Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal 2025 um 0,3 % höher als im Vorquartal

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, nimmt die Wirtschaftsleistung in Deutschland nach zwei Rezessionsjahren wieder leicht zu.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.01.2026

Wirtschaftsleistung in Deutschland nimmt nach zwei Rezessionsjahren wieder leicht zu

Bruttoinlandsprodukt (BIP), 4. Quartal 2025
0,3 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
0,6 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
0,4 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 4. Quartal 2025 gegenüber dem 3. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 % gestiegen. Vor allem die privaten und die staatlichen Konsumausgaben nahmen zu. Damit beendete die deutsche Wirtschaft das insbesondere für den Außenhandel turbulente Jahr 2025 im Plus. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg das preisbereinigte BIP im Jahr 2025 insgesamt um 0,2 %, preis- und kalenderbereinigt betrug der Anstieg 0,3 %. Damit bestätigt das Statistische Bundesamt seine erste Schätzung für das Jahresergebnis vom 15. Januar 2026 (siehe Pressemitteilung Nr. 17/2026).

Bruttoinlandsprodukt auch im Vorjahresvergleich gestiegen

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 4. Quartal 2025 preisbereinigt um 0,6 % höher als im 4. Quartal 2024. Preis- und kalenderbereinigt war der Anstieg geringer (+0,4 %), da 0,7 Arbeitstage mehr zur Verfügung standen als im Vorjahreszeitraum.

Revision der bisherigen Ergebnisse

Neben der Berechnung des 4. Quartals 2025 hat das Statistische Bundesamt wie üblich auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen der übrigen Quartale des Jahres 2025 einbezogen. Dabei erhöhte sich das vierteljährliche preisbereinigte BIP in den ersten beiden Quartalen gegenüber den bisherigen Ergebnissen um 0,1 Prozentpunkte, das dritte Quartal blieb unverändert.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Ökologische Transformation: Weniger Regulierungen bringen mehr

Überwiegend herrscht in den Familienunternehmen in Deutschland Konsens darüber, dass es der ökologischen Transformation bedarf. Aktuell stellt sich jedoch aus Sicht des Mittelstands lt. IfM Bonn die Frage, wie die Unternehmen den klimafreundlichen Umbau erreichen – und trotzdem wettbewerbsfähig bleiben können.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 29.01.2026

Ökologische Transformation kann nur mit mittelstandsfreundlichen Rahmenbedingungen gelingen

Überwiegend herrscht in den Familienunternehmen in Deutschland Konsens darüber, dass es der ökologischen Transformation bedarf. Aktuell stellt sich jedoch aus Sicht des Mittelstands die Frage, wie die Unternehmen den klimafreundlichen Umbau erreichen – und trotzdem wettbewerbsfähig bleiben können.

„Der Mittelstand wird die ökologische Transformation umso erfolgreicher umsetzen, je besser die Politik diese ganzheitlich durchdenkt. Nur so können die Familienunternehmen ihre spezifischen Vorteile wie Flexibilität und Kreativität einbringen, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Derzeit gibt es jedoch ein Sammelsurium von unterschiedlichen und nicht aufeinander abgestimmten Maßnahmen: Neben umweltökonomischen Elementen wie dem CO2-Zertifikatehandel gibt es eine Vielzahl an ordnungsrechtlichen Vorgaben, Berichtspflichten und Förderungen“, erläutert IfM-Projektleiter Hans-Jürgen Wolter. Gemeinsam mit seinem Team hat er in der Studie „Ordnungspolitische Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte Mittelstandspolitik“ die Frage untersucht, wie die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland so gestaltet werden können, dass sie den Herausforderungen der Dekarbonisierung gerecht werden – und zugleich dem Mittelstand die Möglichkeit geben, seine originären Stärken auszuspielen. Dabei stellten sie fest, dass die in Deutschland und der Europäischen Union immer noch weit verbreiteten Ge- und Verbote und umfassenden Informationspflichten zu enormen bürokratischen Belastungen für die mittelständischen Unternehmen führen. Zugleich verhindern die Vorgaben kreative, unternehmensindividuelle Lösungen.

„Die Wirtschaftspolitik muss den mittelständischen Unternehmen Planungssicherheit bieten, damit sie sich auf ihr unternehmerisches Kerngeschäft konzentrieren können“, appelliert Hans-Jürgen Wolter. „Zugleich muss sie auf eine Verhältnismäßigkeit der Vorgaben achten. Oder anders ausgedrückt: Eine Klimapolitik, die mögliche Wohlstands- und Arbeitsplatzverluste sowie soziale Umverteilungswirkungen in Deutschland nicht berücksichtigt, läuft Gefahr, aufgrund mangelnder Akzeptanz zu scheitern. Ebenso stößt eine Klimapolitik auf wenig Verständnis, die zu De-Industrialisierung, Verlagerung der Produktion in Staaten mit geringeren Standards und anschließendem Re-Import der Güter von dort führt.“

Um die mittelständischen Unternehmen in Deutschland im Zuge des EU Emissions Trading System nicht gegenüber ihren Mitbewerbern in anderen Staaten zu benachteiligen, empfehlen die IfM-Wissenschaftler beispielsweise, die Einnahmen aus der einheitlichen Bepreisung von Treibhausgasemissionen pauschal an alle Unternehmen zurückzugeben, die am jeweiligen Emissionshandel teilnehmen. Alternativ könnten aber auch den Marktteilnehmern CO2-Zertifikate im Rahmen von Emissionshandelssystemen kostenfrei zugeteilt werden. Im Hinblick auf die beabsichtigten Lenkungswirkungen ist es schließlich irrelevant, ob den Unternehmen reale Kosten oder Opportunitätskosten in Form entgangener Gewinne entstehen. Die aktuell für die EU vorgesehene Einführung eines Grenzausgleichsmechanismus ist hingegen aus Mittelstandsperspektive zu kompliziert und bürokratisch. Insgesamt würden es die IfM-Wissenschaftler befürworten, wenn der Zeitraum für die Umsetzung der ökologischen Transformation gestreckt würde, damit die mittelständischen Unternehmen in der Lage sind, alle notwendigen Investitionen umzusetzen. Schließlich müssen auch die Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle, die oft über viele Jahrzehnte entwickelt wurden, mit großem Aufwand und unter erheblichen Risiken neu aufgebaut werden.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung (IfM Bonn)

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Importpreise im Dezember 2025: -2,3 % gegenüber Dezember 2024

Die Importpreise waren im Dezember 2025 um 2,3 % niedriger als im Dezember 2024. Dies war der stärkste Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit März 2024 (-3,6 % gegenüber März 2023). Im November 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -1,9 % gelegen, im Oktober 2025 bei -1,4 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Einfuhrpreise im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat November 2025 um 0,1 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.01.2026

Importpreise, Dezember und Jahr 2025
-2,3 % zum Vorjahresmonat
-0,1 % zum Vormonat
-0,3 % Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024

Exportpreise, Dezember und Jahr 2025
+0,0 % zum Vorjahresmonat
-0,1 % zum Vormonat
+1,0 % Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024

Die Importpreise waren im Dezember 2025 um 2,3 % niedriger als im Dezember 2024. Dies war der stärkste Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit März 2024 (-3,6 % gegenüber März 2023). Im November 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -1,9 % gelegen, im Oktober 2025 bei -1,4 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Einfuhrpreise im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat November 2025 um 0,1 %.

