Konjunkturumfrage: Unternehmen bewerten Lage noch schlechter als vor einem Jahr

Auch für 2024 rechnen die deutschen Unternehmen nicht damit, dass sich die Wirtschaft erholt, zeigt die neue Konjunkturumfrage des IW Köln. Die Lage und die Erwartungen für 2024 sind insgesamt schlecht, das macht sich bei Investitionen bemerkbar – in manchen Unternehmen droht ein Beschäftigungsabbau.

IW Köln, Pressemitteilung vom 13.04.2024

Auch für 2024 rechnen die deutschen Unternehmen nicht damit, dass sich die Wirtschaft erholt, zeigt die neue Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Lage und die Erwartungen für 2024 sind insgesamt schlecht, das macht sich bei Investitionen bemerkbar – in manchen Unternehmen droht ein Beschäftigungsabbau.

Die Lage der deutschen Wirtschaft wird nicht besser, belegt die neue IW-Konjunkturumfrage, für die das IW regelmäßig mehr als 2.000 Unternehmen befragt. Ende März bewerteten 39 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als vor einem Jahr, nur 18 Prozent sprachen von einer Verbesserung.

Auch die Erwartungen für das laufende Jahr sind kaum besser als die Lage: 37 Prozent gehen von einem Rückgang ihrer Geschäfte aus, nur eine Minderheit (23 Prozent) bleibt für 2024 insgesamt hoffnungsvoll. Vor allem in der Industrie und in der Bauwirtschaft sind die Perspektiven schlecht.

Vor allem in der Industrie droht Stellenabbau

Die schlechte Entwicklung droht nach langer Zeit erstmals auch den Arbeitsmarkt nach unten zu ziehen. Nur 23 Prozent der Firmen suchen zusätzliche Mitarbeiter. Dagegen rechnen 35 Prozent damit, Stellen abbauen zu müssen. Besonders die Industrie ist hier betroffen: Fast vier von zehn der Unternehmen planen einen Beschäftigungsrückgang, im Baugewerbe sind es 36 Prozent.

Schreitet die Deindustrialisierung voran?

Einziger schwacher Lichtblick: der Dienstleistungssektor. Dort wollen nicht nur 34 Prozent der Unternehmen neue Stellen aufbauen (31 Prozent bauen ab), auch die Investitionen sollen unterm Strich steigen. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Investitionsbudgets in der Industrie weiter sinken. 37 Prozent aller Unternehmen wollen weniger investieren und nur 24 Prozent planen mit höheren Investitionen.

„Damit bröckelt die industrielle Basis in Deutschland immer mehr“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. „Schon viel zu lange sind wir in einer Investitionskrise“. Aus der Politik kämen kaum Impulse, das müsse sich dringend ändern: „Es fehlt ein kompromissloser Konjunkturbooster, bisherige Ansätze wie das Wachstumschancengesetz sind zu schwach und werden kaum Wirkung zeigen“, sagt Grömling.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 2024

Jüngste Konjunkturindikatoren deuten eine Trendwende an, auch wenn das Gesamtbild noch uneinheitlich ist: Günstige Witterungsbedingungen und Nachholeffekte im Gefolge des hohen Krankenstandes zu Jahresende begünstigten die Produktion in der Industrie und im Bau. Die Stimmung in der Industrie und bei den privaten Verbrauchern hat sich seit Jahresbeginn deutlich aufgehellt. Auch seitens der Außenwirtschaft lässt sich eine leichte Belebung feststellen. Dennoch sind die Risiken angesichts der nach wie vor schwachen Auftragslage und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, zuletzt insbesondere hinsichtlich der Entwicklung im Nahen Osten, hoch. Das BMWK gibt einen Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung.

BMWK, Pressemitteilung vom 12.04.2024

Jüngste Konjunkturindikatoren deuten eine Trendwende an, auch wenn das Gesamtbild noch uneinheitlich ist: Günstige Witterungsbedingungen und Nachholeffekte im Gefolge des hohen Krankenstandes zu Jahresende begünstigten die Produktion in der Industrie und im Bau. Die Stimmung in der Industrie und bei den privaten Verbrauchern hat sich seit Jahresbeginn deutlich aufgehellt. Auch seitens der Außenwirtschaft lässt sich eine leichte Belebung feststellen. Dennoch sind die Risiken angesichts der nach wie vor schwachen Auftragslage und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, zuletzt insbesondere hinsichtlich der Entwicklung im Nahen Osten, hoch.

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde im Februar gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,1 % ausgeweitet. Damit ist der zweite spürbare Anstieg in Folge zu verzeichnen. Auch der Ausstoß der Industrie erhöhte sich erneut (+1,9 %). Zuvor waren seit Mai 2023 Rückgänge zu konstatieren. Das Baugewerbe zog mit +7,9 % kräftig an, nachdem schon im Januar ein Plus von 2,9 % erzielt worden war. Die positive Entwicklung der Produktion im Baugewerbe im Februar dürfte maßgeblich durch die milde Witterung geprägt worden sein und auch beim beachtlichen Zuwachs im Verarbeitenden Gewerbe haben sicherlich Aufholeffekte nach hohem Krankenstand eine Rolle gespielt.

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz sind im Februar ggü. dem Vormonat deutlich um 1,9 % gesunken, nachdem sie bereits in den vorangegangenen drei Monaten rückläufig waren. Gegenüber Februar 2023 meldete der Einzelhandel ein reales Umsatzminus von 2,8%. Insgesamt bewegen sich die Frühindikatoren für den privaten Konsum leicht aufwärts, dies jedoch auf niedrigem Niveau.

Die Inflationsrate ging im März auf 2,2 % zurück; das ist der niedrigste Wert seit April 2021. Damit ist die Inflation seit März 2023 im Trend rückläufig. Die Preise für Nahrungsmittel nahmen mit -0,7 % erstmals seit Februar 2015 im Vergleich zum Vorjahresmonat ab. Auch die Energiepreise sind gegenüber dem Vorjahresmonat erneut gesunken, zuletzt um 2,7 %. Im Bereich der Dienstleistungen hingegen hat sich der Preisauftrieb mit +3,7 % wieder leicht verstärkt.

Auf dem Arbeitsmarkt setzte sich der Beschäftigungsaufbau im Februar abgeschwächt fort, die Arbeitslosigkeit stieg gleichzeitig an. Einem Beschäftigungsabbau in konjunkturreagiblen Bereichen wie dem verarbeitenden Gewerbe stand dabei ein Stellenzuwachs bei Dienstleistungen gegenüber. Frühindikatoren zeigten eine Fortsetzung dieses Trends: Laut IAB-Arbeitsmarktbarometer dürfte die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten nochmal leicht zulegen, während auch die Beschäftigung wächst. Das ifo Beschäftigungsbarometer hat sich weiter etwas aufgehellt, nach wie vor rechnen aber unter den Wirtschaftsbereichen einzig die Dienstleister mit Personalzuwachs.

Der Frühindikator IWH-Insolvenztrend weist für März 2024 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 9 % ggü. dem Vormonat Januar auf 1.297 aus (Vorjahresmonat: +35 %). Dabei handele es sich laut IWH um den höchsten Wert seit Beginn der IWH-Datenerhebung im Jahr 2016. Frühindikatoren deuten jedoch darauf hin, dass die Insolvenzzahlen ab Mai wieder leicht zurückgehen könnten.

