Deutsche Wirtschaft bleibt auf solidem Wachstumskurs
Deutsche Bundesbank, Pressemitteilung vom 14.12.2018
Konsum treibt die Binnennachfrage
Ein prägender Faktor für die nächsten Jahre ist laut Weidmann die zunehmende Alterung der Gesellschaft, die zu zunehmenden Engpässen am Arbeitsmarkt führt und die Wachstumsmöglichkeiten bremst. Außerdem dämpft sie den Bedarf an Wohnraum und die Investitionsneigung der Unternehmen. Dass die Binnennachfrage dennoch lebhaft ausfällt, ist den Bundesbank-Ökonominnen und Ökonomen zufolge dem privaten Konsum zu verdanken. Die gute Konjunktur und die angespannte Lage am Arbeitsmarkt führten zu kräftigen Lohnsteigerungen, was wiederum den privaten Konsum antreibe. Insbesondere 2019 wird die Binnennachfrage den Bundesbank-Fachleuten zufolge zusätzlich von der expansiven Fiskalpolitik gestützt. Vor allem in den Bereichen Rente, Gesundheit und Pflege sowie für Bildung, Verkehrsinfrastruktur, innere Sicherheit und Verteidigung seien Mehrausgaben geplant. Neben der guten Binnenkonjunktur sorgten die Exporte für positive Wachstumsaussichten.
Inflationsrate 2019 vorübergehend gedrückt
Die Inflationsrate – gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – wird nach Einschätzung der Bundesbank-Ökonominnen und Ökonomen zunächst von 1,9 Prozent im laufenden Jahr auf 1,4 Prozent im Jahr 2019 sinken, bevor sie 2020 und 2021 wieder jeweils 1,8 Prozent erreicht. Ausschlaggebend für den Umschwung von 2018 auf 2019 seien die Preise für Energie und Nahrungsmittel. „Während sie im laufenden Jahr kräftig steigen, legen sie 2019 nur wenig zu“, sagte Weidmann. „Dadurch wird verdeckt, dass sich andere Waren und Dienstleistungen vor dem Hintergrund des hohen gesamtwirtschaftlichen Auslastungsgrades und erheblich steigender Lohnstückkosten zunehmend stärker verteuern“, erläuterte er. Ohne Energie und Nahrungsmittel gerechnet dürfte die Preissteigerungsrate den Bundesbank-Expertinnen und Experten zufolge von 1,2 Prozent im laufenden Jahr auf 1,8 Prozent im Jahr 2020 anziehen. 2021 könnte diese Kernrate der Inflation 2,0 Prozent erreichen.
Risikobeurteilung
Insgesamt hat sich die Unsicherheit für den gesamtwirtschaftlichen Ausblick nach Auffassung der Fachleute der Bundesbank im Vergleich zur Juni-Projektion etwas verringert, bleibt aber dennoch hoch. Abweichungen von der Prognose könnten sich beispielsweise durch unvorhergesehene Entwicklungen bei den zukünftigen internationalen Handelsbeziehungen oder im Falle eines ungeordneten Brexit ergeben, heißt es dazu.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Bundesbank.
Powered by WPeMatico