderbereinigt um 1,7 Prozent.

Nach zuvor viermaligen Rückgängen stagnierte die Industrieproduktion im April im Vormonatsvergleich (0,0 Prozent). Im Baugewerbe setzte sich die Erholung des witterungsbedingten Einbruchs zu Jahresbeginn mit einem erneuten, deutlichen Plus von 2,4 Prozent fort. Im Energiesektor dagegen stagnierte die Ausbringung nach dem deutlichen Rückgang im Vormonat mit + 0,2 Prozent nahezu. Die energieintensiven Industrien setzten auch im April mit einem Plus von 1,0 Prozent ihre Erholung seit Jahresbeginn 2026 fort.

Nach Gütergruppen zeigte sich im Vormonatsvergleich bei den Vorleistungs- (+ 1,4 Prozent) wie auch den Konsumgüterproduzenten (+ 1,9 Prozent) ein Zuwachs. Bei den Investitionsgüterproduzenten setzte sich der Rückgang dagegen weiter fort (- 1,5 Prozent).

Im Baugewerbe konnte vor allem das Ausbaugewerbe (+ 3,2 Prozent) wie auch der witterungsabhängigere Tiefbau (+ 1,5 Prozent) zulegen, während der Hochbau leicht rückläufig war (- 0,4 Prozent).

Bei den einzelnen industriellen Wirtschaftszweigen zeigte sich im Vormonatsvergleich in der Mehrheit ein leichter Anstieg der Ausbringung: Insbesondere der sonstige Fahrzeugbau (+ 3,2 Prozent), pharmazeutische Erzeugnisse (+ 3,0 Prozent), chemische Erzeugnisse (+ 2,1 Prozent), Metallerzeugung und -bearbeitung (+ 1,9 Prozent), Metallerzeugnisse (+ 1,6 Prozent) sowie Gummi- und Kunststoffwaren (+ 1,6 Prozent) wiesen spürbare Zuwächse aus. Der gewichtige Maschinenbau (+ 0,8 Prozent) sowie Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse (+ 0,5 Prozent) entwickelten sich dagegen schwächer. Rückgänge wiesen insbesondere die Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen (- 4,7 Prozent) sowie die Kokereien und Mineralölverarbeitung (- 2,9 Prozent) aus.

Abgesehen vom Baugewerbe, das infolge der witterungsbedingten Aufholeffekte eine kräftige Erholung aufweist, stellt sich die Industriekonjunktur zu Beginn des zweiten Quartals vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und der gestiegenen Energiepreise recht verhalten dar.

Nach dem vorangegangenen deutlichen Anstieg kam es bei den Neuaufträgen zu Beginn des zweiten Quartals erwartungsgemäß zu einem Rücksetzer. Im April gingen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe preis-, kalender- und saisonbereinigt – sowohl mit als auch ohne Großaufträge – um 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Im März waren sie, wohl auch infolge vorgezogener Bestellungen angesichts drohender Lieferengpässe durch die faktische Sperrung der Straße von Hormus, um (revidiert) 4,5 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum April 2025 lag die Nachfrage im industriellen Sektor arbeitstäglich bereinigt damit aber noch um 1,6 Prozent im Plus. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Entwicklung mit – 3,1 Prozent zuletzt abwärtsgerichtet. Dabei gingen im April sowohl aus dem Inland (- 2,9 Prozent) als auch aus dem Ausland (- 4,2 Prozent) weniger Bestellungen ein. Nach zwei kräftigen Zuwächsen kürzten die Abnehmer aus dem Euroraum ihre Aufträge um 11,1 Prozent, während die Nachfrage aus den übrigen Ländern mit + 0,8 Prozent aufwärtsgerichtet blieb.

Mit Blick auf die Gütergruppen waren nach den vorangegangenen kräftigen Zuwächsen insbesondere bei den Konsum- (- 6,7 Prozent) und Vorleistungsgütern (- 4,4 Prozent) Auftragseinbußen zu verzeichnen. In der Tendenz blieb die Nachfrage in beiden Segmenten aber aufwärtsgerichtet. Dagegen verringerte sich die Ordertätigkeit bei den Investitionsgüterherstellern sowohl im April (- 2,9 Prozent) als auch in der längerfristigen Dreimonatsbetrachtung (- 7,3 Prozent) spürbar.

