Digitalisierung der Wirtschaft: Fast jedes Unternehmen beschäftigt sich mit KI

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zum wichtigsten Treiber der Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft. Inzwischen nutzen 41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI, weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Das u. a. sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 11.03.2026

  • 41 Prozent nutzen Künstliche Intelligenz bereits, 48 Prozent planen es oder diskutieren darüber
  • Unternehmen sehen bislang fast ausschließlich Vorteile ihrer digitalen Transformation
  • Aber jedes zweite Unternehmen hat Probleme, die Digitalisierung zu bewältigen – und für 13 Prozent ist sie existenzbedrohend

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zum wichtigsten Treiber der Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft. Inzwischen nutzen 41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI, weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Vor einem Jahr hatten erst 17 Prozent KI im Einsatz, 40 Prozent waren in der Diskussionsphase. Für drei Viertel (77 Prozent) der Unternehmen, die derzeit KI einsetzen, hat sich dadurch ihre Wettbewerbsposition verbessert. 52 Prozent berichten von einem messbaren Beitrag von KI für ihren Unternehmenserfolg und zwei Drittel (66 Prozent) wollen den KI-Einsatz weiter ausbauen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Künstliche Intelligenz ist weltweit der entscheidende Treiber für mehr Produktivität und Effizienz. Die deutsche Wirtschaft macht beim KI-Einsatz Tempo“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Bei KI geht es nicht nur darum, wer das beste Sprachmodell baut, es geht um den Einsatz überall dort, wo Deutschlands Wirtschaft stark ist, etwa in der Industrie, in der Pharmazie oder in der Medizintechnik.“

Die breite Mehrheit der Unternehmen zieht aktuell ein positives Fazit ihrer bisherigen Digitalisierungs-Bemühungen. 77 Prozent sagen, die Digitalisierung habe ihnen eher Vorteile gebracht, 16 Prozent sogar große Vorteile. Zugleich sehen nur 10 Prozent die deutsche Wirtschaft bei der Digitalisierung weltweit in der Spitzengruppe, umgekehrt verorten 16 Prozent sie unter den Nachzüglern und 7 Prozent halten sie sogar für abgeschlagen. Für die große Mehrheit (63 Prozent) liegt Deutschland hingegen im Mittelfeld. Für drei Viertel der Unternehmen (78 Prozent) ist die derzeitige Krise der deutschen Wirtschaft auch eine Krise zögerlicher Digitalisierung.

Trotz der weit überwiegend positiven Einschätzung von Digitalisierungseffekten: Aktuell hat rund die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (51 Prozent) Probleme, die Digitalisierung zu bewältigen. 13 Prozent sehen durch die Digitalisierung sogar die Existenz ihres Unternehmens in Gefahr, vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 7 Prozent, 2024 bei 4 Prozent. Zwei Drittel (65 Prozent) stellen fest, dass ihnen Wettbewerber aus der eigenen Branche, die frühzeitig auf Digitalisierung gesetzt haben, nun voraus sind. Jedes fünfte (20 Prozent) sieht seine Marktstellung durch aufstrebende Startups gefährdet. „Bei der Digitalisierung ist Deutschland gespalten: Wir haben Unternehmen, die auch im internationalen Vergleich ganz vorne mit dabei sind, und solche, die Gefahr laufen abgehängt zu werden“, sagt Wintergerst. „Unser gemeinsames Ziel muss sein, alle mitzunehmen, insbesondere auch die breite Basis der kleineren und mittelständischen Unternehmen.“

Unternehmen entdecken ihren Datenschatz

Für die Unternehmen geht es um mehr als einzelne Verbesserungen und Effizienzgewinne. So geben 42 Prozent an, dass sich ihr Geschäftsmodell durch die Digitalisierung verändert. Insbesondere der Nutzung vorhandener Daten kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Ein Drittel (32 Prozent) nutzt das Potenzial dieser Daten bereits, 5 Prozent schöpfen es nach eigenen Angaben sogar vollständig aus. Umgekehrt verwenden 6 von 10 (61 Prozent) ihre Daten bisher kaum oder gar nicht: 48 Prozent sagen, sie nutzen das Potenzial eher wenig aus, 13 Prozent nutzen es überhaupt nicht. Allerdings ergreifen 3 von 10 Unternehmen (29 Prozent), die aktuell ihr Datenpotenzial nicht ausschöpfen, Maßnahmen, um das zu ändern. Weitere 43 Prozent planen dies oder diskutieren darüber. „Viele deutsche Unternehmen sitzen auf einem Datenschatz, den sie noch nicht gehoben haben – und von dem sie zu oft noch gar nichts wissen“, so Wintergerst. „Diese Daten können die Basis eines echten Digitalisierungsschubs sein, sei es beim Einsatz Künstlicher Intelligenz oder der Entwicklung neuer Geschäftsfelder.“

