Erzeugerpreise Mai 2025: -1,2 % gegenüber Mai 2024

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Mai 2025 um 1,2 % niedriger als im Mai 2024. Im April 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -0,9 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Erzeugerpreise im Mai 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,2 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.06.2025

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), Mai 2025
-1,2 % zum Vorjahresmonat
-0,2 % zum Vormonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Mai 2025 um 1,2 % niedriger als im Mai 2024. Im April 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -0,9 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sanken die Erzeugerpreise im Mai 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,2 %.

Hauptursächlich für den Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Mai 2025 die niedrigeren Energiepreise. Ebenfalls günstiger als vor einem Jahr waren Vorleistungsgüter. Verbrauchs- und Gebrauchsgüter sowie Investitionsgüter waren dagegen teurer als im Vorjahresmonat. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat im Mai 2025 um 1,3 %, gegenüber April 2025 blieben sie unverändert.

Rückgang der Energiepreise gegenüber Vorjahresmonat und Vormonat

Energie war im Mai 2025 um 6,7 % billiger als im Vorjahresmonat. Gegenüber April 2025 fielen die Energiepreise um 0,9 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei Energie hatten die Preisrückgänge bei elektrischem Strom. Über alle Abnehmergruppen betrachtet fielen die Strompreise gegenüber Mai 2024 um 8,1 % (+0,2 % gegenüber April 2025).

Erdgas in der Verteilung kostete 7,1 % weniger als im Mai 2024 (-1,6 % gegenüber April 2025), Fernwärme kostete 0,5 % weniger als im Vorjahresmonat (-0,1 % gegenüber April 2025).

Die Preise für Mineralölerzeugnisse fielen gegenüber Mai 2024 um 9,6 % (-2,0 % gegenüber April 2025). Leichtes Heizöl kostete 10,2 % weniger als ein Jahr zuvor (-0,9 % gegenüber April 2025) und die Preise für Kraftstoffe waren 6,5 % günstiger (-0,9 % gegenüber April 2025).

Preisanstiege bei Investitionsgütern, Verbrauchsgütern und Gebrauchsgütern

Die Preise für Investitionsgüter waren im Mai 2025 um 1,9 % höher als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber April 2025). Maschinen kosteten 1,9 % mehr als im Mai 2024 (+0,2 % gegenüber April 2025). Die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,3 % gegenüber Mai 2024 (unverändert gegenüber April 2025).

Verbrauchsgüter waren im Mai 2025 um 3,6 % teurer als im Mai 2024 (+0,5 % gegenüber April 2025). Nahrungsmittel kosteten 4,2 % mehr als im Mai 2024 (+0,6 % gegenüber April 2025). Deutlich teurer im Vergleich zum Vorjahresmonat war Kaffee mit +41,2 % (-0,3 % gegenüber April 2025). Ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat waren Rindfleisch mit +35,7 % (+3,6 % gegenüber April 2025), Butter mit +21,6 % (-1,4 % gegenüber April 2025) und pflanzliche Öle mit +10,3 % (-1,6 % gegenüber April 2025). Billiger als im Vorjahresmonat waren im Mai 2025 dagegen insbesondere Zucker mit -39,9 % (-3,0 % gegenüber April 2025) und Schweinefleisch mit -4,5 % (+3,0 % gegenüber April 2025).

Gebrauchsgüter waren im Mai 2025 um 1,6 % teurer als ein Jahr zuvor (+0,2 % gegenüber April 2025).

Leichter Preisrückgang bei Vorleistungsgütern gegenüber Mai 2024

Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Mai 2025 um 0,2 % niedriger als im Vorjahresmonat und 0,2 % niedriger als im Vormonat.

Getreidemehl kostete 3,5 % weniger als im Mai 2024 (unverändert gegenüber April 2025). Chemische Grundstoffe waren 2,4 % günstiger als im Vorjahresmonat (-1,1 % gegenüber April 2025).

Die Preise für Metalle sanken gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3% (-0,3 % gegenüber April 2025). Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 5,2 % billiger als im Mai 2024 (-0,8 % gegenüber April 2025). Kupfer und Halbzeug daraus kosteten 5,7 % weniger als im Mai 2024 (+0,8 % gegenüber April 2025). Die Preise für Betonstahl lagen dagegen im Vorjahresvergleich 1,7 % höher (-0,3 % gegenüber April 2025).

Glas und Glaswaren waren 0,9 % günstiger als im Vorjahresmonat (+0,8 % gegenüber April 2025), Hohlglas war 6,1 % billiger als im Mai 2024 (unverändert gegenüber April 2025).

Preissteigerungen gegenüber Mai 2024 gab es unter anderem bei Papier, Pappe und Waren daraus mit +3,2 % (+0,4 % gegenüber April 2025). Futtermittel für Nutztiere waren 0,8 % teurer als ein Jahr zuvor (-1,0 % gegenüber April 2025).

Holz sowie Holz- und Korkwaren kosteten 5,0 % mehr als im Mai 2024 (+0,4 % gegenüber April 2025). Nadelschnittholz war 13,0 % teurer als im Mai 2024 (+1,4 % gegenüber April 2025). Dagegen war Laubschnittholz 2,4 % günstiger als im Vorjahresmonat (+0,2 % gegenüber April 2025).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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IMK: Kein empirischer Beleg dafür, dass weniger Feiertage das Wachstum stärken

In der Empirie gibt es keine Belege dafür, dass die Abschaffung von Feiertagen die Wirtschaftsleistung erhöht. Das u. a. ergibt eine neue IMK-Kurzstudie der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 20.06.2025

In der Empirie gibt es keine Belege dafür, dass die Abschaffung von Feiertagen die Wirtschaftsleistung erhöht. Das zeigt die Analyse von konkreten Fällen, in denen in Deutschland beziehungsweise in einzelnen Bundesländern in den vergangenen 30 Jahren arbeitsfreie Feiertage gestrichen oder neu eingeführt wurden. In gut der Hälfte der Fälle entwickelte sich die Wirtschaft sogar danach in jenen Bundesländern besser, in denen arbeitsfreie Feiertage beibehalten wurden oder neu hinzukamen. Das ergibt eine neue Kurzstudie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. „Die Gleichung: Wenn Feiertage wegfallen, steigt das Wachstum, geht offensichtlich nicht auf. Denn sie ist zu simpel und wird einer modernen Arbeitsgesellschaft nicht gerecht – so wie viele aktuelle Ideen zur Arbeitszeitverlängerung“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien,wissenschaftlicher Direktor des IMK und Ko-Autor der Untersuchung. „Die Forderung nach einem solchen Schritt zur Wachstumsförderung ist deshalb nicht zielführend.“

Üblicherweise wird die These einer positiven wirtschaftlichen Wirkung gestrichener Feiertage damit begründet, dass in Monaten mit besonders vielen Feiertagen (oder wenig Arbeitstagen, wie durch die regelmäßig kurze Monatslänge im Februar) weniger produziert wird als in anderen Monaten. So kalkuliert etwa das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft mit einer vermeintlichen zusätzlichen Wirtschaftsleistung von 5 bis 8,6 Milliarden Euro pro gestrichenem Feiertag, oder etwa 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Betrachtet man allerdings reale Fälle, in denen die Zahl der Feiertage verändert wurde, sieht das Bild anders aus. Das IMK betrachtet sechs solcher „Realexperimente“ seit 1990. Dabei wurden in manchen Bundesländern gesetzliche Feiertage gestrichen oder neu eingeführt, in anderen nicht. Hier kann man im Jahr der Einführung oder Streichung die Wirtschaftsleistung dieser Länder mit jener der Bundesrepublik insgesamt und ähnlich strukturierten (benachbarten) Bundesländern vergleichen.

Dullien und die IMK-Forscher*innen Dr. Ulrike Stein und Prof. Dr Alexander Herzog-Stein betrachten in ihrer Studie: Erstens die Abschaffung des Buß- und Bettages in allen Bundesländern außer Sachsen ab dem Jahr 1995, zweitens die einmalige Ausdehnung des Reformationstages auf alle Bundesländer 2017, drittens den erneuten Wegfall des arbeitsfreien Reformationstages in vielen Bundesländern im Folgejahr, viertens die Einführung des Internationalen Frauentages als gesetzlicher Feiertag in Berlin 2019, fünftens die Einführung des Weltkindertages in Thüringen im selben Jahr und sechstens die Einführung des Internationalen Frauentags als gesetzlicher Feiertag in Mecklenburg-Vorpommern 2023. Basis für die Analyse sind die Daten des Statistischen Bundesamts zum jährlichen nominalen Bruttoinlandsprodukt auf Ebene der Bundesländer.

Würde die einfache Gleichung aufgehen: „Weniger Feiertage = Mehr Wirtschaftsleistung“, dann müsste man 1995 ein niedrigeres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Sachsen als in anderen Bundesländern sehen, ebenso in Berlin und Thüringen 2019 und in Mecklenburg-Vorpommern 2023. 2017 müsste das Bruttoinlandsprodukt in jenen Bundesländern, die den Reformationstag erstmals als gesetzlichen Feiertag begingen, langsamer gewachsen sein als im Rest der Republik, 2018 dann in jenen Ländern stärker, in denen der Reformationstag nicht mehr gesetzlicher Feiertag war.

Sachsen 1995: Beibehaltung des Buß- und Bettages

Tatsächlich hat sich das Bruttoinlandsprodukt 1995 in Sachsen aber stärker entwickelt als im Rest Deutschlands. Nominal wuchs die Wirtschaftsleistung im Bundesschnitt um 3,4 Prozent, im ostdeutschen Freistaat dagegen um 9,7 Prozent. Dabei stellen die Forschenden natürlich in Rechnung, dass Mitte der 1990er Jahren noch der wirtschaftliche Aufholprozess in Ostdeutschland lief. Es ist also plausibel, dass Sachsens Wirtschaft deutlich schneller wuchs als jene Gesamtdeutschlands. Ein Vergleich mit den angrenzenden ostdeutschen Bundesländern Sachsen-Anhalt und Thüringen zeigt allerdings: Auch ihnen gegenüber legte das nominale BIP in Sachsen 1995 erheblich stärker zu, obwohl die beiden anderen Bundesländer den Buß- und Bettag als Feiertag strichen. Der Vorsprung lag bei 3,7 Prozentpunkten gegenüber Sachsen-Anhalt und 4,3 Prozentpunkten gegenüber Thüringen (siehe auch Abbildung 1 in der Studie; Link unten).

