Geschäftsklima für Selbstständige kühlt immer mehr ab

Das Geschäftsklima für Selbstständige hat sich zum fünften Mal in Folge verschlechtert. Das ergibt die aktuelle ifo-Befragung für dieses Segment („Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Selbstständige“).

ifo Institut, Pressemitteilung vom 18.09.2023

Das Geschäftsklima für Selbstständige hat sich zum fünften Mal in Folge verschlechtert. Das ergibt die aktuelle ifo-Befragung für dieses Segment („Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Selbstständige“). Der Index sank im August auf -19,9 Punkte, nach -16,4 im Juli. „Die Lage in der deutschen Wirtschaft ist angespannt“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. „Für die Selbstständigen steigt die Gefahr, in einen Abwärtsstrudel zu geraten.“

Vor allem die Unzufriedenheit mit den laufenden Geschäften hat deutlich zugenommen. Die Erwartungen bleiben pessimistisch. Immer weniger Selbstständige planen in den kommenden Monaten, ihre Preise zu erhöhen.

Bei den Dienstleistern rutschte der Klimaindikator erstmals im Jahr 2023 unter null. Die Geschäftsaussichten und die Umsatzerwartungen verdüsterten sich, und das Urteil zur aktuellen Lage fiel schlechter aus. „Die Durststrecke aufgrund der fehlenden Nachfrage verlängert sich“, ergänzt Demmelhuber. Während sich die Lage im Gastgewerbe im August leicht erholte, gab es bei den Freiberuflern in den Branchen Design, Fotografie und Übersetzung deutliche Einbrüche. Die Einzelhändler sind pessimistisch, was ihre Zukunft angeht. Die aktuelle Geschäftslage verschlechterte sich deutlich. „Viele Händler spüren weiterhin die Zurückhaltung der Verbraucher aufgrund der hohen Inflationsraten“, sagt Demmelhuber.

Seit August 2021 berechnet das ifo Institut den Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Selbstständige. Dies umfasst sowohl Soloselbstständige als auch Kleinstunternehmen (weniger als 9 Mitarbeiter). Wie im Gesamtindex sind alle Sektoren abgebildet. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Dienstleistungssektor. Der Index basiert auf einer Zusammenarbeit mit Jimdo, einem Anbieter von Online-Tools speziell für Soloselbstständige und kleine Unternehmen, und hat das Ziel, die Sichtbarkeit der Kleinstunternehmen zu erhöhen. Neben Jimdo trägt auch der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschlands (VGSD e.V.) zur Gewinnung neuer Teilnehmer bei. der Gründer und Selbstständigen Deutschlands (VGSD e.V.) zur Gewinnung neuer Teilnehmer bei.

Quelle: ifo Institut

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Industriestandort: Dauersubventionen helfen nicht

Hohe Kosten, schlechter werdende Infrastruktur, ineffizienter Staat: Der deutsche Industriestandort hat Federn gelassen, zeigt eine neue Studie des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 17.09.2023

Hohe Kosten, schlechter werdende Infrastruktur, ineffizienter Staat: Der deutsche Industriestandort hat Federn gelassen, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Der Strukturwandel erhöht den Druck, die Politik hat keine Wahl: Deutschland muss Standortpolitik betreiben. Worauf es dabei ankommt.

Deutschland steckt in einer wirtschaftlichen Flaute. Das hat viele Gründe: Da wären zum einen die Nachwehen der Pandemie, zum anderen sorgt der Krieg in der Ukraine nach wie vor für globale Unsicherheit und hohe Energiepreise. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die schwierige Lage hat größtenteils strukturelle Gründe. Das zeigen neue Zahlen des IW-Standortindex, für den das IW regelmäßig die Wettbewerbsfähigkeit von 45 Industrieländern vergleicht. Dort kommt Deutschland insgesamt auf einen passablen vierten Platz, nach der Schweiz, Australien und Dänemark. Der Schein trügt allerdings: Der Index zeigt alarmierende Entwicklungen.

  • Deutschland ist schon lange Hochkostenland, zuletzt hat sich die Situation weiter verschlechtert. Im Vergleich zu 2018 ist das Land von Platz 37 auf 44 gefallen – vorletzter Platz. Neben teurer Energie liegt das vor allem an hohen Unternehmenssteuern und Personalkosten.
  • Bei der staatlichen Performance rutscht Deutschland gegenüber 2018 von Platz 8 auf 11. Dahinter stehen immer längere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Sie behindern Investitionen und treiben die Kosten.
  • War Deutschland bei der Infrastruktur lange Weltklasse, verliert das Land hier nun den Anschluss an die Spitze. Wegen kaputter Brücken, Schienen und Straßen sowie des schleppenden Breitbandausbaus fällt Deutschland von Platz 2 auf Platz 6.

Staat in der Verantwortung, Teil der Kosten zu tragen

Die laufende Anpassung an Klimawandel, Digitalisierung und die geopolitischen Krisen dürfte die Wettbewerbsfähigkeit weiter verschlechtern. Zum einen, weil die Unternehmen heute hohe Kosten für Investitionen tragen müssen, von denen sie erst profitieren, wenn der Ausbau der Erneuerbaren Energien tatsächlich fortgeschritten ist. Zum anderen, weil sie aus geopolitischen Erwägungen – etwa im Falle Chinas – Entscheidungen treffen müssen, die sich einzelwirtschaftlich nicht lohnen. All das verpflichtet den Staat, zumindest einen Teil der immensen Kosten zu übernehmen – andernfalls droht eine Deindustrialisierung.

Dauersubventionen keine Lösung, Brücken sind notwendig

Wichtig dabei ist aber, die staatlichen Hilfen genau unter die Lupe zu nehmen. Unbefristete, bedingungslose Subventionen laufen Gefahr, den Anpassungsprozess der Unternehmen zu unterbinden oder in einem Subventionswettlauf zu enden. Zielen sie auf einzelne Unternehmen oder Branchen ab, maßt sich der Staat an, zu verstehen, wo der Wandel stattfinden soll – das kann aber nur der Markt. Stattdessen braucht es breite Hilfen, die die Investitionsbedingungen verbessern – und gleichzeitig für die Unternehmen Anreize erhalten, die Transformation voranzutreiben.

„Es ist fraglich, inwiefern die hohen Einzelsubventionen für die Halbleiterindustrie dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort auf breiter Basis zu verbessern“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. „Anders ist es beim Brückenstrompreis, wie ihn der Wirtschaftsminister vorschlägt: Er ist an den Börsenstrompreis gebunden. Wenn Sonne und Wind den Strom günstiger werden lassen, läuft der aus – das erhält den Anreiz, in Erneuerbare zu investieren. Dafür müssen zudem die Stromsteuer auf EU-Niveau abgesenkt, die Netzentgelte reformiert und ein EU-Energiebinnenmarkt vorangetrieben werden.“

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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China-Handel: Importe sinken, Abhängigkeit bleibt

Deutschland importiert etwas weniger aus China, zeigen neue Zahlen aus der ersten Jahreshälfte 2023. Das erweckt den Eindruck, als wäre Deutschland etwas weniger abhängig. Für Entwarnung ist es dennoch zu früh, zeigt eine neue Studie des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 15.09.2023

Deutschland importiert etwas weniger aus China, zeigen neue Zahlen aus der ersten Jahreshälfte 2023. Das erweckt den Eindruck, als wäre Deutschland etwas weniger abhängig. Für Entwarnung ist es dennoch zu früh, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): Bei wichtigen Industriegütern kann Deutschland noch immer nicht ohne China. Auch in der Autoindustrie wird das Land immer wichtiger.

