Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2025: +1,2 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist im Dezember 2025 gegenüber November 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,2 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stieg der Auftragsbestand im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2024 kalenderbereinigt um 7,0 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 19.02.2026

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe, Dezember 2025
+1,2 % real zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
+7,0 % real zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Reichweite des Auftragsbestands, Dezember 2025
8,2 Monate

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist im Dezember 2025 gegenüber November 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,2 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg der Auftragsbestand im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2024 kalenderbereinigt um 7,0 %. Die Ergebnisse für das Saarland lagen für die Berechnung des Bundesergebnisses nicht rechtzeitig vor und wurden daher geschätzt.

Die Entwicklung des Auftragsbestands im Dezember 2025 ist wesentlich auf den Anstieg im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) von saison- und kalenderbereinigt 4,5 % gegenüber dem Vormonat zurückzuführen. Auch der Anstieg in der Herstellung von Metallerzeugnissen (+5,4 %) wirkte positiv auf das Gesamtergebnis. In der Automobilindustrie sank der Auftragsbestand hingegen um 2,9 %.

Die offenen Aufträge aus dem Inland stiegen im Dezember 2025 gegenüber November 2025 um 3,0 %, der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland blieb dagegen unverändert (0,0 %).

Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg der Auftragsbestand im Dezember 2025 gegenüber November 2025 um 1,2 %, im Bereich der Vorleistungsgüter um 0,8 % und bei den Herstellern von Konsumgütern um 2,7 %.

Reichweite des Auftragsbestands auf 8,2 Monate gestiegen

Die Reichweite des Auftragsbestands stieg im Dezember 2025 auf 8,2 Monate (November 2025: 8,0 Monate). Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg sie auf 11,2 Monate (November 2025: 11,0 Monate), bei den Herstellern von Vorleistungsgütern auf 4,4 Monate (November 2025: 4,3 Monate) und bei den Herstellern von Konsumgütern auf 3,9 Monate (November 2025: 3,8 Monate).

Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. Sie wird als Quotient aus aktuellem Auftragsbestand und mittlerem Umsatz der vergangenen zwölf Monate im betreffenden Wirtschaftszweig berechnet.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Gezielte strategische Planung kann sich für KMU auszahlen

Lt. KfW Research zeigt die Untersuchung, dass für die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen (80 %) strategische Planungen generell eine zentrale Rolle spielen.

KfW Research, Mitteilung vom 17.02.2026

Die Untersuchung zeigt, dass für die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen (80 %) strategische Planungen generell eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig messen aber auch ein Fünftel der Betriebe der strategischen Planung ihrer Geschäfts­bereiche keine Bedeutung bei. Unter den Unternehmen, die strategisch planen, konzentriert sich der Großteil auf vier bis fünf Geschäfts­bereiche. Dabei stehen insbesondere Kunden­bedürfnisse, Qualitätssicherung und Finanzplanung im Vordergrund. Kleine Unternehmen fokussieren sich zudem häufig auf wenige zentrale Geschäftsbereiche, größere Unternehmen hingegen verfolgen zumeist einen ganzheitlichen Ansatz. Hinsichtlich der Unternehmens­performance zeigt die Studie, dass sowohl die grundsätzliche Entscheidung für eine strategische Ausrichtung als auch deren Intensität positiv mit der Produktivität zusammenhängen.

Quelle: KfW

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Inflationsrate im Januar 2026 bei +2,1 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Januar 2026 bei +2,1 %. Im Dezember 2025 hatte sie +1,8 % betragen und zuvor im November und Oktober 2025 jeweils +2,3 %. Laut Statistischem Bundesamt verteuerten sich v. a. Nahrungsmittel im Januar stärker als in den vorangegangenen Monaten.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 17.02.2026

Vor allem steigende Nahrungsmittelpreise lassen die Inflationsrate anziehen

Verbraucherpreisindex, Januar 2026:
+2,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Januar 2026:
+2,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Januar 2026 bei +2,1 %. Im Dezember 2025 hatte sie +1,8 % betragen und zuvor im November und Oktober 2025 jeweils +2,3 %. „Die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt hat sich zum Jahresanfang verstärkt“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). „Vor allem verteuerten sich Nahrungsmittel im Januar stärker als in den vorangegangenen Monaten. Von September bis Dezember 2025 hatte der jeweilige Preisanstieg bei Nahrungsmitteln noch unterhalb der Gesamtteuerung gelegen. Darüber hinaus wirkt sich der Preisauftrieb bei Dienstleistungen auch im Januar erhöhend auf die Inflationsrate aus.“ Gegenüber dem Vormonat Dezember 2025 stiegen die Verbraucherpreise im Januar 2026 um 0,1 %.