Digital-Innovationen fallen leichter

Insgesamt kommt die deutsche Wirtschaft bei der Entwicklung von Digital-Innovationen voran, wenngleich langsam. So fällt rund jedem vierten Unternehmen (23 Prozent) die Entwicklung neuer digitaler Produkte oder Dienstleistungen leicht, vor einem Jahr lag der Anteil bei nur 16 Prozent. Umgekehrt sagen 40 Prozent, dass ihnen dies schwerfällt – nach 51 Prozent im Vorjahr. Nahezu unverändert entwickelt gut ein Drittel (34 Prozent, 2025: 31 Prozent) überhaupt keine digitalen Produkte oder Dienstleistungen. Zugleich spielen Digitalumsätze für die deutsche Wirtschaft eine wichtige Rolle. Nur 6 Prozent erwarten, in fünf Jahren gar kein Digitalgeschäft zu haben. 9 Prozent gehen dagegen davon aus, mindestens die Hälfte ihres Umsatzes digital zu erzielen. Die große Mehrheit (56 Prozent) rechnet mit einem Anteil der Digitalumsätze von 10 bis 50 Prozent, 8 Prozent rechnen mit weniger als 10 Prozent. Und rund jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) kann oder will dazu keine Prognose abgeben. „Wer Verantwortung im Unternehmen trägt, sollte sich ambitionierte Ziele setzen, um sein digitales Geschäft zu steigern. Wer heute ein erfolgreiches, vielleicht sogar weltweit führendes Produkt hat, muss sich Gedanken machen, wie es sich mit digitalen Dienstleistungen und neuen Anwendungen aufwerten lässt“, sagt Wintergerst.

Zwar stellt jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) fest, dass aufstrebende Startups seine Marktposition gefährden, bei der Kooperation mit Startups zögern aber die meisten Unternehmen. Zwei Drittel (67 Prozent) arbeiten überhaupt nicht mit Startups zusammen, 31 Prozent tun dies in der ein oder anderen Form. 2 Prozent haben aus dem eigenen Unternehmen heraus ein Startup gegründet, 3 Prozent haben spezielle Programme wie Inkubatoren oder Akzeleratoren aufgesetzt und 9 Prozent sind finanziell an Startups beteiligt. 14 Prozent entwickeln gemeinsam mit Startups Produkte und Dienstleistungen und 28 Prozent arbeiten auf eine andere Art mit Startups zusammen, etwa bei Gründerwettbewerben. Wintergerst: „Damit wir bei der Digitalisierung echte Sprünge sehen, braucht es mehr Austausch und Zusammenarbeit zwischen traditionellen und jungen Unternehmen.“

KI gilt nicht nur als entscheidend für die Wirtschaft, sie kommt in der Fläche an

Beim Einsatz digitaler Technologien in Unternehmen hat KI die Führungsrolle übernommen. 86 Prozent gehen davon aus, dass KI eine große Bedeutung für die Wirtschaft hat, 41 Prozent nutzen inzwischen selbst KI, weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Dahinter folgt das Internet of Things (IoT), dem 82 Prozent eine große Bedeutung zusprechen und das von 34 Prozent genutzt wird, 47 Prozent planen es oder diskutieren darüber. Robotik ist für 81 Prozent von großer Bedeutung für die Wirtschaft (38 Prozent Nutzer, 27 Prozent in Planung oder Diskussion), autonome Fahrzeuge für 69 Prozent (22 Prozent Nutzer, 31 Prozent in Planung oder Diskussion), Virtual und Augmented Reality für 67 Prozent (28 Prozent Nutzer, 30 Prozent in Planung oder Diskussion) sowie Drohnen für 48 Prozent (26 Prozent Nutzer, 23 Prozent in Planung oder Diskussion). Größere Diskrepanzen zwischen grundsätzlicher Einschätzung der Bedeutung und tatsächlicher Nutzung gibt es bei drei Technologien. 55 Prozent halten Blockchain für wirtschaftlich bedeutend, aber nur 4 Prozent nutzen sie und 13 Prozent planen es oder diskutieren darüber. Beim Metaverse stehen 35 Prozent, die eine große Bedeutung sehen, 4 Prozent gegenüber, die das Metaverse im Einsatz haben, weitere 9 Prozent planen dies oder diskutieren darüber. Und Quantencomputing wird von 54 Prozent eine große Bedeutung für die Wirtschaft zugesprochen, derzeit wird es aber noch praktisch nicht eingesetzt und 5 Prozent planen oder diskutieren es. „Nicht jede Technologie ist für jedes Unternehmen geeignet und wer digitalisiert, muss Prioritäten setzen“, sagt Wintergerst. „Wichtig ist, Erfahrungen mit den Technologien zu sammeln, die möglicherweise große Auswirkungen auf das eigene Geschäft haben, um nicht zu spät dabei zu sein und dann erst mühsam aufschließen zu müssen.“

Bei Künstlicher Intelligenz bewerten sich die Unternehmen, die KI bereits verwenden, eher zurückhaltend. 30 Prozent sehen sich eher als Vorreiter, 62 Prozent eher als Nachzügler, niemand glaubt, den Anschluss verpasst zu haben. Ein Drittel (33 Prozent) hat festgestellt, dass KI zu deutlich höheren Kosten geführt hat, als zuvor erwartet wurde. Aber bei 45 Prozent wurden interne Prozesse deutlich beschleunigt, bei 44 Prozent wurden Produkte oder Dienstleistungen verbessert und 29 Prozent haben sogar dank KI neue Produkte oder Dienstleistungen entwickelt. 19 Prozent geben an, wegen KI Stellen abgebaut zu haben.

Jedes dritte Unternehmen will mehr in Digitalisierung investieren

Die Bereitschaft der Unternehmen, in Digitalisierung zu investieren, zieht 2026 trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen an. 36 Prozent wollen in diesem Jahr mehr investieren als im Vorjahr, 2025 lag der Anteil bei 29 Prozent, 2024 sogar nur bei 21 Prozent. Umgekehrt wollen nur 13 Prozent ihre Investitionen zurückfahren, nach 25 Prozent 2025 und 30 Prozent 2024. 51 Prozent wollen in diesem Jahr ihr Investitionsniveau halten. „Digitale Transformation gibt es nicht zum Nulltarif. Aber gerade bei Künstlicher Intelligenz sind die Einstiegshürden extrem niedrig“, so Wintergerst.