Die Exportpreise veränderten sich im Dezember 2025 im Durchschnitt gegenüber Dezember 2024 nicht (0,0 %). Im November 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat noch bei +0,3 % gelegen, im Oktober 2025 bei +0,5 %. Gegenüber November 2025 fielen die Ausfuhrpreise um 0,1 %.

Energie mit größtem Einfluss auf Rückgang der Importpreise im Vorjahresvergleich

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im Dezember 2025 hatte erneut der Rückgang der Preise für Energie mit -20,6 % gegenüber Dezember 2024. Gegenüber November 2025 fielen die Energiepreise im Durchschnitt um 4,6 %.

Alle Energieträger waren im Dezember 2025 günstiger als im Dezember 2024: Erdgas mit -23,4 % (-5,0 % gegenüber November 2025), rohes Erdöl mit -23,2 % (-3,0 % gegenüber November 2025), Steinkohle mit -20,9 % (-1,3 % gegenüber November 2025), elektrischer Strom mit -14,0 % (-8,3 % gegenüber November 2025) sowie Mineralölerzeugnisse mit -13,1 % (-6,0 % gegenüber November 2025).

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise fielen die Importpreise im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 %. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,3 %. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 1,4 % unter dem Stand von Dezember 2024 und 0,1 % über dem Stand von November 2025.

Preissenkungen auch bei landwirtschaftlichen Gütern, Konsum- und Investitionsgütern

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Dezember 2025 um 2,8 % billiger als im Vorjahresmonat (+0,7 % gegenüber November 2025). Die Preise für Rohkakao lagen 35,4 % unter denen von Dezember 2024 und 0,4 % unter denen von November 2025. Lebende Schweine waren 24,1 % günstiger als im Dezember 2024 (-3,3 % gegenüber November 2025). Für importiertes Getreide wurde ebenfalls weniger bezahlt als im Vorjahresmonat (-8,1 % gegenüber Dezember 2024, -0,1 % gegenüber November 2025).

Dagegen waren insbesondere Geflügel und Eier deutlich teurer als vor einem Jahr (+15,9 % gegenüber Dezember 2024 und +1,1 % gegenüber November 2025). Mehr als im Vorjahresmonat kostete auch Rohkaffee (+12,9 % gegenüber Dezember 2024). Gegenüber November 2025 verbilligte er sich aber um 6,0 %.

Importierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) waren im Dezember 2025 um 1,4 % preiswerter als im Vorjahr (-0,5 % gegenüber November 2025). Die Preise für Gebrauchsgüter lagen 2,5 % unter denen des Vorjahresmonats (-0,4 % gegenüber November 2025), Verbrauchsgüter waren im Vorjahresvergleich 1,1 % billiger (-0,5 % gegenüber November 2025). Weniger als im Dezember 2024 kosteten unter anderem Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-33,3 %), Zucker (-16,8 %), Olivenöl (-16,0 %), Schweinefleisch (-14,9 %) sowie Milch und Milcherzeugnisse (-8,2 %). Für Nahrungsmittel allgemein musste 0,8 % mehr bezahlt werden als im Dezember 2024 (-1,1 % gegenüber November 2025). Teurer als im Dezember 2024 waren hier vor allem geschälte Haselnüsse (+55,8 %), Kaffee (geröstet oder entkoffeiniert; +36,5 %), Rindfleisch (+24,1 %) und Geflügelfleisch (+14,9 %).

Die Importpreise für Investitionsgüter lagen im Dezember 2025 um 0,5 % unter denen des Vorjahresmonats (aber +0,2 % gegenüber November 2025).

Allein Vorleistungsgüter waren teurer als im Dezember 2024 (+1,2 %), gegenüber November 2025 stiegen die Preise hier im Durchschnitt um 1,0 %.

Jahresdurchschnitt 2025: Rückgang der Importpreise durch niedrigere Energiepreise

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren die Importpreise 0,3 % niedriger als im Vorjahr. 2024 hatten sie um 1,2 %, 2023 um 6,5 % unter denen des Vorjahres gelegen.

Vor allem die Preisentwicklung bei importierten Energieträgern beeinflusste mit einem Minus von 9,4 % gegenüber 2024 die Veränderungsrate der Importpreise. Die Preise für Steinkohle waren 19,5 % und die Preise für rohes Erdöl 18,1 % niedriger als 2024. Auch Mineralölerzeugnisse waren im Durchschnitt billiger (-10,8 %), darunter Motorenbenzin (-14,0 %) sowie Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl (-9,9 %). Dagegen verteuerte sich elektrischer Strom um 12,0 % und Erdgas um 0,5 %. Der Importpreisindex ohne Energie lag im Jahresdurchschnitt 2025 um 0,7 % über dem Stand des Vorjahres. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, waren die Importpreise 0,6 % höher als 2024.

Unter dem Niveau von 2024 lagen 2025 auch die Preise für Investitionsgüter (-0,2 %). Dagegen waren landwirtschaftliche Güter mit +4,3 %, Konsumgüter mit +1,9 % und Vorleistungsgüter mit +0,3 % im Durchschnitt teurer als im Vorjahr.

Die Preise importierter Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) entwickelten sich unterschiedlich: Während Gebrauchsgüter 0,3 % billiger waren als 2024, lagen die Preise für Verbrauchsgüter 2,5 % höher als im Vorjahr (darunter Nahrungsmittel: +8,0 %).

Keine Veränderung der Exportpreise im Vergleich zu Dezember 2024

Preissteigerungen bei exportierten Vorleistungs- und Investitionsgütern glichen im Dezember 2025 Preissenkungen bei Konsumgütern, Energie und landwirtschaftlichen Gütern aus.

Die Preise für ausgeführte Vorleistungsgüter waren 1,0 % höher als im Dezember 2024 (+0,4 % gegenüber November 2025). Bei Investitionsgütern lag das Preisniveau 0,3 % über dem von Dezember 2024 (+0,1 % gegenüber November 2025). Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 % der ausgeführten Waren ab.

Dagegen waren Konsumgüter (Exportanteil etwa 21 %) 0,4 % preiswerter als im Dezember 2024 (-0,3 % gegenüber November 2025). Während die Preise für Gebrauchsgüter 1,7 % über denen des Vorjahres lagen (0,0 % gegenüber November 2025), waren die Preise für Verbrauchsgüter 0,8 % niedriger als im Dezember 2024 (-0,3 % gegenüber November 2025). Bei den exportierten Verbrauchsgütern waren insbesondere Butter und andere Fettstoffe aus Milch deutlich billiger als vor einem Jahr (-41,8 % gegenüber Dezember 2024), ebenso Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver (-29,5 % gegenüber Dezember 2024). Dagegen wurde Kaffee (entkoffeiniert oder geröstet) zu 26,4 % höheren Preisen exportiert als im Dezember 2024.

