Der DIHK hat Vorschläge für die Bundespolitik, die Landesplanung und die Standortgemeinden zur zukünftigen Planung des Ausbaus von Gewerbeflächen zusammengetragen.
DIHK, Mitteilung vom 21.11.2013
Die Bundesregierung verfolgt mit ihrer Nachhaltigkeitsstrategie auch das Ziel, den Zuwachs neuer Siedlungs- und Verkehrsflächen zu reduzieren. Derzeit werden durchschnittlich 81 ha/Tag verbraucht, bis 2020 soll der Bedarf auf 30 ha/Tag sinken. So vernünftig ein geringeres Wachstum ist, so wichtig ist es gleichzeitig, hier nicht über das Ziel hinauszuschießen.
Nach einer DIHK-Unternehmensumfrage im Sommer 2013 zu Flächennutzung und Flächenbedarf will ein Viertel der Betriebe in den nächsten fünf Jahren expandieren und benötigt dafür zusätzliche Flächen. An der Online-Umfrage haben sich 1.450 Unternehmen beteiligt, vorrangig kleine und mittelständische Betriebe aus den Branchen Industrie, Handel und Verkehr. Diesen Plänen der Unternehmen entgegenzukommen, sollte also schon deshalb möglich sein, weil Gewerbe und Industrie in Deutschland keineswegs den Großteil der Flächen in Anspruch nehmen. In der Statistik bildet dieser Bereich vielmehr das Schlusslicht, nur die Friedhöfe verbrauchen noch weniger Fläche. Von der gesamten Siedlungs- und Verkehrsfläche entfallen 7 Prozent auf Gewerbe und Industrie; das sind gerade einmal 1,2 Prozent der Gesamtbodenfläche. Allein 25 Prozent entfallen hingegen auf Wohngebäude. Unabhängig von der jeweiligen Flächennutzung durch Industrie, Verkehr oder Wohnen ist zu berücksichtigen, dass neue Siedlungs- und Verkehrsflächen keineswegs komplett versiegelt werden. Vielmehr werden Gärten, Parks oder Grünstreifen hier mit eingerechnet, obwohl diese unversiegelt sind.
Der DIHK hat Vorschläge für die Bundespolitik, die Landesplanung und die Standortgemeinden zur zukünftigen Planung des Ausbaus von Gewerbeflächen zusammengetragen:
- Die Wirtschaft benötigt Reserveflächen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gewerbestandorte sollten von vornherein so geplant werden, dass betriebliche Erweiterungen am bestehenden Standort möglich sind. Ein Drittel der Betriebe gibt bei der DIHK-Umfrage an, keine Reserveflächen am Standort zu haben.
- Der Gewerbeflächenbedarf ist zwar langfristig nicht exakt vorhersehbar, dennoch sollten jetzt die Weichen richtig gestellt werden. Deshalb sollte die Bundesregierung nicht pauschal eine Flächenreduktion auf 30 ha erzwingen. Es gilt, konsequent die erforderlichen Gebiete für Gewerbe, Industrie und Rohstoffabbau auszuweisen – angefangen bei der Bundesraumordnungs- über die Landesplanung bis zu den Städten und Gemeinden.
- Wohnbebauung sollte nicht so weit an Gewerbeflächen heranrücken, dass schwierige Gemengelagen entstehen. Betriebe werden dann mit teuren, oft unerfüllbaren Auflagen belastet oder gar aus ihrem Standort verdrängt werden.
- Die Flächen müssen über die nötige Infrastrukturausstattung verfügen, vor allem verkehrlich angeschlossen und mit einer leistungsfähigen Breitbandanbindung ausgestattet sein. Auf die besondere Wichtigkeit der Verkehrsanbindung der Gewerbe- und Industriegebiete weisen fast alle der Unternehmen hin. Gleiches gilt heute für einen schnellen Internetanschluss.
- Kommunen, die bereits dicht besiedelt sind und keine Reserveflächen mehr anbieten können, müssen mit den Nachbarkommunen eine Lösung finden, um Betriebe zumindest in der Region zu halten.
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Quelle: DATEV eG