Einschätzung der Produktivität beeinflusst Homeoffice-Angebote

Wie eine aktuelle Studie des ZEW zeigt, wirkt sich eine verbesserte Einschätzung der Produktivität im Homeoffice positiv auf die langfristige Verbreitung von Homeoffice-Angeboten aus. Wenn Unternehmen die Produktivität der Beschäftigten im Homeoffice positiv einschätzen, planen sie mehr Homeoffice zu ermöglichen als Unternehmen mit einer skeptischeren Einschätzung.

ZEW, Pressemitteilung vom 24.05.2023

ZEW-Studie zu Erfahrungen mit Produktivität im Homeoffice

Wie eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim zeigt, wirkt sich eine verbesserte Einschätzung der Produktivität im Homeoffice positiv auf die langfristige Verbreitung von Homeoffice-Angeboten aus. Wenn Unternehmen die Produktivität der Beschäftigten im Homeoffice positiv einschätzen, planen sie mehr Homeoffice zu ermöglichen als Unternehmen mit einer skeptischeren Einschätzung. Die Ergebnisse beruhen auf Befragungen von rund 800 Unternehmen aus der Informationswirtschaft zwischen 2020 und 2022.

Im Verlauf der Corona-Pandemie mussten Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen mit Homeoffice experimentieren und haben dabei Erfahrungen gemacht, die im Durchschnitt besser ausfielen als erwartet – auch beim Thema Produktivität. „Unsere Studie zeigt, dass zwischen der subjektiven Wahrnehmung möglicher Produktivitätseffekte und dem langfristig geplanten Einsatz von Homeoffice ein Zusammenhang besteht“, erklärt Dr. Daniel Erdsiek, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“ und Ko-Autor der Studie. „Unter den befragten Unternehmen fällt der geplante Anstieg der Homeoffice-Nutzung deutlich stärker aus, wenn sie die Arbeit im Homeoffice im Vergleich zur Arbeit vor Ort als gleichwertig oder gar produktiver bewerten.“

Positive Erfahrungen während der Pandemie

Mehr als jedes dritte Unternehmen in der Informationswirtschaft hat im Laufe der Pandemie seine Einschätzung der Produktivität im Homeoffice verbessert. Bei großen Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten blicken mittlerweile sogar knapp 60 Prozent optimistischer auf die Produktivität der Beschäftigten im Homeoffice als vor Corona. Im Vorfeld der Pandemie war die Sicht aufs Homeoffice demnach in vielen Unternehmen verzerrt. Durch die Erfahrungen der letzten Jahre wurden übermäßig pessimistische Erwartungen und Vorurteile abgebaut. Dies ist ein möglicher Grund dafür, dass der durch die Pandemie initiierte Homeoffice-Schub auch langfristig Bestand haben wird.

Zunächst erscheint die Annahme naheliegend, dass Unternehmen eher gewillt sind das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen, wenn sie keine negativen Auswirkungen auf die Produktivität erwarten. Allerdings wird der empirische Nachweis dieses kausalen Zusammenhangs dadurch erschwert, dass vielfältige Ursachen zu einem positiven Zusammenhang zwischen der Einschätzung der Produktivität und der Homeoffice-Nutzung beitragen könnten. Daher basiert die ZEW-Studie auf zwei Umfrageexperimenten, durch die der Effekt isoliert betrachtet werden kann.

Umfrageexperimente ermöglichen genauere Messung

Im ersten Experiment wurde die Reihenfolge der Fragen variiert, sodass ein Teil der befragten Arbeitgeber/innen zuerst über mögliche Produktivitätseffekte nachdenken musste, bevor Fragen bezüglich der geplanten Nutzung beantwortet werden konnten. Diese zufällig ausgewählten Unternehmen dienen im Experiment als Treatmentgruppe. Als Kontrollgruppe werden die restlichen Unternehmen herangezogen, die zuerst zu ihren Homeoffice-Plänen befragt wurden. Der erwartete Homeoffice-Schub fällt umso höher aus, je vorteilhafter Unternehmen mögliche Produktivitätseffekte bewerten – das gilt für die Kontrollgruppe und die Treatmentgruppe gleichermaßen. Die veränderte Reihenfolge der Fragen hat allerdings einen Effekt auf die langfristigen Homeoffice-Pläne, wenn Unternehmen von einer geringeren Produktivität im Homeoffice ausgehen. Bei diesen eher skeptischen Unternehmen führt das vorherige Nachdenken über die Homeoffice-Produktivität zu einer im Durchschnitt geringeren erwarteten Nutzung von Homeoffice. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass sich die subjektive Wahrnehmung der Produktivitätseffekte auf die langfristig erwartete Verbreitung von Homeoffice in deutschen Unternehmen auswirkt. Ein zweites Umfrageexperiment der ZEW-Wissenschaftler bestätigt diese Schlussfolgerung.