Die deutschen Exporte nach China sind im ersten Halbjahr 2023 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,4 Prozent zurückgegangen, die Einfuhren aus China sogar um 16,8 Prozent. Damit sank das deutsche Handelsbilanzdefizit mit der Volksrepublik auf knapp 30 Milliarden Euro. Zum gleichen Zeitpunkt 2022 hatte es bei 41 Milliarden Euro gelegen.

Die Zahlen wecken trotzdem keine Hoffnung auf ein baldiges Ende der deutschen Importabhängigkeit von China. So lässt sich ein großer Teil des Importrückgang durch Sondereffekte erklären: Demnach importierte Deutschland in der ersten Hälfte des Vorjahres noch ungewöhnlich viele organische Grundstoffe und Chemikalien aus China, das hat sich inzwischen normalisiert. 86 Prozent des aktuellen Importrückgangs lassen sich damit erklären. Ohne diesen Sondereffekt wären die Einfuhren nur um rund 3 Prozent gesunken.

Kaum De-Risking bei Industrieprodukten

Auch beim Blick auf die importierten Produkte mit möglicherweise kritischen Abhängigkeiten von China lässt sich lässt sich kaum Entwarnung geben. Das zeigt das regelmäßige IW-Monitoring zum De-Risking in Deutschland: Im Jahr 2022 lag der chinesische Importanteil bei 800 Produktgruppen bei mehr als 50 Prozent. Im ersten Halbjahr 2023 sank der Importanteil bei 560 dieser 800 Produktgruppen mehr oder weniger stark. Doch wenn man kritische Abhängigkeiten stärker eingrenzt, verschlechtert sich das Bild. Schaut man nur auf Produkte, die für die Industrie wichtig sind – wie Maschinen oder chemische Grundstoffe – und legt einen Mindesteinfuhrwert von fünf Millionen Euro zugrunde, zeigen sich nur bei jeder zweiten Produktgruppe (meist geringe) Anteilsrückgänge. Nur bei weniger als fünf Prozent dieser industriefokussierten Produktgruppen gibt es wirklich starke Anteilsrückgänge von mehr als 20 Prozentpunkten.

„Deutschland hat beim De-Risking von China noch einen langen Weg vor sich“, sagt IW-China-Experte Jürgen Matthes. „Um die Abhängigkeitsrisiken besser einschätzen zu können, brauchen wir ein viel genaueres Monitoring. Die Bundesregierung ist in der Pflicht, die notwendigen Mittel für diese anspruchsvolle Aufgabe im Rahmen ihrer China-Strategie bereitzustellen“.

China wird auf dem deutschen Automarkt aktiv

Auch in der Autoindustrie wächst Chinas Einfluss. Deutschland importierte in der ersten Jahreshälfte deutlich mehr Autos und Motoren aus China – ein Wachstum um unglaubliche 243 Prozent. Der Grund: Seit dem Jahreswechsel drängen neue chinesische Automarken auf den deutschen Markt, die sich auf E-Mobilität spezialisiert haben. Sie profitieren vom heimischen Know-how bei der Batterietechnik und bei der Fertigung von E-Autos. Hinzukommen inzwischen aber auch Elektroautos deutscher Marken, die im weltgrößten Absatzmarkt China auch für den Export in alle Welt gebaut werden. Die EU kritisiert, dass chinesische Subventionen für E-Autos hierzulande den Wettbewerb verzerren, und plant, dagegen vorzugehen.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Europa wirtschaftlich unter Druck

Der Wirtschaftsstandort Europa verliert zunehmend an Attraktivität – vor allem durch hohe Energiekosten und überbordende Bürokratie. Damit die europäische Wirtschaft auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt, braucht es richtige Weichenstellungen. Die DIHK hat in einem 10-Punkte-Papier konkrete, entlastende Forderungen aufgelistet.

DIHK, Mitteilung vom 15.09.2023

Europa als Wirtschaftsstandort gerät immer stärker unter Druck und braucht eine neue wirtschaftspolitische Agenda, um sich in einer verändernden Welt gut aufzustellen.

Die Industrie in Europa und dabei insbesondere in Deutschland wird vor allem durch die steigenden Energiekosten infolge des russischen Angriffskriegs zunehmend belastet. So zeigt das aktuelle IHK-Energiewende-Barometer, dass viele Industrieunternehmen in Deutschland aufgrund der hohen Energiekosten weniger investieren können. In der energieintensiven Industrie schränkt fast die Hälfte der Firmen ihre Investitionen sogar in den Kernbereichen ein. Der von der EU-Kommission vorgelegte „Net-Zero Industry Act“ soll durch kürzere Genehmigungsverfahren die Produktion von günstigen erneuerbaren Energien und den dazugehörigen Technologien in der EU beschleunigen.

Die Europäische Union verliert dennoch als Wirtschaftsstandort gegenüber den USA mit deren unkomplizierterer Förderung durch den „Inflation Reduction Act“ an Attraktivität. Besorgniserregend ist etwa die Folge in Deutschland: Gut 32 Prozent der deutschen Industriebetriebe planen oder realisieren die Verlagerung von Kapazitäten ins Ausland beziehungsweise die Einschränkung ihrer Produktion im Inland – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Laut einer Sonderauswertung aus der letzten DIHK-Konjunkturumfrage gaben 33 Prozent kleinere Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten Kostenersparnis als Hauptmotiv für ihre Auslandsinvestitionen an – das ist fast so viel wie im Jahr 2004 (36 Prozent), als Deutschland „kranker Mann Europas“ war. Nordamerika hat dabei in den letzten Jahren als Zielregion deutscher Auslandsinvestitionen an Bedeutung gewonnen.

Europa muss es nicht besser wissen, sondern besser machen!

Nur wenn es Europa gelingt, die nachhaltige Transformation der Wirtschaft mit wirtschaftlichem Erfolg zu verbinden, werden andere Regionen diesem Modell folgen. Die DIHK hat in einem 10-Punkte-Papier konkrete Forderungen aufgelistet, um die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Hierfür sind Faktoren wie Offenheit und Vernetzung im globalen Handel ebenso von Bedeutung wie die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte und die Gewährleistung einer zuverlässigen Energie- und Rohstoffversorgung. Aber auch die Sicherung der technologischen Souveränität in Schlüsselbereichen gehört zu den Herausforderungen. Zusätzlich sind kluge Regeln sowie eine effiziente Verwaltung, die die Förderung von Innovationen, Investitionen und wirtschaftlichem Wachstum erleichtern, aus Sicht der Wirtschaft unerlässlich.

Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren dringend notwendig

Daher stehen die Forderungen nach Bürokratieentlastung und Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Unternehmen aller Branchen ganz oben auf der Agenda. Statt Entlastungen drohen gegenwärtig neue Belastungen durch weitere EU-Gesetzesvorhaben: das Lieferkettengesetz, die Nachhaltigkeitsberichterstattungsrichtlinie und die Nachhaltigkeitsberichtsstandards, die Verpackungsverordnung und der Richtlinien-Entwurf für ein Recht auf Reparatur – um nur einige zu nennen. Angesichts der aktuell enormen Herausforderungen passen diese Vorhaben mit ihren erheblichen – sowohl administrativen als auch bürokratischen – Belastungen für die Wirtschaft nicht in die Zeit.

Energiepreise senken

Bis günstige erneuerbare Energie in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, bedarf es einer unkomplizierten Entlastung von Unternehmen, beispielsweise über die Anhebung von Schwellenwerten für die Notifizierung von Beihilfen. Direktstromlieferverträge (PPA) zwischen Anbietern erneuerbarer Energien und verbrauchenden Unternehmen können zudem einen wichtigen Beitrag leisten, erneuerbare Energien schneller auszubauen. Solche PPAs stehen in Deutschland noch am Anfang und sollten durch Investitionsprämien und Entlastungen beim Netzentgelt unterstützt werden.

