Um die Herausforderungen der Energiewende für Deutschland besser zu bewältigen, hat die Bundesregierung das Ziel ausgegeben, den Energiesektor zum ersten volldigitalisierten Wirtschaftsbereich auszubauen. Damit die „Energiewende 4.0“ gelingen kann, gilt es nach Auffassung des DIHK, dezentrale Anlagen intelligent zu vernetzen, beim Rollout von „Smart Metern“ das Verhältnis von Kosten und Nutzen zu beachten und neue Märkte zu schaffen.
DIHK, Mitteilung vom 21.01.2016
Dezentrale Anlagen intelligent vernetzen
Rund 500 Großkraftwerke decken heute noch zwei Drittel des Strombedarfs in Deutschland. Aber der Markt ist im Umbruch. Das andere Drittel stammt bereits aus rund 1,5 Millionen dezentralen Kraftwerken – von der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach über Windräder bis hin zur industriellen Kraft-Wärme-Kopplung. Zur steigenden Zahl der Erzeugungsanlagen werden künftig immer öfter stationäre Speicher und Elektroautos hinzukommen. Sie alle müssen intelligent miteinander vernetzt werden, um die volatile Erzeugung aus Wind bzw. Sonne mit der Nachfrage in Einklang bringen zu können.
Kosten und Nutzen beim Rollout von Smart Metern beachten
Technische Voraussetzungen für die Vernetzung von Erzeugung und Nachfrage sind intelligente Mess- und Steuersysteme. Sie ermöglichen es zudem, den Verlauf der Stromabnahme und -erzeugung in Echtzeit auszulesen und gegebenenfalls zu steuern. Das kann Unternehmen und Verbraucher dabei unterstützen, Stromeinsparpotenziale aufzuspüren, und den Netzbetreibern helfen, Systemstabilität zu gewährleisten. Das Bundeswirtschaftsministerium hat nach langen fachlichen Diskussionen einen Entwurf für ein Gesetz zur „Digitalisierung der Energiewende“ vorgelegt. Dieser sieht den zeitlich gestaffelten Rollout moderner und intelligenter Messsysteme, der sog. Smart Meter, und einheitliche Kommunikations- und Datenschutzstandards vor. Der Einbau von „Smart Metern“ sollte nur für größere Verbraucher verpflichtend sein. Je höher der Energieverbrauch, desto eher ist zu erwarten, dass sich Kosten für den Einbau und Nutzen die Waage halten.
Ein neuer Markt für eine digitalisierte Energiewende
Aus Sicht der deutschen Wirtschaft muss Versorgungssicherheit auch in Zukunft zu angemessenen Preisen für alle sichergestellt sein. Die Modernisierung und Digitalisierung der Infrastruktur ist eine notwendige technische Voraussetzung, sie wird jedoch nicht ausreichen, um die an ein „intelligentes“ Netz gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Zusätzlich bedarf es eines weiterentwickelten regulatorischen Rahmens, der neue Markt- und Vertriebsmodelle für Energieversorger, Dienstleister sowie private und gewerbliche Energieverbraucher ermöglicht. Beispiele wären die Vermarktung kleinerer Speicherkapazitäten (Batterien, Elektroautos), der Verkauf von Ökostrom aus virtuell vernetzten Eigenerzeugungsanlagen oder die Entwicklung flexibler Stromtarife als Anreiz für ein aktives Nachfragemanagement von Unternehmen sein. Das von der Bundesregierung vorgeschlagene neue Strommarktdesign ist auf diesem Weg nur ein erster Schritt.
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Quelle: DATEV eG