Energieprodukte verbilligten sich um 1,7 % gegenüber Januar 2025

Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im Januar 2026 um 1,7 % niedriger als im Vorjahresmonat. Im Dezember 2025 hatte der Preisrückgang bei Energie bei -1,3 % gelegen. Von Januar 2025 bis Januar 2026 verbilligte sich die Haushaltsenergie um 3,2 %. Hier konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher zum Beispiel von günstigeren Preisen für Strom (-3,2 %) profitieren. Ein Grund dürften die seit Beginn des Jahres reduzierten Übertragungsnetzentgelte für Strom sein. Günstiger wurden auch Gas einschließlich Umlage (-2,5 %) und Fernwärme (-0,8 %), bei denen sich unter anderem die Abschaffung der Gasspeicherumlage preisdämpfend auswirkte. Die Preise für fossile Brennstoffe wurden gleichzeitig durch die zu Jahresbeginn teilweise gestiegene CO2-Bepreisung beeinflusst. Hier zeigte sich bei den Mineralölprodukten im Januar 2026 eine gegenläufige Preisentwicklung: Leichtes Heizöl blieb im Vergleich zum Januar 2025 deutlich günstiger (-10,2 %), während sich die Kraftstoffpreise um 0,5 % erhöhten.

Nahrungsmittel verteuerten sich mit +2,1 % gegenüber Januar 2025 deutlich stärker als in den Vormonaten

Die Preise für Nahrungsmittel waren im Januar 2026 um 2,1 % höher als im Vorjahresmonat, nach +0,8 % im Dezember 2025. Damit legte der Preisauftrieb zu, von September bis Dezember 2025 hatten sich Nahrungsmittel binnen Jahresfrist unterdurchschnittlich verteuert. Im Vergleich von Januar 2026 zu Januar 2025 bleibt die Preiserhöhung bei Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+10,9 %, darunter Schokolade: +21,0 %) auffällig. Auch für Obst (+6,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+4,9 %, darunter Rind- und Kalbsfleisch: +14,9 %, Geflügelfleisch: +8,3 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Günstiger hingegen wurden insbesondere Speisefette und Speiseöle (-20,1 %, darunter Butter: -33,0 %; Olivenöl: -13,5 %). Zudem verbilligten sich einige Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs wie Molkereiprodukte (-3,5 %) und Kartoffeln (-10,1 %) deutlich, dagegen wurden Eier (+12,5 %) nennenswert teurer.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,5 %

Die Inflationsrate ohne Energie und die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lagen im Januar 2026 jeweils bei +2,5 %. Beide Kenngrößen verdeutlichen, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen weiterhin überdurchschnittlich hoch war.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,2 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Januar 2026 um 3,2 % höher als im Vorjahresmonat. Dienstleistungen verteuerten sich somit überdurchschnittlich, bereits seit Januar 2024 lag die Teuerung hierfür durchgängig oberhalb der Gesamtteuerung. Von Januar 2025 bis Januar 2026 erhöhten sich vor allem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+7,1 %) sowie für die kombinierte Personenbeförderung (+6,2 %). Letzteres ist unter anderem der Preiserhöhung für das Deutschlandticket von 58 auf 63 Euro geschuldet. Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren unter anderem auch Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,2 %), Versicherungsdienstleistungen für die Gesundheit (+4,4 %) sowie Wasserversorgung und andere Dienstleistungen an der Wohnung (+3,6 %). Zudem verteuerten sich binnen Jahresfrist Gaststättendienstleistungen (+3,6 %), auch nach der Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie zu Beginn des Jahres von 19 auf 7 %. Bedeutsam für die Preisentwicklung insgesamt blieben im Januar 2026 die Nettokaltmieten mit +2,1 %. Dagegen waren nur wenige Dienstleistungen günstiger als im Vorjahresmonat, zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-0,4 %).