Digitalisierungs-Bremsen: keine Zeit, keine Leute – und der Datenschutz

Größte Hindernisse bei der Digitalisierung sind für die Unternehmen die Anforderungen an den Datenschutz (77 Prozent) und der Mangel an Fachkräften (70 Prozent). Weitere Hürden sind Anforderungen an die technische Sicherheit (61 Prozent), ein Mangel an marktfähigen Lösungen (43 Prozent) und fehlender Austausch mit anderen Unternehmen (31 Prozent). Aber auch unternehmensinterne Hemmnisse werden häufig erkannt. 66 Prozent nennen fehlende Zeit, 48 Prozent fehlende finanzielle Mittel, 40 Prozent langwierige Entscheidungsprozesse, 37 Prozent mangelnde Risikobereitschaft und 26 Prozent mangelndes Wissen über Best Practice. Weniger relevant sind eine mangelnde Digitalisierungsbereitschaft der Belegschaft (21 Prozent) und Unsicherheit über den wirtschaftlichen Nutzen (13 Prozent). „Damit Digitalisierung erfolgreich ist, muss sie von Vorstand oder Geschäftsführung vorangetrieben werden, zugleich müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitgenommen werden“, sagt Wintergerst.

Aber auch die Politik wird von den Unternehmen in die Pflicht genommen. 80 Prozent warnen, dass Deutschland ohne Digitalisierung wirtschaftlich absteigen wird. 84 Prozent fordern, dass Digitalisierung Top-Thema der Bundesregierung sein muss. „Die Bundesregierung hat mit der Einrichtung eines echten Digitalministeriums gezeigt, dass sie die Bedeutung des Themas erkannt hat. In zentralen Bereichen wie der Verwaltungsmodernisierung mit dem Deutschland-Stack oder der Einführung digitaler Identitäten 2027 mit der EUDI-Wallet sind die Weichen gestellt. Jetzt gilt es, rasch für Unternehmen, aber auch für Bürgerinnen und Bürger spürbare Ergebnisse zu liefern“, sagt Wintergerst. (…)

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico

Inflationsrate im Februar 2026 bei +1,9 %

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag die Inflationsrate in Deutschland im Februar 2026 bei +1,9 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.03.2026

Abgeschwächter Anstieg der Nahrungsmittelpreise wirkt sich dämpfend auf die Inflationsrate aus

Verbraucherpreisindex, Februar 2026:
+1,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Februar 2026:
+2,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Februar 2026 bei +1,9 %. Im Januar 2026 hatte sie +2,1 % betragen und im Dezember 2025 +1,8 %. „Der Anstieg der Verbraucherpreise hat sich im Februar leicht abgeschwächt“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). „Vor allem die Teuerung bei Nahrungsmitteln hat sich deutlich verringert und wirkte sich preisdämpfend aus, während Dienstleistungen die Inflationsrate weiterhin erhöhten.“ Gegenüber dem Vormonat Januar 2026 stiegen die Verbraucherpreise im Februar 2026 um 0,2 %.

Energieprodukte verbilligten sich um 1,9 % gegenüber Februar 2025

Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im Februar 2026 um 1,9 % niedriger als im Vorjahresmonat, nach -1,7 % im Januar 2026. Von Februar 2025 bis Februar 2026 verbilligte sich insbesondere die Haushaltsenergie (-3,5 %). Verbraucherinnen und Verbraucher konnten zum Beispiel von günstigeren Preisen für Erdgas (-4,4 %), Strom (-4,1 %) und Fernwärme (-1,0 %) profitieren, was unter anderem auf die seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung (zum Beispiel reduzierte Übertragungsnetzentgelte, Abschaffung der Gasspeicherumlage) zurückzuführen ist. Während leichtes Heizöl (-4,7 %) ebenfalls günstiger wurde, erhöhten sich die Preise für feste Brennstoffe binnen Jahresfrist um 6,0 %. Kraftstoffe verteuerten sich im gleichen Zeitraum um +0,3 %. Die Kriegshandlungen im Iran und dem Nahen Osten seit dem 28. Februar 2026 haben sich noch nicht auf das Februar-Ergebnis der Verbraucherpreise ausgewirkt.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist mit +1,1 % unterdurchschnittlich

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im Februar 2026 um 1,1 % höher als im Vorjahresmonat. Damit schwächte sich der im Vormonat Januar 2026 beobachtete Preisauftrieb (+2,1 %) wieder ab. Preiserhöhungen zeigten sich weiterhin vor allem bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (+8,1 %, darunter Schokolade: +13,7 %). Auch für Fleisch und Fleischwaren (+4,5 %, darunter Rind- und Kalbfleisch: +14,5 %; Geflügelfleisch: +8,2 %) sowie Obst und frisches Gemüse (jeweils +4,3 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Günstiger hingegen wurden insbesondere Speisefette und Speiseöle (-19,7 %, darunter Butter: -32,9 %; Olivenöl: -12,8 %). Zudem verbilligten sich einige Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs wie Kartoffeln (-18,1 %) und Molkereiprodukte (-4,9 %) deutlich, während Eier (+14,5 %) erneut merklich teurer wurden.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,5 %

