Unternehmensinsolvenzen im März 2026: +15,8 % gegenüber März 2025

Im März 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 2.308 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 15,8 % mehr als im Vorjahresmonat.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.06.2026

  • Verbraucherinsolvenzen März 2026: +18,9 % gegenüber März 2025
  • 1. Quartal 2026: 6,5 % mehr Unternehmensinsolvenzen und 6,0 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im 1. Quartal 2025

Im März 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 2.308 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 15,8 % mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

1. Quartal 2026: 6,5 % mehr Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahresquartal

Im 1. Quartal 2026 wurden 6.275 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das waren 6,5 % mehr als im Vorjahresquartal.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im 1. Quartal 2026 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 9,3 Milliarden Euro. Im 1. Quartal 2025 hatten die Forderungen bei rund 19,9 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im 1. Quartal 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im 1. Quartal 2026.

Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im 1. Quartal 2026 insgesamt 17,7 Unternehmensinsolvenzen. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 32,1 Fällen je 10.000 Unternehmen. Danach folgte das Gastgewerbe mit 30,3 Fällen und das Baugewerbe mit 26,7 Insolvenzen.

Verbraucherinsolvenzen: +18,9 % im März 2026, +6,0 % im 1. Quartal 2026

Im März 2026 gab es 7.462 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 18,9 % mehr als im Vorjahresmonat. Für das 1. Quartal 2026 wurden 19.679 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg von 6,0 % gegenüber dem 1. Quartal 2025.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Inflationsrate im Mai 2026 bei +2,6 %

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2026 bei +2,6 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich damit die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt abgeschwächt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.06.2026

Inflationsrate geht leicht zurück, weiter hohe Energiepreise

Verbraucherpreisindex, Mai 2026:
+2,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2026:
+2,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2026 bei +2,6 %. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt abgeschwächt, nachdem sie im April 2026 bei +2,9 % und im März 2026 bei +2,7 % gelegen hatte. „Die Inflationsrate war im Mai 2026 etwas niedriger als in den Monaten davor. Die Energiepreise blieben infolge des Iran-Kriegs auf einem hohen Niveau, wenngleich der seit Anfang Mai geltende Tankrabatt die Teuerung abgemildert haben dürfte“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Gegenüber dem Vormonat April 2026 sanken die Verbraucherpreise im Mai 2026 um 0,2 %.

Energieprodukte verteuerten sich um 6,6 % gegenüber Mai 2025

Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im Mai 2026 um 6,6 % höher als im Mai 2025. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus der Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. Allerdings war der Anstieg der Energiepreise im Vorjahresvergleich geringer als im April 2026 (+10,1 %). Ein wesentlicher Grund für die geringere Preissteigerung dürfte die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel gewesen sein, die am 1. Mai 2026 in Kraft trat. Kraftstoffe verteuerten sich im Mai 2026 binnen Jahresfrist zwar um 18,0 %, jedoch weniger stark als im April 2026 (+26,2 % gegenüber April 2025).

Auch leichtes Heizöl, ein Teil der Haushaltsenergie, verteuerte sich im Mai 2026 binnen Jahresfrist infolge der Rohölmarktentwicklung deutlich (+47,9 %). Trotz dieses Anstiegs war Haushaltsenergie insgesamt aufgrund des geringen Anteils von leichtem Heizöl an den Konsumausgaben der privaten Haushalte mit -0,8 % günstiger als im Vorjahresmonat. Strom (-5,0 %), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-2,9 %) und Fernwärme (-0,9 %) blieben im Vorjahresvergleich weiterhin günstiger. Diese rückläufige Preisentwicklung ist unter anderem auf die bereits seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Sommerprognose Kiel Institut: Zaghafte Erholung, aber viel Gegenwind

Auf die deutsche Wirtschaft wirken weiterhin gegenläufige Kräfte. Während die Finanzpolitik für expansive Impulse sorgt, bremsen die Folgen des Irankriegs die wirtschaftliche Dynamik. Das zeigt die aktuelle Sommerprognose des IfW Kiel.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 11.06.2026

