Taxonomie: Konsultation zur Überarbeitung der Kriterien für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten

Die EU-Kommission leitet eine öffentliche Konsultation zu möglichen Überarbeitungen der Kriterien der EU-Taxonomie ein. Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystems für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Sie soll im Rahmen der Überarbeitung einfacher und benutzerfreundlicher gestaltet werden.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 17.03.2026

Die Kommission leitet eine öffentliche Konsultation zu möglichen Überarbeitungen der Kriterien der EU-Taxonomie ein. Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystems für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Sie soll im Rahmen der Überarbeitung einfacher und benutzerfreundlicher gestaltet werden. Beiträge können bis zum 14. April eingesendet werden.

Die EU-Taxonomieverordnung ist ein Eckpfeiler des EU-Rahmens für ein nachhaltiges Finanzwesen und lenkt Investitionen in nachhaltige Projekte. In ihren „technischen Bewertungskriterien“ sind die Bedingungen festgelegt, die Wirtschaftstätigkeiten erfüllen müssen, um als nachhaltig zu gelten.

Vorschläge stützen sich auf Input der Interessenträger

Die Überprüfung stützt sich auf umfassende Beiträge der Interessenträger aus Konsultationen, Workshops und einer Aufforderung zur Stellungnahme. Die heute veröffentlichten Überarbeitungsentwürfe enthalten gestraffte Kriterien und Klarstellungen dazu, wie die Einhaltung der Vorschriften nachzuweisen ist. Die Vorschläge würden auch die Kriterien an die aktualisierten EU-Rechtsvorschriften anpassen und den technologischen Fortschritt besser widerspiegeln.

Ziel ist es, die Vorgaben zu vereinfachen, den Zugang zu grüner Finanzierung in der EU zu verbessern und die Markttransparenz durch klarere Offenlegungen zu erhöhen.

Quelle: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland

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Einbruch der Erwartungen infolge des Kriegs in Nahost

Nach dem kräftigen Anstieg zum Jahresbeginn brechen die Erwartungen über die Konjunktur Deutschlands im März ein. Sie liegen lt. ZEW mit minus 0,5 Punkten um minus 58,8 Punkte unter dem Vormonatswert.

ZEW, Pressemitteilung vom 17.03.2026

Der ZEW-Indikator liegt bei minus 0,5 Punkten

Nach dem kräftigen Anstieg zum Jahresbeginn brechen die Erwartungen über die Konjunktur Deutschlands im März ein. Sie liegen mit minus 0,5 Punkten um minus 58,8 Punkte unter dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich dagegen leicht verbessert. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 62,9 Punkten um plus 3,0 Punkte über dem Vormonatswert.

„Der ZEW-Index ist eingebrochen. Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise massiv nach oben und sorgt für steigenden Inflationsdruck. Für die deutsche Wirtschaft wächst damit das Risiko, dass der begonnene Erholungstrend der Konjunktur ausgebremst wird. Wie stark die Effekte ausfallen, hängt von Dauer und Intensität des Konflikts ab. Die Finanzmarktexpertinnen und -experten sind aber skeptisch, dass es zu einem schnellen Ende des Konflikts kommen wird“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Ergebnisse.

Kaum eine Branche erfährt eine Verbesserung im März. Besonders betroffen von den negativen Entwicklungen sind die energieintensiven Branchen: Chemie- und Pharmaindustrie (minus 43,6 Punkte gegenüber dem Vormonat), Automobilbranche (minus 34,3 Punkte gegenüber dem Vormonat) und Maschinenbau (minus 35,5 Punkte gegenüber dem Vormonat). Des Weiteren verzeichnen die Stahl- und Metallindustrie sowie das Baugewerbe ebenfalls starke Rückgänge. Beim letzteren könnte dies auch mit der Erwartung steigender Zinsen zusammenhängen. Etwa 80 Prozent der Befragten rechnen mit Inflationsdruck sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone.

Die Erwartungen für die Eurozone verzeichnen einen starken Rückgang im März und rutschen mit minus 8,5 Punkten in den negativen Bereich. Der Index liegt um minus 47,9 Punkte niedriger als im Februar. Die Bewertung der Lage verschlechtert sich. Diese liegt mit minus 29,9 Punkten um minus 16,3 Punkte unter dem Vormonatswert.

Quelle: ZEW

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Wie Künstliche Intelligenz den Fachkräftebedarf verändert

Die Künstliche Intelligenz ist in den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) angekommen. Dies belegen lt. IfM Bonn auch die statistischen Zahlen.

IfM Bonn, Mitteilung vom 17.03.2026

Weichen für KI-kompetente Belegschaften müssen jetzt gestellt werden

In Steuerberatungskanzleien wird Künstliche Intelligenz (KI) genutzt, um Routinetätigkeiten wie Buchungs- und Belegverarbeitung zu automatisieren. Einzelne Malerbetriebe setzen Roboter für standardisierte Arbeiten ein wie für das Grundieren großer Flächen. In anderen Handwerksbetrieben unterstützen digitale Assistenzsysteme die Geschäftsführung bei der Routenplanung, Telefonassistenz und im Workflow-Management. Die Künstliche Intelligenz ist in den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) angekommen. Dies belegen auch die statistischen Zahlen: In 2025 nutzte rund jedes vierte KMU in Deutschland KI-Verfahren. Dies waren nicht nur mehr Unternehmen als im EU-Durchschnitt (19 %), sondern auch deutlich mehr als in 2024 (19 %).

Vorrangig unterstützender KI-Einsatz

„Aktuell dient der KI-Einsatz in den kleineren und mittleren Unternehmen vor allem dazu, die Beschäftigten bei zeit- und ressourcenintensiven Tätigkeiten zu entlasten. Manche Geschäftsführungen nutzen den KI-Einsatz aber auch gezielt, um ihre Arbeitgeberattraktivität zu steigern und Nachwuchskräfte anzulocken“, berichtet Dr. Jonas Löher, der gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des IfM Bonn die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf den Fachkräftemangel untersucht hat. Dabei zeigte sich, dass aktuell durch die Arbeitsentlastung der Beschäftigten zwar Stellenbesetzungsprobleme reduziert werden können. Da die Künstliche Intelligenz jedoch zunehmend Tätigkeitsprofile generell verändert, wird zukünftig der Bedarf an entsprechend qualifizierten Beschäftigten steigen. Entsprechend müssen Berufsausbildungen, Studiengänge und Weiterbildungsangebote zeitnah an die neuen personellen Herausforderungen angepasst werden. Anderenfalls drohen vor allem den kleinen und mittleren Unternehmen Wettbewerbsnachteile aufgrund von Personalrekrutierungsproblemen.

Hemmnisse beim KI-Einsatz

Doch auch wenn der stetig steigende Wettbewerbsdruck kleinere Unternehmen dazu zwingt, sich intensiver mit Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen, hängt deren Einsatz dennoch vorrangig von der digitalen Kompetenz und Affinität der Unternehmerperson ab. In vielen Führungsetagen herrscht jedoch angesichts der Vielzahl an verfügbaren Lösungen Unsicherheit, welche Anwendungen für das Unternehmen geeignet und nützlich sind. Hinzu kommen nach Untersuchungen des Studienteams unzureichende Dateninfrastrukturen, fehlende Datenqualität und unklare Datenschutzvorgaben als Hemmnisse für den KI-Einsatz. „Grundsätzlich liegt es in der Hand der Unternehmen, die zahlreichen Chancen von KI zu nutzen. Hierfür gibt es bereits zahlreiche öffentliche und private Unterstützungsangebote, wie beispielsweise das Förderprogramm ‚Mittelstand-Digital‘ des BMWE oder die Förderung von KI-Projekten im Rahmen des ZIM“, berichtet Dr. Löher. „Um den mittelständischen Unternehmen ihre Sorgen hinsichtlich der Datensicherheit zu nehmen, sollten jedoch jetzt in Europa die Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Unternehmen KI-Anwendungen sicher und selbstbestimmt nutzen können.“

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung Bonn

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2026

Nach der konjunkturellen Belebung Ende vergangenen Jahres hat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zu Jahresbeginn 2026 an Dynamik verloren. Ungeachtet der fortgesetzten Verbesserung der Stimmungsindikatoren haben sich wichtige Konjunkturindikatoren wie Industrieproduktion, Auftragseingänge und Einzelhandelsumsätze spürbar abgeschwächt. Das BMWE gibt einen Überblick.