Waren verteuerten sich gegenüber Januar 2025 um 1,0 %

Waren insgesamt verteuerten sich von Januar 2025 bis Januar 2026 um 1,0 %. Verbrauchsgüter verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 % und Gebrauchsgüter um 0,4 %. Neben den Nahrungsmitteln (+2,1 %) wurden auch einige andere Waren deutlich teurer, insbesondere alkoholfreie Getränke (+6,8 %, darunter Kaffee, Tee und Kakao: +18,2 %) und Tabakwaren (+4,4 %). Preisrückgänge waren hingegen außer bei der Energie (-1,7 %) unter anderem bei Haushaltsgeräten (-3,1 %) zu verzeichnen.

Preise insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,1 %

Im Vergleich zum Dezember 2025 stieg der Verbraucherpreisindex im Januar 2026 um 0,1 %. Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt stiegen binnen Monatsfrist um 1,0 %, vor allem zogen die Preise für frisches Gemüse (+6,1 %) an. Auch die Preise für Energie insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,8 %, hier zogen insbesondere Kraftstoffpreise an (+5,6 %). Günstiger gegenüber dem Vormonat wurden Strom (-2,8 %), Erdgas, einschließlich Umlage (-2,4 %) und Fernwärme (-1,6 %). Hier wirkten sich auch das zu Beginn des Jahres reduzierte Übertragungsnetzentgelt, die Abschaffung der Gasspeicherumlage sowie die teilweise gestiegene CO2-Bepreisung auf die Preisentwicklung aus. Zudem zeigt sich der gestiegene Preis für das Deutschlandticket von 58 auf 63 Euro in der Teuerung beim Personennahverkehr (+2,8 %) und bei Verbundfahrkarten (+5,2 %). Hingegen gingen vor allem saisonbedingt die Preise für Flugtickets (-16,7 %), Pauschalreisen (-14,1 %) und Bekleidungsartikel (-5,5 %) zurück.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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IMK Konjunkturindikator: Rezessionsrisiko spürbar zurückgegangen

Die kurzfristigen Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen verbessert. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 12.02.2026

Neue Werte für die kommenden drei Monate

Die kurzfristigen Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen verbessert. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, der die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt. Für die drei Monate von Februar bis Ende April 2026 weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 20,3 Prozent aus. Anfang Januar betrug sie für die folgenden drei Monate noch 28,0 Prozent. Da gleichzeitig die statistische Streuung im Indikator, die eine Verunsicherung von Wirtschaftsakteuren widerspiegelt, etwas gestiegen ist, verharrt der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator wie in den Vormonaten bei der Phase „gelb-grün“, was für ein moderates Wachstum spricht.

Maßgeblich für den Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit sind vor allem verbesserte Daten aus der Realwirtschaft, insbesondere der zuletzt starke Anstieg der inländischen Aufträge für die Industrie. Allerdings lasse „sich die anhand der Auftragsdaten abzeichnende konjunkturelle Trendwende noch nicht bei der Produktion des Produzierenden Gewerbes festmachen“, die auf Monatsbasis im Dezember zurückging, analysiert IMK-Konjunkturexperte Dr. Thomas Theobald. Auch einige stagnative oder leicht negative Entwicklungen bei Stimmungs- und Finanzmarktindikatoren haben den Rückgang des Rezessionsrisikos begrenzt.

Unter dem Strich sei der konjunkturelle Trend aber positiv – vorausgesetzt, er werde nicht durch vermeidbare negative Signale aus der Politik belastet, betont Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK: „Die Zeichen verdichten sich, dass wir in unserer aktuellen Konjunkturprognose mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent für 2026 nicht zu hoch gegriffen haben. Grundsätzlich ist sogar noch etwas mehr drin“, sagt der Ökonom.