Deutlich preiswerter als im Dezember 2024 waren Energieexporte (-13,1 %). Gegenüber November 2025 fielen die Preise um 5,8 %. Erdgas war 14,5 % billiger als im Vorjahresmonat (-2,8 % gegenüber November 2025), die Preise für Mineralölerzeugnisse lagen 11,9 % unter denen von Dezember 2024 (-7,6 % gegenüber November 2025).

Auch landwirtschaftliche Güter wurden preiswerter exportiert als im Vorjahresmonat (-5,3 %). Gegenüber November 2025 fielen die Preise hier um 0,7 %.

Jahresdurchschnitt 2025: Anstieg der Exportpreise vor allem durch höhere Preise für exportierte Konsumgüter

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren die Exportpreise um 1,0 % höher als im Vorjahr. 2024 hatten sie um 0,3 %, 2023 um 0,6 % über denen des Vorjahres gelegen.

Vor allem der Preisanstieg bei Konsumgütern (Ge- und Verbrauchsgüter) um 1,6 % beeinflusste die Jahresveränderungsrate. Hier verlief die Entwicklung nahezu gleich: Gebrauchsgüter waren 1,6 %, Verbrauchsgüter 1,7 % teurer als vor einem Jahr (darunter Nahrungsmittel: +5,5 %).

Landwirtschaftliche Güter waren mit +1,2 %, Investitionsgüter mit +0,8 % und Vorleistungsgüter mit +0,7 % ebenfalls teurer als 2024.

Preiswerter war im Vorjahresvergleich dagegen nur Energie (-0,2 %), zurückzuführen auf gesunkene Mineralölpreise (-9,6 %). Elektrischer Strom war mit +12,0 % und Erdgas mit +9,9 % im Durchschnitt deutlich teurer als vor einem Jahr.

Berechnung der Außenhandelspreisindizes ohne Steuern und Zölle

Berechnungsgrundlage für die Indizes der Außenhandelspreise sind ausschließlich die in Verträgen vereinbarten Preise, zu denen inländische Unternehmen Waren aus dem Ausland einkaufen beziehungsweise ins Ausland verkaufen. Steuern und Zölle fließen demnach nicht in die Berechnung der Indizes ein.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Bankenregulierung: Eigenkapitalregeln blockieren Milliarden für die Transformation

Für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft müssen private Unternehmen bis 2045 hohe Milliardensummen investieren. Doch in einer Studie warnen Wissenschaftler am IW Köln: Die Finanzierung droht an den Eigenkapitalgrenzen der Banken zu scheitern.

IW Köln, Pressemitteilung vom 29.01.2026

Für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft müssen private Unternehmen bis 2045 hohe Milliardensummen investieren. Doch in einer Studie warnen Wissenschaftler am Institut der deutschen Wirtschaft (IW): Die Finanzierung droht an den Eigenkapitalgrenzen der Banken zu scheitern.

Um die zusätzliche Kreditnachfrage für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft abzusichern, müssten europäische Kreditinstitute nach geltenden Regeln bis 2045 zusätzlich 867 Milliarden Euro Eigenkapital aufbauen. Das entspricht einem Anstieg um rund 44 Prozent, wie eine IW-Studie im Auftrag des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zeigt. Bliebe das Eigenkapital auf dem heutigen Niveau, würde die Eigenkapitalquote von 19,3 Prozent im Jahr 2024 auf 13,5 Prozent im Jahr 2045 sinken.

Enorme Investitionsbedarfe im Gebäudesektor

Hintergrund sind die enormen Investitionsanforderungen der kommenden Jahre: Für Industrie, Verkehr und Energie geht das IW von einer jährlichen Summe von rund 819 Milliarden Euro aus. Allein im Gebäudesektor sind bis 2045 zusätzliche Investitionen in Höhe von jährlich 435 Milliarden Euro notwendig, etwa für energetische Sanierungen und den Wohnungsneubau. Der Großteil davon wird über Kredite finanziert. Die Kreditinstitute müssten ihre Risikoaktiva nur in diesem Bereich dann um jährlich 214 Milliarden Euro ausweiten.

Zusätzlich verschärft die Bankenregulierung die Lage. Durch die Umsetzung des europäischen Bankenpakets entsteht ein weiterer Eigenkapitalbedarf von 129 bis 135 Milliarden Euro. Diese zusätzlichen Anforderungen sollen die Robustheit des Finanzsystems erhöhen. Allerdings bestätigen Politik und Aufsicht selbst, dass die europäischen Banken bereits heute stabil sind.

EU muss richtige Balance finden

„Die EU steht vor einem Drahtseilakt“, kommentiert IW-Finanzmarktexperte Markus Demary die Ergebnisse. Die strenge Eigenkapitalregulierung habe sich in den Krisen der vergangenen Jahre grundsätzlich bewährt, die Banken seien gut kapitalisiert. „Wenn die Dekarbonisierung der Wirtschaft nicht scheitern soll, sind dennoch Reformen nötig“, so Demary. Schon heute weichen Kreditnehmer zunehmend auf alternative Finanzierungsanbieter im Nichtbankensektor aus. Weil diese Anbieter weniger reguliert sind, erhöht das die Risiken für die Finanzstabilität. Möglich wären etwa eine Überprüfung einzelner Kapitalpuffer, der Verzicht auf verschärfende Elemente der Basel III-Umsetzung oder ein Abbau von Bürokratie in der Nachhaltigkeitsregulierung.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln)

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Jahreswirtschaftsbericht 2026: Investitionen und Reformen für Wirtschaftswachstum

Das Kabinett hat den Jahreswirtschaftsbericht beschlossen. Er zeigt zentrale Investitionen und Entlastungen der Bundesregierung, welche Reformen geplant sind sowie die Wachstumsprojektion für das laufende Jahr. Das Ziel der Bundesregierung ist es, die deutsche Wirtschaft und den Standort Deutschland wieder auf Wachstumskurs bringen. Dazu bedarf es vor allem entschiedener struktureller Reformen.

Bundesregierung, Mitteilung vom 28.01.2026

Damit die deutsche Wirtschaft wieder stärker wächst, will die Bundesregierung ihren Reformkurs fortsetzen. Mit Investitionen und ersten Entlastungen zeichnet sich eine leichte Erholung ab. Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen aus dem Jahreswirtschaftsbericht.

Das Kabinett hat den Jahreswirtschaftsbericht beschlossen. Er zeigt zentrale Investitionen und Entlastungen der Bundesregierung, welche Reformen geplant sind sowie die Wachstumsprojektion für das laufende Jahr. Das Ziel der Bundesregierung ist es, die deutsche Wirtschaft und den Standort Deutschland wieder auf Wachstumskurs bringen. Dazu bedarf es vor allem entschiedener struktureller Reformen.

Mit dem Jahreswirtschaftsbericht stellt die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat im Januar die gesamtwirtschaftlichen Orientierungsdaten für das laufende Jahr zur Verfügung – gemäß § 2 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft.