An der ZEW-Befragung beteiligten sich zwischen Dezember 2020 und Juni 2022 rund 800 Unternehmen der Informationswirtschaft, die sich aus IKT-Branche, Mediendienstleistern und wissensintensiven Dienstleistern zusammensetzt.

Quelle: ZEW

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ifo Geschäftsklimaindex fällt (Mai 2023)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat einen deutlichen Dämpfer erhalten. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 91,7 Punkte gefallen, nach 93,4 Punkten im April. Dies ist der erste Rückgang nach sechs Anstiegen in Folge.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.05.2023

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat einen deutlichen Dämpfer erhalten. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 91,7 Punkte gefallen, nach 93,4 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im April. Dies ist der erste Rückgang nach sechs Anstiegen in Folge. Treiber der Entwicklung waren deutlich pessimistischere Erwartungen. Die Unternehmen waren aber auch etwas weniger zufrieden mit ihren laufenden Geschäften. Die deutsche Wirtschaft blickt skeptisch auf den Sommer.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima merklich verschlechtert. Insbesondere die Erwartungen stürzten ab. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im März 2022 nach Beginn des Krieges in der Ukraine. Die Verschlechterung der Erwartungen zieht sich nahezu durch alle Branchen. Auch die aktuelle Lage wurde weniger gut beurteilt. Der Auftragseingang ging zurück.

Im Dienstleistungssektor ist der Index nahezu unverändert geblieben. Die Unternehmen waren mit ihren laufenden Geschäften zufriedenerer. Sie blickten aber pessimistischer auf die kommenden Monate.

Im Handel ist der Index deutlich gefallen. Der Indikator zur aktuellen Lage drehte nach fünf Monaten wieder in den negativen Bereich. Zudem nahmen die skeptischen Stimmen bei den Erwartungen merklich zu. Insbesondere im Großhandel verschlechterte sich die Stimmung.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator gefallen. Dies war auf schlechtere Einschätzungen zur aktuellen Lage zurückzuführen. Die Erwartungen sind nahezu unverändert pessimistisch.

Quelle: ifo Institut

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Gemeinsamer Aktionsplan „Mehr Unternehmerinnen für den Mittelstand“ unterstützt Gründerinnen und Unternehmerinnen

Die Bundesregierung setzt sich für bessere Förderbedingungen für junge Gründerinnen und Unternehmerinnen im Mittelstand ein. Dazu stellen mehrere Bundesministerien den gemeinsamen Aktionsplan „Mehr Unternehmerinnen für den Mittelstand“ vor, der aus der BMWK-Initiative „Frauen in Mittelstand, Handwerk, Gründungen und Start-ups“ heraus entwickelt wurde.

BMWK, Pressemitteilung vom 23.05.2023

Die Bundesregierung setzt sich für bessere Förderbedingungen für junge Gründerinnen und Unternehmerinnen im Mittelstand ein. Dazu stellen mehrere Bundesministerien den gemeinsamen Aktionsplan „Mehr Unternehmerinnen für den Mittelstand“ vor, der aus der BMWK-Initiative „Frauen in Mittelstand, Handwerk, Gründungen und Start-ups“ heraus entwickelt wurde.

Der Aktionsplan ist das Ergebnis einer partnerschaftlichen und intensiven Zusammenarbeit von fünf Bundesministerien (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bundesministerium für Gesundheit und der Integrationsbeauftragen der Bundesregierung) und 27 Stakeholdern von Verbänden, Netzwerken und wissenschaftlichen Institutionen. Gemeinsam haben sie über 40 Maßnahmen in dem Aktionsplan gebündelt, um mehr Frauen zu motivieren, unternehmerisch tätig zu werden. Ziel ist es zudem, die Leistungen von Frauen in Mittelstand, Handwerk, Gründungen und Start-ups stärker sichtbar zu machen, und positive Änderungen für die Berufs- und Lebensperspektiven von Frauen herbeizuführen.

