IW Köln, Pressemitteilung vom 11.09.2026
Selbst Unternehmen in wirtschaftlich schwieriger Lage lassen nicht von familienfreundlichen Maßnahmen ab, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). In Zukunft wird die Vereinbarkeit für die Fachkräftesicherung noch wichtiger sein.
Trotz anhaltender Wirtschaftskrise halten etwa 88 Prozent der Unternehmen Familienfreundlichkeit für wichtig – so viele wie nie zuvor. Selbst bei Unternehmen in schlechter Wirtschaftslage sind es noch rund 85 Prozent, zeigt der Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2026. Für die vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Studie hat das IW rund 1.000 Unternehmen und 5.000 Beschäftigte befragt.
Mitsprache bei Planung für Schichtarbeiter entscheidend
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für Beschäftigte und Unternehmen im Schichtbetrieb besonders herausfordernd. Für die Beschäftigten ist es dabei wichtig, Einfluss auf die Einsatzzeiten zu haben. Um flexibel auf unvorhergesehene familiäre Verpflichtungen reagieren zu können, setzen daher viele Unternehmen auf Selbstorganisation: 77 Prozent der Betriebe mit Schichtbetrieb erlauben ihren Beschäftigten, Schichten untereinander zu tauschen. Mit Erfolg: Etwa drei Viertel der Beschäftigten im Schichtdienst empfinden die Vereinbarkeit ihrer Arbeitszeiten mit familiären Verpflichtungen trotz betrieblicher Herausforderungen als gut.
Dort, wo sich Arbeitszeiten aus betrieblichen Gründen häufig ändern, sinkt die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit deutlich. Wer selten von kurzfristigen Umplanungen betroffen ist, ist zu fast 89 Prozent zufrieden. Bei häufigen kurzfristigen Änderungen sinkt der Anteil auf unter 53 Prozent.
Vereinbarkeit für Fachkräftesicherung unverzichtbar
Die gelebte Unternehmenskultur wird familienfreundlicher: Fast 57 Prozent der Unternehmen begreifen sich als ausgeprägt familienfreundlich, 2015 waren es noch gut 41 Prozent. „Familienfreundlichkeit gehört mittlerweile zur personalpolitischen DNA der Mehrheit der Unternehmen“, sagt IW-Ökonomin Andrea Hammermann. Für die Zukunft sei die Vereinbarkeit noch wichtiger als heute. „Wer im Fachkräftemangel Beschäftigte gewinnen und halten will, muss ihnen ermöglichen, Beruf und Familie zu vereinbaren“, so die Personalexpertin.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft – Autoren: Andrea Hammermann / Edgar Schmitz / Oliver Stettes / Thomas Schleiermacher
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