Im Februar 2026 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,3 %, nach +2,5 % im Januar 2026. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im Februar 2026 wie bereits im Vormonat bei +2,5 %. Beide Kenngrößen verdeutlichen, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen weiterhin überdurchschnittlich hoch war.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,2 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Februar 2026 um 3,2 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Bereits seit Januar 2024 lag die Teuerung für Dienstleistungen oberhalb der Gesamtteuerung. Besonders stark im Vorjahresvergleich verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+7,0 %) sowie die kombinierte Personenbeförderung (+6,2 %). Letzteres ist insbesondere auf die Erhöhung des Preises für das Deutschlandticket zum Jahresbeginn zurückzuführen. Auch die Preise für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,0 %), Versicherungsdienstleistungen für die Gesundheit (+4,4 %), Gaststättendienstleistungen (+3,4 %) sowie Wasserversorgung und andere Dienstleistungen an der Wohnung (+3,3 %) waren im Februar 2026 deutlich höher als ein Jahr zuvor. Bedeutsam für die Preisentwicklung insgesamt blieben im Februar 2026 die Nettokaltmieten mit +2,1 %. Nur wenige Dienstleistungen waren günstiger als im Vorjahresmonat, darunter Telekommunikationsdienstleistungen (-0,2 %).

Waren verteuerten sich gegenüber Februar 2025 um 0,8 %

Im Februar 2026 lagen die Preise für Waren insgesamt um 0,8 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Verbrauchsgüter verteuerten sich dabei um 0,8 % und Gebrauchsgüter um 0,6 %. Neben Nahrungsmitteln (+1,1 %) wurden auch andere Waren spürbar teurer, insbesondere alkoholfreie Getränke (+5,3 %, darunter Kaffee, Tee und Kakao: +16,7 %) sowie Tabakwaren (+4,7 %). Preisrückgänge zeigten sich, neben der Energie (-1,9 %), unter anderem bei Haushaltsgroßgeräten (-3,1 %).

Preise insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,2 %

Gegenüber Januar 2026 stieg der Verbraucherpreisindex im Februar 2026 um 0,2 %. Sowohl die Preise für Nahrungsmittel (+0,1 %; darunter frisches Gemüse: +2,7 %) als auch für Energie (+0,2 %) stiegen binnen Monatsfrist. Bei den Dienstleistungen stiegen gegenüber dem Vormonat beispielsweise die Verwaltungsgebühren (+6,9 %), ursächlich hierfür sind die angepassten Gebühren für Personalausweise. Vor allem saisonbedingt zeigten sich zudem Preisanstiege bei Pauschalreisen (+6,7 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

Kapitalmangel treibt Startups ins Ausland

Fehlendes Kapital könnte viele Startups aus Deutschland vertreiben. Das u. a. ist das Ergebnis einer Befragung von Bitkom Research unter 133 Tech-Startups in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 09.03.2026

  • Jedes vierte Startup denkt darüber nach, Deutschland wegen der Finanzierung zu verlassen
  • Jedes zweite will in diesem Jahr Geld einsammeln – im Schnitt rund 4 Millionen Euro
  • Nur noch 13 Prozent wünschen sich Investoren aus den USA

Fehlendes Kapital könnte viele Startups aus Deutschland vertreiben. Fast jedes zweite Startup (48 Prozent) plant in diesem Jahr eine Kapitalaufnahme und will dabei im Schnitt 4 Millionen Euro einsammeln. Zugleich überlegt jedes vierte Startup (25 Prozent), Deutschland wegen fehlenden Kapitals zu verlassen, nur 17 Prozent empfinden das Venture-Capital-Angebot hierzulande als ausreichend. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Bitkom Research unter 133 Tech-Startups in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Mit jedem Startup, das Deutschland verlässt, verlieren wir Arbeitsplätze und Wertschöpfung, aber vor allem auch innovative Ideen und Lösungen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Helfen würde eine weitere Stärkung der WIN-Initiative, die Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland bereitstellen will. Wichtig wären außerdem Anreize für institutionelle Investoren, in Venture Capital zu investieren. Mit einer Reform der privaten Altersvorsorge könnten zudem die Versicherten am Erfolg von Startups beteiligt werden, zugleich würde der Kapitalmarkt gestärkt.“

Rund zwei Drittel (64 Prozent) der Startups, die in diesem Jahr Kapital einsammeln wollen, sind überzeugt, dass ihnen die Finanzierung gelingt. 13 Prozent sind skeptisch, weitere 23 Prozent wissen es nicht oder wollen dazu keine Angaben machen.

Bei der Frage, wo das Geld herkommen sollte, haben deutsche Startups eine klare Präferenz. Drei Viertel (74 Prozent) der Gründerinnen und Gründer würden ihren Kapitalbedarf möglichst bei Investoren aus Deutschland befriedigen, für 22 Prozent kommen deutsche Investoren grundsätzlich in Frage und für 5 Prozent nicht. Rund die Hälfte (52 Prozent) bevorzugt Investoren aus anderen EU-Ländern, für 46 Prozent kommen sie in Frage und nur 1 Prozent lehnt sie grundsätzlich ab. Mit deutlichem Abstand folgen die USA: Nur 13 Prozent bevorzugen US-Investoren, für 59 Prozent kommen sie zumindest in Frage, aber 23 Prozent kommen sie nicht in Frage. Schlusslicht ist China. Nur 1 Prozent präferiert chinesische Investoren, für ein Fünftel (21 Prozent) kommen sie in Frage und zwei Drittel (66 Prozent) schließen sie aus. Investoren aus sonstigen Nicht-EU-Ländern werden von 7 Prozent bevorzugt, für zwei Drittel (66 Prozent) kommen sie in Frage und von 17 Prozent werden sie ausgeschlossen.

