Unternehmen wollen Preise erhöhen

Unternehmen in Deutschland planen ihre Preise weiter anzuheben. Ihre Preiserwartungen für die nächsten drei Monate stiegen laut einer aktuellen Befragung des ifo Instituts im Januar auf 46 Punkte, einen neuen Höchststand.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 07.02.2022

Unternehmen in Deutschland planen ihre Preise weiter anzuheben. Ihre Preiserwartungen für die nächsten drei Monate stiegen laut einer aktuellen Befragung des ifo Instituts im Januar auf 46 Punkte, einen neuen Höchststand. Im Dezember hatten sie bei 44,7 (saisonbereinigt korrigiert) Punkten, im November bei 45 (ebenfalls saisonbereinigt korrigiert) gelegen. „Die Unternehmen geben die gestiegenen Kosten für Energie sowie bei der Beschaffung von Vorprodukten und Handelswaren an ihre Kunden weiter. Das wird bis auf die Verbraucherpreise durchschlagen“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo Konjunkturprognosen.

„Die monatlichen Inflationsraten werden daher noch eine Zeitlang über 4 Prozent liegen. Für das Jahr 2022 haben wir deshalb unsere Inflationsprognose auf 4 Prozent angehoben. Im Dezember waren wir noch von einem Anstieg der Lebenshaltungskosten um 3,3 Prozent ausgegangen“, ergänzt Wollmershäuser. Die sehr hohen Umfragewerte ziehen sich durch alle Wirtschaftszweige. Besonders hoch lagen sie im Großhandel mit 60,3 Punkten, gefolgt vom Einzelhandel (57,7) und der Industrie (55,6). Einen neuen Höchststand erreichten die Dienstleister mit 41,9. Das Baugewerbe lag bei 41,5.

Diese Saldenwerte bei den Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen. Abgezogen wird der Prozentwert derer, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei plus 100 Punkten. Würde alle ihre Preise senken wollen, läge er bei minus 100. Neutrale Antworten bleiben unberücksichtigt. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

Quelle: ifo Institut

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember 2021

Wie das BMWK mitteilte, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,3 % leicht gesunken.

BMWK, Pressemitteilung vom 07.02.2022

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes1 ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,3 % leicht gesunken.2 Der Index wurde allerdings durch einen kräftigen Rückgang im Baugewerbe (-7,3 %) maßgeblich beeinflusst. Die Industrie erhöhte ihren Ausstoß demgegenüber um 1,2 %.

Der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile verzeichnete ein starkes Plus von 12,1 %, wohingegen der Maschinenbau mit einem Rückgang von 3,7 % dämpfend wirkte. Beide Branchen bewegten sich durch anhaltende Knappheiten, insbesondere bei Halbleitern, weiterhin unter ihren Vorkrisenniveaus.

Vor allem über die Sommermonate des vergangenen Jahres hinweg wurde die Industrieproduktion durch Lieferengpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern und Rohstoffen gebremst. Allerdings ist durch die dritte Aufwärtsbewegung in Folge eine positive Entwicklung sichtbar. Trotz der schwachen Ergebnisse des Baugewerbes stabilisiert sich die Gesamtproduktion.

Stimmungsindikatoren am aktuellen Rand indizieren eine allmähliche Auflösung der Lieferengpässe. In Kombination mit dem hohen Auftragsbestand der Unternehmen deutet dies eine dynamische Entwicklung der Industriekonjunktur in den kommenden Monaten an.

Fußnote

[1] Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 7. Februar 2022

[2] Alle Angaben basieren auf vorläufigen Daten und sind preis-, kalender- und saisonbereinigt (Verfahren X13 JDemetra+).