BMWE, Pressemitteilung vom 16.03.2026

  • Nach der konjunkturellen Belebung Ende vergangenen Jahres hat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zu Jahresbeginn 2026 an Dynamik verloren. Ungeachtet der fortgesetzten Verbesserung der Stimmungsindikatoren haben sich wichtige Konjunkturindikatoren wie Industrieproduktion, Auftragseingänge und Einzelhandelsumsätze spürbar abgeschwächt. Von der erneuten Krisensituation im Nahen Osten und den damit zusammenhängenden drastischen globalen Preissteigerungen bei Rohöl und Erdgas dürfte auch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland temporär belastet werden. Der Erholungsprozess bleibt angesichts der externen Risiken fragil. Abhängig von der Dauer des Konflikts bzw. der faktischen Sperrung der Straße von Hormus sowie möglichen längerfristigen Beeinträchtigungen der dortigen Produktionskapazitäten bei Öl und Gas besteht das Risiko für einen Rückschlag bei der erwarteten konjunkturellen Erholung.
  • Die Industriekonjunktur hat sich zu Jahresbeginn deutlich abgeschwächt. Nachdem die Auftragseingänge infolge der umfangreichen öffentlichen Investitions- und Beschaffungsvorhaben im vierten Quartal 2025 stark expandierten, erscheint eine Konsolidierung zu Jahresbeginn nicht überraschend. Allerdings verzeichnet auch die Produktion im Januar ein Minus gegenüber dem Vormonat. Die jüngsten Stimmungsindikatoren sind zwar tendenziell aufwärtsgerichtet. Darin spiegeln sich aber noch nicht die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten wider.
  • Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Januar um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, nachdem der Dezemberwert deutlich nach oben revidiert wurde. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Januar ein Plus von 1,1 Prozent. Bei den Pkw-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Februar im Vormonatsvergleich ein Anstieg von 5,4 Prozent; in der Dreimonatsbetrachtung hingegen ein Rückgang von 11,3 Prozent. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine Seitwärtsbewegung der Konsumentwicklung im ersten Quartal 2026 hin.
  • Die Inflationsrate war im Februar mit 1,9 Prozent leicht rückläufig (Januar 2,1 Prozent). Dazu trug neben erneut geringeren Energiepreisen vor allem eine sich verlangsamende Teuerung von Nahrungsmitteln bei. Treiber des Preisanstiegs sind weiterhin Dienstleistungen. In den kommenden Monaten dürfte die Inflation infolge des Konflikts im Nahen Osten und des globalen Preisanstiegs bei Öl und Gas temporär steigen.
  • Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit verharrte im Februar abermals auf Vormonatsniveau. Gleichzeitig ging die Zahl der Erwerbstätigen im Januar weiterhin leicht zurück. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Dezember einen geringfügigen Anstieg, nachdem sie im Vormonat leicht rückläufig war. Aktuelle Frühindikatoren deuten noch auf keine absehbare Trendwende auf dem Arbeitsmarkt hin.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Dezember 2025 um 13,5 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 2.037 beantragte Verfahren gestiegen; vergleichen mit Dezember 2024 ist sie um 13,7 Prozent angewachsen. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich ein Anstieg um insgesamt 10,3 Prozent. Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für Februar einen Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von zwei Prozent gegenüber Februar 2025 aus.

Geopolitische Unsicherheiten belasten Perspektiven

Die zum Ende des vergangenen Jahres zu beobachtende positive konjunkturelle Dynamik in Deutschland hat sich zu Jahresbeginn 2026 nicht weiter fortgesetzt. So hat sich die Industriekonjunktur im Januar sowohl nachfrage- als auch produktionsseitig spürbar abgeschwächt. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich zwar zuletzt etwas aufgehellt: Das ifo Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft verbesserte sich im Februar sowohl hinsichtlich der aktuellen Lage als auch der Erwartungen, bleibt jedoch weiterhin deutlich unter seinem langfristigen Mittel. Auch die S&P-Einkaufsmanagerbefragungen deuten zuletzt auf eine beginnende Stabilisierung hin. Der entsprechende Index für Deutschland überschritt im Februar erstmals seit längerer Zeit wieder die Wachstumsschwelle. Dies spricht für eine allmähliche Erholung. Allerdings ist offen, inwieweit diese Signale in den kommenden Monaten Bestand haben werden. Denn die globalen Rohöl- und Gaspreissteigerungen vor dem Hintergrund des zwischenzeitlich neu entflammten Konflikts im Nahen Osten sind in den jüngsten Umfragen noch nicht abgebildet. Nur der kurz nach dem Angriff auf den Iran veröffentlichte Sentix-Konjunkturindex von Finanzmarktexperten weist darauf hin, dass sich die Stimmung im März sowohl global als auch für Deutschland spürbar eingetrübt hat.

Die binnenwirtschaftliche Entwicklung zeigt zu Jahresbeginn ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Die Inlandsumsätze in der Industrie wie auch die Auftragseingänge aus dem Inland sind, unter recht hohen Schwankungen infolge von Großaufträgen, in der Tendenz weiterhin aufwärtsgerichtet. Auch das Baugewerbe hat im Januar seine Erholung fortgesetzt, getragen allerdings maßgeblich von dem weniger witterungsabhängigen Ausbaugewerbe.

Die Dynamik bei dem privaten Konsum scheint dagegen nachzulassen. Die Umsätze im Einzelhandel gingen im Januar nach dem kräftigen Anstieg zum Jahresende 2025 wieder spürbar zurück und die Indikatoren zur Konsumstimmung der privaten Haushalte schwächten sich ungeachtet der fortgesetzten Realeinkommensverbesserungen zuletzt wieder ab. Sowohl Umfragewerte zum allgemeinen Konsumklima als auch das ifo Konsumklima im Einzelhandel trübten sich am aktuellen Rand leicht ein. Dies gilt insbesondere für größere Anschaffungen, die weiterhin häufig aufgeschoben werden. Die in den Verbraucherumfragen bislang nicht berücksichtigten Folgen der israelischen und amerikanischen Militärschläge gegen das iranische Regime und die damit einhergehenden Energiepreissteigerungen dürften die Konsumstimmung der kommenden Monate ebenfalls tendenziell dämpfen.

Die außenwirtschaftliche Entwicklung bleibt vor allem durch schwache Impulse aus wichtigen Absatzmärkten und erhöhten geopolitischen Risiken geprägt. Der jüngste Konflikt im Nahen Osten hat die Unsicherheit an den Energie- und Rohstoffmärkten erhöht und führt zu einer höheren Volatilität der Energiepreise. Bislang dürften die realwirtschaftlichen Beeinträchtigungen zwar begrenzt sein, doch je nach Dauer des Konflikts bzw. der faktischen Sperrung der Straße von Hormus sowie möglichen längerfristigen Beeinträchtigungen der dortigen Produktionskapazitäten bei Öl und Gas besteht das Risiko einer Verschärfung der Versorgungslage mit entsprechenden Rückwirkungen auf die globalen Energiemärkte. Der konjunkturelle Erholungsprozess bleibt vor dem Hintergrund der zuletzt gestiegenen geopolitischen Unsicherheiten und Risiken fragil.