Für viele Startups ist auch ein künftiger Börsengang eine Option, wobei heimische und ausländische Börsen fast gleichauf liegen: 43 Prozent können sich einen Börsengang in Deutschland vorstellen, 40 Prozent einen Gang an eine ausländische Börse.

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico

Exporte im Januar 2026: -2,3 % zum Dezember 2025

Im Januar 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber Dezember 2025 kalender- und saisonbereinigt um 2,3 % und die Importe um 5,9 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 nahmen die Exporte um 0,6 % zu und die Importe um 4,0 % ab, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.03.2026

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Januar 2026
130,5 Milliarden Euro
-2,3 % zum Vormonat
+0,6 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), Januar 2026
109,2 Milliarden Euro
-5,9 % zum Vormonat
-4,0 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), Januar 2026
21,2 Milliarden Euro

Im Januar 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber Dezember 2025 kalender- und saisonbereinigt um 2,3 % und die Importe um 5,9 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 nahmen die Exporte um 0,6 % zu und die Importe um 4,0 % ab, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.

Im Januar 2026 wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 130,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 109,2 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im Januar 2026 mit einem Überschuss von 21,2 Milliarden Euro ab. Im Dezember 2025 hatte der kalender- und saisonbereinigte Außenhandelssaldo +17,4 Milliarden Euro betragen. Im Januar 2025 hatte er bei +15,9 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Januar 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 71,6 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 55,6 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Dezember 2025 sanken die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 4,8 % und die Importe aus diesen Staaten um 6,5 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 50,1 Milliarden Euro (-5,7 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 37,6 Milliarden Euro (-5,9 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 21,5 Milliarden Euro (-2,7 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 18,0 Milliarden Euro (-7,8 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Januar 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 58,8 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 53,6 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Dezember 2025 stiegen die Exporte in die Drittstaaten um 1,0 %, die Importe von dort sanken um 5,3 %.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Januar 2026 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 13,2 Milliarden Euro exportiert, das waren 11,7 % mehr als im Dezember 2025. Gegenüber dem Vorjahresmonat Januar 2025 waren die Exporte in die Vereinigten Staaten kalender- und saisonbereinigt um 0,4 % höher. Die Exporte in das Vereinigte Königreich nahmen im Vergleich zum Vormonat um 2,6 % auf 6,8 Milliarden Euro ab. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken im Januar 2026 im Vergleich zum Dezember 2025 um 13,2 % auf 6,3 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im Januar 2026 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 14,2 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 8,3 % weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 8,2 % auf 7,2 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 2,5 % auf 3,0 Milliarden Euro zu.

Die Exporte in die Russische Föderation sanken im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 kalender- und saisonbereinigt um 8,3 % auf 0,5 Milliarden Euro. Gegenüber Januar 2025 nahmen sie um 15,9 % ab. Die Importe aus Russland sanken im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 um 20,0 % auf 0,1 Milliarden Euro, gegenüber Januar 2025 nahmen sie um 19,7 % ab.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Januar 2026 Waren im Wert von 121,7 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 105,1 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 sanken die Exporte damit um 2,7 % und die Importe um 6,4 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Januar 2026 mit einem Überschuss von 16,6 Milliarden Euro ab. Im Januar 2025 hatte der Saldo +12,8 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

Industriestrompreis bremst Effizienz und Wettbewerb

Mit einem Industriestrompreis möchte die Bundesregierung energieintensive Branchen entlasten. Dadurch drohen u. a. aber Verzerrungen im Wettbewerb, wie eine neue Studie des ZEW Mannheim zeigt.

ZEW, Pressemitteilung vom 09.03.2026

ZEW-Analyse zu Stromsubventionen ab 2026

Mit einem Industriestrompreis möchte die deutsche Bundesregierung energieintensive Branchen entlasten. Er soll für Großbetriebe bis zu 50 Prozent des Stromverbrauchs für drei Jahre deckeln und bei 50 Prozent des Großhandelspreises, aber mindestens 50 Euro/MWh, liegen, um die Stromkosten der begünstigten Unternehmen spürbar zu senken. Dadurch drohen aber Verzerrungen im Wettbewerb, die die Energieeffizienz und Produktivität der Industrie schwächen können. Zudem zahlen auch heute schon Unternehmen mit geringerem Strombedarf im Schnitt deutlich mehr für Strom als solche mit einem großen, wie eine neue Studie des ZEW Mannheim zeigt.

„Der Industriestrompreis wirkt kurzfristig entlastend – aber solche Vergünstigungen können Unternehmen, die im selben Markt aktiv sind, sehr ungleich behandeln und damit den Wettbewerb verzerren“, sagt ZEW-Ökonom Joscha Krug, Ko-Autor der Studie und Wissenschaftler am ZEW-Forschungsbereich „Umwelt- und Klimaökonomik“. Prof. Kathrine von Graevenitz PhD, Ko-Autorin und stellvertretende Leiterin des Forschungsbereichs, ergänzt: „Wenn vor allem Großverbraucher geschützt werden, sinkt der Anreiz für diese Unternehmen, effizienter zu werden. Langfristig besteht das Risiko, dass Innovation gebremst und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland geschwächt wird. Junge und mittelständische Unternehmen haben es schwerer, sich ohne Subventionen zu behaupten.“

Statt eines Industriestrompreises schlägt Krug vor, dass „Maßnahmen ergriffen werden, die die Standortbedingungen in der Breite verbessern, wie Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung, sowie Bürokratieabbau. Außerdem sollte der Strommarkt an die heutigen Gegebenheiten mit einem hohen erneuerbaren Anteil und steigender dezentraler Energieerzeugung angepasst werden“.