„Über das Jahr werden zunehmend die Wirkungen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaschutz und der steigenden Verteidigungsausgaben in den Wachstumszahlen sichtbar werden“, so Dullien. Sehr viel hänge in dieser Situation davon ab, dass auch vom Privatkonsum ordentliche Impulse kommen „Voraussetzung dafür ist neben einer weiterhin soliden Kaufkraftentwicklung, dass die Verbraucher*innen nicht immer wieder verunsichert werden. Die schrille Debatte über Einschnitte in den Sozialstaat, über Deregulierungen bei der Arbeitszeit und möglicherweise demnächst auch Einschnitte beim Kündigungsschutz trägt aber zunehmend zur Verunsicherung bei und wird so zum Wachstumsrisiko“, warnt Dullien. Das sei nicht nur konjunkturell gefährlich, sondern auch unnötig.

Es gibt keinerlei empirische Anhaltspunkte, dass der deutsche Sozialstaat nicht mehr bezahlbar wäre. Im Vergleich zur Wirtschaftsleistung gibt Deutschland weder im internationalen Vergleich noch historisch auffällig viel für soziale Sicherung aus. Auch Simulationen für die künftige Entwicklung der Rentenversicherung ändern diesen Befund nicht.

Prof. Dr. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Wagniskapitalgeber setzen in Deutschland andere Prioritäten als anderswo

Der deutsche Venture Capital-Markt weist teils deutliche Unterschiede zum weltweiten VC-Geschehen auf. So erhielten deutsche Start-ups aus dem Bereich Climate-Tech im vergangenen Jahr zwar deutlich weniger Investorengelder als in den Vorjahren. Trotz des Rückgangs auf 1,3 Milliarden Euro blieb ihr Anteil lt. KfW Research an dem in Deutschland verteilten Wagniskapital mit 18 Prozent – gegenüber 8 Prozent international – aber hoch.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 13.02.2026

  • Start-ups mit Fokus auf Klimatechnologien und Verteidigung erhalten anteilig mehr Geld als in anderen Ländern
  • Junge Unternehmen mit Fokus auf Künstliche Intelligenz sind auch hierzulande erfolgreich beim Fundraising
  • Investoren sehen für 2026 größte Wachstumschancen für Start-ups aus dem Bereich Internet of Things und Robotics

Der deutsche Markt für Wagniskapital (Venture Capital, VC) weist teils deutliche Unterschiede zum weltweiten VC-Geschehen auf. So erhielten deutsche Start-ups aus dem Bereich Climate-Tech – die also an Technologien und Dienstleistungen zur Dekarbonisierung und zur Minimierung von Klimarisiken arbeiten – im vergangenen Jahr zwar deutlich weniger Investorengelder als in den Vorjahren. Trotz des Rückgangs auf 1,3 Milliarden Euro blieb ihr Anteil an dem in Deutschland verteilten Wagniskapital mit 18 Prozent aber hoch. International gingen nur acht Prozent aller VC-Gelder in diesen Bereich.

Ebenfalls deutlich höher als weltweit war der Kapitalanteil, den VC-Investoren in Deutschland in junge innovative Unternehmen aus dem Bereich Dual Use und Defense einspeisten. Dabei geht es um Start-ups, die auf Produkte mit ziviler und militärischer Anwendung setzen. In Deutschland flossen im vergangenen Jahr 1,16 Milliarden Euro in diesen Bereich, 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Verhältnis zu den gesamten Investitionen auf dem deutschen VC-Markt, die insgesamt 7,2 Milliarden Euro betrugen, lag somit bei 16 Prozent – deutlich über dem weltweiten Niveau von vier Prozent.

Das ergab eine Analyse von KfW Research, basierend auf der Datenbank des Anbieters Dealroom.co. VC-Investoren gaben in Deutschland zudem mehr Geld als international üblich an Start-ups, die im Bereich Cybersicherheit tätig sind. Acht Prozent der Investitionen hierzulande gingen in dieses Segment, weltweit dagegen fünf Prozent. Der Bereich Cybersicherheit wuchs in Deutschland im vergangenen Jahr um 632 Prozent auf 578 Millionen Euro.

Besonders dynamisch war auch in Deutschland im Jahr 2025 der Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Die Investitionen in deutsche KI-Start-ups stiegen um 45 Prozent auf nahezu drei Milliarden Euro. Weltweit war das Wachstum der VC-Investitionen in KI mit 74 Prozent sogar noch höher. Der Marktanteil der VC-Investitionen in KI lag weltweit bei 47 Prozent, in Deutschland bei ebenfalls hohen 41 Prozent.

