ifo Beschäftigungsbarometer gesunken (Oktober 2022)

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland nimmt weiter ab. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Oktober auf 97,7 Punkte gefallen, nach 99,4 Punkten im September. Das ist der niedrigste Wert seit April 2021.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.10.2022

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland nimmt weiter ab. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Oktober auf 97,7 Punkte gefallen, nach 99,4 Punkten im September. Das ist der niedrigste Wert seit April 2021. Meldungen zu Neueinstellungen und Entlassungen halten sich gegenwärtig in etwa die Waage. Es kehrt Vorsicht auf dem Arbeitsmarkt ein.

In der Industrie ist das Beschäftigungsbarometer erneut gesunken. Ein Anstieg der Beschäftigung ist dort gegenwärtig nicht zu erwarten. Auch bei den Dienstleistern erhielt die Bereitschaft, neues Personal einzustellen, einen Dämpfer. Da die Kaufzurückhaltung der Menschen dem Handel derzeit zu schaffen macht, haben die Unternehmen der Branche ihre Personalpläne revidiert: Im Einzelhandel ist mit Entlassungen zu rechnen. Nicht ganz so düster sieht es im Bauhauptgewerbe aus: Dort ist gegenwärtig zwar kein Beschäftigungsaufbau zu erwarten, aber auch kein Abbau.

Quelle: ifo Institut

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Beim Metaverse ist die deutsche Wirtschaft gespalten

Beim Metaverse zeigt sich die deutsche Wirtschaft gespalten, Skepsis und Aufgeschlossenheit halten sich die Waage. Rund jedes vierte Unternehmen steht dem Thema lt. Bitkom generell interessiert und aufgeschlossen gegenüber, ähnlich viele aber kritisch und ablehnend. 34 Prozent sind noch unentschieden.

Bitkom, Pressemitteilung vom 26.10.2022

  • 26 Prozent stehen dem Thema interessiert gegenüber, 29 Prozent ablehnend
  • 4 von 10 erwarten, dass Wettbewerber Angebote im Metaverse machen
  • Knapp jedes zweite Unternehmen plant innerhalb der nächsten fünf Jahre Investitionen ins Metaverse

Beim Metaverse zeigt sich die deutsche Wirtschaft gespalten, Skepsis und Aufgeschlossenheit halten sich die Waage. Rund jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) steht dem Thema generell interessiert und aufgeschlossen gegenüber, ähnlich viele (29 Prozent) aber kritisch und ablehnend. 34 Prozent sind noch unentschieden. Jedes Vierte (26 Prozent) sieht im Metaverse eine Chance für das eigene Unternehmen, jedes Fünfte (20 Prozent) ein Risiko. Ein Drittel (33 Prozent) geht davon aus, dass das Metaverse keinen Einfluss auf das eigene Unternehmen hat, 21 Prozent trauen sich noch keine Einschätzung zu. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Eine knappe Mehrheit (58 Prozent) ist allerdings der Meinung, das Metaverse werde das Internet deutlich verändern und biete eine Vielzahl neuer Geschäftsmöglichkeiten. 42 Prozent halten es aber für einen kurzfristigen Hype, der die Erwartungen nicht erfüllen und bald wieder verschwinden werde. „Das Metaverse setzt auf einer Vielzahl vergleichsweise junger Technologien auf, wie etwa der Blockchain oder auch Virtual Reality. In der Tech-Szene erwarten so Manche eine regelrechte Revolution des Internets. Ob sich dies bewahrheitet, ist derzeit völlig offen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Wichtig ist, dass die deutschen Unternehmen dieser Technologie offen gegenüberstehen und sehr aufmerksam beobachten, wie sie sich entwickelt und was sie ihnen bieten kann.“

Das Metaverse ist keine virtuelle Parallelwelt, sondern sowohl eine 3D-Erweiterung des Internets als auch eine virtuelle Erweiterung der realen Welt. Dabei existieren zahlreiche Verbindungen zwischen realer und virtueller Welt: mit echtem Geld werden virtuelle Güter gekauft, digitale Zwillinge und Avatare bilden reale Maschinen und Personen ab, digitale Informationen werden per Augmented Reality in unserem Sichtfeld angezeigt. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen dabei vom virtuellen Besuch von Konzerten oder den Einkaufsbummel durch rein digitale Shopping-Malls bis zu virtuellen Meetings von über Kontinenten verteilten Teams und zum digitalen Zwilling realer Fabriken, in dem Änderungen am Produktionsprozess getestet werden können. Bis zum Jahr 2030 prognostizieren verschiedene Beratungsunternehmen ein weltweites Marktvolumen von mehreren Hundert Milliarden Euro für Angebote rund um das Metaverse.