Auf die deutsche Wirtschaft wirken weiterhin gegenläufige Kräfte. Während die Finanzpolitik für expansive Impulse sorgt, bremsen die Folgen des Irankriegs die wirtschaftliche Dynamik. Das zeigt die aktuelle Sommerprognose des Kiel Instituts. Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt trotz der expansiven Fiskalpolitik in diesem Jahr voraussichtlich um lediglich 0,8 Prozent zulegen, für das kommende Jahr haben die Ökonomen die Prognose von zuvor 1,4 Prozent auf 1,0 Prozent gestutzt. Während bislang kaum Anzeichen für eine kräftige Erholung bei Exporten und Unternehmensinvestitionen erkennbar sind – wie sie für frühere Erholungsphasen charakteristisch waren –, dürften vor allem die öffentlichen Konsum- und Investitionsausgaben anziehen. Demgegenüber bleibt die private Investitionstätigkeit schwach, und auch die Beschäftigungsperspektiven haben sich deutlich eingetrübt.

Die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise infolge des Irankriegs führen derzeit zu spürbaren Kaufkraftverlusten, die die wirtschaftliche Entwicklung hemmen. „Die Folgen des Irankriegs dämpfen die Wirtschaftsleistung“, erklärt Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts. „Der Anstieg der Rohstoffpreise erweist sich als persistenter, was die wirtschaftliche Dynamik bis in das kommende Jahr hinein belasten wird.“

Jetzt Konjunkturprognosen lesen:

  • Deutsche Wirtschaft im Frühjahr 2026: Wenig Schwung, erhöhte Risiken
  • Weltwirtschaft im Frühjahr 2026: Konjunktur weiter im Zeichen des Irankriegs

Auch die grundlegenden Probleme der deutschen Wirtschaft bestehen fort. So haben sich die Exporte zwar zuletzt stabilisiert und werden wohl allmählich wieder einen moderaten Expansionskurs einschlagen. Von einer dynamischen Erholung kann jedoch nach den Rückgängen der vergangenen Jahre nach wie vor keine Rede sein. „Die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird weitere Verluste an Weltmarktanteilen nach sich ziehen“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts. „Gemessen an früheren Aufschwüngen fallen die erwarteten Zuwächse mager aus. Ohne durchgreifende standortstärkende Reformen driftet die deutsche Wirtschaft in ein Fahrwasser aus erlahmenden Wachstumskräften mit sich verschärfenden Verteilungskonflikten.“

Steigende Inflation, moderater Zuwachs bei Exporten

Der deutliche Anstieg der Rohstoffpreise macht sich in einer gestiegenen Inflationsrate bemerkbar. Für das laufende Jahr rechnet das Kiel Institut mit 2,8 Prozent, auch im kommenden Jahr wird die Inflation mit 2,3 Prozent erhöht bleiben. Der Zuwachs bei den Exporten fällt mager aus: Aufs Jahr gerechnet dürften die Exporte nur leicht um 1,8 Prozent zulegen.

Privater Konsum kommt kaum voran, Bauinvestitionen steigen leicht

Der private Konsum steigt hingegen kaum, weil höhere Rohstoffpreise Kaufkraft kosten. Das macht sich unter anderem am eingetrübten Konsumklima bemerkbar. Für das laufende Jahr wird mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent gerechnet, im kommenden Jahr fällt die Zunahme mit 0,4 Prozent kaum größer aus. Bei den Bauinvestitionen ist der Zuwachs auch aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise gedämpft: Insgesamt wird für 2026 – trotz des Infrastruktur-Sondervermögens – lediglich ein Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet, für 2027 wird ein Plus von 1,9 Prozent prognostiziert.

Eingetrübte Aussichten für den Arbeitsmarkt, steigende Staatsverschuldung

Die Aussichten für den Arbeitsmarkt haben sich derweil eingetrübt. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte am Ende des Prognosezeitraums um 330.000 Personen niedriger ausfallen als noch im Frühjahr prognostiziert, das Kiel Institut rechnet im Jahresdurchschnitt mit einer Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent, im kommenden Jahr ist ein leichter Rückgang auf 6,2 Prozent zu erwarten. Zugleich weiten sich die Fehlbeträge in den öffentlichen Kassen deutlich aus: Der expansive Kurs der Finanzpolitik lässt das Budgetdefizit von 2,8 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 auf 4,1 Prozent im Jahr 2027 steigen.