Auch heute schon große Unterschiede im Strompreis

Die Preise gingen 2024 auch ohne Industriestrompreis mit rund 272 Euro/MWh für Kleinverbraucher gegenüber 155 Euro/MWh für Großverbraucher deutlich auseinander. „Die Preisdifferenz von 117 Euro/MWh entstand vor allem aufgrund von Netzentgelten, Steuern und Abgaben, die circa 63 Prozent des Unterschieds ausmachen“, so Krug.

Selektive Entlastungen können Wettbewerb und Effizienz schädigen

Steigen Energiepreise, reagieren Unternehmen ohne Vergünstigungen stärker mit Effizienzmaßnahmen oder verlieren Marktanteile. Begünstigte Unternehmen können dagegen trotz hoher Preise zu geringeren Kosten produzieren, Marktanteile ausbauen und damit die Struktur ganzer Industriezweige verändern. Weil diese Unternehmen im Schnitt weniger Anreize haben, Strom zu sparen, kann so die Energieeffizienz energieintensiver Branchen insgesamt sinken.
Tatsächlich zeigt die ZEW-Studie für Phasen steigender Energiepreise, dass Produzenten mit höheren effektiven Energiepreisen häufiger aus Märkten austraten, während Produzenten mit niedrigeren Energiepreisen überdurchschnittlich oft expandierten oder in neue Märkte eintraten.

Quelle: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

Powered by WPeMatico

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Januar 2026: -11,1 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um 11,1 % gesunken. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 0,4 % niedriger als im Vormonat.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.03.2026

Auftragseingang ohne Großaufträge: -0,4 %

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe
Januar 2026 (real, vorläufig):
-11,1 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+3,7 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Dezember 2025 (real, revidiert):
+6,4 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+11,7 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um 11,1 % gesunken. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 0,4 % niedriger als im Vormonat. Dies zeigt das maßgeblich durch Großaufträge beeinflusste hohe Niveau im Dezember 2025, als der Auftragseingang den höchsten Wert seit Februar 2022 erreicht hatte. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von November 2025 bis Januar 2026 um 7,4 % höher als in den drei Monaten zuvor, ohne Großaufträge stieg er um 1,5 %. Die Ergebnisse für das Saarland lagen für die Berechnung des Bundesergebnisses für Januar 2026 nicht rechtzeitig vor und wurden daher geschätzt. Im Dezember 2025 stieg der Auftragseingang nach Revision der vorläufigen Ergebnisse gegenüber November 2025 um 6,4 % (vorläufiger Wert +7,8 %).

Nach dem sehr hohen Volumen an Großaufträgen im Dezember 2025 haben sich die Auftragseingänge im Januar 2026 in mehreren Branchen des Verarbeitenden Gewerbes wieder normalisiert. Dies zeigt sich besonders bei den Neuaufträgen in der Herstellung von Metallerzeugnissen, die im Vormonatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 39,4 % abnahmen. Im Dezember 2025 war der Auftragseingang in diesem Bereich noch um 29,7 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Auch die Rückgänge im Maschinenbau (-13,5 %) und in der Metallerzeugung und -bearbeitung (-15,1 %) sind auf das geringere Volumen an Großaufträgen im Januar 2026 zurückzuführen. Positiv auf das Gesamtergebnis wirkten sich hingegen die Anstiege der Auftragseingänge in der Automobilindustrie (+10,4 %) sowie im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge; +9,2 %) aus.

Bei den Investitionsgütern lag der Auftragseingang im Januar 2026 um 14,1 % niedriger und bei den Vorleistungsgütern um 7,9 % niedriger als im Vormonat. Bei den Konsumgütern stieg er um 0,1 %.

Die Auslandsaufträge sanken im Januar 2026 um 7,1 %. Dabei fielen die Aufträge aus der Eurozone um 7,3 % und die Aufträge von außerhalb der Eurozone um 7,1 %. Die Inlandsaufträge lagen um 16,2 % niedriger.

Umsatz im Januar 2026 um 1,5 % höher als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im Januar 2026 saison- und kalenderbereinigt 1,5 % höher als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 war der Umsatz kalenderbereinigt 1,3 % höher. Für Dezember 2025 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 0,4 % gegenüber November 2025 (vorläufiges Ergebnis: -1,4 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

Produktion im Januar 2026: -0,5 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,5 % gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von November 2025 bis Januar 2026 um 0,9 % höher als in den drei Monaten zuvor.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.03.2026

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 0,8 % gesunken

Produktion im Produzierenden Gewerbe

Januar 2026 (real, vorläufig):
-0,5 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-1,2 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Dezember 2025 (real, revidiert):
-1,0 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+0,4 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,5 % gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von November 2025 bis Januar 2026 um 0,9 % höher als in den drei Monaten zuvor. Im Dezember 2025 sank die Produktion gegenüber November 2025 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 1,0 % (vorläufiger Wert: -1,9 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 war die Produktion im Januar 2026 kalenderbereinigt 1,2 % niedriger.

