Beantragte Regelinsolvenzen im November 2025: +5,7 % zum Vorjahresmonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im November 2025 um 5,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.12.2025

  • bis 3. Quartal 2025: 11,7 % mehr Unternehmens- und 8,3 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im Vorjahreszeitraum
  • September 2025: 6,7 % mehr Unternehmens- und 7,9 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im Vorjahresmonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im November 2025 um 5,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

11,7 % mehr Unternehmensinsolvenzen im 1. bis 3. Quartal 2025 als im Vorjahreszeitraum

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen insgesamt 18.125 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 11,7 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr beantragte Unternehmensinsolvenzen als 2025 hatte es in den ersten drei Quartalen eines Jahres zuletzt 2014 gegeben (18.199 vom 1. bis 3. Quartal 2014). Die Forderungen der Gläubiger aus den vom 1. bis 3. Quartal 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 40,1 Milliarden Euro. Im 1. bis 3. Quartal 2024 hatten die Forderungen bei rund 45,6 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass in den ersten drei Quartalen 2024 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt haben als im 1. bis 3. Quartal 2025.

Im September 2025 gab es 1.940 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 6,7 % mehr als im September 2024.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es von Januar bis September 2025 in Deutschland insgesamt 52,2 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 98,0 Fällen. Danach folgte das Gastgewerbe mit 79,7 Fällen sowie das Baugewerbe mit 79,4 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

8,3 % mehr Verbraucherinsolvenzen im 1. bis 3. Quartal 2025 als im Vorjahreszeitraum

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 gab es insgesamt 57.824 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 8,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im September 2025 wurden 6.123 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Das waren 7,9 % mehr als im September 2024.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Inflationsrate im November 2025 bei +2,3 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im November 2025 bei +2,3 %. Im Oktober 2025 hatte sie ebenfalls +2,3 % und im September 2025 +2,4 % betragen. Die Entwicklung der Verbraucherpreise hat sich zum Jahresende lt. Statistischem Bundesamt vorerst stabilisiert.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.12.2025

Inflationsrate bleibt unverändert, Dienstleistungen wirken weiterhin preistreibend

Verbraucherpreisindex, November 2025:
+2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, November 2025:
+2,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,5 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im November 2025 bei +2,3 %. Im Oktober 2025 hatte sie ebenfalls +2,3 % und im September 2025 +2,4 % betragen. „Die Entwicklung der Verbraucherpreise hat sich zum Jahresende vorerst stabilisiert“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). „Der Preisauftrieb bei Dienstleistungen wirkt weiterhin erhöhend auf die Inflationsrate. Dämpfend wirken dagegen auch im November die Preisentwicklungen bei Energie und Nahrungsmitteln.“ Gegenüber dem Vormonat Oktober 2025 sanken die Verbraucherpreise im November 2025 um 0,2 %.

Energieprodukte verbilligten sich um 0,1 % gegenüber November 2024

Die Preise für Energieprodukte lagen im November 2025 um 0,1 % niedriger als im Vorjahresmonat. Der Preisrückgang bei Energie hatte im Oktober 2025 bei -0,9 % gelegen. Von November 2024 bis November 2025 verbilligte sich die Haushaltsenergie um 1,2 %. Insbesondere konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher von günstigeren Preisen für Strom (-1,5 %) und Fernwärme (-0,7 %) profitieren. Teurer unter der Haushaltsenergie waren hingegen zum Beispiel leichtes Heizöl (+2,4 %) und Erdgas (+0,5 %). Die Kraftstoffpreise erhöhten sich gegenüber November 2024 um 1,6 %.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist unterdurchschnittlich um 1,2 %