Konjunkturelle Trendwende deutet sich an

Jüngste Konjunkturindikatoren zeigen eine allmähliche wirtschaftliche Stabilisierung, geben allerdings insgesamt noch ein gemischtes Bild: Die Industrieproduktion – insbesondere auch in den energieintensiven Bereichen – hat sich seit Jahresbeginn spürbar erholt und die Bauproduktion stieg seit Jahresbeginn kräftig an. Neben günstigen Witterungseffekten dürfte die Normalisierung des Krankenstandes – nach dem deutlichen Anstieg zum Jahresende 2023 – zu gewissen Aufholeffekten in der Produktion beigetragen haben. Auch der Warenhandel tendierte zuletzt, unter monatlichen Schwankungen tendenziell positiv. Gleichzeitig bleiben die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe – ohne Berücksichtigung der hohen monatlichen Schwankungen durch Großaufträge – in der Tendenz weiter abwärtsgerichtet und verringern die Auftragsbestände in den Unternehmen. Trotz allmählicher Stabilisierung der Kaufkraft und anhaltendem Beschäftigungsaufbau bleibt die Entwicklung im Einzelhandel bis zuletzt schwach.

Stimmungsbasierte Frühindikatoren deuten aktuell eine konjunkturelle Trendwende an: Die Geschäftserwartungen in den Unternehmen haben sich laut ifo Geschäftsklima im März spürbar aufgehellt und auch die aktuelle Geschäftslage verbesserte sich. Bei der Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland, gemessen am GfK-Konsumklima und dem HDE-Konsumbarometer, deutet sich zuletzt ebenfalls eine Stabilisierung an.

Vor dem Hintergrund der insgesamt leicht verbesserten Indikatorenlage gehen die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer jüngsten Gemeinschaftsdiagnose für das erste Quartal 2024 von einer wirtschaftlichen Stagnation aus, bevor es im weiteren Jahresverlauf im Zuge rückläufiger Inflationsraten, steigender Löhne und Einkommen, einer anhaltend stabilen Arbeitsmarktentwicklung und zunehmenden Impulsen von der Außenwirtschaft zu einer spürbaren konjunkturellen Belebung kommt. Dennoch bestehen für die erwartete Erholung weiterhin Unsicherheiten, insbesondere mit Blick auf die geopolitischen Entwicklungen.

Weltwirtschaftliche Aussichten hellen sich auf

Im Januar schrumpfte die weltweite Industrieproduktion um 0,5 % ggü. dem Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr lag sie aber weiterhin im Plus (+1,2 %). Einkaufsmanagerindizes in wichtigen deutschen Absatzmärkten wie der EU sind zuletzt aber gestiegen, und auch der Stimmungsindikator von S&P Global hat sich zum fünften Mal in Folge etwas verbessert und weist für den Berichtsmonat März einen Wert von 52,3 Punkten auf (Februar: 52,1 Punkte). Sowohl im Verarbeitenden Gewerbe (von 50,3 auf 50,6 Punkte), als auch bei den Dienstleistern (von 52,4 auf 52,5 Punkte) ist der Index gestiegen.

Zu diesem Bild passt der Abbau der erhöhten Lagerbestände, besonders bei Vorleistungsgütern, wovon auch der Welthandel profitiert haben dürfte. Im Januar hatte der weltweite Warenhandel um 0,9 % ggü. dem Vormonat zugenommen und aktuelle Frühindikatoren weisen auf eine weitere Belebung hin. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index hat im Februar seinen Aufwärtstrend fortgesetzt und liegt nun bei 129,5 Punkten. Vor allem der Nordrange-Index für europäische Häfen nahm deutlich zu (von 101,0 auf 104,0 Punkte); ohne den merklichen Rückgang des Containerumschlags in den chinesischen Häfen wäre der Anstieg des RWI/ISL-Index noch wesentlich höher ausgefallen. Die Einschränkungen des Schiffsverkehrs im Roten Meer scheinen derzeit keine signifikanten Auswirkungen auf den Welthandel zu haben.

Die aktuellen Daten stützen damit die Erwartung einer Erholung des Welthandels im laufenden Jahr. Nach dem Rückgang des weltweiten Warenhandels 2023 um 1,9 % erwarten die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute in der Gemeinschaftsdiagnose einen Zuwachs des Güterhandels um 1,3 % in diesem Jahr und 2,2 % im Jahr 2025, und damit eine Rückkehr zum längerfristigen Trend.

Im Außenhandel Erholung trotz Dämpfer bei Exporten in Sicht

Nach dem kräftigen Jahresstart kam es bei den Exporten im Februar zu einer Korrektur. Im Februar sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt etwas zurückgegangen (-0,8 %). Nach den spürbaren Zuwächsen im Warenhandel mit den EU-Staaten im Januar, die u.a. mit Großaufträgen zusammenhingen, kam es im Februar zu einem Rücksetzer (-3,9 %). In die übrigen Länder wurde im Vormonatsvergleich dagegen etwas mehr exportiert (+0,4 %). Die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen expandierten im Februar mit +2,8 % ggü. dem Vormonat erneut recht deutlich. Während auch hier Rückgänge im Warenhandel mit den EU-Ländern zu verzeichnen waren (-5,7 %), wurde aus den Drittstaaten wesentlich mehr importiert als im Januar (+14,7 %). Der monatliche Handelsbilanzüberschuss ist im Zuge der gegenläufigen Entwicklung von Importen und Exporten saisonbereinigt von 22,9 Mrd. Euro im Januar auf 17,6 Mrd. Euro gesunken.

Die Außenhandelspreise waren im Februar nach wie vor von der Entwicklung der Preise für importierte Energie, insb. Erdgas, geprägt. Die Einfuhrpreise gingen ggü. Februar 2023 um 4,9 % zurück; Energieeinfuhren verbilligten sich um 20,7 % ggü. dem Vorjahresmonat. Auch die Ausfuhrpreise gaben ggü. dem Vorjahresmonat nach (-1,1 %), ebenfalls getrieben durch deutliche Preisrückgänge bei exportierter Energie.

Die Frühindikatoren deuten aktuell auf eine Erholung des Außenhandels hin: Die ifo Exporterwartungen haben sich im März deutlich aufgehellt (von -6,6 auf -1,4 Punkte). Aktuell rechnen wesentlich mehr Branchen als im Vormonat mit zunehmenden Exporten, so z.B. die Automobil- und die chemische Industrie. Ein rückläufiges Auslandsgeschäft wird u.a. bei den energieintensiven Metallerzeugern und -bearbeitern erwartet. Auch die Auftragsbestände aus dem Ausland wurden von den befragten Unternehmen zuletzt etwas besser beurteilt. Allerdings entwickeln sich die Auftragseingänge aus dem Ausland – unter hohen Schwankungen – bisher weiterhin schwach. Nach dem kräftigen Jahresstart kam es bei den Exporten im Februar zu einer Korrektur. Insgesamt liegen die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen im ersten Quartal aber bislang mit +2,9 % immer noch merklich höher als im Vorquartal. Auch die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen liegen gegenüber dem Vorquartal aktuell mit 2,0 % im Plus. Zusammen mit den erneut günstigeren Signalen der Frühindikatoren wird die Erwartung einer moderaten Erholung der Exporte gestützt. Eine Verschärfung der geo- und handelspolitischen Spannungen stellt weiterhin ein Risiko für die Entwicklung des Außenhandels dar.