Diese Punkte machen deutlich: Die Liste der Hausaufgaben, welche die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten angehen müssen, ist inzwischen lang – Zeit sie anzugehen.

Quelle: DIHK

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Zahl der Kurzarbeitenden trotz Flaute gesunken

Die Zahl der Kurzarbeitenden ist gesunken, trotz der Wirtschaftsflaute. Sie lag im August bei 110.000 Menschen, nach 150.000 im Mai. Das geht aus Schätzungen des ifo Instituts auf Grundlage der ifo Konjunkturumfragen und Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 15.09.2023

Die Zahl der Kurzarbeitenden ist gesunken, trotz der Wirtschaftsflaute. Sie lag im August bei 110.000 Menschen, nach 150.000* im Mai. Das geht aus Schätzungen des ifo Instituts auf Grundlage der ifo Konjunkturumfragen und Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. „Die schwache Konjunktur wirkt sich bislang kaum aus. Eine Rolle mag dabei spielen, dass die erleichterten Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld Ende Juni ausgelaufen sind“, sagt ifo-Arbeitsmarktforscher Sebastian Link. Der Anteil an den Beschäftigten sank auf 0,3 Prozent, von 0,4 Prozent.

Etwa 80 Prozent der Kurzarbeitenden entfallen auf die Industrie. Aber auch dort gingen die Zahlen zurück, von 118.000 auf 89.000. Das sind 1,3 Prozent nach 1,7 Prozent der Beschäftigten in diesem Segment. Nicht in allen Branchen ist ein Rückgang zu verzeichnen: In der Metallerzeugung und -bearbeitung (11.000 nach 7.400) sowie im Maschinenbau (20.000 nach 13.000) stieg die Anzahl der Kurzarbeitenden. „Interessanterweise spielt die Kurzarbeit auf dem Bau trotz der extrem schlechten Stimmung bislang keine Rolle“, sagt Link weiter. Die geschätzte Zahl der Kurzarbeitenden lag dort im August mit 7.000 in etwa auf dem Niveau im Mai (8.000). Im Handel waren es 3.000 nach 6.200, bei allen Dienstleistern zusammen nur noch 11.000 nach 18.000 Kurzarbeitenden.

Im August 2022 lag die Zahl in der Gesamtwirtschaft niedriger, bei 76.000 Kurzarbeitenden oder 0,2 Prozent. Beim Höchststand während der Corona-Krise im April 2020 waren es sogar 6 Millionen oder 17,8 Prozent. Kurzarbeit ist eine Art Teilzeit-Arbeitslosigkeit, vor allem bei zeitweisem Auftragsmangel. Beschäftigte erhalten Kurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes für die ausfallenden Stunden.

*revidierter Wert

Quelle: ifo Institut

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Deutsche Wirtschaft drückt bei Künstlicher Intelligenz aufs Tempo

Künstliche Intelligenz erlebt in der deutschen Wirtschaft lt. Bitkom einen spürbaren Schub. Inzwischen nutzen 15 Prozent der Unternehmen KI, vor einem Jahr waren es erst 9 Prozent. Deutlich zurückgegangen ist gleichzeitig der Anteil derer, für die der KI-Einsatz im eigenen Unternehmen kein Thema darstellt: von 64 auf 52 Prozent.

Bitkom, Pressemitteilung vom 14.09.2023

  • Anteil der Unternehmen, die KI einsetzen, steigt binnen eines Jahres von 9 auf 15 Prozent
  • Zwei Drittel sehen KI als wichtigste Zukunftstechnologie
  • Große Mehrheit lässt ChatGPT und generative KI aber noch links liegen

Künstliche Intelligenz erlebt in der deutschen Wirtschaft einen spürbaren Schub. Inzwischen nutzen 15 Prozent der Unternehmen KI, vor einem Jahr waren es erst 9 Prozent. Deutlich zurückgegangen ist gleichzeitig der Anteil derer, für die der KI-Einsatz im eigenen Unternehmen kein Thema darstellt: von 64 auf 52 Prozent. Gut zwei Drittel (68 Prozent) halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie. Dem stehen 29 Prozent gegenüber, die in KI einen Hype sehen, der massiv überschätzt werde. Für das eigene Unternehmen sieht die große Mehrheit von 68 Prozent KI als Chance, ein Fünftel (20 Prozent) jedoch als Risiko. Und jedes Neunte (11 Prozent) denkt, dass KI keinen Einfluss auf das eigene Unternehmen haben wird. Das sind Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 605 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus allen Branchen in Deutschland repräsentativ befragt wurden. „Zwar setzt nur jedes fünfte Unternehmen, das KI als wichtigste Zukunftstechnologie sieht, selbst auch KI ein. Aber die deutsche Wirtschaft drückt beim Thema Künstliche Intelligenz seit diesem Jahr stärker aufs Tempo. An der Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln müssen wir dauerhaft arbeiten“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. „Damit Deutschland bei KI Fahrt aufnehmen kann, müssen die Unternehmen ihre Anstrengungen und auch Investitionen weiter verstärken. Zugleich ist aber auch die Politik gefordert dafür zu sorgen, dass es nicht bei Absichtserklärungen und Strategien zur KI-Förderung bleibt, sondern die Nutzung und Entwicklung von KI in Deutschland deutlich erleichtert wird. Insbesondere die Nutzung wenig sensibler Daten muss erleichtert werden.“

Unternehmen trauen KI bei Sprache mehr zu – und nutzen ChatGPT & Co. nicht

Unternehmen trauen verglichen mit dem Vorjahr KI vor allem rund um Text und Sprache mehr zu. So sprechen 84 Prozent KI sehr großes oder eher großes Potenzial für Textanalyse und Textverständnis im eigenen Unternehmen zu, vor einem Jahr waren es erst 74 Prozent. Spracherkennung hat für 74 Prozent großes Potenzial (2022: 66 Prozent), für generative KI zur Erstellung von Texten, Bildern oder Musik sagen das 70 Prozent. Die Einstellung zu dieser neuen Form der KI wurde erstmals abgefragt. Auch den anderen Arten von KI spricht die Mehrheit der Unternehmen großes Potenzial zu, etwa für Gesichtserkennung (68 Prozent, 2022: 61 Prozent), Prognosen (67 Prozent, 2022: 71 Prozent), Mustererkennung (67 Prozent, 2022: 66 Prozent) und Bilderkennung (60 Prozent, 2022: 57 Prozent). „ChatGPT war für viele Menschen ein Eye Opener und hat auch in den Unternehmen intensive Diskussionen ausgelöst. Damit bekommt das Thema Künstliche Intelligenz die breite Aufmerksamkeit, die es verdient“, so Wintergerst.

