In 3 von 4 Büros wird noch gefaxt

Schreibmaschine, Rohrpost oder Diskette – einiges von dem, was mal als modernster Bürostandard galt, gehört heute längst der Vergangenheit an. Ein Urgestein der Bürokommunikation aber hält sich trotz Alternativen hartnäckig – das Faxgerät. In drei Viertel (77 Prozent) der deutschen Unternehmen kommt das Fax noch immer zum Einsatz. Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) nutzt es lt. Bitkom sogar noch häufig oder sehr häufig.

Bitkom, Pressemitteilung vom 17.06.2024

  • Ein Viertel der Unternehmen faxt sogar noch häufig oder sehr häufig
  • Faxnutzung langsam rückläufig
  • Hintergrund ist vor allem die Kommunikation mit Behörden

Schreibmaschine, Rohrpost oder Diskette – einiges von dem, was mal als modernster Bürostandard galt, gehört heute längst der Vergangenheit an. Ein Urgestein der Bürokommunikation aber hält sich trotz Alternativen hartnäckig – das Faxgerät. In drei Viertel (77 Prozent) der deutschen Unternehmen kommt das Fax noch immer zum Einsatz. Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) nutzt es sogar noch häufig oder sehr häufig. Das sind Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 604 Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigen repräsentativ befragt wurden.

Insgesamt geht die Faxnutzung damit zumindest langsam zurück: 2023 faxten insgesamt noch 82 Prozent der Unternehmen. 2022 waren es noch 88 Prozent, 2020 noch 92 Prozent und 2018 sogar noch 95 Prozent. Auch die intensive Faxnutzung nimmt demnach ab: 2018 war der Anteil derer, die häufig oder sehr häuf Faxe verschickten mit 49 Prozent etwa doppelt so hoch als in diesem Jahr. „Zwar ist die Faxnutzung in deutschen Unternehmen seit Jahren rückläufig, trotzdem geht der Wandel erstaunlich langsam vonstatten – gerade, wenn man bedenkt, dass es längst komfortablere und sichere Wege gibt“, so Daniil Heinze, Referent Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom.

Die Gründe: Behördenkommunikation, Sicherheit, Gewohnheit

Die Gründe, warum die Unternehmen noch immer am Fax festhalten, sind vielfältig. 56 Prozent der Unternehmen, die noch faxen, geben an, dies sei in der Kommunikation mit Behörden unumgänglich. 43 Prozent faxen, weil es sicherer als der Postweg sei und 35 Prozent halten daran fest, weil sie gut funktionierende und etablierte Faxprozesse haben. Jeweils 27 Prozent faxen aus Gewohnheit beziehungsweise, weil sie in der Regel ein Zustellungsnachweis benötigen. Heinze: „Alternativen zum Fax sind zum Beispiel die digitale Signatur, der EDI-Standard oder spezielle E-Mail-Formate, die auch rechtssichere Zustellnachweise bieten. Damit diese effizienteren und sichereren Alternativen lange etablierte Faxprozesse ablösen, braucht es die Bereitschaft auf allen Seiten, bestehende Lösungen zu hinterfragen und sich auch neues digitales Knowhow anzueignen.“

25 Prozent der Unternehmen, die faxen, tun dies, um den Anforderungen ihrer Kundschaft gerecht zu werden. 10 Prozent faxen, um rechtliche Vorgaben zu erfüllen. 7 Prozent nutzen das Fax, weil sie meinen, es sei sicherer als digitale Kommunikation und bei 6 Prozent dient das Fax als Backup, wenn digitale Systeme ausfallen. Heinze: „Insbesondere bei der Verschlüsselung von Daten haben die digitalen Kanäle dem klassischen Fax einiges voraus. Digitale Faxgeräte kombinieren dies und übertragen die Daten mit speziellen Faxprotokollen über das Internet statt wie ursprünglich über Telefonleitungen. Im Vergleich zu einer Standard-E-Mail bietet das digitale Fax häufig eine automatische Empfangsbestätigung, ist weniger fälschungsanfällig und eignet sich auch für rechtsichere Kommunikation.“

Trotz digitalem Fax: In den meisten Unternehmen kommt es sogar noch per Ausdruck an

72 Prozent der Unternehmen, die faxen, nutzen diesen modernen Fax-Standard, bei der das Fax beispielsweise als Bilddatei versandt wird. Ein Viertel (24 Prozent) setzt sogar ausschließlich darauf. 18 Prozent der faxenden Unternehmen setzen hingegen nur auf den älteren Standard, bei der das Fax noch klassisch über Telefonleitung und mit Ausdruck versandt wird. Insgesamt setzen noch 66 Prozent der faxenden Unternehmen (auch) auf den älteren Standard.

Quelle: Bitkom

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Beantragte Regelinsolvenzen im Mai 2024: +25,9 % zum Vorjahresmonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai 2024 um 25,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im April 2024 hatte sie um 28,5 % gegenüber April 2023 zugenommen. Seit Juni 2023 sind damit durchgängig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu beobachten.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.06.2024

  • 26,5 % mehr Unternehmensinsolvenzen im 1. Quartal 2024 als im 1. Quartal 2023
  • 4,8 % mehr Verbraucherinsolvenzen im 1. Quartal 2024 als im 1. Quartal 2023

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2024 um 25,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im April 2024 hatte sie um 28,5 % gegenüber April 2023 zugenommen. Seit Juni 2023 sind damit durchgängig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu beobachten. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor. Die Insolvenzstatistik bildet nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen, nicht jedoch solche aus anderen Gründen beziehungsweise vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten. Diese und weitere Hinweise sind bei der Interpretation der Insolvenzstatistiken zu beachten.

Zahl der Unternehmensinsolvenzen im 1. Quartal 2024 gegenüber dem 1. Quartal 2023 um gut ein Viertel gestiegen

Im 1. Quartal 2024 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 5.209 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 26,5 % mehr als im 1. Quartal 2023, und 11,2 % mehr als im 1. Quartal 2020 (4.683 beantragte Unternehmensinsolvenzen), dem entsprechenden Vergleichsquartal vor dem von Sonderregelungen und niedrigen Insolvenzzahlen geprägten Zeitraum der Corona-Krise.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im 1. Quartal 2024 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 11,3 Milliarden Euro. Im 1. Quartal 2023 hatten die Forderungen bei rund 6,7 Milliarden Euro gelegen.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im 1. Quartal 2024 in Deutschland insgesamt 15,2 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 29,6 Fällen. Danach folgten das Baugewerbe mit 23,5 Fällen, die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen) mit 23,0 Fällen sowie das Verarbeitende Gewerbe mit 20,3 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

4,8 % mehr Verbraucherinsolvenzen im 1. Quartal 2024 als im Vorjahresquartal

Im 1. Quartal 2024 gab es 17.478 Verbraucherinsolvenzen. Damit stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 4,8 % gegenüber dem 1. Quartal 2023.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Sommerprognose IfW Kiel: Etwas Licht am Ende des Konjunkturtunnels

In Deutschland setzt laut Sommerprognose des IfW Kiel eine moderate Konjunkturerholung ein. Im laufenden Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent zulegen (Frühjahrsprognose: 0,1 Prozent). Getragen wird die Erholung vor allem von den wieder anziehenden Exporten und dem Konsum. Eine hohe konjunkturelle Dynamik zeichnet sich jedoch nicht ab.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 13.06.2024

In Deutschland setzt laut Sommerprognose des IfW Kiel eine moderate Konjunkturerholung ein. Im laufenden Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent zulegen (Frühjahrsprognose: 0,1 Prozent). Getragen wird die Erholung vor allem von den wieder anziehenden Exporten und dem Konsum. Eine hohe konjunkturelle Dynamik zeichnet sich jedoch nicht ab. Für 2025 rechnet das IfW Kiel mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,1 Prozent (Frühjahrsprognose: 1,2 Prozent). Die Inflationsrate dürfte sich bei etwa 2 Prozent einpendeln, der Arbeitsmarkt zeigt sich weitgehend robust.

