Keine Bankenunion gegen den Mittelstand

Der DStV warnt vor den Konsequenzen einer übereilten Bankenunion in der Euro-Zone mit einer zentralen Aufsicht durch die Europäische Zentralbank. Außerdem warnt er vor den weiteren Plänen der EU-Kommission, einen einheitlichen Fonds zur Abwicklung maroder Banken sowie eine gemeinsame Einlagensicherung zu schaffen, da dies erfahrungsgemäß zu Lasten der kleinen und mittelgroßen Bankkunden gehe.

 

DStV, Pressemitteilung vom 22.10.2012

 

Der DStV warnt vor den Konsequenzen einer übereilten Bankenunion in der Euro-Zone mit einer zentralen Aufsicht durch die Europäische Zentralbank. Angesichts einer gemeinsamen Währung und Binnenmarktes sind zwar auch nach Ansicht des Verbands einheitliche Regeln für den Kapitalmarkt unverzichtbar.

 

Sorgen bereiten den Steuerberatern als wichtigsten Ansprechpartner des Mittelstands aber die weiteren Pläne der Europäischen Kommission: Im Zuge der Bankenunion sollen gleichfalls ein einheitlicher Fonds zur Abwicklung maroder Banken sowie eine gemeinsame Einlagensicherung geschaffen werden. Damit wären unzweifelhaft weitere Risiken verbunden. Diese gehen erfahrungsgemäß zu Lasten der kleinen und mittelgroßen Bankkunden.

 

„Die EU-Kommission und die Bundesregierung haben dafür zu sorgen, dass eine europäische Lösung nicht den Mittelstand vom Kreditmarkt abschneidet“, fordert daher DStV-Präsident Hans-Christoph Seewald. Ferner müsse den Besonderheiten der deutschen Bankenlandschaft Rechnung getragen werden. Viele Institute betreiben ihr Geschäft weitgehend lokal. Dennoch müssten sie aber als Mitglied eines europäischen Fonds kostenträchtige Vorsorge treffen.

 

Schon die Einführung strengerer Regeln zur Kreditvergabe, etwa anlässlich von „Basel I bis III“, hat vielerorts zu einer bedrohlichen Verknappung der Kreditmittel bei den heimischen Unternehmen geführt. Verschärft hat diese Situation in den vergangenen Jahren noch das fehlende Vertrauen unter den Banken.

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Quelle: DATEV eG