Die Einsicht in die Bedeutung von generativer KI schlägt sich aber noch nicht vollständig in ihrer Nutzung in den Unternehmen nieder. Aktuell setzen nur 2 Prozent generative KI zentral im Unternehmen ein, weitere 13 Prozent planen dies. Rund ein Viertel (23 Prozent) hat zwar noch keine Pläne zur Verwendung generativer KI, kann sich dies aber grundsätzlich vorstellen. Ebenso viele (23 Prozent) können sich dies aber nicht vorstellen. Und mehr als jedes dritte Unternehmen (37 Prozent) hat sich damit noch gar nicht beschäftigt. „Generative KI bietet in den verschiedensten Bereichen spannende Einsatzmöglichkeiten, zugleich ist die Technologie bereits heute breit verfügbar und zu geringen Kosten einfach auszuprobieren“, so Wintergerst. „Wirklich kein Unternehmen sollte die Diskussion über den Einsatz von generativer KI auf die lange Bank schieben. Wer heute abwartet, muss sich demnächst umso mehr anstrengen, die anderen einzuholen.“

Auch wenn ein Unternehmen keine Strategie zum Einsatz generativer KI hat, kann es durchaus sein, dass die Technologie ungesteuert und eigeninitiativ von Beschäftigten eingesetzt wird. Zwar geht die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) fest davon aus, dass dies bei ihnen nicht der Fall ist und es niemanden gibt, der generative KI für die eigene Arbeit verwendet. Weitere 23 Prozent wissen es zwar nicht genau, nehmen aber an, dass niemand aus ihrer Belegschaft ChatGPT & Co. beruflich verwendet. In 1 Prozent der Unternehmen ist diese Praxis dagegen weit verbreitet, 7 Prozent wissen von Einzelfällen und 9 Prozent sind sich nicht sicher, gehen aber davon aus, dass einzelne Beschäftigte generative KI beruflich einsetzen. Regeln gibt es dazu bislang so gut wie nicht. Nur jedes hundertste Unternehmen (1 Prozent) hat Regeln für den Einsatz von generativer KI durch einzelne Beschäftigte festgelegt, 16 Prozent planen dies für die Zukunft und 28 Prozent wollen darauf auch künftig verzichten. Rund die Hälfte (48 Prozent) hat sich mit dem Thema noch überhaupt nicht beschäftigt.

Das größte Potenzial generativer KI wird in der Unterstützung bei Berichten, Übersetzungen oder sonstigen Texten gesehen (82 Prozent). Mit deutlichem Abstand dahinter folgen Aufgaben in Marketing und Kommunikation (59 Prozent), etwa bei der Bilderstellung, in der IT-Abteilung (58 Prozent), etwa für Code-Generierung, und bei Forschung und Entwicklung (50 Prozent), etwa zur Auswertung von Daten. Dahinter reihen sich ein der Einsatz in der Produktion (44 Prozent), zum Beispiel als Assistenzsystem bei der Maschinensteuerung, im Kundenkontakt (39 Prozent), etwa für die Bearbeitung von Anfragen, in der Personalabteilung (26 Prozent), etwa zur Kommunikation mit Bewerbern, bei der Unterstützung des internen Wissensmanagements (23 Prozent), etwa als Chatbot mit Zugriff auf Unternehmensinformationen und im Management (19 Prozent), etwa in der Strategieentwicklung. Schlusslicht ist die Rechts- oder Steuerabteilung (12 Prozent), etwa für die Vertragsgestaltung. „Generative KI kann schon heute viel mehr, als die meisten Unternehmen ihr zutrauen“, kommentiert Wintergerst die Einschätzung. „Es ist überraschend, dass insbesondere das Potenzial im Kontakt mit Kundinnen und Kunden, beim unternehmensinternen Wissensmanagement oder auch bei Vertragserstellung und -prüfung noch kaum gesehen wird. Hier gibt es bereits praxistaugliche Anwendungen.“

Wie gespalten die deutsche Wirtschaft beim Thema generative KI ist, zeigen weitere Ergebnisse der Befragung. So sagen 42 Prozent aller Unternehmen, dass diejenigen, die generative KI einsetzen, einen Wettbewerbsvorteil haben. 19 Prozent rechnen sogar damit, dass generative KI ihr Geschäftsmodell verändern wird. Zugleich meinen aber 51 Prozent, dass generative KI zwar spektakulär aussehe, in den Unternehmen aber nur wenig Nutzen bringe. Auch hinsichtlich der Auswirkungen generativer KI auf die Beschäftigung gibt es sehr unterschiedliche Annahmen. 30 Prozent rechnen damit, dass durch den Einsatz von generativer KI Personal entlassen wird. Umgekehrt meinen mit 29 Prozent ähnlich viele, dass generative KI dabei hilft, den Fachkräftemangel zu bewältigen und ebenfalls 29 Prozent erwarten, dass generative KI die eigenen Beschäftigten produktiver macht.

Fragt man die Unternehmen, die sich aktiv mit dem Einsatz generativer KI beschäftigen, was den Einsatz generativer KI im Unternehmen hemmt, dann spielt Regulierung eine entscheidende Rolle. Größtes Hemmnis sind Anforderungen an den Datenschutz (85 Prozent), aber auch die Sorge vor künftigen rechtlichen Einschränkungen (81 Prozent) sowie Verunsicherung durch rechtliche Unklarheiten (76 Prozent) werden häufig genannt. Daneben spielen zwei unternehmensinterne Gründe für viele Unternehmen eine wichtige Rolle: fehlendes technisches Know-how (84 Prozent) und fehlende personelle Ressourcen (78 Prozent). Ebenfalls häufig genannt werden ein Mangel an Daten (69 Prozent) oder an Zeit (68 Prozent). Dagegen ist fehlende Akzeptanz der Beschäftigten nur in jedem zweiten Unternehmen (50 Prozent) ein Hemmnis, noch seltener spielen die Sorge, dass Daten in falsche Hände geraten (43 Prozent), fehlende Use cases oder allgemein fehlendes Vertrauen (je 42 Prozent) sowie die Kosten (40 Prozent) eine Rolle. 34 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie sich auf andere Zukunftstechnologien fokussieren. „Beim KI-Einsatz geht es den Unternehmen nicht um Subventionen, sie brauchen Planungssicherheit und stabile Rahmenbedingungen, etwa mit Blick auf den Datenschutz“, so Wintergerst.

Ein Drittel glaubt, bei KI den Anschluss verpasst zu haben – ein Viertel investiert

Fragt man die Unternehmen, wo sie sich selbst beim Einsatz von KI allgemein – also auch jenseits generativer KI – im Vergleich zu ihren Wettbewerbern sehen, sagen nur 2 Prozent „an der Spitze“ und 13 Prozent „unter den Vorreitern“. Zugleich verorten sich 43 Prozent unter den Nachzüglern und 38 Prozent glauben sogar, dass sie den Anschluss verpasst haben. Wintergerst: „Bei KI erleben wir gerade riesige Entwicklungssprünge. Auch wer in der Vergangenheit gezögert hat, sollte den KI-Einsatz jetzt zumindest prüfen.“ Im laufenden Jahr will jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) in KI investieren, 2022 oder früher haben bereits 41 Prozent investiert. Im kommenden Jahr oder danach planen aber sogar drei Viertel aller Unternehmen (74 Prozent) Investitionen in Künstliche Intelligenz.

Wer KI nutzt bewertet Vorteile und Risiken der Technologie anders

Unternehmen, die KI bereits einsetzen, sehen die größten Vorteile darin, dass KI allgemein die Wettbewerbsfähigkeit stärkt (71 Prozent), in der Gesamtwirtschaft wird dies nur von 44 Prozent genannt. 52 Prozent der Unternehmen mit KI-Einsatz heben die Vermeidung menschlicher Fehler hervor (33 Prozent Gesamtwirtschaft) und 51 Prozent sehen, dass Prozesse beschleunigt werden (39 Prozent Gesamtwirtschaft). Weniger deutlich auseinander sind die Einschätzungen wenn es um schnellere und präzisere Problemanalysen geht (49 Prozent KI-Nutzer, 48 Prozent Gesamtwirtschaft) oder bei Expertenwissen durch KI, das sonst nicht im Unternehmen vorhanden wäre (41 Prozent KI-Nutzer, 38 Prozent Gesamtwirtschaft). Deutlich unterschiedlich werden die konkreten Auswirkungen auf das Geschäftsmodell bewertet. 37 Prozent der KI-Nutzer sagen, dass durch KI die Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen möglich wird, gegenüber 24 Prozent aller Unternehmen. Und rund jedes vierte Unternehmen, das KI einsetzt (24 Prozent), sieht dank Künstlicher Intelligenz völlig neue Produkte und Dienstleistungen entstehen – in der Gesamtwirtschaft sind es nur 16 Prozent.