Die deutschen Unternehmen sehen eine Reihe von Vorteilen, die eine Nutzung des Metaverses bringen kann. Jedes Zweite (49 Prozent) hält eine bessere Zusammenarbeit innerhalb von Unternehmen für möglich, etwa über virtuelle Konferenzen. Mehr als jedes Dritte (37 Prozent) sagt, das Metaverse ermögliche, völlig neue Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Jeweils ein Fünftel erwartet einen Zugang zu völlig neuen Kundengruppen (22 Prozent) und völlig neue Arten, mit Kunden zu interagieren (21 Prozent). 15 Prozent gehen davon aus, dass sich bestehende Produkte und Dienstleistungen für das Metaverse anpassen lassen, und 11 Prozent nehmen an, dass das Metaverse Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil ermögliche. „Das Metaverse lässt sich unternehmensintern ebenso nutzen wie als Ort, um Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Vieles hängt davon ab, ob es den Anbietern von Metaverse-Lösungen gelingt, eine hohe Anzahl gewerblicher Nutzer von den Chancen zu überzeugen“, so Rohleder.

Für das eigene Unternehmen können sich die Befragten vor allem virtuelle Meetings zur unternehmensinternen Zusammenarbeit, virtuelle Unternehmensrepräsentanzen und Schulungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Metaverse (jeweils 44 Prozent) vorstellen. Aber auch Teambuilding-Events (41 Prozent), Produktpräsentationen (39 Prozent) und Produktverkäufe (35 Prozent) gelten als interessant. Mit etwas Abstand folgen die Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (28 Prozent), die Bereitstellung von Dienstleistungen (24 Prozent) und Marketing (22 Prozent). Kaum ein Unternehmen (2 Prozent) hält direkte Investitionen ins Metaverse wie etwa mit virtuellen Landkäufen für interessant. 4 von 10 Unternehmen (40 Prozent) können sich derzeit ganz grundsätzlich keine lohnende Aktivität im Metaverse vorstellen.

Allgemein gehen zwei Drittel (68 Prozent) der Unternehmen davon aus, dass das Metaverse noch weit entfernte Zukunftsmusik ist. Allerdings sagen auch 14 Prozent, dass das Metaverse das bisherige Geschäftsmodell bedroht. Und fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) sieht sogar die Existenz des gesamten Unternehmens durch das Metaverse bedroht. Und 4 von 10 (44 Prozent) rechnen damit, dass Wettbewerber das Metaverse nutzen werden. Ähnlich viele (40 Prozent) halten dies aber für ausgeschlossen.

In der deutschen Wirtschaft wird das Metaverse aktuell vor allem für die Freizeit- und Gaming-Branche als interessant eingeschätzt (65 Prozent). Eine Mehrheit hält es zudem jeweils für digitale Plattformen (56 Prozent), Endverbraucher (56 Prozent), die Aus- und Weiterbildung (54 Prozent), den Tourismus (52 Prozent) sowie die Mode-Branche (51 Prozent) für relevant. Dahinter folgen die Musikbranche (48 Prozent), Unternehmen, die sich direkt an Endverbraucher wenden (48 Prozent), das Gesundheitswesen (46 Prozent) sowie Unternehmen, die sich an Geschäftskunden richten (45 Prozent). 3 von 10 (31 Prozent) der Unternehmen sehen im Metaverse zudem eine Chance für die öffentliche Verwaltung. „Es gibt eigentlich keinen Bereich, in dem man sich die Nutzung von Metaverse-Anwendungen nicht vorstellen“, so Rohleder. „Dabei geht es längst nicht nur um Entertainment. Eine Fortbildung kann in der virtuellen Realität ebenso effektiv sein wie etwa die Konsultation eines Arztes.“

Die Unternehmen sehen eine Vielzahl von Herausforderungen rund um das Metaverse. So wird beklagt, dass die Technologie noch nicht ausgereift ist (76 Prozent) und es an Standardisierung von Metaverse-Anwendungen fehlt (48 Prozent). Aber auch der Nutzen wird allgemein noch in Frage gestellt. So fehlt es zwei Dritteln (66 Prozent) an praktischen Anwendungen, ähnlich viele (63 Prozent) wollen erst mal abwarten, was andere mit dem Metaverse machen. 39 Prozent sehen für das eigene Unternehmen grundsätzlich keinen Nutzen, und 16 Prozent haben ihre Investitionen in anderen Trendthemen gebunden. Aber auch die Regulierung in Deutschland blockiert den Weg ins Metaverse. 62 Prozent beklagen die Anforderungen an den Datenschutz, 46 Prozent sehen rechtliche Unsicherheiten im Metaverse, und 29 Prozent sorgen sich um Anforderungen an die IT-Sicherheit. Unternehmensinterne Hemmschuhe sind derzeit fehlendes Know-how (62 Prozent) und fehlendes qualifiziertes Personal (35 Prozent), aber auch unzureichende Budgets (23 Prozent). 15 Prozent fehlt es an der Zeit, sich mit dem Metaverse zu beschäftigen. „Damit das Metaverse ein Erfolg wird, braucht es dringend Standards und Interoperabilität. Die wenigsten Unternehmen werden Zeit und Geld in die Hand nehmen, um bei einer Metaverse-Lösung dabei zu sein, wenn sie Gefahr laufen, auf das falsche Pferd zu setzen“, sagt Rohleder.