Rückgang in der Herstellung von Metallerzeugnissen

Der Rückgang im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat ist zu einem großen Teil auf die niedrigere Produktion im Bereich Herstellung von Metallerzeugnissen (-12,4 %) zurückzuführen. Auch die Produktionsrückgänge in der Pharmaindustrie (-11,9 %) und der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-6,8 %) beeinflussten das Gesamtergebnis negativ. Positiv wirkte sich hingegen der Anstieg in der Energieerzeugung (+10,3 %) aus. Der deutliche Anstieg in diesem Bereich könnte auf die außergewöhnlich niedrigen Temperaturen im Januar 2026 zurückzuführen sein. Die hohe Anzahl an Eis- und Frosttagen könnte sich andererseits negativ auf die Produktion im Tiefbau (unter anderem Bau von Straßen, Bahnverkehrsstrecken, Brücken und Tunneln) ausgewirkt haben. Die Produktion im Tiefbau sank im Januar 2026 um 7,5 %, während die Bauproduktion insgesamt um 2,9 % gestiegen ist.

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) sank im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um 2,5 %. Dabei sank die Produktion von Konsumgütern um 4,2 %, die Produktion von Vorleistungsgütern um 2,6 % und die Produktion von Investitionsgütern um 1,6 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 sank die Industrieproduktion kalenderbereinigt um 2,6 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gesunken

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,8 % gesunken. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen von November 2025 bis Januar 2026 um 1,8 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Januar 2025 war die energieintensive Produktion im Januar 2026 kalenderbereinigt um 4,3 % niedriger.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

Unternehmensbefragung: Vier von fünf Unternehmen klagen über mehr Bürokratie

Auch in den vergangenen drei Jahren ist der bürokratische Aufwand für Unternehmen in Deutschland deutlich gestiegen. Das zeigt eine Studie des IW Köln. Abhilfe leisten könnten mehr Selbstverpflichtungen und Vertrauen.

IW Köln, Pressemitteilung vom 07.03.2026

Auch in den vergangenen drei Jahren ist der bürokratische Aufwand für Unternehmen in Deutschland deutlich gestiegen. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Abhilfe leisten könnten mehr Selbstverpflichtungen und Vertrauen.

Rund 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland berichten von einem gestiegenen Aufwand für die Erfüllung gesetzlicher Berichts- und Dokumentationspflichten in den vergangenen drei Jahren. Mehr als die Hälfte spricht dabei von einem deutlichen Anstieg. Das zeigt eine repräsentative Unternehmensbefragung des IW aus dem Herbst 2025, an der mehr als 1.000 Betriebe teilnahmen. Eine sinkende Belastung geben gerade einmal 1,5 Prozent der Unternehmen an, und knapp jedes fünfte Unternehmen sieht keine Veränderung.

Langsame Verwaltung lähmt Wirtschaft

Viele Unternehmen sehen Probleme in den Behörden: Rund 70 Prozent halten Verwaltungsverfahren für zu langsam. Gut 60 Prozent sagen, vorhandene Ermessensspielräume würden nicht ausreichend genutzt. Etwa jedes zweite Unternehmen bemängelt fehlende Kapazitäten bei der Antragsbearbeitung oder zweifelt an der fachlichen Expertise in den Verwaltungen – dabei war hohe Fachkompetenz jahrzehntelang ein Qualitätsmerkmal deutscher Behörden.

Als wichtigsten Ansatz zum Bürokratieabbau nennen mehr als 90 Prozent der Betriebe weniger umfangreiche EU-Vorgaben. Rund drei Viertel sehen in einer zentral organisierten, digitalen Verwaltung eine Entlastung. Zudem sprechen sich mehr als 60 Prozent für geringere Haftungsrisiken von Verwaltungsmitarbeitern bei Fehlentscheidungen aus, um zügige Verfahren zu ermöglichen. Wenn der Gesetzgeber auf weitere detaillierte gesetzliche Vorgaben verzichtet, wären viele Unternehmen im Gegenzug bereit, strengere Haftungsregeln zu akzeptieren.

Unternehmen brauchen Vertrauen

„Statt immer detaillierter zu regulieren, muss die Politik den Unternehmen mehr Vertrauen schenken und Verwaltungsmitarbeitern Entscheidungsspielräume geben“, sagt IW-Bürokratieexperte Klaus-Heiner Röhl. Die Wirtschaft würde zudem spürbar profitieren, wenn widersprüchliche Gesetze besser abgestimmt und neue Vorhaben konsequent auf ihren tatsächlichen Regelungsbedarf geprüft würden. Gleichzeitig brauche es effizientere Strukturen in der Verwaltung. „Mit einer digitalen Verwaltung und enger föderaler Zusammenarbeit können die Behörden das Zuständigkeitswirrwarr beenden“, sagt Röhl.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

Powered by WPeMatico

Wieder mehr Frauen an der Spitze mittelständischer Unternehmen

An der Spitze mittelständischer Unternehmen in Deutschland sind wieder etwas mehr Frauen anzutreffen. Von den rund 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande wurden im Jahr 2025 lt. KfW-Mittelstandspanel rund 16 Prozent von einer Frau geführt. Ein Jahr zuvor waren es 14,3 Prozent, im Jahr 2022 sogar 19,7 Prozent.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 08.03.2026

  • 16 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland haben eine Chefin
  • Anteil der Frauen in anderen Führungspositionen im Mittelstand ist rückläufig
  • Frauen führen besonders häufig kleine Unternehmen im Dienstleistungssektor

An der Spitze mittelständischer Unternehmen in Deutschland sind wieder etwas mehr Frauen anzutreffen. Von den rund 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande wurden im Jahr 2025 rund 16 Prozent oder 621.000 von einer Frau geführt. Ein Jahr zuvor hatte die Quote mit 14,3 Prozent auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2003 gelegen, das Hoch wurde 2022 mit 19,7 Prozent erreicht.