Bei der Frage nach dem größten Risiko von KI gibt es keinen Unterschied zwischen KI-Nutzern und die Gesamtwirtschaft. Beide nennen Verstöße gegen Datenschutzvorgaben am häufigsten (80 Prozent KI-Nutzer, 70 Prozent Gesamtwirtschaft). Bei den weiteren Risiken gibt es aber deutliche Unterschiede. So stehen für KI-Nutzer Fehler bei der Programmierung (70 Prozent, Gesamtwirtschaft 57 Prozent) und Haftungsverpflichtungen bei Schäden (69 Prozent, Gesamtwirtschaft 47 Prozent) weit oben. In der Gesamtwirtschaft machen die Unternehmen sich nach Datenschutzverstößen am meisten Sorgen über neue IT-Sicherheitsrisiken (69 Prozent, KI-Nutzer 58 Prozent) und Anwendungsfehler bei der KI-Nutzung (67 Prozent, KI-Nutzer 34 Prozent). „Es kann sich lohnen, bei KI den Vorreitern zu folgen und von ihren Erfahrungen zu profitieren. Wir sollten deshalb den Austausch der Unternehmen untereinander stark fördern“, so Wintergerst.

Unternehmen wünschen sich praxistaugliche Regulierung

Von der Politik wünschen sich die Unternehmen Regulierung – aber mit Augenmaß. So sind fast drei Viertel (73 Prozent) der Meinung, dass klare KI-Regeln europäischen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Zugleich sind rund zwei Drittel (68 Prozent) zurückhaltend beim KI-Einsatz, weil sie Sorge haben, gegen Vorschriften zu verstoßen. Und rund die Hälfte aller Unternehmen (48 Prozent) beklagt, dass übertriebene Regulierung der Grund dafür ist, dass Produkte wie ChatGPT nicht in der EU entwickelt werden. „Die Unternehmen wollen kein Wild West bei KI, sondern eine einfache, verständliche und vor allem praxistaugliche Regulierung“, so Wintergerst. „Auf EU-Ebene wird derzeit am AI Act gearbeitet. Aus dem AI Act darf kein Technologie-Killer werden, der zu ähnlich massiven Rechtsunsicherheiten und einem Flickenteppich unterschiedlicher Auslegungen führt, wie dies bei der Datenschutz-Grundverordnung der Fall ist.“ Auf Bundesebene sei außerdem wichtig, dass der angekündigte KI-Aktionsplan aus dem Bundesforschungsministerium mit den übrigen Regierungsvorhaben eng verzahnt wird. Wintergerst: „Eine entscheidende Bedeutung kommt der neuen Datenstrategie der Bundesregierung zu. Die Datenstrategie muss den dringend notwendigen Paradigmenwechsel beim Umgang mit Daten einleiten, damit wir das Potenzial von Daten für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen, aber auch für den Einsatz neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz wirklich nutzen können.“ (…)

Quelle: Bitkom

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Baden-Württemberg ähnlich innovativ wie Kalifornien

Geht es um Innovationen, ist Süddeutschland im weltweiten Vergleich hervorragend aufgestellt und kann selbst mit Kalifornien mithalten, zeigt eine neue Studie, die das IW Köln gemeinsam mit internationalen Partnern erstellt hat.

IW Köln, Pressemitteilung vom 14.09.2023

Geht es um Innovationen, ist Süddeutschland im weltweiten Vergleich hervorragend aufgestellt und kann selbst mit Kalifornien mithalten, zeigt eine neue Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gemeinsam mit internationalen Partnern erstellt hat.

Weltweit tobt der Kampf um die innovativsten Produkte, die klügsten Köpfe und die vielversprechendsten Geschäftsideen. Dabei kann Deutschland durchaus mithalten, zumindest einige Regionen: Besonders innovativ sind Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die das IW gemeinsam mit sechs internationalen Forschungsinstituten erstellt hat. Insgesamt haben die Wissenschaftler 121 Regionen in den USA, Schweden, Polen, Italien, Ungarn, Österreich und Deutschland unter die Lupe genommen. 13 Indikatoren standen im Fokus, darunter die Zahl der Gründungen, Ausgaben für Forschung und Entwicklung oder die Anmeldungen von Patenten.

Süden top, Osten hat Nachholbedarf

Demnach schafft es Baden-Württemberg nach Massachusetts und Kalifornien auf Rang 3, Bayern liegt auf Rang 7, Hessen auf Rang 9. Nachholbedarf haben Thüringen (Rang 46), Mecklenburg-Vorpommern (Rang 61) und Sachsen-Anhalt (Platz 79). Ostdeutschland habe wirtschaftlich immer noch aufzuholen und müsse vor allem bei der Forschung und Internationalisierung weiter vorankommen, schreiben die Autoren.

Auf der anderen Seite punkten die besonders innovativen Bundesländer mit einer recht hohen Zahl von qualifizierten Zuwanderern, einer starken Industrie und solide hohen Exportraten. Zudem investiert Süddeutschland besonders stark in Forschung und Entwicklung.

Größtes Problem: Fachkräftemangel

Damit auch die anderen deutschen Regionen nachziehen und Deutschland insgesamt die Herausforderungen von Demografie, Digitalisierung und Klimaschutz meistert, braucht es einen breiten politischen Ansatz, so die Autoren: Angesichts der Größe der aktuellen Herausforderungen, sollte die Politik die Innovationskraft durch eine Ausweitung der Forschungsprämie und mehr Investitionen in Bildung stärker unterstützen und bürokratische Hürden abbauen. Um die Herausforderung der Demografie zu meistern, muss die qualifizierte Zuwanderung nach Deutschland weiter gestärkt werden. Ohne die MINT-Zuwanderung der letzten Jahre wäre der Fachkräftemangel bereits heute um 386.000 Fachkräfte höher. Auch bei der Zuwanderung sorgt Bürokratie dafür, dass vieles länger dauert als nötig. (…)

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Konstante Gründungszahlen trotz volkswirtschaftlicher Herausforderungen im ersten Halbjahr 2023

Im ersten Halbjahr 2023 wurden lt. IfM Bonn 46.400 Betriebe einer Hauptniederlassung gegründet. Darunter fallen Gründungen mit einem Handelsregister- oder Handwerksrolleneintrag – oder mit mindestens einem abhängig Beschäftigten. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 blieb die Zahl dieser Gründungen weitestgehend konstant.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 08.09.2023

Gerade Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen schaffen Arbeitsplätze

Im ersten Halbjahr 2023 wurden 46.400 Betriebe einer Hauptniederlassung gegründet. Darunter fallen Gründungen mit einem Handelsregister- oder Handwerksrolleneintrag – oder mit mindestens einem abhängig Beschäftigten. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 blieb die Zahl dieser Gründungen weitestgehend konstant. Im Vergleich zu den ersten Monaten 2021 ist die Anzahl hingegen gesunken. Allerdings beruhte damals der Anstieg maßgeblich auf den Gründungen von Corona-Test- und Impfzentren, die zwischenzeitlich weitestgehend wieder geschlossen sind.

Die Gründung von Betrieben einer Hauptniederlassung ist volkswirtschaftlich bedeutsam, weil im Zuge dessen meist neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Unter den bestehenden Unternehmen wurden rund 16.700 verkauft, verpachtet oder vererbt.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum stieg zwar auch im ersten Halbjahr 2023 die Anzahl der Schließungen von Betrieben einer Hauptniederlassung (35.000) um 10 % – sie liegt jedoch weiterhin unter dem Niveau der Vorpandemie-Jahre. Entsprechend bleibt der Gründungssaldo bei Betrieben von Hauptniederlassungen – die Differenz aus Gründungen und Liquidationen – im 1. Halbjahr 2023 positiv, das heißt, der Bestand an diesen Unternehmen ist gestiegen.

