ifo Weltwirtschaftsklima weiter verschlechtert

Das ifo Weltwirtschaftsklima hat sich im 4. Quartal weiter eingetrübt. Der Indikator liegt nun deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt. Für die Verschlechterung waren zum einen die ungünstigeren Einschätzungen zur gegenwärtigen Lage und mehr noch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate maßgeblich.

Ergebnisse des Ifo World Economic Survey (WES) vom 4. Quartal 2011 in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris

ifo Institut, Pressemitteilung vom 16.11.2011

Der ifo Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist im vierten Quartal weiter gesunken und liegt nun deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt. Sowohl die Beurteilungen zur aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate trübten sich gegenüber dem dritten Quartal 2011 erheblich ein. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die konjunkturelle Abschwächung im Euroraum weitergehen wird.

Auch wenn sich die aktuelle Wirtschaftslage im Euroraum deutlich verschlechtert hat, wurde sie in Österreich, Deutschland und Estland insgesamt als „gut“, in Finnland sowie der Slowakei zumindest als „zufriedenstellend“ bewertet. In Griechenland, Portugal und Spanien wurde die aktuelle wirtschaftliche Situation erneut mit den niedrigsten Bewertungen auf der WES Skala beurteilt. Aber auch in Frankreich, Irland und Italien wird die derzeitige wirtschaftliche Situation eher als schwach angesehen.

Die wirtschaftlichen Aussichten für die kommenden sechs Monate im Euroraum wurden im Durchschnitt überwiegend negativ bewertet. Nur in Irland – allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau – wird mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage gerechnet.

Die Inflationserwartungen sind leicht gesunken. Auf Jahressicht wird im Euroraum in 2011 nun eine Preissteigerungsrate von 2,5 % erwartet. Angesichts gedämpfter Konjunktur- und Inflationserwartungen gehen deutlich weniger WES-Experten als noch in der Vorquartalsumfrage von steigenden langfristigen Zinsen im Laufe der nächsten sechs Monate aus. Der Euro-Dollar Wechselkurs wird nach Meinung der befragten Experten in den nächsten sechs Monaten weitgehend unverändert bleiben.

Die befragten Wirtschaftsexperten nannten als derzeit wichtigstes wirtschaftliches Problem im Euroraum weiterhin „öffentliche Haushaltsdefizite“. An zweiter Stelle der Problemliste rangiert diesmal „mangelndes Vertrauen in die Wirtschaftspolitik des eigenen Landes“, gefolgt von „Arbeitslosigkeit“.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des ifo Instituts.

Quelle: ifo Institut

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Quelle: DATEV eG