Die Preise für Nahrungsmittel waren im November 2025 um 1,2 % höher als im Vorjahresmonat. Damit verteuerten sich Nahrungsmittel binnen Jahresfrist auch im November 2025 unterdurchschnittlich (Oktober 2025: +1,3 % gegenüber Oktober 2024). Eine noch niedrigere Teuerungsrate für Nahrungsmittel wurde zuletzt im Januar 2025 erreicht (+0,8 %). Von November 2024 bis November 2025 waren weiterhin Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+9,0 %, darunter Schokolade: +19,4 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+4,2 %, darunter Rind- und Kalbsfleisch: +13,8 %) spürbar teurer. Einige andere Nahrungsmittelgruppen wurden hingegen günstiger als ein Jahr zuvor, insbesondere Speisefette und Speiseöle (-14,8 %, darunter Butter -22,0 %; Olivenöl: -17,4 %). Zudem verbilligte sich frisches Gemüse gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls deutlich (-4,2 %, darunter Kartoffeln: -13,3 %).

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,7 %

Die Inflationsrate ohne Energie verharrte im November 2025 bei +2,5 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im November 2025 bei +2,7 %, nach +2,8 % im Oktober 2025. Beide Kenngrößen verdeutlichen, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen weiterhin überdurchschnittlich hoch war.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,5 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im November 2025 um 3,5 % höher als im Vorjahresmonat (Oktober 2025: +3,5 %). Von November 2024 bis November 2025 erhöhten sich die Preise vor allem für die Personenbeförderung im Schienenverkehr (+11,9 %), für die kombinierte Personenbeförderung (+11,4 %) und für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+7,6 %). Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren unter anderem Pauschalreisen (+7,1 %), Versicherungsdienstleistungen für den Verkehr (+6,9 %) sowie stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+6,5 %). Auch weitere Dienstleistungen wie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,2 %), Wasserversorgung und andere Dienstleistungen an der Wohnung (+3,8 %) sowie Gaststättendienstleistungen (+3,7 %) verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich. Bedeutsam für die Preisentwicklung insgesamt blieben zudem im November 2025 die Nettokaltmieten mit +2,1 %. Dagegen waren nur wenige Dienstleistungen günstiger als im Vorjahresmonat, zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-0,5 %).

Waren verteuerten sich gegenüber November 2024 um 1,1 %

Waren insgesamt verteuerten sich von November 2024 bis November 2025 um 1,1 %. Verbrauchsgüter verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 % und Gebrauchsgüter um 0,6 %. Neben der unterdurchschnittlichen Preiserhöhung bei Nahrungsmitteln (+1,2 %) wurden einige andere Waren deutlich teurer, insbesondere alkoholfreie Getränke (+6,4 %, darunter Kaffee und Ähnliches: +21,1 %), gebrauchte Pkws (+4,8 %) und Tabakwaren (+3,9 %). Für einige Waren wurde eine moderate Preiserhöhung ermittelt, zum Beispiel für Wohnmöbel (+0,6 %) und Bekleidungsartikel (+0,4 %). Preisrückgänge waren hingegen außer bei der Energie (-0,1 %) unter anderem bei Haushaltsgeräten, Geräten der Informationsverarbeitung sowie Telefonen und anderen Geräten für die Kommunikation (jeweils: -2,7 %) zu verzeichnen.

Preise insgesamt sanken gegenüber dem Vormonat um 0,2 %

Im Vergleich zum Oktober 2025 sank der Verbraucherpreisindex im November 2025 um 0,2 %. Saisonbedingt gingen vor allem die Preise für Flugtickets (-14,2 %) und Pauschalreisen (-11,5 %) zurück. Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt blieben binnen Monatsfrist stabil (0,0 %), unter anderem zogen jedoch die Preise für Obst (+0,5 %) und Gemüse (+2,1 %) an. Verbraucherfreundlich in der Vorweihnachtszeit war hingegen der erneute Preisrückgang binnen Monatsfrist bei Butter um 4,6 %, nachdem die Butterpreise bereits im Oktober 2025 um 10,0 % gesunken waren. Auch die Schokoladenpreise (-1,5 % gegenüber Oktober 2025) gaben etwas nach. Die Preise für Energie insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,6 %, hier wurde insbesondere leichtes Heizöl (+6,8 %) teurer.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Konjunktur: RWI senkt Wachstumsprognose – finanzpolitische Impulse bleiben weiter aus