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Mit Teilqualifikationen Beschäftigte zu Fachkräften weiterentwickeln

Was tun, wenn Unternehmen offene Stellen nicht besetzen können, weil auf dem Arbeitsmarkt keine passenden Fachleute zu finden sind? Eine der Möglichkeiten ist es lt. DIHK, das berufliche Potenzial weniger qualifizierter Mitarbeitender besser zu nutzen. Für diese Beschäftigten kann der schrittweise, auch berufsbegleitende, Erwerb von Teilqualifikationen ein passender Weg sein, um noch einen Berufsabschluss zu erwerben. Auch der Arbeitgeber profitiert – denn Teilqualifikationen können eine der Antwort auf ständig steigende betriebliche Anforderungen sein.

DIHK, Mitteilung vom 03.02.2022

Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ist in den Betrieben größer denn je. Für Herausforderungen wie Digitalisierung und Transformation in der Arbeitswelt brauchen die Unternehmen vor allem gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind ein Schlüssel, um diese Aufgaben zu meistern.

Die duale Erstausbildung sowie berufliche Weiterbildung bleiben für Unternehmen weiterhin zentrale Instrumente der Fachkräftegewinnung. Doch auch das berufliche Potenzial der weniger Qualifizierten, häufig ohne Berufsabschluss, sollte nicht unterschätzt werden. Zu dieser Zielgruppe zählen auch viele Beschäftigte in den Betrieben. Für sie kann der schrittweise, auch beschäftigungsbegleitende, Erwerb von Teilqualifikationen (TQ) ein passender Qualifizierungsweg sein, um noch einen Berufsabschluss zu erwerben und eine Perspektive auf eine qualifizierte Beschäftigung zu ermöglichen. Bei den TQ-Modellen spielen Betriebe eine wichtige Rolle, sie können selbst profitieren – und ihre Position mit der Entwicklung von Fachkräften stärken.

Win-win-Situation für Erwachsene und Betriebe

Teilqualifikationen sind aus staatlich anerkannten Ausbildungsberufen abgeleitet. Sie richten sich an an- und ungelernte Menschen über 25 Jahren, für die jedoch eine normale Berufsausbildung nicht (mehr) in Frage kommt. Dazu zählen vor allem Erwachsene ohne Berufsabschluss oder mit einem „veralteten“ Beruf, aber mit durchaus viel beruflicher Praxis. Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen sowie Menschen mit Migrations- beziehungsweise Fluchthintergrund können diesen Weg ebenfalls wählen.

Und Teilqualifikationen nützen auch den Unternehmen, denn sie sind eine Antwort auf veränderte Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten. Und sie ermöglichen es, über berufsspezifische Weiterbildung schrittweise passgenaue Fachkräfte aus den eigenen Reihen zu gewinnen. Dies gilt besonders dann, wenn über diesen Weg der Nachqualifizierung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter letztlich einen Berufsabschluss erwerben, der beiden – Betrieben und Mitarbeitenden – eine Perspektive auf eine qualifizierte und längerfristige Beschäftigung eröffnet.

Wie funktioniert die Qualifizierung?

Die Qualifizierung einer TQ dauert in der Regel vier bis sechs Monate. Ein auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer passendes Konzept wird von einem Bildungsdienstleister, gegebenenfalls gemeinsam mit einem Unternehmen, erstellt. Die finanzielle Förderung wird mit den regionalen Arbeitsagenturen ausgelotet.

Die Teilnehmenden schließen jede TQ-Maßnahme mit einer „Lernstandskontrolle“ in Form einer Kompetenzfeststellung ab. Bundesweit bieten sehr viele Industrie- und Handelskammern diese an und stellen bei Bestehen ein IHK-Zertifikat aus. Und mit dem Engagement aller Beteiligten besteht – in der Regel nach mehreren Teilqualifikationen – anschließend die Chance auf die Teilnahme an der IHK-Abschlussprüfung und den Erwerb des Berufsabschlusses.