Weltwirtschaftliche Entwicklung weiter aufwärtsgerichtet, Abwärtsrisiken aber spürbar gestiegen

Die weltweite Industrieproduktion wurde im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent ausgeweitet und lag damit im Jahresdurchschnitt 2025 um 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau, 2024 hatte der Zuwachs 1,7 Prozent betragen. Während in Asien, insbesondere in China mit +5,9 Prozent, deutlich mehr produziert wurde als im Vorjahr, fiel der Zuwachs im Euroraum mit +1,4 Prozent und in den USA mit +1,3 Prozent geringer aus. Für die übrigen Wintermonate deuten Frühindikatoren auf eine moderate, leicht anziehende weltwirtschaftliche Dynamik hin: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im Februar weiter gestiegen, von 52,5 auf 53,3 Punkte. Sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern verbesserte sich die Stimmung gegenüber dem Vormonat. Allerdings wurden diese Daten noch vor Beginn des Krieges im Iran erfasst. Der Sentix-Index für die Weltwirtschaft, der die Konjunkturerwartungen von Finanzinvestoren widerspiegelt, hat nach dem Beginn des Iran-Konflikts nach sechs Anstiegen infolge im März von 15,2 auf 9,7 Punkte nachgegeben.

Die Welthandelsdynamik hat sich nach dem vorangegangenen deutlichen Anstieg im Dezember mit +0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat verlangsamt, insgesamt nahm der weltweite Warenhandel im vergangenen Jahr aber – unter hohen Schwankungen – trotz der restriktiveren US-Handelspolitik um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Dazu haben vorgezogene Lieferungen angesichts von Zollankündigungen und -anhebungen beigetragen. Containerumschlagsdaten weisen auch für den Jahresbeginn auf eine steigende Handelsaktivität hin. Der RWI/ISL-Containerumschlagindex war im Januar mit einem Anstieg um 2,6 auf 144,7 Punkte weiterhin aufwärtsgerichtet – allerdings gestützt durch Sondereffekte im Zusammenhang mit dem chinesischen Neujahrsfest. Für den Umschlag in den europäischen Häfen ging der Indikator aber von 122,2 auf 117,0 Punkte zurück. Der Trade Nowcast des Internationalen Währungsfonds signalisiert für Februar ebenfalls Zuwächse beim Welthandel, allerdings deutet er auf eine schwächere Dynamik als in den vorangegangenen Monaten hin.

Insgesamt dürften sich die Perspektiven für die weltwirtschaftliche Erholung im Lichte des eskalierten Nahostkonflikts und der massiven globalen Energiepreissteigerungen etwas eingetrübt haben. Aktuelle Prognosen von internationalen Organisationen, die diese Entwicklungen berücksichtigen, liegen derzeit noch nicht vor. Mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihren Frühjahrsprognosen aktuell von einem vorübergehenden Dämpfer für die Weltkonjunktur aus, weisen aber auf deutlich gestiegene Abwärtsrisiken im Falle eines länger andauernden Konflikts im Nahen Osten hin.

Außenhandel startet mit Minus in das neue Jahr

Nach dem kräftigen Jahresausklang 2025 kam es im Januar beim Außenhandel zu einem Rücksetzer. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gaben saison- und kalenderbereinigt um 2,5 Prozent gegenüber Dezember nach. Während in die EU-Länder mit -4,8 Prozent wesentlich weniger Güter geliefert wurden als im Vormonat, nahmen die Ausfuhren in die Drittstaaten dank kräftig steigender Exporte in die USA (+11,7 Prozent) um 1,0 Prozent zu. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich bewegten sich die Ausfuhren damit insgesamt seitwärts. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen zu Jahresbeginn um 7,4 Prozent zurück; sowohl aus der EU als auch aus den übrigen Ländern wurden deutlich weniger Güter bezogen als im Vormonat. Im Dreimonatsvergleich liegen die Importe von Waren und Dienstleistungen damit aber immer noch um 1,8 Prozent im Plus. Der monatliche Saldo im Handel mit Waren und Dienstleistungen nahm infolge des stärkeren Rückgangs der Einfuhren im Vergleich zu den Ausfuhren um 7,1 Milliarden Euro auf 12,6 Milliarden Euro zu.

Die Einfuhrpreise sind im Januar mit saisonbereinigt mit +1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat so deutlich gestiegen wie zuletzt im Januar 2025. Grund hierfür waren höhere Preise für Metalle, Erdöl und Erdgas. Die Ausfuhrpreise nahmen mit +0,6 Prozent etwas schwächer zu, so dass sich die Terms of Trade saisonbereinigt um 0,4 Prozent gegenüber Dezember verschlechterten. In realer Rechnung dürften die Rückgänge bei den Aus- und Einfuhren damit noch stärker ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren weisen zu Jahresbeginn weiter auf eine Stabilisierung des Außenhandels hin, sie berücksichtigen aber noch nicht die jüngsten Entwicklungen des neuerlichen Nahost-Konfliktes. Die ifo Exporterwartungen haben sich im Februar den zweiten Monat in Folge etwas verbessert und liegen mit 2,6 Saldenpunkten erstmals seit Oktober wieder im positiven Bereich. Der Automobilbau erwartet weiterhin steigende Auslandsumsätze, in der Chemie und im Maschinenbau wird dagegen weiterhin mit rückläufigen Exporten gerechnet.

Bei den Auftragseingängen aus dem Ausland kam es im Januar mit saisonbereinigt -7,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu einem Rückprall. Ohne Großaufträge bewegte sich die Nachfrage aus dem Ausland dagegen seitwärts. Neben rückläufigen Bestellungen von sonstigen Fahrzeugen gaben insbesondere die Order von Metallerzeugnissen, elektrischen Ausrüstungen und Maschinen nach. Der Dreimonatsvergleich weist mit +4,0 Prozent aber weiter eine tendenziell aufwärtsgerichtete Auslandsnachfrage auf.

Die außenwirtschaftliche Entwicklung bleibt volatil. Die zuletzt wieder deutlich gestiegenen handels- und geopolitischen Unsicherheiten erhöhen die Abwärtsrisiken für eine Erholung des Exportgeschäfts spürbar: Die global gestiegenen Öl- und Gaspreise und die erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten infolge des Iran-Konflikts dämpfen die Stimmung von Konsumenten, Produzenten und Investoren und damit auch die Absatzperspektiven.

Industriekonjunktur schwächt sich ab

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde zu Jahresbeginn gedrosselt. Im Vormonatsvergleich ging sie preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent zurück. Im Dezember 2025 war es bereits zu einem Rücksetzer gekommen, der auf -1,0 Prozent aufwärts revidiert wurde. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich ergibt sich jedoch noch ein Plus von 0,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Produktion arbeitstäglich bereinigt um 1,2 Prozent niedriger.

Ausschlaggebend für den Rückgang war eine deutlich abgeschwächte Industrieproduktion (-2,5 Prozent). Demgegenüber wurde der Ausstoß im Baugewerbe (+2,9 Prozent) sowie im Energiesektor (+10,3 Prozent) deutlich hochgefahren.