Das RWI senkt erneut seine Wachstumsprognose für Deutschland. Für 2025 erwartet das Institut nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent, für 2026 prognostiziert es 1,0 Prozent und für 2027 unverändert 1,4 Prozent. Damit korrigiert das RWI seine Sommerprognose für die Jahre 2025 und 2026 jeweils um 0,1 Prozentpunkte nach unten.

RWI Essen, Pressemitteilung vom 11.12.2025

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung senkt erneut seine Wachstumsprognose für Deutschland. Für 2025 erwartet das Institut nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent, für 2026 prognostiziert es 1,0 Prozent und für 2027 unverändert 1,4 Prozent. Damit korrigiert das RWI seine Sommerprognose für die Jahre 2025 und 2026 jeweils um 0,1 Prozentpunkte nach unten. Die erhofften Impulse aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität lassen weiter auf sich warten. Bereits im dritten Quartal stagnierte die deutsche Wirtschaft und auch für das Jahresende zeichnet sich keine spürbare Wende ab. Die Exporte gingen spürbar zurück, insbesondere die in die USA. Auch die privaten Investitionen sanken erneut.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der deutschen Volkswirtschaft fehlt weiterhin die Dynamik. So wächst das BIP im Jahr 2025 lediglich um 0,1 Prozent, im Jahr 2026 um 1,0 Prozent und im Jahr 2027 um 1,4 Prozent. Bereits im dritten Quartal stagnierte die Wirtschaftsleistung und auch das Schlussquartal bringt keine Wende. Bisher ist auch nicht zu erkennen, dass staatliche Impulse private Aktivitäten anreizen.
  • Entgegen den anfänglichen Erwartungen werden die Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität erst im Verlauf des kommenden Jahres nachfragewirksam. Die Effekte fallen zudem weniger kräftig aus – auch weil Bürokratie, politische Abstimmungen und hohe Abgabenlasten bremsen.
  • Die Exporte – einst das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft – werden zum Problem. Die Ausfuhren sind im dritten Quartal zurückgegangen, insbesondere die in die USA. Grund dafür ist die weiter sinkende Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft. Zusätzlich belasten US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf EU-Importe.
  • Zugleich halten sich Unternehmen mit privaten Investitionen zurück. Die Ausrüstungsinvestitionen sind im dritten Quartal kaum gestiegen. Grund dafür ist einerseits die schwache Auslandsnachfrage. Andererseits bleiben wirtschaftspolitische Impulse für mehr Standortattraktivität im Inland aus, sodass richtungsweisende Investitionsentscheidungen von Unternehmen immer wieder aufgeschoben werden. Lediglich die öffentlichen Investitionen wurden deutlich ausgeweitet.
  • Dennoch stabilisiert sich der Arbeitsmarkt langsam. Die Arbeitslosenquote erreicht dieses Jahr 6,3 Prozent, sinkt dann auf 6,2 Prozent (2026) und 5,8 Prozent (2027). Zum Jahresende wird der Wendepunkt hin zu Beschäftigungsaufbau erwartet. Die Zahl der Erwerbstätigen sinkt im Jahr 2025 leicht, steigt dann jedoch um 48.000 Personen im Jahr 2026 und um 160.000 Personen im Jahr 2027.
  • Das Staatsdefizit nimmt in den nächsten Jahren erheblich zu. Zwar fällt es im Jahr 2025 mit 102 Milliarden Euro geringer aus als im Vorjahr, im Jahr 2026 steigt es jedoch auf 153 Milliarden Euro und im Jahr 2027 auf 179 Milliarden Euro an. Dabei dürften die Staatsausgaben weiter stark steigen, unter anderem wegen zunehmender öffentlicher Investitionstätigkeit. Allerdings zeichnet sich ab, dass ein beachtlicher Teil des Sondervermögens nicht für Investitionen verwendet wird.
  • Die Preise steigen nur moderat und bewegen sich im Zielkorridor der EZB. Für das Jahr 2025 beträgt die Inflationsrate 2,2 Prozent. In den Folgejahren 2026 und 2027 stabilisiert sie sich bei jeweils 2,0 Prozent. Dienstleistungen bleiben der zentrale Preistreiber mit 3,5 Prozent Inflation, sinkende Energiepreise dämpfen die Gesamtteuerung.
  • Die schwache Konjunktur spiegelt sich in gedämpften Stimmungsindikatoren wider. Statt auf grundlegende Verbesserungen der Standortbedingungen zu hoffen, gehen Unternehmen von moderaten Impulsen durch staatliche Ausgabenprogramme aus – mit überschaubarer Wirkung. Ein wichtiger neuer Befund zeigt zudem: Die politische Fragmentierung – also schwindende stabile Regierungsmehrheiten – schwächt die Wirkung staatlicher Impulse erheblich. Bei hoher Fragmentierung, wie sie Deutschland derzeit aufweist, erzeugt ein staatlicher Euro deutlich weniger als einen Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung. Der Grund ist offensichtlich. Das Vertrauen in Regierungen mit knappen Mehrheiten in Form von Zweckbündnissen ist geringer, wodurch Zuversicht und Planbarkeit von langfristigen Entscheidungen abnehmen.
  • Das größte ökonomische Risiko liegt in der Abhängigkeit von staatlichen Impulsen. Verzögern sich die Mittelabflüsse aus Sondervermögen weiter oder bleiben die Multiplikatoreffekte schwach, droht ein noch geringeres Wachstum. Je länger die strukturellen Wettbewerbsprobleme unbearbeitet bleiben, desto stärker verschärfen sie sich.
  • Parallel dazu bleibt die US-Handelspolitik weiterhin schwer kalkulierbar. Sollte es aufgrund dessen zu neuen Handelsbarrieren kommen, wäre die Exportwirtschaft noch stärker belastet.

