Boom der deutschen Wirtschaft derzeit weitaus wahrscheinlicher als eine Rezession
Neu: Instrument weist auch Wahrscheinlichkeit einer Hochkonjunktur aus
Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 19.09.2018
„Der Aufschwung unterstreicht erneut seine Qualitäten als Dauerläufer“, sagt Prof Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Egal ob Schwächephasen in Schwellenländern drohten oder protektionistische Provokationen des US-Präsidenten – bisher hat die konjunkturelle Entwicklung allen Gegenwinden getrotzt. Das zeigt erneut, dass ein balanciertes Wachstum mit starker Binnennachfrage weitaus nachhaltiger ist als ein Modell, das ganz überwiegend am Export hängt.“
Den kräftigen Rückgang bei der Rezessionswahrscheinlichkeit erklären die IMK-Ökonomen mit der Trendwende beim ifo-Geschäftsklimaindex, der nach einem mehrmonatigen Rückgang zuletzt deutlich angestiegen ist. Hinzu kommt das weiterhin sehr günstige Finanzierungsumfeld für deutsche Unternehmen. Die positiven Entwicklungen fallen nach dem umfangreich geprüften Algorithmus des Indikators stärker ins Gewicht als die etwas schwächere Entwicklung bei den Auslandsaufträgen. „Die Exporteure haben ein solides Nachfragepolster, da ist das vorläufig kein Grund zur Sorge“, erklärt IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld.
Angesichts des positiven Trends des Indikators bekräftigt das IMK seine aktuelle Konjunkturprognose. Die Düsseldorfer gehen von einem anhaltenden moderaten Aufschwung aus, der im Kern von der Binnenwirtschaft getragen wird. Die weiterhin gute Beschäftigungsentwicklung und spürbar steigende Löhne sind wichtige Faktoren dafür, so das IMK.
In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Neu ist, dass der Indikator nicht nur die Wahrscheinlichkeit wirtschaftlicher Turbulenzen ausweist, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines Wirtschaftsbooms.
Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.
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Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung.
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