Zweiter spürbarer Produktionsanstieg hintereinander

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat sich im Februar gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt kräftig um 2,1 % ausgeweitet. Damit ist der zweite spürbare Anstieg in Folge zu verzeichnen. Auch der Ausstoß der Industrie erhöht sich erneut um +1,9 % spürbar. Zuvor waren seit Mai 2023 Rückgänge zu konstatieren. Das Baugewerbe zog mit +7,9 % kräftig an, nachdem schon im Januar ein Plus von 2,9 % erzielt worden war. Demgegenüber verringerte sich die Energieproduktion am aktuellen Rand erneut deutlich um 6,5 %. Die positive Entwicklung der Produktion im Baugewerbe in den vergangenen zwei Monaten dürfte maßgeblich durch die milde Witterung geprägt worden sein und auch beim beachtlichen Zuwachs im Verarbeitenden Gewerbe haben sicherlich Aufholeffekte nach hohem Krankenstand zum Jahresende 2023 eine Rolle gespielt.

Die Wirtschaftszweige innerhalb der Industrie entwickelten sich unterschiedlich: Maßgebliche Produktionsausweitungen waren in den Wirtschaftszweigen Chemische Erzeugnisse (+4,6 %), pharmazeutische Erzeugnisse (+6,4 %) und im gewichtigen Bereich Kfz/Kfz-Teile (+5,7 %) zu verzeichnen. Dagegen wurde die Produktion im ebenfalls bedeutsamen Bereich Maschinenbau (-1,0 %) sowie bei elektrischen Ausrüstungen (-2,7 %) und Druckerzeugnissen (-2,6 %) gedrosselt.

Die Auftragseingänge sind im Februar gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt leicht gestiegen (+0,2 %); im Januar hatte es einen Rücksetzer (-11,4 %) nach einem kräftigen Anstieg im Dezember (+12,0 %) gegeben. Zuletzt war im Inland ein Orderplus zu verzeichnen (+1,5 %), während aus dem Ausland weniger Bestellungen eingingen (-0,7 %). Hier schlug ein kräftiges Minus aus dem Euroraum zu Buche (-13,1 %). Aus dem Nicht-Euroraum kam es zu einem Orderzuwachs von 7,8 %. Erneut war der Vormonatsvergleich insgesamt wieder durch den Verlauf bei den Großaufträgen geprägt; ohne diese ergab sich ein Minus von 0,8 %.

Auch bei den Auftragseingängen war innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes im Februar in den einzelnen Bereichen eine unterschiedliche Entwicklung zu beobachten: Deutliche Orderzuwächse meldeten der Maschinenbau (+10,7 %), die pharmazeutischen Erzeugnisse (+6,6 %) und die chemischen Erzeugnisse (+3,1 %). Auftragsrückgänge waren hingegen in den Bereichen elektrische Ausrüstungen (-1,9 %), Metallerzeugnisse (-5,3 %) sowie vor allem im gewichtigen Bereich Kfz und Kfz-Teile (-8,1 %) zu beobachten.

Mit den aktuellen Daten verfestigen sich die Anzeichen einer allmählichen industriellen Stabilisierung. Zuvor haben schon Stimmungsindikatoren wie das ifo Geschäftsklima oder der Einkaufsmanagerindex PMI darauf hingedeutet.

Einzelhandel mit enttäuschendem Jahresauftakt

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Februar ggü. dem Vormonat deutlich um 1,9 % gesunken, nachdem sie bereits in den vorangegangen drei Monaten rückläufig waren. Gegenüber dem Vorjahr meldete der Einzelhandel im Februar ein reales Umsatzminus von 2,8 %. Auch der Handel mit Lebensmitteln weist im Vormonats- sowie Jahresvergleich rückläufige Umsätze auf (-1,7 % bzw. -2,1 % ggü. Vj.). Der Umsatz im Internet- und Versandhandel verringerte sich im Februar um 2,8 % (-4,7 % ggü. Vj).

Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im März im Vormonatsvergleich eine Zunahme um 2,2 %.ein Rückgang um 9,9 %. Im aussagekräftigeren Quartalsvergleich ist ebenfalls ein deutlicher Rückgang von 13,0 % zu konstatieren. Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im März um 2,0 % gesunken. In der Quartals-Betrachtung belief sich die Abnahme auf 4,9 %.

Bei der Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland, gemessen am GfK-Konsumklimaindex und dem HDE-Konsumbarometer, deutet sich zuletzt eine Bodenbildung an: Das HDE-Konsumbarometer stieg im April zum dritten Mal in Folge und auch laut GfK nimmt das Konsumklima im April erneut leicht zu, wobei insbesondere eine sinkende Sparneigung sowie verbesserte Erwartungen der Einkommensentwicklung sich positiv bemerkbar machten. Insgesamt bewegen sich die Frühindikatoren leicht aufwärts, dies jedoch auf niedrigem Niveau. Im Zuge steigender Löhne und rückläufiger Inflationsraten dürfte sich im Frühjahr jedoch eine schrittweise Erholung des privaten Konsums einstellen.

Erneut spürbarer Rückgang der Inflationsrate

Die Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) belief sich im März auf 2,2 %; das ist der niedrigste Wert seit April 2021. Im Januar und Februar lag die Rate bei 2,9 % bzw. 2,5 %. Damit ist die Inflation seit März 2023 im Trend rückläufig. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) verringerte sich auf 3,3 % (Jan./Feb.: jeweils 3,4 %). Die Preise für Nahrungsmittel nahmen mit -0,7 % erstmals seit Februar 2015 im Vergleich zum Vorjahresmonat ab. Auch die Energiepreise sind gegenüber dem Vorjahresmonat erneut gesunken, zuletzt um 2,7 % (Febr.: -2,4 %). Im Bereich der Dienstleistungen hingegen hat sich der Preisauftrieb mit +3,7 % wieder leicht verstärkt (Jan./Feb.: jeweils +3,4 %).

Auch auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen ist eine weiter nachlassende Preisdynamik zu beobachten. Die Erzeugerpreise nahmen im Februar im Vergleich zum Vormonat um 0,4 % ab; gegenüber dem Vorjahresmonat lagen sie um 4,1 % niedriger. Im Januar hatte die Rate bei -4,4 % gelegen. Ausschlaggebend waren die Preisrückgänge bei Energie. Die Einfuhrpreise lagen im Februar um 4,9 % unter dem Vorjahresmonat (-0,2 % ggü. Vormonat). Die Verkaufspreise im Großhandel sind im Februar im Vorjahresvergleich um 3,0 % gefallen. Gegenüber dem Vormonat gingen sie geringfügig um -0,1 % zurück.

An den Spotmärkten entwickelten sich zuletzt die Preise für Erdgas wieder rückläufig. Aktuell liegt der TTF Base Load mit rd. 28 Euro/MWh etwa 35 % unter dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat ist aber eine Erhöhung von rd. 6 % zu verzeichnen. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass sich die Erdgaspreise in den kommenden Quartalen um einen Wert von 30 Euro/MWh bewegen werden.

In den kommenden Monaten stehen den tendenziell weiter inflationsdämpfenden Faktoren wie Preisrückgängen auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen temporär erhöhende Effekte infolge des Auslaufens der Umsatzsteuersatzsenkung auf Gas und Fernwärme im April und einem Basiseffekt aus der Einführung des 49-Eurotickets im Mai 2023 gegenüber. Auch der Verlauf der Ölpreise stellt angesichts der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten ein Risiko für die Energiepreisentwicklung dar; die Spotpreise für Öl der Sorte Brent notierten zuletzt im Vormonatsvergleich um rd. 10 Prozent höher.