„Gründerinnen und Unternehmerinnen sind unverzichtbar für einen vitalen und erfolgreichen deutschen Mittelstand. Mit mehr selbstständigen Frauen in Mittelstand, Handwerk, Gründungen und Start-ups könnte zusätzliches Wachstum geschaffen und ein wesentlicher Beitrag für die grüne und die digitale Transformation geleistet werden. Der Aktionsplan ist zugleich eine Anregung und ein Appell an alle Beteiligten und an alle Selbstständigen – Frauen und Männer – die hier genannten Maßnahmen mit Leben zu füllen, sie zu nutzen, weiterzuentwickeln und eigene Aktivitäten hinzuzufügen.“

Zitat Mittelstandsbeauftragter und Parlamentarischer Staatssekretär Michael Kellner

„Nach aktuellen Studien fällt es Frauenteams und gemischten Teams weiterhin schwerer als reinen Männerteams, Finanzierungen für ihre innovativen Geschäftsideen zu erhalten. Das ist schlecht für die Innovationskraft unseres Standorts. Mehr Frauen bei den Fonds erhöht die Chancen, dass mehr gemischte Teams und Frauenteams auch eine Finanzierung erhalten. Einige Maßnahmen aus dem Aktionsplan setzen genau an diesem Punkt an.“

Zitat Parlamentarische Staatssekretärin Franziska Brantner

„Frauen achten bei der Gründung eines Unternehmens öfter als männliche Gründer darauf, dass ihr Geschäftskonzept nachhaltig ist. Und sie sind genauso innovativ wie Männer. Gleichzeitig ist der Anteil von Frauen bei Gründungen immer noch niedriger als der von Männern. Gründerinnen und Unternehmerinnen stoßen dabei auf mehr Hürden als männliche Gründer, sei es bei der Finanzierung oder bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit dem gemeinsamen Aktionsplan und der geballten Kraft aller Beteiligten wollen wir Frauen ausdrücklich ermutigen und dabei unterstützen, ein Start-up zu gründen, einen mittelständischen Betrieb zu übernehmen oder in ein Handwerk oder einen MINT-Beruf einzusteigen.“

Zitat Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ekin Deligöz

„Mit dem MINT-Aktionsplan 2.0 fördert das Bundesbildungsministerium Zugänge zu guter MINT-Bildung gerade auch für Mädchen und junge Frauen. Auch deshalb bringen wir uns in den Aktionsplan ‚Mehr Unternehmerinnen für den Mittelstand‘ ein. Der Mittelstand braucht starke Frauen und damit auch weibliche MINT-Vorbilder. Das große Potenzial für mehr Synergien, neue Kooperationen und eine stärkere Vernetzung der MINT-Community mit dem Mittelstand wollen wir nutzen.“

Zitat Parlamentarischer Staatsekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Jens Brandenburg

Die beteiligten Bundesministerien, Verbände, Netzwerke und wissenschaftlichen Institutionen wollen mit dem Aktionsplan

  • die Finanzierungsangebote für Gründerinnen erweitern und den Zugang zu Wagniskapital verbessern,
  • die Rahmenbedingungen für selbstständige Frauen verbessern und dadurch mehr Frauen motivieren, ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen,
  • mehr Mädchen und Frauen für den Klimabereich und die Energiewende gewinnen und sie für Berufe im Handwerk und MINT-Bereich begeistern,
  • die Leistung von selbstständigen Frauen sichtbar machen und würdigen.

Hierfür bringen die Beteiligten jeweils eigene Maßnahmen in den Aktionsplan ein, die sie eigenverantwortlich umsetzen und weiterentwickeln. Das Bundeswirtschaftsministerium wird weiterhin regelmäßig den Dialog mit den Netzwerken, Verbänden, Initiativen und Ressorts suchen. Interessierte sind eingeladen, sich dem Aktionsplan anzuschließen und weitere zielgerichtete Maßnahmen einzubringen.

Mit der BMWK-Initiative „Frauen in Mittelstand, Handwerk, Gründungen und Start-ups“, die im September 2022 von Dr. Franziska Brantner und Michael Kellner gestartet wurde, hat das Bundeswirtschaftsministerium selbstständige Frauen ganz bewusst in den Fokus gestellt.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Brückenstrompreis: Entlastungen gefährden Transformation

Eine breite Subventionierung industrieller Strompreise senkt lt. ZEW den Anreiz zum Stromsparen, macht Innovationen weniger attraktiv und gefährdet die Transformation der deutschen Wirtschaft hin zu einer klimaneutralen Produktion.

ZEW, Pressemitteilung vom 23.05.2023

Brückenstrompreis schwächt Anreize zum Stromsparen und macht Innovationen weniger attraktiv

Eine breite Subventionierung industrieller Strompreise senkt den Anreiz zum Stromsparen, macht Innovationen weniger attraktiv und gefährdet die Transformation der deutschen Wirtschaft hin zu einer klimaneutralen Produktion. Aktuelle Untersuchungen von ZEW Mannheim und der Universität Mannheim zeigen, dass die Industrie auf steigende Strompreise mit niedrigerem Stromverbrauch reagiert. Gleichzeitig finden die Untersuchungen keine empirische Evidenz dafür, dass höhere Strompreise die Wettbewerbsfähigkeit – gemessen durch Umsätze und Beschäftigung – geschädigt haben.

