Ostdeutschland wird statistisch "reicher", aber der Westen noch mehr

Für den Herbst des Jahres 2014 hat das Statistische Bundesamt eine erneute Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen angekündigt. Wie erste überschlägige Rechnungen des ifo Instituts zeigen, wird auch das nominale BIP Ostdeutschlands höher ausfallen als bislang ausgewiesen. Jedoch dürfte der Anstieg mit knapp 1 % deutlich geringer ausfallen als für Westdeutschland.

 

ifo Institut, Pressemitteilung vom 16.04.2014

 

 
Für den Herbst des Jahres 2014 hat das Statistische Bundesamt eine erneute Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen angekündigt. Dadurch wird das statistisch ausgewiesene nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Deutschland insgesamt um knapp 3 % gegenüber den aktuellen Werten steigen. Grund hierfür ist vor allem die Einbeziehung von Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in die Berechnung der Wirtschaftsleistung. Wie erste überschlägige Rechnungen der Niederlassung Dresden des ifo Instituts zeigen, wird auch das nominale BIP Ostdeutschlands (mit Berlin) höher ausfallen als bislang ausgewiesen. Jedoch dürfte der Anstieg mit knapp 1 % deutlich geringer ausfallen als für Westdeutschland. Am geringsten profitieren die ostdeutschen Bundesländer Sachsen-Anhalt und Brandenburg von der Revision. Den höchsten Anstieg verzeichnet der Freistaat Sachsen.

 

Die ostdeutschen Bundesländer werden somit zwar in Summe reicher. Dennoch dürfte der Angleichungsstand zu Westdeutschland im Zuge der Revision um 0,9 Prozentpunkte niedriger ausfallen als bisher: Während das Konvergenzniveau der ostdeutschen Flächenländer, gemessen als nominales BIP je Einwohner, nach alter Rechnung im Jahre 2011 bei 67,8 % des westdeutschen Niveaus lag, beläuft sich der Angleichungsstand nach neuer Rechnung lediglich auf 66,9 %.

 

Die Analyse offenbart somit, dass der Rückstand bei der „Angleichung der Lebensverhältnisse“ sogar noch größer ist als bisher ausgewiesen. Dadurch wird abermals die Notwendigkeit unterstrichen, den „Aufbau Ost“ politisch nicht aus den Augen zu verlieren.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des ifo Instituts.

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Quelle: DATEV eG