In den einzelnen Wirtschaftszweigen stellte sich die Geschäftsentwicklung unterschiedlich dar. Während gewichtige Bereiche wie Kfz und Kfz-Teile (- 5,3 Prozent) und der Maschinenbau (- 7,4 Prozent) sowie die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (- 16,3 Prozent), pharmazeutischen Produkten (- 2,6 Prozent) und der sonstigen Fahrzeuge (- 7,4 Prozent) zu Beginn des zweiten Quartals spürbare Ordereinbußen zu verzeichnen hatten, blieb der Auftragsfluss bei Metall- und chemischen Erzeugnissen in etwa auf dem Niveau des Vormonats. Ein leichtes Orderplus ergab sich bei Daten, EDV und optischen Geräten sowie in der Metallerzeugung und in der Textil- und Bekleidungsindustrie (jeweils + 0,6 Prozent).

Am aktuellen Rand mehren sich die Anzeichen, dass sich die Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe sowie die deutlich erhöhte geopolitische Unsicherheit zunehmend in einer geringeren Nachfrage insbesondere nach Investitionsgütern niederschlagen. Neben der zuletzt verhaltenen Auftragsentwicklung dürfte zum Teil auch eine zunehmende Anspannung in den Lieferketten die Produktionsentwicklung in einigen Bereichen dämpfen.

Erlöse im Einzelhandel leicht rückläufig; Frühindikatoren zeigen Stabilisierung

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im April um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, nachdem der März-Wert nach oben revidiert wurde. Während der Handel mit Nicht-Lebensmitteln im Vergleich zum Vormonat um 2,2 Prozent sank, konnte der Umsatz mit Lebensmitteln um 3,2 Prozent zulegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im April ein Minus von 0,3 Prozent. Dabei gingen weder vom Handel mit Nicht- Lebensmitteln noch vom Handel mit Lebensmitteln signifikante Impulse aus, wobei sich ein deutlicher Rückgang im Handel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) dämpfend auswirkte. Letzterer wies infolge des spürbaren Spritpreisanstiegs bereits in den Vormonaten reale Umsatzeinbußen auf. Im Dreimonatsvergleich zeigte sich der Gesamtumsatz im Einzelhandel ebenfalls deutlich abwärtsgerichtet (- 0,8 Prozent), wobei die Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln um 0,2 Prozent zunahmen und die mit Lebensmitteln um 1,3 Prozent sanken.

Der Umsatz im Gastgewerbe sank im März sowohl preisbereinigt als auch nominal um 2,2 bzw. 1,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergab sich ein realer Rückgang von 5,2 Prozent; nominal lag der Umsatz um 2,5 Prozent höher.

Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Mai im Vormonatsvergleich um 0,7 Prozent und im Dreimonatsvergleich um 1,9 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat stagnierten die Neuzulassungen, die erneut von einem stärkeren Privatkundengeschäft getragen wurden. So lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen gegenüber Mai 2025 um deutliche 8,5 Prozent höher, nachdem sie schon in den beiden Vormonaten spürbar zugelegt hatten (Unternehmen und Selbstständige: – 4,1 Prozent). Auffällig ist das weiterhin signifikante Absatzwachstum bei E-Autos, das von der seit Mitte Mai – rückwirkend ab Januar – beantragbaren E-Auto-Förderung des Bundes für Privatpersonen mit kleinen und mittleren Einkommen verstärkt worden sein dürfte. Auch im Vormonats- und Dreimonatsvergleich stiegen die PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen, während die Pkw- Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen leicht nachgaben.

Nach starken Rückgängen infolge des andauernden Konflikts im Nahen Osten haben sich die Frühindikatoren für die Entwicklung des privaten Konsums im zweiten Quartal zwar überwiegend stabilisiert, zeichnen jedoch weiterhin ein pessimistisches Bild. Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Juni mit einer Zunahme um 3,3 Zählern auf – 29,8 Pt. etwas von den Rückgängen der vergangenen Monate erholen. Positiv wirkte sich vor allem der deutliche Anstieg der Einkommenserwartungen aus, dem allerdings ein Einbruch im April vorausgegangen war. Die Anschaffungsneigung nahm ebenfalls etwas zu und die Sparneigung ging leicht zurück. Das Anfang Juni erschienene HDE-Konsumbarometer erhöhte sich nach mehreren deutlichen Verlusten etwas. Das ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) stieg im Mai nach drei Rückgängen in Folge leicht auf – 37,2 Pt. Während die Geschäftserwartungen mit – 46,2 Pt. um 2,9 Zähler positiver beurteilt wurden, sank die Geschäftslage um 1,9 Zähler auf – 27,6 Pt. Die Verkaufspreiserwartungen gingen nach einem kräftigen Anstieg seit Februar gegenüber dem Vormonat zurück.

Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand vorerst stabilisiert, bleibt aber fragil und bewegt sich auf niedrigem Niveau. Trotz leichter Aufhellung deuten die Frühindikatoren daher weiterhin keine spürbare Belebung der Konsumentwicklung im zweiten Quartal 2026 an. Insbesondere die kritische Lage im Nahen Osten und ihre weltwirtschaftlichen Folgen dürften dafür sorgen, dass die Unsicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher hoch bleibt.

Inflation lässt im Mai etwas nach

Der Verbraucherpreisanstieg verlangsamte sich im Mai auf + 2,6 Prozent (April + 2,9 Prozent), infolge einer geringeren Energiepreisdynamik (+ 6,6 Prozent nach + 10,1 Prozent) sowie eines unterproportionalen Anstiegs der Nahrungsmittelpreise (+ 0,4 Prozent); Dienstleistungspreise zogen hingegen an (+ 3,1 Prozent) und hoben die Kerninflation auf + 2,5 Prozent. Auch in den kommenden Monaten dürften die erhöhten Energie- und Rohstoffpreise die Preisentwicklung dominieren und schrittweise auch auf nachgelagerte Preisstufen durchwirkten.

Arbeitsmarkt weiter von konjunktureller Schwäche und Unsicherheit geprägt

Trotz einer leichten Frühjahrsbelebung entwickelt sich der Arbeitsmarkt insgesamt weiter schwach. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai saisonbereinigt um zwölf Tausend Personen zurückgegangen. Dies ist zum Teil jedoch eine Gegenbewegung zu dem ferienbedingten Anstieg im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren 31 Tausend Personen mehr arbeitslos. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Unterbeschäftigung. Die Erwerbstätigkeit nahm im April saisonbereinigt mit fünf Tausend Personen weniger stark ab als in den vorigen Monaten. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung konnte mit einem Plus von neun Tausend Personen im März den Rückgang des Vormonats zwar nahezu ausgleichen, verzeichnet in der längerfristigen Betrachtung jedoch weiterhin Rückgänge. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit hat sich im März voraussichtlich kaum verändert und auch die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit dürfte nach vorläufigen Meldungen im Mai in etwa auf Vormonatsniveau verharren.

Trotz leichter Stimmungsaufhellung bleibt der Arbeitsmarktausblick verhalten. Die Frühindikatoren haben sich zuletzt zwar stabilisiert, bewegen sich jedoch weiterhin im negativen Bereich. So gehen die Arbeitsagenturen gemäß IAB-Beschäftigungsbarometer auch für die kommenden drei Monate von einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit aus. Gleichzeitig ist eine Ausweitung der Beschäftigung nach Einschätzung der vom ifo Institut befragten Unternehmen allenfalls in einzelnen Wirtschaftszweigen zu erwarten. Während die Beschäftigungsaussichten in der Industrie unverändert schwach sind, konnten die Dienstleister den Einbruch der Einstellungsbereitschaft im Vormonat wieder wettmachen. Aufgrund anhaltend hoher Energiepreise und der Unsicherheit über den Fortgang des Krieges im Nahen Osten zeichnet sich für die kommenden Monate weiterhin keine Erholung auf dem Arbeitsmarkt ab.

Unternehmensinsolvenzen im Mai deutlich gesunken aber weiterhin auf hohem Niveau

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Februar 2026 um 6,7 Prozent gegenüber dem Monat Januar auf 2.048 beantragte Verfahren gestiegen; verglichen mit Februar 2025 ist sie hingegen um ein Prozent gesunken. Im Vergleich zum Februar-Mittelwert 2016-2019 (1653) entspricht dies einem Anstieg von 24,2 Prozent. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus den im Februar 2026 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen lagen mit rund 2,5 Mrd. Euro deutlich unter denen des Vorjahreszeitraums (9,0 Mrd. Euro).