Erfolge geben dem Modell Recht

„Das würde ich jederzeit wieder machen“, sagt Natalie Hofeditz. Die 37-Jährige musste vor 20 Jahren ihre Ausbildung abbrechen, arbeitete schließlich als Produktionshelferin bei der Schrichten GmbH (Region Sauerland). Dort bekam sie das Angebot, sich über Teilqualifikationen weiterzubilden bis hin zum Berufsabschluss Maschinen- und Anlagenführerin. Das Potenzial der TQs hat das Unternehmen schon länger erkannt: „Wir spüren schon seit einiger Zeit, dass es schwieriger wird, Fachkräfte zu gewinnen“, berichtet Florian Schauerte, Projektmanager bei Schrichten. „Und selbst wenn man neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rekrutieren könnte, müsste man sie doch im Betrieb für den eigenen Bedarf erst anlernen. Deshalb setzen wir lieber auf die Ausbildung eigener Fachkräfte beziehungsweise auf die Weiterqualifizierung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Chancen Nutzen! Mit Teilqualifikationen Richtung Berufsabschluss

Seit Oktober 2017 arbeitet das bei der DIHK Service GmbH angesiedelte Projekt „Chancen Nutzen! Mit Teilqualifikationen Richtung Berufsabschluss“ daran, ein bundesweit einheitliches Unterstützungsangebot für Teilqualifikationen umzusetzen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es berät, begleitet und unterstützt als Koordinierungsstelle den Austausch und die Weiterentwicklung des IHK-Angebotes.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website des Projektes oder auf seinem LinkedIn-Kanal.

Quelle: DIHK

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2021

Wie das BMWK mitteilt, sind die Auftragseingänge nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Dezember im Vormonatsvergleich um 2,8 % gestiegen. Damit hat sich die Aufwärtsbewegung im Vormonat von 3,6 % fortgesetzt.

BMWK, Pressemitteilung vom 04.02.2022

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts1 sind die Auftragseingänge im Dezember im Vormonatsvergleich um 2,8 % gestiegen.2 Damit hat sich die Aufwärtsbewegung im Vormonat von 3,6 % fortgesetzt. Während die Bestellungen von Investitionsgütern um 1,8 % zunahmen, profitierten vor allem die Vorleistungs- und Konsumgüter von einer erhöhten Inlandsnachfrage, mit Zuwächsen von insgesamt 4,1 % und 5,3 %. Im Vorjahresvergleich lagen die Auftragseingänge im Dezember mit einem Plus von 5,5 % merklich höher.

Getrieben wurde der Anstieg durch die Nachfrage im Inland. Während die Auftragseingänge aus dem Inland um 11,7 % sehr kräftig zunahmen, verzeichneten vor allem die Bestellungen aus dem Euroraum ein Minus von -4,2 %, nach einem deutlichen Plus im Vormonat (+10,3 %).

Nach einem deutlichen Rückgang im Oktober haben sich die Auftragseingänge nun zweimal in Folge erholt und liegen weiterhin deutlich über Vorkrisenniveau. Mit der erwarteten allmählichen Auflösung der Lieferengpässe deutet der hohe Indexstand auf eine dynamische Wirtschaftsentwicklung hin, sobald der hohe Auftragsbestand abgearbeitet werden kann.

Fußnoten

[1] Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 4. Februar 2022.
[2] Alle Angaben basieren auf vorläufigen Daten und sind preis-, kalender- und saisonbereinigt (Verfahren X13 JDemetra+).

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Corona treibt Kurzarbeit hoch

Die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland ist kräftig gestiegen. Im Januar zog sie an auf 900.000 Menschen, von 780.000 (korrigierter Wert) im Vormonat. Das sind 2,7 Prozent der Beschäftigten, nach 2,3 Prozent (korrigierter Wert) im Dezember. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.02.2022

Die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland ist kräftig gestiegen. Im Januar zog sie an auf 900.000 Menschen, von 780.000 (korrigierter Wert) im Vormonat. Das sind 2,7 Prozent der Beschäftigten, nach 2,3 Prozent (korrigierter Wert) im Dezember. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „Die stark steigenden Ansteckungen trieben die Kurzarbeit im Gastgewerbe, im Einzelhandel und bei den sonstigen Dienstleistungen nach oben“, sagt ifo-Experte Stefan Sauer. „Ein Lichtblick kam dagegen aus der Industrie: Die Kurzarbeit sank, weil wieder mehr Vorprodukte verfügbar waren.“