„Es gibt Licht am Ende des Konjunkturtunnels. Die Zeichen mehren sich, dass sich die deutsche Wirtschaft aus der Rezession befreien kann. Eine wichtige Weichenstellung ist dabei die von der Europäischen Zentralbank (EZB) eingeläutete Zinswende“, sagt Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel.

Im Juni hatte die EZB die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte reduziert – zu erwarten sind im Jahresverlauf zwei weitere Zinssenkungen um jeweils weitere 0,25 Prozentpunkte. Die Leitzinssenkungen verbessern die Finanzierungsbedingungen sowohl für Unternehmen als auch für private Konsumenten, so dass die restriktive Wirkung der Geldpolitik nachlässt.

„Das Konjunkturbild einer mühsamen Erholung gewinnt an Konturen. Nach dem Auslandsgeschäft dürfte im weiteren Jahresverlauf auch der heimische Konsum anspringen. Unternehmensinvestitionen und Wohnbau bleiben aber vorerst schwach. Der jetzt einsetzende Aufschwung kommt insgesamt mit wenig Dynamik in Gang, ähnlich wie ein Fußballteam, das sich nach einer langen Abwehrschlacht mühsam nach vorne kämpft“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des IfW Kiel.

  • Deutsche Wirtschaft im Sommer 2024: Erholung kommt mühsam in Gang
  • Weltwirtschaft im Sommer 2024: Konjunkturgefälle nimmt ab

Die jahresdurchschnittlichen Veränderungsraten des Bruttoinlandsproduktes täuschen über die unterjährige Expansionsdynamik hinweg, die in den Verlaufsraten von 1 Prozent (2024) und 1,2 Prozent (2025) klarer zum Ausdruck kommt. Diese liegen oberhalb des Potenzialwachstums, das im Prognosezeitraum auf jährlich knapp 0,5 Prozent veranschlagt wird. Demnach nimmt die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung zu, womit die Rezession überwunden wird und eine moderate Erholung einsetzt

Moderate weltwirtschaftliche Expansion

Das Exportgeschäft wird angesichts der moderat expandierenden Wirtschaftsleistung in den Abnehmerländern und dem wieder anziehenden Welthandel voraussichtlich aufwärtsgerichtet bleiben. Alles in allem werden die Exporte im laufenden Jahr um 0,6 Prozent und im Jahr 2025 um 2,6 Prozent steigen, nachdem sie im Jahr 2023 noch gesunken waren.

Insgesamt verringern sich die konjunkturellen Unterschiede in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften: Während in den USA die konjunkturelle Dynamik etwas nachlässt, belebt sich die Wirtschaft in Europa spürbar, und auch China verzeichnete Produktionszuwächse. Die moderate weltwirtschaftliche Expansion dürfte sich fortsetzen, die Weltproduktion dürfte in diesem und im kommenden Jahr um 3,2 Prozent steigen. Dabei kurbeln steigende Reallöhne in Europa den privaten Konsum an. Im nächsten Jahr wird die gelockerte Geldpolitik spürbar. Geopolitische Risiken, insbesondere im Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen, könnten die weltwirtschaftliche Aktivität beeinträchtigen. Eine Zuspitzung von Handelskonflikten würde die weltwirtschaftliche Aktivität belasten.

Hohe Lohnzuwächse und robuster Arbeitsmarkt schieben privaten Konsum an

Nach dem kräftigen Einbruch der Reallöhne im Jahr 2022 und nur geringen Zuwächsen im vergangenen Jahr, ziehen sie im laufenden Jahr mit 3,4 Prozent so kräftig an wie seit über 30 Jahren nicht mehr und liegen nunmehr leicht über dem Niveau des Jahres 2019. Für das kommende Jahr zeichnet sich für die Erwerbstätigkeit eine Seitwärtsbewegung ab, wobei der demografisch bedingten Angebotsverknappung noch konjunkturelle Auftriebskräfte entgegenwirken. Im Zuge der Erholung sinkt die Arbeitslosigkeit von 5,9 Prozent (2024) auf 5,8 Prozent (2025), nach 5,7 Prozent im vergangenen Jahr. Insgesamt stützt die Entwicklung am Arbeitsmarkt die Masseneinkommen und in der Folge auch den privaten Konsum, für den nach dem Rückgang um 0,7 Prozent im Vorjahr wieder deutliche Zuwächse um 0,6 Prozent (2024) und 1,2 Prozent (2025) erwartet werden.

Investitionen bleiben vorerst gedämpft

Die Bauaktivität ist weiterhin schwach. Der Anstieg im ersten Quartal war vor allem der Witterung geschuldet. Auf den Unternehmensinvestitionen lastet weiterhin eine erhöhte Politikunsicherheit. Von den Investitionen dürften erst im kommenden Jahr expansive Impulse ausgehen, wenn sich das Geschäftsklima der Unternehmen bessert und die Bauinvestitionen angesichts der wieder etwas günstigeren Finanzierungsbedingungen etwas beleben.

Einnahmeseitige Konsolidierung der Staatsfinanzen

Die Ausgaben der Gebietskörperschaften werden im Prognosezeitraum spürbar langsamer zulegen als zuletzt, jedoch wird dies durch die Mehrausgaben der Sozialversicherungen über-kompensiert. Daher nimmt die gesamtstaatliche Ausgabenquote trotz erster Einsparansätze weiter zu und erreicht im Jahr 2025 einen Wert von 49,5 Prozent. Die Konsolidierung erfolgt in der Summe über die Einnahmeseite, für die sich Zuwächse von 5,3 Prozent (2024) und 4,7 Prozent (2025) abzeichnen. In Relation zur Wirtschaftsleistung sinkt das staatliche Finanzierungsdefizit von 2,4 Prozent im Vorjahr auf 1,7 Prozent und 1,2 Prozent in den beiden Prognosejahren.

Quelle: IfW Kiel

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IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsrisiko nimmt weiter ab

Die Aussichten für die Konjunktur in Deutschland hellen sich weiter langsam auf und ab der Jahresmitte ist eine etwas beschleunigte Erholung absehbar. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 13.06.2024

Leichte Aufhellung für kommende drei Monate

Die Aussichten für die Konjunktur in Deutschland hellen sich weiter langsam auf und ab der Jahresmitte ist eine etwas beschleunigte Erholung absehbar. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in den nächsten drei Monaten eine Rezession durchläuft, ist dementsprechend in den letzten Wochen erneut leicht gesunken, nachdem sie bereits im April und im Mai zurückgegangen war. Für den Zeitraum von Juni bis Ende August weist der Indikator, der die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt, eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 39,5 Prozent aus. Anfang Mai betrug sie für die folgenden drei Monate noch 45,6 Prozent. Auch die statistische Streuung im Indikator, in der sich die Verunsicherung der Wirtschaftsakteure ausdrückt, ist geringfügig gesunken. Die Verbesserung ist zwar noch nicht so tiefgreifend, dass das nach dem Ampelsystem arbeitende Konjunktur-Frühwarninstrument auf eine günstigere Phase schaltet. Der Indikator zeigt wie in den beiden Vormonaten „gelb-rot“, was eine erhöhte konjunkturelle Unsicherheit signalisiert. Zwischen Juni 2023 und März 2024 hatte die Konjunkturampel aber noch durchgängig auf „rot“ gestanden und damit eine akute Rezessionsgefahr angezeigt.