Reformationstag 2017 und 2018

2017 wurde anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation in allen Bundesländern der 31. Oktober als gesetzlicher Feiertag begangen. In den ostdeutschen Bundesländern, in denen der Feiertag schon zuvor gesetzlich verankert war, fiel das nominale Wachstum in diesem Jahr tatsächlich minimal um 0,2 Prozentpunkte stärker aus als in jenen Ländern, in denen der Reformationstag einmalig arbeitsfrei war (Abbildung 2 in der Studie).

Allerdings zeigte der Wegfall des Feiertages im Folgejahr in den betroffenen Bundesländern wiederum keinen positiven Effekt. 2018 war der 31. Oktober in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland wieder normaler Arbeitstag. Vergleicht man das Wirtschaftswachstum in diesen Bundesländern mit jenen westdeutschen Bundesländern, die den Reformationstag 2017 als gesetzlichen Feiertag eingeführt haben und 2018 beibehielten, so hatten die Bundesländer mit Wegfall des Feiertages sogar ein minimal um 0,2 Prozentpunkte schwächeres Wirtschaftswachstum als jene, die den Feiertag dauerhaft beibehielten (Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein; Abbildung 3).

Internationaler Frauentag in Berlin und Weltkindertag in Thüringen 2019

In Berlin wurde 2019 der Internationale Frauentag am 8. März erstmals als gesetzlicher Feiertag begangen. Die Wirtschaftsleistung in der Bundeshauptstadt entwickelte sich in dem Jahr besser als im Bundesdurchschnitt: Der Vorsprung beim Wachstum des nominalen BIPs lag bei 2,0 Prozentpunkten. Auch im Vergleich zu den anderen beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie dem umliegenden Brandenburg wuchs das BIP in Berlin stärker, nicht schwächer.

In Thüringen wurde ebenfalls 2019 der Weltkindertag am 20. September als gesetzlicher Feiertag eingeführt. Hier fiel das Wachstum um 0,4 Prozentpunkte niedriger aus als im Bundesdurchschnitt (Abbildung 4).

Internationaler Frauentag in Mecklenburg-Vorpommern 2023

In Mecklenburg-Vorpommern wurde der Internationale Frauentag 2023 gesetzlicher Feiertag. Dort fiel das Wachstum höher aus als in der Bundesrepublik insgesamt und im angrenzenden Bundesland Schleswig-Holstein, allerdings niedriger als in Brandenburg und Niedersachsen (Abbildung 5). Zu beachten ist hier laut IMK jedoch, dass es sowohl für Niedersachsen als auch für Mecklenburg-Vorpommern 2023 Sonderfaktoren gab: In Stade wurde in dem Jahr ein LNG-Terminal fertiggebaut und in Betrieb genommen. Mecklenburg-Vorpommern war zum einen besonders negativ von der Unterbrechung der russischen Gaslieferungen durch die Nordstream-Pipelines betroffen, gleichzeitig liefen die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme eines LNG-Terminals in Mukran 2024, die das BIP erhöht haben dürften. Von daher sei fraglich, wie aussagekräftig letztlich dieses Beispiel ist.

Schaden weniger Feiertage der Produktivität?

Dass ein Feiertag weniger keinen klaren positiven Einfluss auf die Wirtschaftsleistung hat, erklären die Forschenden des IMK einerseits mit der Flexibilität einer modernen Volkswirtschaft: Unternehmen planen die Abarbeitung ihrer Aufträge so, dass diese möglichst nicht an Feiertagen stattfindet, auch, weil dann Zuschläge gezahlt werden. Unklar ist, ob ohne diese Feiertage tatsächlich über das Jahr mehr produziert würde – wie es die Befürworter*innen von Streichungen annehmen –, oder ob die Produktion nur anders verteilt würde.

Viel spricht aber laut IMK dafür, dass – auch in Zeiten vielerorts beklagten Fachkräftemangels – die Nachfragesituation der Unternehmen der bestimmende und begrenzende Faktor für die Produktion ist. So gaben in den jüngsten Umfragen des Ifo-Instituts 36,8 Prozent der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes an, mangelnde Aufträge seien ein Hindernis für die Produktion, während nur 17,5 Prozent sagten, Personalmangel behindere die Produktion.

Hinzu kommt, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion nicht nur auf die geleistete Zahl der Arbeitsstunden zurückgeht, sondern auch Produktivität und Innovation eine wichtige Rolle spielen. „Denkbar ist, dass die Beobachtung fehlender positiver Wachstumseffekte einer geringeren Zahl an Feiertagen darauf zurückgeht, dass die geringere Erholungszeit die Produktivität senkt“, schreiben Dullien, Stein und Herzog-Stein. Möglich sei auch der Effekt, dass Erwerbstätige, die sich durch ihre Arbeit und andere Verpflichtungen in Familie oder Haushalt stark belastet fühlen, zumindest mittel- und langfristig als Reaktion auf die Streichung des Feiertages ihr Arbeitsangebot an anderer Stelle zurückfahren, etwa durch die Verringerung der Arbeitszeit in Teilzeitstellen oder die Aufgabe eines zusätzlichen Minijobs. So gibt es Hinweise, dass während der COVID-Pandemie Pflegekräfte als Reaktion auf die hohe Belastung ihre Arbeitszeit verringert haben.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Inflation für 8 von 9 Haushaltstypen unter Zielrate der EZB – weiterer EZB-Zinsschritt notwendig

Die Inflationsrate in Deutschland hat im Mai bei 2,1 Prozent verharrt und liegt damit fast am Inflationsziel der EZB von zwei Prozent. Von neun verschiedenen Haushaltstypen hatten acht eine haushaltsspezifische Teuerungsrate unter dem Zielwert, der neunte direkt beim Inflationsziel. Dies u. a. zeigt der neue IMK-Inflationsmonitor der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 18.06.2025

Die Inflationsrate in Deutschland hat im Mai bei 2,1 Prozent verharrt und liegt damit fast am Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Von neun verschiedenen Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden, hatten acht eine haushaltsspezifische Teuerungsrate unter dem Zielwert, der neunte direkt beim Inflationsziel. Konkret reichte die Spannweite im Mai von 1,4 bis 2,0 Prozent, der Unterschied lag also bei 0,6 Prozentpunkten, zeigt der neue Inflationsmonitor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.* Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Inflationswelle im Herbst 2022 betrug die Spanne 3,1 Prozentpunkte. Während Haushalte mit niedrigen Einkommen, insbesondere Familien, während des akuten Teuerungsschubs der Jahre 2022 und 2023 eine deutlich höhere Inflation schultern mussten als Haushalte mit mehr Einkommen, war ihre Inflationsrate im Mai 2025 wie in den Vormonaten gering: Der Warenkorb von Paaren mit Kindern und niedrigen Einkommen verteuerte sich um 1,4 Prozent. Auf 1,7 Prozent Inflationsrate kamen Alleinlebende mit niedrigen Einkommen. Alleinerziehende sowie Alleinlebende mit jeweils mittlerem Einkommen wiesen mit 1,5 bzw. 1,6 Prozent ebenfalls relativ niedrige Teuerungsraten auf (siehe auch die Abbildung in der pdf-Version dieser PM; Link unten).

Als einziger Haushaltstyp hatten im Mai Alleinlebende mit sehr hohen Einkommen mit 2,0 Prozent eine Inflation direkt auf dem Niveau der EZB-Zielrate. Es folgten Paare mit Kindern und hohen Einkommen (1,9 Prozent) sowie Paare ohne Kinder mit mittleren Einkommen (1,8 Prozent). Ein wichtiger Faktor für das etwas höhere Niveau ist, dass bei diesen drei konsumstarken Haushaltstypen die niedrigeren Energiepreise weniger stark ins Gewicht fallen als bei Haushalten mit weniger Einkommen, deren Warenkörbe stärker durch Güter des täglichen Bedarfs geprägt sind. Zudem fragen Haushalte mit höheren Einkommen stärker Dienstleistungen nach, die sich derzeit noch merklich verteuern, wie Versicherungsdienstleistungen, Pflegedienstleistungen und Dienstleistungen des Gastgewerbes. Allerdings verzeichneten alle drei Haushaltsgruppen einen leichten Rückgang ihrer Inflationsrate, weil sich der Preisauftrieb bei Pauschalreisen gegenüber dem Vormonat normalisiert hat. In der Folge hat sich die Spanne zwischen den haushaltsspezifischen Inflationsraten von 0,8 Prozentpunkten im April auf 0,6 Prozentpunkte im Mai verringert.

Die beiden anderen untersuchten Haushaltstypen, Familien mit mittleren Einkommen und Alleinlebende mit höheren Einkommen, verzeichneten im Mai eine Inflationsrate von je 1,7 Prozent. Dass aktuell alle vom IMK ausgewiesenen haushaltsspezifischen Inflationsraten leicht unter der Gesamtinflation liegen, wie sie das Statistische Bundesamt berechnet, liegt an unterschiedlichen Gewichtungen: Das IMK nutzt für seine Berechnungen weiterhin die repräsentative Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, während Destatis seit Anfang 2023 die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung heranzieht.

Zusätzliches Argument für Zinssenkung: Euro hat deutlich aufgewertet

Im Jahresverlauf 2025 dürfte sich die Inflationsrate weiter normalisieren und um den Wert von zwei Prozent schwanken, so die Erwartung von Dr. Silke Tober, IMK-Expertin für Geldpolitik und Autorin des Inflationsmonitors. Allerdings sind die Risiken für die Inflationsprognose in den vergangenen Wochen etwas gestiegen, und zwar in beide Richtungen: Während ein länger andauernder Konflikt zwischen Israel und dem Iran zu anhaltend höheren Rohöl- und Erdgaspreisen führen könnte, besteht durch den weiter schwelenden von US-Präsident Donald Trump provozierten Zollkonflikt das Risiko, dass die Teuerung sogar unter die Zielinflation fällt. Denn auch wenn sich die handelspolitische Auseinandersetzung zeitweilig etwas beruhigt hat, hält sie die Gefahr einer weltweiten Rezession hoch, die die Preisentwicklung zusätzlich dämpfen würde.