Weltwirtschaft: Vorübergehend spürbare Abschwächung

Die Weltwirtschaft legt laut Prognose des Kiel Instituts im laufenden Jahr nur noch um 2,8 Prozent zu (2025: 3,4 Prozent). Maßgeblich hierfür ist ein Einbruch der Produktion in den Ländern am Persischen Golf, während sich die Konjunktur in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften sowie in den meisten Schwellenländern nur leicht verlangsamt. Für 2027 ist unter der Voraussetzung einer Beilegung des Konflikts mit dem Iran wieder mit einem Anstieg um 3,3 Prozent zu rechnen.

Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel)

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Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit bleibt größte Herausforderung

Die größte Herausforderung für die mittelständischen Unternehmen bleibt aus Sicht von Wirtschaftsverbänden, Wissenschaft und Wirtschaftspolitik die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von Expertinnen und Experten des IfM Bonn.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 09.06.2026

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werden als Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg angesehen

Die größte Herausforderung für die mittelständischen Unternehmen bleibt aus Sicht von Wirtschaftsverbänden, Wissenschaft und Wirtschaftspolitik die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von Expertinnen und Experten des IfM Bonn, die zwischen Ende Februar und Ende März 2026 stattfand. Bereits bei der letztmaligen Befragung in 2020 hatte sich die Herausforderung „Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit“ an erster Stelle befunden. Allerdings standen zu diesem Zeitpunkt die Unternehmen insbesondere vor der Aufgabe, die wirtschaftlichen Folgen der COVID 19-Pandemie abzufangen.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen im aktuellen Ranking der wichtigsten Herausforderungen der Bürokratierückbau und der Fachkräftemangel, wobei zunehmend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl mit entsprechenden Qualifikationen als auch mit digitalen Kenntnissen gesucht werden.

Als deutlich weniger relevant sehen die Expertinnen und Experten inzwischen Themen wie „Grüne Transformation gestalten“, „Arbeit zukunftsfähig gestalten“, „Finanzierung sichern“, „Unternehmensbestand weiterentwickeln“ und „Internationale Beziehungen gestalten“ an.

Innovationszyklen werden immer kürzer

„Die aktuelle Befragung zeigt, dass die Expertinnen und Experten die Herausforderung ‚Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit‘ vor allem mit einer Steigerung der Arbeitsproduktivität sowie mit immer kürzer und komplexer werdenden Innovationszyklen verbinden“, berichtet Studienleiterin Dr. Annette Icks. Als grundlegende Voraussetzung werden hierfür die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz von den Befragten in Wirtschaftsverbänden, Wissenschaft und Wirtschaftspolitik gewertet: Gleichwohl bleiben die digitalen Technologien mit Risiken wie Cyberangriffen und der Abhängigkeit von externen Anbietern verbunden, was die Unternehmen und die Wirtschaftspolitik nach Ansicht der Expertinnen und Experten im Blick behalten sollten.

Eine weitere wichtige Herausforderung stellt die Energie- und Rohstoffversorgung dar. Aus Sicht der Vertreterinnen und Vertreter in den Wirtschaftsverbänden, der Wirtschaftspolitik und der Wissenschaft benötigen die mittelständischen Unternehmen vor allem Planungssicherheit hinsichtlich der Energieversorgung. Ab Beginn des USA-Iran-Krieges schätzten zudem mehr Expertinnen und Experten in der Befragung die Handlungsfelder „Energie effizient nutzen“ und „Auf erneuerbare Energien umsteigen“ als bedeutsam ein.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung IfM Bonn

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Exporte im April 2026: +0,9 % zum März 2026

Im April 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % und die Importe um 1,2 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 nahmen die Exporte um 3,6 % und die Importe um 6,2 % zu, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.06.2026

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), April 2026
136,6 Milliarden Euro
+0,9 % zum Vormonat
+3,6 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), April 2026
122,1 Milliarden Euro
+1,2 % zum Vormonat
+6,2 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), April 2026
14,5 Milliarden Euro

Im April 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % und die Importe um 1,2 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 nahmen die Exporte um 3,6 % und die Importe um 6,2 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.