Der aktuelle leichte Rückgang des Rezessionsrisikos beruht im Wesentlichen darauf, dass sich Stimmungsindikatoren wie der ifo-Index sowie verschiedene Finanzmarktindikatoren günstiger darstellen. Dazu zählen die Aktienkurse und ein zuletzt geringerer Unterschied bei den Zinssätzen für Unternehmens- und Staatsanleihen, was für günstigere Finanzierungsbedingungen von Unternehmen spricht. Leicht gesunken ist auch der „Finanzmarktstress“, den das IMK auf Basis eines breiten Kranzes von Finanzmarktindikatoren ermittelt. Dagegen sorgt eine zuletzt verhaltene Entwicklung bei industriellen Produktionsdaten und Auftragseingängen, insbesondere aus dem Inland, dafür, dass die Rezessionswahrscheinlichkeit nicht noch weiter zurückgegangen ist. Allerdings sehen die Konjunkturfachleute des IMK jenseits der kurzfristigen Monatswerte eine positive Grunddynamik in verschiedenen Industriebranchen, unter anderem durch den wieder anziehenden Export. Dazu gehören auch der Maschinen- und Anlagenbau und die energieintensive Chemieindustrie, deren Auftragslage sich mittlerweile stabilisiert habe.

„Die aktuellen Indikatorergebnisse deuten auf eine sich langsam kräftigende Erholung der Konjunktur ab der Jahresmitte“, fasst IMK-Konjunkturexperte Dr. Thomas Theobald das aktuelle Konjunkturbild zusammen. „Tragende Säule des Wachstums dürfte neben dem Export der private Verbrauch werden, der von dynamischem Lohnwachstum bei inzwischen abgeflachter Inflation angeregt wird.“

Seine neue Konjunkturprognose für das laufende und das kommende Jahr stellt das IMK am 20. Juni vor.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2024

Nach der wirtschaftlichen Belebung zu Jahresbeginn, die mithin auf witterungs- und nachholbedingte Sondereffekte zurückzuführen gewesen sein dürfte, geben lt. BMWK die ersten Indikatoren für das zweite Quartal derzeit noch ein uneinheitliches Bild für die weitere konjunkturelle Entwicklung.

BMWK, Pressemitteilung vom 13.06.2024

  • Aktuelle Indikatoren zeichnen noch ein verhaltenes Bild der deutschen Wirtschaft zu Beginn des Sommers: Die spürbare Aufhellung der Stimmungsindikatoren in der Industrie, im Bau und auch bei den Dienstleistern und die verbesserten Rahmenbedingungen spiegeln sich erst schrittweise in den realen Daten wider. Kurzfristig dämpfenden Faktoren in der Industrie infolge der schwachen Auslandsnachfrage und Produktionsstörungen aufgrund des Hochwassers in Bayern und Baden- Württemberg stehen temporär stützende Impulse bei konsumnahen Dienstleistungen im Zuge der Fußball-Europameisterschaft gegenüber.
  • Die Produktion im Produzierenden Gewerbe zeigt noch keine nachhaltige Belebung. Im April stagnierte sie gegenüber dem Vormonat mit einem Rückgang um 0,1 % nahezu. Während die Bauproduktion im April erneut deutlich um 2,1 % zurückging, lag die Ausbringung in der Industrie mit +0,2 % leicht im Plus. Die Energieproduktion wurde nach den vorherigen Rückgängen sogar um 1,6 % ausgeweitet. In den besonders energieintensiven Industriezweigen lag die Herstellung im April mit 0,9 % im Minus. Im Zweimonatsvergleich ergaben sich in der Industrie (+0,6 %), bei den Investitionsgüterproduzenten (+1,2 %) und besonders in den energieintensiven Wirtschaftszweigen (+1,5 %) aber weiterhin Produktionsausweitungen.
  • Der Einzelhandel tendierte im April etwas schwächer. Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind ggü. dem Vormonat geringfügig um 0,2 % gesunken. Gegenüber April 2023 meldete der Einzelhandel ein leichtes reales Umsatzplus von 0,3 % (März: +1,1 %). Insgesamt mehren sich bei den Frühindikatoren die Anzeichen für eine Erholung, wenn auch ausgehend von niedrigem Niveau.
  • Die Inflationsrate stieg im Mai leicht auf 2,4 %. Ursächlich für den Anstieg ist vor allem ein Basiseffekt aus der Einführung des 49-Euro- Ticket im Mai 2023. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) verharrte bei 3,0 %. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,6 %. Die Energiepreise waren gegenüber dem Vorjahresmonat mit -1,1 % weiter rückläufig, sie sinken allerdings langsamer. Die fundamentalen Faktoren sprechen für ein insgesamt moderates Preisumfeld im weiteren Jahresverlauf.
  • Der Arbeitsmarkt ist im Mai weiterhin von der schwachen konjunkturellen Dynamik geprägt: Die Arbeitslosigkeit nahm saisonbereinigt um 25.000 Personen zu, die Erwerbstätigkeit stieg im April um 25.000 Personen. Wie schon zuletzt geht der Beschäftigungszuwachs vor allem auf die Dienstleistungsbereiche zurück, die den Stellenabbau bei konjunktursensiblen Industrien überkompensieren. Aktuelle Frühindikatoren geben gemischte Signale, die aber in der Summe auf eine Fortsetzung des bisherigen Trends hindeuten.
  • Gemäß IWH-Insolvenztrend sind die Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften im Mai um 7 % gegenüber dem Vormonat gefallen.

Konjunkturelle Erholung auf holprigem Pfad

Nach der wirtschaftlichen Belebung zu Jahresbeginn, die mithin auf witterungs- und nachholbedingte Sondereffekte zurückzuführen gewesen sein dürfte, geben die ersten Indikatoren für das zweite Quartal derzeit noch ein uneinheitliches Bild für die weitere konjunkturelle Entwicklung. Die spürbare Aufhellung der Stimmungsindikatoren seit Jahresanfang in der Industrie, im Bau und auch bei den Dienstleistern und die verbesserten Rahmenbedingungen spiegeln sich erst schrittweise in den „realen“ Wirtschaftsdaten wider.

Im Verarbeitenden Gewerbe tendierten die Auftragseingänge (einschließlich Großaufträge) bis zuletzt abwärts – wenn auch mit abnehmender Dynamik –, und die Zuwächse in der Produktion, die zu Jahresbeginn zu beobachten waren, setzten sich im März und April nicht weiter fort. Während die Bauproduktion, deren saisonale Entwicklung von der günstigen Witterung zu Jahresanfang geprägt war, im April erneut deutlich um 2,1 % zurückging, setzte die Industrie mit einem Plus von 0,2 % ihren Aufwärtstrend jedoch fort.

