Mindestlohn in Ostdeutschland: Firmen planen Preiserhöhungen und Personalabbau

Firmen in Ostdeutschland sind im Vergleich zu Westdeutschland nicht nur stärker von der Einführung eines flächendeckend einheitlichen Mindestlohns betroffen, sondern wollen auch in stärkerem Umfang darauf reagieren. Dies ergibt eine aktuelle Umfrage des ifo Instituts.

 

ifo Institut, Pressemitteilung vom 15.12.2014

 
Firmen in Ostdeutschland sind im Vergleich zu Westdeutschland nicht nur stärker von der Einführung eines flächendeckend einheitlichen Mindestlohns betroffen, sondern wollen auch in stärkerem Umfang darauf reagieren. Dies ergibt eine aktuelle Umfrage des ifo Instituts.

 

Von den betroffenen Firmen in Ostdeutschland planen knapp 40 %, ihre Preise zu erhöhen; fast 27 % ziehen einen Personalabbau in Erwägung. „Der flächendeckende Mindestlohn bringt erhebliche Einschnitte insbesondere für kleine und mittlere Betriebe der ostdeutschen Wirtschaft mit sich“, betont Prof. Dr. Joachim Ragnitz, stellvertretender Geschäftsführer der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts. „Diese Einschnitte treffen nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern dürften auch die konjunkturelle Entwicklung der ostdeutschen Bundesländer bremsen“.

 

Im November hat das ifo Institut zwei Sonderfragen zum Mindestlohn in seine monatliche Konjunkturbefragung, den ifo Konjunkturtest, integriert. Die befragten Unternehmen sollten ihre Betroffenheit durch den flächendeckenden Mindestlohn einschätzen. Sofern ein Unternehmen sich als betroffen einstufte, wurde es zusätzlich nach geplanten Maßnahmen als Reaktion auf die Einführung des Mindestlohns gefragt. Insgesamt zeigt sich eine prozentual stärkere Betroffenheit ostdeutscher Firmen (43 %) im Vergleich zu ihren westdeutschen Pendants (24 %) – nicht verwunderlich, da das allgemeine Lohnniveau in Ostdeutschland niedriger liegt und deswegen ein einheitlicher Mindestlohn eine größere Zahl an Beschäftigten betrifft.

 

Zudem sind erhebliche Unterschiede bei den geplanten Gegenmaßnahmen der Firmen in Ostdeutschland und Westdeutschland zu beobachten. Der prozentuale Anteil jener Firmen, die keine Maßnahmen ergreifen wollen, ist mit 32 % in den ostdeutschen Bundesländern deutlich geringer als in Westdeutschland (46 %). In beiden Landesteilen wollen die Firmen am ehesten mit Preiserhöhungen (Ost: 39 %, West: 21 %) reagieren, gefolgt von Kürzungen bei Sonderzahlungen (Ost: 30 %, West: 21 %) und Personalabbau (Ost: 27 % und West: 20 %).

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des ifo Instituts.

———————-

Quelle: DATEV eG