Rezessionsgefahr steigt auf 15 Prozent
Konjunkturampel bleibt aber noch im grünen Bereich
Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 15.11.2018
Der Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit beruht nach Analyse des IMK hauptsächlich auf den schwächeren Daten von den Finanzmärkten, der Rückgang der Börsenkurse spielt eine zentrale Rolle. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex, der zuletzt wieder leicht gesunken ist, trägt zur Eintrübung bei, während von den Auftragseingängen, die zuletzt keinen klaren Trend zeigten, keine nennenswerten Impulse kommen. Die weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen führen dazu, dass der Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit nicht höher ausgefallen ist.
Angesichts der aktuellen BIP-Daten und der Indikatorwerte hält das IMK an seiner Prognose fest, die von einem anhaltenden moderaten Aufschwung ausgeht. Die weiterhin gute Beschäftigungsentwicklung und spürbar steigende Löhne sind wichtige Faktoren dafür, so das Institut. „Die Turbulenzen in der Weltkonjunktur lassen den Konjunkturmotor stottern, die bislang solide Binnennachfrage sorgt dafür, dass er nicht absäuft“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK.
In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Neu ist, dass der Indikator nicht nur die Wahrscheinlichkeit wirtschaftlicher Turbulenzen ausweist, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines Wirtschaftsbooms.
Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.
-
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung.
Powered by WPeMatico