Nur schwache Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt

Angesichts der konjunkturellen Lage fällt die übliche saisonale Frühjahrserholung auf dem Arbeitsmarkt etwas schwächer aus als üblich: Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich im März saisonbereinigt (sb) um 4.000 Personen und setzt damit den Trend seit Sommer 2022 fort. Die Erwerbstätigkeit legte im Februar weiter zu (sb +16.000 Personen). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im Januar um 27.000 Personen (sb). Der Beschäftigungsabbau in konjunkturreagiblen Bereichen wie dem verarbeitenden Gewerbe wird von einem Stellenzuwachs bei Dienstleistungen überkompensiert. Die konjunkturelle Kurzarbeit ist im Januar leicht auf rund 190 Tausend Personen gestiegen und wird lt. Anzeigen bei der BA auch in den folgenden Monaten im Bereich von 160 bis 200 Tsd. bleiben. Frühindikatoren zeichnen ein gemischtes Bild: Die Zahl der bei der BA gemeldeten Stellen geht weiter zurück; das IAB-Arbeitsmarktbarometer sowie die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen laut ifo haben sich dagegen im März etwas aufgehellt. Zunächst dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin seitwärts entwickeln. Erst im späteren Jahresverlauf ist im Zuge einer wirtschaftlichen Erholung mit einer Belebung auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen.

Unternehmensinsolvenzen steigen gegenüber Vormonat

Der Frühindikator IWH-Insolvenztrend weist für März 2024 einen weiteren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften um 9 % ggü. dem Vormonat Januar auf 1.297 Fälle aus. Dabei handele es sich laut IWH um den höchsten Wert seit Beginn der IWH-Datenerhebung im Jahr 2016. Dieser liegt rd. 35 % über dem Vorjahresmonat und rd. 30 % über dem März-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten (größte 10 % der Unternehmen) verblieb nach IWH-Daten in etwa auf dem Niveau des Vormonats, liegt aber dennoch rund 42 % höher als in einem durchschnittlichen März vor der Corona-Pandemie. Positive Frühindikatoren deuten allerdings darauf hin, dass die Insolvenzzahlen ab Mai wieder zurückgehen könnten, auch wenn sie noch eine Zeitlang über dem Vor-Corona-Niveau liegen dürften.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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12,3 % mehr beantragte Regelinsolvenzen im März 2024 als im März 2023

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im März 2024 um 12,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Februar 2024 hatte sie um 18,1 % gegenüber Februar 2023 zugenommen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.04.2024

  • 27,6 % mehr Unternehmensinsolvenzen im Januar 2024 als im Januar 2023
  • 6,3 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Januar 2024 als im Januar 2023

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2024 um 12,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Februar 2024 hatte sie um 18,1 % gegenüber Februar 2023 zugenommen. Seit Juni 2023 sind damit durchgängig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu beobachten. Über einen längeren Zeitraum betrachtet liegt die Zahl der Regelinsolvenzen zwischen April 2023 und März 2024 jedoch in etwa auf dem Vor-Corona-Niveau des Zeitraums April 2019 bis März 2020. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor. Die Insolvenzstatistik bildet nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen, nicht jedoch solche aus anderen Gründen beziehungsweise vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten. Diese und weitere Hinweise sind bei der Interpretation der Insolvenzstatistiken zu beachten.

Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Januar 2024 gegenüber Januar 2023 um mehr als ein Viertel gestiegen

Im Januar 2024 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 1.622 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 27,6 % mehr als im Januar 2023, aber nur 0,8 % mehr als im Januar 2020 (1.609 beantragte Unternehmensinsolvenzen), dem entsprechenden Vergleichsmonat im Zeitraum vor dem von Sonderregelungen und niedrigen Insolvenzzahlen geprägten Zeitraum der Corona-Krise.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im Januar 2024 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 3,5 Milliarden Euro. Im Januar 2023 hatten die Forderungen bei rund 2,3 Milliarden Euro gelegen.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Januar 2024 in Deutschland insgesamt 4,7 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 9,1 Fällen. Danach folgten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen) mit 7,9 Fällen, das Baugewerbe mit 7,1 Fällen sowie das Verarbeitende Gewerbe mit 6,0 Fällen je 10.000 Unternehmen.

6,3 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Januar 2024 als im Vorjahresmonat

Im Januar 2024 gab es 5.655 Verbraucherinsolvenzen. Damit stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 6,3 % gegenüber Januar 2023.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Inflationsrate im März 2024 bei +2,2 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im März 2024 bei +2,2 %. Im Februar 2024 hatte die Inflationsrate bei +2,5 % gelegen, im Januar 2024 noch bei +2,9 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im März 2024 gegenüber dem Vormonat Februar 2024 um 0,4 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.04.2024

Preise für Energie und Nahrungsmittel schwächen die Inflationsrate weiter ab

Verbraucherpreisindex, März 2024
+2,2 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, März 2024
+2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,6 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im März 2024 bei +2,2 %. Im Februar 2024 hatte die Inflationsrate bei +2,5 % gelegen, im Januar 2024 noch bei +2,9 %. Damit war die Inflationsrate im März 2024 so niedrig wie zuletzt im Mai 2021 (ebenfalls +2,2 %), ein noch niedrigerer Wert wurde zuvor im April 2021 (+2,0 %) ermittelt. „Die Inflationsrate hat sich erneut abgeschwächt“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. „Die Preissituation bei Energie und Nahrungsmitteln dämpfte die Inflationsrate bereits im zweiten Monat in Folge. Im März 2024 waren Nahrungsmittel für Verbraucherinnen und Verbraucher erstmals seit Februar 2015 günstiger als ein Jahr zuvor“, so Brand. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im März 2024 gegenüber dem Vormonat Februar 2024 um 0,4 %.

Energieprodukte verbilligten sich um 2,7 % gegenüber März 2023

Trotz der im Januar 2024 weggefallenen Preisbremsen für Energieprodukte und der ebenfalls ab Januar 2024 auf die Preise für fossile Brennstoffe wie Kraftstoffe, Heizöl und Erdgas wirkenden CO2-Preis-Erhöhung lagen die Energiepreise im März 2024 um 2,7 % niedriger als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn wurden damit bei Energie durchgehend Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat ermittelt (Januar 2024: -2,8 %; Februar 2024: -2,4 %). Diese Entwicklung dämpfte die Inflationsrate.

Die Preise für Haushaltsenergie gingen von März 2023 bis März 2024 um 4,6 % zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem von günstigeren Preisen für Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (-10,8 %), aber auch für Erdgas (-9,2 %) und Strom (-8,1 %) profitieren. Dagegen waren einige Energieprodukte teurer als ein Jahr zuvor, vor allem Fernwärme (+20,6 %). Auch Mineralölprodukte verteuerten sich leicht (+0,3 %, davon Kraftstoffe: +0,3 %; leichtes Heizöl: +0,4 %).