Die dramatische Lage in den vom Hochwasser betroffenen Regionen in Bayern und Baden-Württemberg führt wohl auch in einigen dort ansässigen Unternehmen zu temporären Produktionsstörungen und Kurzarbeit. Diese regionalen Einschränkungen dürften sich aber, wie ähnliche Ereignisse in der Vergangenheit zeigen, gesamtwirtschaftlich nicht in einer nachhaltigen Belastung niederschlagen. In der Regel können temporäre Produktionsausfälle relativ kurzfristig wieder aufgeholt werden, zumal wenn die Auftragslage tendenziell rückläufig ist und die Kapazitäten nicht voll ausgelastet sind. Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex als Frühindikator für die Produktion gab im Mai wieder etwas nach, weshalb von dem Verarbeitenden Gewerbe kurzfristig noch keine spürbaren Wachstumsimpulse zu erwarten sein dürften.

Die erwartete wirtschaftliche Erholung dürfte demnach vor allem von den konsumnahen Dienstleistungsbereichen ausgehen: Die Stimmung beim privaten Verbrauch, gemessen an dem ifo-Geschäftsklima im Handel, dem GfK-Konsumklima sowie dem HDE-Konsumbarometer, hellte sich bis zuletzt stetig auf. Die Reallöhne wiesen im ersten Quartal 2024 mit einem Zuwachs von 3,8 % gegenüber dem Vorjahresquartal den vierten Anstieg in Folge und das stärkste Reallohnwachstum im Vorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe 2008 auf. Vor allem für Geringverdiener war der Lohnanstieg deutlich überproportional, was neben den tariflichen Lohnsteigerungen auch auf die Auszahlungen der steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichsprämien, die dort ein relativ großes Gewicht ausmachen, zurückführen ist.

Dennoch entwickelten sich die Umsätze im Einzelhandel angesichts dieser günstigen Rahmenbedingungen zuletzt noch sehr verhalten. In den kommenden Monaten ist allerdings im Zuge der Fußball-Europameisterschaft mit einer temporären Belebung in den konsumnahen Wirtschaftsbereichen wie Einzelhandel, Gastronomie und Beherbergungsgewerbe zu rechnen – wenn auch nicht im vergleichbaren Ausmaß wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Damit es zu einer nachhaltigen gesamtwirtschaftlichen Belebung kommt, braucht es jedoch neben einer breiten Erholung der binnenwirtschaftlichen Nachfrage auch weitere, spürbare Impulse seitens der Außenwirtschaft.

Weltwirtschaftliche Aussichten hellen sich weiter auf

Im März hat die weltweite Industrieproduktion saisonbereinigt mit -0,3 % wieder etwas ggü. dem Vormonat nachgegeben, im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie aber nach wie vor mit 1,2 % im Plus. Für den weiteren Verlauf deuten Frühindikatoren eine Erholung der globalen Industriekonjunktur an. So ist der Stimmungsindikator von S&P Global im Mai recht deutlich um 1,3 Punkte auf 53,7 Punkte gestiegen. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe hat sich wieder etwas aufgehellt (von 50,3 auf 50,9 Punkte) und verfestigt sich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Besonders deutlich trug der Dienstleistungsbereich mit einer Steigerung von 52,7 auf 54,1 Punkte zum Anstieg des Gesamtindex bei. Auch für den Euroraum signalisieren jüngste Stimmungsindikatoren wie der Sentix-Indikator von Kapitalanlegern oder Umfragen unter Einkaufsmanagern, dass die wirtschaftliche Erholung im weiteren Jahresverlauf an Breite gewinnen dürfte. Denn durch das Ende des Abbaus überschüssiger Lager, besonders bei Zwischen- und Investitionsgütern, dürfte zunehmend wieder Rückenwind von der Industrie kommen.

Zusammen mit der begonnenen Lockerung der Geldpolitik und den daraus folgenden günstigeren Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte dürften davon die Nachfrage nach deutschen Produkten aus dem Ausland und der Welthandel profitieren.

Im März ging der globale Warenhandel saisonbereinigt zwar mit -0,6 % ggü. dem Vormonat wieder etwas zurück. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index hat im April aber leicht zugelegt, von 128,1 auf 128,8 Punkte, und damit seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Während der Containerumschlag in den chinesischen Häfen anstieg, kam es beim Nordrange Index nach dem starken Anstieg im Vormonat zu einem Rücksetzer. Dennoch weist der Index nach wie vor auf eine Erholung in der EU hin. Da sich der Containerumschlag insgesamt wieder nahe seinem langfristigen Trend befindet, dürfte der Welthandel die jüngsten Belastungen überwunden haben. Von der erwarteten Erholung des Welthandels dürften im weiteren Verlauf zunehmend auch Impulse für das deutsche Exportgeschäft ausgehen. Da sich die Nachfrage aus wichtigen Handelspartnerregionen wie der EU gemäß den Prognosen internationaler Organisationen aber erst verhalten aufhellt, ist auf den deutschen Absatzmärkten zunächst noch mit einer etwas geringeren Dynamik als beim Welthandel zu rechnen.

Warenhandel im April weiter aufwärtsgerichtet

Im April haben sich die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt mit +0,5 % weiter erholt. Insbesondere der Warenhandel mit Ländern außerhalb der EU expandierte, allen voran mit dem Vereinigten Königreich. Die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen nahmen mit +2,5 % ggü. März 2024 deutlich kräftiger zu, vor allem im Zuge deutlich gestiegener Dienstleistungsimporte (+4,1 %) und Warenlieferungen aus der EU (+4,3 %). Damit setzen zu Beginn des zweiten Quartals sowohl die Aus- als auch die Einfuhren ihre zur Jahreswende begonnene Erholung fort. Der monatliche Handelsbilanzüberschuss lag bei höherer Zunahme der Importe im Vergleich zu den Exporten mit 15,8 Mrd. Euro deutlich niedriger als im Vormonat (18,7 Mrd. Euro).

Bei den Außenhandelspreisen waren im Vormonatsvergleich insbesondere Preisanstiege für Güter des Verarbeitenden Gewerbes zu verzeichnen. Die Einfuhrpreise nahmen im April saisonbereinigt um 0,7 % ggü. dem Vormonat zu, auch weil sich Preise für Öl- und Gasimporte im Vormonatsvergleich verteuerten. Die Ausfuhrpreise zogen mit 0,4 % ebenfalls an. Damit haben sich die Terms of Trade im Vormonatsvergleich mit -0,3 % weiter verschlechtert. In realer Betrachtung dürften die Zuwächse also sowohl bei den Ausfuhren als auch bei den Einfuhren etwas schwächer ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren deuten eine weitere moderate Erholung des Auslandsgeschäfts an. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben sich im April ggü. dem Vormonat saisonbereinigt mit 0,1 % seitwärts bewegt, nachdem sie im März um 0,8 % expandiert hatten. Besonders aus dem Euroraum gingen mit -1,4 % weniger Bestellungen ein. Ohne Großaufträge aus dem Ausland lagen die Neuaufträge mit kräftigen 4,5 % im Plus. Die ifo Exporterwartungen lagen im Mai mit 0,3 Punkten erstmals seit April 2023 wieder im positiven Bereich. In wichtigen Exportbranchen wie dem Maschinenbau und dem Autosektor zeigt sich allerdings noch wenig Dynamik. Ihre Auftragsbestände aus dem Ausland beurteilen die vom ifo befragten Unternehmen im Mai insgesamt wieder besser als im Vormonat.

Insgesamt scheint sich die Erholung des deutschen Außenhandels zu festigen. Positive Signale vom Auslandsgeschäft in wichtigen Branchen wie der Chemie und aufwärtsgerichtete Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum stützen die Erwartung einer weiteren Zunahme der deutschen Exporte. Die Dynamik bleibt aber insgesamt verhalten und hohe geo- und handelspolitische Risiken bestehen fort.