„Die staatlichen Ausgabenprogramme lassen auf sich warten. Je später sie kommen und je mehr grundlegende Reformen ausbleiben, desto größer ist der Schaden für die deutsche Wirtschaft“, warnt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt. „Regierungen mit knappen Mehrheiten oder Zweckbündnisse, wie aktuell in Deutschland, schwächen zusätzlich die Wirkung staatlicher Impulse. Deutschland braucht dringend umfassende Strukturreformen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Staatliche Investitionen können private Aktivitäten auf Dauer nicht ersetzen.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

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Kiel Institut Winterprognose 2025: Massive Defizite, schwache Dynamik

Die deutsche Wirtschaft hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Für mehr als ein mageres Plus von 0,1 Prozent reicht es in diesem Jahr jedoch nicht, zeigt die Winterprognose des Kiel Instituts für Weltwirtschaft.

IfW Kiel, Mitteilung vom 11.12.2025

Die deutsche Wirtschaft hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Für mehr als ein mageres Plus von 0,1 Prozent reicht es in diesem Jahr jedoch nicht, zeigt die Winterprognose des Kiel Instituts für Weltwirtschaft. Ab dem kommenden Jahr setzt die expansive Finanzpolitik zwar konjunkturelle Impulse, die aber geringer ausfallen, als bislang erwartet. Das Kiel Institut rechnet 2026 mit einer Zuwachsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,0 Prozent (bislang 1,3 Prozent) und 2027 von 1,3 Prozent. Bremsend wirken neben strukturellen Hemmnissen auch die schwächelnden Exporte aufgrund der US-Zollpolitik und rückläufigen Ausfuhren nach China.