Wirtschaft nimmt langsam wieder Fahrt auf

2025 stieg das Wirtschaftswachstum erstmals nach seit zwei Jahren wieder leicht um 0,2 Prozent. Für 2026 geht die Bundesregierung von einem Wachstum von 1,0 Prozent des realen BIPs aus. Das ist ein wichtiges Signal nach der Stagnation der vergangenen Jahre, aber noch keine durchgreifende Trendwende. Denn dieses Wachstum wird vor allem getragen von den staatlichen Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur. Dazu kommen deutliche Entlastungen, etwa durch bessere Unternehmensabschreibungen und sinkende Energiekosten.

Dagegen werden vom deutschen Außenhandel weiterhin keine Wachstumsimpulse erwartet. Denn die wichtigen exportorientierten deutschen Wirtschaftsbranchen stehen angesichts der schwierigen geopolitischen Lage und handelspolitischen Unsicherheiten weiter unter erheblichen Druck. Um im verschärften internationalen Wettbewerb wieder stark zu werden, braucht die deutsche Exportwirtschaft dringend Reformen am Standort Deutschland.

Reformen für Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum

Die Bundesregierung setzt ihren Reformkurs fort, um Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand zu sichern:

  • Geplant ist überbordende Bürokratie zurückbauen: mit einem konkreten Plan für Bürokratieentlastungen in Milliardenhöhe, mit der Modernisierungsagenda und der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.
  • Mit der Hightech Agenda Deutschland fördert die Bundesregierung zentrale Zukunftsinnovationen. Mit dem Deutschlandfonds sollen private Investitionen mobilisiert werden.
  • Energiekosten sollen weiter sinken. Für strom- und handelsintensive Wirtschaftsbranchen soll dies mit einem Industriestrompreis und der Ausweitung der Strompreiskompensation geschehen.
  • Die Aktivrente, die reformierte Grundsicherung und eine erleichterte reguläre Fachkräfteeinwanderung sollen das Arbeitsangebot ausweiten.
  • Mit den geplanten Reformen der Sozialsysteme sollen höhere Belastungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern begrenzt werden.

Internationale Handelsbeziehungen stärken

Um die deutsche und europäische Wirtschaft zu stärken, wird die Bundesregierung zudem die Diversifizierung der Handelsbeziehungen weiter vorantreiben.

Die Europäische Union hat das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten unterzeichnet. Sie hat sich mit Indien auf ein weiteres Abkommen geeinigt. Beide Vereinbarungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Erschließung neuer Märkte und zur Vertiefung verlässlicher Partnerschaften.

Quelle: Bundesregierung

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Digitalisierung 2026: Unternehmen halten Kurs

Verlässliche rechtliche Regelungen, offene Schnittstellen und Standards, Bürokratieabbau und mehr: Wie die deutschen Unternehmen auf dem Weg in die digitale Souveränität unterstützt werden können, zeigt die DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 – nur einer von vielen Aspekten.

DIHK, Mitteilung vom 28.01.2026

Verlässliche rechtliche Regelungen, offene Schnittstellen und Standards, Bürokratieabbau und mehr: Wie die deutschen Unternehmen auf dem Weg in die digitale Souveränität unterstützt werden können, zeigt die DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 – nur einer von vielen Aspekten.

Die Erhebung unter knapp 5.000 Unternehmen aller Branchen macht deutlich, dass sich die Betriebe in Sachen Digitalisierung oder Cyberabwehr grundsätzlich solide aufgestellt sehen. Sie zeigt aber auch den Handlungsbedarf bei den Rahmenbedingungen: Ohne Bürokratieabbau etwa beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) oder Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Autonomie wird es für die Wirtschaft zunehmend schwierig, Risiken zu begegnen und Chancen zu nutzen.

Zentrale Ergebnisse der Umfrage

  • Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit behalten Unternehmen bei der Digitalisierung den Anschluss
  • KI ist als Produktivitätsfaktor in den Unternehmen angekommen
  • Gigabit-Ausbau schreitet voran: Anteil der versorgten Unternehmen plus 5 Prozent zum Vorjahr
  • Öffentliche Verwaltung hemmt die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft
  • Cybersicherheit: Bedrohungslage bleibt sehr hoch, Krisenvorsorge ausbaufähig
  • Digitale Souveränität braucht offene Schnittstellen & Standards, Kompetenzen und Open Source

Digitalisierung auf solidem Niveau

Die deutsche Wirtschaft hält bei der Digitalisierung Schritt. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 2,8 bleibt der Digitalisierungsgrad in den Betrieben auf solidem Niveau.

Twitter brauchte 2006 zwei Jahre für eine Million Nutzer, ChatGPT 2022 fünf Tage: Geschwindigkeit und Entwicklungszyklen haben rasant zugenommen – Potenziale und Chancen von digitalen Innovationen auch. Zusätzlich sind die Unternehmen mit schwierigen Marktlagen konfrontiert. Das bedeutet: Die Unternehmen verlieren nicht den Anschluss – sie holen aber auch nicht auf. Ein gewisser digitaler Reifegrad, etwa mit Blick auf strukturierte Prozesse oder ein funktionierendes Datenmanagement, ist Grundlage für die Implementierung innovativer digitaler Anwendungen.

Die Digitalisierung hilft Unternehmen, aktuellen Herausforderungen zu begegnen: hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten, steigende Kundenanforderungen. Betriebe digitalisieren in erster Linie, um (Arbeits-)Prozesse effizienter zu gestalten und um die Qualität ihrer Produkte zu verbessern.

Trotz des schwierigen Umfelds nutzen mehr als ein Drittel der Unternehmen die Digitalisierung, um innovative Produkte, Dienstleistungen oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Digitale Transformationsprojekte sind aufwendig und erfordern viel Zeit und Geld. Häufig sind sie sehr komplex, da interne Prozesse reorganisiert und die Mitarbeitenden mitgenommen werden müssen. Die Aufmerksamkeit für Sicherheitsrisiken ist bei den Unternehmen gegenüber dem Vorjahr gestiegen – von 34 auf 37 Prozent.

Wettbewerbsfaktor KI

Künstliche Intelligenz ist in den Unternehmen angekommen – und das über Standardanwendungen hinaus. Am häufigsten wird generative KI zur Erstellung von Texten, Bildern oder Codes genutzt (78 Prozent), gefolgt von Anwendungen für personalisierte Kundenansprache und Kundensupport (43 Prozent) sowie für Qualitätssicherung und Prozessüberwachung (38 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr nimmt der Einsatz von KI für Qualitätssicherung und Prozessüberwachung deutlich zu. Auch die Entwicklung und Optimierung von Produkten gewinnt an Bedeutung, insbesondere in der Informations- und Kommunikationsbranche sowie in der Industrie.