„Die weit verbreitete Annahme, dass Deutschland im Bereich Künstliche Intelligenz wenig zu bieten hat, stimmt nicht. Es gibt inzwischen viele vielversprechende Start-ups in Deutschland, die in diesem Bereich aktiv sind“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Für das laufende Jahr erwarten die VC-Investoren eine Verschiebung der Prioritäten. Eine Sonderbefragung unter in Deutschland tätigen Venture-Capital-Investoren ergab, dass diese in diesem Jahr die höchsten Wachstumschancen für hiesige Start-ups ansehen, die sich auf die Felder Internet of Things und Robotics fokussieren. Dabei handelt es sich um junge innovative Unternehmen, die beispielsweise vernetzte Geräte und Automatisierungstechnologien entwickeln. Diese Unternehmen zeigten im vergangenen Jahr mit 809 Millionen Euro – nach Rückgängen in den beiden Jahren zuvor – erstmals wieder einen Anstieg im Deal-Volumen (plus 24 Prozent).

„Hier kommt zum Ausdruck, dass die Industriekultur in Deutschland nach wie vor ein guter Nährboden für Innovationen in der Produktionstechnik ist“, sagte Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Als Unternehmen mit den zweithöchsten Wachstumschancen bewerten die VC-Investoren solche aus dem Bereich Defense und Dual Use, gefolgt von den Bereichen Cybersicherheit und KI. Ein Jahr zuvor hatten die Investoren diese beiden Themen noch auf Rang eins und zwei einsortiert – wo sie am Ende des Jahres gemessen am Wachstum im Finanzierungsvolumen auch tatsächlich landeten.

Zu den jüngsten Technologiefeldern, die derzeit durch VC finanziert werden, gehören Quantentechnologien und Kernfusion. Die VC-Beteiligungen an deutschen Start-ups in diesen Bereichen sind in den letzten Jahren sukzessive gestiegen, bleiben jedoch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. 2025 erhöhten sich die Investitionen in Start-ups mit dem Fokus Quantentechnologie um 37 Prozent auf knapp 96 Millionen Euro, in Kernfusions-Start-ups sogar um 212 Prozent auf 258 Millionen Euro. Quantentechnologien gehören aktuell zu den Bereichen mit hohen Wachstumserwartungen seitens VC-Investoren und stehen hier an fünfter Stelle.

Quelle: KfW, KfW Research

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Unternehmensinsolvenzen im November 2025: +0,4 % zum Vorjahresmonat

Im November 2025 haben die deutschen Amtsgerichte 1.794 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 0,4 % mehr als im Vorjahresmonat.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.02.2026

Verbraucherinsolvenzen im November 2025: +7,3 % zum Vorjahresmonat

Im November 2025 haben die deutschen Amtsgerichte 1.794 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 0,4 % mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im November 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 1,5 Milliarden Euro. Im November 2024 hatten die Forderungen bei rund 2,8 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im November 2024 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im November 2025.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im November 2025 insgesamt 5,2 Unternehmensinsolvenzen. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 11,0 Fällen je 10.000 Unternehmen. Danach folgte das Baugewerbe mit 8,1 Fällen sowie die Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen) mit 7,7 Fällen.

Januar bis November 2025: 10,0 % mehr Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahreszeitraum

Im Zeitraum von Januar bis November 2025 verzeichneten die Amtsgerichte insgesamt 22.027 beantragte Unternehmensinsolvenzen, das waren 10,0 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Forderungen der Gläubiger summierten sich auf 44,3 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten sie bei 52,3 Milliarden Euro gelegen.