Industrieproduktion im April leicht im Plus

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe stagnierte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im April mit einem Rückgang um 0,1 % gegenüber dem Vormonat nahezu. Bereits im März hatte sie nach den vorherigen deutlichen Zuwächsen etwas nachgegeben (-0,4 %). Während die Bauproduktion im April erneut deutlich um 2,1 % zurückging, lag die Ausbringung in der Industrie mit +0,2 % leicht im Plus. Die Energieproduktion wurde nach den vorherigen Rückgängen spürbar um 1,6 % ausgeweitet.

Innerhalb der Industrie war im April in mehreren Wirtschaftszweigen eine schwächere Entwicklung zu beobachten: Während die Produktion in den Bereichen Kfz/Kfz-Teile mit +4,2 % kräftig expandierte, wurde sie bei pharmazeutischen Erzeugnissen (-1,6 %), elektrischen Ausrüstungen (-0,8 %), Metallerzeugnissen (-1,0 %) und im Maschinenbau (-0,5 %) gedrosselt. Auch in den besonders energieintensiven Industriezweigen lag die Herstellung im April mit 0,9 % im Minus. Die Zuwächse in den Bereichen Kokerei und Mineralölverarbeitung (+4,2 %) oder Papier und Pappe (+1,1 %) reichten nicht aus, um die Produktionsrückgänge bei den gewichtigen chemischen Erzeugnissen (- 1,8 %) oder im Bereich Glas, Glaswaren und Keramik (-1,9 %) auszugleichen.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich ergaben sich in der Industrie (+0,6 %), bei den Investitionsgüterproduzenten (+1,2 %) und besonders in den energieintensiven Wirtschaftszweigen (+1,5 %) aber weiterhin Produktionsausweitungen. Im Baugewerbe dämpfte dagegen die günstige Witterung zu Jahresbeginn die saisonübliche Erholung, sodass es im Zweimonatsvergleich zu einem Rückgang um 0,5 % kam.

Die Auftragseingänge sind im April gegenüber dem Vormonat leicht gesunken (-0,2 %). Damit setzt sich der seit Jahresbeginn anhaltende Negativtrend – wenn auch deutlich abgeschwächt – fort. Im März war es noch zu einem Rückgang um revidiert 0,8 % gekommen. Eine geringere Nachfrage war vor allem aus dem Inland zu verzeichnen (-0,3 %), während die Aufträge aus dem Ausland stagnierten (-0,1 %). Dabei stand einem Orderminus aus dem Euro-Raum (-1,4 %) ein Orderplus aus dem Nicht-Euroraum (+0,6 %) gegenüber.

Erneut verlief die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes sehr uneinheitlich: Deutlich weniger Bestellungen verbuchten Hersteller von sonstigen Fahrzeugen (-15,4 %), die in der Vergangenheit sehr stark von Großaufträgen gekennzeichnet waren, sowie von Daten-, elektrischen und optischen Geräten (-5,1 %) und elektrischen Ausrüstungen (-4,1 %). Dem gegenüber ergaben sich spürbare Orderzuwächse in den Bereichen Textilien (+10,9 %), Kfz und -teile (+4,1 %) und Metallerzeugung (+3,3 %).

Trotz des erneuten Rückgangs der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zeigt der um Großaufträge bereinigte Wert im April ein kräftiges Plus von 2,9 %. Vor allem Großaufträge aus dem europäischen Ausland haben zuletzt zu hohen monatlichen Schwankungen geführt. Für den weiteren Jahresverlauf deuten Stimmungsindikatoren wie das ifo Geschäftsklima und Einkaufsmanagerindizes eine allmähliche Belebung der binnen- und außenwirtschaftlichen Nachfrage an, die auch zu einer Trendumkehr bei den Auftragseingängen führen dürfte.

Leichte Umsatzeinbußen trotz aufhellender Stimmung

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im April ggü. dem Vormonat geringfügig um 0,2 % gesunken. Gegenüber April 2023 meldete der Einzelhandel ein leichtes reales Umsatzplus von 0,3 %. Der Handel mit Lebensmitteln weist sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich rückläufige Umsätze auf (-3,1 % bzw. -0,8 %). Der Umsatz im Internet- und Versandhandel erhöhte sich im April um 3,6 % (+0,6 % ggü. Vj). Umsatzsteigerungen sind im Vormonatsvergleich zudem beim Handel mit IKT- und Datenverarbeitungsgeräten festzustellen. Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Mai um 2,0 % gesunken (ggü. Vorjahresmonat: -4,3 %). Im aussagekräftigeren Zwei-Monatsvergleich gingen die Zulassungen um 1,0 % zurück. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im Mai im Vormonatsvergleich eine Abnahme um 1,6 %. In der Zwei-Monats-Betrachtung ist – nach hohen Schwankungen in den Vormonaten – ein Rückgang von 3,0 % zu konstatieren. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen nahmen im Mai um 2,1 % ab.

Bei der Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland, gemessen am GfK-Konsumklimaindex und dem HDE-Konsumbarometer, deutet sich zuletzt eine spürbare Aufhellung an: Das HDE-Konsumbarometer stieg im Juni zum fünften Mal in Folge auf den nun höchsten Wert seit August 2021. Auch das Konsumklima nimmt laut GfK im Mai erneut leicht zu und die Prognose für Juni ist aufwärtsgerichtet, wobei sich vor allem die Einkommenserwartungen und der Rückgang der Sparneigung positiv auswirkten. Insgesamt mehren sich bei den Frühindikatoren die Anzeichen für eine Erholung, wenn auch ausgehend von niedrigem Niveau. Positive Impulse für den Einzelhandel dürften temporär auch von der Fußball- Europameisterschaft ausgehen. Im Zuge steigender Löhne und rückläufiger Inflationsraten dürften sich die Belebungstendenzen im zweiten Quartal schrittweise festigen.

Leichter Inflationsanstieg infolge des Basiseffekts

Die Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) stieg im Mai leicht auf +2,4 %. Damit lag sie wie erwartet etwas höher als im März und April, wo sie +2,2 % betrug. Ursächlich hierfür war vor allem ein Basiseffekt aus der Einführung des 49-Euro-Ticket im Mai 2023. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) verharrte im Mai bei 3,0 %.
Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,6 %, nach +0,5 % im April. Die Energiepreise waren im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat mit -1,1 % weiter rückläufig, allerdings mit abnehmender Tendenz. Im Bereich der Dienstleistungen war der Preisauftrieb mit +3,9 % weiterhin überdurchschnittlich.

Auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen sind im Vorjahresvergleich weiterhin Preisrückgänge zu beobachten. Die Erzeugerpreise sanken im April um 3,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im März hatte die Rate bei -2,9 % gelegen. Ausschlaggebend waren die Preisrückgänge bei Energie. Im Vergleich zum Vormonat nahmen die Erzeugerpreise im April aber um 0,2 % zu. Die Einfuhrpreise lagen im April um 1,7 % unter dem Vorjahresmonat (+0,7 % ggü. Vormonat). Die Verkaufspreise im Großhandel sind im April im Vorjahresvergleich um 1,8 % gefallen. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,4 %.

An den Spotmärkten erhöhten sich zuletzt die Preise für Erdgas wieder. Aktuell liegt der TTF Base Load mit knapp 34 €/MWh etwa 36 % über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat stieg der Gaspreis um knapp 20 %. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass sich die Erdgaspreise in den kommenden Quartalen um 30 €/MWh bewegen werden.

In den kommenden Monaten dürften sich gegenläufige Effekte in etwa die Waage halten: Auf der einen Seite sind Preisrückgänge auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, weiter leicht rückläufige Energiepreise sowie eine Normalisierung der Gewinnmargen der Unternehmen zu erwarten. Auf der anderen Seite dürften weiterhin höhere Preise für Dienstleistungen angesichts deutlicher Lohnsteigerungen, die aufgrund des höheren Arbeitskostenanteils hier stärker zu Buche schlagen, resultieren.

Arbeitsmarkt weiter von schwacher Konjunkturdynamik geprägt

Der Trend der vergangenen Monate auf dem Arbeitsmarkt setzt sich auch im Mai fort: Die registrierte Arbeitslosigkeit nahm saisonbereinigt um 25.000 Personen zu. Die Unterbeschäftigung, die die konjunkturelle Grunddynamik besser abbildet, stieg um 15.000 Personen. Die Erwerbstätigkeit hat im April um 25.000 Personen erneut zugenommen; wie schon zuletzt geht der Beschäftigungszuwachs vor allem auf die Dienstleistungsbereiche wie das Gesundheits- und Sozialwesen und den öffentlichen Dienst zurück, die den Stellenabbau bei den konjunktursensiblen Bereichen Arbeitnehmerüberlassung, Verarbeitendes Gewerbe und Bausektor überkompensieren. Die konjunkturelle Kurzarbeit ist im März auf 219 Tausend Personen gestiegen; lt. Anzeigen bei der BA dürften diese im weiteren Verlauf zurückgehen, wobei allerdings die Auswirkungen der Hochwassersituation in Bayern und Baden- Württemberg, die in einigen dort ansässigen und betroffenen Betrieben zu Produktionsunterbrechungen und Kurzarbeit führt, in den Anmeldungen noch nicht berücksichtigt sein dürften.

Aktuelle Frühindikatoren geben gemischte Signale, die aber in der Summe auf eine Fortsetzung des bisherigen Trends hindeuten: Die Zahl der bei der BA gemeldeten Stellen ist weiter rückläufig und das IAB- Arbeitsmarktbarometer ist im Mai wieder leicht unter die Expansionsschwelle von 100 Punkte gefallen. Dagegen hat die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen laut ifo Beschäftigungsbarometer im Mai leicht zugenommen. Kurzfristig positive Impulse für den Arbeitsmarkt könnten in den kommenden Monaten von der Fußball-EM auf konsumnahe Dienstleistungen wie Gastgewerbe, Hotellerie und Verkehr ausgehen.

Unternehmensinsolvenzen: Erstmaliger Rückgang nach Höchstständen

Der IWH-Insolvenztrend weist für Mai 2024 1.271 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften aus. Das sind 7 % weniger als im Vormonat. Auch für die kommenden Monate erwartet das IWH weiter sinkende Zahlen. Allerdings befinden sich die Insolvenzzahlen nach wie vor auf einem erhöhten Niveau: Der aktuelle Wert liegt noch immer 40 % höher als im Mai 2023 und 31 % über dem Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Kaum ein Startup kommt noch ohne Künstliche Intelligenz aus

Startups setzen auf Künstliche Intelligenz. Inzwischen nutzen drei Viertel (76 Prozent) KI, vor einem Jahr waren es nur 49 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft setzten aktuell nur 13 Prozent der Unternehmen auf diese Technologie. Auch generative KI ist lt. Bitkom unter Startups weit verbreitet.

Bitkom, Pressemitteilung vom 13.06.2024

  • Drei Viertel nutzen KI – auch generative KI ist weit verbreitet
  • 8 von 10 halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie
  • Fehlendes Geld, Fachkräftemangel und Datenschutz gelten als größte Hemmnisse

Startups setzen auf Künstliche Intelligenz. Inzwischen nutzen drei Viertel (76 Prozent) KI, vor einem Jahr waren es nur 49 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft setzten aktuell nur 13 Prozent der Unternehmen auf diese Technologie. Auch generative KI ist unter Startups weit verbreitet: Rund zwei Drittel (63 Prozent) setzen sie in ihrem Startup ein, 45 Prozent zur Unterstützung des internen Geschäftsbetriebs, 37 Prozent aber auch als Teil der eigenen Produkte und Dienstleistungen. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 172 deutschen Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Künstliche Intelligenz ist kein Hype, sie ist die wohl wichtigste Schlüsseltechnologie der Zukunft. Während Deutschland seit Jahrzehnten in der KI-Forschung ganz vorne mit dabei war, kommen kommerzielle Anwendungen jetzt überwiegend aus dem Ausland. Startups gehören in Deutschland zu den Vorreitern und Treibern der KI“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „KMUs und Großunternehmen empfehle ich sehr, die Nähe zu KI Startups zu suchen oder auch in Kooperationen zu gehen.“

Für 8 von 10 Startups (80 Prozent) ist KI die wichtigste Zukunftstechnologie schlechthin, nur 17 Prozent halten sie für einen Hype, der massiv überschätzt wird. 39 Prozent meinen, dass Startups, die KI nicht nutzen, keine Zukunft haben. Dabei bietet KI den Startups auch ganz konkrete Vorteile. Drei Viertel (76 Prozent) jener Startups, die KI in ihre Produkte oder Dienstleistungen integriert haben, kamen leichter an eine Finanzierung. Und 38 Prozent könnten ihr Produkt bzw. ihre Dienstleistung ohne KI gar nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt anbieten.

AI Act muss KI-Einsatz erleichtern und darf ihn nicht erschweren

Eine knappe Mehrheit (56 Prozent) der Startups sieht schon heute in einer übertriebenen Regulierung den Grund, warum Produkte wie ChatGPT nicht in der EU entwickelt werden. Im Mai hat die EU den AI Act auf den Weg gebracht, der eine einheitliche KI-Regulierung in Europa schaffen soll. Ein Drittel (33 Prozent) sieht durch den AI Act einen Wettbewerbsnachteil für das eigene Startup gegenüber Unternehmen etwa aus den USA oder China. Und ein Viertel (25 Prozent) geht davon aus, dass der AI Act ihr Startup in der Nutzung bzw. Entwicklung von KI einschränken wird. Wintergerst: „Wenn wir wollen, dass Unternehmen in Europa und Deutschland KI entwickeln und nutzen, müssen wir bei der jetzt anstehenden Umsetzung des AI Act die Förderung technologischer Innovationen in den Mittelpunkt stellen.“

Als größte Hemmnisse beim KI-Einsatz im eigenen Startup gelten derzeit fehlende finanzielle und personelle Ressourcen (je 23 Prozent) sowie Anforderungen an den Datenschutz bzw. die rechtliche Zulässigkeit der Verwendbarkeit von Daten (22 Prozent). Dahinter folgen fehlende Zeit im Alltagsgeschäft (19 Prozent) und fehlende Daten, um KI nutzbringend einsetzen zu können (17 Prozent). 10 Prozent sorgen sich, dass Unternehmensdaten durch KI in falsche Hände geraten könnten, 9 Prozent sind ganz allgemein durch rechtliche Hürden und Unklarheiten verunsichert und ebenfalls 9 Prozent fehlt es an technischem Know-how, um KI zu implementieren. 8 Prozent sehen keinen sinnvollen Anwendungsbereich von KI, 7 Prozent haben Sorge vor künftigen Einschränkungen beim KI-Einsatz, 5 Prozent haben aktuell einen Fokus auf andere Zukunftstechnologien. 4 Prozent fehlt es an Vertrauen in KI und für ebenso viele ist KI derzeit schlicht kein Thema. Ein Drittel (33 Prozent) der Startups erkennt aber gar keine Hemmnisse beim KI-Einsatz.