Branchen setzen KI sehr unterschiedlich ein: Im Gastgewerbe (62 Prozent) und Handel (53 Prozent) liegt der Schwerpunkt auf personalisierter Kundenansprache, während die Finanzwirtschaft KI verstärkt für Risikoanalysen nutzt (41 Prozent). Um auch die Unternehmen zu adressieren, die KI-Anwendungen nicht im Einsatz haben oder den Einsatz planen, braucht es gezielte Unterstützungsangebote bezüglich des digitalen Reifegrads. KI wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor – insbesondere vor dem Hintergrund hoher Standortkosten in Deutschland.

Mehr als jedes dritte Unternehmen, das KI bereits nutzt oder deren Einsatz in den kommenden drei Jahren plant, erwartet einen starken Einfluss auf die eigene Produktivität. Unter den Unternehmen, die KI schon heute praktisch einsetzen, bewerten sogar 41 Prozent den Produktivitätseffekt als hoch. Der Einsatz der Technologie wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.

In der Informations-/Kommunikationsbranche (49,7 Prozent) und der Finanzwirtschaft (46,4 Prozent) wird der Einfluss von KI am höchsten eingeschätzt, während Industrie, Handel, Bau und Gastgewerbe vor allem moderate Effekte sehen. Die Unterschiede in der Einschätzung des KI-Einflusses auf die Produktivität können auf die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen und Geschäftsmodelle der Branchen zurückgeführt werden.

In Bereichen wie Information/Kommunikation und Finanzwirtschaft sind digitale Prozesse und datengetriebene Entscheidungen bereits stark etabliert. Hier kann KI unmittelbar an bestehende Systeme anknüpfen und schneller spürbare Effizienzgewinne bringen – etwa durch Automatisierung, intelligente Datenanalyse oder personalisierte Services. In Branchen wie Industrie, Handel, Bau und Gastgewerbe sind die Potenziale ebenfalls groß, aber die Umsetzung ist oft komplexer, da physische Prozesse, Lieferketten oder Kundeninteraktionen integriert werden müssen.

Rechtliche Unsicherheiten bleiben die größte Herausforderung für Unternehmen bei der Datennutzung. Fehlendes Know-how, eingeschränkter Zugang zu Daten Dritter und Kosten werden im Vergleich zum Vorjahr seltener als Hemmnis genannt, während die Datenqualität 2025 etwas stärker in den Fokus rückt.

Über alle Branchen hinweg sind Datenschutz und technische Hemmnisse die zentralen Themen bei der Datennutzung. Technische Hürden wie zum Beispiel Datensilos, fehlende Infrastruktur oder Software, stehen in Zusammenhang mit dem Digitalisierungsgrad und nehmen mit wachsender Reife ab.

Infrastruktur ausbauen, Verwaltung digitalisieren

Die Digitalisierung der Unternehmen hängt entscheidend davon ab, wie schnell Glasfasernetze bis in die Gebäude ausgebaut werden und moderne Mobilfunknetze flächendeckend verfügbar sind. Die zunehmende Nutzung von Cloud-Diensten und künstlicher Intelligenz erhöht den Bedarf an hoher Bandbreite weiter.

Bereits 60 Prozent der Unternehmen, die dazu Angaben machen können (ein Viertel kann das nicht), verfügt über einen Internetanschluss von mindestens 1 Gbit/s. So gut wie alle dieser Betriebe sehen ihren Bedarf damit gedeckt. Der Anteil der Unternehmen, die über einen Gigabitanschluss verfügen, ist damit gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent gestiegen.

Der Netzausbau wird in der Regel von privaten Anbietern im Wettbewerb vorangetrieben, stößt jedoch auf Hindernisse: Hohe Baukosten und langwierige, nicht durchgängig digitalisierte Genehmigungsverfahren der öffentlichen Hand bremsen den Fortschritt.

Die Fortschritte bei der Digitalisierung der Verwaltung kommen bislang kaum bei den Unternehmen an. Die Unternehmen geben der Verwaltung die Schulnote 4 minus – eine Leistung, die gerade noch die Anforderungen erfüllt, aber deutliche Mängel aufweist. Wenn die öffentliche Hand nicht mit der digitalen Entwicklung in Unternehmen Schritt hält, hat das negative Folgen für die Standortqualität und damit für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Ein Beispiel ist der Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen, der durch langwierige Genehmigungsverfahren häufig ins Stocken gerät. Bund, Länder und Kommunen müssen dringend ihre Strukturen modernisieren und sich zukunftsfähig aufstellen.

Damit die öffentliche Hand an der Innovationskraft der Privatwirtschaft teilhaben kann, müssen grundlegende technische Architekturfragen und föderale Bremsen gelöst werden. Ein reformiertes Vergaberecht sollte den Zugang von Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen zu öffentlichen Aufträgen erleichtern. Im Hinblick auf gesamtstaatliche Resilienz sollte die öffentliche Verwaltung zudem ihre Nachfragemacht stärker nutzen, um souveräne Lösungen im digitalen Ökosystem zu unterstützen.

Wider den Cyberstress

Die größere Angriffsfläche durch die weiter voranschreitende Digitalisierung, die geopolitische Lage und die weitere Professionalisierung der Angriffe unter anderem durch künstliche Intelligenz sind dafür verantwortlich, dass die Bedrohungslage insgesamt sehr hoch bleibt. Die Industrie und der Bereich Verkehr, Transport und Lagerei sind ganz besonders im Fokus der Angreifer. Cybersicherheit bleibt insbesondere für mittlere und größere Unternehmen ein besonders kritischer Faktor. Kleinere Unternehmen sind zwar noch weniger betroffen, tragen aber ebenfalls ein relevantes Risiko.

Die Anzahl erheblicher Cybervorfälle ist im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben und bei den größeren Unternehmen sogar gesunken. Der Wirtschaft gelingt es scheinbar, sich besser zu schützen. Der merkliche Rückgang bei den größeren Unternehmen könnte auf verbesserte Sicherheitsmaßnahmen und eine erhöhte Beurteilungskompetenz in Bezug auf erhebliche Sicherheitsvorfälle sowie die Erfüllung regulatorischer Vorgaben hindeuten. Die IKT-Branche hat am wenigsten Vorfälle zu beklagen – die berufsmäßige Vorsorge zahlt sich offenbar aus.

Insgesamt zeigt sich: Unternehmen setzen auf Prävention, aber die Vorbereitung auf den Ernstfall ist noch ausbaufähig, insbesondere bei Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten. Mittlere und große Unternehmen sind sehr gut aufgestellt. Industrie und Finanzwirtschaft haben in der Breite die meisten Maßnahmen umgesetzt, genauso wie die IKT-Branche selbst.

Technische Basismaßnahmen wie Backups, Updates und Identitätsmanagement sind weit verbreitet, während proaktive organisatorische Maßnahmen wie Penetrationstests, Notfallübungen oder das übungsmäßige Wiedereinspielen von Backups deutlich unterrepräsentiert bleiben.

Angesichts des hohen Kostendrucks und vieler Herausforderungen müssen die Unternehmen dranbleiben und Cybersicherheitsmaßnahmen weiter Priorität einräumen. Vor allem die Krisenvorsorge im Sinne von Resilienz bedarf weiterer Anstrengungen, damit der Betrieb nach einem Angriff schnell wieder aufgenommen werden kann und die Schäden begrenzt bleiben.