Insgesamt gehen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des IfM Bonn davon aus, dass sich der aktuelle Trend bei den gewerblichen Betriebsgründungen und -schließungen bis Jahresende fortsetzen wird. Inwieweit sich die Abkühlung der Konjunktur auf den Arbeitsmarkt und in der Folge dessen auf das Gründungsgeschehen auswirken wird, ist aktuell nicht absehbar. Allerdings stehen für gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte weiterhin ausreichend attraktive Stellen zur Verfügung.

2023 keine validen Anmeldedaten für Klein- und Nebengewerbe

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IfM Bonn erstellen regelmäßig Statistiken zu den Existenzgründungen und Unternehmensaufgaben in Deutschland, die auf den Gewerbean- und -abmeldungsdaten des Statistischen Bundesamtes beruhen. Nicht gründungs- und schließungsrelevante Meldeanlässe, wie beispielsweise Rechtsformänderungen, rechnen sie aus den Daten des Statistischen Bundesamtes heraus. Da in den ersten Monaten 2023 Nebenerwerbsgründungen irrtümlich bei den Gewerbemeldungen als Kleinstgewerbsgründungen erfasst wurden, können die IfM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuell keine validen Daten zum gesamten gewerblichen Gründungsgeschehen für das 1. Halbjahr 2023 errechnen.

Quelle: IfM Bonn

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Bundeskabinett beschließt Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen

Das Bundeskabinett hat am 13.09.203 die Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen beschlossen. Sie wurde unter Federführung des BMWK und des BMBF erarbeitet.

BMWK, Pressemitteilung vom 13.09.2023

Das Bundeskabinett hat am 13.09.203 die Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen beschlossen. Sie wurde unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet.

Dazu erklärt Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck:„Mit der Strategie stellen wir entscheidende Weichen für die Transformation in eine sozial-ökologische Marktwirtschaft. Gemeinwohlorientierte Unternehmen spielen nicht nur als Treiber Sozialer Innovationen eine wichtige Rolle, sondern sie lösen als wichtiger Wirtschaftsfaktor gesellschaftliche Herausforderungen mit unternehmerischen Mitteln. Um ihre Wirkung zu erhöhen, schaffen wir für sie einen verbesserten Zugang zu finanzieller Unterstützung, investieren in den Ausbau des Ökosystems und verbessern die rechtlichen Rahmenbedingungen.“

Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger: „Mit der Strategie erhalten Soziale Innovationen endlich den Stellenwert in unserer Innovationspolitik, den sie verdienen. Denn zu einem modernen, zukunftsfähigen Innovationsland wie Deutschland gehören sie selbstverständlich dazu. Wir brauchen kreative und unternehmerische Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Soziale Innovationen haben das Potenzial, unsere Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig und zukunftsfest zu machen. Hierfür stellt die neue Strategie entscheidende Weichen und eröffnet neue Fördermöglichkeiten.“

Hintergrund

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag die Erarbeitung einer Nationalen Strategie festgelegt, um Gemeinwohlorientierte Unternehmen und Soziale Innovationen zu stärken. Die nun vorgelegte, gemeinsam in der Bundesregierung erarbeitete Strategie formuliert in sieben Leitlinien und elf Handlungsfeldern die wesentlichsten Ziele und Maßnahmen, um durch verbesserte Rahmenbedingungen und passende Unterstützung alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte zu mobilisieren und Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln.

Quelle: BMWK

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im September 2023

Aktuelle Frühindikatoren, wie Auftragseingänge und Geschäftsklima, aber auch die verhaltende Entwicklung der Weltkonjunktur, deuten auf ein erneut schwaches drittes Quartal hin; frühestens zum Jahreswechsel 2023/24 ist lt. BMWK mit einer spürbaren konjunkturellen Belebung zu rechnen.

BMWK, Pressemitteilung vom 13.09.2023

  • Die wirtschaftliche Situation stellt sich aktuell zweigeteilt dar: Auf der einen Seite hat die binnenwirtschaftliche Dynamik im Zuge wieder leicht steigender Reallöhne und einer anhaltend positiven Investitionsentwicklung langsam an Fahrt aufgenommen. Auf der anderen Seite hat sich die Auslandsnachfrage im Zuge der noch schwachen welt­wirtschaftlichen Entwicklung weiter eingetrübt.
  • In der Industrie kam es erneut zu einem deutlichen Rückgang der Produktion in Höhe von 1,8 %, im Baugewerbe hingegen erhöhte sich der Ausstoß um 2,6 %. Die besonders energieintensiven Industriezweige verzeichneten nach der Stabilisierung im Vormonat wieder ein Minus von 0,6 %. Die Auftragseingänge waren im Juli gegenüber dem Vormonat mit -11,7 % deutlich rückläufig, nachdem sie im Juni kräftig zugelegt hatten (+7,6 %). Der Rückgang ist allerdings zuvorderst auf Sondereffekte infolge von Großaufträgen im Vormonat zurückzuführen. Ohne Großaufträge nahmen die Bestellungen um 0,3 % zu.
  • Die realen Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz sind im Juli erneut leicht zurückgegangen (-0,8 %). Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich ergab sich aber noch ein Plus von 1,8 %. Die Frühindikatoren deuten aktuell noch eine verhaltene Entwicklung des privaten Konsums in den kommenden Monaten an.
  • Die Verbraucherpreisinflation setzte ihren Abwärtstrend im August fort. Die Teuerungs­rate lag bei 6,1 % (Juli: +6,2 %), die Kerninflation verharrte bei 5,5 %. Nahrungsmittel verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat erneut überproportional (+9,0 %), allerdings ließ der Preisauftrieb weiter nach (Juli: +11,0 %).
  • Die konjunkturelle Schwäche macht sich zunehmend auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Arbeitslosigkeit stieg im August saisonbereinigt (sb) merklich um 18.000 Personen. Die Frühindikatoren von IAB und ifo deuten mit ihrer verhaltenen Entwicklung im August weiterhin auf eine verminderte Dynamik am Arbeitsmarkt hin. Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt aber trotz der schwachen konjunkturellen Lage weiter weitgehend stabil.
  • Aktuelle Frühindikatoren, wie Auftragseingänge und Geschäftsklima, aber auch die verhaltende Entwicklung der Weltkonjunktur, deuten auf ein erneut schwaches drittes Quartal hin; frühestens zum Jahreswechsel 2023/24 ist mit einer spürbaren konjunkturellen Belebung zu rechnen.

Gegenläufige binnen- und außenwirtschaftliche Entwicklung

Nach der rezessiven Entwicklung im Winterhalbjahr 2022/23 stagnierte das Bruttoinlandsprodukt im Frühsommer. Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten detaillierten Ergebnisse lassen am aktuellen Rand eine zweigeteilte Entwicklung erkennen. Dabei zeigen sich für eine binnenwirtschaftlich getragene Erholung erste Lichtblicke: So wiesen die Nominallöhne im zweiten Quartal infolge der Mindestlohnerhöhung, höherer Tariflohnabschlüsse sowie der steuerfreien Inflationsausgleichsprämien den höchsten Anstieg seit Beginn der Zeitreihe 2008 aus. Im Vergleich zum Vorjahr waren die preisbereinigten Effektivlöhne erstmals seit zwei Jahren wieder leicht positiv. Hiervon haben insbesondere die unteren Einkommensgruppen profitiert, was zu einer Stabilisierung des privaten Konsums beigetragen hat. Dieser Trend dürfte sich bei nachlassender Inflations­dynamik auch im weiteren Jahresverlauf fortsetzen und zu einer schrittweisen Erholung des privaten Konsums führen. Als erfreulich ist auch zu werten, dass die Investitionen in Maschinen, Anlagen und beim Bau auch im zweiten Quartal expandierten und damit positive Wachstumsimpulse setzten.