7,3 % mehr Verbraucherinsolvenzen im November 2025 als im Vorjahresmonat

Im November 2025 gab es 6.408 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 7,3 % mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis November 2025 erfassten die Amtsgerichte insgesamt 70.941 Verbraucherinsolvenzen und damit 8,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Großhandelspreise im Januar 2026: +1,2 % gegenüber Januar 2025

Die Verkaufspreise im Großhandel waren lt. Statistischem Bundesamt im Januar 2026 um 1,2 % höher als im Januar 2025. Im Dezember 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls bei +1,2 % gelegen, im November 2025 bei +1,5 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.02.2026

Großhandelsverkaufspreise, Januar 2026
+1,2 % zum Vorjahresmonat
+0,9 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Januar 2026 um 1,2 % höher als im Januar 2025. Im Dezember 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls bei +1,2 % gelegen, im November 2025 bei +1,5 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat Dezember 2025 um 0,9 %.

Gestiegene Preise für Nicht-Eisen-Erze, -Metalle und -Metallhalbzeug sowie für Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren

Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im Januar 2026 der Preisanstieg bei Nicht-Eisen-Erzen, Nicht-Eisen-Metallen und Halbzeug daraus. Die Preise lagen hier im Durchschnitt 43,8 % über denen von Januar 2025. Gegenüber dem Vormonat Dezember 2025 stiegen sie ebenfalls deutlich (+8,6 %).

Auch bedeutend für die Preisentwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat war der Preisanstieg im Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (+1,6 % gegenüber Januar 2025 und +0,2 % gegenüber Dezember 2025). Insbesondere Zucker, Süßwaren und Backwaren kosteten erheblich mehr als im Vorjahresmonat (+12,5 % gegenüber Januar 2025 und +0,3 % gegenüber Dezember 2025). Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze waren auf Großhandelsebene 4,1 % teurer als ein Jahr zuvor, verbilligten sich aber im Vormonatsvergleich um 1,4 %. Mehr bezahlt werden musste binnen Jahresfrist auch für Fleisch und Fleischwaren (+4,0 % gegenüber Januar 2025, aber -0,4 % gegenüber Dezember 2025).

Niedriger als im Januar 2025 waren dagegen die Preise im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (-8,2 % gegenüber Januar 2025, +0,1 % gegenüber Dezember 2025) sowie im Großhandel mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (-5,7 % gegenüber Januar 2025 und -1,1 % gegenüber Dezember 2025).

Ebenfalls günstiger im Vorjahresvergleich waren auf Großhandelsebene Mineralölerzeugnisse (-4,8 %). Gegenüber Dezember 2025 wurden diese Produkte wieder teurer (+3,0 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Innovationen durch KI fördern

Das Bundeskabinett hat beschlossen, wie die Vorgaben aus der europäischen KI-Verordnung umgesetzt werden sollen. Die Bundesregierung schafft damit einen innovationsfreundlichen und verlässlichen Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz in Deutschland.

Bundesregierung, Mitteilung vom 11.02.2026

Das Bundeskabinett hat beschlossen, wie die Vorgaben aus der europäischen KI-Verordnung umgesetzt werden sollen. Die Bundesregierung schafft damit einen innovationsfreundlichen und verlässlichen Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz in Deutschland.

Die Bundesregierung will dafür sorgen, dass der Standort Deutschland die Chancen Künstlicher Intelligenz voll ausschöpfen kann. Das Kabinett hat heute den Gesetzentwurf zur Durchführung der europäischen KI-Verordnung beschlossen. Diesen hatte der Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger, vorgelegt.

Die KI-Verordnung vom Juni 2024 schafft einen unionsweit geltenden Rechtsrahmen für die Entwicklung, Bereitstellung und Nutzung von KI-Systemen. Sie soll Innovation fördern, Grundrechte schützen und Vertrauen in KI stärken.

Zur Umsetzung der KI-Verordnung muss jeder Mitgliedsstaat der Europäischen Union die national zuständigen Behörden festlegen. Mit dem heute beschlossenen Gesetzentwurf stellt die Bundesregierung sicher, dass die nationale Umsetzung der EU-Vorgaben innovationsfreundlich und bürokratiearm erfolgt.

Orientierung für Unternehmen, Bündelung von Expertise

Der Gesetzentwurf legt fest, welche nationalen Behörden des Bundes und der Länder für die Marktüberwachung und Notifizierung von KI-Systemen zuständig sind. Er regelt deren Zusammenarbeit und schafft klare Ansprechpartner für Unternehmen. Dabei wird auf bestehende Strukturen und behördliche Expertise zurückgegriffen, um Doppelarbeit zu vermeiden und bewährte Fachkompetenz zu nutzen.