Mehr Unabhängigkeit nötig

Bedenklich: Die Unternehmen sehen sich in nahezu allen Bereichen deutlich von Nicht-EU-Ländern abhängig. Besonders hoch beurteilen sie die Abhängigkeit bei Hardware und Betriebssystemen, wo sich jeweils rund 46 Prozent als vollständig abhängig betrachten. Die deutsche Wirtschaft sieht deshalb dringenden politischen Handlungsbedarf.

Die Betriebe fordern von der Politik vor allem die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für die digitale Transformation. Dies ist aus den mehr als 400 Freitext-Antworten deutlich ablesbar. Durch generellen Bürokratieabbau und eine innovationsorientierte Regulierung sollen den Unternehmen mehr Handlungsfreiräume ermöglicht werden.

Nach Ansicht der Unternehmen tragen vor allem die Unterstützung gemeinsamer offener Schnittstellen und Standards, eine bessere Vermittlung digitaler Kompetenzen an Schulen und anderen staatlichen Bildungseinrichtungen sowie die Förderung von Open-Source-Lösungen zur Stärkung der digitalen Souveränität bei. Ergänzend wird eine gezielte Förderung von Schlüsseltechnologien und Sprunginnovationen sowie der Ausbau von Rechenzentrums- und Infrastrukturkapazitäten verlangt.

Endlich mal machen!

In den Freitext-Antworten wird neben einer gezielten Unterstützung eigener europäischer Lösungen vor allem eine souveräne nutzerorientierte Verwaltungsdigitalisierung auf Basis privatwirtschaftlicher Lösungen betont. Weitere Themen sind der Ausbau von Glasfaser- und Energienetzen und IT-Sicherheit – verbunden mit dem klaren Appell: Endlich mal machen!

Forderungen der Wirtschaft

Digitalisierung

Ein gewisser digitaler Reifegrad ist Voraussetzung für die Anwendung und Implementierung digitaler Innovationen. Insbesondere einige kleinere Unternehmen benötigen gezielte Unterstützungsangebote zur Erhöhung ihres digitalen Reifegrads. Entsprechende Unterstützungsangebote von EU, Bund und Ländern – wie die Mittelstand-Digital Zentren oder die European Digital Innovation Hubs – sollten passgenau weiterentwickelt werden.

KI & Daten

Der Einsatz von KI wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Damit Unternehmen KI-Lösungen implementieren und Daten nutzen können, brauchen sie klare und rechtssichere Rahmenbedingungen. Es sollte sichergestellt werden, dass der rechtliche Rahmen innovationsfreundlich, konsistent und kohärent ist, um bürokratischen Aufwand zu minimieren und Doppelverpflichtungen sowie Regelungskonflikte auszuschließen.

Netzausbau

Der Ausbau der Glasfaser- und Mobilfunknetze wird häufig durch langwierige, nicht durchgängig digitalisierte Genehmigungsverfahren der öffentlichen Hand verzögert. Bund, Länder und Kommunen müssen dringend ihre Strukturen modernisieren und sich zukunftsfähig aufstellen.

Moderne Verwaltung

Eine vollständig digitalisierte Verwaltung ist ein zentraler Baustein für den Fortschritt. Unternehmen brauchen durchgängig digitale und unkomplizierte Verfahren. Dafür sollte die öffentliche Hand ein plattformbasiertes Verwaltungsökosystem aufbauen, das effizient arbeitet und gleichzeitig das Innovationspotenzial der Privatwirtschaft einbindet.

Cybersicherheit

Im Bereich Cybersicherheit braucht es einen laufenden Verbesserungsprozess. Entscheidend sind eine engere Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft sowie passgenaue Unterstützungsangebote, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Unternehmen gerecht werden.

Digitale Souveränität

Im Hinblick auf digitale Souveränität wünschen sich die Unternehmen vor allem verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine innovationsfreundliche Regulierung. Priorität sollte offenen Schnittstellen und Standards, digitaler Bildung und der Förderung von Open‑Source eingeräumt werden sowie Investitionen in Schlüsseltechnologien, Rechenzentren und Infrastruktur. Durch ein reformiertes Vergaberecht sollte der Zugang von Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen zu öffentlichen Aufträgen erleichtert werden. Die öffentliche Verwaltung sollte ihre Nachfragemacht in einem Digital-Ökosystem mit souveränen Lösungen stärker ausspielen.

Quelle: DIHK

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Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie

Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft sind lt. ZEW im Jahr 2024 auf 213,3 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

ZEW, Pressemitteilung vom 27.01.2026

Innovationserhebung 2025: Innovationsaktivitäten der deutschen Wirtschaft

Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft sind im Jahr 2024 auf 213,3 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts einer Inflationsrate von 3,1 Prozent bedeutet dies einen leichten realen Zuwachs. Die Innovationsplanung für die kommenden Jahre bleibt auf einem konstanten Niveau, wie der neue Bericht zur Innovationserhebung 2025 des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) zeigt.

Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär erklärt dazu: „Wir wollen als Bundesregierung unser Land mit der Hightech Agenda Deutschland zum Top-Technologieland machen – für internationale Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und technologische Souveränität. Dafür braucht es Unternehmen, die in Innovationen investieren. Das wollen wir als Regierung unterstützen. Der zunehmende Einsatz von KI stimmt mich optimistisch. KI ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Wir fördern die Schlüsseltechnologie KI gezielt und machen sie zu einem wichtigen Werkzeug in zentralen Forschungs- und Anwendungsfeldern.“

„Die Resultate zeigen, dass Unternehmen in Deutschland auch unter schwierigen konjunkturellen Bedingungen weiterhin gezielt in Innovation investieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Auffällig ist vor allem die deutliche Zunahme der Innovationsausgaben im Dienstleistungsbereich, die den Strukturwandel hin zu neuen, innovativen Serviceangeboten deutlich macht“, erklärt Dr. Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Trotz großer Unsicherheiten bei der Innovationsplanung setzen weiterhin viele Unternehmen auf Innovationen, um ihre Marktposition zu verbessern. Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen verlässlich und innovationsfreundlich zu gestalten. Dies beginnt beim Thema Bürokratieabbau und reicht bis zum Fachkräfteangebot, attraktiven Finanzierungsbedingungen und fairem Wettbewerb.“

Dienstleistungssektor steigert Innovationsausgaben deutlich

Wie in den Vorjahren setzt sich die Verschiebung der Innovationstätigkeit hin zu den Dienstleistungen fort. Vor allem der Dienstleistungssektor trägt mit einem Plus von 8,3 Prozent überdurchschnittlich zu dieser Entwicklung bei, während der Zuwachs in der Industrie mit 3,5 Prozent deutlich geringer ausfällt. Dabei ist das Niveau der Innovationsausgaben in der Industrie mit 150,1 Milliarden Euro allerdings mehr als doppelt so hoch wie in den Dienstleistungen mit 63,1 Milliarden Euro.