Preisrückgänge bei Nahrungsmitteln um 0,7 % gegenüber März 2023

Die Preise für Nahrungsmittel verbilligten sich im März 2024 um 0,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit waren die Nahrungsmittelpreise erstmals seit Februar 2015 (-0,2 %) niedriger als im entsprechenden Monat des Vorjahres. Der Preisauftrieb für Nahrungsmittel verlangsamte sich seit April 2023 und lag bereits im Februar 2024 mit +0,9 % unter der Gesamtteuerung. Von März 2023 bis März 2024 wurde vor allem frisches Gemüse (-20,1 %) günstiger. Auch für Molkereiprodukte (-5,5 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich weniger bezahlen als ein Jahr zuvor. Teurer binnen Jahresfrist wurden Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+0,9 %). Zudem lagen verschiedene Nahrungsmittelpreise im März 2024 teilweise deutlich über der Gesamtteuerung, unter anderem bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (+8,4 %), bei Obst (+4,2 %) sowie bei Brot und Getreideerzeugnissen (+3,0 %). Auffällig binnen Jahresfrist blieb zudem ein merklicher Preisrückgang bei Sonnenblumenöl, Rapsöl und Ähnlichem (-21,7 %) sowie ein enormer Preisanstieg bei Olivenöl (+54,1 %).

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +3,3 %

Im März 2024 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,7 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag bei +3,3 %. Diese Kenngrößen verdeutlichen auch, dass die Teuerung in anderen Güterbereichen insgesamt über der Gesamtteuerung lag. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Energie gegenüber dem Vorjahresmonat hatte bereits seit Januar 2024 über der Gesamtteuerung gelegen.

Waren verteuerten sich gegenüber März 2023 unterdurchschnittlich um 1,0 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von März 2023 bis März 2024 um 1,0 % und lagen damit unterhalb der Gesamtteuerung. Darunter verteuerten sich Verbrauchsgüter um 0,5 % und Gebrauchsgüter um 1,8 %. Einige Waren wurden dennoch überdurchschnittlich teurer, unter anderem alkoholfreie Getränke (+6,5 %), alkoholische Getränke und Tabakwaren (+5,2 %) sowie Personenkraftwagen (+4,1 %). Günstiger wurden dagegen zum Beispiel Mobiltelefone (-5,3 %) und Informationsverarbeitungsgeräte (-5,5 %).

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,7 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im März 2024 um 3,7 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Bedeutsam für die Preisentwicklung bei Dienstleistungen waren die Nettokaltmieten mit einem Preisanstieg von 2,1 %. Einige andere Preise für Dienstleistungen erhöhten sich jedoch überdurchschnittlich, unter anderem die Preise für Versicherungen (+11,0 %), für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+7,8 %) sowie für die Gaststättendienstleistungen (+6,9 %). Dagegen dämpfte auch im März 2024 das bereits seit Mai 2023 gültige Deutschlandticket weiterhin den Preisanstieg bei Dienstleistungen. Insbesondere verbilligten sich die kombinierten Tickets für Bahn, Bus und Ähnliches (-23,3 %) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Preisanstieg gegenüber Vormonat, aber Energie und Nahrungsmittel wurden billiger

Im Vergleich zum Februar 2024 stieg der Verbraucherpreisindex im März 2024 um 0,4 %. Teurer binnen Monatsfrist wurden vor allem auch saisonbedingt Flugtickets (+21,2 %), Pauschalreisen (+6,8 %) und Bekleidungsartikel (+3,6 %). Hingegen gingen die Preise für Energie insgesamt gegenüber dem Vormonat um 0,3 % zurück, günstiger wurde vor allem leichtes Heizöl (-4,0 %). Auch die Preise für Erdgas (-1,1 %) und Strom (-0,9 %) gingen zurück. Für Nahrungsmittel insgesamt mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher im März 2024 ebenfalls etwas weniger bezahlen als im Vormonat (-0,3 %), vor allem für frisches Gemüse (-3,5 %) und Obst (-1,0 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Jedes fünfte Wohnungsbauunternehmen berichtet von Stornierungen

Im Wohnungsbau haben die Stornierungen lt. ifo Institut zugenommen. Knapp jedes fünfte Unternehmen (19,6 %) berichtete von stornierten Aufträgen. Im Februar waren es noch 17,7 %.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.04.2024

Im Wohnungsbau haben die Stornierungen zugenommen. Knapp jedes fünfte Unternehmen (19,6 %) berichtete von stornierten Aufträgen. Im Februar waren es noch 17,7 %. „Die Lage im Wohnungsbau bleibt angespannt“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Zu den Stornierungen kommen zu wenig neue Aufträge hinzu.“

Im März meldeten 56,2 % der Betriebe einen Auftragsmangel, nach 56,1 % im Februar. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau stieg zwar leicht an, bleibt aber weiterhin deutlich negativ. Die Erwartungen für die kommenden Monate sind stark von Pessimismus geprägt. „Wegen fehlender Aufträge reduzieren viele Unternehmen ihre Bauaktivität“, sagt Wohlrabe.

Im Tiefbau sind Stornierungen derzeit kein so großes Problem. Gegenwärtig berichten darüber nur 6,5 % (Vormonat 5,3 %). Rund jedem vierten Unternehmen mangelt es jedoch an Aufträgen.

Quelle: ifo Institut

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Lange Arbeiten: Wer im Alter arbeitet, ist zufriedener

Die Lebenszufriedenheit der Deutschen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das zeigt eine neue Auswertung des IIW Köln. Besonders zufrieden: die sog. Silver Worker, also 66- bis 70-Jährige, die über das Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten.

IW Köln, Pressemitteilung vom 11.04.2024

Die Lebenszufriedenheit der Deutschen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das zeigt eine neue Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Besonders zufrieden: die „Silver Worker“, also 66- bis 70-Jährige, die über das Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten.

Trotz der Corona-Pandemie und Inflation in den vergangenen Jahren steigt die Lebenszufriedenheit der Deutschen. So zeigt eine Auswertung des IW: Zwischen 2005 und 2021 stieg die durchschnittliche Lebenszufriedenheit von 6,8 auf 7,4 Skalenpunkte. Um das zu ermitteln, hat das Sozioökonomische Panel zwischen 1995 und 2021 zwischen knapp 14.000 und gut 30.000 Personen folgende Frage gestellt: „Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig, alles in allem, mit Ihrem Leben?“. Die Befragten ordnen sich auf einer zehnstufigen Antwortskala (0 = ganz und gar unzufrieden, 10 = ganz und gar zufrieden) ein.

Besonders zufrieden: Personen, die im Alter noch erwerbstätig sind. Die arbeitenden 66 – 70-Jährigen, die sog. Silver Worker, erreichten 2021 einen Mittelwert von 7,6 Skalenpunkten.

Finanzielle Gründe sind nachrangig

Vor allem soziale Kontakte spielen eine wichtige Rolle für die Weiterarbeit im Alter und können so zu einer höheren Zufriedenheit beitragen. Ein Arbeitsplatz gibt den Menschen die Möglichkeit, sich auszutauschen, in der Pause einen Kaffee zu trinken und gemeinsam etwas zu generieren. Dieses soziale Netz fehlt, wenn Menschen in den Ruhestand gehen. Auch ein strukturierter Tagesablauf und Routinen fallen weg, ein neuer Alltag muss bei Renteneintritt erst aufgebaut werden.