Besonders stark fiel der Zuwachs im Gastgewerbe aus: Fast ein Viertel der dort Beschäftigten (23 Prozent) befinden sich derzeit in Kurzarbeit. In absoluten Zahlen sind das 240.000 Menschen, nach 90.000 im Dezember. Im Einzelhandel stieg die Zahl um 45.000 auf 120.000 Beschäftigte oder 4,9 Prozent. In der Industrie sank die Zahl von 285.000 (korrigierter Wert) auf 218.000 (3,1 Prozent), darunter in der Autoindustrie von 117.000 (korrigierter Wert) auf 86.000 (9,1 Prozent).

Vor Corona hatte die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000 gelegen, im März war sie sie auf 2,6 Millionen gesprungen und im April 2020 hatte sie den Rekordwert von 6 Millionen erreicht. Das hatte es nicht einmal in der Finanzkrise 2008 gegeben.

Quelle: ifo Institut

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Kreditnachfrage im Mittelstand steigt leicht an, bleibt aber weiter unterdurchschnittlich

Nach fünf Rückgängen in Folge haben im vierten Quartal 2021 wieder mehr kleine und mittelständische Unternehmen Kreditverhandlungen mit Banken und Sparkassen geführt. Der Anteil der Mittelständler, die um ein Bankdarlehen nachsuchten, stieg gegenüber dem Vorquartal um 1,6 Prozentpunkte auf 19,3 %, wie die aktuelle KfW-ifo-Kredithürde zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 02.02.2022

  • 19,3 % der kleinen und mittleren Unternehmen im 4. Quartal in Kreditverhandlungen
  • Klare Trendwende bei Kreditnachfrage nicht in Sicht
  • Kredithürden sinken für Mittelstand marginal, für Großunternehmen deutlich

Nach fünf Rückgängen in Folge haben im vierten Quartal 2021 wieder mehr kleine und mittelständische Unternehmen Kreditverhandlungen mit Banken und Sparkassen geführt. Der Anteil der Mittelständler, die um ein Bankdarlehen nachsuchten, stieg gegenüber dem Vorquartal um 1,6 Prozentpunkte auf 19,3 %, wie die aktuelle KfW-ifo-Kredithürde zeigt. Damit liegt die Quote aber weiterhin deutlich unter dem längerfristigen Durchschnitt (26,3 %). Bei den Großunternehmen setzte sich die Stagnation des Kreditbedarfs auf niedrigem Niveau fort, 27,8 % von ihnen haben mit Banken über Kreditaufnahme gesprochen (+0,2 Prozentpunkte).

„Die weiter anhaltende Schwäche der Kreditnachfrage bewegt sich im Rahmen der Erwartungen. Lieferengpässe und die neue Virusvariante Omikron stören das Wirtschaftsgeschehen und belasten das Investitionsklima. Zwar wirken andererseits die Verteuerung von Rohstoffen, Vorprodukten und Investitionsprojekten genauso wie neue pandemiebedingte Liquiditätslücken erhöhend auf den Finanzierungsbedarf der Unternehmen. Für eine klare Trendwende bei der Kreditnachfrage sind diese Effekte aber zu klein“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Die Kreditzugangsbarrieren für Unternehmen sind trotz der Verschärfung der Pandemiesituation im vierten Quartal kleiner geworden. Für den Mittelstand reduzierte sich die KfW-ifo-Kredithürde jedoch nur leicht. Der Anteil der Mittelständler, die nach eigener Einschätzung auf restriktive Banken trafen, lag bei 18,9 % (-1,2 Prozentpunkte). Von Entspannung beim Kreditzugang berichteten insbesondere die mittelständischen Dienstleister, die aber weiterhin unter allen betrachteten Gruppen die höchsten Finanzierungshürden zu überwinden haben (-3,5 Prozentpunkte auf 23,4 %). Gegenüber den größeren Unternehmen lockerten die Banken ihre Kreditvergabepolitik signifikant. Die Kredithürde für diese Größenklasse fiel um mehr als das Doppelte einer durchschnittlichen Quartalsänderung (-4,9 Prozentpunkte auf 8,0 %). Weniger als jedes zehnte große Unternehmen berichtete somit im Schlussquartal 2022 von Schwierigkeiten beim Kreditzugang.