Innerhalb der Industrie verringerten insbesondere die Produzenten von Konsumgütern ihre Ausbringung (-4,2 Prozent). Auch die Erzeuger von Vorleistungs- (-2,6 Prozent) und Investitionsgütern (-1,6 Prozent) schränkten ihre Produktion im Vergleich zum Vormonat ein. Im Baugewebe kompensierte ein florierendes Ausbaugewerbe (+8,4 Prozent) einen witterungsbedingten Einbruch im Bauhauptgewerbe (-8,5 Prozent).

Ein Großteil der industriellen Wirtschaftszweige drosselte seine Produktion. Dazu zählten auch gewichtige Bereiche wie Kfz und Kfz-Teile (-1,2 Prozent), Metallerzeugnisse (-12,4 Prozent), elektrische Ausrüstungen (-4,4 Prozent) und Geräte zur Datenverarbeitung sowie elektronische und optische Erzeugnisse (-6,8 Prozent). Auch die Produktion der energieintensiven Industrien war mit einem Rückgang von 0,7 Prozent erneut abwärtsgerichtet. Produktionsausweitungen wiesen nur wenige Bereiche auf, darunter die Hersteller chemischer Erzeugnisse (+3,8 Prozent) und der Maschinenbau (+0,4 Prozent).

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe verzeichneten zu Jahresbeginn ebenfalls einen Rücksetzer: Das Ordervolumen fiel preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat deutlich um 11,1 Prozent geringer aus, nachdem es nach revidierten Angaben im Dezember um 6,4 Prozent zugelegt hatte. Die sich seit September 2025 mit kräftigen Auftragszuwächsen abzeichnende Expansion der Industrienachfrage hat sich damit zunächst nicht weiter fortgesetzt. Nachdem der Auftragsbestand in der Industrie infolge der umfangreichen öffentlichen Investitions- und Beschaffungsvorhaben im vierten Quartal 2025 aufgrund von Großaufträgen stark anstieg, erscheint eine Konsolidierung zu Jahresbeginn nicht überraschend. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich nahmen die Bestellungen mit 7,4 Prozent weiter kräftig zu. Gleichzeitig lag das Niveau der Auftragseingänge arbeitstäglich bereinigt mit +3,7 Prozent oberhalb des Vorjahresmonats.

Ursächlich für die zum Jahresbeginn schwächere Nachfrage nach Industriegütern war insbesondere der deutliche Rückgang der inländischen Ordereingänge um 16,2 Prozent, die zuletzt überproportional expandierten. Aber auch die Nachfrage aus dem Ausland gab mit -7,1 Prozent spürbar nach. Hierin spiegelt sich vor allem die stark schwankende Entwicklung bei Großaufträgen wider. Aber auch ohne Großaufträge sind die Auftragseingänge im Januar leicht um 0,4 Prozent gesunken.

In den einzelnen Wirtschaftsbereichen waren im Januar vor allem bei den Produzenten von Investitionsgütern deutlich geringere Auftragseingänge zu beobachten als im Vormonat (-14,1 Prozent), gegenüber dem Vorjahresmonat fielen sie jedoch um 9,1 Prozent höher aus. Auch die Ordereingänge bei Gebrauchsgüterproduzenten (+5,1 Prozent) waren im Trend weiterhin aufwärtsgerichtet. Die Bestellungen von Vorleistungsgütern (-7,9 Prozent) sowie Verbrauchsgütern (-2,3 Prozent) sind im Januar hingegen abermals zurückgegangen.

Die Mehrheit der Wirtschaftszweige registrierte im Januar sinkende Auftragseingänge: Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den Produzenten von Metallerzeugnissen (-39,4 Prozent) sowie der Metallerzeugung (-15,1 Prozent) aus. Aber auch im gewichtigen Maschinenbau (-13,5 Prozent), bei den Produzenten von EDV- und optischen Erzeugnissen (-11,1 Prozent) und den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen (-9,1 Prozent) gingen weniger Aufträge ein als im Vormonat. Spürbare Zuwächse konnten lediglich die Nachfrage von Kfz und Kfz-Teilen (+10,4 Prozent) sowie der sonstige Fahrzeugbau (+9,2 Prozent) verzeichnen.

Die jüngsten Stimmungsindikatoren aus dem Verarbeitenden Gewerbe wie der ifo Geschäftsklimaindex und der S&P-Einkaufsmanagerindex wiesen eine aufgehellte Einschätzung der aktuellen Geschäftslage, eine positive Auftragsentwicklung und gestiegene Produktionspläne auf. Allerdings ist vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten, die sich noch nicht in den Indikatoren widerspiegeln, und den deutlich gestiegenen Rohöl- und Gaspreisen auf den Weltmärkten das Risiko für einen Rückschlag bei der erwarteten Erholung der Industriekonjunktur deutlich gestiegen.

Erlöse im Einzelhandel nach Aufwärtsrevision rückläufig; Verbraucherunsicherheit hoch

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Januar um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, nachdem der Dezemberwert deutlich nach oben revidiert wurde. Während der Handel mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vormonat stagnierte, gab der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 1,7 Prozent nach. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Januar ein Plus von 1,1 Prozent, wobei der Handel mit Lebensmitteln um 2,1 Prozent und der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 0,3 Prozent anstieg. Im Dreimonatsvergleich zeigte sich der Gesamtumsatz im Einzelhandel ebenfalls leicht aufwärtsgerichtet (+0,5 Prozent), wobei die Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln um 0,2 Prozent und die mit Lebensmitteln um 0,7 Prozent zulegten.

Der Umsatz im Gastgewerbe stieg im Gesamtjahr 2025 nominal um 1,4 Prozent, preisbereinigt ergab sich allerdings ein Rückgang um 2,1 Prozent, wobei sich Beherbergungsbranche und Gastronomie relativ ähnlich entwickelten. Gleichzeitig verbuchten die Beherbergungsbetriebe im zurückliegenden Jahr mehr Übernachtungen als jemals zuvor (+0,3 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2024). Während Übernachtungen auf Campingplätzen 2025 deutlich anzogen, gingen solche in der Hotellerie leicht zurück. Im Berichtsmonat Dezember 2025 zeigte der Umsatz im Gastgewerbe im Vormonatsvergleich sowohl nominal als auch real ein leichtes Minus. Im Vergleich zum Dezember 2024 ergab sich ein realer Rückgang von 2,0 Prozent und ein nominaler Anstieg von 1,6 Prozent.

Nach einer starken zweiten Jahreshälfte 2025 ist das Kfz-Geschäft trotz neuer E-Autoförderung gemessen an den Neuzulassungen zunächst schwach in das neue Jahr gestartet. Im Februar stiegen die Neuzulassungen von Pkw insgesamt im Vormonatsvergleich wieder an (+3,0 Prozent), in der aussagekräftigeren Dreimonatsbetrachtung zeigt sich hingegen ein Rückgang um 5,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Plus von 3,8 Prozent. Die PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen stiegen im Vormonatsvergleich um 5,4 Prozent und sanken in der Dreimonatsbetrachtung um deutliche 11,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen um 0,9 Prozent höher. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen erhöhten sich im Februar um 1,9 Prozent und sanken in der Dreimonatsbetrachtung um 2,5 Prozent.

Nachdem sich der private Konsum im vierten Quartal 2025 gemäß Detailmeldung des Statistischen Bundesamtes deutlich belebt hat, zeigen die Frühindikatoren für die Entwicklung zu Jahresbeginn ein uneinheitliches Bild. Lt. Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im März mit einer Abnahme von 0,5 Zählern auf -24,7 Pt. eintrüben, nachdem es im Februar um 2,7 Pt. auf -24,2 Pt. gestiegen war. Negativ wirkten sich die Abnahme der Anschaffungsneigung und die Zunahme der Sparneigung aus. Letztere erreichte den höchsten Wert seit dem Finanz- und Wirtschaftskrisenjahr 2008. Die Einkommenserwartung legte erneut zu, während die Konjunkturerwartungen, die nicht Teil der Berechnung des GfK-Konsumklimas sind, sanken. Das HDE-Konsumbarometer trübte sich im März nach zwei Anstiegen in Folge ein. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) sank im Februar nach Zuwächsen im Vormonat um 3,6 Zähler auf -27,7 Pt. Sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen wurden skeptischer beurteilt als noch im Januar.

Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine Seitwärtsbewegung der Konsumentwicklung im ersten Quartal 2026 hin. Zwar scheinen die Verbraucherinnen und Verbraucher Hoffnung auf gesamtwirtschaftliches Wachstum und persönliche Einkommenszuwächse zu schöpfen, zeigen sich aber dennoch zurückhaltend bei ihren Anschaffungen. Der neu entflammte Konflikt im Nahen Osten und die damit einhergehenden deutlichen Energiepreissteigerungen dürften die Unsicherheit bei Verbraucherinnen und Verbrauchern erhöhen und das Konsumklima kurzfristig spürbar dämpfen.

Inflation im Februar bei knapp 2 Prozent

Die Inflationsrate lag im Februar bei +1,9 Prozent gegenüber Vorjahr und war damit gegenüber dem Januarwert von 2,1 Prozent leicht niedriger. Im Vormonatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise um +0,2 Prozent. Die Kerninflation lag im Februar mit +2,5 Prozent erneut deutlich über der Gesamtinflation. Dienstleistungspreise stiegen unverändert um +3,2 Prozent, während Güterpreise lediglich um +0,8 Prozent zulegten. Die Nahrungsmittelpreisinflation lag mit 1,1 Prozent wieder deutlich unter dem 12-Monatsdurchschnitt von 2,0 Prozent. Energiepreise fielen um 1,9 Prozent. Der leichte Rückgang der Gesamtinflation lässt sich neben erneut geringeren Energiepreisen vor allem auf einen schwächeren Preisanstieg bei Nahrungsmittel zurückführen. Auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen blieben die Preise insgesamt stabil: Die Erzeugerpreise ohne Energie verteuerten sich im Januar um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Hier stechen lediglich Metalle mit +6,6 Prozent und Holz mit +7 Prozent mit hohen Raten hervor. Insgesamt wird die Inflation vor allem von binnenwirtschaftlichen Faktoren bestimmt, insbesondere von gestiegenen Löhnen und Kosten in Dienstleistungsbranchen wie Pflege, Gesundheit und sonstigen sozialen Dienstleistungen. Import- und Energiepreise wirkten bis jetzt dagegen weiterhin dämpfend. Im weiteren Jahresverlauf dürfte der Inflationsdruck aus dem Dienstleistungssektor anhalten. Infolge des Konflikts im Nahen Osten und der damit zusammenhängend deutlich erhöhten weltweiten Öl- und Gaspreise ist mit einer temporär erhöhten Inflationsrate in den kommenden Monaten zu rechnen.

Konjunkturelle Impulse kommen bisher nicht am Arbeitsmarkt an

Der Arbeitsmarkt zeigt weiterhin wenig Bewegung. So lag die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit im Februar mit einem Plus von eintausend Personen in etwa auf Vormonatsniveau und auch die Unterbeschäftigung blieb mit einem Rückgang um dreitausend Personen nahezu unverändert. Die Zahl der Erwerbstätigen ging im Januar um 13 Tsd. zurück. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Dezember hingegen ein leichtes Plus von 5 Tsd. Personen. Die Beschäftigungsentwicklung ist dabei zunehmend durch den demographischen Wandel geprägt. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ging im Dezember gemäß vorläufigen Daten spürbar um 48 Tsd. Personen zurück. Die angezeigte Kurzarbeit dürfte im Februar wieder auf einem ähnlichen Niveau wie zum Jahresende 2025 liegen.

Die Arbeitsmarktfrühindikatoren trübten sich zuletzt abermals ein. Das IAB-Beschäftigungsbarometer verzeichnete im Februar einen spürbaren Rückgang und liegt mit 99,5 Punkten erstmals seit einem halben Jahr unterhalb der neutralen Schwelle von 100 Punkten. Insbesondere die Beschäftigungsaussichten für Arbeitslose haben sich demnach in den Wintermonaten verschlechtert. Auch das ifo Beschäftigungsbarometer hat den kräftigen Zuwachs des Vormonats zum Teil wieder eingebüßt. Die Beschäftigungsperspektiven im Dienstleistungssektor haben sich abermals eingetrübt. In der Industrie und im Handel deuten die Zeichen auf einen anhaltenden Stellenabbau, lediglich im Bauhauptgewerbe zeichnet sich ein leichter Beschäftigungsaufbau ab. Obwohl die Auftragslage der Unternehmen sich zu Jahresbeginn leicht verbesserte, bleibt die Arbeitskräftenachfrage somit insgesamt noch verhalten. Eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist daher aktuell nicht absehbar.

Unternehmensinsolvenzen weiterhin auf hohem Niveau

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Dezember 2025 um 13,5 Prozent gegenüber dem Monat November auf 2.037 beantragte Verfahren gestiegen; verglichen mit Dezember 2024 lag sie 13,7 Prozent höher. Im Vergleich zum Dezember-Mittelwert 2016 – 2019 entspricht dies einer Veränderung von +36 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 wurden 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das entspricht einem Anstieg von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine höhere Fallzahl wurde zuletzt im Jahr 2014 mit 24.085 Unternehmensinsolvenzen verzeichnet.

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Februar mit 1.466 Insolvenzen einen Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von zwei Prozent gegenüber Februar 2025 aus. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten (23.000) ist im Vergleich zum Vormonat um 38 Prozent gestiegen und lag damit 22 Prozent über dem Wert von Februar 2025.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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Viele Mittelständler ziehen sich aus dem US-Geschäft zurück

Die Handels-, Wirtschafts- und Außenpolitik der seit Anfang 2025 amtierenden US-Regierung trifft auch den deutschen Mittelstand. 52 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen in die USA unterhalten, berichten über negative Auswirkungen auf ihr Geschäft. Nur rund sieben Prozent haben vom politischen Kurswechsel in den USA profitiert. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Sonderbefragung von KfW Research.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 15.03.2026

  • 52 Prozent der Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die USA berichten über negative Auswirkungen der aktuellen US-Politik auf ihr Geschäft
  • Nur noch 11,3 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen haben Geschäftsbeziehungen in die USA

Die Handels-, Wirtschafts- und Außenpolitik der seit Anfang 2025 amtierenden US-Regierung trifft auch den deutschen Mittelstand. 52 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen in die USA unterhalten, berichten über negative Auswirkungen auf ihr Geschäft. Für 36 Prozent haben sich bisher keine Änderungen ergeben. Nur rund sieben Prozent haben vom politischen Kurswechsel in den USA profitiert. Dies dürften insbesondere Unternehmen mit Produktionsstandorten in den USA sowie Unternehmen aus speziellen Branchen wie der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sein.

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Sonderbefragung von KfW Research im Januar 2026 unter kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro.

Als Konsequenz auf die veränderte Lage geben viele Mittelständler ihr US-Geschäft auf. So ist der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die USA zwischen September 2019 und Januar 2026 deutlich von 18,7 Prozent auf 11,3 Prozent zurückgegangen.

