Der BFH hatte zu entscheiden, inwieweit sich ein unentgeltlich erworbener Nießbrauch an einem Anteil an einer Personengesellschaft nach dem vor 2009 geltenden Recht auf die Bemessung von Erbschaftsteuer auswirkt (Az. II R 67/09).
BFH, Urteil II R 67/09 vom 01.09.2011
Leitsatz
- Übertrug ein Gesellschafter seine Beteiligung an einer Personengesellschaft unentgeltlich auf eine andere Person, die auf seine Veranlassung zu seinen Gunsten und unter der aufschiebenden Bedingung seines Todes seinem Ehegatten einen Nießbrauch an dem Gesellschaftsanteil bestellte, und trat die aufschiebende Bedingung ein, ist bei der Bemessung der gegen den überlebenden Ehegatten festzusetzenden Erbschaftsteuer der Nießbrauch nach dem vor 2009 geltenden Recht nicht anzusetzen, wenn der Ehegatte aufgrund des Nießbrauchs Mitunternehmer der Gesellschaft geworden ist.
- Für die Gewährung der Steuervergünstigungen nach § 13a ErbStG a. F. genügte der Übergang der Mitunternehmerstellung, ohne dass darüber hinaus auch der Übergang einer zivilrechtlichen Beteiligung an der Gesellschaft erforderlich war.
Hinweis Die Entscheidung wurde nachträglich zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt; sie war seit dem 02.11.2011 als NV-Entscheidung abrufbar.
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Quelle: DATEV eG