Das Fehlen von Fachkräften mit Berufsausbildung wird zum Innovationshemmnis
ZEW, Pressemitteilung vom 27.02.2020
Innovationsaktivitäten verstärken den Fachkräftemangel, da innovative Unternehmen besonders auf qualifiziertes Personal angewiesen sind. Zugleich erschwert ein Mangel an geeigneten Fachkräften weitere Innovationen. Wie die Studie zeigt, führt insbesondere das Fehlen geeigneter Mitarbeiter/-innen mit beruflicher Ausbildung dazu, dass Innovationsprojekte aufgegeben werden müssen. Unternehmen mit einem bereits hohen Akademikeranteil haben dagegen seltener Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter/innen für ihre ausgeschriebenen Stellen zu finden. Auch müssen Unternehmen seltener Innovationsprojekte aufgeben, wenn ihnen akademisch gebildetes Personal fehlt. Das deutet darauf hin, dass der Fachkräftemangel in Bezug auf akademische Berufe weniger stark die Innovationsaktivitäten hemmt.
Die Studie zeigt außerdem, dass Unternehmen mit einer großen Bandbreite an Innovationsaktivitäten Stellen für sehr unterschiedliche Qualifikationsniveaus ausschreiben. Entsprechendes gilt auch für Unternehmen, die schon in der Vergangenheit über einen Mangel an Fachkräften geklagt haben. „Wir erleben derzeit einen technologischen Wandel. Um diesen zu bewältigen, sind unterschiedliche Fähigkeiten notwendig“, sagt Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik sowie Mitautor der Studie. „Es reicht nicht aus, nur die Anzahl der Studierenden an Universitäten zu erhöhen. Auch die in der beruflichen Ausbildung vermittelten Fähigkeiten sind entscheidend für die Innovationskraft. Um Innovationen voranzubringen, braucht die deutsche Wirtschaft eine gute Mischung aus beiden Ausbildungsformen, beruflich und akademisch.“
Ein Hindernis für Innovationsprozesse ist insbesondere der Mangel an beruflich ausgebildeten Fachkräften in der Produktion sowie in der Informationstechnologie. „Es braucht eine höhere gesellschaftliche Anerkennung und bessere finanzielle Anreize, damit sich mehr Menschen für eine Berufsausbildung in diesen Bereichen entscheiden“, sagt Rammer. „Die Politik muss Maßnahmen ergreifen, um den negativen Auswirkungen des Fachkräftemangels auf die Innovationsaktivitäten der Unternehmen entgegenzuwirken. Nur so kann sie künftiges Produktivitätswachstum und damit einen höheren Wohlstand sichern.“
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