Quelle: Bitkom

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ifo Dresden: Beschäftigungswachstum vor allem durch bestehende Betriebe

Bestehende Betriebe sind Treiber für das Wachstum der Beschäftigung in Deutschland von 2000 bis 2016 gewesen. Das geht aus Berechnungen der ifo Niederlassung in Dresden hervor. Neugründungen spielten für das Beschäftigungswachstum hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 13.06.2024

Bestehende Betriebe sind Treiber für das Wachstum der Beschäftigung in Deutschland von 2000 bis 2016 gewesen. Das geht aus Berechnungen der ifo Niederlassung in Dresden hervor. Neugründungen spielten für das Beschäftigungswachstum hingegen nur eine untergeordnete Rolle. „Die Expansion existierender Betriebe staatlich zu unterstützen ist daher die bessere Möglichkeit, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen“, erklärt ifo-Forscher Niels Gillmann. „Gründungsförderung ist zwar auch sinnvoll, schafft aber eher Innovationen als Arbeitsplätze.“

In den kreisfreien Großstädten wurden mehr Arbeitsplätze geschaffen, aber auch mehr abgebaut. Dort wuchs die Beschäftigung netto mit durchschnittlich 1,0 Prozent etwas stärker als in den drei anderen Siedlungstypen (städtische Kreise, ländliche Kreise mit Verdichtungsansatz und dünn besiedelte ländliche Kreise). Die Fluktuation der Arbeitsplätze ist in Großstädten mit 17,4 Prozent deutlich höher als in anderen Siedlungstypen.

Dies deutet darauf hin, dass die Betriebe in kreisfreien Großstädten auf veränderte Anforderungen schneller mit Personalanpassungen reagieren können und lässt somit vermuten, dass sie produktiver sind. Ein Grund hierfür dürfte die, im internationalen Vergleich, starke Regulierung des deutschen Arbeitsmarktes bezüglich der Einstellung oder Kündigung neuer Mitarbeiterinnen sein. Betriebe außerhalb der Großstädte sind durchschnittlich kleiner, wodurch bürokratische Hürden stärker zum Tragen kommen. Kleine Betriebe scheuen den Aufwand, neue Mitarbeiterinnen einzustellen oder alten zu kündigen. Eine geeignete Gegenmaßnahme wäre, Bürokratie abzubauen, insbesondere in kleinen Betrieben, z. B. den Kündigungsschutz zu lockern oder Regeln zur Arbeitszeit zu flexibilisieren.

Die ifo-Forscher*innen untersuchten das Beschäftigungswachstum in Deutschland mithilfe des Betriebs-Historik-Panel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Dabei wurden die Schaffung und der Abbau von Arbeitsplätzen unterteilt in Neugründungen und Wachstum sowie Schließungen und Schrumpfung von Betrieben.

Quelle: ifo Institut

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Inflationsrate im Mai 2024 bei +2,4 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Mai 2024 bei +2,4 %. Im April und März 2024 hatte die Veränderungsrate noch jeweils +2,2 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Mai 2024 gegenüber dem Vormonat April 2024 um 0,1 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.06.2024

Inflationsrate zieht wieder leicht an, vor allem in Folge steigender Preise für Dienstleistungen

Verbraucherpreisindex, Mai 2024
+2,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2024
+2,8 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2024 bei +2,4 %. Im April und März 2024 hatte die Veränderungsrate noch jeweils +2,2 % betragen. „Die Inflationsrate zieht damit wieder etwas an, vor allem wegen der weiterhin steigenden Dienstleistungspreise“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. „Die Energie- und Nahrungsmittelpreise dämpfen dagegen seit Jahresbeginn die Gesamtteuerung“, so Brand. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Mai 2024 gegenüber dem Vormonat April 2024 um 0,1 %.

Energieprodukte verbilligten sich um 1,1 % gegenüber Mai 2023

Trotz der im Januar 2024 ausgelaufenen Preisbremsen für Energieprodukte bei gleichzeitiger CO2-Preis-Erhöhung sowie dem Ende der Mehrwertsteuersenkung für Gas und Fernwärme im April 2024 verbilligten sich auch im Mai 2024 die Energieprodukte gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 % (April 2024: -1,2 %). Die Preise für Haushaltsenergie gingen im Mai 2024 um 3,3 % gegenüber Mai 2023 zurück. Vor allem konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin von günstigeren Preisen für Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (-9,5 %) sowie für Strom (-7,4 %) und Erdgas (-5,2 %) profitieren. Dagegen waren einige Energieprodukte teurer als ein Jahr zuvor, insbesondere Fernwärme (+27,9 %). Auch Mineralölprodukte verteuerten sich (+2,8 %, davon leichtes Heizöl: +9,7 %; Kraftstoffe: +2,2 %).

Nahrungsmittel verteuerten sich um 0,6 % gegenüber Mai 2023

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Mai 2024 um 0,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat (April 2024: +0,5 %). Die Teuerungsrate für Nahrungsmittel lag damit weiterhin deutlich unterhalb der Gesamtteuerung. Von Mai 2023 bis Mai 2024 wurden vor allem Molkereiprodukte (-5,1 %) und frisches Gemüse (-3,5 %) günstiger. Merklich teurer binnen Jahresfrist blieben hingegen Speisefette und Speiseöle (+8,4 %, darunter Olivenöl: +48,5 %) sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+6,9 %). Auch für Obst (+2,9 %), Brot und Getreideerzeugnisse (+1,9 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+1,3 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher im Mai 2024 mehr bezahlen als ein Jahr zuvor.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +3,0 %

Im Mai 2024 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,8 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag bei +3,0 %. Diese Kenngrößen verdeutlichen auch, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen über der Gesamtteuerung lag. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Energie gegenüber dem Vorjahresmonat hatte im April 2024 ebenfalls 3,0 % betragen und liegt seit Januar 2024 deutlich über der Gesamtteuerung.

Waren verteuerten sich gegenüber Mai 2023 unterdurchschnittlich um 1,0 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von Mai 2023 bis Mai 2024 um 1,0 % und lagen damit unterhalb der Gesamtteuerung. Darunter verteuerten sich Verbrauchsgüter um 1,1 % und Gebrauchsgüter um 1,0 %. Einige Waren wurden dennoch merklich teurer, unter anderem Tabakwaren (+6,0 %) und alkoholfreie Getränke (+5,8 %). Günstiger wurden dagegen zum Beispiel Mobiltelefone (-7,4 %) und Informationsverarbeitungsgeräte (-6,2 %).

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,9 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Mai 2024 um 3,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats, nach +3,4 % im April 2024. Der Preisauftrieb hat sich somit verstärkt, unter anderem wirkte sich im April 2024 letztmalig das seit Mai 2023 gültige Deutschlandticket dämpfend auf die Teuerungsrate der Dienstleistungen aus. Im Mai 2024 verteuerten sich die kombinierten Tickets für Bahn, Bus und Ähnliches um 3,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im April 2024 hatte die Veränderungsrate hierfür noch bei -24,0 % gelegen (Basiseffekt). Andere Preise für Dienstleistungen erhöhten sich von Mai 2023 bis Mai 2024 jedoch noch deutlicher, nennenswert sind hier weiterhin die Preise für Versicherungen (+13,0 %), für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+7,7 %) sowie für die Gaststättendienstleistungen (+6,9 %). Auffällig im Mai 2024 waren zudem die Preiserhöhungen bei Pauschalreisen (+5,6 %). Bedeutsam für die Preisentwicklung bei Dienstleistungen bleiben die Nettokaltmieten, die Veränderungsrate lag hier mit +2,2 % knapp unter der Gesamtteuerung.

Preisanstieg gegenüber Vormonat um 0,1 %

Im Vergleich zum April 2024 stieg der Verbraucherpreisindex im Mai 2024 um 0,1 %. Vor allem Flugtickets (+7,7 %) und Pauschalreisen (+5,7 %) verteuerten sich im Bereich Reisen, teilweise saisonbedingt aufgrund der frühen Pfingstferien. Dagegen gingen die Preise für Energie insgesamt um 1,3 % zurück. Günstiger wurden hier vor allem leichtes Heizöl (-6,3 %) und Kraftstoffe (-2,3 %). Auch die Preise für Nahrungsmittel insgesamt gaben leicht nach (-0,2 %, darunter Gemüse: -0,8 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Anstieg der Kurzarbeit in der Industrie gestoppt

Auf die winterliche Konjunkturflaute haben die deutschen Industriefirmen mit deutlich mehr Kurzarbeit reagiert. In den kommenden Monaten dürfte sie lt. ifo Institut zwar erhöht bleiben, sich aber nicht weiter verschärfen. So antworteten im zweiten Vierteljahr 18,8 % der Industriefirmen, sie planten Kurzarbeit in den kommenden drei Monaten.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.06.2024

Auf die winterliche Konjunkturflaute haben die deutschen Industriefirmen mit deutlich mehr Kurzarbeit reagiert. In den kommenden Monaten dürfte sie zwar erhöht bleiben, sich aber nicht weiter verschärfen. So antworteten im zweiten Vierteljahr 18,8 % der Industriefirmen, sie planten Kurzarbeit in den kommenden drei Monaten.

Im ersten Vierteljahr 2024 waren es noch 19,6 %, im vierten Quartal 2023 waren es 19,1 und im Quartal davor 13,8. Die tatsächliche Zahl liegt allerdings immer einige Punkte darunter, derzeit fahren der ifo-Umfrage zufolge 12,5 % der Industriefirmen Kurzarbeit.

Unternehmen in der Metallerzeugung und -bearbeitung (42,9 % nach 44,6) planen am häufigsten mit diesem Instrument, gefolgt von den Herstellern von Metallerzeugnissen (30,8 nach 27,2 %). Bei den elektrischen Ausrüstern sind es 28,3 nach 34,6 %, im Maschinenbau 23,7 nach 21,2 %. In der Autobranche sank die Planzahl von 17,3 auf 16,1 % der Firmen. Die kleine Branche der Möbelhersteller liegt bei 46,7 nach 52,9 %.

Laut Bundesagentur für Arbeit hat die konjunkturell bedingte Kurzarbeit im Winterhalbjahr kräftig zugelegt um 44 %. Das ist ein Anstieg von 152.000 Menschen im September 2023 auf 219.000 im März 2024. Mehr als 80 % der Kurzarbeitenden arbeiten in der Industrie. Im langjährigen Vergleich liegt sie damit auf erhöhtem Niveau, ist allerdings von den Rekordständen während Corona weit entfernt.

Quelle: ifo Institut

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Unfaire Subventionen: Industrieunternehmen greifen wegen China-Konkurrenz zu Entlassungen

Rund die Hälfte der deutschen Industriefirmen reagiert auf die zunehmende China-Konkurrenz mit Entlassungen, zeigt eine repräsentative Umfrage des IW Köln. Das Gros der befragten Firmen verweist auf unfaire Subventionen – und befürwortet Handelsschutzmaßnahmen.

IW Köln, Pressemitteilung vom 11.06.2024

Rund die Hälfte der deutschen Industriefirmen reagiert auf die zunehmende China-Konkurrenz mit Entlassungen, zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das Gros der befragten Firmen verweist auf unfaire Subventionen – und befürwortet Handelsschutzmaßnahmen.

„Made in China“, das galt mal als Label für billige, einfach produzierte Waren. Heute ist das anders: Mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen mit Konkurrenz aus China sieht darin eine große oder eher große Herausforderung. Das zeigt eine neue repräsentative Befragung im Rahmen des IW-Zukunftspanels, für die die Wissenschaftler im März und April fast 900 Industrieunternehmen und industrienahe Dienstleister befragt haben.

Der Umfrage zufolge steht jedes vierte Unternehmen auf seinen Märkten im direkten Wettbewerb mit chinesischen Konkurrenten. Hier die zentralen Ergebnisse für diese Firmen:

  • Besonders betroffen ist das Produzierende Gewerbe, rund zwei Drittel der Industriefirmen sehen die Konkurrenz aus China als große oder eher große Herausforderung. Besonders frappierend: Selbst unter den besonders innovativen Firmen liegt dieser Anteil bei knapp 61 Prozent.
  • Vor allem bei den chinesischen Niedrigpreisen können die deutschen Firmen oft nicht mehr mithalten. Jedes zweite Unternehmen berichtet davon, dass chinesische Konkurrenten die eigenen Preise um mehr als 20 Prozent unterbieten. Bei fast der Hälfte der Industrieunternehmen sind es sogar Preisunterbietungen von mehr als 30 Prozent.
  • Zwar werden die chinesischen Unternehmen durchaus als innovativ eingeschätzt, doch hinter den niedrigen Preisen dürften auch harte politische Interessen stehen: Rund 60 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die chinesische Regierung den Wettbewerb durch unfaire Subventionen verzerrt.
  • Etwa drei von vier Firmen mit China-Wettbewerb im Produzierenden Gewerbe verlieren deshalb Marktanteile. Fast jedes zweite greift deshalb zu Entlassungen, nahezu jedes dritte zu Auslandsverlagerungen. Das hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Die Industriefirmen, die mit Entlassungen reagieren, repräsentieren knapp 19 Prozent der fast 11 Millionen Arbeitsplätze im Produzierenden Gewerbe. Im Verarbeitenden Gewerbe, dem Kern der Industrie, sind es sogar 23 Prozent von 7,5 Millionen Erwerbstätigen.

Unternehmen befürworten Strafzölle

Auch deshalb sprechen sich die Unternehmen deutlich für Handelsschutzmaßnahmen aus. Über 80 Prozent aller befragten Firmen halten Strafzölle auf chinesische E-Autos für mindestens teilweise gerechtfertigt – gegeben, dass China tatsächlich auf unlautere Weise subventioniert. Dagegen sprechen sich nicht einmal sieben Prozent aus. Auch den Vorschlag, den Transfer von Technologien zu unterbinden, die China für sein Militär nutzen könnte, befürworten 76 Prozent der Firmen ganz oder teilweise – und das, obwohl sie darauf aufmerksam gemacht wurden, dass dieser Schritt die unternehmerische Freiheit deutlich einschränken würde.

„China spielt beim Handel schon seit Jahren kein faires Spiel“, sagt IW-Chinaexperte Jürgen Matthes. Deutschland und die EU dürften sich nicht einreden lassen, dass sie Protektionismus betreiben, während sie tatsächlich regelkonforme Handelsschutzinstrumente nutzen. „Es geht vielmehr darum, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Die EU darf die chinesische Subventionspolitik nicht tatenlos hinnehmen, sonst gefährdet sie das Überleben vieler eigentlich profitabler Firmen hierzulande“, sagt Matthes.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft

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