Quelle: KfW

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Homeoffice-Nutzung gestiegen

Die steigenden Corona-Zahlen haben mehr Beschäftigte ins Homeoffice zurückgebracht. Im Januar arbeiteten dort zeitweise 28,4 % der Beschäftigten, im Dezember waren es 27,9 %. Das vom ifo Institut ausgerechnete Homeoffice-Potenzial von 56 % ist nach wie vor bei Weitem nicht ausgeschöpft.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 01.02.2022

Die steigenden Corona-Zahlen haben mehr Beschäftigte ins Homeoffice zurückgebracht. Im Januar arbeiteten dort zeitweise 28,4 Prozent der Beschäftigten, im Dezember waren es 27,9 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Die Homeoffice-Quote ist weiter gestiegen, liegt jedoch gut drei Prozentpunkte unter dem Höchstwert vom März 2021“, sagt Jean-Victor Alipour, Experte für Homeoffice beim ifo Institut. „Nicht alle Unternehmen beachten offenbar die Ende November wieder eingeführte Homeoffice-Pflicht“, sagt Alipour. Das vom ifo Institut ausgerechnete Homeoffice-Potenzial von 56 Prozent ist nach wie vor bei Weitem nicht ausgeschöpft.

Bei den Dienstleistern stieg der Anteil von 38,2 auf 39,2 Prozent, in der Industrie von 19,7 auf 20,2 Prozent und im Einzelhandel von 6,6 auf 6,9 Prozent. Auf dem Bau fiel der Anteil von 8,5 auf 7,7 Prozent und im Großhandel von 20,8 auf 20,2 Prozent. Bei den Rundfunkveranstaltern und in der Telekommunikation fiel die Quote deutlich: Dort waren 46,8 bzw. 53,6 Prozent der Mitarbeitenden von zuhause für ihren Arbeitgeber tätig. Wieder mehr Beschäftigte arbeiteten in der Chemiebranche zuhause. Der Anteil stieg auf 21,7 Prozent, nach 16,6 im Dezember. Bei den IT-Dienstleistern blieb die Homeoffice-Quote mit 78,0 Prozent am Größten. Gefolgt von den Unternehmensberatern mit 70,3 Prozent. Dagegen wird in der Hotelbranche sehr selten von zuhause gearbeitet. Die Quote blieb mit 2,7 Prozent niedrig.

Quelle: ifo Institut

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Corona-Pandemie wirkt als Hemmnis und als Impulsgeber für Innovationen

Die deutsche Wirtschaft hat im ersten Jahr der Corona-Krise ihre Innovationsausgaben um 3,6 % auf 170,5 Mrd. Euro reduziert. 12 % der Unternehmen haben aufgrund der Pandemie gänzlich auf die Durchführung von Innovationsaktivitäten verzichtet. Gleichzeitig haben 11 % der Unternehmen in zusätzliche Produktinnovationen investiert, 12 % haben zusätzliche Prozessinnovationen vorangetrieben. Das sind zentrale Ergebnisse der Innovationserhebung 2021 des ZEW.