Vor allem aus dem direkten und indirekten Export haben sich viele Unternehmen zurückgezogen: Im Januar 2026 hatten nur noch 5,8 Prozent der insgesamt 3,9 Millionen deutschen Mittelständler Kunden in den USA, 2019 waren es noch 7,1 Prozent und 2025 sogar 8,5 Prozent. Zudem hatten im Januar 2026 lediglich 3,0 Prozent noch Kunden in Deutschland oder anderen Ländern der Europäischen Union, die wiederum in die USA exportieren – nach 7,4 Prozent im Jahr 2019 und 5,1 Prozent im Jahr 2025.

„Die Zollpolitik der US-Regierung belastet den deutschen Mittelstand. Die Unternehmen sind außerdem sehr verunsichert über die künftige Entwicklung der US-Politik. Verschärft wird die Lage durch das Urteil des US-Supreme Courts, der einen großen Teil der Zölle für unwirksam erklärt hat. Die Zurückhaltung deutscher Unternehmen auf dem US-Markt dürfte noch so lange anhalten, bis sie wieder mehr Vertrauen in die amerikanische Wirtschaftspolitik haben“, so Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Quelle: KfW, KfW Research

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Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025: +10,3 % zum Vorjahr

Im Jahr 2025 haben die deutschen Amtsgerichte 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 10,3 % mehr als im Vorjahr, nachdem die Zahl bereits 2024 und 2023 jeweils um mehr als 20 % angestiegen war.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.03.2026

Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2025: +8,4 % zum Vorjahr

Im Jahr 2025 haben die deutschen Amtsgerichte 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 10,3 % mehr als im Vorjahr, nachdem die Zahl bereits 2024 und 2023 jeweils um mehr als 20 % angestiegen war (2024 zum Vorjahr: +22,4 %, 2023 zum Vorjahr: +22,1 %). Höher als 2025 hatte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zuletzt im Jahr 2014 mit 24.085 Fällen gelegen. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf 32.687 Fälle gestiegen.

Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im Jahr 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 47,9 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 hatten die Forderungen bei rund 58,1 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2024 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als 2025. So gab es im Jahr 2025 weniger „Großinsolvenzen“ (-15,6 % beziehungsweise -49 Fälle) mit einer Forderungssumme von 25 Millionen Euro und mehr als im Jahr 2024.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Jahr 2025 insgesamt 69 Unternehmensinsolvenzen. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 133 Fällen je 10.000 Unternehmen. Danach folgte das Gastgewerbe mit 108 Fällen und das Baugewerbe mit 104 Insolvenzen sowie die Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen) mit 100 Fällen.

Dezember 2025: 13,7 % mehr Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahreszeitraum

Im Dezember 2025 verzeichneten die Amtsgerichte insgesamt 2.037 beantragte Unternehmensinsolvenzen, das waren 13,7 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Forderungen der Gläubiger summierten sich auf 3,6 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten sie bei 5,8 Milliarden Euro gelegen.

8,4 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2025 als im Vorjahr

Im Jahr 2025 gab es 77.219 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 8,4 % mehr als im Vorjahr. Im Dezember 2025 erfassten die Amtsgerichte insgesamt 6.278 Verbraucherinsolvenzen und damit 12,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Großhandelspreise im Februar 2026: +1,2 % gegenüber Februar 2025

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Februar 2026 um 1,2 % höher als im Februar 2025. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im Februar 2026 gegenüber dem Vormonat Januar 2026 um 0,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.03.2026

Großhandelsverkaufspreise, Februar 2026
+1,2 % zum Vorjahresmonat
+0,6 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Februar 2026 um 1,2 % höher als im Februar 2025. Im Januar 2026 sowie im Dezember 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls bei +1,2 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im Februar 2026 gegenüber dem Vormonat Januar 2026 um 0,6 %.

Gestiegene Preise für Nicht-Eisen-Erze, -Metalle und -Metallhalbzeug sowie für Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren

Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im Februar 2026 der Preisanstieg bei Nicht-Eisen-Erzen, Nicht-Eisen-Metallen und Halbzeug daraus. Die Preise lagen hier im Durchschnitt 44,9 % über denen von Februar 2025. Gegenüber dem Vormonat Januar 2026 stiegen sie ebenfalls deutlich (+5,2 %).

Auch bedeutend für die Preisentwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat war der Preisanstieg im Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (+0,8 % gegenüber Februar 2025). Insbesondere Zucker, Süßwaren und Backwaren kosteten erheblich mehr als im Vorjahresmonat (+9,1 % gegenüber Februar 2025). Mehr bezahlt werden musste binnen Jahresfrist auch für Fleisch und Fleischwaren (+3,7 % gegenüber Februar 2025).

Niedriger als im Februar 2025 waren dagegen die Preise im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (-7,4 % gegenüber Februar 2025, +1,8 % gegenüber Januar 2026) sowie im Großhandel mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (-6,6 % gegenüber Februar 2025 und -0,2 % gegenüber Januar 2026).

Ebenfalls günstiger im Vorjahresvergleich waren auf Großhandelsebene Mineralölerzeugnisse (-3,9%), gegenüber Januar 2026 stiegen die Preise allerdings um 2,6 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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RWI senkt Wachstumsprognose – Iran-Krieg treibt die Inflation

Das RWI Essen korrigiert seine Konjunkturprognose für Deutschland nach unten. Zwar belasten die stark angestiegenen Energiepreise die deutsche Volkswirtschaft. Die wirtschaftliche Erholung setzt sich aber dennoch fort.

RWI Essen, Pressemitteilung vom 12.03.2026

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung – korrigiert seine Konjunkturprognose für Deutschland nach unten. Zwar belasten die stark angestiegenen Energiepreise die deutsche Volkswirtschaft. Die wirtschaftliche Erholung setzt sich aber dennoch fort.

Das RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Konjunkturprognose für Deutschland gesenkt. Die Wirtschaftsforscher erwarten für 2026 ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent und für 2027 von 1,2 Prozent. Gegenüber der Dezember-Prognose bedeutet dies eine Korrektur um 0,1 beziehungsweise 0,2 Prozentpunkte nach unten. Verantwortlich dafür ist der anhaltende Iran-Konflikt. Stark steigende Energiepreise machen in der Industrie nicht nur Vorprodukte und die Produktion teurer. Auch die Verbraucher geben mehr für Benzin, Diesel oder Gas aus – Geld, das an anderer Stelle fehlt.

Rückblickend auf das Jahr 2025 ist die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal überraschend deutlich um 0,3 Prozent gewachsen. Treiber waren vor allem die staatlichen Ausgaben. So stiegen die öffentlichen Ausrüstungsinvestitionen um 38 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch der private Konsum expandierte kräftig, obwohl die Erwerbstätigkeit zurückging.

Energiepreise verteuern sich drastisch

Der Iran-Krieg hat die Ausgangslage für das laufende Jahr grundlegend verändert. Seit dem 28. Februar greifen die USA und Israel iranische Ziele an. Der Iran reagierte unter anderem mit der faktischen Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert werden. Die Rohstoffmärkte reagierten prompt: Ölpreise stiegen zwischenzeitlich auf 108 Dollar je Barrel, Gasnotierungen verdoppelten sich auf über 50 Euro je Kilowattstunde. Deutsche Kraftstoffpreise verteuerten sich um bis zu 17 Prozent.

Die Energieverteuerung erfasst mit Verzögerung andere Branchen. Besonders energieintensive Industrien leiden unter den Gaspreisen. Nahrungsmittel und Transportkosten dürften in den kommenden Monaten deutlich teurer werden.

Inflation steigt auf 2,6 Prozent

Die Verbraucherpreise lagen im Februar bei 1,9 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 prognostizieren die RWI-Ökonomen nun eine Inflationsrate von 2,6 Prozent, für das Jahr 2027 von 2,4 Prozent. Den Höchststand erwartet das Institut in den Sommermonaten dieses Jahres.