„Wenn wir niedrigere Strompreise einführen, wird der Anreiz, Strom zu sparen abgeschwächt. Eine Analyse der Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) zeigt, dass Betriebe, die von der EEG-Umlage befreit wurden, weniger Strom eingespart haben als Betriebe, die nicht befreit wurden“, erklärt Kathrine von Graevenitz, stellvertretende Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Umwelt- und Klimaökonomik“. „Wenn Deutschland CO2-neutral werden will, muss es sich fragen, ob es dann noch eine Industrie haben wird, die sehr stromintensiv ist. Denn Deutschland wird auch in Zukunft nur eine begrenzte Menge an Strom selbst erzeugen können. Gleichzeitig brauchen wir überall Strom: für E-Autos, Wärmepumpen und die Elektrifizierung der Industrie“, fügt sie hinzu.

Wettbewerbsfähigkeit nicht nur von Energiepreisen abhängig

Energieintensive Sektoren wie Glas, Papier, Chemie und Stahl machen mehr als zwei Drittel des Gesamtenergieverbrauchs im verarbeitenden Gewerbe aus. Die Sektoren haben in den vergangenen Jahren bis 2017 ihren Energieverbrauch eher erhöht als reduziert – trotz Emissionshandel und EEG-Umlage, von der allerdings einige Betriebe befreit waren.

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine Hinweise auf einen negativen Einfluss der Strompreise auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industrieunternehmen. Bei den meisten Unternehmen liegt der Energiekostenanteil am Umsatz deutlich unter fünf Prozent. Energiekosten sind für die meisten Betriebe nicht der Hauptwettbewerbsfaktor. Die Forschenden heben hervor, dass Standortfaktoren wie qualifizierte Fachkräfte, belastbare Infrastruktur, politische Stabilität und Zugang zum Binnenmarkt vermutlich relevanter für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sind.

Elektrifizierung erfordert hohe Anreize für Energieeffizienz

Die Klimaziele werden sich nur durch massive Elektrifizierung erreichen lassen. Wärmepumpen sind ein heißes Thema – knapp 65 Prozent der deutschen Haushalte heizen noch mit fossilen Brennstoffen, und nicht alle werden auf Biomasse umsteigen können. Zudem waren Anfang 2023 48,8 Millionen Pkws in Deutschland zugelassen. Davon waren nur eine Million E-Autos. Allein die Elektrifizierung der Autoflotte wird zu einem deutlich höheren Strombedarf führen. Insgesamt wird die Nachfrage nach Strom über alle Sektoren hinweg deutlich steigen. Um diesen Bedarf decken zu können, müssen überall hohe Anreize für Energieeffizienz vorhanden sein. Ein Industriestrompreis ist problematisch, weil er solche Anreize für mehr Energieeffizienz abschwächen kann.

Quelle: ZEW

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Wochenarbeitszeit: Wer in Deutschland am meisten arbeitet

Deutschland hat ein demografisches Problem: In den nächsten Jahren erreichen deutlich mehr Menschen das Rentenalter als Jüngere nachrücken. Um diese Lücke zu schließen, müssen die Deutschen länger arbeiten. Eine interaktive Grafik des IW Köln zeigt, wer wie viel arbeitet.

IW Köln, Pressemitteilung vom 24.05.2023

Deutschland hat ein demografisches Problem: In den nächsten Jahren erreichen deutlich mehr Menschen das Rentenalter als Jüngere nachrücken. Um diese Lücke zu schließen, müssen die Deutschen länger arbeiten. Eine interaktive Grafik des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wer wie viel arbeitet.

Der deutsche Arbeitsmarkt steht unter Druck. Bis 2030 erreichen knapp neun Millionen Menschen das Rentenalter – für sie rücken nur sechs Millionen Menschen nach. Um diese Lücke annähernd zu schließen, braucht es mehr Zuwanderung, ein höheres Renteneintrittsalter und vor allem mehr Menschen, die in Vollzeit arbeiten. Eine neue interaktive Grafik des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass in der Bevölkerung noch viel Potenzial schlummert:

  • 25 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten höchstens 30 Stunden pro Woche.
  • Nur 59 Prozent aller erwerbstätigen Frauen arbeiten in Deutschland mehr als 30 Stunden pro Woche. Bei Frauen mit Kindern unter 14 Jahren sind es 41 Prozent. Aber auch Frauen ohne Kinder arbeiten häufiger in Teilzeit als Männer ohne Kinder.
  • Diejenigen, die keine berufliche Ausbildung abgeschlossen haben, arbeiten wenig oder sogar gar nicht: Knapp 40 Prozent von ihnen sind nicht erwerbstätig. Von denen, die einen Job haben, arbeitet fast jeder Zweite 30 Stunden oder weniger. Zum Vergleich: Über 80 Prozent der Beschäftigten mit beruflichem Abschluss arbeiten mehr als 30 Wochenstunden.
  • Auch viele Menschen über 60 arbeiten vergleichsweise wenig: Etwa 44 Prozent von ihnen arbeiten höchstens 30 Stunden in der Woche.
  • Darüber hinaus lässt sich beobachten, dass ein hoher Verdienst, also ein Bruttogehalt über 6.000 Euro, meist mit viel Arbeit einhergeht: Keine andere Gruppe in der Untersuchung arbeitet ähnlich lange.

Vor allem Frauen könnten und wollen gerne mehr arbeiten – Voraussetzung dafür ist aber eine flächendeckende, flexible Kinderbetreuung. Auch Menschen ohne Jobs könnten den Arbeitsmarkt bereichern, allerdings ist die Integration aufwändiger, hier bräuchte es Aus- und Weiterbildung. Und eine dritte Gruppe könnte das System entlasten: Frauen über 50 Jahre, deren Kinder schon etwas älter sind, arbeiten häufiger in Teilzeit. „Dass wir mehr und länger arbeiten müssen, wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, lässt sich nicht wegdiskutieren“, sagt IW-Ökonom Holger Schäfer. „Die Politik muss Anreize dafür schaffen, um die jeweiligen Gruppen zu motivieren. Wahlkampfparolen wie der Ruf nach der Vier-Tage-Woche helfen niemandem weiter.“

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Gehaltsvergleich 2022: Neben dem Beruf ist der Bildungsabschluss entscheidend

Höhere Bildungsabschlüsse führen im Regelfall auch zu höheren Verdiensten der Beschäftigten. Wie das Statistische Bundesamt u. a. mitteilt, haben Beschäftigte in Vollzeit mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im April 2022 durchschnittlich 3.521 Euro brutto verdient. Ohne einen beruflichen Ausbildungsabschluss waren es hingegen nur 2.817 Euro.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 23.05.2023

  • Je höher der Bildungsabschluss, desto höher in der Regel der Verdienst
  • Interaktiver Gehaltsvergleich zeigt Einfluss von Beruf, Branche, Ausbildung und weiteren Faktoren auf die Verdienstmöglichkeiten

Höhere Bildungsabschlüsse führen im Regelfall auch zu höheren Verdiensten der Beschäftigten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben Beschäftigte in Vollzeit mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im April 2022 durchschnittlich 3.521 Euro brutto verdient. Ohne einen beruflichen Ausbildungsabschluss waren es hingegen nur 2.817 Euro und damit rund 700 Euro weniger. Wer einen Meister-, Techniker-, oder Fachschulabschluss vorweisen konnte, kam im Durchschnitt auf 4.826 Euro. Mit einem Bachelorabschluss betrug der Verdienst 4.551 Euro, rund 1.600 Euro mehr wurden mit einem Masterabschluss erzielt (6.188 Euro). Bei promovierten oder habilitierten Beschäftigten betrug der durchschnittliche Verdienst sogar 8.687 Euro.

Friseurinnen und Friseure liegen weit unter dem Durchschnitt, Pilotinnen und Piloten deutlich darüber

Neben dem Bildungsabschluss bestimmt die Berufswahl maßgeblich die Höhe des künftigen Verdienstes. Auch zwischen verschiedenen Ausbildungsberufen sind deutliche Verdienstunterschiede feststellbar. So erhielten vollzeitbeschäftigte Friseurinnen und Friseure im April 2022 brutto 1.778 Euro pro Monat, während Mechatronikerinnen und Mechatroniker für Kraftfahrzeuge mit durchschnittlich 3.204 Euro rund 1.400 Euro mehr erhielten.

Über verschiedene Ausbildungsabschlüsse hinweg gehörten unter anderem Personen zu den Topverdienenden, die einem Arztberuf nachgingen (7.706 Euro) oder als Pilot beziehungsweise Pilotin arbeiteten (8.739 Euro). Beschäftigte in der Altenpflege verdienten mit 3.559 Euro weniger als der Durchschnitt (4.105 Euro). Eine umfassende Übersicht über die Verdienste in unterschiedlichen Berufen steht in der Datenbank GENESIS-Online zur Verfügung. Dort liegen sämtliche Angaben als arithmetischer Mittelwert sowie Median vor.