Tober hält eine weitere Leitzinssenkung durch die EZB für erforderlich. Die Zinsschritte der vergangenen Monate, zuletzt am 11. Juni auf 2,0 Prozent, hätten zwar für Entlastung gesorgt. Sie reichten aber noch nicht aus, zumal seit Jahresbeginn der Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 Prozent aufgewertet hat, was die ohnehin verhaltenen Exportaussichten der Europäer bremst. Ein weiterer Zinsschritt solle „zeitnah folgen, zumal die aktuelle Inflationsprognose der EZB dies ohnehin annimmt“, erklärt die Ökonomin. „Eine Belebung der Binnennachfrage ist dringend erforderlich und könnte zudem einen Beitrag zur Lösung des Zollkonflikts liefern.“

Langfristiger Vergleich: Lebensmittel knapp 40 Prozent teurer als 2019

Das IMK berechnet seit Anfang 2022 monatlich spezifische Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen unterscheiden (mehr zu den Typen und zur Methode unten). In einer Datenbank liefert der Inflationsmonitor zudem ein erweitertes Datenangebot: Online lassen sich Trends der Inflation für alle sowie für ausgewählte einzelne Haushalte im Zeitverlauf in interaktiven Grafiken abrufen (Link unten).

Die längerfristige Betrachtung illustriert, dass Haushalte mit niedrigem bis mittlerem Einkommen von der starken Teuerung nach dem russischen Überfall auf die Ukraine besonders stark betroffen waren, weil Güter des Grundbedarfs wie Nahrungsmittel und Energie in ihrem Budget eine größere Rolle spielen als bei Haushalten mit hohen Einkommen. Diese wirkten lange als die stärksten Preistreiber, zeigt ein längerfristiger Vergleich, den Tober in ihrem neuen Bericht ebenfalls anstellt: Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke lagen im Mai 2025 um 39,6 Prozent höher als im Mai 2019, also vor Pandemie und Ukraine-Krieg. Damit war die Teuerung für diese unverzichtbaren Basisprodukte mehr als dreimal so stark wie mit der EZB-Zielinflation von kumuliert 12,6 Prozent in diesem Zeitraum vereinbar. Energie war trotz der Preisrückgänge in letzter Zeit um 33,0 Prozent teurer als im April 2019.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Erzeugerpreise für Dienstleistungen im 1. Quartal 2025: +2,8 % zum Vorjahresquartal

Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland lagen im 1. Quartal 2025 um 2,8 % höher als im 1. Quartal 2024. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Preise gegenüber dem 4. Quartal 2024 um 0,9 %. In vielen Dienstleistungsbereichen sind die höheren Preise auf Kostensteigerungen für Personal, Material und Energie zurückzuführen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 18.06.2025

Kostensteigerungen führen zu höheren Preisen in vielen Dienstleistungsbereichen

Erzeugerpreise für Dienstleistungen, 1. Quartal 2025
+2,8 % zum Vorjahresquartal
+0,9 % zum Vorquartal

Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland lagen im 1. Quartal 2025 um 2,8 % höher als im 1. Quartal 2024. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stiegen die Preise gegenüber dem 4. Quartal 2024 um 0,9 %. In vielen Dienstleistungsbereichen sind die höheren Preise auf Kostensteigerungen für Personal, Material und Energie zurückzuführen.

Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei: +3,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal

Mit +3,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal sind die Preise im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei deutlich gestiegen. Die Preissteigerungen betreffen fast alle Verkehrsdienstleistungen. So haben die gestiegenen Energiekosten aufgrund des Anstiegs der CO2-Abgabe und höhere Löhne unter anderem infolge des Fachkräftemangels zu höheren Preisen im Straßengüterverkehr (+2,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal), für Speditionsleistungen (+2,9 %), für Lagerung und lagereiverwandte Dienstleistungen (+2,8 %) sowie für Post-, Kurier- und Expressdienste (+4,6 %) geführt.

Die Preise für Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt gingen hingegen mit -1,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zurück. Hauptgrund dafür ist der Preisrückgang auf den Strecken nach Asien. Dies dürfte mit der gesunkenen Nachfrage nach Transportkapazitäten infolge des Rückgangs der chinesischen Importe zusammenhängen.

Wirtschaftsabschnitt Information und Kommunikation: +1,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal

Im Wirtschaftsabschnitt Information und Kommunikation gab es mit +1,5 % einen moderaten Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresquartal. Die deutlichsten Preisanstiege gegenüber dem Vorjahreszeitraum wurden für IT-Dienstleistungen gemessen. So verteuerten sich Software und Softwarelizenzen um 2,8 % gegenüber dem 1. Quartal 2024, IT-Beratung und Support wurden um 2,4 % teurer und im Bereich Datenverarbeitungs- und Hostingdienstleistungen stiegen die Preise mit +1,8 % ebenfalls. Die Hauptursache hierfür waren wie schon im Vorjahr die gestiegenen Löhne als Reaktion auf den Fachkräftemangel in der IT-Branche insgesamt. Demgegenüber fielen die Preise für drahtlose Telekommunikation um 1,1 %. Die Preise für leitungsgebundene Telekommunikation erhöhten sich mit +0,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal nur leicht.

Wirtschaftsabschnitt Grundstücks- und Wohnungswesen: +2,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal

Im Wirtschaftsabschnitt Grundstücks- und Wohnungswesen stiegen die Preise um 2,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Entwicklung der Mieten für Wohn- und Gewerbeimmobilien lag mit +1,9 % gegenüber dem Vorjahresquartal noch leicht unter dem allgemeinen Trend der Erzeugerpreise für Dienstleistungen. Am stärksten stiegen mit +2,4 % die Wohnungsmieten von gewerblichen Vermietern, die häufig an die Entwicklung des Verbraucherpreisindex gekoppelt sind. Deutlich stärker war mit +4,0 % gegenüber dem 1. Quartal 2024 der Anstieg der Preise für Vermittlung und Verwaltung von Immobilien. Als Gründe wurden die allgemein gestiegenen Kosten, aber auch vertraglich vereinbarte Erhöhungen unter anderem durch Kopplung der Vergütung an die Entwicklung spezieller Preisindizes genannt.

Preise für freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen: +2,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal

Auch im Wirtschaftsabschnitt freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen gab es mit +2,3 % erneut einen deutlichen Anstieg der Preise gegenüber dem Vorjahresquartal. In zahlreichen Branchen dieses Wirtschaftsabschnitts wurden noch stärkere Anstiege der Erzeugerpreise gemessen. So lagen die Preise für technische, physikalische und chemische Untersuchungen um 4,5 % über denen des Vorjahresquartals, die Preise für Rechtsberatungsleistungen stiegen um 3,4 %, Dienstleistungen des Rechnungswesens waren um 2,5 % teurer und Leistungen von Ingenieurbüros und technische Beratungsleistungen um 2,3 %. In allen diesen Branchen nennen die Anbieter gestiegene Kosten insbesondere für Personal infolge des Fachkräftemangels als Grund für die Preissteigerungen.

Wirtschaftsabschnitt Verwaltungs- und Unterstützungsleistungen: +3,8 % gegenüber dem Vorjahresquartal

Mit +3,8 % sind die Preise für Verwaltungs- und Unterstützungsleistungen im Vergleich zum Vorjahresquartal am stärksten gestiegen. Als Grund für die Teuerung von Reinigungsleistungen, die mit +3,8 % gegenüber dem 1. Quartal 2024 dem allgemeinen Trend folgen, wird meistens die Anpassung des Tarifvertrags zum 1. Januar 2025 genannt. Überdurchschnittlich stark sind mit +5,0 % die Preise für die befristete Überlassung von Arbeitskräften gestiegen. Auch hier liegen die Ursachen in den allgemein gestiegenen Kosten für Verwaltung, Weiterbildung etc. und der hohen Nachfrage nach Fachkräften und den daraus resultierenden steigenden Lohnforderungen seitens der Arbeitnehmenden.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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ZEW-Index: Erneut spürbarer Anstieg

Im Juni 2025 erfahren die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland erneut eine Verbesserung. Sie liegen mit plus 47,5 Punkten um 22,3 Punkte über dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erlebt ebenfalls eine Steigerung.

ZEW, Pressemitteilung vom 17.06.2025

Der ZEW-Indikator liegt bei plus 47,5 Punkten

Im Juni 2025 erfahren die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland erneut eine Verbesserung. Sie liegen mit plus 47,5 Punkten um 22,3 Punkte über dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erlebt ebenfalls eine Steigerung. Der Lageindikator für Deutschland steigt um 10,0 Punkte und liegt nun bei minus 72,0 Punkten. Dies ist der stärkste Anstieg des Lageindikators seit April 2023. Jedoch ist dies nach wie vor der niedrigste Wert unter den analysierten Ländern und der Eurozone.

„Das Stimmungsbild hellt sich weiter auf. Im Juni 2025 erfährt der ZEW-Index erneut eine spürbare Verbesserung. Dazu beigetragen haben die zuletzt gestiegenen Investitionen und die Konsumnachfrage. Auch scheint sich die Einschätzung zu bekräftigen, dass die angekündigten finanzpolitischen Maßnahmen der neuen Bundesregierung der Wirtschaft positive Impulse geben. Dies zusammen mit den jüngsten Zinssenkungen der EZB könnte die knapp dreijährige wirtschaftliche Stagnation in der Bundesrepublik zu Ende bringen“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Ergebnisse.

Auch die Erwartungen für die Konjunkturentwicklung in der Eurozone verbessern sich substanziell im Juni. Diese steigen um 23,7 Punkte und liegen aktuell mit plus 35,3 Punkten deutlich im positiven Bereich. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage in der Währungsunion verbessert sich ebenfalls. Mit minus 30,7 Punkten liegt sie aktuell um plus 11,7 Punkte über dem Vormonatswert.

Quelle: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

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Online-Banking auf neuem Höchststand – Bankfilialen unter Druck

Kontoauszüge per Mail statt aus dem Automaten, Video-Beratung statt Bürotermin, Smartphone-App statt Filiale – die eigenen Finanzen lassen sich digital und mobil regeln, und immer mehr Menschen machen von den neuen Möglichkeiten Gebrauch: 86 Prozent der Deutschen nutzen Online-Banking – lt. Bitkom ein neuer Höchststand.