Dämpfend wirkt die moderate Lohnentwicklung. Neue Tarifabschlüsse sehen niedrigere Steigerungen vor als in den Vorjahren. Die Tariflöhne steigen im Jahr 2026 um 2,7 Prozent und im nächsten um 2,9 Prozent. Die Effektivlöhne, die im Jahr 2025 noch um 4,5 Prozent zugelegt hatten, dürften im laufenden Jahr um 3,0 Prozent und im kommenden Jahr um 3,1 Prozent steigen.

Staatsausgaben stützen Konjunktur

Trotz des Energiepreisschocks setzt sich die konjunkturelle Belebung in Deutschland fort. Die zentrale Kraft hinter der Belebung sind öffentliche Investitionen. Die Sonderschulden für Investitionen und Klimaschutz entfalten ihre Wirkung. In diesem und nächsten Jahr fließen jeweils 10 Milliarden Euro in die Wirtschaft. Die Verteidigungsausgaben steigen um weitere 7 Milliarden Euro jährlich.

Private Investitionen bleiben hingegen schwach. Viele Unternehmen haben freie Kapazitäten, sind also nicht ausgelastet. Verschärft wird das Problem durch schwächelnde Exportmärkte: Die internationale Nachfrage nach deutschen Waren geht zurück. Besonders die Handelskonflikte mit den USA setzen der deutschen Exportindustrie zu. Hinzu kommt die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit – ein strukturelles Problem, das deutsche Unternehmen schon seit Längerem plagt.

Staatsdefizit steigt auf 4,4 Prozent

Die expansive Fiskalpolitik schlägt sich in den öffentlichen Finanzen nieder. Das Finanzierungsdefizit steigt von 119 Milliarden Euro (2025) auf 186 Milliarden Euro (2026) und 213 Milliarden Euro (2027). Die Defizitquote erreicht im Jahr 2027 4,4 Prozent des BIP. Neben höheren Investitionen treiben Subventionen und Verteidigungsausgaben die Staatsausgaben.

Die Arbeitslosenquote verharrt 2026 bei 6,3 Prozent und sinkt 2027 auf 6,0 Prozent. Eine Trendwende am Arbeitsmarkt erwarten die Forscher im zweiten Halbjahr 2026.

Unternehmen reduzieren flexible Arbeitsmodelle wieder

Eine Sonderauswertung der RWI-Forscher von 14,2 Millionen Online-Stellenanzeigen zeigt, dass Teilzeit- und Home-Office-Angebote seit dem Jahr 2023 wieder zurückgehen. Home-Office-Angebote haben im Jahr 2025 wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. Je nach Branche bieten nur noch 5 bis 15 Prozent aller Stellenanzeigen die Möglichkeit zum Arbeiten von zuhause. Auch Teilzeitangebote sind rückläufig – und das trotz Fachkräftemangels. Offenbar erachten viele Unternehmen das während der Pandemie entstandene Ausmaß flexibler Arbeitsmodelle als zu hoch. Die Marktkräfte regeln das Ausmaß an flexiblen Arbeitszeitmodellen recht effektiv. Gesetzliche Regelungen, die auf eine Begrenzung der Teilzeitmöglichkeiten abstellen – wie jüngst unter der Überschrift “Lifestyle-Teilzeit” in die politische Debatte diskutiert -, scheinen auf Basis dieser Sonderauswertung überflüssig.

Prognose mit hohen Risiken

Die Konjunkturprognose ist aufgrund des ungewissen Kriegsverlaufs von erheblichen Unsicherheiten geprägt. So würden längere Lieferunterbrechungen die Energiepreise weiter nach oben treiben. Stiege der Gaspreis auf 90 Euro je Kilowattstunde, würde die Inflation um zusätzliche 0,4 Prozentpunkte zulegen und das BIP-Wachstum um 0,4 Prozentpunkte verringern.

Wichtig bleibt zudem, wie schnell die Mittel aus dem Sondervermögen tatsächlich fließen. Genehmigungsverfahren verlängern sich tendenziell bei steigender Projektzahl, wodurch sich die erhofften Wachstumsimpulse schwächen oder zeitlich nach hinten verlagert würden.

„Der Iran-Krieg zeigt, wie verwundbar die deutsche Wirtschaft durch Energieabhängigkeiten nach wie vor ist“, warnt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt. „Ohne die staatlichen Impulse würde die Erholung in diesem Jahr deutlich schwächer ausfallen. Doch der Preis für das insgesamt bescheidene Wachstum ist sehr hoch. Die explodierenden Staatsdefizite laufen aus dem Ruder. Und dass die öffentlichen Impulse in einen sich selbst tragenden Aufschwung übergehen, ist nicht zu beobachten. Deshalb ist das Staatswachstum, was uns in diesem Jahr voraussichtlich über Wasser hält, auf Dauer keine Lösung. Es bleibt nur der Weg struktureller Reformen. Sind sie klug orchestriert und gelingt es der Politik, eine Belastungssolidarität herzustellen, die Zumutungen auf alle Bevölkerungsgruppen gerecht verteilt, dürften Widerstände gegen umfassende Reformen viel leichter zu überwinden sein als gemeinhin angenommen.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

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Frühjahrsprognose: Energiepreise nagen in Deutschland an mühsamer Erholung

Die deutsche Wirtschaft bekommt zögerlich wieder Boden unter die Füße. Die Auftriebskräfte bleiben jedoch verhalten und werden zudem durch den jüngsten Anstieg der Energiepreise gedämpft. Das zeigt die aktuelle Frühjahrsprognose des Kiel Instituts.

IfW Kiel, Mitteilung vom 12.03.2026

Die deutsche Wirtschaft bekommt zögerlich wieder Boden unter die Füße. Die Auftriebskräfte bleiben jedoch verhalten und werden zudem durch den jüngsten Anstieg der Energiepreise gedämpft. Das zeigt die aktuelle Frühjahrsprognose des Kiel Instituts. Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr voraussichtlich um 0,8 Prozent zulegen, für das kommende Jahr steht ein Plus von 1,4 Prozent in Aussicht. Insgesamt geht die fast vierjährige Schwächephase nun allmählich in eine moderate Expansionsphase über, wobei vor allem die expansive Finanzpolitik für Impulse sorgt. Die Inflation zieht im Zuge steigernder Energiepreise im laufenden Jahr auf eine Rate von 2,5 Prozent an. Aber auch der Kerninflationsdruck bleibt im gesamten Prognosezeitraum deutlich über der 2-Prozentmarke.

Die aktuelle geopolitische Lage schürt erhebliche Unsicherheit bei den Unternehmen. „Durch den militärischen Konflikt im Iran droht der deutschen Wirtschaft Gegenwind“, sagt Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts. Es bleibe zu hoffen, dass die Rohstoffpreisanstiege – entsprechend den Markterwartungen seit Beginn des Konflikts – begrenzt bleiben.

Im für die Prognose unterstellten Szenario beläuft sich der Kaufkraftentzug für die deutsche Wirtschaft infolge einer höheren Nettoimportrechnung für Rohöl, Mineralölerzeugnisse und Erdgas auf 0,6 Prozent in Relation zum jährlichen Bruttoinlandsprodukt. Dies bewirke einen spürbaren Dämpfer, aber keinen Einbruch der Konjunktur.