Neben Beruf und Ausbildungsabschluss spielen auch andere Einflussfaktoren wie die Branche oder die mit dem Alter gewonnene Berufserfahrung eine Rolle. Der interaktive Gehaltsvergleich des Statistischen Bundesamtes berücksichtigt solche Faktoren und liefert dadurch individuell zugeschnittene Informationen zu den Verdiensten einzelner Berufe.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Klimaschutz generationengerecht gestalten

Klimaschutz durch Technologiepolitik erhöht die Zustimmung heutiger Generationen, belastet aber lt. ZEW unnötig künftige Generationen.

ZEW, Pressemitteilung vom 22.05.2023

Klimaschutz durch Technologiepolitik erhöht Zustimmung heutiger Generationen, belastet aber unnötig künftige Generationen

Zur Bewältigung des Klimawandels sprechen sich Ökonominnen und Ökonomen häufig für eine Bepreisung des CO2-Ausstoßes aus. In der politischen Realität wird allerdings häufig zu „grünen“ Technologiepolitiken (z. B. Subventionierung erneuerbarer Energien, Energieeffizienzstandards, Vorschriften für Emissionsgrenzwerte bei Autos) gegriffen. Wissenschaftler des ZEW Mannheim und der zentralen Statistik- und Wirtschaftsforschungsbehörde Norwegens kommen zu dem Schluss, dass heutige Generationen durch Technologiepolitiken weniger stark belastet werden als durch eine direkte CO2-Bepreisung. Bei Wahlen und Abstimmungen könnten sich diese eher für grüne Technologiepolitiken aussprechen.

„Grüne Technologien sind relativ kapitalintensiv. Wenn grüne Technologien in den Markt gedrückt werden, wird Kapital im Vergleich zu einer direkten CO2-Bepreisung implizit subventioniert. Heutige Generationen, vor allem die älteren, haben bereits Kapital aufgebaut. Anders als künftige Generationen, die erst noch Kapital akkumulieren müssen, werden die heutigen Generationen daher durch eine grüne Technologiepolitik weit weniger belastet als durch eine Klimapolitik, die auf direkten CO2-Preisen basiert“, sagt Prof. Dr. Sebastian Rausch, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Umwelt- und Klimaökonomik“ und Professor für Volkwirtschaftslehre an der Universität Heidelberg.

Verteilungseffekte zwischen Generationen berücksichtigen

Künftige Generationen werden durch Technologiepolitiken allerdings stärker belastet als durch direkte CO2-Preise. Die Bepreisung von CO2 reizt dazu an, Emissionen dort zu vermeiden, wo es am Günstigsten ist. Solch eine gelenkte Vermeidung von Emissionen ist effizient und wird durch grüne Technologiepolitik nicht erreicht.

„Eine preisbasierte Klimapolitik durch den europäischen Emissionszertifikatehandel oder eine CO2-Steuer ist der grünen Technologiepolitik überlegen“, betont Prof. Dr. Sebastian Rausch und ergänzt: „Prinzipiell ist es aber möglich die Vorteile beider Ansätze hinsichtlich ihrer intergenerationellen Verteilungseffekte zu verknüpfen: eine smarte Finanzierung grüner Technologieförderung nach dem Verursacherprinzip würde es ermöglichen, die Unterstützung der heutigen Generationen zu erreichen und gleichzeitig ökonomisch sinnvolle Klimapolitik für zukünftige Generationen zu wählen. Wir sehen aber noch zu häufig schlecht konzipierte Technologiepolitiken. Ein Beispiel ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), bei dem jahrelang die Kosten für die Förderung erneuerbarer Energie auf die Verbraucher umgelegt wurden. Eine Finanzierung über eine CO2-Steuer wäre sinnvoller gewesen.“

Quelle: ZEW

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Fünf Jahre DS-GVO: Unternehmen sind weiterhin verunsichert

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung hemmt lt. Bitkom in großen Teilen der deutschen Wirtschaft Innovationen und wird als Hindernis für Wachstum und Wohlstand in der digitalen Welt wahrgenommen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 21.05.2023

  • 60 Prozent mussten bereits datengetriebene Innovationsprojekte stoppen
  • Berg: „Wenn wir so weitermachen, riskieren wir Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft“
  • Seit dem 25. Mai 2018 gilt die europäische Datenschutz-Grundverordnung

