Für Arbeit, Investitionen, Wohlstand – was die neue Bundesregierung jetzt tun muss

Nach der Wahl werden in den nächsten Wochen nun die Weichen für die Wirtschaftspolitik gestellt. Worauf es in den nächsten vier Jahren ankommt, damit wir nicht in eine „German Mittelmäßigkeit“ abrutschen, das sagen die Unternehmen in dem aktuellen DIHK-Unternehmensbarometer.

 

DIHK, Pressemitteilung vom 26.09.2013

Deutschland hat gewählt. In den nächsten Wochen werden nun die Weichen für die Wirtschaftspolitik gestellt. Worauf es in den nächsten vier Jahren ankommt, damit wir nicht in eine „German Mittelmäßigkeit“ abrutschen, das sagen die Unternehmen in dem aktuellen DIHK-Unternehmensbarometer:

 

Energiewende zum Erfolg führen
Für fast zwei Drittel der Unternehmen gehört eine bezahlbare und sichere Energieversorgung ganz oben auf die To-do-Liste der neuen Regierung. Energie ist in Deutschland zu teuer. Daher lautet die Note für die Energiekosten auch nur „schwach ausreichend“ – das ist zu wenig, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Notwendig sind ein beschleunigter Netzausbau, eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und eine bessere Bund-Länder-Abstimmung beim gemeinsamen Projekt Energiewende.

 

Fuß auf der Schuldenbremse lassen
Bei Steuern und öffentlichen Finanzen, Punkt zwei auf der Prioritätenliste der Unternehmen, ist die klare Botschaft: Finger weg von der Steuerschraube. Mit den wachstumsbedingt ohnehin steigenden Staatseinnahmen – 100 Milliarden Euro zusätzlich am Ende der Legislaturperiode – können ohne neue Schulden und ohne Steuererhöhungen wichtige Zukunftsaufgaben finanziert werden – dieser Aussage stimmen 80 Prozent der Unternehmen zu. Dabei kommt es auch auf richtige Schwerpunkte bei den Ausgaben an: mehr Investitionen, weniger Staatskonsum.

 

Engpässe beim Standortfaktor Verkehrswege
Der Handlungsdruck bei der Verkehrsinfrastruktur ist heute erheblich höher als noch bei der letzten Bundestagswahl. Allein der Sanierungsstau bei Straßen, Schienen und Wasserwegen für die nächsten 15 Jahre beläuft sich inzwischen auf 45 Milliarden Euro. Zudem stehen Aus- und Neubaumaßnahmen in Höhe von 89 Milliarden Euro an. Dieser dringende Bedarf lässt sich nur mit kontinuierlichen Anstrengungen bewältigen. Sperrungen oder Einschränkungen von Verkehrswegen müssen so bald wie möglich der Vergangenheit angehören.

 

Erfolgsmodell Berufsausbildung
Die gute Bewertung der dualen Ausbildung sticht bei der aktuellen DIHK-Umfrage hervor. Drei Viertel der Unternehmen geben unserem Ausbildungssystem die Note „Gut“ oder „Sehr gut“. Dies zeigt: Die praxisnahe Berufsausbildung ist ein zentraler Faktor für die Stärke der deutschen Wirtschaft. Allerdings gefährdet die demografische Entwicklung zunehmend die Verfügbarkeit von Fachkräften. Das Fachkräfteangebot erhält nur die Note „ausreichend plus“. Ein wichtiger Baustein für eine Fachkräftestrategie ist ein bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Angebot von Kinderbetreuung und Ganztagsschulen. Alles in allem beurteilen die Unternehmen die aktuelle Versorgung hier nur als mittelmäßig.

 

EU-Zukunft als Herausforderung
Politische Aufgaben, die auf nationaler Ebene gut erfüllt werden können, sollen auch weiterhin von den EU-Mitgliedstaaten wahrgenommen werden – das sehen zwei Drittel der Unternehmen so. Eine stärkere Koordinierung der Wirtschaftspolitik auf der europäischen Ebene und nationale Verantwortung für diese Politik müssen Hand in Hand gehen.

 

Blick für Chancen sowie die Offenheit für Neues
Deutschland ist ein starker Standort – zum Leben, zum Arbeiten, zum Investieren. Deshalb brauchen wir aus Sicht der Unternehmen eine Energiewende mit bezahlbaren Strompreisen, keine Steuererhöhungen, eine bessere Infrastruktur, gute Bildung und ein gutes Zusammenwirken in Europa.

 

Quelle: DIHK

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Quelle: DATEV eG