Finanzielle Gründe spielen bei der Entscheidung für oder gegen das Weiterarbeiten keine große Rolle. „Spaß und soziale Kontakte sind wichtige Motive bei der Entscheidung weiterzuarbeiten“, sagt die Rentenexpertin ​Ruth Schüler. Im Gegensatz zu den Silver Workern steht die Gruppe der erwerbslosen 61-65-Jährigen: Hier ist die Lebenszufriedenheit am niedrigsten und stieg in den letzten 10 Jahren nur gering. „Unsere Zahlen zeigen, dass der frühe Erwerbsausstieg keine Garantie für eine hohe Lebenszufriedenheit ist,“ ergänzt die Verhaltensökonomin Jennifer Potthoff.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Mangel an IT-Fachkräften droht sich dramatisch zu verschärfen

In Deutschland werden im Jahr 2040 rund 663.000 IT-Fachleute fehlen, wenn die Politik nicht massiv gegensteuert. Das zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 11.04.2024

  • Bis 2040 werden in Deutschland 663.000 IT-Fachleute fehlen
  • Bitkom stellt erstmals Langfriststudie zum Fachkräftemangel vor
  • Wintergerst: „Ohne IT-Spezialisten verspielt Deutschland seine digitale Zukunft“

In Deutschland werden im Jahr 2040 rund 663.000 IT-Fachleute fehlen, wenn die Politik nicht massiv gegensteuert. Das zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom, die heute vorgestellt wurde. Im vergangenen Jahr gab es 149.000 unbesetzte IT-Stellen in deutschen Unternehmen, fünf Jahre zuvor waren es erst 82.000. Hinzu kommen tausende offene Stellen mit IT-Schwerpunkt in Verwaltungen, Schulen oder Wissenschaftseinrichtungen. „Der sich seit Jahren verschärfende Mangel an IT-Fachkräften betrifft das ganze Land und bremst die dringend notwendige Digitalisierung. Eine immer größer werdende Fachkräftelücke in der IT bedeutet einen Verlust von Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung, Wachstum und Wohlstand. Ohne IT-Spezialistinnen und -Spezialisten verspielt Deutschland seine digitale Zukunft“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die gute Nachricht ist: Wenn wir jetzt konsequent handeln, muss diese Projektion nicht Realität werden. Notwendig ist, dass in allen Bereichen gleichzeitig die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden.“ Die drohende Fachkräftelücke lässt sich nach den Berechnungen des Bitkom nur schließen, wenn umgehend massiv gegengesteuert wird. So könnten bis 2040 durch die Förderung des Quereinstiegs rund 129.500 zusätzliche IT-Fachkräfte gewonnen werden, durch Maßnahmen im Bereich Studium und Ausbildung kämen weitere rund 108.000 hinzu und 68.500 ließen sich aktivieren, indem ältere Beschäftigte länger im Job bleiben. Unverzichtbar ist aus Bitkom-Sicht, weitere 321.000 IT-Expertinnen und -Experten über bessere Zuwanderungsmöglichkeiten nach Deutschland zu holen. Wintergerst: „Wenn wir uns extrem anstrengen, können wir die absehbare Fachkräftelücke etwa zur Hälfte aus dem Inland schließen. Die andere Hälfte aber braucht zwingend qualifizierte Zuwanderung aus allen Teilen der Welt.“

Den Berechnungen zufolge wird das Angebot an IT-Fachkräften von derzeit 1,136 Millionen bis 2040 auf 1,256 leicht um rund 120.000 zulegen – sofern die entsprechenden Maßnahmen auf dem aktuellen Niveau fortgeführt werden. Dabei spielt auch der vergleichsweise geringe Altersdurchschnitt in den IT-Berufen eine Rolle. Während bis 2040 in der Gesamtwirtschaft 50,5 Prozent der derzeitigen Beschäftigten aus dem Berufsleben ausscheiden werden, sind es in den IT-Berufen nur 32,5 Prozent. „Diese zunächst positive Ausgangslage bedeutet aber auch, dass die demographische Entwicklung die IT nach 2040 umso härter trifft. Umso wichtiger ist, dass wir jetzt die Weichen stellen und erfolgreich gegensteuern“, so Wintergerst. Denn gleichzeitig wird bis 2040 der Bedarf an IT-Fachkräften in der Wirtschaft rasant steigen. Liegt er derzeit bei 1,29 Millionen, so werden es dann 1,92 Millionen sein. Das ist eine Zunahme um rund 630.000.

Junge Menschen für IT begeistern, Studium und Ausbildung verbessern

Durch bildungspolitische Maßnahmen wie ein Pflichtfach Informatik, mehr Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft sowie zusätzliche Informatik-Lehrstühle ließe sich das zuletzt bereits gestiegene Interesse an IT-Berufen verstetigen und weiter erhöhen. Dadurch könnten laut Bitkom bis 2040 rund 27.000 JT-Fachkräfte zusätzlich gewonnen werden. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf Mädchen und Frauen liegen. So sind aktuell nur rund 21 Prozent der Studierenden und 10 Prozent der Auszubildenden im Bereich Informatik weiblich. Wintergerst: „Es gibt keinen wirklichen Grund, warum nicht genauso viele Frauen einen IT-Beruf anstreben und ergreifen sollten wie Männer.“ Wenn der Frauenanteil unter denjenigen, die Studium und Ausbildung abschließen, auf 50 Prozent erhöht würde, könnten bis 2040 weitere 25.500 IT-Fachkräfte zur Verfügung stehen. Ein weiterer Ansatzpunkt im Bereich Studium ist die Reduzierung der Abbrecherquote in den Informatik-Studiengängen, die mit 42 Prozent deutlich über dem Durchschnitt aller Studiengänge von derzeit 27 Prozent liegt. Wenn die Abbrecherquote auf 20 Prozent gesenkt würde, könnten bis 2040 weitere rund 55.000 hochqualifizierte IT-Fachkräfte in Deutschland gewonnen werden.

Ältere Beschäftigte im Arbeitsmarkt halten

Zugleich könnten bis 2040 weitere rund 68.500 IT-Fachkräfte zusätzlich zur Verfügung stehen, wenn ältere Beschäftigte über das Renteneintrittsalter hinaus freiwillig im Arbeitsmarkt blieben. Aktuell sind gerade einmal 0,9 Prozent der IT-Beschäftigten 65 Jahre alt oder älter. Um diesen Anteil zu erhöhen, braucht es finanzielle Anreize für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen, zugleich sollten die Sozialabgaben für Erwerbstätige im Rentenalter ganz abgeschafft oder zumindest deutlich verringert werden. „Die IT bietet häufig Arbeitsbedingungen, die eine Tätigkeit auch im Alter ermöglicht und viele Beschäftigte würden auch gerne länger arbeiten. Arbeiten jenseits der 65 ist allerdings häufig weder für die Unternehmen noch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktiv“, so Wintergerst. „Die Unternehmen selbst sind gefordert, ältere Beschäftigte kontinuierlich weiterzubilden – und wir müssen gerade in den besonders jugendorientierten Tech-Unternehmen eine Kultur entwickeln, die Ältere als wichtigen Teil von Diversität begreift und das auch lebt.“

Quereinstieg in die IT weiter erleichtern

Die IT bietet schon heute ideale Voraussetzungen für den Quereinstieg, rund ein Viertel aller Fachkräfte in der IT-Branche sind Quereinsteigerinnen oder Quereinsteiger. Durch konkrete Maßnahmen wie die Förderung von Quereinstiegsprogrammen und Bootcamps sowie den Ausbau von Beratungsangeboten kann nach Berechnungen des Bitkom die Zahl der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger um 50 Prozent erhöht werden, was rund 129.500 zusätzlichen Fachkräften entspricht. „Wichtig sind Flexibilität und Kreativität. So sollten etwa gemäß dem Modell Bildungsteilzeit Menschen, die sich in die IT, aber auch in andere Mangelberufe orientieren wollen, gezielt finanziell unterstützt werden. Aber auch die Unternehmen selbst müssen in ihre Zukunft investieren und Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowohl von aktiven als auch von potenziellen Beschäftigten massiv ausbauen“, sagt Wintergerst.