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung hemmt in großen Teilen der deutschen Wirtschaft Innovationen und wird als Hindernis für Wachstum und Wohlstand in der digitalen Welt wahrgenommen. 6 von 10 Unternehmen (62 Prozent) zögern bei der Datennutzung, weil sie Angst haben, gegen den Datenschutz zu verstoßen. Fast ebenso viele (60 Prozent) haben schon einmal Pläne für Innovationen gestoppt, weil datenschutzrechtliche Vorgaben oder Unsicherheiten sie dazu gezwungen haben. Dabei gibt jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) an, dass dies schon häufig der Fall war, bei 24 Prozent mehrfach und bei 14 Prozent bislang einmal. Darauf hat der Digitalverband Bitkom anlässlich des bevorstehenden fünften Jahrestages der DS-GVO hingewiesen. Die Verordnung gilt seit dem 25. Mai 2018. Grundlage der Zahlen ist eine repräsentative Umfrage unter 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus allen Branchen. „Ein einheitliches Datenschutzrecht für die ganze EU war und ist ein großartiges Projekt für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die EU als Wirtschaftsraum. Nach fünf Jahren Datenschutz-Grundverordnung muss man allerdings festhalten: Die DS-GVO hat ihr Versprechen, für europaweit einheitliche, verständliche und praxistaugliche Datenschutz-Regeln zu sorgen, nicht eingelöst. Stattdessen führt die von jeder nationalen und regionalen Aufsicht eigenständige Interpretation der Regeln zu Rechtsunsicherheit. Viele Unternehmen verzichten deshalb auf die Entwicklung neuer Technologien und Dienste – oder verlagern ihre Projekte ins Ausland. Das zeigt sich nicht zuletzt an Verboten für innovative Technologien wie ChatGPT in einzelnen EU-Mitgliedstaaten, die für massive Verunsicherung sorgen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

So glauben 58 Prozent der Unternehmen, dass Deutschland Chancen für Wachstum und Wohlstand verschenkt, weil zu oft auf Datennutzung verzichtet wird. 63 Prozent sagen, dass durch strenge Regeln innovative datengetriebene Geschäftsmodelle in Deutschland erstickt oder aus dem Land vertrieben werden. „Datenschutz ist in unserer digitalen Welt extrem wichtig. Aktuell erleben wir aber eine lähmende Angst vor Fehlern und eine einseitige Abwägung zwischen Datenschutz und Mehrwerten der Datennutzung“, so Berg. Das gelte zum Beispiel für länderübergreifende Kooperationsprojekte und die medizinische Forschung, aber auch für die Digitalisierung des Gesundheitswesens oder der Verwaltung. Insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen fehle es zudem an praxistauglichen Hilfestellungen, um in der Datenökonomie innovative Geschäftsideen umsetzen und wachsen zu können. „Die vorhandenen Spielräume der DS-GVO werden in Deutschland kaum genutzt“, sagt Berg. „Wir müssen Datenverarbeitungen als Chance verstehen, nicht immer nur als Risiko. Wenn wir fünf Jahre so weitermachen wie zuletzt, schwächen wir unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit.“

Konkret fordert Bitkom, die Datenschutz-Aufsicht stärker zu vereinheitlichen. Aktuell gibt es allein in Deutschland 18 unabhängige Datenschutz-Aufsichten. Zudem müsse sich der Datenschutz stärker an realen Gefahren als an theoretischen Risiken orientieren. Das solle insbesondere auch bei den derzeit laufenden Diskussionen zum deutschen Beschäftigtendatenschutz gelten. Die Aufsichtsbehörden sollten aus Bitkom-Sicht darüber hinaus verpflichtet werden, nicht nur Verbote oder gar pauschale Produktwarnungen auszusprechen und Bußgelder zu verhängen, sondern auch bei datenschutzkonformer Umsetzung zu unterstützen.

Quelle: Bitkom

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Exporte in Nicht-EU-Staaten im April 2023: voraussichtlich -5,7 % zum März 2023

Die deutschen Exporte in die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) sind im April 2023 gegenüber März 2023 um 5,7 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, wurden im April 2023 Waren im Wert von 56,5 Mrd. Euro exportiert.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.05.2023

Exporte in Drittstaaten (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), April 2023

  • 56,5 Milliarden Euro
  • -5,7 % zum Vormonat
  • -2,0 % zum Vorjahresmonat

Exporte in Drittstaaten (Originalwerte Warenausfuhren), April 2023

  • 51,5 Milliarden Euro
  • -5,2 % zum Vorjahresmonat

Die deutschen Exporte in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) sind im April 2023 gegenüber März 2023 kalender- und saisonbereinigt um 5,7 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, wurden im April 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 56,5 Milliarden Euro exportiert.