ZEW, Pressemitteilung vom 01.02.2022

Die deutsche Wirtschaft hat im ersten Jahr der Corona-Krise ihre Innovationsausgaben um 3,6 Prozent auf 170,5 Milliarden Euro reduziert. Zwölf Prozent der Unternehmen haben aufgrund der Pandemie gänzlich auf die Durchführung von Innovationsaktivitäten verzichtet. Gleichzeitig haben elf Prozent der Unternehmen aufgrund der Pandemie-Situation in zusätzliche Produktinnovationen investiert, zwölf Prozent haben zusätzliche Prozessinnovationen vorangetrieben. Das sind zentrale Ergebnisse der Innovationserhebung 2021, für die das ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2021 die Unternehmen in Deutschland befragt hat.

Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger: „Deutschland ist immer noch Innovationsland. Die Erhebung des ZEW Mannheim zeigt, dass unsere Wirtschaft in der Corona-Krise innovativ geblieben ist. Zwar sind die Innovationsausgaben der Unternehmen im ersten Jahr der Pandemie erstmals seit mehr als zehn Jahren zurückgegangen, aber es deutet sich eine Trendwende an. Sorgen bereiten mir die kleinen und mittleren Unternehmen, die mit weniger Ausgaben planen. Sie brauchen Entlastung, damit ihnen nicht die Puste ausgeht. Wir wollen in ein Innovationsjahrzehnt aufbrechen. Maßgeblich dafür sind große Sprünge und Durchbrüche. Zudem muss das Wissen aus der Forschung auch in den Unternehmen ankommen. Deshalb werden wir der Agentur für Sprunginnovationen mehr Freiheit geben, die Deutsche Agentur für Transfer und Innovation (DATI) gründen und Ausgründungen vorantreiben. Wir können uns nicht länger leisten, diese Potenziale ungenutzt zu lassen.“

„Der Innovationsstandort Deutschland wurde durch Corona in vielen Bereichen ausgebremst. Viele Unternehmen konnten ihre Innovationsvorhaben nicht in geplantem Umfang umsetzen, sie wurden verschoben oder zeitlich gestreckt“, erklärt Prof. Achim Wambach, PhD, Präsident des ZEW Mannheim. „Besonders stark gingen die investiven Ausgaben für neue oder verbesserte Maschinen und Anlagen zurück, sie wurden um zehn Prozent gekürzt.“ Der Rückgang der Innovationsausgaben betraf in erster Linie die Großunternehmen. Die Planzahlen für 2021 und 2022 zeigen jedoch, dass der Rückgang bald wettgemacht werden dürfte. Für das Jahr 2021 ist mit einem Anstieg der Innovationsausgaben um 2,1 Prozent auf 174,1 Mrd. Euro zu rechnen. Im laufenden Jahr 2022 könnten die Ausgaben um weitere 1,2 Prozent auf 176,1 Mrd. Euro ansteigen.

Kleine und mittlere Unternehmen haben im ersten Pandemiejahr ihre Innovationsausgaben in Summe stabil gehalten. Allerdings planen sie – im Gegensatz zu Großunternehmen – mit sinkenden Innovationsbudgets für 2021 und 2022. Für das zweite Pandemiejahr 2021 wird ein Rückgang von sechs Prozent prognostiziert, für das Jahr 2022 ein Minus von acht Prozent. „Im Mittelstand und kleinen Unternehmen wird im dritten Pandemiejahr das Geld für weitere Innovationsanstrengungen knapp. Es steht zu befürchten, dass die wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie das innovative Rückgrat der deutschen Wirtschaft länger einschränken“, sagt Wambach.

Der Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz, die sogenannte Innovationsintensität, blieb 2020 mit 3,3 Prozent auf dem Vorjahresniveau. Dies bedeutet, dass die Innovationsausgaben im selben Ausmaß verringert wurden, wie die Umsätze zurückgingen.

Innovatorenquote stieg im ersten Pandemiejahr

Neben dem Rückgang der Ausgaben hat die Pandemie-Situation in vielen Unternehmen zusätzliche Innovationsaktivitäten angestoßen. Wesentlicher Treiber dieser Innovationen war der Digitalisierungsschub, der mit der Pandemie-Situation einherging. Fast ein Drittel der Unternehmen hat digitale Produkt- und Dienstleistungsangebote ausgeweitet, jedes zweite Unternehmen hat interne Abläufe stärker digitalisiert.