Bitkom, Pressemitteilung vom 17.06.2025

  • Großes Filialnetz ist nur noch jeder und jedem Zweiten wichtig
  • 30 Prozent trauen KI bessere Empfehlungen zu Finanzprodukten zu
  • Zinsen und Benutzerfreundlichkeit treiben Beliebtheit von Online-Brokern

Kontoauszüge per Mail statt aus dem Automaten, Video-Beratung statt Bürotermin, Smartphone-App statt Filiale – die eigenen Finanzen lassen sich digital und mobil regeln, und immer mehr Menschen machen von den neuen Möglichkeiten Gebrauch: 86 Prozent der Deutschen nutzen Online-Banking – ein neuer Höchststand. Das liegt vor allem daran, dass auch immer mehr Seniorinnen und Senioren ihre Bankgeschäfte online erledigen. So verwenden in der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren inzwischen 83 Prozent Online-Banking. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 77 Prozent, 2023 erst bei 61 Prozent. Und auch in der Altersgruppe ab 75 Jahren liegt die Nutzung mit 43 Prozent inzwischen deutlich über den Vorjahren (2024: 26 Prozent; 2023: 22 Prozent). Das sind Ergebnisse einer Befragung von 1.003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Und diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen: Ein Viertel (24 Prozent) der Über-65-Jährigen, die bisher kein Online-Banking nutzen, will in den kommenden 12 Monaten ins Online-Banking einsteigen, weitere 9 Prozent können es sich grundsätzlich vorstellen. „Online-Banking ist kaum noch eine Altersfrage. Der digitale Zugang zum Konto ist für die meisten selbstverständlicher als der Weg zur Filiale“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. In den jüngeren Altersgruppen zwischen 16 und 29 sowie 30 und 49 Jahren nutzen aktuell mit jeweils 95 Prozent fast alle Online-Banking. Bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 92 Prozent.

Auch der Trend, ganz auf Filialbesuche zu verzichten und nur das Online-Angebot zu nutzen, setzt sich fort. Unter den Online-Banking-Nutzerinnen und -Nutzern besuchen 44 Prozent keine Filiale mehr (2024: 42 Prozent). 41 Prozent gehen zumindest ab und zu auch in eine Filiale vor Ort (2024: 40 Prozent). Nur noch 14 Prozent nutzen überwiegend die Filiale und erledigen ihre Bankgeschäfte lediglich hin und wieder online (2024: 16 Prozent).

Geht es nach den Kundinnen und Kunden, sollten ihre Banken bei den digitalen Services nachbessern: Im Durchschnitt erhalten die Banken für ihr Digitalangebot nur die Note „befriedigend“ (3,1). Damit hat sich die Zufriedenheit gegenüber den Vorjahren (2024: 2,9; 2023: 3,1) nicht verbessert. „Kundinnen und Kunden wünschen sich für ihre Finanzen gut gemachte digitale Services. Die Banken werden zwar immer besser, haben aber Mühe, mit den steigenden Erwartungen ihrer Kundinnen und Kunden Schritt zu halten“, kommentiert Rohleder.

Besonders Jüngeren sind Digitalangebote einer Bank wichtiger als Beratung und Filialen

Schon heute spielen bei der Entscheidung für eine Bank die digitalen Angebote eine größere Rolle als etwa das Filialnetz oder die persönliche Beratung. So ist 78 Prozent der Deutschen eine benutzerfreundliche Banking-App bei der Auswahl ihrer Bank wichtig. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 85 Prozent, aber auch in der Altersgruppe ab 65 Jahren ist die App für eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent relevant. Insgesamt 73 Prozent achten auf eine breite Angebotspalette beim Online-Banking und 62 Prozent darauf, Mobile-Payment-Anwendungen nutzen zu können.

Viele schnell erreichbare Filialen sind hingegen nur der Hälfte (50 Prozent) wichtig. Hier gibt es besonders große Altersunterschiede: Unter den 16- bis 29-Jährigen ist nur noch 37 Prozent das Filialnetz wichtig, in der Gruppe ab 65 Prozent hingegen noch 71 Prozent. Rohleder: „Die Zukunft des Bankings ist digital. Aber die Bankfiliale ist damit nicht Geschichte, sie verändert vielmehr ihre Rolle. Die Bankfiliale wird zum Beratungsort, während der Alltag digital stattfindet.“

Darüber hinaus stehen bei der Auswahl der Bank aber weiterhin ganz klassische Kriterien an erster Stelle, und das weitgehend unabhängig vom Alter: So sind für 96 Prozent aller Befragten die Höhe der Bankgebühren wichtig, für 95 Prozent die Höhe der Einlagensicherung. Auch die Verfügbarkeit von Bargeld spielt weiterhin eine Rolle: 87 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher wollen viele, kostenlos nutzbare Geldautomaten, 85 Prozent wollen einen gebührenfreien Zugang zu Bargeld im Ausland.

Insgesamt würde der Hälfte der Deutschen (50 Prozent) nach eigenen Angaben ohne Bankfilialen nichts fehlen. Unter den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 60 Prozent. Entsprechend groß ist auch die Bereitschaft, zu einer reinen Online-Bank zu wechseln: Während sich insgesamt 56 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher vorstellen können, mit ihrem hauptsächlich genutzten Konto zu einer reinen Online-Bank zu wechseln, sind es in der Gruppe der 16- bis 29-Jährigen sogar 68 Prozent. 56 Prozent der Jüngeren können sich vorstellen, ein Girokonto bei einem Digitalunternehmen, wie Apple, Google oder Amazon, zu eröffnen. Im Durchschnitt aller Altersgruppen sind es 44 Prozent. Bei einem Tech-Startup würden 47 Prozent der Jüngeren ein Girokonto eröffnen, unter allen Befragten 38 Prozent.

Offenheit für den KI-Einsatz in der Finanzwelt wächst

Weniger Filialen, mehr Algorithmen – Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Finanzwelt. Das Vertrauen in KI hat auch im Finanzbereich zuletzt deutlich zugenommen: Inzwischen würde mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Deutschen eine KI nutzen, die ihnen die Finanzplanung abnimmt und zum Beispiel sagt, was man sich noch leisten kann oder wo man sparen muss. 2024 waren es erst 20 Prozent. 30 Prozent meinen sogar, dass eine KI passendere Empfehlungen zu Finanzprodukten geben kann als ein Mensch (2024: 26 Prozent). Rohleder: „Auch wenn eine Mehrheit noch skeptisch ist, zeigt sich das steigende Interesse der Deutschen an KI-Anwendungen auch in Sachen Finanzen. Für Banken und Finanzdienstleister bietet die Technologie nicht nur im Hinblick auf interne Prozesse, sondern auch für den Privatkundenbereich enorme Potenziale, zum Beispiel für eine hochgradig individualisierte Finanzplanung.“

Per Klick investieren: Zinsen und einfache Bedienung machen Online-Broker attraktiv

Nicht nur Überweisungen oder Kontostand-Abfragen, auch die Geldanlage findet heute online statt. Neben klassischen Bankgeschäften nutzen 39 Prozent der Deutschen ihr Online-Banking für Investitionen, etwa in ETFs oder Aktien. Gleichzeitig werden Online-Broker immer beliebter: Auf sie setzen inzwischen 12 Prozent bei der Online-Geldanlage, vor einem Jahr waren es 8 Prozent. Unter den 16- bis 29-Jährigen nutzen 15 Prozent Online-Broker, unter den 30- bis 49-Jährigen sogar rund jede und jeder Fünfte (21 Prozent). Dabei überzeugen vor allem Zinsen und eine hohe Benutzerfreundlichkeit: Insgesamt 67 Prozent nutzen nach eigenen Angaben Online-Broker aufgrund Zinsen auf nicht-investiertes Guthaben erhalten (2024: 55 Prozent), 63 Prozent schätzen die hohe Benutzerfreundlichkeit (2024: 50 Prozent).

Wer Online-Broker nutzt, folgt dabei oft Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis – das gilt für 57 Prozent. 55 Prozent überzeugt die breite Palette an Anlageprodukten, jeweils 52 Prozent nutzen Online-Broker wegen niedriger Gebühren und verfügbarer Echtzeit-Marktdaten. Die Flexibilität, jederzeit und überall investieren zu können, nennen 43 Prozent als Grund, 39 Prozent die höhere Sicherheit und 25 Prozent innovative Anlageprodukte. Rohleder: „Online-Broker erfüllen den Kundenwunsch nach einfachen, digitalen Lösungen und punkten zusätzlich mit attraktiven Angeboten wie zusätzlichen Zinsen. Die neuen Player setzen das klassische Bankwesen zunehmend unter Druck.“

Online-Geldanlage steigert Interesse und senkt Hürden

Viele Menschen finden überhaupt erst durch Apps und andere digitale Möglichkeiten einen Zugang zu Finanzinvestitionen. Ein Drittel (33 Prozent) derjenigen, die online Geld über ihre Bank oder einen Broker investieren, gibt an, ohne diese Online-Angebote keine Investitionen tätigen zu würden. Rund die Hälfte (49 Prozent) hat sich durch einschlägige Online-Angebote allgemein mehr mit dem Thema Finanzen beschäftigt. 46 Prozent sind der Meinung, dass es solche Online-Angebote allen erlauben, mehr aus ihrem Geld zu machen. Und 63 Prozent halten Online-Geldanlageangebote für eine gute Alternative zur klassischen Altersvorsorge.