Dem leichten Aufwärtstrend an der Spitze der Unternehmen entgegen steht die Entwicklung mit Blick auf alle weiblichen Führungskräfte über jegliche Hierarchieebenen hinweg. Dazu zählen Team-, Abteilungs- oder Bereichsleitung genau wie Geschäftsführung, Vorstand oder Inhaberschaft. Im vergangenen Jahr waren 34,3 Prozent dieser Managementpositionen weiblich besetzt, ein Jahr zuvor waren es noch 35,6 Prozent, 2023 sogar noch 40,0 Prozent. Das sind Ergebnisse einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels, einer repräsentativen Befragung des deutschen Mittelstands.

„Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen im Mittelstand deutlich unterrepräsentiert. Die wirtschaftliche Bedeutung der frauengeführten Mittelständler ist nicht zu unterschätzen, bewegt sich seit vielen Jahren allerdings seitwärts und nimmt in der Gesamtsicht nicht zu“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Frauengeführte Mittelständler beschäftigen hierzulande rund 3,3 Millionen Menschen (zehn Prozent der Erwerbstätigen im Mittelstand) und erzielen insgesamt 435 Milliarden Euro Umsatz (etwa acht Prozent der Gesamtumsätze des Mittelstands).

„Ein wesentlicher Hebel, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, liegt in der weiteren Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen. Hier hat sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan, sodass ich davon ausgehe, dass die Frauenquote in mittelständischen Führungspositionen sukzessive steigen wird“, so Schumacher weiter.

Frauen führen in Deutschland vor allem Dienstleistungsunternehmen. 88 Prozent aller Unternehmen mit einer Chefin kommen aus diesem Wirtschaftssegment. Vor allem im Gastgewerbe, Teilen des stationären Einzelhandels, im Tourismus und bei den körpernahen Dienstleistungen sind Frauen als Chefinnen stark vertreten.

Zudem führen Frauen häufig sehr kleine Unternehmen: Insgesamt 84 Prozent – oder 514.000 – der frauengeführten Unternehmen sind Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Auf größere Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden entfallen nur rund 6000 Chefinnen; nur ein Prozent der frauengeführten Mittelständler gehören also dieser Unternehmensgruppe an.

Im Durchschnitt beschäftigte ein frauengeführtes Unternehmen im Jahr 2025 etwa 7,2 Personen, inklusive der Inhaberinnen und Inhaber. Männergeführte Unternehmen waren mit durchschnittlich zehn Mitarbeitenden um etwa 39 Prozent größer. Betrachtet man den Umsatz, so lag dieser bei männergeführten Unternehmen im Median bei 288.000 Euro und damit um 23 Prozent höher als bei frauengeführten Unternehmen.

Offensichtlich ist: Frauen fördern Frauen. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) aller Führungspositionen in einem von einer Frau gelenkten mittelständischen Unternehmen waren zuletzt weiblich besetzt. In männergeführten Unternehmen dagegen lag der durchschnittliche Anteil weiblich besetzter Führungspositionen unter Berücksichtigung aller Hierarchieebenen bei gerade einmal 14 Prozent. Neben dem wissenschaftlich belegten Aspekt, dass Frauen sich bei der Karriere gegenseitig unterstützen, kommt hier auch zum Tragen, dass Frauen überwiegend Führungskräfte in Unternehmen in von Frauen bevorzugten Berufsfeldern sind.

Quelle: KfW, KfW Research

Powered by WPeMatico

7,6 % mehr Neugründungen größerer Betriebe im Jahr 2025

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 130.100 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 7,6 % mehr Neugründungen größerer Betriebe als im Vorjahr.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 06.03.2026

  • Zahl der vollständigen Aufgaben größerer Betriebe steigt mit +0,8 % zum Vorjahr deutlich schwächer als Zahl der Betriebsgründungen
  • Gesamtzahl der Neugründungen von Gewerben nimmt im Vorjahresvergleich um 7,7 % zu, Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben sinkt leicht um 0,2 %

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 130.100 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 7,6 % mehr Neugründungen größerer Betriebe als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der vollständigen Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung um 0,8 % auf rund 99.900. Damit blieb die Zahl größerer Betriebsgründungen auch 2025 wie in allen Jahren seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2003 höher als die Zahl der Betriebsaufgaben.

Insgesamt 640.500 Neugründungen und 502.200 vollständige Gewerbeaufgaben

Die Gesamtzahl der Neugründungen von Gewerben war im Jahr 2025 mit rund 640.500 um 7,7 % höher als im Vorjahr. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg um 6,4 % auf rund 762.400. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlungen (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Die Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben war 2025 mit rund 502.200 um 0,2 % niedriger als im Jahr zuvor. Die Gesamtzahl der Gewerbeabmeldungen sank um 1,0 % auf rund 612.900. Neben Gewerbeaufgaben zählen dazu auch Betriebsübergaben (zum Beispiel Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico