Ein Stück vom Startup: Mitarbeiter werden zu Stakeholdern

Viele Startups können keine hohen Gehälter zahlen, stattdessen bieten sie ihren Beschäftigten ein Stück am Unternehmen: Wer den Aufbau mitträgt, soll später am Erfolg mitverdienen, etwa wenn das Startup verkauft wird. Insgesamt beteiligt lt. Bitkom derzeit gut jedes dritte Startup (36 Prozent) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weitere 41 Prozent können sich das für die Zukunft vorstellen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 17.07.2026

  • Gut jedes dritte Tech-Startup beteiligt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Erfolg
  • Beliebtestes Modell: Anteile ohne Stimmrecht

Viele Startups können keine hohen Gehälter zahlen, stattdessen bieten sie ihren Beschäftigten ein Stück am Unternehmen: Wer den Aufbau mitträgt, soll später am Erfolg mitverdienen, etwa wenn das Startup verkauft wird. Insgesamt beteiligt derzeit gut jedes dritte Startup (36 Prozent) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weitere 41 Prozent können sich das für die Zukunft vorstellen. Doch wie viele im Team profitieren, fällt sehr unterschiedlich aus. Gut ein Viertel der Startups mit Mitarbeiterbeteiligung (27 Prozent) bezieht die gesamte Belegschaft ein, ein weiteres knappes Drittel (32 Prozent) zumindest ausgewählte Beschäftigte. Bei den übrigen bleibt die Beteiligung auf einen kleinen Kreis beschränkt, bei 19 Prozent auf die Gründerinnen und Gründer, in weiteren 11 Prozent auf Gründungsteam und Management. „Wer keine üppigen Festgehälter zahlen kann, setzt im Wettbewerb um die klügsten Köpfe oft auf Erfolgsbeteiligungen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Viele Startups haben hier noch Potenzial, indem sie größere Teile der Belegschaft beteiligen. Voraussetzung dafür sind gesetzliche Vorgaben, die wirklich einfach und steuerlich attraktiv sind.“

Beteiligen Startups Beschäftigte, so setzen sie dafür meist sogenannte virtuelle Anteile ein. Dabei handelt es sich um vertraglichen Zusagen, die Beschäftigte etwa bei einem Verkauf am Erlös beteiligen, ohne dass sie zu echten Gesellschaftern mit Stimmrechten werden. 84 Prozent der Startups, die Beschäftigte beteiligen, tun das mittels solcher virtuellen Anteile. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, als der Anteil bei 71 Prozent lag. Mit lediglich 8 Prozent werden reale Anteile inzwischen sehr viel seltener genutzt als noch im Vorjahr mit 20 Prozent. Ähnliches gilt für Anteilsoptionen, die aktuell von 11 Prozent genutzt werden, nach 23 Prozent in 2025. Einige Startups setzen auch mehrere dieser Möglichkeiten parallel ein.

Grundsätzlich ist die Offenheit für Mitarbeiterbeteiligung groß: Nur 17 Prozent der Startups schließen sie grundsätzlich aus.

Quelle: Bitkom

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Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2026: +1,7 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im Mai 2026 gegenüber April 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,7 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 stieg der Auftragsbestand kalenderbereinigt um 9,5 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 17.07.2026

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe, Mai 2026
+1,7 % real zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
+9,5 % real zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Reichweite des Auftragsbestands, Mai 2026
8,9 Monate

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2026 gegenüber April 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,7 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 stieg der Auftragsbestand kalenderbereinigt um 9,5 %.

Die Entwicklung des Auftragsbestands im Mai 2026 ist wesentlich auf den Anstieg im Maschinenbau (saison- und kalenderbereinigt +3,3 % zum Vormonat) zurückzuführen. Auch der Anstieg in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+3,0 %) wirkte sich positiv auf das Gesamtergebnis aus. In der Automobilindustrie sank der Auftragsbestand hingegen um 0,8 %.

Die offenen Aufträge aus dem Inland stiegen im Mai 2026 gegenüber April 2026 um 0,9 %, der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland stieg um 2,0 %.

Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg der Auftragsbestand zum Vormonat April 2026 um 1,6 % und bei den Herstellern von Vorleistungsgütern um 1,2 %. Im Bereich der Konsumgüter stieg der Auftragsbestand um 3,6 %.

Reichweite des Auftragsbestands auf 8,9 Monate gestiegen

Im Mai 2026 stieg die Reichweite des Auftragsbestands im Vergleich zum Vormonat April 2026 auf 8,9 Monate (April 2026: 8,8 Monate). Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern blieb die Reichweite konstant bei 4,6 Monaten. Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg die Reichweite auf 12,4 Monate (April 2026: 12,2 Monate) und bei den Herstellern von Konsumgütern auf 4,2 Monate (April 2026: 4,0 Monate).

Die Reichweite gibt an, wie lange die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz und ohne neue Auftragseingänge mit dem Abarbeiten der vorhandenen Aufträge ausgelastet wären. Sie wird als Quotient aus aktuellem Auftragsbestand und mittlerem Umsatz der vergangenen zwölf Monate im betreffenden Wirtschaftszweig berechnet.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Gründer-Mindset entscheidet, ob Start-ups Krisen überstehen

Ob junge Unternehmen eine Krise überstehen, hängt nicht nur von ihrer finanziellen Lage oder ihrer Branche ab. Auch die Persönlichkeit der Gründer/innen spielt eine entscheidende Rolle. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des ZEW .

ZEW, Pressemitteilung vom 16.07.2026

ZEW-Studie zeigt: Eigenschaften von Gründern/-innen beeinflussen den Umgang mit Krisen

Ob junge Unternehmen eine Krise überstehen, hängt nicht nur von ihrer finanziellen Lage oder ihrer Branche ab. Auch die Persönlichkeit der Gründer/innen spielt eine entscheidende Rolle. Eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim und der Technischen Universität München zeigt: Risikobereite Gründer/innen setzen in Krisenzeiten häufiger auf operative Innovationen und risikoaverse Gründer/innen setzen auf finanzielle Einsparungen. Positiv mit innovativen Krisenreaktionen verbunden sind zudem Offenheit, Hochschulbildung und Migrationserfahrung. Weniger innovativ reagieren verträgliche Gründer/innen. Grundlage der Studie sind Daten von 1.408 jungen Unternehmen in Deutschland.

„In Krisen müssen Unternehmen häufig unter hohem Zeitdruck und großer Unsicherheit weitreichende Entscheidungen treffen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen auf den gleichen externen Schock sehr unterschiedlich reagieren und dass diese Unterschiede auch mit den Eigenschaften der Führungskräfte zusammenhängen“, erklärt Prof. Dr. Hanna Hottenrott, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Professorin an der Technischen Universität München.

„Für die Politik bedeutet das: Ein und dieselbe politische Unterstützungsmaßnahme kann sich je nach Anpassungsfähigkeit und Innovationsbereitschaft der Unternehmensleitung unterschiedlich auswirken. Diese Unterschiede sollten bei der Ausgestaltung von Hilfsmaßnahmen stärker berücksichtigt werden“, ergänzt Dr. Eline Schoonjans, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“.

Risikobereitschaft fördert schnelle Innovationen

Anstatt Arbeitszeiten zu reduzieren oder andere Einschnitte vorzunehmen, passen risikobereite Gründer/innen bestehende Prozesse oder Produkte an, verändern Vertriebswege oder digitalisieren Arbeitsabläufe. Solche Maßnahmen müssen häufig schnell umgesetzt werden, um auf Lieferengpässe, Nachfrageeinbrüche oder veränderte Arbeitsbedingungen zu reagieren. Risikoaverse Gründer/innen sparen eher finanziell ein. Diese Strategien beeinflussen die Anpassung an Krisensituationen und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig.

Migrationserfahrung und Offenheit stärken Strategiewechsel

Gründer/innen mit einer hohen Offenheit für neue Erfahrungen setzen in der Krise häufiger auf strategische Innovationen. Sie verändern etwa ihre Innovationsstrategie, erschließen andere geografische Märkte oder passen die Unternehmensziele an. Auch Gründer/innen mit Migrationserfahrung verfolgen häufiger solche grundlegenden Veränderungen – insbesondere, wenn sie aus unternehmerischen Motiven gründen, wie einer konkreten Geschäftsidee, dem Wunsch nach Selbstbestimmung oder einem höheren Einkommen.

Quelle: ZEW

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Digitalisierung und Bürokratieabbau modernisieren die Arbeitsverwaltung

Das Bundeskabinett hat am 15.07.2026 das „Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung“ beschlossen. Mit diesem Gesetz werden Arbeitslosenversicherung und Arbeitsförderung bürgerfreundlicher, transparenter, effizienter und unbürokratischer ausgestaltet. Die Elemente der Digitalisierung und Entbürokratisierung ermöglichen eine weitere Modernisierung der Arbeitsverwaltung. Arbeitsmarktpolitische Instrumente werden geschärft und neu geschaffen.

BMAS, Pressemitteilung vom 15.07.2026

Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung wurde beschlossen

Das Bundeskabinett hat am 15. Juli 2026 das „Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung“ beschlossen. Mit diesem Gesetz werden Arbeitslosenversicherung und Arbeitsförderung bürgerfreundlicher, transparenter, effizienter und unbürokratischer ausgestaltet. Die Elemente der Digitalisierung und Entbürokratisierung ermöglichen eine weitere Modernisierung der Arbeitsverwaltung. Arbeitsmarktpolitische Instrumente werden geschärft und neu geschaffen.

Wir stehen an der Seite der Beschäftigten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Wenn Unternehmen Arbeitsplätze abbauen müssen, kommt es darauf an, dass die Fachkräfte schnell und unkompliziert in Branchen wechseln, in denen sie gebraucht werden. Ein nahtloser Übergang verhindert Arbeitslosigkeit für die Beschäftigten und ihre Familien und fördert Wirtschaftswachstum. Mit der Job-to-Job-Erprobung stärken wir die Arbeitsmarktdrehscheiben und bauen Brücken in zukunftsfeste Arbeit. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Betriebe in der Krise sind, können bei neuen Arbeitgebern probemäßig arbeiten, sich kennenlernen und so Hürden für den unkomplizierten Wechsel abbauen. Das ist aktive Arbeitsmarktpolitik im Sinne der Beschäftigten.

Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales

Digital und unbürokratisch, effizient und zielgerichtet

Arbeitsagenturen werden noch besser digital erreichbar sein, auch per Videotelefonie. Dies ermöglicht ein breiteres Terminangebot, insbesondere auch für Arbeitsuchende, die sich noch in einem Beschäftigungsverhältnis befinden. „Digital First“ soll bei der digitalen Antragsstellung zum Regelfall werden. Anträge auf Leistungen der Arbeitsförderung sollen vorrangig elektronisch gestellt werden. Für diejenigen, die die digitalen Wege nicht nutzen können oder wollen, bleiben die bekannten Wege aber geöffnet. Zusätzlich wird die elektronische Arbeitslosmeldung vereinfacht und das Erreichbarkeitsrecht modernisiert.

Mit dem Kooperationsplan, der die bisherige Eingliederungsvereinbarung ersetzt, wird ein stärker kooperationsorientierter und unbürokratischer Ansatz in der Zusammenarbeit zwischen Agentur für Arbeit und Arbeitsuchenden verfolgt, ohne dabei auf gesetzliche Mitwirkungspflichten zu verzichten. Auch die Regelungen des Kurzarbeitergeldes werden vereinfacht. Zudem werden die rechtlichen Grundlagen für die weitere Digitalisierung und Automatisierung der Verfahren beim Kurzarbeitergeld geschaffen.

All diese Maßnahmen zusammen entlasten wirkungsvoll sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch die Wirtschaft.

Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung

Das Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung macht die Arbeitslosenversicherung und die Arbeitsförderung bürgerfreundlicher, effizienter und unbürokratischer. Die digitalen Möglichkeiten der Arbeitsagenturen werden weiter ausgebaut und machen so die Zusammenarbeit zwischen den Menschen, den Arbeitgebern und der Arbeitsagentur einfach und unkomplizierter.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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Aufstiegs-BAföG im Kabinett beschlossen: Mehr Geld für berufliche Fortbildungen

Wer sich beispielsweise zum Handwerks- oder Industriemeister, zur Technikerin, zum Betriebswirt oder zur staatlich geprüften Erzieherin weiterqualifizieren möchte, soll künftig noch stärker gefördert werden. Grundlage dafür ist die Reform des Aufstiegs-BAföG. Das Bundeskabinett hat am 15.07.2026 die Reform des Aufstiegs-BAföG beschlossen.

Bundesregierung, Mitteilung vom 15.07.2026

Wer sich beispielsweise zum Handwerks- oder Industriemeister, zur Technikerin, zum Betriebswirt oder zur staatlich geprüften Erzieherin weiterqualifizieren möchte, soll künftig noch stärker gefördert werden. Grundlage dafür ist die Reform des Aufstiegs-BAföG.

Lehrgänge, Prüfungen, Materialien, Lebensunterhalt – berufliche Fort- und Weiterbildungen können mir erheblichen Kosten verbunden sein. Mit dem sog. Aufstiegs-BAföG bieten Bund und Länder hier finanzielle Unterstützung. Das Bundeskabinett hat nun eine Reform des seit 1996 bestehenden Förderangebots beschlossen.

Das Aufstiegs-BAföG richtet sich an Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung. Typische Aufstiegsfortbildungen sind etwa Meisterkurse oder Erzieher- und Technikerschulen. Anspruchsberechtigt sind alle, die sich mit einem Lehrgang oder an einer Fachschule auf eine anspruchsvolle berufliche Fortbildungsprüfung vorbereiten – unabhängig vom Alter.

Ausbau der Förderleistungen

Nun will die Bundesregierung das Aufstiegs-BAföG noch attraktiver machen und die Förderleistungen ausbauen. Demnach bekommt – wer sich nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung weiterbildet – künftig mehr Geld.