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH- Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Mai mit 1.518 Insolvenzen einen Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von drei Prozent gegenüber Mai 2025 aus. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten (ca. 11.000) in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen ist im Vergleich zum Vormonat um 43 Prozent gesunken und lag damit 22 Prozent unter dem Wert vom Mai 2025. Maßgeblich für den Rückgang der von Insolvenzen betroffenen Arbeitsplätze gegenüber den Vormonaten war das Ausbleiben besonders großer Unternehmensinsolvenzen im Mai. Das IWH geht auf der Basis eigener Frühindikatoren davon aus, dass die Insolvenzzahlen im Juni auf ähnlich hohem Niveau verharren werden.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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Unternehmensinsolvenzen im März 2026: +15,8 % gegenüber März 2025

Im März 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 2.308 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 15,8 % mehr als im Vorjahresmonat.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.06.2026

  • Verbraucherinsolvenzen März 2026: +18,9 % gegenüber März 2025
  • 1. Quartal 2026: 6,5 % mehr Unternehmensinsolvenzen und 6,0 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im 1. Quartal 2025

Im März 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 2.308 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 15,8 % mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

1. Quartal 2026: 6,5 % mehr Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahresquartal

Im 1. Quartal 2026 wurden 6.275 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das waren 6,5 % mehr als im Vorjahresquartal.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im 1. Quartal 2026 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 9,3 Milliarden Euro. Im 1. Quartal 2025 hatten die Forderungen bei rund 19,9 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im 1. Quartal 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im 1. Quartal 2026.

Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im 1. Quartal 2026 insgesamt 17,7 Unternehmensinsolvenzen. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 32,1 Fällen je 10.000 Unternehmen. Danach folgte das Gastgewerbe mit 30,3 Fällen und das Baugewerbe mit 26,7 Insolvenzen.

Verbraucherinsolvenzen: +18,9 % im März 2026, +6,0 % im 1. Quartal 2026

Im März 2026 gab es 7.462 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 18,9 % mehr als im Vorjahresmonat. Für das 1. Quartal 2026 wurden 19.679 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg von 6,0 % gegenüber dem 1. Quartal 2025.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Inflationsrate im Mai 2026 bei +2,6 %

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2026 bei +2,6 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich damit die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt abgeschwächt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.06.2026

Inflationsrate geht leicht zurück, weiter hohe Energiepreise

Verbraucherpreisindex, Mai 2026:
+2,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2026:
+2,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2026 bei +2,6 %. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt abgeschwächt, nachdem sie im April 2026 bei +2,9 % und im März 2026 bei +2,7 % gelegen hatte. „Die Inflationsrate war im Mai 2026 etwas niedriger als in den Monaten davor. Die Energiepreise blieben infolge des Iran-Kriegs auf einem hohen Niveau, wenngleich der seit Anfang Mai geltende Tankrabatt die Teuerung abgemildert haben dürfte“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Gegenüber dem Vormonat April 2026 sanken die Verbraucherpreise im Mai 2026 um 0,2 %.

Energieprodukte verteuerten sich um 6,6 % gegenüber Mai 2025

Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im Mai 2026 um 6,6 % höher als im Mai 2025. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus der Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. Allerdings war der Anstieg der Energiepreise im Vorjahresvergleich geringer als im April 2026 (+10,1 %). Ein wesentlicher Grund für die geringere Preissteigerung dürfte die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel gewesen sein, die am 1. Mai 2026 in Kraft trat. Kraftstoffe verteuerten sich im Mai 2026 binnen Jahresfrist zwar um 18,0 %, jedoch weniger stark als im April 2026 (+26,2 % gegenüber April 2025).

Auch leichtes Heizöl, ein Teil der Haushaltsenergie, verteuerte sich im Mai 2026 binnen Jahresfrist infolge der Rohölmarktentwicklung deutlich (+47,9 %). Trotz dieses Anstiegs war Haushaltsenergie insgesamt aufgrund des geringen Anteils von leichtem Heizöl an den Konsumausgaben der privaten Haushalte mit -0,8 % günstiger als im Vorjahresmonat. Strom (-5,0 %), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-2,9 %) und Fernwärme (-0,9 %) blieben im Vorjahresvergleich weiterhin günstiger. Diese rückläufige Preisentwicklung ist unter anderem auf die bereits seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Sommerprognose Kiel Institut: Zaghafte Erholung, aber viel Gegenwind

Auf die deutsche Wirtschaft wirken weiterhin gegenläufige Kräfte. Während die Finanzpolitik für expansive Impulse sorgt, bremsen die Folgen des Irankriegs die wirtschaftliche Dynamik. Das zeigt die aktuelle Sommerprognose des IfW Kiel.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 11.06.2026

Auf die deutsche Wirtschaft wirken weiterhin gegenläufige Kräfte. Während die Finanzpolitik für expansive Impulse sorgt, bremsen die Folgen des Irankriegs die wirtschaftliche Dynamik. Das zeigt die aktuelle Sommerprognose des Kiel Instituts. Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt trotz der expansiven Fiskalpolitik in diesem Jahr voraussichtlich um lediglich 0,8 Prozent zulegen, für das kommende Jahr haben die Ökonomen die Prognose von zuvor 1,4 Prozent auf 1,0 Prozent gestutzt. Während bislang kaum Anzeichen für eine kräftige Erholung bei Exporten und Unternehmensinvestitionen erkennbar sind – wie sie für frühere Erholungsphasen charakteristisch waren –, dürften vor allem die öffentlichen Konsum- und Investitionsausgaben anziehen. Demgegenüber bleibt die private Investitionstätigkeit schwach, und auch die Beschäftigungsperspektiven haben sich deutlich eingetrübt.