Demgegenüber stellen sich die außenwirtschaftlichen Perspektiven aktuell deutlich ungünstiger dar: Die globale Wirtschaft hat zuletzt an Dynamik verloren, was sich im zweiten Quartal in einem spürbaren Rückgang der Exporte und einem negativen Wachstumsbeitrag seitens des Außenhandels manifestiert hat. Vor allem die wirtschaftliche Abschwächung des für den deutschen Außenhandel wichtigen Handelspartners China hat dabei ihre Spuren hinterlassen. Die jüngsten Rückgänge der Einkaufsmanager-Indizes, die geringeren Auftragseingänge aus dem Ausland und die verschlechterten Exporterwartungen lassen für die kommenden Monate keine Trendwende erwarten.

Insgesamt deuten die aktuellen Konjunkturindikatoren noch keine nachhaltige Belebung in den kommenden Monaten an; die konjunkturelle Entwicklung dürfte damit auch im dritten Quartal nur sehr schwach bleiben und voraussichtlich erst um die Jahreswende an Fahrt gewinnen.

Weltwirtschaftliches Umfeld weiter schwach

Die weltweite Industrieproduktion nahm im Berichtsmonat Juni im Vergleich zum Vormonat leicht zu (+0,4 %), der Welthandel ging allerdings wieder zurück (-0,7 %). Die Frühindikatoren zum Welthandel deuten auf eine uneinheitliche Entwicklung in den kommenden Monaten hin.

Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist im Berichtsmonat Juli (saisonbereinigt) von 123,3 auf 121,9 Punkte wieder etwas gefallen, da sich der Containerumschlag weltweit abgeschwächt hat. Der Nordrange-Index ging dabei relativ gesehen deutlicher zurück als der Umschlag in den chinesischen Häfen. Die Schiffbewegungsdaten des Kiel-Trade-Indikators senden für den Welthandel im August dagegen leicht positive Signale (+0,9 %).

Der Stimmungsindikator von S&P Global ist im August auf 50,6 Punkte gefallen und liegt im Bereich der „wachstumsneutralen“ Schwelle. Während die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe zuletzt wieder leicht auf 49,0 Punkte stieg, trübte sie sich bei den Dienstleistern weiter ein. Demnach bleiben die Aussichten für die Weltwirtschaft schwach.

Laut dem aktuellen Prognosedurchschnitt von Consensus Economics dürfte sich die wirtschaftliche Aktivität in China mit 5,3 % in diesem Jahr schwächer entwickeln als zuvor erwartet. Und auch im Euroraum ist zunächst nur mit einem verhaltenen Wachstum von +0,6 % zu rechnen. Auch wenn sich die Aussichten in den USA zuletzt etwas aufgehellt haben (2023: +1,9 %), bleibt die weltwirtschaftliche Nachfrage zunächst – auch laut den aktuellen Prognosen der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute – verhalten.

Schwache Auslandsnachfrage dämpft Exportentwicklung

Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen sind im Juli saison- und kalenderbereinigt um 1,8 % ggü. dem Vormonat zurückgegangen, nachdem sie im Juni um 1,4 % zugenommen hatten. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich liegen sie damit um 1,2 % niedriger. Die Warenausfuhren in die EU (+0,5 % ggü. Juni 2023) und vor allem in den Euroraum (+1,7 %) waren weiter aufwärtsgerichtet, dagegen gingen die Lieferungen in die Nicht-EU-Länder deutlich zurück (-2,5 %). Die Nachfrage aus China lag im Juli aber trotz der eingetrübten wirtschaftlichen Aussichten im Plus (+ 1,2 %) und auch die Exporte in die USA legten zu (+5,2 %).

Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen sind im Juli erneut gegenüber dem Vormonat zurückgegangen (Juli: -0,8 %, Juni: -1,3 %). Auch im Dreimonatsvergleich (-1,6 %) liegen sie deutlich im Minus. Die Lieferungen aus der EU expandierten dabei um 2,9 %. Aus den übrigen Ländern wurde dagegen etwas weniger als im Vormonat importiert (-0,2 %), auch weil die Einfuhren aus China deutlich zurückgingen (-5,8 %).

Im Zuge des stärkeren Rückgangs der Exporte im Vergleich zu den Importen ist der monatliche Handelsbilanzüberschuss von 15,2 Mrd. € im Juni 13,3 Mrd. € im Juli gesunken.

Bei den Außenhandelspreisen wirken sich die sinkenden Energie- und Rohstoffpreise sowie der Rückgang der Lieferkettenprobleme weiter positiv aus. Die Terms of Trade verbesserten sich im Juli mit +0,1 % ggü. dem Vormonat nur leicht, denn die Einfuhrpreise gingen mit -0,5 % nur marginal stärker zurück als die Ausfuhrpreise (-0,3 %). In realer Betrachtung dürfte der Rückgang der Exporte und Importe damit schwächer ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren deuten auf eine zunächst weiter schwache Exportentwicklung hin. Die ifo Exporterwartungen liegen seit Juni deutlich im Minus und haben sich im August weiter eingetrübt (von -5,9 % auf -6,3 Punkte). Für die (realen) deutschen Exporte deutet der Kiel Trade Indicator dagegen im Zuge leicht positiver Stimmungswerte aus den USA ein Plus an.

Wirtschaftliche Schwächephase setzt sich im Herbst fort

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Juli gegenüber dem Vormonat erneut gesunken (-0,8 %). Dies ist der dritte Rückgang in Folge. In der Industrie kam es zu einem Minus von 1,8 %, im Baugewerbe hingegen erhöhte sich der Ausstoß um 2,6 %. Im Bereich Energie kam es im Juli zu einem merklichen Zuwachs (+2,2 %), nachdem hier seit Jahresbeginn teilweise kräftige Abnahmen verzeichnet worden waren.

Im gewichtigen Bereich Kfz und Kfz-Teile ging die Herstellung mit -9,4 % deutlich zurück, und auch im bedeutsamen Maschinenbau nahm die Herstellung im Juli ab (-1,6 %). Die Produktion von pharmazeutischen Erzeugnissen (-1,1 %) sowie Datenverarbeitungs­geräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (-4,4 %) war ebenfalls rückläufig.

Die besonders energieintensiven Industriezweige verzeichneten nach der Stabilisierung im Vormonat ein Minus von 0,6 %. Insbesondere die Herstellung chemischer Erzeugnisse war rückläufig (-1,1 %), während der Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung einen Zuwachs von 2,0 % verzeichnen konnte.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Juli gegenüber dem Vormonat mit -11,7 % deutlich zurückgegangen, nachdem sie im Juni noch kräftig zugelegt hatten (+7,6 %). Sowohl aus dem Ausland (-12,9 %) als auch aus dem Inland (-9,7 %) gingen deutlich weniger Bestellungen ein. Der kräftige Rückgang im Juli ist allerdings in erster Linie auf Sondereffekte infolge von Großaufträgen im Vormonat zurückzuführen. Ohne Großaufträge nahmen die Bestellungen um 0,3 % zu.

Insbesondere die Bereiche Daten-, elektrische und optische Geräte (-23,6 %), elektrische Ausrüstungen (-16,7 %) sowie im gewichtigen Maschinenbau (-8,7 %) lagen sie deutlich im Minus. Dagegen verzeichneten der bedeutsame Bereich Kfz und Kfz-Teile (+2,7 %) sowie die Bereiche Chemie (+0,5 %) und Metallerzeugung (+1,0 %) leichte Orderzuwächse.