Die wichtigsten geplanten Verbesserungen:

  • Der maximale Gesamtbetrag der geförderten Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird von bisher 15.000 Euro auf 18.000 Euro angehoben.
  • Auch der maximale Gesamtbetrag der Förderung für die Erstellung des handwerklichen Meisterstücks oder vergleichbarer Arbeiten wird angehoben: von bisher 2.000 Euro auf 4.000 Euro.
  • Bei erfolgreichem Abschluss der Fortbildungsprüfung werden statt bisher 50 Prozent künftig 60 Prozent des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen.
  • Wenn Arbeitgeber Zuschüsse zu den Kosten der Fortbildungsmaßnahme ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten, werden diese bei der Förderung nicht mehr angerechnet und kommen so den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zugute.
  • Der Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende in Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen wird von 150 Euro auf 160 Euro pro Monat je Kind erhöht.

Mit der Reform will die Bundesregierung die höherqualifizierende Berufsbildung und damit eine erfolgreiche Fachkräftegewinnung stärken. Durch gesetzliche Klarstellungen sowie die Streichung der Anrechnung von Arbeitgeberleistungen auf den Maßnahmenbeitrag des Aufstiegs-BAföG wird zudem der Vollzug spürbar entlastet.

Das Gesetz soll zum 1. August 2027 in Kraft treten.

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, auch „Aufstiegs-BAföG“, früher „Meister-BAföG“ genannt) unterstützt die Vorbereitung auf inzwischen mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse. Die Förderung wird teilweise als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, teilweise als zinsgünstiges Darlehen gewährt. Die Kosten des Aufstiegs-BAföG tragen zu 78 Prozent der Bund und zu 22 Prozent die Länder.

Quelle: Bundesregierung

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IMK Konjunkturindikator: Unsicherheit bleibt bestehen

Die konjunkturelle Lage bleibt weiterhin unsicher. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des IMK der Hans-Böckler-Stiftung, der die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 15.07.2026

Die konjunkturelle Lage bleibt weiterhin unsicher. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, der die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt. Für den Zeitraum von Juli bis September 2026 weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 26,8 Prozent aus. Anfang Juni betrug sie für die folgenden drei Monate noch 24,7 Prozent. Gleichzeitig ist die statistische Streuung im Indikator, die eine Verunsicherung von Wirtschaftsakteuren widerspiegelt, zurückgegangen. Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator bleibt bei „gelb-rot“. Diese Phase markiert eine erhöhte konjunkturelle Unsicherheit. Zwar besteht einerseits die Hoffnung, dass der private Verbrauch bei allmählich rückläufiger Inflation das gesamtwirtschaftliche Wachstum anregen könnte. Andererseits lassen die jüngsten gegenseitigen Angriffe der USA und des Iran befürchten, dass sich das Konsum- und Wohnungsbauklima erneut eintrüben.

Für den leichten Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit am aktuellen Rand sind vor allem zwei Finanzmarktindikatoren maßgeblich. Den größten Beitrag leisten dabei die gestiegenen Geldmarktzinsen, gemessen am Drei-Monats-Euribor, in denen sich zum Teil auch die Erwartung einer weiteren Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank widerspiegelt. Zudem trägt der IMK-Finanzmarktstressindex, der eine Vielzahl derzeit volatiler Kapitalmarktdaten bündelt, zur höheren Rezessionswahrscheinlichkeit bei. Dass diese nicht noch stärker steigt, liegt an der leichten Aufhellung der Stimmungsindikatoren im Juni sowie den Produktionsdaten und Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe im Mai.

„Bei näherer Betrachtung der Auftragseingangs- und der Produktionsdaten wichtiger deutscher Schlüsselindustrien stellt sich die Lage nicht so schlecht dar“, erklärt IMK-Konjunkturexperte Dr. Thomas Theobald. Beim Maschinenbau und bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse zeichnet sich inzwischen eine leichte Erholung ab. Bereits seit 2025 entwickelt sich die Herstellung elektronischer Erzeugnisse und elektrischer Ausrüstungen aufwärts. Der Aufbau von Datenzentren im Zuge des KI-Booms, insbesondere in den USA, dürfte zu einer Verbesserung der Auftragslage beitragen. Allein im Fahrzeugbau bleiben Produktion und Auftragslage tendenziell rückläufig.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2026

Die Lage der deutschen Wirtschaft zeigt sich zur Jahresmitte leicht aufgehellt. Nachdem die Eskalation des Krieges im Nahen Osten die Konjunktur im Frühjahr über steigende Energiepreise und Lieferkettenstörungen spürbar belastete, deuten die jüngsten Indikatoren auf eine vorsichtige wirtschaftliche Stabilisierung hin. Das BMWE gibt einen Überblick.

BMWE, Pressemitteilung vom 14.07.2026

  • Die Lage der deutschen Wirtschaft zeigt sich zur Jahresmitte leicht aufgehellt. Nachdem die Eskalation des Krieges im Nahen Osten die Konjunktur im Frühjahr über steigende Energiepreise und Lieferkettenstörungen spürbar belastete, deuten die jüngsten Indikatoren auf eine vorsichtige wirtschaftliche Stabilisierung hin. Die Mitte Juni erzielte Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran sowie der damit einhergehende deutliche Rückgang der Ölpreise dürften zu einer Erholung der Stimmung beigetragen haben. Dennoch bleibt die Unsicherheit über den weiteren Konfliktverlauf angesichts der neuen Luftschläge im Iran hoch und die erhöhten Energie- und Rohstoffpreise infolge von Kostensteigerungen in Unternehmen und Kaufkraftverlusten bei privaten Haushalten dürften die Konjunktur im zweiten Quartal dämpfen. Im weiteren Jahresverlauf ist im Falle wieder nachlassender energiepreisbedingter Belastungen von einer konjunkturellen Erholung auszugehen, die von den fiskalischen Impulsen der Bundesregierung unterstützt wird.
  • Die Industriekonjunktur stabilisiert sich zur Mitte des zweiten Quartals. Sowohl die Auftragseingänge als auch die Produktion waren gegenüber dem Vormonat aufwärtsgerichtet. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich bewegten sie sich allerdings nur seitwärts. Angesichts der nach wie vor hohen geopolitischen Unsicherheit und Lieferengpässen bleiben die Aussichten für die Industriekonjunktur verhalten.
  • Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Mai um 1,1 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Mai ein Plus von 1,5 %, getragen vor allem vom Wachstum im Handel mit Nicht-Lebensmitteln. Die PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen setzten ihren Aufwärtstrend im Juni fort und sind sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im Dreimonatsvergleich abermals kräftig gestiegen. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand auf niedrigem Niveau weiter stabilisiert, bleibt aber fragil.
  • Die Inflationsrate ist im Juni auf +2,3 % gefallen, nach +2,6 % im Mai. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) blieb mit +2,5 % unverändert erhöht. Energie- und Nahrungsmittelpreissteigerungen trugen nur geringfügig zur Inflation bei.
  • Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit bewegte sich im Juni mit Minus eintausend Personen in etwa auf Vormonatsniveau. Die Erwerbstätigkeit hat im Mai um achttausend Personen abgenommen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im April einen Rückgang um fünftausend Personen. Angesichts einer weiterhin schwachen Arbeitskräftenachfrage und anhaltender struktureller Anpassungsprozesse deutet sich momentan keine Verbesserung der Arbeitsmarktperspektiven an.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen befindet sich weiter auf hohem Niveau. Laut amtlicher Statistik wurden seit Mai 2025 bis April 2026 insgesamt 24.599 Unternehmensinsolvenzen gemeldet (Anstieg um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Dem um zwei Monate aktuelleren IWH-Insolvenztrend zufolge wurden seit Juli 2025 bis Juni 2026 18.368 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gemeldet (Anstieg um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

Vorsichtige Stabilisierung in fragilem globalen Umfeld

Die wirtschaftliche Ausgangslage und die Perspektiven hatten sich zur Jahresmitte im Zuge der Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni und den in der Folge deutlich gesunkenen Energiepreisen etwas aufgehellt. Die Ausbringung im Produzierenden Gewerbe legte im April und Mai leicht zu, wobei vor allem das Baugewerbe mit einem Aufholen der witterungsbedingen Einbrüche zu Jahresbeginn deutliche Impulse setzte. Aber auch die Industrieproduktion erhöhte sich in den vergangenen beiden Monaten etwas, wobei neben der Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen auch energieintensive Bereiche wie die chemische Industrie sowie Metallerzeugnisse von einer höheren Nachfrage profitierten.

Vor dem Hintergrund der Verhandlungen zur Lösung des Irankonflikts haben sich die Stimmungsindikatoren in der Wirtschaft im Juni aufgehellt: Sowohl das ifo-Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe als auch der S&P Einkaufsmanagerindex legten zu und deuten eine weitere leichte Erholung im Verlauf des zweiten Quartals an. Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher blickten trotz der energiepreisbedingten Kaufkraftverluste und der anhaltend schwachen Arbeitsmarktentwicklung zuletzt wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Hierauf deuten der jüngste Anstieg des GfK-Konsumklimaindexes wie auch des HDE-Konsumbarometers hin, ausgehend allerdings von einem niedrigen Niveau. Insbesondere die Einkommens- und Konjunkturerwartungen haben sich demnach erholt. Diese Aufhellung spiegelt sich auch in einer Belebung der Einzelhandelsumsätze im Mai sowie des ifo-Geschäftsklimas im Handel für den Juni, bei dem sich sowohl die Lage- als auch die Erwartungskomponente verbesserten. Im Dienstleistungssektor insgesamt zeigen die jüngsten Produktionsdaten, die aktuell bis April vorliegen, nach dem Einbruch im März eine Stabilisierung an, die vor allem von den konsumnahen Bereichen ausgeht, während die Unternehmensdienstleistungen bis zuletzt leicht rückläufig waren.

Ungeachtet dieser etwas positiveren Indikatoren-Lage dürften die zwischenzeitlich deutlich gestiegenen und nach wie vor erhöhten Energie- und Rohstoffpreise über Kostensteigerungen in Unternehmen und Kaufkraftverlusten bei privaten Haushalten die Konjunktur zunächst noch dämpfen. Zudem bleibt die Unsicherheit mit Blick auf den weiteren Konfliktverlauf und die Entwicklung der Energiepreise angesichts der jüngsten militärischen Eskalation im Nahen Osten und der erneuten Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus hoch. Die Industriekonjunktur dürfte in den kommenden Monaten im Spannungsfeld gestiegener Auftragseingänge und -bestände, insbesondere bei den energieintensiven Industrien sowie beim sonstigen Fahrzeugbau auf der einen Seite, und sich erst langsam auflösenden Lieferkettenproblemen, ungünstigeren Finanzierungsbedingungen sowie erhöhten Rohstoff- und Energiekosten auf der anderen Seite verbleiben. So lässt der deutliche Rückgang des Lkw-Maut-Fahrleistungsindexes im Juni eine Abschwächung der Industrieproduktion am aktuellen Rand erwarten. Bei den privaten Haushalten dürften die bisherigen Kaufkraftverluste sowie die anhaltende geopolitische Unsicherheit die Konsumlaune zunächst noch dämpfen, was sich in einer anhaltend geringen Anschaffungsneigung widerspiegelt. Im weiteren Jahresverlauf dürften im Falle einer Verringerung der belastenden Auswirkungen der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise die fiskalischen Impulse stärker zum Tragen kommen und die erwartete konjunkturelle Erholung unterstützen. Mittel- bis längerfristig zielen die jüngsten Reformvorhaben der Bundesregierung auf eine Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen, eine nachhaltige Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme und damit auch auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ab.

Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die Weltwirtschaft bislang überschaubar, KI-Boom stützt

Die weltweite Industrieproduktion ist im April mit saisonbereinigt -0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat erneut zurückgegangen und liegt damit im Vorjahresvergleich nur noch um 1,0 Prozent im Plus. Während die Ausbringungsmenge in den Industrieländern im Vergleich zum März 2026 mit +0,5 Prozent moderat expandierte, wurde sie in den Schwellenländern um 1,5 Prozent gedrosselt. Die Frühindikatoren für die Weltkonjunktur signalisieren nach wie vor eine robuste Entwicklung der Weltwirtschaft: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im Juni geringfügig um 0,1 auf 52,0 Punkte gestiegen und signalisiert damit nach wie vor moderates Wachstum. Während sich die Stimmung in der Industrie nach der positiven Entwicklung in den Vormonaten etwas eintrübte (-0,5 auf 52,2 Punkte), deutet der Index für den Dienstleistungssektor auf eine etwas höhere Dynamik als im Vormonat hin (+0,4 auf 51,7 Punkte). Die Konjunkturerwartungen der Finanzinvestoren haben sich im Juli weiter aufgehellt. Der Sentix-Index hat seine Erholung nach dem Stimmungseinbruch im März und April mit einem Anstieg von 8,0 auf 13,3 Punkte fortgesetzt. Damit befindet er sich wieder nahe den Werten vom Jahresbeginn 2026. Anlegerinnen und Anleger rechnen insbesondere in den USA und in Asien mit einer anziehenden Konjunktur, wohingegen die Erwartungen für den Euroraum weniger optimistisch ausfallen. Allerdings basieren diese Umfragewerte auf dem Zeitraum vor dem erneuten Aufflammen des Konflikts im Iran.

Der Welthandel stieg im April laut dem niederländischen Forschungsinstitut CPB saisonbereinigt um 0,7 Prozent gegenüber März, der einen Rückgang um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu aufwies. Der Konflikt im Iran scheint im April vor allem den Handel in der Golfregion beeinträchtigt zu haben, während die globalen Auswirkungen wohl begrenzt blieben. Ein durch den Konflikt beschleunigter Lageraufbau sowie die starke Nachfrage nach KI-bezogener Elektronik dürften zudem gestützt haben.

Laut Schiffsbewegungs- und Containerumschlagsdaten dürfte sich der Welthandel im zweiten Quartal insgesamt verhalten entwickeln. Nach den vorangegangenen beiden Rückgängen hat sich der RWI/ISL-Containerumschlagindex im Mai mit einem leichten Anstieg um 0,3 auf 141,9 Zähler stabilisiert. Dies dürfte mit den allmählich nachlassenden Belastungen durch die bis Ende April stark gestiegenen Öl- und Erdgaspreise zusammenhängen. Während der Nordrange-Index etwas zulegte, ging die Aktivität in den chinesischen Häfen nach dem starken Jahresstart erneut zurück. Der Trade Monitor des Internationalen Währungsfonds deutet im Mai auf eine Stagnation des weltweiten Handelsvolumens hin.

Laut dem kürzlich veröffentlichten Update des World Economic Outlook des Internationalen Währungsfonds hat die Weltwirtschaft den Energiepreis- und Angebotsschock durch den Konflikt im Iran bislang besser überstanden als zunächst befürchtet. Die Beeinträchtigungen durch die mehrmonatige Sperrung der Straße von Hormus dürften sich allerdings erst schrittweise vollumfänglich bemerkbar machen. Denn der Abbau von Lagerbeständen bei Rohstoffen hat vorübergehend für Entlastung angesichts der reduzierten Energielieferungen gesorgt. Gleichzeitig deuten Indikatoren für Lieferkettenstress oder Einkaufsmanagerindizes im Verarbeitenden Gewerbe auf eine nachlassende Dynamik hin. Unter der Annahme, dass sich der Konflikt im Nahen Osten beruhigt, geht der IWF in seiner Juli-Prognose von einer Wachstumsabschwächung der Weltwirtschaft auf 3,0 Prozent im laufenden Jahr und einer allmählichen Erholung mit einem BIP-Zuwachs von 3,4 Prozent im Jahr 2027 aus.

Außenhandel trotz Rücksetzer weiter aufwärtsgerichtet

Nach der dynamischen Entwicklung im April kam es beim Außenhandel im Mai zu einem Rücksetzer. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen, saison- und kalenderbereinigt um 2,4 Prozent gegenüber April zurück, nachdem sie zuvor um 4,2 Prozent zugelegt hatten. Während die Warenausfuhren in die EU-Staaten nachgaben, nahmen die Lieferungen in die übrigen Länder zu. Insbesondere die Warenexporte in die USA stiegen kräftig und lagen damit nach einer ausgeprägten zollbedingten Schwächephase wieder auf dem Niveau von März 2025. Auch im Auslandsgeschäft mit China war ein spürbares Plus zu verzeichnen. Die Dienstleistungsexporte gingen gleichzeitig um 4,6 Prozent zurück. Insgesamt blieben die Exporte von Waren und Dienstleistungen aber weiterhin aufwärtsgerichtet: Seit Januar lagen sie um 3,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen im Mai um 4,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Sowohl aus der EU als auch aus den Drittstaaten wurden weniger Güter bezogen, allerdings legte der Handel mit den USA auch importseitig zu. Die Dienstleistungsimporte reduzierten sich im Vormonatsvergleich um 3,4 Prozent. Seit Jahresbeginn liegen die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen damit im Vorjahresvergleich insgesamt immer noch um 3,7 Prozent im Plus. Der monatliche Saldo im Handel mit Waren und Dienstleistungen nahm nach den vorangegangenen Rückgängen im Mai um 3,6 Milliarden Euro auf 12,0 Milliarden Euro zu.

Die Einfuhrpreise sind im Mai nach den vorangegangenen kräftigen Anstiegen saisonbereinigt mit +0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat weiter gestiegen. Während insbesondere importierte Vorleistungsgüter zum Preisaufrieb beitrugen, gaben die Importpreise für Mineralölerzeugnisse erstmals seit Dezember 2025 etwas nach. Die Ausfuhrpreise nahmen gleichzeitig um 0,5 Prozent zu. Damit verschlechterten sich die Terms of Trade den fünften Monat in Folge, von April auf Mai um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. In realer Rechnung dürften die Rückgänge der Ex- und Importe damit stärker ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren zeichnen trotz des latent schwelenden Konflikts im Nahen Osten ein etwas günstigeres Bild als in den Vormonaten: Die ifo-Exporterwartungen haben sich im Juni um 2,0 auf -3,7 Saldenpunkte etwas verbessert. Die Elektroindustrie rechnet mit einem deutlichen Anstieg ihrer Ausfuhren, die chemische Industrie erwartet nach dem vorangegangenen Einbruch nur noch ein leicht rückläufiges Auslandsgeschäft. Die Automobil- sowie die Metallbranche gehen dagegen weiterhin von rückläufigen Exporten aus.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im Mai nach dem Rücksetzer im Vormonat wieder um 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen und lagen damit im Dreimonatsvergleich um 4,9 Prozent im Plus. Während sich die Bestellungen aus dem Euroraum – v. a. dank Neuaufträgen im Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus – wieder erholten (+11,2 Prozent), ging die Nachfrage aus den Drittstaaten zurück (-3,2 Prozent).

Trotz des Energiepreisschocks bleibt die Dynamik des Welthandels robust, was vor allem auf die starke Handelsdynamik in Asien in Zusammenhang mit dem KI-Boom zurückzuführen ist. Durch den jüngsten Rückgang der Ölpreise dürfte der Welthandel zusätzlich gestützt werden. Allerdings ist die handels- und geopolitische Unsicherheit weiterhin hoch und ab Ende Juli stehen neue US-Zollanpassungen bevor. Insgesamt bleiben die Absatzperspektiven der deutschen Exporteure herausfordernd.

Auftragseingänge und Produktion stabilisieren sich

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Mai spürbar gestiegen. Preis-, kalender- und saisonbereinigt nahm sie gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zu und liegt damit in kalenderbereinigter Betrachtung wieder auf Vorjahresniveau. Im Dreimonatsvergleich fällt die Ausbringung saisonbereinigt in etwa so hoch aus wie im Vorzeitraum (+0,1 Prozent). Die während der Wintermonate beobachteten Produktionsrückgänge konnten somit nahezu aufgeholt werden.

Nachdem im bisherigen Jahresverlauf vor allem von der Energie- und Bauproduktion positive Impulse ausgingen, legte im Mai auch die Industrieproduktion wieder zu (+0,8 Prozent). Allerdings fällt der Ausstoß von Industriegütern weiterhin deutlich geringer aus als im Vorjahr (-1,0 Prozent). Das Baugewerbe verzeichnete gegenüber April ein Plus von 0,9 Prozent und bewegte sich damit um 3,5 Prozent oberhalb der Ausbringungsmenge des Vorjahres. Auch die Energieproduktion expandierte im Mai um 0,8 Prozent und liegt damit weiterhin deutlich über Vorjahresniveau (+2,0 Prozent).

Innerhalb der industriellen Gütergruppen meldeten die Produzenten von Investitions- (+1,3 Prozent) und Konsumgütern (+1,2 Prozent) eine deutlich höhere Ausbringung. Auch die Investitionsgüterproduktion wurde damit erstmals in diesem Jahr ausgeweitet, liegt jedoch weiter deutlich unter ihrem Vorjahreswert (-2,7 Prozent). Dagegen war bei den Vorleistungsgütern ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat zu beobachten (-0,4 Prozent).

Der Produktionszuwachs im Baugewerbe wurde im Mai vom Ausbaugewerbe getragen (+1,5 Prozent). Der Hochbau entwickelte sich weiterhin schwach (-0,4 Prozent), der Tiefbau erlebte nach kräftigen Anstiegen aufgrund witterungsbedingter Nachholeffekte in den beiden Vormonaten im Mai einen Rücksetzer (-1,0 Prozent). Im Vorjahresvergleich liegt das Produktionsniveau im Tiefbau jedoch weiter deutlich im Plus (+4,6 Prozent).

Die einzelnen industriellen Wirtschaftszweige entwickelten sich unterschiedlich: Während die Produktion von Kfz und Kfz-Teilen (+3,6 Prozent), Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (+2,3 Prozent), Metallerzeugnissen (+1,7 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (+ 1,0 Prozent) deutlich erhöht wurde, war die Ausbringung im sonstigen Fahrzeugbau (-4,0 Prozent), von elektrischen Ausrüstungen (-1,4 Prozent), pharmazeutischen Erzeugnissen (-0,5 Prozent) und im Maschinenbau (-0,5 Prozent) rückläufig. In den energieintensiven Industrien setzte sich der seit Jahresbeginn beobachtete Aufwärtstrend mit abgeschwächter Dynamik fort (+0,2 Prozent) und übertraf das Vorjahresniveau damit um knapp drei Prozent.

Die im Mai leicht aufwärtsgerichtete Produktion im Produzierenden Gewerbe wird insbesondere von der positiven Entwicklung im Baugewerbe und im Energiebereich getragen. Die Industrieproduktion fasste zuletzt zwar wieder etwas Tritt, sie ist jedoch weiterhin von sektoralen Unterschieden und starken Schwankungen in den einzelnen Wirtschaftszweigen geprägt.

Auch die Auftragslage stabilisiert sich zur Mitte des zweiten Quartals: Im Mai legten die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,9 Prozent zu. Dabei waren erneut Großaufträge bedeutsam. Ohne deren Berücksichtigung betrug der Zuwachs 1,0 Prozent. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich nahm das gesamte Ordervolumen mit – 0,2 Prozent leicht ab. Im Vorjahresvergleich lag die Nachfrage im Mai arbeitstäglich bereinigt jedoch 6,2 Prozent höher.

Zuletzt nahm die Auslandsnachfrage (+2,2 Prozent) stärker zu als die Inlandsnachfrage (+1,3 Prozent). Dabei gingen allerdings weniger Bestellungen aus Drittländern ein (-3,2 Prozent), während es zu einem starken Orderplus aus dem Euroraum kam (+11,2 Prozent).

Mit Blick auf die Gütergruppen konnten die Konsumgüter die stärksten Zugewinne verzeichnen (+2,4 Prozent), gefolgt von den Investitionsgütern (+2,2 Prozent). Die Bestellungen von Vorleistungsgütern erhöhte sich unterproportional (+1,4 Prozent). Im Dreimonatsvergleich ergaben sich für die Investitionsgüter allerdings Auftragseinbußen (- 4,2 Prozent). Dagegen blieb die Tendenz bei Konsum- und Vorleistungsgütern aufwärtsgerichtet (+4,9 Prozent bzw. +5,4 Prozent).

In den einzelnen Wirtschaftszweigen konnte der Sonstige Fahrzeugbau eine massive Auftragssteigerung von 85,0 Prozent verzeichnen, zu dem Großaufträge aus dem In- und Ausland geführt haben. Deutlich voller wurden die Auftragsbücher auch in anderen gewichtigen Bereichen wie der Herstellung elektrischer Ausrüstungen (+5,7 Prozent), im Maschinenbau (+3,7 Prozent), in der Metallerzeugung (+3,4 Prozent) und bei der Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse (+1,7 Prozent). Demgegenüber mussten einige Sektoren einen deutlichen Rückgang der Auftragseingänge hinnehmen. Dazu gehören Kfz- und Kfz-Teile (-3,8 Prozent), Datenverarbeitungs-, elektrische und optische Geräte (-7,8 Prozent) und Metallerzeugnisse (-3,1 Prozent).

Nach Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten ist es nachfrageseitig zunächst zu Vorzieheffekten und im Anschluss zu einem erwartbaren Rückprall gekommen. Zuletzt scheinen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe jedoch ihrem Aufwärtstrend, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 eingesetzt hat, wieder fortzusetzen. Allerdings ist die Entwicklung aufgrund von Großaufträgen nach wie vor sehr volatil.

Auch wenn der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zuletzt wieder angelaufen ist, bleibt die Unsicherheit bezüglich einer Normalisierung der Handelsaktivitäten hoch. Vor dem Hintergrund nach wie vor volatiler Auftragseingänge und anhaltender Lieferkettenstörungen ist eine breit angelegte Belebung der Industriekonjunktur derzeit noch nicht absehbar.

Erlöse im Einzelhandel im Plus; Frühindikatoren zeigen weiterhin Stabilisierung

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Mai um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, was in etwa auch der Zunahme im Handel mit Lebensmitteln und Nicht-Lebensmitteln entsprach. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Mai ein Plus von 1,5 Prozent, getragen vor allem vom Wachstum im Handel mit Nicht-Lebensmitteln (+2,4 Prozent). Der Handel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) wirkte sich mit -6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut dämpfend aus, während der Internet- und Versandhandel um 7,0 Prozent zulegte. Im Dreimonatsvergleich stagnierte der Gesamtumsatz im Einzelhandel, wobei die Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln um 0,9 Prozent zunahmen und die mit Lebensmitteln um 1,0 Prozent sanken.

Der Umsatz im Gastgewerbe stagnierte im April preisbereinigt und legte nominal leicht um 0,4 Prozent zu. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergab sich ein deutlicher realer Rückgang von 7,1 Prozent und ein nominales Plus von 0,7 Prozent.

Die Dynamik der Neuzulassungen von Pkw insgesamt hat sich im Juni im Vormonatsvergleich mit 0,2 Prozent verlangsamt. Im Vorjahresvergleich legten sie hingegen kräftig zu und auch im Dreimonatsvergleich war weiterhin ein spürbarer Anstieg von 1,4 Prozent zu verzeichnen. Während sich der Absatz von Diesel- und Benzin-Pkw deutlich reduzierte, nahm die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Hybrid-PKW weiter kräftig zu. Vor dem Hintergrund des Förderprogramms für Elektroautos nahmen vor allem die Neuzulassungen durch Privatpersonen gegenüber Juni 2025 dynamisch zu (+28,6 Prozent). Im Vormonats- und Dreimonatsvergleich belief sich der Zuwachs auf 2,1 bzw. 11,1 Prozent. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen waren gegenüber dem Vorjahresmonat zwar deutlich im Plus (+9,3 Prozent), nahmen gegenüber Mai jedoch spürbar ab (-0,9 Prozent) und stagnierten im Dreimonatsvergleich.