Die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise infolge des Irankriegs führen derzeit zu spürbaren Kaufkraftverlusten, die die wirtschaftliche Entwicklung hemmen. „Die Folgen des Irankriegs dämpfen die Wirtschaftsleistung“, erklärt Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts. „Der Anstieg der Rohstoffpreise erweist sich als persistenter, was die wirtschaftliche Dynamik bis in das kommende Jahr hinein belasten wird.“

Jetzt Konjunkturprognosen lesen:

  • Deutsche Wirtschaft im Frühjahr 2026: Wenig Schwung, erhöhte Risiken
  • Weltwirtschaft im Frühjahr 2026: Konjunktur weiter im Zeichen des Irankriegs

Auch die grundlegenden Probleme der deutschen Wirtschaft bestehen fort. So haben sich die Exporte zwar zuletzt stabilisiert und werden wohl allmählich wieder einen moderaten Expansionskurs einschlagen. Von einer dynamischen Erholung kann jedoch nach den Rückgängen der vergangenen Jahre nach wie vor keine Rede sein. „Die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird weitere Verluste an Weltmarktanteilen nach sich ziehen“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts. „Gemessen an früheren Aufschwüngen fallen die erwarteten Zuwächse mager aus. Ohne durchgreifende standortstärkende Reformen driftet die deutsche Wirtschaft in ein Fahrwasser aus erlahmenden Wachstumskräften mit sich verschärfenden Verteilungskonflikten.“

Steigende Inflation, moderater Zuwachs bei Exporten

Der deutliche Anstieg der Rohstoffpreise macht sich in einer gestiegenen Inflationsrate bemerkbar. Für das laufende Jahr rechnet das Kiel Institut mit 2,8 Prozent, auch im kommenden Jahr wird die Inflation mit 2,3 Prozent erhöht bleiben. Der Zuwachs bei den Exporten fällt mager aus: Aufs Jahr gerechnet dürften die Exporte nur leicht um 1,8 Prozent zulegen.

Privater Konsum kommt kaum voran, Bauinvestitionen steigen leicht

Der private Konsum steigt hingegen kaum, weil höhere Rohstoffpreise Kaufkraft kosten. Das macht sich unter anderem am eingetrübten Konsumklima bemerkbar. Für das laufende Jahr wird mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent gerechnet, im kommenden Jahr fällt die Zunahme mit 0,4 Prozent kaum größer aus. Bei den Bauinvestitionen ist der Zuwachs auch aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise gedämpft: Insgesamt wird für 2026 – trotz des Infrastruktur-Sondervermögens – lediglich ein Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet, für 2027 wird ein Plus von 1,9 Prozent prognostiziert.

Eingetrübte Aussichten für den Arbeitsmarkt, steigende Staatsverschuldung

Die Aussichten für den Arbeitsmarkt haben sich derweil eingetrübt. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte am Ende des Prognosezeitraums um 330.000 Personen niedriger ausfallen als noch im Frühjahr prognostiziert, das Kiel Institut rechnet im Jahresdurchschnitt mit einer Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent, im kommenden Jahr ist ein leichter Rückgang auf 6,2 Prozent zu erwarten. Zugleich weiten sich die Fehlbeträge in den öffentlichen Kassen deutlich aus: Der expansive Kurs der Finanzpolitik lässt das Budgetdefizit von 2,8 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 auf 4,1 Prozent im Jahr 2027 steigen.

Weltwirtschaft: Vorübergehend spürbare Abschwächung

Die Weltwirtschaft legt laut Prognose des Kiel Instituts im laufenden Jahr nur noch um 2,8 Prozent zu (2025: 3,4 Prozent). Maßgeblich hierfür ist ein Einbruch der Produktion in den Ländern am Persischen Golf, während sich die Konjunktur in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften sowie in den meisten Schwellenländern nur leicht verlangsamt. Für 2027 ist unter der Voraussetzung einer Beilegung des Konflikts mit dem Iran wieder mit einem Anstieg um 3,3 Prozent zu rechnen.

Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel)

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