Die aktuelle Unsicherheit hat Folgen: 47 Prozent haben sich inhaltlich noch nicht tiefer mit dem Metaverse beschäftigt und haben das auch nicht vor. Ein Viertel (27 Prozent) hat sich zwar noch nicht damit beschäftigt, kann sich das aber zumindest für die Zukunft vorstellen, und 12 Prozent haben es sogar fest vor. Erst 4 Prozent der Unternehmen haben sich weniger, 2 Prozent sehr intensiv mit dem Metaverse auseinandergesetzt. „Einfach irgendwie im Metaverse dabei sein zu wollen, ist sicher keine geeignete Strategie. Im Moment geht es vor allem darum, die kommenden Entwicklungen sehr aufmerksam zu verfolgen und frühzeitig fürs eigene Unternehmen nutzbar zu machen“, so Rohleder.

Rund die Hälfte der Unternehmen (45 Prozent) plant Investitionen rund um das Metaverse. 2 Prozent wollen noch in diesem Jahr investieren, 8 Prozent haben das für das kommende Jahr vorgesehen. Und 41 Prozent sind überzeugt, 2024 oder in den nächsten fünf Jahren entsprechende Investitionen zu tätigen.

Den Weg ins Metaverse erleichtern würden der deutschen Wirtschaft vor allem bessere Informationen über marktfähige Metaverse-Anwendungen (66 Prozent). Aber auch die finanzielle Förderung von Metaverse-Projekten in Unternehmen (52 Prozent) und Hilfestellung bei der rechtlichen Beurteilung des Einsatzes (48 Prozent) stehen auf der Wunschliste. Jeweils 45 Prozent würde eine bessere Verfügbarkeit von Fachkräften und der Ausbau von Forschungsaktivitäten an Hochschulen helfen, 43 Prozent haben Interesse an Roadshows und Konferenzen, die konkrete Anwendungen zeigen, 41 Prozent am Austausch mit Unternehmen, die beim Thema bereits weiter sind. Jeweils einem Viertel würden der Austausch mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen (27 Prozent) sowie eine externe Bewertung der Qualität von Metaverse-Anwendungen (26 Prozent) helfen.

Aktuell droht Deutschland nach Einschätzung der Unternehmen beim noch jungen Thema Metaverse international abgehängt zu werden. Praktisch kein Unternehmen hält Deutschland beim Metaverse für weltweit führend (0 Prozent) oder in der Spitzengruppe (0 Prozent). Nur 4 Prozent verorten Deutschland im Mittelfeld, aber 30 Prozent unter den Nachzüglern, und 56 Prozent halten Deutschland bereits für abgeschlagen. 11 Prozent trauen sich keine Einschätzung zu. Rohleder: „Das Metaverse kann sich zu einem technologischen Megatrend entwickeln. Wir dürfen hier nicht an der Seitenlinie stehen und zuschauen, was unsere Wettbewerber tun. Gerade in dieser Frühphase ist der Gestaltungsspielraum besonders groß. Ihn müssen wir nutzen.“

Bitkom hat das Metaverse Forum gestartet, um Akteure des Metaverse zusammenzubringen, aktuelle Entwicklungen rund um das Thema zu diskutieren und das Metaverse gemeinsam voranzutreiben und zu gestalten. (…)

Quelle: Bitkom

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Eurobarometer-Umfrage: Deutsche unterstützen Wettbewerb für mehr Innovation und niedrigere Preise

Europäer schätzen den Wettbewerb zwischen kleinen- und mittelständischen Unternehmen als sehr wichtig ein. Das zeigt eine Eurobarometer-Umfrage.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 25.10.2022

Die Europäerinnen und Europäer schätzen den Wettbewerb zwischen kleinen- und mittelständischen Unternehmen (KMU) als sehr wichtig ein. Das zeigt eine Eurobarometer-Umfrage, bei der Bürgerinnen und Bürger und KMUs befragt wurden. 82 Prozent der Europäerinnen sind der Ansicht, dass Innovation durch funktionierenden Wettbewerb gesteigert wird. In Deutschland sind es 78 Prozent. Über 70 Prozent der Deutschen und Europäer sind der Meinung, dass Wettbewerb zu besseren Preise und mehr Angebot führt. Die breite Mehrheit unterstützt daher politische Maßnahmen, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission Margrethe Vestager sagte: „Die Ergebnisse der Umfrage sind klar: Wettbewerb verbessert das tägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger und der Unternehmen, führt zu besseren Preisen, mehr Auswahl und mehr Innovation. Diese Unterstützung ist in der gesamten EU einheitlich, und es wird daran erinnert, dass ein fairer Wettbewerb so wichtig ist wie eh und je.“

Die überwiegende Mehrheit der Befragten unterstützt verschiedene Maßnahmen für einen besseren Wettbewerb. Sie sind der Ansicht, dass der Wettbewerb eine Schlüsselrolle dabei spielt, Kartelle zu bekämpfen und Marktteilnehmer daran zu hindern, ihre Marktmacht zu missbrauchen.

Die Mehrheit der Befragten erkennt die Wettbewerbspolitik der EU und ihre Durchsetzung an. Beispielsweise stimmen 66 Prozent der KMU darin überein, dass das Gesetz über digitale Märkte eine Lösung für bestehende Probleme sein kann. Das Gesetz tritt am 1. November 2022 in Kraft.

Quelle: EU-Kommission

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ifo Exporterwartungen gestiegen (Oktober 2022)

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich leicht verbessert. Die ifo Exporterwartungen sind im Oktober auf minus 5,3 Punkte gestiegen, von minus 6,0 Punkten im September. Die Lage für die exportierenden Unternehmen bleibt aber schwierig.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.10.2022

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich leicht verbessert. Die ifo Exporterwartungen sind im Oktober auf minus 5,3 Punkte gestiegen, von minus 6,0 Punkten im September. Die Lage für die exportierenden Unternehmen bleibt aber schwierig. Die hohe Unsicherheit löst Zurückhaltung bei Neuaufträgen aus dem Ausland aus.

Deutliche Zuwächse erwarten gegenwärtig nur die Getränkeindustrie sowie die Hersteller von elektronischen Einrichtungen. Dagegen haben die Autobauer einen deutlichen Dämpfer erhalten. Nach zuletzt optimistischen Aussichten erwarten sie nun keine Zuwächse im Auslandsgeschäft. Weiterhin schwierig bleibt die Lage für energieintensive Bereiche wie die Chemie, Glaswaren und Metallerzeugung. Aber auch die Exporteure von Nahrungsmitteln gehen von einem Rückgang der Exporte aus.

Quelle: ifo Institut

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ifo Geschäftsklima weiter schlecht (Oktober 2022)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt düster. Der ifo Geschäftsklimaindex ist geringfügig gesunken, von 84,4 Punkten im September auf 84,3 Punkte im Oktober. Die Unternehmen waren mit ihren laufenden Geschäften weniger zufrieden.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.10.2022

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt düster. Der ifo Geschäftsklimaindex ist geringfügig gesunken, von 84,4 Punkten im September auf 84,3 Punkte im Oktober. Die Unternehmen waren mit ihren laufenden Geschäften weniger zufrieden. Der Ausblick besserte sich hingegen. Trotzdem blicken die Unternehmen sorgenvoll auf die nächsten Monate. Die deutsche Wirtschaft steht vor einem schweren Winter.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index erneut gefallen. Dies war auf pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Sie schätzten die aktuelle Lage hingegen etwas besser ein. Die Auftragsbücher sind weiterhin voll, jedoch kommen immer weniger neue Aufträge hinzu. Die Kapazitätsauslastung sank von 85,3 auf 84,6 Prozent. Sie liegt damit aber weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt von 83,6 Prozent.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima nach dem Absturz im Vormonat leicht erholt. Die Dienstleister waren weniger pessimistisch mit Blick auf die kommenden Monate. Allerdings beurteilten sie die laufenden Geschäfte etwas schlechter.

Im Handel ist der Index gestiegen. Dies war auf leicht bessere Einschätzungen zur aktuellen Lage zurückzuführen. Die Erwartungen bleiben jedoch äußerst düster, insbesondere im Einzelhandel.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima erneut verschlechtert. Der Indikator der Geschäftslage fiel auf den niedrigsten Stand seit Januar 2016. Auch der Ausblick trübte sich weiter ein. Der Auftragsbestand war rückläufig.

Quelle: ifo Institut

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Kreditbeschaffung für Unternehmen wird schwieriger

Für Unternehmen wird es schwieriger, an neue Kredite zu kommen. Aktuell berichten 24,3 Prozent jener Unternehmen, die gegenwärtig Verhandlungen führen, von Zurückhaltung bei den Banken. Dies ist der höchste Wert seit 2017. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.10.2022

Für Unternehmen wird es schwieriger, an neue Kredite zu kommen. Aktuell berichten 24,3 Prozent jener Unternehmen, die gegenwärtig Verhandlungen führen, von Zurückhaltung bei den Banken. Dies ist der höchste Wert seit 2017. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. „Die aktuell ungünstige wirtschaftliche Entwicklung lässt die Banken vorsichtiger werden“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. „Für manche Unternehmen könnte das wirtschaftliche Überleben ohne neue Kredite schwierig werden.“

Bei den Dienstleistern sind es sogar 28,8 Prozent der kreditsuchenden Firmen, die von Zurückhaltung der Banken berichten. Im Handel waren es hingegen nur knapp 15 Prozent.

Am stärksten betroffen sind die Kleinstunternehmen und Soloselbstständigen. Hier berichtete rund jede zweite Firma, dass es schwierig ist, an Kredite zu kommen. „Für Kleinstunternehmen sind andere Finanzierungsformen wie Anleihen kaum nutzbar. Sie sind deshalb oft auf Bankkredite angewiesen“, sagt Wohlrabe.

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KfW-Mittelstandspanel 2021: Kaum Zeit zum Luftholen

Der Mittelstand hat allen Corona-Sorgen zum Trotz mit 2021 ein sehr gutes Jahr hinter sich. Doch Zeit zum Luftholen bleibt den Unternehmen kaum. Zwar treten die Pandemielasten in den Hintergrund, doch dafür setzt der Ukraine-Krieg und seine Folgen – allen voran die Energiekrise – den Unternehmen zu. Das zeigt das KfW-Mittelstandspanel 2022.