Im April 2026 wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 136,6 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 122,1 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im April 2026 mit einem Überschuss von 14,5 Milliarden Euro ab. Im März 2026 hatte der kalender- und saisonbereinigte Außenhandelssaldo +14,7 Milliarden Euro betragen. Im April 2025 hatte er bei +16,9 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im April 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 79,1 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 61,0 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber März 2026 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 1,0 % und die Importe aus diesen Staaten um 0,4 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 54,8 Milliarden Euro (+0,1 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 41,6 Milliarden Euro (+2,2 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 24,3 Milliarden Euro (+3,0 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 19,4 Milliarden Euro (-3,4 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im April 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 57,5 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 61,1 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber März 2026 stiegen die Exporte in die Drittstaaten um 0,7 % und die Importe von dort um 2,0 %.

Die meisten deutschen Exporte gingen im April 2026 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 11,4 Milliarden Euro exportiert, das waren 1,8 % mehr als im März 2026. Gegenüber dem Vorjahresmonat April 2025 waren die Exporte in die Vereinigten Staaten kalender- und saisonbereinigt um 12,9 % niedriger. Die Exporte in das Vereinigte Königreich nahmen im Vergleich zum Vormonat um 9,5 % auf 6,7 Milliarden Euro ab. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken im April 2026 im Vergleich zum März 2026 um 3,5 % auf 5,8 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im April 2026 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 15,6 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 0,2 % mehr als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 7,6 % auf 8,6 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 4,7 % auf 3,3 Milliarden Euro ab.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im April 2026 Waren im Wert von 136,6 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 122,4 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 stiegen die Exporte damit um 3,6 % und die Importe um 6,3 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im April 2026 mit einem Überschuss von 14,2 Milliarden Euro ab. Im April 2025 hatte der Saldo +16,6 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Produktion im April 2026: +0,4 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im April 2026 gegenüber März 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,4 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.06.2026

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 1,0 % gestiegen

Produktion im Produzierenden Gewerbe
April 2026 (real, vorläufig):
+0,4 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-0,5 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

März 2026 (real, revidiert):
-0,1 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-3,4 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im April 2026 gegenüber März 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,4 % gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von Februar 2026 bis April 2026 um 0,5 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Im März 2026 sank die Produktion gegenüber Februar 2026 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 0,1 % (vorläufiger Wert: -0,7 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 war die Produktion im April 2026 kalenderbereinigt 0,5 % niedriger.

Deutlicher Produktionsanstieg im Baugewerbe

Die positive Entwicklung der Produktion im April 2026 ist auf den Anstieg im Baugewerbe zurückzuführen (saison- und kalenderbereinigt +2,4 % zum Vormonat). Auch die Anstiege in der der chemischen Industrie (+2,1 %) und in der Herstellung von Metallerzeugnissen (+1,6 %) beeinflussten das Gesamtergebnis positiv. Negativ wirkte sich hingegen der Produktionsrückgang im Bereich der Automobilindustrie (-4,7 %) aus.

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) blieb im April 2026 gegenüber März 2026 saison- und kalenderbereinigt unverändert (0,0 %). Dabei stieg die Produktion von Vorleistungsgütern um 1,4 % und die Produktion von Konsumgütern um 1,9 %. Die Produktion von Investitionsgütern sank dagegen um 1,5 %. Außerhalb der Industrie stieg die Energieerzeugung um 0,2 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 sank die Industrieproduktion kalenderbereinigt um 2,1 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gestiegen

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im April 2026 gegenüber März 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,0 % gestiegen. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen von Februar 2026 bis April 2026 um 2,6 % höher als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat April 2025 war die energieintensive Produktion im April 2026 kalenderbereinigt um 0,9 % höher. Eine Analyse zum Produktionsindex für energieintensive Industriezweige ist auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar.