Die Industriekonjunktur hat sich somit auch zum Beginn des dritten Quartals noch nicht von ihrer Schwäche erholt. Insgesamt schwankt die Nachfrage in der Industrie im Vormonatsvergleich weiterhin stark aufgrund von Großaufträgen. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich entwickelten sich die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe im Juli mit +4,4 % positiv. Eine nachhaltige Belebung der Industriekonjunktur lässt sich daraus angesichts des eingetrübten Geschäftsklimas und der schwachen Weltkonjunktur aber noch nicht ableiten: Angesichts der stark eingetrübten Geschäfts- und Export­erwartungen der Unternehmen sowie der insgesamt schwachen Entwicklung der Auftragseingänge ist eine spürbare Erholung der Industrieproduktion noch nicht absehbar.

Einzelhandelsumsatz geht erneut zurück, die Verbraucherstimmung bleibt gedämpft

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz sind im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,8 % gefallen, nachdem sie bereits im Juni um 0,2 % leicht zurückgegangen waren. Im Dreimonatsvergleich ergab sich ein Anstieg um 1,8 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel ein reales Umsatzminus von 2,2 %, was vor allem die hohen Preissteigerungen widerspiegelt.

Der Handel mit Lebensmitteln verzeichnete im Juli im Vergleich zum Vormonat eine Erhöhung des realen Umsatzes um 2,0 %, gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang von 1,7 %. Vor allem aufgrund der starken Verteuerung von Lebensmitteln verzeichnet diese Sparte des Einzelhandels seit 25 Monaten in Folge im Vorjahresvergleich rückläufige Umsätze. Nach wie vor sind die Nahrungsmittel ein starker Treiber der Verbraucherpreise, auch wenn sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln gegenüber dem Vorjahresmonat bis zuletzt weiter abgeschwächt hat (August: +9,0 %, Juli: +11,0 %, Juni: +13,7 %). Der Umsatz im Internet- und Versandhandel erhöhte sich im Juli um 7,1 % (gegenüber Vorjahresmonat -2,1 %). Die Neuzulassungen von Pkw durch Privatpersonen sind im Juli um 8,1 % gestiegen. Dies war der dritte Anstieg in Folge (Juni: +0,7 %, Mai: +6,1 %).

Die Frühindikatoren für die Stimmung unter den Verbraucherinnen und Verbrauchern senden zurückhaltende Signale. Laut Prognose der GfK trübt sich die Stimmung unter den privaten Konsumenten im September wieder etwas ein, nachdem sie sich im August etwas erholt hatte. Sie stagniert damit bei leichten monatlichen Schwankungen auf einem niedrigen Niveau, vor allem aufgrund von eingetrübten Einkommenserwartungen und Kaufzurückhaltung. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im August zum vierten Mal verschlechtert und liegt unverändert tief im negativen Bereich, auch wenn sich die Geschäftserwartungen im August auf einem niedrigen Niveau etwas verbessert haben. Insgesamt sprechen die Frühindikatoren am aktuellen Rand für eine zunächst gedämpfte Entwicklung der privaten Konsumausgaben.

Inflation weiter rückläufig – Energiepreise ziehen wieder an

Die Inflationsrate (Anstieg des Verbraucherpreisniveaus binnen Jahresfrist) lag im August bei 6,1 %. Damit setzte sie ihren Abwärtstrend fort (Juli: +6,2 %). Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) blieb unverändert bei 5,5 %. Nahrungsmittel verteuerten sich erneut überproportional (+9,0 %), allerdings ließ der Preisauftrieb hier ebenfalls weiter nach (Juli: +11,0 %). Die Energiepreise legten mit +8,3 % wieder stärker zu als der Gesamtindex und als in den drei Vormonaten (Juli: +5,7 %,). Verantwortlich hierfür war auch ein Basiseffekt infolge des Wegfalls der EEG-Umlage zum 1. Juli 2022.

Der Preisdruck von Seiten der Energieträger hat zuletzt wieder zugenommen. An den Spotmärkten steigen die Preise für Erdgas seit Mitte Juli wieder an. Aktuell liegt der TTF Base Load mit 35 €/MWh aber noch 84 % unter dem Niveau des September 2022 und 7 % unter dem des August 2023. Die Markterwartungen deuten allerdings darauf hin, dass die Erdgaspreise bis zum Jahreswechsel wieder auf etwa 50 €/MWh steigen könnten.

Die Entwicklung auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen signalisiert eine nachlassende Preisdynamik. Die Erzeugerpreise sind im Juli 2023 deutlich um 6,0 % gegenüber Juli 2022 gesunken (Juni: +0,1 %,). Gegenüber dem Vormonat nahmen die Erzeugerpreise ab (-1,1 %). Die Einfuhrpreise gingen im Juli mit -13,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat kräftig zurück (-0,6 % gegenüber Vormonat). Auch die Verkaufspreise im Großhandel gaben im Juli sowohl im Vormonats- (-0,2 %) als auch im Vorjahresvergleich (-2,8 %) nach. Bei den Einfuhr- und Erzeugerpreisen kam es damit im Vergleich zum Vorjahresmonat zu einem Rückgang, wie er schon lange nicht mehr zu beobachten gewesen war (Erzeugerpreise: Okt. 2009; Importpreise: Jan. 1987). Für die nächsten Monate ist – auch mit Blick auf die Preiserwartungen der Unternehmen – von einer weiter hohen, aber langsam abflauenden Preisdynamik auszugehen. Der Preisdruck vergangener Kostensteigerungen und Lieferkettenstörungen ist weitgehend überwälzt worden. Die Energiepreise liegen auf moderatem Niveau. Die geldpolitische Straffung wirkt dämpfend auf die Nachfrageseite. Während im Vorjahresvergleich erhöhende Sondereffekte (9-Euro-Ticket, „Tankrabatt“) im September entfallen, ergeben sich steigernde Basiseffekte im Zeitraum Oktober 2023 bis März 2024 infolge der befristeten Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf Gas und Fernwärme. Vor diesem Hintergrund liegt das aktuelle Prognosespektrum der Wirtschaftsforschungsinstitute für die Inflationsrate im Jahr 2023 bei 6,0 bis 6,1 % und im Jahr 2024 bei 2,1 bis 3,0 %.

Konjunkturschwäche schlägt sich zunehmend auf dem Arbeitsmarkt nieder

Die konjunkturelle Schwäche macht sich zunehmend auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die registrierte Arbeitslosigkeit stieg im August saisonbereinigt (sb) deutlich um 18.000 Personen. Gründe für diesen starken Anstieg liegen neben dem Ende der Ausbildungszeit, nach der sich Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen häufig zunächst arbeitslos melden, auch darin, dass nach Abschluss der Integrationskurse für viele Geflüchtete zunächst die Arbeitslosigkeit folgt.

Die Erwerbstätigkeit nahm im Juli gegenüber dem Vormonat um 15.000 Personen zu, nachdem sie im Juni in etwa stabil geblieben war. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung blieb im Juni in etwa unverändert (sb ±0 Personen). Die Kurzarbeit erhöhte sich im Juni zwar leicht; die Anzeigen für August verringerten sich aber deutlich. Die Frühindikatoren von IAB und ifo deuten mit ihrer verhaltenen Entwicklung im August weiterhin auf eine verminderte Dynamik am Arbeitsmarkt hin: Während die Unternehmen weniger Neueinstellungen planen, sank die Zahl der gemeldeten Stellen und die Beschäftigungskomponente des IAB-Barometers rutscht unterhalb ihr langfristiges Mittel. Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt aber trotz der schwachen konjunkturellen Lage weiter weitgehend stabil, weil die Unternehmen an ihren Fachkräften festhalten.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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