KfW, Pressemitteilung vom 20.10.2022

  • Mittelstand macht 2021 Einschnitte des Coronajahres weitgehend wieder wett
  • Umsätze, Beschäftigung und Profitabilität steigen, Eigenkapitalquoten erholen sich 2021 deutlich
  • Krieg und Energiekrise sorgen für große Unsicherheit im laufenden Jahr
  • Mehrheit des Mittelstands hält gestiegene Energiekosten für tragbar

Der Mittelstand hat allen Corona-Sorgen zum Trotz mit 2021 ein sehr gutes Jahr hinter sich. Doch Zeit zum Luftholen bleibt den Unternehmen kaum. Zwar treten die Pandemielasten in den Hintergrund, doch dafür setzt der Ukraine-Krieg und seine Folgen – allen voran die Energiekrise – den Unternehmen zu. Das zeigt das KfW-Mittelstandspanel 2022, das ein repräsentatives und detailliertes Lagebild sowohl zur gegenwärtigen Situation als auch zur Entwicklung der mittelständischen Unternehmen im abgelaufenen Jahr gibt.

„Das wirtschaftliche Umfeld ist gegenwärtig wegen einer Vielzahl gleichzeitig wirkender Schocks extrem herausfordernd. Der enormen Unsicherheit über den Fortgang und die Begleiterscheinungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine und der dadurch ausgelösten Energiekrise begegnet der Mittelstand jedoch auf einem in der Breite soliden Fundament“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Unsere Befragungen zeigen: Derzeit geht eine knappe Mehrheit des Mittelstands davon aus, die aktuell hohen Energiepreise auch langfristig tragen zu können. Doch die vollen Preiseffekte werden erst noch durchschlagen und schon jetzt ist ein Teil der Unternehmen finanziell überfordert. Dazu gesellen sich Sorgen über einen neuerlichen Pandemieherbst, allgemein gedämpfte Wachstumsperspektiven, eine anhaltend hohe Inflation, steigende Zinsen und andauernde Lieferengpässe. Nach einem sehr guten Jahr 2021 zeichnet sich für das laufende Jahr das Platzen von Investitionsplänen, Druck auf die Eigenkapitalquoten und ein erschwerter Kreditzugang ab.“

2021 stiegen laut KfW-Mittelstandspanel Umsätze und Beschäftigung im Mittelstand scheinbar unbeeindruckt von der noch anhaltenden COVID-19-Pandemie auf das Niveau von 2019. Der Jobmotor Mittelstand läuft mit 32,3 Mio. Erwerbstätigen rund. Mehr noch: Die Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen für die Gesamtbeschäftigung erreicht mit 71,9 % einen Höchststand. Auch die heftigen Umsatzverluste des ersten Pandemiejahres wurden 2021 mit einem Plus von 242 Mrd. auf 4.580 Mrd. Euro weitgehend wettgemacht. Die mittelständischen Neuinvestitionen stiegen um ca. 10 Mrd. Euro bzw. 6 % auf rund 183 Mrd. Euro.

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels sind

  • Die gestiegenen Umsätze bescheren den mittelständischen Unternehmen ebenso gute Gewinne, die durchschnittliche Umsatzrendite im Mittelstand nahm 2021 wieder leicht von 7,3 auf 7,4 % zu.
  • Die Eigenkapitalquote erholt sich überraschend schnell und deutlich und erreicht fast das Vorkrisenniveau (mittlere Eigenkapitalquote von 31,4 %, 2020: 30,1 %).
  • Nach dem Wegfall des hohen Anpassungsdrucks des ersten Pandemiejahres kehrt die Investitionsneigung im Mittelstand auf das vorherige, sehr niedrige, Niveau zurück. Nur 38% der Unternehmen nahmen Investitionen vor.
    Die Kreditfinanzierung von Investitionen macht einen kleinen Sprung (+13 %). Für 2022 zeichnet sich eine Schärfung der Finanzierungsbedingungen ab. Durch die geldpolitische Straffung (Zinswende) verteuern sich Bankkredite und Banken werden bei der Kreditvergabe vorsichtiger.
  • Seit Kriegsbeginn in diesem Frühjahr hat sich die Stimmung in den Unternehmen erheblich eingetrübt. Dabei sind die stark gestiegenen Energiepreise für die kleinen und mittleren Unternehmen der Unsicherheitsfaktor Nummer 1. Im einer Nachbefragung zum KfW Mittelstandspanel aus dem September 2022 nennen 62 % der Mittelständler dies als Belastung für ihr Unternehmen.

Energiekosten auf sehr hohem Niveau dürften für einen längeren Zeitraum wahrscheinlich sein – daher mag es überraschen, dass die knappe Mehrheit der Mittelständler (53 % im September 2022) angibt, damit auch langfristig zurande zu kommen. Bei weiteren rund 13 % aller Mittelständler fallen die Energiekosten kaum ins Gewicht, die Frage nach der Tragbarkeit stellt sich für diese Unternehmen bislang nicht. Für ebenfalls rund 13 % aller Mittelständler sind die hohen Energiekosten dagegen eine erhebliche Mehrbelastung, die sie auf die Dauer finanziell überfordern würden.

„Vor allem für energieintensive Unternehmen des mittelständischen Verarbeitenden Gewerbes ist die Belastung hoch“, betont Köhler-Geib. Hier machen sich Preissteigerungen auch viel stärker bemerkbar. Damit ist speziell ein Teilsegment des Mittelstands von den aktuellen Entwicklungen betroffen, dessen gesamtwirtschaftliches Gewicht mit Blick auf Beschäftigung, Umsätze oder Investitionen beträchtlich über ihrem reinen Anteil an der Anzahl der Unternehmen liegt. Wenn eine Vielzahl gerade dieser Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geriete, wären die Auswirkungen entsprechend überproportional. Eine Entlastung der von den hohen Energiepreisen besonders betroffenen Unternehmen ist daher notwendig, um die Wirtschaft insgesamt zu stabilisieren, allerdings kombiniert mit Anreizen für die Transformation zur Klimaneutralität.“

Die aktuell hohe Unsicherheit und Sorge vor einem wirtschaftlichen Abschwung sorgen dafür, dass die unterjährige Anpassung von zu Jahresbeginn geplanten Investitionsvorhaben im Mittelstand im laufenden Jahr sogar die im ersten Corona-Jahr und in den Krisenjahren 2008/2009 übertrifft: Nur noch knapp die Hälfte der Mittelständler gibt Anfang September an, dieses Jahr alle Vorhaben wie geplant umzusetzen, und 18 % der Firmen wollen sogar alle Vorhaben aufgeben – beides Rekordwerte. Für Gesamtjahr 2022 ist davon auszugehen, dass 59 Mrd. Euro an Investitionen, die ursprünglich geplant waren, nicht mehr umgesetzt werden. Zum Vergleich: In einem „normalen“ Jahr ist mit etwas über 40 Mrd. Euro an Planrevisionen zu rechnen.

Quelle: KfW

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Glasbranche sieht düstere Zukunft

Die Geschäftserwartungen der Produzenten von Glas, Keramik, Steinen und Erden sind auf den schlechtesten Stand seit 1991 gesunken. Die ifo-Umfrage ermittelte im September für diese energieintensive Sparte einen Wert von minus 62 Punkten.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 20.10.2022

Die Geschäftserwartungen der Produzenten von Glas, Keramik, Steinen und Erden sind auf den schlechtesten Stand seit 1991 gesunken. Die ifo-Umfrage ermittelte im September für diese energieintensive Sparte einen Wert von minus 62 Punkten. „Die getrübte Stimmung im Bau, sehr hohe Energiepreise und die Unsicherheit über die weitere Gasversorgung lassen die Branche so pessimistisch wie noch nie in die Zukunft blicken“, sagt ifo-Branchenexperte Nicolas Bunde.

Die Produktionspläne fuhren die Firmen ebenfalls zurück. Sie sanken auf minus 16,8 Punkte, nach minus 9,9 Punkten im August. Die Branche hat in der Industrie einen der höchsten Anteile der Energiekosten am Produktionswert. Im Gegensatz dazu bewerteten die Firmen die gegenwärtige Geschäftslage im September mit plus 28 Punkten noch überwiegend positiv. „Hierbei dürfte der hohe Auftragsbestand eine Rolle spielen, der mit einer Reichweite von 3,3 Monaten weiter über dem langjährigen Durchschnitt liegt“, sagt Bunde.

Quelle: ifo Institut

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Exporte in Nicht-EU-Staaten im September 2022: voraussichtlich +0,8 % zum August 2022

Im September 2022 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber August 2022 um 0,8 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, wurden im September 2022 Waren im Wert von 61,7 Mrd. Euro exportiert.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.10.2022

Exporte in Drittstaaten (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), September 2022

  • 61,7 Milliarden Euro
  • +0,8 % zum Vormonat
  • +20,4 % zum Vorjahresmonat

Exporte in Drittstaaten (Originalwerte Warenausfuhren), September 2022

  • 64,3 Milliarden Euro
  • +20,4 % zum Vorjahresmonat

Im September 2022 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber August 2022 kalender- und saisonbereinigt um 0,8 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, wurden im September 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 61,7 Milliarden Euro exportiert.

Nicht kalender- und saisonbereinigt wurden im September 2022 nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 64,3 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2021 stiegen die Exporte um 20,4 %. Dieser wertmäßige Anstieg ist auch vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Außenhandelspreise zu sehen.

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren auch im September 2022 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 15,4 Milliarden Euro exportiert. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber September 2021 um 43,7 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 9,2 Milliarden Euro exportiert, das waren 8,5 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen im Vorjahresvergleich um 14,3 % auf 6,4 Milliarden Euro.

Exporte nach Russland gegenüber dem Vorjahresmonat um 50,6 % gesunken

Die deutschen Exporte in die Russische Föderation sanken im September 2022 gegenüber September 2021 infolge des Kriegs in der Ukraine und der gegen Russland getroffenen Sanktionen um 50,6 % auf 1,1 Milliarden Euro. Im September 2022 lag Russland damit auf Rang 12 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte außerhalb der EU. Im Februar 2022, vor dem Angriff auf die Ukraine, hatte Russland noch Rang 5 belegt.

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In der Logistik werden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine werden in der Logistik lt. Bitkom zusätzliche Maßnahmen zum Schutz gegen Cyberkriminelle ergriffen: Jedes zweite Logistikunternehmen in Deutschland hat aus diesem Anlass seine IT-Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

Bitkom, Pressemitteilung vom 19.10.2022

  • Jeder zweite Logistiker fährt aufgrund des russischen Angriffskriegs die IT-Sicherheit hoch
  • In drei von fünf Logistikunternehmen fehlen allerdings IT-Fachkräfte

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine werden in der Logistik zusätzliche Maßnahmen zum Schutz gegen Cyberkriminelle ergriffen: Jedes zweite Logistikunternehmen in Deutschland (51 Prozent) hat aus diesem Anlass seine IT-Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Das Management der IT-Sicherheit wird in den meisten Unternehmen entsprechend hoch angesiedelt: In fast neun von zehn Unternehmen (88 Prozent) ist der Bereich IT-Sicherheit auf Vorstands- bzw. Geschäftsführungsebene verankert. Acht von zehn (80 Prozent) geben an, hohe IT-Sicherheitsstandards zu pflegen, und sieben von zehn (69 Prozent) schulen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig zu diesem Thema. 63 Prozent führen regelmäßige Sicherheitsaudits durch. Das zeigt eine repräsentative Befragung von mehr als 400 Logistikunternehmen in Deutschland, die vom Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben wurde. „Logistikunternehmen werden vermehrt zum Ziel von Cyberangriffen. Die Unternehmen ziehen ihre Sicherheitsmaßnahmen hoch – und das ist richtig so“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die größte Schwachstelle ist der Mensch. Beschäftigte müssen entsprechend regelmäßig für Sicherheitsrisiken sensibilisiert werden, und sie brauchen Instrumente, um sich und ihr Unternehmen schützen zu können.“ Generell stellt die IT- und Datensicherheit sieben von zehn Logistikern (70 Prozent) bei der Digitalisierung vor Probleme.

Fachkräftemangel bremst die Digitalisierung

Allerdings bremst der Mangel an Fachkräften diese Bemühungen um mehr Cybersicherheit wie auch die Digitalisierung der Logistik insgesamt. So sehen neun von zehn Logistikunternehmen in Deutschland (89 Prozent) den Fachkräftemangel bzw. Mangel an Know-how als größtes Hemmnis beim Einsatz digitaler Anwendungen in der Logistik. In drei von fünf Unternehmen (62 Prozent) fehlen derzeit IT-Fachkräfte und 87 Prozent beklagen einen Mangel an Digitalkompetenz in der Belegschaft. „Die Digitalisierung ist zukunftsentscheidend für eine Branche, die uns alle mit den wichtigsten Dingen im Alltag versorgt“, so Rohleder. „Damit digitale Technologien schneller und umfassender zum Einsatz kommen können, braucht es eine systematische Stärkung und gezielte Investitionen in digitales Know-how.“ 64 Prozent der Logistikunternehmen fördern bereits gezielt die digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine Unternehmenskultur, die der Digitalisierung offen und positiv gegenübersteht, wird in acht von zehn Unternehmen (79 Prozent) gezielt gefördert. Sieben von zehn Unternehmen (71 Prozent) schätzen, dass sie im Jahr 2030 noch mehr IT-Fachkräfte benötigen werden als heute. Ein Fünftel (20 Prozent) geht davon aus, dass der Bedarf sich nicht verändern wird. Nur sieben Prozent meinen, dass sie zukünftig weniger IT-Fachkräfte benötigen werden. Neben IT-Fachkräften fehlen in der Logistik insbesondere Fahrende oder Zustellende (85 Prozent). Aber auch Disponenten (59 Prozent) und Lagerfachkräfte (55 Prozent) werden gesucht. Vertriebs- (36 Prozent) und Verwaltungsfachkräfte (32 Prozent) fehlen weniger, werden aber noch in circa jedem dritten Unternehmen gesucht.

Neben dem Fachkräftemangel hemmen Schwierigkeiten beim Umgang mit Daten den Digitalisierungsfortschritt in der Logistik. So wird die Sorge um den Verlust der eigenen Datenhoheit (52 Prozent) als großes Hemmnis für die Digitalisierung in der Logistik betrachtet. Zudem klagen 56 Prozent über die Vorschriften zum Datenschutz und 46 Prozent sehen ein Hemmnis in der unzureichenden Datenverfügbarkeit.

Neun von zehn Logistikunternehmen sehen Digitalisierung als Chance

In der Logistik können digitale Technologien eine Vielzahl an Vorteilen entwickeln. Vier von fünf Unternehmen (81 Prozent) sehen in der Digitalisierung Verbesserungen beim Endkunden-Service und knapp zwei Drittel (64 Prozent) eine bessere Kommunikation mit Geschäftspartnern oder Kunden. Digitalisierung schaffe zudem eine höhere Transparenz in der Lieferkette (61 Prozent), verringere die Umweltbelastung (55 Prozent) und verbessere die Versorgung im ländlichen Raum (37 Prozent). Ein weiterer Vorteil sind Effizienzgewinne: So beschleunige Digitalisierung Prozesse und spare Zeit (84 Prozent) und Kosten (60 Prozent), senke die Fehler- und Ausfallanfälligkeit (44 Prozent) und sorge für einen geringeren Bedarf an den ohnehin knappen Arbeitskräften (30 Prozent).