Fachkräftelücke lässt sich nur mit Zuwanderung schließen

Allerdings selbst wenn alle diese Maßnahmen greifen, bleibt im Jahr 2040 noch eine Lücke von etwa 357.000 fehlenden IT-Spezialistinnen und -Spezialisten. Zuletzt sind bereits jährlich etwa 13.000 ausländische Fachkräfte aus der EU und anderen Ländern in IT-Berufe zugewandert. Durch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz sollen nach dem Willen der Bundesregierung pro Jahr 75.000 zusätzliche Fachkräfte aus Drittstaaten außerhalb der EU nach Deutschland kommen, auf IT-Berufe bezogen wären das 4.000 pro Jahr. Ein ähnlicher Anstieg müsse auch für EU-Staaten erreicht werden. „Wir werden mit dem inländischen Potenzial und der bisherigen Zuwanderung die IT-Fachkräftelücke nicht schließen können. Deutschland muss als Arbeits- und Lebensmittelpunkt für IT-Fachleute viel attraktiver werden“, so Wintergerst. „Diese Menschen werden weltweit umworben. Damit wir für sie attraktiv sind, muss Deutschland eine offene, tolerante und freie Gesellschaft bleiben. Xenophilie statt Xenophobie, darum muss es gehen.“ Bitkom plädiert dafür, die Ausländerbehörden zu Willkommensagenturen umzubauen, das internationale Marketing für den IT-Standort Deutschland zu verstärken und die Einwanderung deutlich zu entbürokratisieren und zu beschleunigen, etwa durch eine umfassende Digitalisierung der Verfahren. Nach den Bitkom-Berechnungen könnten so bis 2040 insgesamt etwa 321.000 zusätzliche Fachkräfte aus Drittstaaten und der EU nach Deutschland kommen.

Werden alle Maßnahmen kurzfristig angegangen, so ließe sich die Fachkräftelücke in der IT bis 2040 auf rund 35.800 reduzieren. „Digitalisierung braucht Technologie, sie braucht aber vor allem Menschen, die sie voranbringen“, sagt Wintergerst. „Der Fachkräftemangel ist kein Naturereignis. Wir müssen auf niemanden warten oder auf etwas hoffen, wir müssen selbst aktiv werden. Seit Jahren diskutieren wir über den Fachkräftemangel in der IT und starten einzelne Projekte. Woran es fehlt, ist eine ambitionierte Gesamtstrategie. Sie muss jetzt kommen.“

Quelle: Bitkom

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Weniger deutsche Unternehmen von China abhängig

Weniger Unternehmen in Deutschland geben an, abhängig von Vorprodukten aus China zu sein. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut/EconPol Europe, Pressemitteilung vom 11.04.2024

Weniger Unternehmen in Deutschland geben an, abhängig von Vorprodukten aus China zu sein. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. Demnach sind derzeit 37 Prozent aller Industrieunternehmen in Deutschland auf wichtige Vorprodukte aus China angewiesen. Im Februar 2022, unmittelbar vor Beginn des Krieges in der Ukraine, waren es noch 46 Prozent. „Gleichzeitig sehen wir, dass weniger Unternehmen ihre Importe aus China zukünftig verringern wollen“, sagt Lisandra Flach, Leiterin des ifo Zentrums für Außenwirtschaft. Vor zwei Jahren plante dies noch fast jedes zweite Industrieunternehmen. In der aktuellen Umfrage sank dieser Anteil auf 38 Prozent.

Besonders häufig gaben Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten (65 Prozent), elektrischen Ausrüstungen (60 Prozent) und Unternehmen der Autoindustrie (59 Prozent) an, auf wichtige Vorprodukte aus China angewiesen zu sein. „Im Vergleich zur Umfrage von 2022 ist in fast allen Industriebranchen der Anteil der Unternehmen zurückgegangen, die wichtige Vorprodukte aus China beziehen“, sagt Andreas Baur, Koautor der Studie. Besonders stark fiel der Rückgang bei den Möbelherstellern (Rückgang um 29 Prozentpunkte) und in der Automobilindustrie (Rückgang um 17 Prozentpunkte) aus. Einzige Ausnahme bilde die Chemische Industrie. Hier gaben in der neuesten Umfrage 46 Prozent aller Unternehmen an auf Vorleistungen aus China angewiesen zu sein. Im Vergleich zu 2022 war dies ein Anstieg um 5 Prozentpunkte.

Der Rückgang lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass weniger Unternehmen auf Vorleistungen von chinesischen Herstellern angewiesen sind. „Der Anteil der Firmen, die Vorprodukte von eigenen Produktionsstätten in China beziehen, hat sich dagegen praktisch nicht verändert“, sagt Baur. Deutsche Unternehmen, die selbst in China produzieren, planen zudem deutlich seltener, ihre Importe aus China (31 Prozent) zu verringern im Vergleich zu Unternehmen ohne eigene Produktionsstandorte in China (41 Prozent). Gründe, weniger aus China zu importieren, sind für die Unternehmen grundsätzlich Diversifizierungsbestrebungen und wachsende politische Unsicherheit.

Quelle: ifo Institut

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KI gilt den Deutschen als entscheidend für die Zukunft

Künstliche Intelligenz wird lt. Bitkom die Wirtschaft in Zukunft prägen, und die meisten Menschen sehen in diesem wichtigen Bereich für Deutschland Nachholbedarf. Rund zwei Drittel (65 Prozent) der Deutschen halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie, nur 29 Prozent halten das Thema für massiv überschätzt und einen Hype. Drei Viertel (77 Prozent) gehen sogar davon aus, dass KI entscheidend dafür sein wird, ob deutsche Unternehmen künftig weltweit erfolgreich sind.

Bitkom, Pressemitteilung vom 10.04.2024

  • Zwei Drittel halten Künstliche Intelligenz für die wichtigste Zukunftstechnologie
  • Nur 2 Prozent sehen Deutschland bei KI weltweit als führend an

Künstliche Intelligenz wird die Wirtschaft in Zukunft prägen, und die meisten Menschen sehen in diesem wichtigen Bereich für Deutschland Nachholbedarf. Rund zwei Drittel (65 Prozent) der Deutschen halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie, nur 29 Prozent halten das Thema für massiv überschätzt und einen Hype. Drei Viertel (77 Prozent) gehen sogar davon aus, dass KI entscheidend dafür sein wird, ob deutsche Unternehmen künftig weltweit erfolgreich sind. 56 Prozent erwarten, dass KI die Welt so grundlegend verändern wird wie etwa die Erfindung des Verbrennungsmotors oder die Elektrifizierung. Zugleich sehen derzeit nur 2 Prozent Deutschland als weltweit führende Nation beim Thema Künstliche Intelligenz. Das sind Ergebnisse einer Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Wir brauchen mehr Künstliche Intelligenz in Deutschland. Wir müssen den KI-Einsatz in den Unternehmen, aber auch in der Verwaltung sowie im Gesundheitswesen und in der Bildung massiv ausweiten. Und wir müssen die Entwicklung von KI-Anwendungen hierzulande noch stärker unterstützen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die Europäische Union hat mit dem AI Act einen Rechtsrahmen geschaffen, der jetzt von den Mitgliedsstaaten ausgefüllt werden muss. Die Bundesregierung muss dabei dafür sorgen, dass sich KI in Deutschland optimal entwickeln kann. Gefordert sind Augenmaß und eine praxistaugliche Ausgestaltung der Regulierung.“

Als weltweit führende KI-Nation gilt den Deutschen derzeit die USA (36 Prozent), dahinter folgt China (24 Prozent). Mit deutlichem Abstand wird danach Japan (6 Prozent) genannt, Deutschland kommt auf 2 Prozent, Südkorea auf 1 Prozent. Asien allgemein nennen 6 Prozent, Europa allgemein nennt praktisch niemand. 5 Prozent sehen keine Nation als führend an und rund ein Fünftel (22 Prozent) kann oder will dazu keine Aussage treffen.