Und während klassische Bankgeschäfte allgemein als eher trocken gelten, haben Online-Investments offenkundig Unterhaltungswert. Eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent empfindet nach eigenen Angaben Spaß dabei, online zu investieren. Zugleich räumen 49 Prozent ein, dass sie durch Online-Investments höhere Risiken eingehen. Rohleder: „Digitale Geldanlagen senken die Hürden für den Einstieg in Finanzthemen und fördern das Interesse – gerade bei jungen Menschen. Das darf aber nicht dazu führen, dass sich gerade risikofreudige junge Menschen mit ein paar spontanen Klicks finanziell ruinieren. Umso wichtiger ist es, Finanzwissen beispielsweise im Schulunterricht zu vermitteln.“

Quelle: Bitkom

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Leicht unter EU-Schnitt: 40,2 Wochenstunden haben in Vollzeit Erwerbstätige hierzulande 2024 gearbeitet

Vollzeitbeschäftigte in Deutschland leisten durchschnittlich etwas weniger Arbeitsstunden pro Woche als im EU-Durchschnitt. 15- bis 64-jährige Erwerbstätige in Vollzeit haben im Jahr 2024 im Schnitt 40,2 Wochenstunden gearbeitet. Sie lagen damit geringfügig unter dem EU-Durchschnitt von 40,3 Wochenstunden, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 17.06.2025

  • Im EU-Durchschnitt arbeiten 15- bis 64-jährige Vollzeitbeschäftigte 40,3 Stunden pro Woche
  • Teilzeitquote in Deutschland deutlich höher als in den meisten EU-Staaten
  • Erwerbstätigenquote in Deutschland überdurchschnittlich hoch, vor allem bei Frauen

Vollzeitbeschäftigte in Deutschland leisten durchschnittlich etwas weniger Arbeitsstunden pro Woche als im EU-Durchschnitt. 15- bis 64-jährige Erwerbstätige in Vollzeit haben im Jahr 2024 im Schnitt 40,2 Wochenstunden gearbeitet. Sie lagen damit geringfügig unter dem EU-Durchschnitt von 40,3 Wochenstunden, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat mitteilt. In den letzten zehn Jahren ist die Arbeitszeit in Deutschland und EU-weit leicht zurückgegangen: 2014 hatte sie hierzulande noch bei 41,5 Wochenstunden gelegen, EU-weit waren es 41,3 Wochenstunden.

Dagegen hat die geleistete Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten zugenommen: Diese arbeiteten im Jahr 2024 hierzulande durchschnittlich 21,8 Wochenstunden und damit mehr als 2014 mit 19,3 Stunden. EU-weit gab es im selben Zeitraum einen Anstieg von 20,6 auf 22,0 Wochenstunden.

Wegen dieser gegenläufigen Entwicklung hat sich die von allen Erwerbstätigen im Schnitt geleistete Wochenarbeitszeit im selben Zeitraum weniger verändert als die der in Vollzeit Erwerbstätigen: Sie ging hierzulande von 35,6 Stunden im Jahr 2014 auf 34,8 Stunden im Jahr 2024 zurück. Dieser Wert lag unter dem EU-Durchschnitt von 37,1 Wochenstunden (2014: 37,4 Stunden). Dies ist vor allem auf die hohe Teilzeitquote in Deutschland zurückzuführen.

Teilzeitquote in Deutschland mit 29 % eine der höchsten in der EU

Im Jahr 2024 arbeiteten in Deutschland nach Daten der Europäischen Arbeitskräfteerhebung 29 % der Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren in Teilzeit. Höher war die Teilzeitquote lediglich in den Niederlanden (43 %) und in Österreich (31 %). EU-weit arbeiteten 18 % der Erwerbstätigen in Teilzeit. Frauen waren dabei hierzulande mehr als viermal so häufig in Teilzeit tätig wie Männer: Während 48 % der Frauen Teilzeit arbeiteten, traf dies nur auf 12 % der Männer zu. Auf EU-Ebene fallen die Geschlechterunterschiede bei insgesamt deutlich niedrigeren Quoten geringer aus; Frauen arbeiteten gut dreimal so häufig in Teilzeit wie Männer: EU-weit waren 28 % der Frauen in Teilzeit tätig und 8 % der Männer.

Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten ist EU-weit in den letzten Jahren leicht zurückgegangen (2014: 19 %), was auf einem Rückgang der Teilzeitquote bei den Frauen beruht. In Deutschland ist der Anteil der Teilzeit Arbeitenden hingegen gestiegen, und zwar geschlechterübergreifend: 2014 waren 27 % der Beschäftigten hierzulande in Teilzeit tätig, 9 % der Männer und 46 % der Frauen.

Erwerbstätigenquote mit 77 % deutlich höher als in der EU

Eine Teilzeittätigkeit kann als Möglichkeit wahrgenommen werden, Beruf und Familie zu vereinbaren. In Deutschland geht die im EU-Vergleich höhere Teilzeitbeschäftigung mit einer höheren Erwerbstätigkeit, vor allem von Frauen, einher. 77 % der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung waren hierzulande im Jahr 2024 erwerbstätig – ein Rekordwert, der deutlich über der EU-Erwerbstätigenquote von 71 % lag. Noch deutlicher war der Unterschied bei der Erwerbstätigkeit von Frauen: Die Quote betrug hierzulande 74 % und war damit 8 Prozentpunkte höher als im EU-Durchschnitt mit 66 %.

Gegenüber 2014 nahm die Erwerbstätigkeit hierzulande zu – damals waren noch knapp drei Viertel (74 %) erwerbstätig. Der Anstieg fiel in diesem Zeitraum bei Frauen (von 70 % auf 74 %) etwas deutlicher aus als bei Männern (von 78 % auf 81 %). EU-weit stieg die Erwerbstätigkeit im selben Zeitraum noch deutlicher an: von 64 % auf 71 %. Bei Männern nahm sie von 69 % auf 75 % zu, bei Frauen von 59 % auf 66 %. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Neue EU-Strategie soll Gründungsdynamik stärken und Wachstum beschleunigen

Europas Start-ups sind die Zukunft. Sie treiben mit ihren Ideen ganze Branchen voran. Aber auf dem Weg von Gründung zu Wachstum stehen oft rechtliche und finanzielle Hürden. Mit einem neuen Maßnahmenpaket will die EU bessere Bedingungen schaffen, um gezielt Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. Im Zentrum stehen lt. DIHK u. a. Bürokratieabbau und ein erleichterter Zugang zu Kapital.

DIHK, Mitteilung vom 16.06.2025

Von synthetischen Herzklappen, Flugtaxis, Softwarelösungen, krebsbekämpfenden mRNA-Impfstoffen bis hin zu Weltraumraketen: Die innovative Spannweite deutscher Start-ups ist enorm und erschließt im Eiltempo neue Markt- und Wachstumspotenziale. Um das Innovationspotenzial solcher Jungunternehmen im Binnenmarkt gezielt zu stärken, hat die EU-Kommission ein neues Maßnahmenpaket vorgestellt: die EU Start-up and Scale-up Strategy. Mit Bürokratieabbau, neuen Finanzierungsinstrumenten und Talentförderung will sie Innovatoren, Gründer und Investoren unterstützen. Für die Betriebe eröffnen sich damit neue Chancen – aber auch neue Anforderungen, die es frühzeitig zu berücksichtigen gilt.

Neuer Rechtsrahmen für Unternehmen?

Im Zentrum der Strategie für die 27 EU-Mitgliedstaaten soll ein sogenanntes „28. Regime“ stehen: Ein neuer EU-weiter Rechtsrahmen für Unternehmen mit Bezug zu bestimmten Aspekten des Gesellschafts-, Insolvenz-, Arbeits- und des Steuerrechts. Noch ist allerdings unklar, wie sich dieser zu den bestehenden nationalen und europäischen Regelwerken verhalten soll. Mit den Regelungen eines 28. Regimes sollen Unternehmerinnen und Unternehmer dabei unterstützt werden, schneller und digital zu gründen. Entscheidend wird sein, dass die neuen Optionen allen Unternehmen offenstehen und für die Betriebe praktikabel gestaltet sind. Die Kommission will den Vorschlag für ein 28. Regime Anfang 2026 vorlegen.

Investitionen in neue Ideen stärken

Der privat verwaltete „Scale-up Europe“-Fonds soll künftig private Ko-Investitionen im Deep-Tech-Bereich – also zum Beispiel Künstliche Intelligenz, Robotik beziehungsweise Bio- oder Quantentechnologien – bündeln und Wachstumsfirmen mit Großfinanzierungsrunden unterstützen. Zudem will die EU-Kommission im Rahmen eines „Innovation Investment Pacts“ gemeinsam mit institutionellen Investoren, wie etwa Rentenversicherungen oder Investmentbanken, mehr Wagniskapital mobilisieren. Besonders für technologieorientierte Firmen relevant: Neue Bewertungssysteme sollen geistiges Eigentum als Sicherheit bei Finanzierungen anerkennen – ein möglicher Hebel für forschungsnahe Unternehmen, um leichter Zugang zu Wachstumskapital zu erhalten und innovationsorientierte Investitionen marktnäher abzusichern.

Reallabore & Vergaberechtsreform: Innovation schneller auf den Markt bringen

Im Rahmen eines „European Innovation Act“ sind europaweite „Regulatory Sandboxes“ vorgesehen. In diesen rechtlich abgesicherten Reallaboren können Unternehmen neue Geschäftsmodelle unter realen Bedingungen erproben, etwa in den Bereichen Gesundheit, Finanzen oder Umwelt. Darüber hinaus soll eine Reform des EU-Vergaberechts jungen Betrieben den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen

erleichtern. Ergänzend fördert ein „European Corporate Network“ die Zusammenarbeit von Start-ups mit etablierten Firmen. Die „Lab-to-Unicorn-Initiative“ zielt darauf ab, den Wissenstransfer aus Hochschulen zu beschleunigen und die Vernetzung universitärer Innovationszentren zu verbessern.

Talente gewinnen, Zugriff auf Infrastruktur verbessern

Die EU-Kommission will zudem Start-ups dabei unterstützen, internationale Fachkräfte zu gewinnen – zum Beispiel durch vereinfachte Visa- und Blue-Card-Verfahren. Neben dieser „Blue Carpet Initiative“ sind außerdem steuerliche Anreize für Mitarbeiterbeteiligungen und neue Modelle für grenzüberschreitende Remote-Arbeit geplant. Der Zugang zu Technologieinfrastruktur soll über eine neue „Charter of Access“ verbessert werden: Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen könnten auf diese Weise europaweit einfacher auf Innovationsdienstleistungen und -infrastruktur zugreifen. Angepasste Leitlinien sollen zudem dabei helfen, staatliche Förderinstrumente besser auszuschöpfen.

