Öffentliches Defizit im Euroraum und in der EU27 bei 6,2 % bzw. 6,6 % des BIP

Im Jahr 2010 erhöhte sich das öffentliche Defizit in absoluten Zahlen im Euroraum und verringerte sich in der EU27 im Vergleich zu 2009, während der öffentliche Schuldenstand und das BIP in beiden Gebieten anstiegen. So berichtet Eurostat.

Eurostat, Pressemitteilung vom 21.10.2011

Öffentlicher Schuldenstand bei 85,4 % und 80,2 %

Im Jahr 2010 erhöhte sich das öffentliche Defizit in absoluten Zahlen im Euroraum (ER17) und verringerte sich in der EU27 im Vergleich zu 2009, während der öffentliche Schuldenstand und das BIP in beiden Gebieten anstiegen. Gemessen am BIP verringerte sich das öffentliche Defizit im Euroraum leicht von 6,4 % im Jahr 20093 auf 6,2 % im Jahr 2010 und in der EU27 von 6,9 % auf 6,6 %. Gemessen am BIP erhöhte sich der öffentliche Schuldenstand im Euroraum von 79,8 % (Ende 2009) auf 85,4 % (Ende 2010) und in der EU27 von 74,7 % auf 80,2 %.

Im Jahr 2010 wurden die höchsten öffentlichen Defizite als Prozent des BIP in Irland (-31,3 %), Griechenland (-10,6 %), dem Vereinigten Königreich (-10,3 %), Portugal (-9,8 %), Spanien (-9,3 %), Lettland (-8,3 %), Polen (-7,8 %), der Slowakei (-7,7 %), Frankreich (-7,1 %) Litauen (-7,0 %) und Rumänien (-6,9 %) verzeichnet. Die niedrigsten öffentlichen Defizite wurden in Luxemburg (-1,1 %), Finnland (-2,5 %) und Dänemark (-2,6 %) verzeichnet. Estland und Schweden (je 0,2 %) registrierten im Jahr 2010 einen geringen öffentlichen Überschuss. Insgesamt verzeichneten 21 Mitgliedstaaten im Jahr 2010 gegenüber dem Jahr 2009 eine Verbesserung ihres Finanzierungssaldos im Verhältnis zum BIP, fünf eine Verschlechterung und in einem Mitgliedstaat blieb er unverändert.

Am Ende des Jahres 2010 wurden die niedrigsten Verschuldungsquoten (öffentlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BIP) in Estland (6,7 %), Bulgarien (16,3 %), Luxemburg (19,1 %), Rumänien (31,0 %), der Tschechischen Republik (37,6 %), Litauen (38,0 %), Slowenien (38,8 %) und Schweden (39,7 %) verzeichnet. Vierzehn Mitgliedstaaten wiesen im Jahr 2010 eine Verschuldungsquote von mehr als 60 % des BIP auf: Griechenland (144,9 %), Italien (118,4 %), Belgien (96,2 %), Irland (94,9 %), Portugal (93,3 %), Deutschland (83,2 %), Frankreich (82,3 %), Ungarn (81,3 %), das Vereinigte Königreich (79,9 %), Österreich (71,8 %), Malta (69,0 %), die Niederlande (62,9 %), Zypern (61,5 %) und Spanien (61,0 %).

Die Ausgaben des Staates beliefen sich 2010 im Euroraum auf 50,9 % des BIP und die Einnahmen des Staates4 auf 44,6 %. Die entsprechenden Zahlen für die EU27 lagen bei 50,6 % bzw. 44,1 %. Zwischen 2009 und 2010 haben sich die Ausgaben des Staates im Verhältnis zum BIP in beiden Gebieten leicht verringert, während die Einnahmen des Staates im Verhältnis zum BIP nahezu unverändert blieben.

Vorbehalte zu den gemeldeten Daten

Rumänien: Eurostat hat den Vorbehalt gegenüber den Daten, die von Rumänien in der Meldung vom April 2011 übermittelt wurden, zurückgezogen. Dieser wurde auf Grund von Unsicherheiten über die Auswirkungen einiger öffentlicher Unternehmen auf das öffentliche Defizit, über die Meldung der ESVG 95 Kategorien „sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten“, über die Art und Auswirkung einiger finanzieller Transaktionen und über die Konsolidierung von innerstaatlichen Zahlungsströmen ausgesprochen. Eurostat hat bestätigt, dass die oben genannten Punkte in der Meldung vom Oktober 2011 ordnungsgemäß nach der ESVG 95 Methodik und den dazugehörigen Handbüchern verbucht wurden.

Vereinigtes Königreich: Eurostat hat den Vorbehalt gegenüber den Daten, die vom Vereinigten Königreich in der Meldung vom April 2011 übermittelt wurden, zurückgezogen. Dieser wurde auf Grund von Unklarheiten bezüglich des Buchungszeitpunkts von Militärausgaben ausgesprochen. Eurostat hat bestätigt, dass das Vereinigte Königreich in der Meldung vom Oktober 2011 die notwendigen Anpassungen miteinbezogen hat und Ausgaben für militärische Ausrüstungsgüter jetzt bei Lieferung verbucht werden, wie vom entsprechenden Eurostat Beschluss vom 9. März 2006 gefordert.

Änderung an den gemeldeten Daten durch Eurostat

Vereinigtes Königreich: In der Meldung vom Oktober 2011 verbuchte das Vereinigten Königreich die Erlöse vom Verkauf von UMTS Lizenzen im Jahr 2000 ordnungsgemäß im Rahmen des Eurostat Beschlusses vom 14. Juli 2000. Daher hat Eurostat die vom Vereinigten Königreich gemeldeten Daten zum Defizit und Schuldenstand in dieser Hinsicht nicht geändert.

Vereinigtes Königreich: Eurostat hat die vom Vereinigten Königreich gemeldeten Daten zum Defizit und Schuldenstand für die Jahre 2008 bis 2010 (sowie für die Haushaltsjahre 2008/2009 bis 2010/2011) geändert, um die Einhaltung des Eurostat Leitfadens vom 16. März 2011 über Entschuldungseinrichtungen, im Hinblick auf Bradford & Bingley (B&B) und Northern Rock Asset Management (NRAM), sicherzustellen. Dies führt zu einem Anstieg des öffentlichen Defizits um 360 Mio. GBP (0,03 % des BIP) im Jahr 2008 (sowie im Haushaltsjahr 2008/2009), um 571 Mio. GBP (0,04 % des BIP) im Jahr 2009 (sowie im Haushaltsjahr 2009/2010) und um 1 023 GBP (0,07 % des BIP) im Jahr 2010 (sowie im Haushaltsjahr 2010/2011). Die gemeldeten Daten zum Schuldenstand erhöhen sich um 32 374 Mio. GBP (2,26 % des BIP) im Jahr 2008 (sowie im Haushaltsjahr 2008/2009), um 19 969 Mio. GBP (1,43 % des BIP) im Jahr 2009 (sowie im Haushaltsjahr 2009/2010) und um 56 821 Mio. GBP (3,90 % des BIP) im Jahr 2010 (sowie im Haushaltsjahr 2010/2011).

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Eurostat.

Quelle: Eurostat

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Quelle: DATEV eG