„Die vielen strukturellen Probleme im Sozialsystem, die Überbürokratisierung oder der Rückstand bei Künstlicher Intelligenz und anderen modernen Technologien lassen Deutschlands Wirtschaft auf der Stelle treten“, sagt Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts. „Es ist insgesamt enttäuschend, dass wir für das kommende Jahr nicht mehr als ein Prozent Zuwachs erwarten können, obwohl die Bundesregierung hohe Schulden aufnimmt und die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung erhöhen will.

„Ohne wachstumsstärkende Reformen kann sich kein selbsttragender Aufschwung einstellen. Für die Unternehmen stehen hinter den Standortfaktoren weiterhin zu viele Fragezeichen, um sich hierzulande wieder stärker zu engagieren“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts. „In dem Maße, wie die zuletzt kräftigen Lohnzuwächse vermehrte Abfindungszahlungen widerspiegeln, ist das ein weiteres Krisensignal aus den industriellen Kernbereichen. Unternehmen, die sich heute von Personal trennen, sehen in absehbarer Zukunft keine Chancen auf Besserung. Das ist eine Misstrauenserklärung an den Standort Deutschland.“

Arbeitslosenquote geht zurück, Staatsschulden steigen

Der Arbeitsmarkt wird sich mit der anziehenden wirtschaftlichen Dynamik wieder fangen und die Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent im laufenden Jahr auf 5,9 Prozent im Jahr 2027 zurückgehen. Das Budgetdefizit des Staates wird von 2,4 Prozent (2025) auf 4,0 Prozent (2027) in Relation zum BIP steigen. Die öffentlichen Schulden nehmen bis zum Jahr 2027 auf 65,4 Prozent in Relation zum BIP zu.

Die Inflationsrate bewegt sich um den Zielbereich der Europäischen Zentralbank mit 2,2 Prozent (2025), 1,8 Prozent (2026) und 2,1 Prozent (2027).

Private Investitionen mit wenig Dynamik

Die Unternehmensinvestitionen schrumpfen 2025 das zweite Jahr in Folge. Ab dem kommenden Jahr dürften sie moderat um 2,9 Prozent (2026) bzw. 3,5 Prozent (2027) zulegen. Für eine durchgreifende Erholung bleibt die Investitionstätigkeit der Unternehmen aber zu schwach.

Auch die Bauinvestitionen durchschreiten eine sehr tiefe Talsohle. Trotz steigender Aktivität dürften sie 2027 immer noch 13 Prozent niedriger sein als 2020.

Anstiege bei Exporten und privatem Konsum

Der private Konsum steigt im laufenden Jahr um voraussichtlich 0,8 Prozent und in den kommenden beiden Jahren mit ähnlichen Raten. Die Exporte dürften 2025 leicht sinken (-0,2 Prozent). Für die kommenden Jahre rechnet das Kiel Institut mit moderaten Anstiegen um 0,9 (2026) bzw. 1,6 Prozent (2027). Damit gehen aufgrund von Zollkonflikten und einer gesunkenen Wettbewerbsfähigkeit vor allem gegenüber China weiterhin Weltmarktanteile verloren.

Weltwirtschaft: Moderate Zuwächse

Die Weltwirtschaft legt laut Prognose des Kiel Instituts im laufenden und kommenden Jahr um gut 3 Prozent zu. Dabei verliert die Dynamik in den Vereinigten Staaten und im Euroraum zunächst an Fahrt, während die Konjunktur in China nicht in Schwung kommt.

Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft

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Noch 4 von 10 trotz Weihnachtsurlaub für den Job erreichbar

Ein Kollege braucht schnell eine Antwort, ein Großauftrag soll noch vor Jahresende reingeholt werden oder eine Kundin meldet sich mit einer kurzfristigen Bitte? Das sind Gründe, trotz Weihnachtsfeiertagen oder -urlaub für den Job aktiv zu werden. 43 Prozent der Befragten einer Studie von Bitkom sind dazu bereit.