Revision weiter zurückliegender Werte

Mit dem Berichtsmonat April 2026 wurden die monatlichen Werte zur Produktion ab Januar 2025 für den Produktionsindex revidiert.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im April 2026: -3,8 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im April 2026 gegenüber März 2026 saison- und kalenderbereinigt um 3,8 % gesunken. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang ebenfalls um 3,8 % niedriger als im Vormonat.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.06.2026

Auftragseingang ohne Großaufträge ebenfalls -3,8 %

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe
April 2026 (real, vorläufig):
-3,8 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+1,6 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

März 2026 (real, revidiert):
+4,5 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+6,1 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im April 2026 gegenüber März 2026 saison- und kalenderbereinigt um 3,8 % gesunken. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang ebenfalls um 3,8 % niedriger als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Februar 2026 bis April 2026 um 3,1 % niedriger als in den drei Monaten zuvor, ohne Großaufträge stieg er im gleichen Zeitraum um +3,5 %. Im März 2026 stieg der Auftragseingang nach Revision der vorläufigen Ergebnisse gegenüber Februar 2026 um 4,5 % (vorläufiger Wert: +5,0 %).

Die negative Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im April 2026 ist auf die deutlichen Rückgänge von Neuaufträgen in der Automobilindustrie (saison- und kalenderbereinigt -5,3 % zum Vormonat) und in der Herstellung von elektrischer Ausrüstung (-16,3 %) zurückzuführen. Auch der Rückgang des Auftragseingangs im Maschinenbau (-7,4 %) beeinflusste das Gesamtergebnis negativ.

Bei den Investitionsgütern lag der Auftragseingang im April 2026 um 2,9 % niedriger und bei den Vorleistungsgütern um 4,4 % niedriger als im Vormonat. Bei den Konsumgütern fiel er um 6,7 %.

Die Auslandsaufträge sanken im April 2026 um 4,2 %. Dabei fielen die Aufträge aus der Eurozone um 11,1 % und die Aufträge von außerhalb der Eurozone stiegen um 0,8 %. Die Inlandsaufträge sanken um 2,9 %.

Umsatz im April 2026 um 0,1 % höher als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im April 2026 saison- und kalenderbereinigt 0,1 % höher als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 war der Umsatz kalenderbereinigt 0,6 % höher. Für März 2026 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg von 1,2 % gegenüber Februar 2026 (vorläufiger Wert: +0,7 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Umsatz im Dienstleistungsbereich im März 2026 um 1,4 % niedriger als im Vormonat

Der Dienstleistungssektor in Deutschland (ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) hat im März 2026 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes real (preisbereinigt) 1,4 % und nominal (nicht preisbereinigt) 1,0 % weniger Umsatz erwirtschaftet als im Februar 2026.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 05.06.2026

Umsatz im Dienstleistungsbereich, März 2026 (vorläufig, kalender- und saisonbereinigt)
-1,4 % zum Vormonat (real)
-1,0 % zum Vormonat (nominal)
-0,3 % zum Vorjahresmonat (real)
+1,6 % zum Vorjahresmonat (nominal)

Der Dienstleistungssektor in Deutschland (ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) hat im März 2026 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) 1,4 % und nominal (nicht preisbereinigt) 1,0 % weniger Umsatz erwirtschaftet als im Februar 2026. Verglichen mit dem Vorjahresmonat März 2025 verzeichnete der reale Umsatz einen Rückgang von 0,3 % und der nominale Umsatz einen Anstieg von 1,6 %.

Den größten realen Umsatzrückgang im März 2026 gegenüber dem Vormonat verzeichneten die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit einem Minus von 4,8 %, gefolgt von den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Vermietung von beweglichen Sachen und Vermittlung von Arbeitskräften) mit einem Minus von 2,6 %. Im Grundstücks- und Wohnungswesen betrug der Rückgang gegenüber dem Vormonat -0,8 %. Im Gegensatz hierzu stiegen die Umsätze im Bereich Verkehr und Lagerei im März 2026 um 0,3 % und im Bereich Information und Kommunikation um 0,7 % gegenüber dem Vormonat.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Potentiale der Kreislaufwirtschaft steigern

Das Bundeskabinett hat das Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen. Darauf weist die Bundesregierung hin. Mit diesem Programm soll Deutschland von Rohstoffimporten unabhängiger und wettbewerbsfähiger werden.