Auch unabhängig von den dämpfenden Effekten höherer Energiepreise bleiben die Auftriebskräfte verhalten. „Mit dem Ballast erheblicher Standortschwächen kann die deutsche Wirtschaft derzeit keine großen Sprünge machen“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef am Kiel Institut. „Ohne die mit hohen Haushaltsdefiziten erkauften Impulse fiele die Dynamik so mäßig aus, dass von einem selbsttragenden Aufschwung weiterhin keine Rede sein kann.“

Moderates Plus bei Exporten, höhere Inflation

Die deutschen Exporteure dürften ihre Geschäfte wieder ausweiten, viel Zugkraft für die Konjunktur geht davon aber nicht aus. Das Kiel Institut erwartet Anstiege von 0,3 Prozent für das laufende und von 1,6 Prozent für das kommende Jahr. Trotz des moderaten Zuwachses verliert die deutsche Exportwirtschaft damit weiter Weltmarktanteile.

Während die Wirtschaftsleistung derzeit nur 0,5 Prozent höher liegt als vor der Pandemie, nahm der private Konsum seitdem um fast drei Prozent zu. Der Energiepreisschub bremst die privaten Konsumausgaben, es reicht im laufenden Jahr aber noch für ein Plus von 0,6 Prozent. Ohne den kräftigen Anstieg der Öl- und Gasnotierungen infolge des Irankriegs hätten die Energiepreise die Inflationsrate im Prognosezeitraum gedämpft, nunmehr heben sie sie in diesem Jahr merklich an. Gegenüber der Winterprognose für das Jahr 2026 (1,8 Prozent) wird die Teuerungsrate für das laufende Jahr nunmehr auf 2,5 Prozent veranschlagt, im kommenden Jahr dürften es 2,1 Prozent sein.

Bauinvestitionen legen wieder zu

Nach den Rückgängen in den Vorjahren werden die Bauinvestitionen im Prognosezeitraum wieder spürbar zunehmen. Insgesamt rechnet das Kiel Institut mit einer Zunahme von 2,4 Prozent in beiden Prognosejahren. Zulegen wird dabei der Hoch- wie Tiefbau gleichermaßen. Die Ausrüstungsinvestitionen schrumpfen trotz kräftig zulegender staatlicher Käufe im laufenden Jahr um 0,3 Prozent und drehen erst im kommenden Jahr mit 6,1 Prozent ins Plus.

Wende am Arbeitsmarkt lässt auf sich warten, Staatsschulden steigen

Die moderate wirtschaftliche Belebung kommt nur verzögert am Arbeitsmarkt an. Spürbar steigende Erwerbstätigenzahlen sind erst im kommenden Jahr zu erwarten und auch nur möglich, weil noch aus der seit drei Jahren um 500.000 Personen angeschwollenen Arbeitslosenreserve geschöpft werden kann. Demgegenüber lässt die demografische Alterung das Erwerbspersonenpotenzial im Prognosezeitraum schrumpfen. Die Arbeitslosenquote dürfte in diesem Jahr bei 6,3 Prozent verharren und im kommenden Jahr auf 6,0 Prozent sinken. Da die Aufwärtsbewegung der Wirtschaftsleistung maßgeblich durch eine expansive Fiskalpolitik getragen wird, schwellen die öffentlichen Budgetdefizite deutlich an. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt dürfte der Fehlbetrag nach 2,7 Prozent im Jahr 2025 auf 3,7 Prozent bzw. 4,2 Prozent in den Jahren 2026 und 2027 steigen.

Weltwirtschaft: moderater Zuwachs

Die Weltwirtschaft bleibt unter der Annahme einer zügigen Normalisierung der Öl- und Gaslieferungen aus dem Persischen Golf in der Grundtendenz aufwärts gerichtet und dürfte, getragen von kräftigen Impulsen für Handel und Investitionen vom Boom der KI-Technologie, in diesem und im nächsten Jahr um etwas mehr als 3 Prozent zulegen. In Europa wird sich die allmähliche wirtschaftliche Belebung nach einem energiepreisbedingten Dämpfer ab der zweiten Hälfte dieses Jahres fortsetzen.

Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft

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Klimaziele lassen sich deutlich kosteneffizienter erreichen

Die geplante Einführung des neuen EU-Emissionshandels für Gebäude und Straßenverkehr (ETS2) ab 2028 kann die europäische Klimapolitik erheblich kosteneffizienter machen. Dafür muss er aber als echtes marktbasiertes Leitinstrument ausgestaltet werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim zur CO₂-Bepreisung in der EU.

ZEW, Pressemitteilung vom 12.03.2026

ZEW-Studie zum EU-Emissionshandel für Gebäude und Straßenverkehr (ETS2)

Die geplante Einführung des neuen EU-Emissionshandels für Gebäude und Straßenverkehr (ETS2) ab 2028 kann die europäische Klimapolitik erheblich kosteneffizienter machen. Dafür muss er aber als echtes marktbasiertes Leitinstrument ausgestaltet werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim zur CO₂-Bepreisung in der EU. Demnach belaufen sich die kumulierten volkswirtschaftlichen Kosten der bestehenden EU-Klimapolitik für den Zeitraum 2028 bis 2048 auf über fünf Billionen Euro. Ein besser ausgestalteter ETS2 könnte diese Kosten um gut 20 Prozent, bzw. um bis zu 824 Milliarden Euro, senken.

„Ein EU-weiter CO₂-Preis kann Emissionen dort reduzieren, wo es am günstigsten ist. Genau dieses Prinzip wird derzeit durch nationale Budgets und überlappende Maßnahmen ausgebremst“, erklärt Studienautor Prof. Dr. Sebastian Rausch, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Umwelt- und Klimaökonomik“. „Der ETS2 ist kein Selbstläufer. Seine Effizienzgewinne realisieren sich nur, wenn er nicht zwischen nationalen Vorgaben und Doppelregulierung eingeklemmt wird. Entscheidend ist daher, das Preissignal wirken zu lassen und gesellschaftliche Verteilungskonflikte über eine gezielte Rückverteilung der Einnahmen, statt über Preisdeckel oder Ausnahmen zu lösen.“

Fragmentierte CO₂-Preise verteuern Klimaschutz

Die ZEW-Analyse zeigt erhebliche Preisunterschiede im aktuell bestehenden System. Während der CO₂-Preis im bisherigen EU-Emissionshandel (ETS1) bis Mitte der 2040er Jahre auf rund 180 bis 200 Euro pro Tonne steigt, liegen die impliziten CO₂-Preise in den nicht vom ETS1 erfassten Sektoren – also vor allem Gebäude und Verkehr – im EU-Durchschnitt bei bis zu 360 Euro pro Tonne. Hinzu kommen große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Diese Fragmentierung führt dazu, dass Emissionen nicht EU-weit dort gemindert werden, wo es am kostengünstigsten wäre. Langfristig wäre dazu ein einheitlicher EU-weiter CO₂-Preis (Integration von ETS1 und ETS2) nötig.

Nationale Maßnahmen bremsen das Preissignal

In vielen Mitgliedstaaten existiert in den ETS2-Sektoren bereits ein dichter Mix aus ordnungsrechtlichen Vorgaben, Standards und Förderprogrammen. Diese Maßnahmen können zwar Marktbarrieren adressieren, schränken aber zugleich die Flexibilität bei der Preisgestaltung des ETS2 ein. Das Gutachten zeigt: die EU-weite CO2-Bepreisung kann ihr Effizienzpotenzial nur dann ausschöpfen, wenn der ETS2 nicht mehr durch bindende nationale CO2-Budgets und technologiepolitische Vorgaben überlagert wird. Die Wohlfahrtsgewinne würden dann im Zeitverlauf deutlich ansteigen – insbesondere bei ambitionierten Reduktionszielen – wenn die Grenzvermeidungskosten stark zunehmen.

Quelle: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

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