Bitkom, Mitteilung vom 10.12.2025

  • Erreichbarkeit über die Feiertage nimmt von Jahr zu Jahr ab
  • Vor allem Kurznachrichten und Mails werden gecheckt

Ein Kollege braucht schnell eine Antwort, ein Großauftrag soll noch vor Jahresende reingeholt werden oder eine Kundin meldet sich mit einer kurzfristigen Bitte? Das sind für viele Menschen Gründe, trotz Weihnachtsfeiertagen oder -urlaub für den Job aktiv zu werden. Zwar haben 71 Prozent der Berufstätigen in dieser Zeit Urlaub, doch 43 Prozent von ihnen sind in den freien Tagen trotzdem dienstlich erreichbar. Nur eine knappe Mehrheit von 54 Prozent nutzt den Weihnachtsurlaub demnach, um vollständig abzuschalten. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 1.002 Personen ab 16 Jahren in Deutschland befragt wurden, darunter 532 Berufstätige. Recht deutliche Unterschiede gibt es dabei zwischen den Geschlechtern: Unter Männern, die berufstätig sind und Urlaub haben, reagieren 38 Prozent auf dienstliche Anfragen, unter Frauen sind es hingegen 48 Prozent.

Insgesamt zeigt sich damit ein rückläufiger Trend: Vor der Coronapandemie lag der Anteil der im Weihnachtsurlaub erreichbaren Berufstätigen noch bei 71 Prozent (2019). Im Jahr 2020 lag er bei 61 Prozent, in den Folgejahren bei rund der Hälfte. Auch im Vergleich zu 2024 (50 Prozent) sinkt der Anteil der Berufstätigen, die trotz Urlaub erreichbar sind, in diesem Jahr weiter. „Urlaub soll der Erholung dienen – ständige Erreichbarkeit verhindert das“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Wo es wirklich nötig ist, helfen klare Absprachen, wer wann erreichbar sein muss, damit die Feiertage entspannt bleiben und neue Energie getankt werden kann.“

Die Berufstätigen sind trotz Urlaub vor allem schriftlich erreichbar: 42 Prozent der Berufstätigen lesen im Weihnachtsurlaub Kurznachrichten wie SMS oder WhatsApp, 40 Prozent checken ihre dienstlichen Mails. Ans Telefon gehen 38 Prozent trotz Urlaub. Über Videotelefonate (14 Prozent) und Nachrichten in Kollaborationstools wie Teams oder Slack (12 Prozent) sind hingegen nur die Wenigsten ansprechbar.

Quelle: Bitkom

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Omnibus 1-Paket: Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen beschlossen

EU-Parlament und Rat haben am 09.12.2025 eine vorläufige Einigung zur Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichtspflichten nach CSRD und EU-Lieferkettengesetz (CSDDD) erzielt. Die Einigung muss nun noch formal von beiden EU-Institutionen angenommen und anschließend im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.

DATEV Informationsbüro Brüssel, Mitteilung vom 09.12.2025

EU-Parlament und Rat haben am 09.12.2025 eine vorläufige Einigung zur Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichtspflichten nach CSRD und EU-Lieferkettengesetz (CSDDD) erzielt. Der finale Text der Einigung ist derzeit noch nicht öffentlich zugänglich. Die Einigung muss nun noch formal von beiden EU-Institutionen angenommen und anschließend im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.

Die vorläufige Einigung sieht u. a. Folgendes vor:

CSRD

  • Anwendungsbereich:
    • EU-Unternehmen mit durchschnittlich mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz
    • Nicht-EU-Unternehmen, die mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz in der EU erzielen
    • Ausnahme von Finanzholdings
  • Value chain cap: Es dürfen keine über den freiwilligen Berichtsstandard (VSME) hinausgehende Informationen bei Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten abgefragt werden.
  • Vereinfachung der ESRS
  • freiwillige sektorspezifische Berichterstattung
  • digitales Portal: Die EU-Kommission soll ein digitales Portal für Unternehmen aufbauen, worüber sie Templates und Leitlinien zu nationalen und EU-Berichtspflichten abrufen können.