Bundesregierung, Meldung vom 03.06.2026

Ressourcen besser schonen und so die Umwelt besser schützen – dafür hat das Kabinett das Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen. Damit soll Deutschland von Rohstoffimporten unabhängiger und so wettbewerbsfähiger werden.

Das Kabinett hat den Entwurf eines Aktionsprogramms zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen. Damit setzt die Bundesregierung ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrages im Umweltbereich um.

Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte: „In der aktuellen Weltlage gilt mehr denn je: Kreislaufwirtschaft macht unsere Wirtschaft unabhängiger. Sie schützt unsere Unternehmen, wenn internationale Lieferketten brüchig werden oder Handelswege blockiert sind. Und sie stärkt die Innovationskraft deutscher Unternehmen in Märkten, die deutlich mehr als andere wachsen.“

Eine Plattform für Akteure und gezielte Förderung

Mit dem Aktionsprogramm verfolgt die Bundesregierung eine ganze Reihe von Zielen: mehr Ressourcenschonung und damit auch mehr Umweltschutz und mehr Rohstoffsouveränität, weil Deutschland unabhängiger von Importen wird. Außerdem strebt sie mehr Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum an: dadurch ergeben sich eine größere Versorgungssicherheit für die heimische Wirtschaft und mehr zukunftsfähige Arbeitsplätze.

Ein wichtiges Element des Aktionsprogramms ist eine Plattform, die eingerichtet werden soll, um alle relevanten Akteure zur Umsetzung wesentlicher Maßnahmen zusammenzubringen. Die Investitions- und Innovations-Förderung für die Kreislaufwirtschaft bildet ein weiteres Element. Mit der Förderung sollen Umwelt- und Industriepolitik besser verzahnt und die Potentiale der Kreislaufwirtschaft unterstützt werden – beispielsweise bei innovativen Recyclinganlagen und Start-Up-Unternehmen mit zirkulären Geschäftsmodellen.

Mehr Digitalisierung für mehr Effizienz

Zudem soll eine Digitalisierungsinitiative Stoffkreisläufe schließen. Dafür sind unter anderem digitale Produktpässe vorgesehen. Daneben sollen KI-Anwendungen für Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz gefördert werden.

Zentral ist, sogenannte zirkuläre industrielle Datenräume weiterzuentwickeln, was den souveränen, sicheren und dialogfähigen Austausch von Daten entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette ermöglichen soll. Dies soll die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen erleichtern, Innovationen fördern und zugleich trotzdem die Kontrolle über die eigenen Daten behalten.

Öffentliche Beschaffung und rechtlicher Rahmen

Darüber hinaus soll die öffentliche Beschaffung als Hebel für zirkuläre Beschaffung eingesetzt werden. Nicht zuletzt soll der rechtliche Rahmen in den Bereichen Kreislaufwirtschaftsrecht und Produktverantwortung weiterentwickelt werden. Minister Schneider zeigte sich überzeugt: „Das Aktionsprogramm für die Kreislaufwirtschaft ist gut für die Umwelt und gut für die Zukunft der Wirtschaft.“

Quelle: Bundesregierung

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DIHK-Gebäudekonferenz: „Vielfalt im Gebäudesektor erfordert flexible, technologieoffene Lösungen“

Die DIHK fordert, dass die Bundesregierung für die „Wärmewende“, verlässliche und rechtssichere Rahmenbedingungen setzen muss, um zügig Planungssicherheit für Unternehmen zu schaffen.