Kernelement des Entwurfs ist die zentrale Rolle der Bundesnetzagentur. Dort entsteht ein Koordinierungs- und Kompetenzzentrum. Dieses bündelt KI-Expertise zentral, stellt sie anderen Behörden zur Verfügung und bietet Informationen für Unternehmen.

Reallabore zur Erprobung neuer Technologien

Die Bundesnetzagentur wird auch Aufgaben bei der Innovationsförderung erhalten: Insbesondere soll sie mindestens ein KI-Reallabor einrichten, um dort innovative KI-Systeme testen zu können.

Quelle: Bundesregierung

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Künstliche Intelligenz kommt im Mittelstand immer häufiger zum Einsatz

Der Anteil mittelständischer Unternehmen in Deutschland, die Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, ist lt. KfW/KfW Research in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Während zwischen 2016 und 2018 nur vier Prozent der kleinen und mittleren Firmen KI einsetzten, waren es zwischen 2022 und 2024 bereits 20 Prozent.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 11.02.2026

  • 20 Prozent der mittelständischen Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz (KI)
  • Vor allem größere und international tätige Unternehmen wenden KI an
  • Unternehmen mit eigener Forschung und Entwicklung sind in dem Bereich am aktivsten

Der Anteil mittelständischer Unternehmen in Deutschland, die Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Während zwischen 2016 und 2018 nur vier Prozent der kleinen und mittleren Firmen KI einsetzten, waren es zwischen 2022 und 2024 bereits 20 Prozent. In absoluten Zahlen sind das knapp 780.000 Unternehmen. Dabei schreiten vor allem große Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden voran: Hier hatten zuletzt 36 Prozent KI im Einsatz, nach nur sechs Prozent zwischen 2016 und 2018. Aber auch bei kleinen Unternehmen mit unter fünf Beschäftigten nutzten in den Jahren 2022 bis 2024 immerhin 19 Prozent KI.

Das sind Ergebnisse einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels, einer jährlich durchgeführten repräsentativen Befragung mittelständischer Unternehmen in Deutschland. Unter dem Begriff KI werden hier Computersysteme oder Softwareprogramme gefasst, die in der Lage sind, selbstständig zu handeln und sich selbstständig zu verbessern.

„Immer mehr mittelständische Unternehmen erkennen, dass sie sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz beschäftigen müssen, um in Zukunft nicht abgehängt zu werden. Das ist eine positive Entwicklung“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Alleine schon der demografische Wandel und der damit verbundene Schwund an Arbeitskräften macht es erforderlich, dass die Unternehmen sich mit den Möglichkeiten, die KI bietet, vertraut machen.“

Bezogen auf die verschiedenen Wirtschaftszweige weisen die wissensbasierten Dienstleistungen mit 28 Prozent die höchste KI-Nutzerquote auf. Ein hoher KI-Einsatz zeigt sich dabei etwa in der Werbung und Marktforschung, den Informationsdienstleistungen und in der Unternehmensberatung. Auch im Verarbeitenden Gewerbe mit intensiver Forschung und Entwicklung setzen mit 23 Prozent relativ viele Unternehmen KI-Anwendungen ein. Am seltensten kommt die KI-Nutzung im Baugewerbe zum Einsatz – bei nur acht Prozent der Unternehmen.

Insgesamt nutzen Unternehmen, die Forschung und Entwicklung (FuE) treiben, KI mit 53 Prozent nahezu dreimal häufiger als Unternehmen ohne FuE. Zudem spielt es auch eine Rolle, wie intensiv und systematisch ein Unternehmen die Digitalisierung angeht die Wahrscheinlichkeit der KI-Nutzung steigt, wenn ein Unternehmen eine Digitalisierungsstrategie verfolgt.

Ebenfalls relevant ist, ob ein Unternehmen international tätig ist oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein international agierendes Unternehmen KI nutzt, liegt um knapp das Doppelte höher als in Unternehmen, die ihren Absatzmarkt ausschließlich in einer Region von 50 Kilometern um ihren Standort haben.