Quelle: Bitkom

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Bürokratieabbau: Entlastungspaket für die Garantieinstrumente der Außenwirtschaftsförderung beschlossen

Für die Bundesregierung ist der Bürokratieabbau ein Kernanliegen. In diesem Sinne hat die Bundesregierung auch ein Entlastungspaket für die Garantieinstrumente der Außenwirtschaftsförderung beschlossen. Ziel sind einfachere und schnellere Antrags- und Entscheidungsverfahren bei den Exportkredit- und den Investitionsgarantien des Bundes.

BMF und BMWK, gemeinsame Pressemitteilung vom 10.04.2024

Für die Bundesregierung ist der Bürokratieabbau ein Kernanliegen. Sie hat in den letzten Monaten zahlreiche Initiativen zur Entbürokratisierung auf den Weg gebracht, darunter insbesondere Maßnahmen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und das Bürokratieentlastungsgesetz IV.

In diesem Sinne hat die Bundesregierung auch ein Entlastungspaket für die Garantieinstrumente der Außenwirtschaftsförderung beschlossen. Ziel des Entlastungspaketes sind einfachere und schnellere Antrags- und Entscheidungsverfahren bei den Exportkredit- und den Investitionsgarantien des Bundes.

Mittelstandsförderung durch Bürokratieabbau

„Mit der Außenwirtschaftsförderung unterstützen wir deutsche Unternehmen dabei, ausländische Märkte zu erschließen. Dabei geht es um Exportkreditgarantien und Garantien für Direktinvestitionen im Ausland. Mit insgesamt 20 Maßnahmen vereinfachen und beschleunigen wir nun den Zugang zur Außenwirtschaftsförderung. Davon profitieren gerade Exporte und Projekte mittelständischer Unternehmen. Damit unterstützen wir die deutsche Wirtschaft dabei, ihre Geschäftsbeziehungen weiter zu diversifizieren.“

Der parlamentarische Staatssekretär Florian Toncar

„Die Stärkung der deutschen Außenwirtschaft ist von zentraler Bedeutung für unsere wirtschaftliche Zukunft. Durch die gezielte Entbürokratisierung bei den Garantieinstrumenten der Außenwirtschaftsförderung stärken wir deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Unser Ziel ist es, bürokratische Hürden abzubauen und den Unternehmen den Weg zu neuen Märkten zu erleichtern.“

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Dr. Franziska Brantner

Die Garantieinstrumente werden schon heute vor allem vom Mittelstand genutzt. Rund drei Viertel aller mit Exportkreditgarantien abgesicherten Geschäfte kommen von KMU. Bei den Investitionsgarantien wurden 70 Prozent der im Jahr 2023 genehmigten Anträge von kleinen und mittleren Unternehmen gestellt.

Entlastungen entlang der gesamten Prozesskette

Die beschlossenen Maßnahmen verschlanken das Verfahren entlang der gesamten Prozesskette – vom Antrag auf Übernahme einer Garantie bis nach Abschluss des Entschädigungsverfahrens (Regress).

Insgesamt hat sich die Bundesregierung auf 20 Entlastungsmaßnahmen für die Exportkredit- und Investitionsgarantien verständigt. Diese werden sukzessive im Laufe dieses Jahres umgesetzt und kontinuierlich auf ihre Wirksamkeit überprüft. Die Vielzahl an Vereinfachungen soll in Summe zu messbarer Entlastung und Verfahrungsbeschleunigung führen.

Das Entlastungspaket für die Exportkreditgarantien des Bundes sieht unter anderem folgende Maßnahmen vor:

  • Mehr Entscheidungen in niedrigschwelligen Gremien – dadurch Beschleunigung der Antragsbearbeitung und -entscheidung.
  • Die Antragsprüfung wird entschlackt – eine Reihe von Sonderprüfungen entfällt oder wird in bestehende Prüfschritte integriert.
  • Der Anwendungsbereich für die digitale Lieferanten- und Finanzkreditdeckung (click&cover) wird ausgeweitet.
  • Durch den Einsatz von KI werden Prozesse beschleunigt.
  • Die Anzahl an Originaldokumenten, die im Antragsprozess notwendig sind, wird weiter reduziert.
  • Bedingungswerke werden vereinfacht: Banken können leichter die Erfüllung der Voraussetzungen für die Auszahlung aus bundesgedeckten Krediten nachweisen. Und bei der Ausfuhrpauschal-Gewährleistung (APG) – einem vor allem von KMU genutzten Garantieinstrument – sind Bestimmungen zur Anrechnung jetzt weniger komplex.
  • Nach einer Entschädigung durch den Bund ist der Deckungsnehmer verpflichtet, die bundesgedeckte Forderung weiter einzutreiben. Hier ist eine Entlastung bei der APG geplant – diese kommt insbesondere KMU zugute.
  • Einführung Bürokratiecheck: Bei jeder Produkt- oder Prozessanpassung wird diese auf einen möglichen Mehraufwand für die Nutzer der Exportkreditgarantien hin überprüft.

Das Entlastungspaket für die Investitionsgarantien des Bundes sieht die folgenden Maßnahmen vor:

  • Bei Investitionen bis zu 5 Mio. Euro in unkritischen Zielländern wird ein vereinfachtes Antragsverfahren eingeführt, von dem insbesondere KMU profitieren werden. Im Grundsatz werden dabei alle für die Antragstellung erforderlichen Informationen im Antragsformular zusammengefasst. Zusätzliche Unterlagen und Projektinformationen werden nur in wenigen Ausnahmefällen erforderlich.
  • Der über die Garantievergabe entscheidende Interministerielle Ausschuss wird zukünftig die Möglichkeit haben, umfassende Grundsatzentscheidungen zu einem Investitionsprojekt insgesamt zu treffen, um im Anschluss schnell und unbürokratisch über einzelne Investitionsschritte innerhalb des Gesamtprojekts entscheiden zu können.
  • In der Verwaltung laufender Investitionsgarantien wird der Bearbeitungsaufwand für die Unternehmen zukünftig erheblich vereinfacht – z. B. durch längere Laufzeiten bei der Verlängerung von Garantien und längere Fristen, in denen Einbringungen auf die Kapitalanlage gemeldet werden können. Zudem entfallen zukünftig Nachträge zu den Investitionsgarantien bei der klassischen Darlehenstilgung.
  • Die Berichterstattungspflichten für Investitionsgarantien werden reduziert: So konzentrieren sich Berichtspflichten zu umweltbezogenen, sozialen oder menschenrechtlichen Auswirkungen eines Projekts zukünftig auf die Frühphase von Projekten, auf die Umsetzung von Maßnahmenplänen und Auflagen, auf Projekte mit potenziell erhöhten Risiken in diesem Bereich sowie besondere Vorkommnisse. Dies gilt auch für alle bereits bestehenden Garantien.

Quelle: Bundesministerium der Finanzen

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