Eigenerzeugung: Unternehmen packen Energiewende an

Das aktuelle Energiewende-Barometer der IHK-Organisation zeigt: Quer durch alle Branchen decken 16 Prozent der Unternehmen Teile ihres Strombedarfs aus eigenen Anlagen.

 

DIHK, Pressemitteilung vom 24.10.2013

 
Die Energiewende hat den Trend zur Eigenerzeugung bei Privatpersonen und Unternehmen verstärkt. Besonders die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Photovoltaikanlagen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Eigenerzeugung ist ein logisches Ergebnis der politisch gewollten Dezentralisierung der Energieerzeugung und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Energiewende.

 

Viele Industrieunternehmen decken seit Jahrzehnten Teile ihres Strombedarfs über Eigenerzeugung – in der Regel über KWK, da viele industrielle Prozesse neben Strom auch große Mengen an Wärme benötigen. Das bedeutet weniger Verluste bei der Energieerzeugung und damit geringere Emissionen. Die Bundesregierung will daher, dass bis 2020 ein Viertel des deutschen Stroms durch diese Technik erzeugt wird – vor allem durch industrielle Eigenerzeugung.

 

Das aktuelle Energiewende-Barometer der IHK-Organisation zeigt: Quer durch alle Branchen decken 16 Prozent der Unternehmen Teile ihres Strombedarfs aus eigenen Anlagen. Weitere 7 Prozent bauen aktuell solche Anlagen auf, und 16 Prozent haben die Einrichtung von Eigenerzeugungsanlagen ins Auge gefasst. Insgesamt ist Eigenerzeugung in weit über einem Drittel der Unternehmen ein Thema, eine Steigerung von fünf Prozentpunkten gegenüber 2012.

 

Bei selbst erzeugtem und verbrauchtem Strom entfallen Netzentgelte, EEG-Umlage und teilweise die Stromsteuer. Daher ist solcher Strom inzwischen häufig billiger als der aus der Steckdose. Zudem ist die Kostenentwicklung für Unternehmen besser kalkulierbar – anders als beim Strom vom Energieversorger. Mit der Energiewende verbinden viele Betriebe eine schlechtere Versorgungssicherheit und wollen dem mit eigenen Anlagen entgegenwirken. KWK und erneuerbare Energien helfen zudem dabei, betriebliche Klimaschutzziele zu erreichen. Eigenerzeugung lässt Unternehmer aus diesen Gründen ruhiger schlafen.

 

Die Freistellung von Abgaben für selbst erzeugten Strom hat sich bewährt, der DIHK setzt sich deshalb für eine Beibehaltung ein. Sie setzt einen Anreiz für dezentrale, effiziente und CO2-arme Energieerzeugung und ermöglicht einen Ausbau erneuerbarer Energien ohne EEG-Vergütung. Eigenerzeugung reduziert die Stromnachfrage aus dem öffentlichen Netz. Um trotzdem die Finanzierung der Netze zu sichern, kann eine Anpassung der Netzentgelte notwendig sein. Wie in der Industrie üblich, könnte dazu neben der Abrechnung je kWh ein Anschlusspreis eingeführt werden.

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Quelle: DATEV eG