Der größte Teil der Innovationsausgaben entfällt auf Großunternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten. Im Jahr 2024 haben sie 178,4 Milliarden Euro für Innovationen ausgegeben, was einem Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) weisen im Jahr 2024 Innovationsausgaben in Höhe von 34,9 Milliarden Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese mit 7,1 Prozent stärker angestiegen als die der Großunternehmen.

Nutzung von Künstlicher Intelligenz

Die Verbreitung des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen in Deutschland schreitet voran. Gut ein Viertel der Unternehmen nutzen KI-Methoden aktiv in ihren Geschäftsprozessen oder Produkten. Die vermehrte Nutzung von KI setzte im Jahr 2023 ein, als bereits rund 14 Prozent KI verwendeten. Bis Ende des Jahres 2024 erhöhte sich der Anteilswert auf fast 24 Prozent. Die Verbreitung von KI ist in den Dienstleistungen mit 28 Prozent weiter vorangeschritten als in der Industrie mit 19 Prozent. Mehr als jedes zweite Großunternehmen setzte 2025 KI-Methoden ein, in der Gruppe der KMU lag diese Quote bei knapp 25 Prozent.

Die Branche, in der KI am häufigsten eingesetzt wird, ist „Information und Kommunikation“, zu der die Bereiche Software und IT-Dienstleistungen zählen. 58 Prozent der Unternehmen dieser Branche setzen KI in Produkten oder Geschäftsprozessen ein. Die KI-Nutzung ist außerdem in der Beraterbranche (Rechts-, Wirtschafts-, Unternehmensberatung, Werbung) mit 53 Prozent und bei den Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen, Finanzvermittlung) mit 37 Prozent hoch. Die Elektroindustrie liegt mit einem Anteil von 35 Prozent beim KI-Einsatz in Produkten oder Geschäftsprozessen bei den Industriebranchen vorne.

Quelle: ZEW

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KI verändert Jobprofile – nicht Beschäftigung

Eine neue empirische Studie des Kiel Instituts zeigt: Künstliche Intelligenz vernichtet keine Arbeitsplätze, sie verändert sie. Firmen mit starker KI-Nutzung stellen häufiger Fachkräfte ein, während einfache Büroaufgaben zurückgehen.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 26.01.2026

Eine neue empirische Studie des Kiel Instituts zeigt: Künstliche Intelligenz vernichtet keine Arbeitsplätze, sie verändert sie. Firmen mit starker KI-Nutzung stellen häufiger Fachkräfte ein, während einfache Büroaufgaben zurückgehen. Sprachmodellierung und Spracherkennung durch KI haben einen besonders starken positiven Einfluss auf die Beschäftigung – es entstehen neue Jobs mit höheren Anforderungen. Dagegen wirkt sich KI in den Bereichen Bilderkennung und Übersetzung insbesondere auf Büro- und Verwaltungsberufe negativ aus und kann vorhandene Stellen ersetzen. Unter dem Strich bleibt durch KI die Gesamtbeschäftigung stabil – aber der Qualifikationsdruck steigt.

Das Forschungsteam aus Dänemark, Portugal, Schweden und Deutschland hat für seine Analyse ein neuartiges Messinstrument entwickelt, das den Fortschritt von KI-Technologien auf Teilbereiche und Berufsgruppen herunterbricht. Damit werden dann Beschäftigungseffekte untersucht, basierend auf anonymisierten Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten aus Dänemark, Portugal und Schweden im Zeitraum 2010 bis 2023.

Die Autoren erfassen den Fortschritt künstlicher Intelligenz in neun Teilbereichen – von Sprachverarbeitung und Textgenerierung über Bilderkennung bis zu Entscheidungs- und Empfehlungssystemen. Die technologischen Fortschritte werden Berufsgruppen zugeordnet, deren Aufgaben besonders eng damit verknüpft sind.

Die wesentlichen Erkenntnisse sind:

  • In den letzten zwei Jahrzehnten gab es enorme Fortschritte in der KI, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den verschiedenen Technologien. Die KI im Bereich Video und Strategie verbesserte sich am stärksten, während die KI im Bereich Übersetzung die langsamsten Fortschritte verzeichnet.
  • KI hatte trotz der großen Fortschritte in den letzten zehn Jahren kaum oder gar keine Folgen für das Beschäftigungsniveau insgesamt. Allerdings haben die verschiedenen KI-Technologien unterschiedliche Auswirkungen.
  • Nicht alle Berufe sind gleichermaßen mit KI konfrontiert. Tätigkeiten in der Datenanalyse, Softwareentwicklung und Übersetzung gehören zu den am stärksten der KI ausgesetzten Berufsgruppen, da sie hochkognitive Tätigkeiten mit relativ geringem sozialen Kontakt ausüben. Arbeiter und Pflegepersonal hingegen üben Berufe aus, die körperliche Kraft erfordern oder intensiven zwischenmenschlichen Kontakt beinhalten, sodass sie zu den Berufsgruppen zählen, die am wenigsten mit KI zu tun haben.
  • Aber mit KI zu arbeiten, bedeutet nicht zwangsläufig, dass Arbeitsplätze gefährdet sind. KI kann Arbeitsplätze unterstützen – oder sie ersetzen.
  • KI in den Bereichen Übersetzung und Textbearbeitung wirkt sich im Verwaltungs- und Bürobereich in erster Linie negativ auf Berufe mit mittleren und in geringerem Maße auch auf Berufe mit hohen Qualifikationsanforderungen aus. Büroarbeiten, Assistenzfunktionen oder Callcenter können teilweise verschwinden, da das Verfassen von Texten, die Dokumentation und die Informationsbeschaffung zunehmend automatisiert werden.
  • Allgemeine KI, die auf Sprachmodellen basiert – wie ChatGPT oder Gemini – oder Textarbeit übernimmt – wie KI-Tutoren oder Chatbots – hat im Allgemeinen positive Auswirkungen auf die Beschäftigung in allen Berufen, insbesondere aber in der Produktion und auf Führungskräfte. KI übernimmt mühsame „Papierarbeit” und ermöglicht es den Angestellten, sich auf die sozialen oder physischen Komponenten ihrer Arbeit zu konzentrieren. Die Zahl der Einstellungen steigt, aber auch die Anforderungen an die erforderliche Qualifikation. In eher einfachen Verwaltungs- und Büroberufen kann ein größerer Teil der Aufgaben durch diese Art von KI ersetzt werden.
  • Körperliche Arbeit in Produktion und Handwerk ändert sich durch KI kaum. Die Studie findet keine systematische Beschäftigungswirkung. In der Prozessüberwachung oder Maschinenbedienung kann es aber zum Einsatz von KI und damit zu einer Anpassung der Jobprofile kommen.