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in der Logistik einen höheren Stellenwert erhalten: In zwei Dritteln der Unternehmen (67 Prozent) hat sie an Bedeutung gewonnen. Dabei haben einerseits digitale Technologien geholfen, die Pandemie zu bewältigen (55 Prozent), andererseits hat Corona überfällige Digitalisierungsvorhaben angeschoben (55 Prozent). In nur jedem achten Unternehmen (12 Prozent) wurden Digitalisierungsprojekte auf Eis gelegt. Zudem geben 55 Prozent an, dass digitale Technologien ihre Lieferketten krisenfester machen. Knapp die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent) hat infolge der Digitalisierung neue Kunden gewonnen. Fast genauso viele schätzen, dass ihr Umsatz langfristig stark wachsen wird (46 Prozent). Generell sehen neun von zehn Logistikunternehmen (88 Prozent) die Digitalisierung als Chance für ihr Unternehmen. Nur sieben Prozent sehen ein Risiko im digitalen Wandel und drei Prozent sind der Meinung, dass die Digitalisierung keinen Einfluss auf ihr Unternehmen hat.

64 Prozent der Unternehmen sind dank digitaler Technologien nachhaltiger

Digitalisierung ist ein wichtiger Hebel für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Logistik. So sagen fast zwei von drei Unternehmen (64 Prozent), dass ihnen digitale Technologien helfen, die Logistik nachhaltiger zu gestalten. Über die Hälfte (52 Prozent) setzt digitale Technologien ein, um Leerfahrten zu reduzieren, weitere 30 Prozent planen dies oder diskutieren darüber. Ähnlich viele optimieren digital ihre Routenplanung (48 Prozent) oder beschäftigen sich damit (32 Prozent). Weiterhin setzt jeweils ein Viertel nachhaltige Transportmöglichkeiten ein (25 Prozent) oder nutzt emissionsfreie Kraftstoffe bzw. emissionsfreie Antriebe von Fahrzeugen (24 Prozent). Auch beim Energieverbrauch achten viele Logistiker auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Vier von zehn Unternehmen (42 Prozent) setzen bereits digitale Gebäudetechnologien zur Energieeinsparung ein, weitere 36 Prozent beschäftigen sich mit dem Thema. Ein Drittel (34 Prozent) gibt an, überwiegend Ökostrom zu nutzen – 39 Prozent planen dies oder diskutieren darüber. Jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) misst digital seine CO2-Emissionen, jedes fünfte (20 Prozent) kompensiert den eigenen CO2-Ausstoß.

In mehr als der Hälfte der Unternehmen (57 Prozent) sind die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Unternehmensstrategie verankert. In 51 Prozent der Unternehmen gibt es für diese Themen feste Verantwortlichkeiten. In Zukunft könnte ihre Bedeutung weiter steigen. So planen drei von fünf Unternehmen (62 Prozent), sich in den kommenden zwölf Monaten stärker um Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu kümmern. „Die Logistikbranche hat erkannt, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz einige der drängendsten Themen unserer Zeit sind und handelt richtig und konsequent“, kommentiert Rohleder. „Die konkrete Umsetzung der Maßnahmen zum Klimaschutz hängt auch für diese Branche unmittelbar mit der Digitalisierung zusammen. Diese beiden Handlungsfelder müssen zusammen gedacht und zusammen angegangen werden.“

Zukunft der Logistik: Drohnen und autonome Fahrzeuge

Die Zukunft der Logistik wird aus Sicht der Unternehmen auch von autonomen Fahrzeugen und Drohnen geprägt. So kann sich jedes dritte Logistikunternehmen (33 Prozent) vorstellen, dass im Jahr 2030 Waren mit Drohnen bis zum Endkunden bzw. zur Endkundin transportiert werden. Lieferungen zwischen Unternehmen mit autonomen Transportmitteln auf Straße, Schiene, Wasser oder in der Luft sind ebenfalls für zwei von fünf Unternehmen (39 Prozent) ein wahrscheinliches Zukunftsszenario. Des Weiteren geht über die Hälfte der Unternehmen (57 Prozent) davon aus, dass der Kombinierte Verkehr im Jahr 2030 weit verbreitet sein wird – Waren also innerhalb einer Transportkette auf verschiedenen Verkehrsträgern befördert werden. Zwei von fünf Unternehmen (39 Prozent) rechnen damit, dass zukünftig dank digitaler Technologien viele Güter mit Personen zusammen in einem Fahrzeug transportiert werden, etwa in Fernreisebussen oder Taxis. Rohleder: „Die Logistik muss und will nachhaltiger werden, gleichzeitig leidet sie massiv unter Fachkräftemangel. Mit digitalen Technologien steuern die Unternehmen in der Logistik gegen und gewinnen so gleichzeitig an Wettbewerbsfähigkeit.“

Quelle: Bitkom

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