CSDDD

  • Anwendungsbereich (ca. 1.500 Unternehmen):
    • EU-Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und mehr als 1,5 Milliarden Euro Nettoumsatz
    • Nicht-EU-Unternehmen, die mehr als 1,5 Milliarden Euro Nettoumsatz in der EU erzielen
  • Ermittlung und Bewertung von negativen Auswirkungen auf Umwelt und Menschenrechte: Fokus auf die Bereiche in der Aktivitätskette, in denen tatsächliche und potenzielle negative Auswirkungen am wahrscheinlichsten auftreten. Um übermäßige Informationsabfragen bei kleineren Unternehmen einzuschränken, sollen sich Unternehmen auf angemessen verfügbare Informationen beim Durchführen des Scopings stützen.
  • Unternehmen müssen keine Klimaübergangspläne mehr aufstellen und annehmen.
  • Sanktionen werden auf maximal 3 % des weltweiten Nettoumsatzes gedeckelt. Die EU-Kommission soll in Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten diesbezüglich Leitlinien vorlegen.
  • keine Harmonisierung der zivilrechtlichen Haftung
  • Verschiebung der Umsetzungsfrist um ein weiteres Jahr, d. h. 26.07.2028 und Anwendung der Bestimmungen ab 26.07.2029

Außerdem haben EU-Parlament und Rat eine Überprüfungsklausel aufgenommen, wonach eine mögliche Ausweitung des Anwendungsbereichs von CSRD und CSDDD zu einem späteren Zeitpunkt zu prüfen ist.

Quelle: DATEV eG Informationsbüro Brüssel

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Ukraine: Wirtschaft zwischen Widerstandskraft und Zukunftschancen

Die Ukraine entwickelt sich zu einem zentralen Akteur und eröffnet zugleich große Chancen für Unternehmen. Im Vorfeld des 8. Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforums, der zentralen Plattform für wirtschaftliche Kooperationen, lohnt sich lt. DIHK ein genauerer Blick auf die Potenziale des Landes.

DIHK, Mitteilung vom 09.12.2025

Die Ukraine entwickelt sich zu einem zentralen Akteur und eröffnet zugleich große Chancen für Unternehmen. Im Vorfeld des 8. Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforums, der zentralen Plattform für wirtschaftliche Kooperationen, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Potenziale des Landes.

Bilateraler Handel und Investitionen

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine intensiviert sich stetig. Exportkreditversicherungen und Investitionsgarantien erleichtern deutschen Unternehmen den Marktzugang und werden von hiesigen Firmen kräftig genutzt. Fortschritte wie der Ausbau der Stromnetze und die Modernisierung der Logistik unterstreichen die Handlungsfähigkeit der Ukraine. Reformen bei der EU-Annäherung schaffen zusätzliche Planungssicherheit – ein entscheidender Faktor für Investitionen und langfristige Partnerschaften.

Wachstumsbranchen und Innovationspotenziale

In der Ukraine bieten der Energiesektor, das Bauwesen und die Agrarwirtschaft vielversprechende Möglichkeiten. Der Wiederaufbau der zerstörten Energieinfrastruktur, verbunden mit einer stärkeren Integration in das europäische Stromnetz, eröffnet gute Chancen für langfristige Kooperationen. Der Reparatur- und Installationsbedarf kann und sollte mit moderner Technik erfolgen, um auch hier einen Schritt zur Harmonisierung von Standards mit der EU zu gehen.  Eine Dezentralisierung der Energieversorgung und die Modernisierung von Gebäuden durch energieeffiziente Technologien erschließen weitere Zukunftsmärkte.