Innovationskultur keimen lassen – Impulse für die gesamte Wirtschaft nutzen

Die EU Start-up and Scale-up Strategy ist ein wichtiges Signal für mehr Gründungs- und Innovationsdynamik im europäischen Binnenmarkt: Denn ein starkes und wachstumsorientiertes Start-up-Ökosystem stärkt auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Viele der vorgesehenen Maßnahmen versprechen spürbare Erleichterungen für junge Unternehmen – vorausgesetzt, sie werden praxistauglich ausgestaltet. Maßgeblich für deren Erfolg wird sein, dass die neuen Spielräume nicht nur einzelnen Unternehmen vorbehalten bleiben. Vielmehr gilt es, effektive Ansätze für alle Betriebe verfügbar zu machen. Nur so können die positiven Impulse in der Breite der Wirtschaft wirken und möglichst viele Unternehmen von innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen profitieren.

Quelle: DIHK

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2025

Die gesamtwirtschaftliche Dynamik im ersten Quartal fiel lt. BMWE mit einem preis-, saison- und kalenderbereinigten Anstieg des BIP um 0,4 % ggü. dem Vorquartal etwas stärker aus als zunächst gemeldet.

BMWE, Pressemitteilung vom 13.06.2025

  • Die gesamtwirtschaftliche Dynamik im ersten Quartal fiel mit einem preis-, saison- und kalenderbereinigten Anstieg des BIP um 0,4 % ggü. dem Vorquartal etwas stärker aus als zunächst gemeldet. Neben einer fortgesetzten Erholung des privaten Konsums und einer Belebung der Investitionstätigkeit haben dabei auch Vorzieheffekte bei der Exportentwicklung im Zusammenhang mit den angekündigten US-Zöllen eine Rolle gespielt. Aktuelle Stimmungsindikatoren befinden sich noch auf einem niedrigen Niveau und zeigen ein uneinheitliches Bild; die Unsicherheit bezüglich der US-Handelspolitik bleibt sehr hoch. Daher ist trotz einer erwarteten stabilisierenden Entwicklung des privaten Konsums eine erneute, außenwirtschaftlich bedingte Abschwächung der deutschen Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.
  • Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ging im April preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,4 % zurück, nachdem sie im März spürbar zugelegt hatte. Dabei verzeichneten sowohl die Industrie- (-1,9 %) als auch die Energieproduktion (-1,6 %) Rückgänge; lediglich die Bauproduktion stieg mit einem Plus von 1,4 % deutlich. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe konnten im gleichen Zeitraum hingegen abermals zulegen und verzeichneten einen etwas schwächeren Zuwachs um 0,6 %. Die in einigen Wirtschaftszweigen stark schwankende Entwicklung dürfte auch Ausdruck der handelspolitischen Verwerfungen infolge der US-Zollpolitik sein.
  • Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im April um 1,1 % ggü. dem Vormonat gesunken, nachdem sie für März kräftig auf +0,9 % ggü. dem Vormonat nach oben revidiert wurden. Gegenüber April 2024 meldete der Einzelhandel ein reales Umsatzplus von 2,3 %. Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Mai nach einem kräftigen Plus im Vormonat um 5,6 % zurückgegangen; im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen sie um 2,4 % ab. Gegenüber Mai 2024 kam es zu einem Anstieg von 1,2 %. Die aktuellen Frühindikatoren für die Konsumentwicklung zeigen überwiegend eine Aufhellung der nach wie vor gedrückten Verbraucherstimmung.
  • Die Inflationsrate stagnierte im Mai bei +2,1 %. Vergleichsweise hoch blieb der Preisdruck seitens der Nahrungsmittel mit 2,8 %, während die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr spürbar um 4,6 % zurückgingen. Die Kernrate verringerte sich im Mai leicht auf 2,8 %. Im weiteren Verlauf dürfte sich die Inflation auf dem aktuellen Niveau stabilisieren. Den moderaten Auftriebstendenzen bei den Energie- und Rohstoffpreisen stehen weniger dynamische Tariflohnsteigerungen und eine gedämpfte gesamtwirtschaftliche Nachfrage entgegen.
  • Nach einer schwachen Frühjahrsbelebung zeichnet sich auch für das zweite Quartal noch keine Belebung am Arbeitsmarkt ab. Die Arbeitslosigkeit ist im Mai saisonbereinigt um 34 Tsd. Personen gestiegen und die Erwerbstätigkeit hat im April mit einem Plus von lediglich 3 Tsd. Personen nahezu stagniert. Die Frühindikatoren haben sich im Mai leicht verbessert, deuten jedoch auf eine weiterhin verhaltene Arbeitsmarktentwicklung hin.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlichen Daten im Februar 2025 um 13,0 % gegenüber dem Vormonat und um 15,9 % gegenüber Februar 2024 angestiegen. Mit 2.068 beantragten Verfahren wurde der höchste Wert seit Juli 2015 verzeichnet. Der IWH-Insolvenzmonitor für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Mai 2025 einen Rückgang von 9,1 % ggü. dem Vormonat aus. Im Vergleich zum Mai 2024 ist ein Anstieg um 17,0 % zu verzeichnen.

Temporäre Wachstumsbelebung – anhaltende Ungewissheit

Im ersten Quartal 2025 wuchs die deutsche Wirtschaft laut detaillierter Meldung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Statistischen Bundesamtes etwas stärker als ursprünglich in der Schnellmeldung von Ende April gemeldet. Demnach legte das BIP preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal zu. Damit wurde der Rückgang im Vorquartal mehr als ausgeglichen. Wachstumsimpulse gingen zum einen vom Außenhandel aus, auch weil US-Unternehmen mit Blick auf die angekündigten Zollanhebungen Bestellungen vorzogen und damit auch deutsche Ausfuhren in die USA spürbar erhöhten. Zum anderen belebte sich zu Jahresbeginn auch die Investitionstätigkeit, wobei neben – zum Teil witterungsbedingt – steigenden öffentlichen und privaten Bauinvestitionen erneut eine kräftige Expansion der öffentlichen Ausrüstungsinvestitionen infolge der Beschaffung von Verteidigungsgütern beitrug. Eine spürbare Belebung zeigte sich auch beim privaten Konsum, der seine Erholung seit Jahresmitte 2024 verstärkt fortsetzte. Neben einem vom Statistischen Bundesamt gemeldeten, deutlichen Rückgang der Sparquote spiegelt sich darin ein fortgesetzter, wenn auch infolge des Wegfalls der Inflationsausgleichsprämien in der Dynamik etwas abgeschwächter Anstieg der Nominal- und Reallöhne im ersten Quartal. Wie schon in den Vorquartalen war der Nominallohnanstieg bei den unteren Einkommensbeziehern mit einem durchschnittlichen Zuwachs von 7,2 % im Vorjahres-vergleich deutlich stärker als der Nominallohnanstieg in der Gesamtwirtschaft von 3,6 %.

Angesichts der nach wie vor hohen Verunsicherung über die weitere US-Zollpolitik zeigen aktuelle Stimmungsindikatoren für die konjunkturelle Entwicklung weiter ein uneinheitliches Bild: Während der ifo Geschäftsklimaindex sich im Mai insbesondere auch im Verarbeitenden Gewerbe spürbar erholte und die ZEW-Konjunkturerwartungen deutlich gestiegen sind, fiel der S&P-Einkaufsmanagerindex PMI Composite für Deutschland unter der 50-Punkte-Schwelle und deutet auf eine Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung hin. Die Verbraucherstimmung – gemessen am GfK-Konsumklima und HDE-Konsumbarometer – zeigt für den Juni eine weitere Aufhellung, ausgehend von einem niedrigen Niveau und auch das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel verbesserte sich im Mai spürbar. Dies, zusammen mit weiter steigenden Reallöhnen, spricht für eine anhaltende Erholung des privaten Verbrauchs im laufenden Quartal.

Die stärker außenwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsbereiche bleiben allerdings unter dem Eindruck einer drohenden Zolleskalation, der sich auch im Zuge der auslaufenden Vorzieheffekte in einer zuletzt geringeren Auslandsnachfrage aus dem Nicht-Euroraum, einem Rückgang der Warenexporte und einer Abschwächung der Industrieproduktion im April sowie starken Schwankungen bei den ifo Exporterwartungen bemerkbar macht. Zwar könnte es kurzfristig nochmals zu Vorzieheffekten kommen, doch mittelfristig drohen Rückpralleffekte. Trotz einem hoffnungsvollen wirtschaftlichen Einstieg im ersten Quartal bleibt der konjunkturelle Ausblick angesichts der Unwägbarkeiten der handelspolitischen Ankündigungen und Entscheidungen der US-Administration verhalten und eine erneute Abschwächung der deutschen Wirtschaft – unter anhaltenden Schwankungen – ist im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.

Weltwirtschaft: Deutlicher Gegenwind von Zöllen und Unsicherheit

Die weltweite Industrieproduktion ist im März saisonbereinigt um 0,5 % gegenüber dem Vormonat weiter gestiegen und lag damit zum Ende des ersten Quartals mit +3,7 % deutlich über dem Vorjahreswert – wohl auch infolge von Vorzieheffekten im US-Geschäft. Einige Frühindikatoren für den weiteren Verlauf der globalen Industriekonjunktur haben sich seitdem aber wieder eingetrübt: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft hat sich in der Industrie im Mai weiter von der Wachstumsschwelle entfernt und signalisiert mit 49,6 Punkten, nach 49,8 Punkten im April, weiterhin eine rückläufige Entwicklung der weltweiten Industrieproduktion. Dagegen hat sich die Stimmung im Dienstleistungsbereich nach dem Rücksetzer im Vormonat zuletzt wieder aufgehellt und deutet mit einem Anstieg des Index von 50,9 auf 52,0 Punkte auf ein etwas höheres Expansionstempo als im Vormonat hin. Der Gesamtindex ist mit +0,4 Zählern damit ebenfalls wieder gestiegen und zeigt mit aktuell 51,2 Punkten ein moderates Wachstum der Weltwirtschaft an. Auch der finanzmarktbasierte Sentix-Index hat im Juni wieder ins Plus gedreht und signalisiert mit 3,6 Punkten nun wieder eine positive, wenn auch verhaltene globale Dynamik.

