Ausländische Direktinvestitionen

Eurostat stellt dar, welche Geldsummen im Jahr 2013 vom Ausland in die EU28 bzw. EU18 und umgekehrt investiert wurden.

 

Ausländische Direktinvestitionen – USA mit 313 Mrd. Euro bei Weitem der größte Investor in die EU28 im Jahr 2013 – Brasilien lag an zweiter Stelle mit 21 Mrd. Euro

 

 

Eurostat, Pressemitteilung vom 20.06.2014

 

 
Die ausländischen Direktinvestitionen1 (DI) der EU282 in Drittländer erreichten im Jahr 2013 einen Wert in Höhe von 341 Milliarden Euro3, während sich die Investitionen aus Drittländern in die EU28 auf 327 Mrd.3 beliefen. Die Investitionen des Euroraums (ER18)2 in Drittländer erreichten einen Wert von 324 Mrd.3, während Investitionen aus Drittländern in den Euroraum 299 Mrd.3 betrugen.

 

Die Hauptbestimmungsorte von EU28 Investitionen im Jahr 2013 waren bei Weitem die USA (159 Mrd.), gefolgt von den Offshore-Finanzzentren4 (40 Mrd. Euro), Brasilien (36 Mrd.), der Schweiz (24 Mrd.), Hongkong (10 Mrd.) und China (8 Mrd.). Desinvestitionen wurden mit Russland (-11 Mrd.) und Kanada (-2 Mrd.) verzeichnet.

 

Die USA (313 Mrd.) waren mit Abstand der größte Investor in die EU28, gefolgt von Brasilien (21 Mrd.), der Schweiz (18 Mrd.), Japan (10 Mrd.), Hongkong und Russland (je 8 Mrd.). Desinvestitionen wurden mit den Offshore-Finanzzentren (-41 Mrd.) verzeichnet.

 

Diese Zahlen5, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht werden, basieren auf den ersten DI-Ergebnissen für das Jahr 2013.

 

 

1Direktinvestitionen (DI) sind internationale Investitionen, die ein in einem Wirtschaftsgebiet ansässiger Investor tätigt, um eine langfristige Beteiligung an einem in einem anderen Wirtschaftsgebiet ansässigen Unternehmen zu erwerben. Langfristige Beteiligung bedeutet, dass eine dauerhafte Beziehung zwischen dem Direktinvestor und dem Unternehmen besteht und dass der Investor einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik des Unternehmens ausübt. Nach der offiziellen Definition ist ein Unternehmen Gegenstand einer Direktinvestition, wenn ein Direktinvestor mindestens 10% der Stammaktien oder Stimmrechte (im Fall eines Unternehmens mit eigener Rechtspersönlichkeit) bzw. einen vergleichbaren Anteil (im Fall eines Unternehmens ohne eigene Rechtspersönlichkeit) besitzt. Die hier berücksichtigten DI-Ströme beinhalten reinvestierte Gewinne.

 
2Zur EU28 gehören Belgien, Bulgarien, die Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland, Estland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Kroatien, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, die Slowakei, Finnland, Schweden und das Vereinigte Königreich. Zum Euroraum (ER18) gehören Belgien, Deutschland, Estland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Lettland, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, die Slowakei und Finnland.
3Beinhaltet Desinvestitionen.
4Die „Offshore-Finanzzentren“ (OFZ) sind ein Gesamtwert, der für die Zahlungsbilanzdaten von Eurostat herangezogen wird, der 40 Länder umfasst. So umfasst der Gesamtwert beispielsweise europäische Finanzzentren, wie Liechtenstein, Guernsey, Jersey, die Insel Man, Andorra und Gibraltar, mittelamerikanische Finanzzentren, wie Panama und die karibischen Inseln wie Bermudas, die Bahamas, die Kaimaninseln und die Jungferninseln, sowie asiatische Finanzzentren, wie Bahrain, Hongkong, Singapur und die Philippinen.
5Die Daten für 2013 sind Schätzungen, die auf vierteljährlichen Zahlungsbilanzdaten basieren, die von den Mitgliedstaaten bis zum Mai 2014 gesendet wurden.

 

Aktualisierte detaillierte Daten werden Ende 2014 veröffentlicht werden. Daten für das EU Aggregat beinhalten vertrauliche Daten, Schätzungen von fehlenden Daten der Mitgliedstaaten und Daten für Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities (SPE)), die von Eurostat und der EZB bei den Mitgliedstaaten, die DI von SPE in ihren nationalen Daten nicht berücksichtigen, zusätzlich erhoben werden. Auf diese Weise werden die Beachtung internationaler Normen und die Vollständigkeit der EU Aggregate gewährleistet. Diese Vorgehensweise erklärt auch, warum die Summe der Ströme der Mitgliedstaaten von den EU Aggregaten abweicht. Bei SPE handelt es sich in erster Linie umausländische Finanzholdings, die hauptsächlich grenzüberschreitende Finanztransaktionen tätigen und im Inland gar nicht oder nicht nennenswert tätig sind.

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Quelle: DATEV eG