Diese positiven Innovationsimpulse bewirkten, dass die Innovatorenquote – der Anteil der Unternehmen mit Produkt- oder Prozessinnovationen – im ersten Pandemiejahr leicht von 55 auf 56 Prozent anstieg. Auch die direkten wirtschaftlichen Erträge aus Innovationen wie etwa Umsatz mit neuen Produkten oder Kostensenkung durch Prozessinnovationen konnten im Jahr 2020 auf dem Vorjahresniveau gehalten werden.

Gleichzeitig wuchs auch die Zahl der Unternehmen, die sich kontinuierlich mit Forschung und der Entwicklung neuer Produkte und Prozesse befassen, im Jahr 2020 – um sieben Prozent auf fast 39.000 Unternehmen des Berichtskreises der Innovationserhebung. Der Anteil der Unternehmen mit kontinuierlichen Innovationsaktivitäten entspricht damit rund 12 Prozent.

Quelle: ZEW

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Materialmangel in der Industrie etwas entschärft

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich im Januar etwas entspannt. 67,3 Prozent der Firmen berichteten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im Dezember waren es noch 81,9 Prozent. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 31.01.2022

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich im Januar etwas entspannt. 67,3 Prozent der Firmen berichteten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im Dezember waren es noch 81,9 Prozent. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Trotz dieser Entwicklung bleiben viele Sorgenfalten bei den Unternehmen“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Es ist noch nicht abzusehen, ob dies eine Trendwende ist.“

Weiterhin angespannt ist die Situation bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen. Dort sank der Anteil nur leicht von 93,8 auf 89,6 Prozent. Ähnliches gilt für den Maschinenbau, wo 80,6 Prozent der Unternehmen von Problemen berichten, nach 91,0 Prozent im Dezember sowie für die Autoindustrie mit 77,9 Prozent, nach 92,9 Prozent. Die Hersteller von Bekleidung hingegen haben deutlich weniger Probleme mit ihrer Lieferkette als im Vormonat. Dort fiel der Wert von 87,0 auf 44,6 Prozent. Die Getränkehersteller berichten sogar nur noch zu 12 Prozent von Behinderungen. „Die leichte Entspannung gibt Unternehmen die Chance, ihre hohen Auftragsbestände abzuarbeiten und ihre Produktion zu steigern“, ergänzt Wohlrabe.

Quelle: ifo Institut

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Klimaschutzpotenziale einer digitalisierten Produktion geringer als erwartet

Die Notwendigkeit für nachhaltiges Wirtschaften sowie die Nutzung digitaler Technologien haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Darüber hinaus besteht die allgemeine Annahme, dass digitale Technologien zu Energieeffizienzverbesserungen führen und dadurch CO2-Emissionen erheblich reduziert werden können, vor allem im energieintensiven Verarbeitenden Gewerbe. Tatsächlich verringern digitale Technologien die Energieintensität in der Produktion, allerdings in einem viel geringeren Ausmaß als bisher erwartet. Die verstärkte Nutzung digitaler Technologien in Unternehmen geht also nicht zwangsläufig mit einer wesentlichen Verbesserung der Energieintensität solcher einher. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Studie des ZEW.

ZEW, Pressemitteilung vom 31.01.2022

Die Notwendigkeit für nachhaltiges Wirtschaften sowie die Nutzung digitaler Technologien haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Darüber hinaus besteht die allgemeine Annahme, dass digitale Technologien zu Energieeffizienzverbesserungen führen und dadurch CO2-Emissionen erheblich reduziert werden können, vor allem im energieintensiven Verarbeitenden Gewerbe. Tatsächlich verringern digitale Technologien die Energieintensität in der Produktion, allerdings in einem viel geringeren Ausmaß als bisher erwartet. Die verstärkte Nutzung digitaler Technologien in Unternehmen geht also nicht zwangsläufig mit einer wesentlichen Verbesserung der Energieintensität solcher einher. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Studie des ZEW Mannheim.

