Ausbildungsabbrüche lassen sich vermeiden

Rund 12 % der Azubis brechen ihre Ausbildung ab – mit erheblichem Schaden für sie selbst wie auch für die Unternehmen, die die vorzeitige Vertragsauflösung im Schnitt 16.000 Euro kostet. Um Abbrüche zu verhindern, muss nach Auffassung des DIHK die gezielte und differenzierte Berufsorientierung an den Schulen weiter ausgebaut werden. Zudem gelte es, Initiativen für die Begleitung von Jugendlichen und Betrieben zu stärken und die Leistungsfähigkeit der Berufsschulen zu erhalten.

 

DIHK, Mitteilung vom 16.04.2015

 
Schlagzeilen wie „Jeder vierte Auszubildende bricht seine Ausbildung ab!“ sind immer wieder zu lesen. Aber stimmt diese Behauptung? Richtig ist, dass rund ein Viertel der Azubis den Vertrag vorzeitig löst, jedoch setzt hiervon jeder zweite die Ausbildung in einem anderen Betrieb oder anderen Beruf fort. Damit liegt der Anteil der tatsächlichen Abbrüche bei ca. zwölf Prozent. Weniger als behauptet, aber immer noch zu viel: Wird eine Ausbildung abgebrochen, ist der Schaden sowohl für die Betriebe als auch für die Jugendlichen groß. Was ist zu tun?

 

Ausbildungschancen bleiben ungenutzt
Der durchschnittliche wirtschaftliche Verlust eines Unternehmens durch eine Vertragsauflösung beträgt rund 16.000 Euro. Die Ausbildungsstelle kann zu diesem Zeitpunkt meist nicht mehr neu besetzt werden und wird damit zur ungenutzten Chance, die ein anderer vielleicht gerne ergriffen hätte. Ungelernte Arbeitskräfte wiederum haben auf dem Arbeitsmarkt erfahrungsgemäß schlechte Karten und sind überdurchschnittlich häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Doch es gibt erfolgversprechende Ansätze, um die Anzahl der Vertragsauflösungen und Ausbildungsabbrüche zu reduzieren.

 

Berufsorientierung stärken
Ein gutes Drittel aller Vertragsauflösungen findet in der Probezeit statt: jene Zeit, in der sowohl Betriebe als auch Auszubildende prüfen, ob sie zusammenpassen. Für Auszubildende stellt sich außerdem die Frage, ob der Ausbildungsberuf die richtige Wahl war. Wichtig ist es deshalb, den Einstieg in den Beruf ausreichend vorzubereiten, damit bei den Jugendlichen keine falschen Erwartungen an den künftigen Beruf geweckt werden. Eine frühzeitige Berufsorientierung ist deshalb eine entscheidende Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung. Die gezielte und differenzierte Berufsorientierung an den Schulen muss daher weiter ausgebaut werden.

 

Jugendliche und Betriebe begleiten
Um Vertragsauflösungen vorzubeugen, sollten insbesondere kleine Ausbildungsbetriebe unterstützt werden – sie sind häufiger betroffen als größere Unternehmen. Großbetrieben stehen häufig bessere personelle und finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung, um ihren Fachkräftenachwuchs effektiv zu fördern. Erprobte Programme wie die „Initiative zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“ (Initiative VerA) oder die „Qualifizierte berufspädagogische Ausbildungsbegleitung in Berufsschule und Betrieb“ (QuABB) müssen deshalb fortgeführt werden. Auch die neu ins Leben gerufene „Assistierte Ausbildung“ (AsA) bietet zusätzliche Ansatzpunkte, um Betriebe und Jugendliche zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss zu führen. Ziel ist es, persönliche und fachliche Probleme der Jugendlichen offensiv anzugehen, um sie zu einem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zu führen. Das ist ein vielversprechender Ansatz, den Politik und Wirtschaft unterstützen.

 

Berufsschulstandorte erhalten
Schwierig wird es für Auszubildende, wenn Berufsschulklassen aufgrund kleinerer Schülerjahrgänge und starrer Vorgaben zur Klassengröße nicht mehr zustande kommen. Den Jugendlichen werden dann oft sehr lange Schulwege zugemutet, was die Ausbildung deutlich erschweren kann. Um die Berufliche Bildung weiterhin attraktiv zu gestalten, ist deshalb der Erhalt von Berufsschulstandorten erforderlich. Wo dies nicht mehr möglich ist, können virtuelle Lernkonzepte helfen.

 
Erfolgsfaktoren stärken!
Ausbildungsabbrüche lassen sich vermeiden. Eine bessere Berufsorientierung, die intensive Begleitung von Betrieben und Jugendlichen sowie leistungsfähige Berufsschulen sind dabei die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

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Quelle: DATEV eG