Rezessionsrisiko für die deutsche Wirtschaft ein weiteres Mal gestiegen
Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 14.08.2019
Der erneute Anstieg lässt sich vor allem zurückführen auf ein Zusammenspiel schlechterer Produktionszahlen für das Verarbeitende Gewerbe und einer weiteren Eintrübung der Stimmung, gemessen am ifo Geschäftsklimaindex. Die nach den jüngsten Zentralbankentscheidungen mittelfristig günstigen Finanzierungsbedingungen sowie eine Zunahme der Auftragseingänge für das Verarbeitende Gewerbe aus dem Ausland stabilisieren hingegen die Konjunkturaussichten. Bei den Auftragseingängen ist allerdings der aktuelle Wert für den Monat Juni durch Großaufträge aus dem außereuropäischen Ausland positiv verzerrt. Der „Finanzmarktstress“, den das IMK mit einem zusätzlichen Indikator misst, bleibt nahezu unverändert bei einem Wert von 20,9 Prozent nach 22,1 Prozent im Vormonat.
„Deutschlands Konjunktur steht auf der Kippe. Wir hatten – wie die anderen führenden Wirtschaftsforschungsinstitute – bislang damit gerechnet, dass es im zweiten Halbjahr zu einer raschen Erholung der Wirtschaft und insbesondere der Industrie kommen würde. Die Chancen für ein solches Positivszenario sind nun deutlich gesunken“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK. „Die deutsche Industrie schwächelt bereits seit einem Jahr, vor allem wegen globaler Unsicherheiten. Bislang hat die Inlandskonjunktur – vor allem der starke Konsum und die Baunachfrage – die deutsche Wirtschaft vor einer Rezession bewahrt. Zuletzt aber war der Rückgang der Produktion im verarbeitenden Gewerbe so stark, dass es immer fraglicher wird, ob eine Rezession noch vermieden werden kann.“
Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.
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Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung.
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