„Höhere KI-Exposition hat keinen messbaren Effekt auf die Gesamtbeschäftigung, verlangt aber systematisch nach einer Höherqualifizierung“, sagt Holger Görg, Forschungsdirektor am Kiel Institut und Mitautor der Studie. „Routineaufgaben verschwinden, während neue Rollen entstehen, die Analyse, Kommunikation und technisches Verständnis erfordern. Vor allem wissensintensive Firmen erhöhen nach unserer Beobachtung durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz über die Zeit ihren Anteil hochqualifizierter Beschäftigter.“

Für Politik und Wirtschaft bedeutet das laut den Autorinnen und Autoren: Weiterbildung und Umschulung müssen gezielter werden. „Indem wir KI in ihre Teilbereiche zerlegen, wird sichtbar, welche Technologien welche Berufe verändern – Sprach-KI die Verwaltung, visuelle KI die Technik, Entscheidungs-KI das Management“, sagt Görg. „Damit schaffen wir eine Grundlage für gezielte Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel)

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Innovative Mittelständler mit größeren Schwierig­keiten beim Zugang zu Investitionskrediten

Mittelständische Unternehmen, die hinsichtlich Innovationen und Digitalisierung aktiv sind, scheitern lt. KfW Research häufiger bei Kreditver­handlungen über Investitionskredite als Unternehmen ohne solche Aktivitäten.

Kfw/KfW Research, Mitteilung vom 21.01.2026

Mittelständische Unternehmen, die hinsichtlich Innovationen und Digitalisierung aktiv sind, scheitern häufiger bei Kreditver­handlungen über Investitionskredite als Unternehmen ohne solche Aktivitäten. Um diesen Nachteil auszugleichen, müssten sie eine deutlich bessere Bonität vorweisen, was jedoch häufig nicht der Fall ist. Somit stellt nicht nur die unmittelbare Finanzierung von Innovations- und Digitalisierungs­vorhaben die betreffenden Unternehmen vor Herausforderungen. Vielmehr wirken sich diese Vorhaben auch auf die Finanzierungs­möglichkeiten eines Unternehmens insgesamt aus.

Quelle: KfW, KfW Research

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Inflation 2025 für 8 von 9 Haushaltstypen bei oder unter 2 Prozent, aber Preisniveau bei Lebensmitteln und Energie weiter hoch

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Dezember 2025 mit 1,8 Prozent unter das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent gesunken. Im Gesamtjahr 2025 lag sie mit 2,2 Prozent noch leicht darüber. Ähnlich ist das Muster, wenn man auf die Inflationsraten von neun exemplarischen Haushaltstypen blickt, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden. Das zeigt der neue IMK Inflationsmonitor der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 23.01.2026

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Dezember 2025 mit 1,8 Prozent unter das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent gesunken. Im Gesamtjahr 2025 lag sie mit 2,2 Prozent noch leicht darüber. Ähnlich ist das Muster, wenn man auf die Inflationsraten von neun exemplarischen Haushaltstypen blickt, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden: Im Dezember wiesen alle von ihnen Inflationsraten an oder unter dem Inflationsziel auf. Im Gesamtjahr hatte nur ein Haushaltstyp eine Inflationsrate oberhalb des EZB-Ziels. Das zeigt der neue monatliche IMK Inflationsmonitor. Im neuen Jahr weist der zu erwartende Trend bei der Teuerung weiter leicht nach unten, so Dr. Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und Autorin des Inflationsmonitors. Während der Inflations-Ausblick für die nächste Zukunft damit unproblematisch ist, offenbart Tobers Auswertung im Vergleich der vergangenen Jahre ein weiterhin deutlich erhöhtes Preisniveau: Seit 2019, dem Jahr vor Coronapandemie und Ukrainekrieg, ist der Verbraucherpreisindex um 22,5 Prozent gestiegen und damit knapp zehn Prozentpunkte stärker als im Einklang mit dem EZB-Ziel gewesen wäre (kumuliert 12,6 Prozent). Besonders deutlich ist längerfristig zwischen 2019 und 2025 das Preisniveau bei Nahrungsmitteln (39,1 Prozent) und, trotz Preisrückgängen in letzter Zeit, bei Energie (36,8 Prozent) angestiegen.

Für die Geldpolitik der Zentralbank sind indes die mittlerweile wieder entspannte Preisentwicklung und die normalisierte mittelfristige Perspektive maßgeblich, betont Ökonomin Tober. Zumal die Wirtschaftsentwicklung im Euroraum und insbesondere in Deutschland 2025 wieder schwach war. Daher hält die Autorin des IMK Inflationsmonitors weitere Zinsschritte für erforderlich. „Die ruhige Inflationslage liefert der EZB bereits seit geraumer Zeit den geldpolitischen Spielraum, um die Konjunktur zu stützen und insbesondere die kriselnde Industrie zu entlasten, die unter hohen Energiepreisen, den US-Zöllen und der starken Euro-Aufwertung leidet“, schreibt Tober. „Diesen Spielraum sollte sie zeitnah nutzen.“

Das IMK berechnet seit Anfang 2022 monatlich spezifische Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen unterscheiden (mehr zu den Typen und zur Methode unten). In einer Datenbank liefert der Inflationsmonitor zudem ein erweitertes Datenangebot: Online lassen sich Trends der Inflation für alle sowie für ausgewählte einzelne Haushalte im Zeitverlauf in interaktiven Grafiken abrufen (Link unten).

Die längerfristige Betrachtung illustriert, dass Haushalte mit niedrigem bis mittlerem Einkommen von der starken Teuerung nach dem russischen Überfall auf die Ukraine besonders stark betroffen waren, weil Güter des Grundbedarfs wie Nahrungsmittel und Energie in ihrem Budget eine größere Rolle spielen. Diese wirkten lange als die stärksten Preistreiber. So betrug auf dem Höhepunkt der Inflationswelle im Oktober 2022 die Teuerungsrate für Familien mit niedrigen Einkommen 11 Prozent, die für ärmere Alleinlebende 10,5 Prozent. Alleinlebende mit sehr hohen Einkommen hatten damals mit 7,9 Prozent die mit Abstand niedrigste Inflationsrate.

Zuletzt waren die Abstände weit weniger groß und das Muster anders, weil sich vor allem noch Dienstleistungen deutlich verteuert haben, die Haushalte mit höheren Einkommen stärker nachfragen als Ärmere. So hatten Familien mit niedrigen Einkommen im Dezember 2025 und im Gesamtjahr mit 1,5 bzw. 1,6 Prozent im Haushaltsvergleich die niedrigste Inflationsrate, bei Alleinstehenden mit niedrigen Einkommen betrug sie 1,6 bzw. 1,7 Prozent. Am anderen Ende des Haushaltsvergleichs standen Alleinlebende mit sehr hohen Einkommen, allerdings mit recht geringem Abstand. Im Dezember lag auch deren Inflationsrate mit 2,0 Prozent nicht über dem EZB-Ziel, im Gesamtjahr mit 2,2 Prozent leicht darüber. Die Inflationsraten der übrigen sechs Haushaltstypen lagen dazwischen und überschritten auch im Gesamtjahr nicht die 2-Prozent-Marke. Im Sechs-Jahres-Vergleich seit 2019 tragen einkommensstarke Alleinlebende mit kumuliert 20,8 Prozent nach wie vor die niedrigste Inflationsbelastung unter allen untersuchten Haushalten.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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