Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.08.2026
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juli 2026 um 3,0 % höher als im Juli 2025. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat Juni 2026 um 1,1 %.
Der Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat ist vor allem auf gestiegene Preise von Vorleistungsgütern (+5,4 %) zurückzuführen. Die Preise für Energie (+3,8 %) stiegen ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat.
Auch Investitionsgüter (+2,3 %) und Gebrauchsgüter (+2,0 %) waren im Juli 2026 teurer als ein Jahr zuvor. Günstiger waren hingegen Verbrauchsgüter (-2,3 %). Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Juli 2026 gegenüber Juli 2025 um 2,7 %, gegenüber Juni 2026 stiegen sie um 0,1 %.
Preissteigerungen bei Mineralölerzeugnissen verantwortlich für Anstieg der Energiepreise im Vorjahresvergleich
Energie war im Juli 2026 um 3,8 % teurer als im Vorjahresmonat. Gegenüber Juni 2026 stiegen die Energiepreise um 3,4 %. Auch bedingt durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten lagen die Preise für Mineralölerzeugnisse 31,4 % über denen von Juli 2025, gegenüber Juni 2026 stiegen die Preise um 6,6 %. Rohbenzin (Naphtha) kostete 34,6 % mehr als im Juli 2025, während leichtes Heizöl 52,0 % und Kraftstoffe 29,4 % teurer waren.
Erdgas in der Verteilung kostete über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet 1,6 % mehr. Die Preise für Strom fielen gegenüber Juli 2025 um 1,6 %, Fernwärme war 0,7 % günstiger als im Vorjahresmonat.
Hoher Preisanstieg bei Vorleistungsgütern
Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Juli 2026 um 5,4 % höher als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber Juni 2026).
Für den Preisanstieg gegenüber Juli 2025 sorgten vor allem die höheren Preise von Metallen (+12,6 %). Insbesondere die Preise für Edelmetalle (+31,8 %) stiegen deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat, fielen aber um 8,5 % gegenüber Juni 2026. Für Kupfer und Halbzeug daraus musste 28,7 % mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren im Juli 2026 teurer als im Vorjahresmonat (+4,5 %), darunter kostete Betonstahl 5,8 % mehr.
Die Preise für chemische Grundstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,5 %. Düngemittel waren 13,8 % teurer als vor einem Jahr.
Holz sowie Holz- und Korkwaren (+6,6 %) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +7,7 % und Laubschnittholz mit +2,3 %. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +33,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Preise für Glas und Glaswaren stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 %. Darunter war veredeltes und bearbeitetes Flachglas 4,1 % teurer, wohingegen die Preise für Hohlglas um 0,1 % gegenüber Juli 2025 sanken.
Preisrückgänge gegenüber Juli 2025 gab es ebenfalls bei Papier, Pappe und Waren daraus, diese kosteten 0,4 % weniger als im Vorjahresmonat. Futtermittel für Nutztiere (-1,3 %) und Getreidemehl (-2,1 %) kosteten ebenfalls deutlich weniger als im Juli 2025.
Preisanstiege auch bei Investitionsgütern und Gebrauchsgütern,Preisrückgänge bei Verbrauchsgütern
Die Preise für Investitionsgüter waren im Juli 2026 um 2,3 % höher als im Vorjahresmonat (+0,2 % gegenüber Juni 2026). Maschinen kosteten 2,0 % mehr als im Juli 2025, die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen ebenfalls um 2,0 %. Gebrauchsgüter waren im Juli 2026 um 2,0 % teurer als im Vorjahresmonat (+0,3 % gegenüber Juni 2026).
Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten dagegen 2,3 % weniger als im Vorjahresmonat und 0,3 % weniger als im Juni 2026. Unter den Verbrauchsgütern fielen die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 4,6 %. Deutlich billiger als im Juli 2025 waren Butter (-41,4 %), Schweinefleisch (-22,2 %) und Rindfleisch (-6,8 %). Teurer als im Vorjahresmonat waren hingegen pflanzliche Öle (+12,5 %) und Zucker (+5,1 %).
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
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