Der Welthandel mit Gütern ist im März saisonbereinigt mit +2,2 % gegenüber Februar kräftig gestiegen und lag damit um 6,5 % über dem Vorjahresmonat. Importseitig verzeichneten die Vereinigten Staaten einen deutlichen Anstieg der Handelsaktivität von 5,6 %. Aufbauend auf den vorangegangenen Zuwächsen der US-Importe seit Beginn dieses Jahres lag der Wert damit um knapp ein Drittel über dem Niveau von März 2024. Exportseitig trug auch China mit einem deutlichen Anstieg von 7,6 % zur Expansion des Welthandelsvolumens im März bei. Die Daten deuten also darauf hin, dass der Güterhandel seit Jahresbeginn durch vorgezogene Bestellungen und Lageraufbau seitens der US-Unternehmen gestützt wurde. Insgesamt lag er im ersten Quartal um spürbare 2,0 % gegenüber dem Vorquartal im Plus, nach 0,6 % im Schlussquartal 2024. Zu Beginn des zweiten Quartals blieben die Auswirkungen der US-Zollpolitik auf den internationalen Containerumschlag insgesamt wohl noch begrenzt. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist im April saisonbereinigt von 136,2 auf 137,3 Punkte gestiegen und hat damit seinen Rückgang im März nahezu wettgemacht. Sowohl in den europäischen als auch in den chinesischen Häfen nahm die Aktivität wieder zu. Auch in den amerikanischen Westküstenhäfen, die wichtig für die Abwicklung des Handels zwischen den USA und China sind, waren im April noch keine auffälligen Effekte auf die Importmengen sichtbar.

Aktuelle Prognosen internationaler Organisationen wie der OECD oder der Weltbank weisen aber darauf hin, dass sich die weltwirtschaftlichen Perspektiven nach den zollpolitisch bedingten Vorzieheffekten im ersten Quartal im weiteren Verlauf wieder merklich abschwächen dürften – unter der Annahme, dass die bis Ende Mai geltenden Zollsätze weiterhin bestehen bleiben. Angesichts der deutlich gestiegenen Handelsbarrieren, der nach wie vor massiven handelspolitischen Unsicherheit sowie einer erhöhten Finanzmarktvolatilität fallen die Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft mit Raten für die Jahre 2025 und 2026 von unter 3 % aktuell deutlich geringer aus als noch zu Jahresbeginn. Dabei gehen die Abwärtsrevisionen vor allem auf eine erwartete Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zurück, allen voran in den USA. Während die erhöhte Unsicherheit vor allem die Investitionstätigkeit der Unternehmen bremsen dürfte, gehen von den Zollanhebungen – nach den zunächst beobachteten Vorzieheffekten – im weiteren Verlauf direkte negative Effekte auf den globalen Handel aus. Dementsprechend rechnen sowohl die OECD als auch die Weltbank in ihren Juni-Prognosen mit einer deutlichen Verlangsamung des Welthandelsvolumens mit Zuwachsraten von nur noch rund zwei bis knapp drei Prozent in den Jahren 2025 und 2026.

Deutsche Exporte stagnieren zu Beginn des zweiten Quartals

Nach den vorangegangenen Zuwächsen haben sich die Exporte zu Beginn des zweiten Quartals seitwärts bewegt: Im April gingen die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saison- und kalenderbereinigt geringfügig um 0,1 % gegenüber dem Vormonat zurück, im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lagen sie aber mit +3,0 % weiterhin deutlich im Plus. Die Warenlieferungen in die Länder außerhalb der EU gaben im April gegenüber dem Vormonat um 4,8 % nach. Hierzu trugen – nach den vorangegangenen Vorzieheffekten infolge der zuvor angekündigten US-Zollanhebungen – u. a. deutlich geringere Ausfuhren in die USA bei, aber auch nach China wurde weniger geliefert als im Vormonat. Der Absatz deutscher Produkte in den EU-Ländern blieb dagegen weiterhin aufwärtsgerichtet. Gleichzeitig sind die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen im April saison- und kalenderbereinigt mit 2,9 % kräftig gegenüber dem Vormonat gestiegen. Im Dreimonatsvergleich lagen sie mit +2,4 % ebenfalls im Plus. Dabei wurde im April insbesondere aus der EU, aber auch aus den übrigen Handelspartnerländern mehr importiert als im März. Der monatliche Überschuss im Handel mit Waren und Dienstleistungen ging damit nach der vorangegangenen merklichen Ausweitung saisonbereinigt wieder von 13,0 Mrd. Euro auf 8,7 Mrd. Euro zurück.

Die Einfuhrpreise sind im April vor allem dank günstigerer Energie- und Rohstoffpreise saisonbereinigt mit -1,9 % gegenüber dem Vormonat weiter zurückgegangen. Auch die Ausfuhrpreise gaben mit -0,6 % erneut nach, sodass sich die Terms of Trade gegenüber dem Vormonat mit +1,4 % weiter verbesserten.

Die Frühindikatoren bleiben angesichts der nicht vorhersehbaren US-Zollpolitik volatil. Die ifo Exporterwartungen haben sich im Mai nach ihrem vorherigen Einbruch wieder aufgehellt (von -9,4 auf -3,0 Punkte). Deutlich verbessert haben sich die Exporterwartungen im Maschinenbau sowie in der Automobil- und in der Elektroindustrie. Dagegen geht sowohl die metallverarbeitende als auch die chemische Industrie von rückläufigen Exporten in den kommenden drei Monaten aus.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind nach dem vorangegangenen merklichen Plus im April saisonbereinigt mit -0,3 % gegenüber dem Vormonat etwas zurückgegangen, wobei die Nachfrage aus dem Euroraum mit +0,5 % weiter zulegte, während aus den übrigen Ländern mit -0,9 % weniger Bestellungen eingingen, vor allem im Konsumgüterbereich. Die ausländische Nachfrage nach Investitionsgütern nahm im April aber mit +1,0 % weiter zu und lag im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich sogar um 6,2 % im Plus.

Nach den Vorzieheffekten im ersten Quartal mit Blick auf die angekündigten US-Zollanhebungen haben sich die deutschen Warenexporte zu Beginn des zweiten Quartals erwartungsgemäß wieder etwas schwächer entwickelt. Vor dem Hintergrund der nach wie vor sprunghaften US-Handelspolitik und der jüngsten Zollanhebungen bleiben die Unwägbarkeiten für die Exporteure hoch und die Frühindikatoren volatil. Eine weitere Abschwächung des deutschen Außenhandels ist in den kommenden Monaten – unter anhaltenden Schwankungen – nicht auszuschließen.

Industrieproduktion gibt zu Beginn des zweiten Quartals etwas nach

Nach einem spürbaren Anstieg im ersten Quartal ist das Produktionsvolumen im April wieder gesunken. Im April ging der Ausstoß im Produzierenden Gewerbe gegenüber dem Vormonat um 1,4 % zurück, nachdem er im März mit 2,3 % spürbar zugelegt hatte. Neben der Industrieproduktion (-1,9 %) hat dabei auch die Energieproduktion (-1,6 %) einen Rückgang verzeichnet. Lediglich im Baugewerbe stieg die Ausbringungsmenge mit einem Plus von 1,4 % deutlich.

Innerhalb der Industrie wies dabei die Mehrheit der Wirtschaftszweige einen Produktionsrückgang auf, nachdem die Erzeugung im vorherigen Monat zum Teil deutlich zugelegt hatte: Insbesondere die Ausbringung pharmazeutischer Produkte erlebte einen spürbaren Rückprall um 17,7 %, nach einem kräftigen Anstieg um +19,3 % im März. Aber auch die Metallerzeugung und -bearbeitung (-6,7 %), der Maschinenbau (-2,4 %) sowie die Produktion von Metallerzeugnissen (-2,3 %), Kfz und Kfz-Teilen (- 0,6 %) sind zu Beginn des zweiten Quartals deutlich gesunken. Zuwächse waren hingegen insbesondere bei der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln (+5,7 %) und der Reparatur und Installation von Maschinen (+1,7 %) zu beobachten.

Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich konnte die Ausbringung mit einem Plus von 0,5 % zuletzt weiterhin leicht gesteigert werden. Dabei verzeichnete jedoch lediglich die Industrie (+1,1 %) spürbare Zuwächse, wohingegen die Bauproduktion (-0,6 %) und die Energieerzeugung (-2,7 %) sich rückläufig entwickelten.

Im Unterschied zur Industrieproduktion haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im April nach einem deutlichen Zuwachs im Vormonat abermals etwas ausgeweitet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 0,6 % gestiegen. Während die inländischen Aufträge mit 2,2 % spürbar expandierten, ging die Nachfrage aus dem Ausland mit einem Minus von 0,3 % leicht zurück. Dabei stieg das Ordervolumen aus dem Euroraum zwar um 0,5 % an, die Auftragseingänge aus dem Nicht-Euroraum nahmen jedoch um 0,9 % ab. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen erhöhten sich die Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat insgesamt um 0,3 %.

Die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes verlief im April sehr unterschiedlich. Während die Nachfrage in den Bereichen EDV und Optik (+21,5 %), im sonstigen Fahrzeugbau (+7,1 %), in der Herstellung von Metallerzeugnissen (+4,4 %) sowie im Kfz-Bereich (+2,0 %) spürbar zulegte, gingen die Ordereingänge bei pharmazeutischen (-14,1 %), und chemischen (-1,8 %) Erzeugnissen, elektrischen Ausrüstungen (-9,2 %) und im gewichtigen Maschinenbau (-4,2 %) zurück .

Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich nahmen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber der Vorperiode insgesamt um 0,5 % zu. Die Nachfrage aus dem Inland sank dabei um 3,6 %, während die Bestellungen aus dem Ausland mit 3,4 % spürbare Zuwächse verbuchen konnten.

Die zuletzt stark schwankenden Auftragseingänge Industrieproduktion dürften auch Ausdruck der handelspolitischen Verwerfungen infolge der US-Zollpolitik sein. Die Volatilität der Exporterwartungen sowie die insgesamt weiterhin gedämpften Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass die Industriekonjunktur auch künftig von zollpolitischen Turbulenzen gekennzeichnet sein wird. Angesichts der jüngsten Zollerhöhungen für Stahl und Aluminium und dem bevorstehenden Ende der Aussetzungsfrist für reziproke Zölle bleibt die handelspolitische Unsicherheit trotz der laufenden Zollverhandlungen zwischen den USA und der EU hoch. Die Aussichten für eine Erholung der Industrieproduktion haben sich dementsprechend zuletzt wieder eingetrübt.