Nach starken Rückgängen infolge des Konflikts im Nahen Osten haben sich die Frühindikatoren für die Entwicklung des privaten Konsums mit Beginn der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung der Auseinandersetzung stabilisiert, zeichnen jedoch weiterhin ein gedämpftes Bild. Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Juli mit einer geringfügigen Zunahme um 0,5 Zähler auf -29,2 Punkte auf niedrigem Niveau stabilisieren. Positiv wirkte sich der leichte Anstieg der Einkommenserwartungen im Juni aus, die schon im Vormonat Mai deutlich zugelegt hatten. Die Anschaffungsneigung nahm minimal ab und die Sparneigung blieb unverändert. Das HDE-Konsumbarometer legte im Juni zwar erneut zu, liegt aber weiterhin deutlich unter Vorjahresniveau. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (einschließlich Kfz) stieg im Juni um 4,8 Zähler auf -32,4 Punkte. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Geschäftslage wurden positiver beurteilt. Die Verkaufspreiserwartungen stiegen wieder an, blieben aber hinter dem Aprilwert zurück, der mit 44,5 Punkten einen 3-Jahres-Höchststand markiert hatte. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand weiter stabilisiert, bleibt aber fragil und bewegt sich auf niedrigem Niveau. Trotz insgesamt leichter Aufhellung deuten die Frühindikatoren weiterhin keine Belebung der Konsumentwicklung im zweiten Quartal 2026 an. Insbesondere die schwierigen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran und die nach wie vor kritische Lage im Nahen Osten mit ihren weltwirtschaftlichen Folgen dürften dafür sorgen, dass die Unsicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher hoch bleibt. Positiv dürften sich dagegen die sinkenden Rohölpreise und die damit zusammenhängenden rückläufigen Inflationserwartungen auswirken.

Inflation lässt im Mai etwas nach

Die Inflationsrate ist im Juni auf +2,3 % gefallen, nach +2,6 % im Mai. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) blieb mit +2,5 % unverändert erhöht. Energie- und Nahrungsmittelpreissteigerungen trugen nur geringfügig zur Inflation bei. Der Preisdruck dürfte nur langsam weiter nachlassen. Die ifo-Preiserwartungen sind zuletzt deutlich gestiegen. Insbesondere im Einzelhandel, aber auch im Verarbeitenden Gewerbe und bei Dienstleistungen planen die Unternehmen laut ifo deutlich mehr Preissteigerungen als Preissenkungen. Zudem dürfte das Auslaufen der Energiesteuersatzsenkung auf Benzin und Diesel zu Ende Juni die Inflation wieder etwas antreiben.

Arbeitsmarkt startet schwunglos in die Sommermonate

Der Stellenabbau setzte sich zuletzt mit leicht verringerter Dynamik fort. Die saisonbereinigte Erwerbstätigkeit hat im Mai um achttausend Personen abgenommen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im April einen Rückgang um fünftausend Personen. Die Zahl der Arbeitslosen bewegte sich im Juni mit Minus eintausend in etwa auf Vormonatsniveau. Gleichzeitig nahm die Unterbeschäftigung um achttausend Personen ab. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ging im April leicht zurück und liegt mit 133 Tausend Personen voraussichtlich um etwa 100 Tausend unterhalb ihres Vorjahresniveaus. Die Anzeigen von Kurzarbeit dürften nach vorläufigen Meldungen im Juni in etwa auf Vormonatsniveau verharren. Die Folgen des anhaltenden Konflikts in Nahen Osten machen sich damit auf dem Arbeitsmarkt bisher nicht unmittelbar bemerkbar.

Die Frühindikatoren am Arbeitsmarkt bleiben zu Beginn des dritten Quartals schwach. Insbesondere die Beschäftigungsaussichten im Handel und im Dienstleistungssektor haben sich abermals eingetrübt. Die Zahl der bei der Bundesagentur gemeldeten Stellen hat sich im Vorjahresvergleich zwar stabilisiert, die Zugänge an neuen Stellen fallen jedoch weiterhin sehr gering aus. Neben der schwachen Arbeitskräftenachfrage und hoher geopolitischer Unsicherheit prägen strukturelle Anpassungsprozesse infolge der zunehmenden Bedeutung künstlicher Intelligenz und den Folgen des demografischen Wandels die Arbeitsmarktentwicklung. Auch wenn sich die Dynamik von Beschäftigungsverlusten und Arbeitslosigkeit zuletzt verringert hat, deutet sich noch keine Verbesserung der Perspektiven am Arbeitsmarkt an.

Unternehmensinsolvenzen weiterhin auf hohem Niveau

Laut amtlicher Statistik wurden seit Mai 2025 bis April 2026 insgesamt 24.599 Unternehmensinsolvenzen gemeldet (Anstieg um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Im April 2026 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent auf 2.276 Fälle gesunken; verglichen mit April 2025 ist sie um 7,1 Prozent gestiegen.

Dem um zwei Monate aktuelleren IWH-Insolvenztrend zufolge wurden seit Juli 2025 bis Juni 2026 18.368 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gemeldet (Anstieg um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Es lag ein Anstieg von 12,1 Prozent auf 1.702 Fälle gegenüber dem Vormonat, sowie ein Anstieg von 20,3 Prozent gegenüber Juni 2025 vor. Das IWH kommt für den Monat Juni zu dem Ergebnis, dass die Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau liegen und geht auf der Basis eigener Frühindikatoren davon aus, dass für das dritte Quartal 2026 weiterhin mit höheren Insolvenzzahlen als im Vorjahr zu rechnen ist.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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Großhandelspreise im Juni 2026: +4,9 % gegenüber Juni 2025

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Juni 2026 um 4,9 % höher als im Juni 2025. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Großhandelspreise im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 hingegen um 0,7 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.07.2026

Großhandelsverkaufspreise, Juni 2026
+4,9 % zum Vorjahresmonat
-0,7 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Juni 2026 um 4,9 % höher als im Juni 2025. Im Mai 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +5,9 % gelegen, im April 2026 bei +6,3 %. Ausschlaggebend für den Preisanstieg im Juni 2026 waren die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, in deren Folge sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe erhöhten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Großhandelspreise im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 hingegen um 0,7 %.

Deutliche Preisanstiege bei Mineralölerzeugnissen sowie Nicht-Eisen-Erzen, -Metallen und -Metallhalbzeug

Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im Juni 2026 der Preisanstieg bei Mineralölerzeugnissen. Die Preise lagen hier im Durchschnitt 21,7 % über denen von Juni 2025. Gegenüber dem Vormonat Mai 2026 fielen sie um 6,8 %.

Ebenfalls bedeutend für die Entwicklung im Vorjahresvergleich war der Preisanstieg im Großhandel mit Nicht-Eisen-Erzen, -Metallen und -Metallhalbzeug (+31,0 % gegenüber Juni 2025, aber -2,7 % gegenüber Mai 2026). Zudem stiegen unter anderem die Preise im Großhandel für chemische Erzeugnisse gegenüber Juni 2025 um 14,9 % (+0,5 % gegenüber Mai 2026). Eisen, Stahl und Halbzeug daraus waren auf Großhandelsebene 8,2 % teurer als im Vorjahresmonat (+0,5 % gegenüber Mai 2026).

Preisrückgänge im Juni 2026 gab es dagegen insbesondere im Großhandel mit lebenden Tieren (-16,0 % gegenüber Juni 2025 und -3,9 % gegenüber Mai 2026). Niedrigere Preise als im Vorjahresmonat wurden auf Großhandelsebene im Schnitt auch bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen (-10,0 % gegenüber Juni 2025 und -3,7 % gegenüber Mai 2026) sowie bei Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (-8,5 % gegenüber Juni 2025 und -0,8 % gegenüber Mai 2026) bezahlt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Unternehmensinsolvenzen im April 2026: +7,1 % gegenüber April 2025

Im April 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 2.276 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 7,1 % mehr als im Vorjahresmonat.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.07.2026

  • Verbraucherinsolvenzen April 2026: +2,5 % gegenüber April 2025
  • Januar bis April 2026: 6,7 % mehr Unternehmensinsolvenzen und 5,1 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im Vorjahreszeitraum

Im April 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 2.276 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 7,1 % mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

Januar bis April 2026: 6,7 % mehr Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahreszeitraum

Von Januar bis April 2026 wurden 8.551 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das waren 6,7 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Forderungen der Gläubiger aus den von Januar bis April 2026 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 13,9 Milliarden Euro. Von Januar bis April 2025 hatten die Forderungen bei rund 22,5 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass von Januar bis April 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als von Januar bis April 2026.

Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es von Januar bis April 2026 insgesamt 24,1 Unternehmensinsolvenzen. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 43,9 Fällen je 10.000 Unternehmen. Danach folgte das Gastgewerbe mit 41,2 Fällen und das Baugewerbe mit 35,6 Insolvenzen.

Verbraucherinsolvenzen: +2,5 % im April 2026, +5,1 % von Januar bis April 2026

Im April 2026 gab es 6.488 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 2,5 % mehr als im Vorjahresmonat. Für Januar bis April 2026 wurden 26.167 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg von 5,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Inflationsrate im Juni 2026 bei +2,3 %

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag die Inflationsrate in Deutschland im Juni 2026 bei +2,3 %. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt erneut abgeschwächt, nachdem sie im Mai 2026 bei +2,6 % und im April 2026 bei +2,9 % gelegen hatte.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.07.2026

Teuerung der Energieprodukte hat sich erneut abgeschwächt

Verbraucherpreisindex, Juni 2026:
+2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,3 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Juni 2026:
+2,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Juni 2026 bei +2,3 %. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt erneut abgeschwächt, nachdem sie im Mai 2026 bei +2,6 % und im April 2026 bei +2,9 % gelegen hatte. „Die Energiepreise verteuerten sich infolge des Iran-Kriegs weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit ein zentraler Preistreiber. Jedoch fiel die Teuerung bei den Energieprodukten weniger stark aus als im Vormonat, wodurch die Inflationsrate gedämpft wurde“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). „Vor allem die Preise für Kraftstoffe und leichtes Heizöl sind gegenüber Mai 2026 gesunken. Verbraucherfreundlich war auch der leichte Rückgang der Nahrungsmittelpreise gegenüber dem Vormonat“, so Brand. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2026 sanken die Verbraucherpreise insgesamt im Juni 2026 um 0,3 %.

Energieprodukte verteuerten sich um 3,4 % gegenüber Juni 2025

Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im Juni 2026 um 3,4 % höher als im Juni 2025. Damit hat sich die Teuerung der Energiepreise im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat erneut abgeschwächt (Mai 2026: +6,6 %; April 2026: +10,1 %). Ein Grund für die geringere Preiserhöhung dürfte neben der Rohölmarktentwicklung die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe gewesen sein, die bereits am 1. Mai 2026 in Kraft trat und bis zum 30. Juni 2026 galt. Kraftstoffe verteuerten sich im Juni 2026 binnen Jahresfrist um 11,3 % und damit weniger stark als in den Vormonaten (Mai 2026: +18,0 %; April 2026: +26,2 %).

Leichtes Heizöl, ein Teil der Haushaltsenergie, verteuerte sich im Juni 2026 binnen Jahresfrist infolge der Rohölmarktentwicklung noch deutlich mit +29,4 % (Mai 2026: +47,9 %). Trotz dieses Anstiegs war Haushaltsenergie insgesamt mit -1,6 % günstiger als im Vorjahresmonat, da leichtes Heizöl nur einen geringen Anteil an den Konsumausgaben für Haushaltsenergie hat. Darüber hinaus verbilligte sich Strom um 5,2 %, Erdgas einschließlich Betriebskosten um 2,9 % und Fernwärme um 0,9 %. Diese rückläufigen Preisentwicklungen sind unter anderem auf die bereits seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist mit +0,4 % unterdurchschnittlich

Die Preise für Nahrungsmittel waren im Juni 2026 um 0,4 % höher als im Vorjahresmonat. Teurer binnen Jahresfrist waren vor allem Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+4,8 %), Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+3,3 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+2,4 %). Günstiger wurden hingegen Speisefette und Speiseöle (-14,7 %) sowie Molkereiprodukte (-6,2 %). Im Einzelnen standen auffälligen Preisrückgängen zum Beispiel bei Butter (-29,1 %) und Kartoffeln (-8,8 %) auch nennenswerte Preisanstiege unter anderem für Eier (+14,6 %) gegenüber.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,5 %

Im Juni 2026 betrug die Inflationsrate ohne Energie +2,2 % und die Inflationsrate ohne Heizöl und Kraftstoffe +1,9 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im Juni 2026 bei +2,5 % und damit über der Gesamtteuerung.

Waren verteuerten sich gegenüber Juni 2025 um 1,7 %

Die Preise für Waren lagen im Juni 2026 insgesamt um 1,7 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Verbrauchsgüter verteuerten sich dabei um 2,0 % und Gebrauchsgüter um 0,9 %. Teurer wurden neben Energieprodukten (+3,4 %) und Nahrungsmitteln (+0,4 %) beispielsweise Informationsverarbeitungsgeräte (+9,6 %), Tabakwaren (+5,8 %) sowie Kaffee und Ähnliches (+5,6 %). Preisrückgänge gab es hingegen unter anderem bei Haushaltsgeräten (-2,2 %) und Geräten der Unterhaltungselektronik (-4,0 %).

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist mit +3,1 % überdurchschnittlich

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Juni 2026 um 3,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit lag die Teuerung für Dienstleistungen erneut über der Gesamtteuerung. Besonders stark verteuerten sich im Vorjahresvergleich unter anderem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,8 %), Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,8 %) sowie Friseurleistungen und andere Dienstleistungen für die Körperpflege (+4,2 %). Auch Pauschalreisen (+3,9 %), Wasserversorgung und andere Dienstleistungen für die Wohnung (+3,3 %) sowie Gaststättendienstleistungen (+2,9 %) waren im Juni 2026 deutlich teurer als ein Jahr zuvor. Bedeutsam für die Preisentwicklung insgesamt blieben im Juni 2026 die Nettokaltmieten mit +1,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen blieben im Vorjahresvergleich nahezu unverändert (+0,1 %). 

Preise insgesamt sanken gegenüber dem Vormonat um 0,3 %, Energie um 3,0 %

Gegenüber Mai 2026 sank der Verbraucherpreisindex insgesamt im Juni 2026 um 0,3 %. Die Energiepreise sanken binnen Monatsfrist um 3,0 %, hauptsächlich aufgrund des Preisrückgangs bei Kraftstoffen (-5,8 %, darunter Dieselkraftstoff: -7,9 %) und leichtem Heizöl (-9,5 %). Zudem gingen die Preise für Nahrungsmittel insgesamt um 0,5 % zurück, wobei Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem von niedrigeren Preisen für frisches Obst (-4,0 %) und frisches Gemüse (-2,7 %) profitieren konnten. Günstiger wurden unter anderem Bekleidungsartikel (-1,7 %), deutlich teurer hingegen zum Beispiel Pauschalreisen (+6,1 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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