DIHK, Pressemitteilung vom 28.05.2026

Der Weg zur Klimaneutralität im Gebäudesektor bleibt ein Kraftakt: Ambitionierte Ziele treffen auf einen anhaltenden Bau- und Sanierungsstau, steigende Energie- und Materialkosten, lange Genehmigungsprozesse sowie eine große Heterogenität des Gebäudesektors. Bei der DIHK-Konferenz „Aufbruch im Gebäudesektor: Klimaneutral. Wirtschaftlich. Zukunftsfähig.“ diskutieren heute (28. Mai) Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik, wie sich Neubau, Sanierung und Wärmewende trotz hoher Kosten, komplexer Regeln und Fachkräftemangel wirtschaftlich und zukunftsfähig umsetzen lassen. „Die Unternehmen stehen zum Ziel der Klimaneutralität. Entscheidend ist jetzt, dass die Transformation im Gebäudesektor machbar, bezahlbar und investitionsfähig organisiert wird“, sagt DIHK-Präsident Peter Adrian anlässlich der Konferenz. „Um Klimaneutralität im Gebäudesektor zu erreichen, braucht es die richtige Balance zwischen dem notwendigen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und praxistauglichen Regelungen“.

Mit verschiedenen Gesetzesinitiativen hat die Bundesregierung den Gebäudesektor zuletzt verstärkt ins Visier genommen: Nachdem im letzten Jahr bereits der sogenannte Bauturbo in Kraft getreten ist, wurden in den vergangenen Wochen weitere zentrale Vorhaben und Reformen angestoßen – von der Novelle des Baugesetzbuchs über die Wärmeplanung bis hin zum Gebäudemodernisierungsgesetz. „Die Vielfalt der Bau- und Immobilienbranche und die großen Herausforderungen im Gebäudesektor erfordern flexible, technologieoffene Lösungen“, sagt Adrian. Das Gebäudemodernisierungsgesetz setze hierzu sinnvolle Impulse: „Es ist richtig, dass die Bundesregierung die starren Vorgaben für Heizungen abschafft und viel mehr Wahlfreiheit ermöglicht. Damit diese Wahlfreiheit in der Praxis funktioniert, müssen ungeklärte Fragen zum Beispiel zur Ausgestaltung der sogenannten Bio-Treppe, zur Kostenverteilung zwischen Mietern und Vermietern oder zum Entwicklungspfad nach 2040 schnell geklärt werden.“ Gleichzeitig brauche es schlanke, praxistaugliche Nachweise sowie klare Zertifizierungsregeln, damit klimafreundliche Optionen tatsächlich planbar werden. Zentral sei deshalb, dass die Bundesregierung die Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz klimafreundlicher Brennstoffe im Blick behalte: „Bei Biomethan und biogenen Brennstoffen sind Mengen und Kosten heute nicht verlässlich planbar. Die Bundesregierung muss daher schnell handeln, sonst werden Gas- und Ölheizungen zur Kostenfalle“, so Adrian.

Grundsätzlich gelte es, EU-Vorgaben, wie die der Gebäudeeffizienzrichtlinie, in Deutschland ohne nationale Verschärfungen umzusetzen und bestehende Spielräume für schlanke und praxistaugliche Regelungen zu nutzen. „Die Zielrichtung Klimaneutralität des Gebäudesektors unterstützen wir, aber die Umsetzung muss sich an technischer und wirtschaftlicher Realisierbarkeit orientieren“, sagt Adrian. „Der zweite europäische Emissionshandel sollte für den Gebäudesektor als marktwirtschaftliches und technologieoffenes Instrument wirksam greifen können und nicht durch ambitionierte nationale Sonderregelungen ausgebremst werden.“ Auf europäischer Ebene solle sich die Bundesregierung zudem für praktikablere Vorgaben einsetzen. Andernfalls drohten überzogene Neubaustandards, Renovierungs- und Solarpflichten. Dies würde zu erheblichen Investitionsrisiken für Unternehmen führen. „Mindestens genauso wichtig ist, Verfahren zu beschleunigen: Genehmigungen und Planung müssen schneller, digitaler und verlässlicher werden, sonst scheitert die Wärmewende an Zeit und Bürokratie.“

Ziel müsse eine ganzheitliche und bezahlbare Transformation im Gebäudesektor sein. „Zentral sind jetzt verlässliche und rechtssichere Rahmenbedingungen, um zügig Planungssicherheit für Unternehmen zu schaffen. Wichtige regulatorische Entscheidungen dürfen nicht erneut über Monate, gar Jahre hinaus verzögert werden.“

Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer

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