„Digitale Technologien verbrauchen zwar selbst Energie, haben aber theoretisch auch das Potenzial, den Energieverbrauch aufgrund von Energieeffizienzverbesserungen, zum Beispiel durch die optimierte Steuerung von Wärme- und Kälteanlagen, und der Dematerialisierung von Produkten zu reduzieren. Der Gesamteffekt ist erstmal ungewiss!“, sagt Janna Axenbeck, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“ und Studienautorin. „Für das Verarbeitende Gewerbe ist das äußerst relevant: Allein im Jahr 2019 war es für 28 Prozent des Energiebedarfs in Deutschland verantwortlich.“

ZEW-Wissenschaftler/innen untersuchten nun erstmals in einer groß angelegten empirischen Studie die Klimaschutzpotenziale digitalisierter Produktionsprozesse auf Unternehmensebene, also den Zusammenhang zwischen der Nutzung digitaler Technologien und der Verbesserung der Energieintensität von Unternehmen. Hierfür haben sie administrative Paneldaten der statistischen Ämter des Bundes und der Länder zu 28.600 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes zwischen 2009 und 2017 ausgewertet. Als Indikator des Digitalisierungsgrades eines Unternehmens diente das Verhältnis von Softwarenutzung zu Output. Ein Indikator für die Energieeffizienz ist die Energieintensität, d. h. die tatsächliche Energiemenge, die zur Erzeugung einer Produktionseinheit verwendet wird.

Die Studienergebnisse zeigen einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Nutzung von digitalen Technologien und einer Verbesserung der Energieintensität, dieser ist jedoch sehr viel geringer als erwartet. So geht eine Erhöhung der relativen Softwarenutzung um 1 Prozent mit einem durchschnittlichen Rückgang der Energieintensität zwischen 0,007 und 0,011 Prozent bei den untersuchten Unternehmen einher. Zwar gab es einen starken Anstieg der Softwarenutzung über die Zeit, gleichzeitig nahm die Energieintensität aber nur in einem viel geringeren Maße ab. „Eine Zunahme digitaler Technologien in den Unternehmen ist nicht zwangsläufig mit wesentlichen Verbesserung der Energieintensität verbunden“, erläutert Dr. Thomas Niebel, ZEW-Wissenschaftler und Studienautor. „Allerdings sind die Auswirkungen – Verringerung des relativen Energiekonsums beim Einsatz von digitalen Technologien – in sehr energieintensiven Unternehmen und Branchen ausgeprägter. Energieintensive Branchen mit stärkeren Verbesserungen sind beispielsweise die chemische Industrie, die Metallerzeugung, die Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden sowie von Papier- und Papierwaren.“ Zudem zeigen sich größere Unterschiede eher zwischen als innerhalb der Unternehmen. So scheinen Unternehmen, die über mehr Software verfügen, im Durchschnitt weniger energieintensiv zu sein. Wenn sich der Softwareeinsatz innerhalb eines Unternehmens ändert, sind jedoch die Auswirkungen viel geringer.

Die Ergebnisse der Studie sind vor dem Hintergrund einer zunehmenden Digitalisierung und dringender klimapolitischer Maßnahmen besonders relevant. „Unsere Ergebnisse sind für Politik, Beraterinnen und Berater sowie Unternehmen von Bedeutung, die mögliche Synergien zwischen digitalen Technologien und Energieeinsparungen in der Produktion überschätzen. Nur mit dem zielgerichteten Einsatz von digitalen Technologien sowie einem sinnvollen gesetzlichen Rahmen, der zum Beispiel potenzielle Reboundeffekte abmildert, können die Klimaschutzpotenziale von digitalen Technologien tatsächlich genutzt und so CO2-Emissionen reduziert werden“, so Janna Axenbeck.

Quelle: ZEW

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