Nicht kalender- und saisonbereinigt wurden im April 2023 nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 51,5 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2022 sanken die Exporte um 5,2 %. Mengenmäßig sanken die deutschen Exporte in die Drittstaaten um 10,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren auch im April 2023 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 11,6 Milliarden Euro exportiert. Damit sanken die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber April 2022 um 2,2 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 7,5 Milliarden Euro exportiert, das waren 9,6 % weniger als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich nahmen im Vorjahresvergleich um 8,1 % auf 5,3 Milliarden Euro ab.

Exporte nach Russland gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,6 % gesunken

Die deutschen Exporte in die Russische Föderation sanken im April 2023 gegenüber April 2022 um 13,6 % auf 0,7 Milliarden Euro. Im April 2023 lag Russland damit auf Rang 15 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte außerhalb der EU. Im Februar 2022, dem Monat vor dem Angriff auf die Ukraine, hatte Russland noch Rang 5 belegt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Einwanderung mit Teilanerkennung als eine Antwort auf den Fachkräftemangel

Nach Schätzungen der DIHK bleiben derzeit etwa zwei Millionen Arbeitsplätze für längere Zeit vakant – Lücken, die internationale Fachkräfte schließen können. Die IHK-Organisation hilft u. a. bei der Berufsanerkennung, leistet aber auch ganz konkrete Vermittlungshilfe.

DIHK, Mitteilung vom 17.05.2023

Wenn qualifiziertes Personal fehlt, drohen den Betrieben viele unangenehme Folgen: eine Mehrbelastung des Personals, Aufträge, die nicht rechtzeitig ausgeführt werden können oder sogar abgelehnt werden müssen, sowie eine immer geringere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Im letzten DIHK-Fachkräftereport gaben mehr als die Hälfte von fast 22.000 befragten Unternehmen an, nicht alle offenen Stellen besetzen zu können. Aktuell bleiben laut Schätzungen der DIHK etwa zwei Millionen Arbeitsplätze für längere Zeit vakant.

Internationale Fachkräfte als Lösungsansatz

Ein Weg, um Lücken im eigenen Unternehmen zu schließen, ist die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland. Aktuell berät der Bundestag über eine Reform des seit 2020 existierenden Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. Die Nachjustierung soll die Einwanderung von qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erleichtern, damit Unternehmen einfacher internationales Personal beschäftigen können.

Derzeit ist die Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikation in der Regel noch eine der Voraussetzungen dafür, dass Fachkräfte aus Drittländern eine Einreisegenehmigung erhalten. Bei Fragen zur Berufsanerkennung und zu den Möglichkeiten der Beschäftigung von internationalen Fachkräften leistet das Projekt „Unternehmen Berufsanerkennung“ (UBA) Unterstützung, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird und bei der DIHK Service GmbH angesiedelt ist.

IHK-Organisation steht den Unternehmen zur Seite

Das Projekt UBA stellt umfangreiche Informationen zur Berufsanerkennung sowie zur Rekrutierung, Beschäftigung und Qualifizierung internationaler Fachkräfte zur Verfügung. Auf der Projekt-Website können über ein Tool individuelle Fragen gestellt oder speziell für Unternehmen aufbereitete Unterstützungs- und Informationsmaterialien abgerufen werden. Das Projekt bringt zudem Unternehmen in den Erfahrungsaustausch und bietet in kurzen Videos Einblicke in die betriebliche Praxis.

Matching-Service „UBAconnect“

Gemeinsam mit teilnehmenden IHKs leistet UBA aber auch ganz konkrete Vermittlungshilfe: Über den Matching Service „UBAconnect“ können interessierte Unternehmen Fachkräfte aus Drittstaaten kennenlernen, deren Abschluss bereits teilweise anerkannt ist und die einen Arbeitgeber in Deutschland suchen, der sie bei der Nachqualifizierung begleitet.

Dass UBAconnect ein hilfreicher Rekrutierungskanal sein kann, bestätigt auch Markus Nußbaumer, der kaufmännische Geschäftsführer von Elektro Kreutzpointner: „Als Elektro-Hightech-Unternehmen sind wir nur so gut wie die Leute, die für uns arbeiten. Darum suchen wir stets die Besten und fördern sie nach Kräften. Unser Recruiting ist breit aufgestellt. UBAconnect ist für uns ein weiterer interessanter Rekrutierungskanal, über den wir auf Fachkräfte aus der ganzen Welt aufmerksam werden.“

Wer potenzielle neue Mitarbeitende finden und beschäftigen möchte, kann sich kostenlos für UBAconnect registrieren.

Quelle: DIHK

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