„Unternehmen, die international tätig sind, stehen häufig unter einem größeren Wettbewerbsdruck als regional tätige Unternehmen. Die frühzeitige Übernahme neuer Technologien ist für sie besonders wichtig, um im Wettbewerb zu bestehen“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Quelle: KfW, KfW Research

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Stimmungseinbruch bei Venture-Capital-Investoren in Deutschland

Die Stimmung der Investoren auf dem deutschen Markt für Wagniskapital hat sich im Schlussquartal 2025 lt. KfW Research verschlechtert. Das Geschäftsklima sackte auf minus 32,4 Punkte ab, nachdem es im Vorquartal auf seinem langjährigen Durchschnitt lag, der durch die Nulllinie markiert wird.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 10.02.2026

  • Globale wirtschafts- und geopolitische Unsicherheiten belasten Venture-Capital-Geschäftsklima 2025
  • Investoren beurteilen Ausstiegsmöglichkeiten aus Start-ups anhaltend pessimistisch
  • Konjunkturaufschwung kann Exitmarkt beflügeln

Die Stimmung der Investoren auf dem deutschen Markt für Wagniskapital hat sich im Schlussquartal 2025 verschlechtert. Das Geschäftsklima sackte auf minus 32,4 Punkte ab, nachdem es im Vorquartal auf seinem langjährigen Durchschnitt lag, der durch die Nulllinie markiert wird. Das Geschäftsklima berechnet sich als Durchschnitt der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftserwartungen der Investoren von Venture Capital (VC) auf Sicht von sechs Monaten – im vierten Quartal 2025 gaben beide nach.

Das VC-Geschäftsklima im Jahr 2025 zeigte sich äußerst wechselhaft. Nach einer fast stetigen Erholung zwischen 2022 und 2024 ging die Stimmung der Wagniskapitalinvestoren 2025 deutlich zurück. Das hat zum einen mit den internationalen wirtschafts- und geopolitischen Unsicherheiten zu tun. Zum anderen sind die Investoren aber auch unzufrieden mit den Exitmöglichkeiten in Deutschland – also den Optionen, aus ihren Beteiligungen an jungen innovativen Unternehmen wieder auszusteigen. Das Exitklima blieb zum Jahresende mit minus 44,9 Punkten weiterhin auf ausgesprochen niedrigem Niveau. Die guten Wachstumserwartungen für die deutsche Wirtschaft insgesamt sind allerdings auch für das Exitklima ein Silberstreif am Horizont, denn Konjunkturklima und Exitklima sind stark positiv miteinander korreliert.

Das geht aus dem gemeinsam von KfW Research und dem Bundesverband Beteiligungskapital (BVK) vierteljährlich erstellten Barometer zur Stimmung von Venture-Capital-Investoren in Deutschland hervor.

Auch die Investorenstimmung zum Fundraisingumfeld in Deutschland – also zu den Möglichkeiten, Kapital einzusammeln – schwankte 2025 stark. Im Schlussquartal verlor das Fundraisingklima 28,7 Zähler auf minus 34,2 Punkte.

„Der Dämpfer für das Geschäftsklima auf dem deutschen Venture-Capital-Markt zum Jahresende 2025 ist nicht nur überraschend, sondern auch überraschend stark“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Dabei sei das Investitionsvolumen auf dem deutschen Markt für Wagniskapital 2025 mit insgesamt 7,2 Milliarden Euro äußerst solide gewesen.

„Das anhaltend schwache Exitumfeld schlägt aber offenbar stark auf die Gemüter. Ich halte für 2026 allerdings ein deutliches Wachstumsplus in Deutschland für wahrscheinlich. Das zieht hoffentlich auch das Exitklima mit nach oben.“

Auch für die Vorstandssprecherin des BVK, Ulrike Hinrichs, kam der Stimmungsknick zum Jahresende unerwartet, „insbesondere nach dem optimistisch machenden Vorquartal. Aber die Investoren reagieren sensibel auf weltpolitische Unsicherheiten und anhaltende Marktherausforderungen.“ Wie sich der Markt 2026 entwickeln wird, „wird maßgeblich davon abhängen, wann sich Exit- und Fundraisingumfeld endlich erholen“, so Hinrichs.

Quelle: KfW, KfW Research

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