Einzelhandelsumsatz zuletzt schwächer; Frühindikatoren zeigen Aufhellung

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im April um 1,1 % ggü. dem Vormonat gesunken, nachdem sie für März kräftig auf +0,9 % ggü. Vormonat nach oben revidiert wurden. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im April ein reales Umsatzplus von 2,3 %. Der Handel mit Lebensmitteln trat im April auf der Stelle (-0,1 %). Der Umsatz im Internet- und Versandhandel blieb gegenüber dem Vormonat ebenfalls nahezu unverändert, stieg aber gegenüber dem Vorjahr um deutliche 14,0 %.

Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Mai im Vormonatsvergleich und nach einem starken Plus im April um 5,6 % gesunken; im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen sie um 2,4 % ab. Gegenüber Mai 2024 kam es zu einem Anstieg von 1,2 %. Bei den Pkw-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im Mai im Vormonatsvergleich ein Minus von 4,6 %; in der Drei-Monats-Betrachtung sanken sie um 4,9 %. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich im Mai um 6,1 %. Das Gastgewerbe verzeichnete im März ggü. dem Vormonat einen nominalen Umsatzrückgang von 1,3 %; auch preisbereinigt belief sich das Minus auf 1,3 %. Gegenüber März 2024 setzte das Gastgewerbe real 3,5 % und nominal 0,3 % weniger um.

Die Stimmung in den konsumrelevanten Bereichen hat sich zuletzt etwas aufgehellt. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) ist im Mai um 7,2 Zähler auf 18,6 Punkte geklettert. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich ebenfalls um 5,1 Zähler auf 11,8 Punkte. Die Erwartungen nahmen mit +9,1 Zählern am stärksten zu, bewegen sich aber weiterhin im deutlich negativen Bereich. Lt. Prognose der GfK wird das Konsumklima im Juni um 0,9 Zähler auf 19,9 Pt. steigen. Für Mai gibt das Marktforschungsinstitut eine leichte Zunahme von 3,5 Zähler auf -20,8 Pt. an. Positiv entwickelten sich laut GfK insbesondere die Einkommens- und die Konjunkturerwartungen. Die Entwicklung von Anschaffungs- und Sparneigung trübte das Gesamtbild hingegen. Das HDE-Konsumbarometer legte im Juni spürbar zu.

Die aktuellen Frühindikatoren zeigen überwiegend eine leichte Aufhellung der nach wie vor gedrückten Verbraucherstimmung. Trotz der anhaltend schwachen Lage auf dem Arbeitsmarkt und den weiterhin unklaren Entwicklungen in der US-Außenhandelspolitik dürften vom privaten Konsum weiterhin tendenziell stabilisierende Impulse auf die deutsche Wirtschaft ausgehen.

Inflationsrate stagniert im Mai bei 2,1%

Die Inflationsrate – als Anstieg des Preisniveaus binnen Jahresfrist – blieb im Mai mit +2,1 % im Vergleich zum Vormonat unverändert. Gegenüber April erhöhte sich das Verbraucherpreisniveau um 0,1 %. Erneut ging eine spürbare Entlastung von den Energiepreisen aus, die sowohl im Vormonatsvergleich mit -0,4 % als auch im Vorjahresvergleich mit -4,6 % deutlich nachließen (April: -5,4 %). Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln zeigte mit +2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat dagegen keine Entspannung. Die Kernrate – also die Veränderung des Verbraucherpreisniveaus ohne Energie und Nahrungsmittel – lag mit +2,8 % im Mai leicht niedriger als im April (+2,9 %). Hierzu hat mit +3,4 % maßgeblich ein etwas nachlassender Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen beigetragen (April: +3,9 %). Die Preise für Waren nahmen hingegen stärker zu als zuvor (Mai: +0,9 %; April: +0,5 %).

Der Preisdruck auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen ebbte zuletzt weiter ab: Die Erzeugerpreise gaben im April gegenüber dem Vormonat um 0,6 % nach, im Vergleich zum dem Vorjahresmonat sanken sie um 0,9 %. Auch die Einfuhrpreise gingen im April im Vormonatsvergleich erneut recht deutlich um 1,7 % zurück und lagen damit um 0,4 % unterhalb ihres Vorjahreswerts. Die Verkaufspreise im Großhandel nahmen im April gegenüber März um 0,1 % ab. Gemessen am Vorjahresmonat lagen sie – v. a. wegen höherer Preise für Nahrungsmittel – um 0,8 % höher.
An den Spotmärkten bewegt sich der Preis für Erdgas (TTF Base Load) mit knapp 36 Euro/MWh aktuell in etwa auf dem Niveau des vorigen Jahres. Gegenüber dem Vormonat veränderten sich die Gaspreise ebenfalls kaum (+0,5 %). Die Markterwartungen deuten für die kommenden Quartale auf eine Steigerung der Erdgaspreise hin. Der Preis für Rohöl (Brent) lag mit zuletzt rd. 62 Euro/bl gut 19 % unter dem Vorjahreswert, aber etwa 3 % über dem Niveau des Vormonats.

Im weiteren Verlauf dürfte sich die Inflation auf dem aktuellen Niveau stabilisieren. Den moderaten Auftriebstendenzen bei den Energie- und Rohstoffpreisen stehen weniger dynamische Tariflohnsteigerungen und eine gedämpfte gesamtwirtschaftliche Nachfrage entgegen.

Stagnation am Arbeitsmarkt setzt sich fort

Nach einer schwachen Frühjahrsbelebung zeichnet sich auch für das zweite Quartal keine Belebung am Arbeitsmarkt ab. So hat die Erwerbstätigkeit im April mit +3 Tsd. Personen im Vergleich zum Vormonat zwar geringfügig zugelegt, im Vorjahresvergleich ist sie jedoch erneut zurückgegangen. Auch die SV-pflichtige Beschäftigung stagnierte im März mit +1 Tsd. Personen. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit im Mai mit einem Plus von 34 Tsd. Personen deutlich stärker als saisonüblich gestiegen, die Unterbeschäftigung (Arbeitslose und Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen) ging dagegen um 2 Tsd. Personen zurück. Der Anstieg der gemeldeten Arbeitslosenzahl dürfte neben ferienbedingten Sondereffekten bei der Verarbeitung von Arbeitsunfähigkeitsmeldungen vor allem auch auf einen Rückgang von Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik zurückzuführen sein. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag im März mit 248 Tsd. Personen in etwa auf dem Niveau der Vormonate und die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit hat sich im laufenden Monat weiter stabil entwickelt.

Die Frühindikatoren haben sich im Mai leicht verbessert, deuten jedoch auf eine weiterhin schwache Arbeitsmarktentwicklung hin. So ist gemäß IAB-Arbeitsmarktbarometer mit einer weiter zunehmenden Arbeitslosigkeit zu rechnen. Das ifo Beschäftigungsbarometer hat sich zuletzt zwar etwas aufgehellt, deutet jedoch noch nicht auf eine Trendwende in der Beschäftigung hin. Lediglich im Dienstleistungssektor zeichnet sich erstmals seit Jahresbeginn wie-der ein Beschäftigungsaufbau ab, der insbesondere vom Optimismus der Leiharbeitsbranche geprägt ist. Ob sich die Beschäftigungsaussichten zur Jahresmitte auch in anderen Branchen spürbar verbessern, hängt insbesondere von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Unternehmensinsolvenzen erreichen 10-Jahres-Hoch

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Februar 2025 nach endgültigen Ergebnissen um 13,0 % gegenüber dem Vormonat und um 15,9 % gegenüber Februar 2024 auf 2.068 beantragte Verfahren angestiegen. Dies ist der höchste Monatswert seit Juli 2015 (2.187). Auch die Zahl der betroffenen Beschäftigten sowie die Höhe der voraussichtlichen Forderungen haben auf Vormonatsbasis deutlich zugenommen. Als Ursachen für die weiterhin dynamische Entwicklung des Insolvenzgeschehens sind mehrere Faktoren zu nennen, darunter die weiterhin gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung, strukturelle Herausforderungen, gestiegene Kosten und geopolitische Unsicherheiten.

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Mai mit 1.478 Insolvenzen einen Rückgang um 9,1 % gegenüber dem Vormonat aus. Dem gegenüber steht ein Anstieg um 17,0 % im Vergleich zum Mai 2024 und um 52,5 % gegenüber einem durchschnittlichen Mai der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie. Das IWH rechnet für den Juni mit leicht sinkenden Insolvenzzahlen, für das laufende Jahr aber auf absehbare Zeit mit mehr Insolvenzen als im vorigen Jahr.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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Großhandelspreise im Mai 2025: +0,4 % gegenüber Mai 2024

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Mai 2025 um 0,4 % höher als im Mai 2024. Im April 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,8 % gelegen, im März 2025 bei +1,3 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Großhandelspreise im Mai 2025 gegenüber dem Vormonat April 2025 um 0,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.06.2025

Großhandelsverkaufspreise, Mai 2025
+0,4 % zum Vorjahresmonat
-0,3 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Mai 2025 um 0,4 % höher als im Mai 2024. Im April 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,8 % gelegen, im März 2025 bei +1,3 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Großhandelspreise im Mai 2025 gegenüber dem Vormonat April 2025 um 0,3 %.

Gestiegene Preise für Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren sowie für Nicht-Eisen-Erze, Nicht-Eisen-Metalle und Nicht-Eisen-Metallhalbzeug

Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im Mai 2025 der Preisanstieg bei Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren. Die Preise lagen hier im Durchschnitt 4,3 % über denen von Mai 2024. Insbesondere Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze waren auf Großhandelsebene erheblich teurer als ein Jahr zuvor (+38,4 %), ebenso Zucker, Süßwaren und Backwaren (+17,1 %). Auch für Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (+8,9 %) musste merklich mehr bezahlt werden als im Vorjahresmonat.

Die Großhandelsverkaufspreise für Nicht-Eisen-Erze, Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus stiegen ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat (+19,5 %).

Dagegen waren die Preise im Großhandel insbesondere mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen 8,5 % niedriger als im Mai 2024.

Ebenfalls günstiger im Vorjahresvergleich waren die Preise im Großhandel mit Datenverarbeitungs- und peripheren Geräten (-6,0 %) sowie mit Eisen, Stahl und Halbzeug daraus (-4,8 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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