Gleichzeitig stärken die Diversifizierung in der Landwirtschaft sowie Investitionen in moderne Verarbeitungstechnologien die Exportfähigkeit des Landes. Für den deutschen Mittelstand bedeutet das: neue Geschäftsfelder, Partnerschaften und Chancen, um Know-how und Technologien einzubringen – und damit aktiv am Wiederaufbau und an der wirtschaftlichen Transformation der Ukraine mitzuwirken.

Sicherheit: Von Waffenlieferungen zu Industriepartnerschaften

In der Verteidigungsindustrie hat sich die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine in den vergangenen drei Jahren deutlich gewandelt. Heute entstehen Joint Ventures zwischen deutschen Unternehmen und ukrainischen Partnern, deutsche Firmen errichten vor Ort Produktionsstätten, und Kooperationen vor allem in der Drohnenabwehr sowie der Luftverteidigung eröffnen neue Innovationsfelder für eine enge bilaterale Zusammenarbeit.

Für hiesige Unternehmen bedeutet das Zugang zu Technologien, die unter realen Einsatzbedingungen getestet werden. Die Unterschiede zu 2024 sind deutlich: Damals dominierte die Debatte um Kampfpanzer und Flugabwehrsysteme. Heute geht es um lokale Produktion, Technologieentwicklung und langfristige Industriepartnerschaften auf Augenhöhe.

Ukraine als Verbündeter: Chancen jetzt nutzen

Die Ukraine ist auf dem Weg, ein zentraler Partner Europas zu werden – wirtschaftlich und sicherheitspolitisch. Deutsche Unternehmen haben die Chance, diesen Prozess aktiv mitzugestalten – durch Investitionen in Technologiepartnerschaften, lokale Produktion und Ausbildung. Risiken wie die Sicherheitslage, aber auch das Thema Korruption bleiben Herausforderungen. Die Deutsch-Ukrainische Industrie- und Handelskammer und das Kompetenzzentrum Wiederaufbau Ukraine der Deutschen Industrie- und Handelskammer unterstützen Unternehmen durch Vernetzung und gezielte Informationen bei der Identifizierung von Chancen und Minimierung von Risiken.

Die Bundesregierung und viele andere staatliche Akteure leisten bereits Unterstützung, indem sie Finanzierungs- und Absicherungsinstrumente für Projekte bereitstellen. Diese positiven Ansätze können aber bilateral und im internationalen Kontext noch intensiviert werden, um eine bessere Finanzierbarkeit von Projekten und Investitionen zu ermöglichen und europäische Standards zu implementieren.

Quelle: DIHK

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Exporte im Oktober 2025: +0,1 % zum September 2025

Im Oktober 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber September 2025 kalender- und saisonbereinigt um 0,1 % gestiegen und die Importe um 1,2 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2024 nahmen die Exporte um 4,2 % und die Importe um 2,8 % zu, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.12.2025

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Oktober 2025
131,3 Milliarden Euro
+0,1 % zum Vormonat
+4,2 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), Oktober 2025
114,5 Milliarden Euro
-1,2 % zum Vormonat
+2,8 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), Oktober 2025
16,9 Milliarden Euro

Im Oktober 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber September 2025 kalender- und saisonbereinigt um 0,1 % gestiegen und die Importe um 1,2 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2024 nahmen die Exporte um 4,2 % und die Importe um 2,8 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.

Im Oktober 2025 wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 131,3 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 114,5 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im Oktober 2025 mit einem Überschuss von 16,9 Milliarden Euro ab. Im September 2025 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik +15,3 Milliarden Euro betragen. Im Oktober 2024 hatte er bei +14,6 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Oktober 2025 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 76,3 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 61,1 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber September 2025 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 2,7 % und die Importe aus diesen Staaten um 2,8 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 53,0 Milliarden Euro (+2,5 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 40,6 Milliarden Euro (+3,9 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 23,3 Milliarden Euro (+3,1 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 20,5 Milliarden Euro (+0,7 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Oktober 2025 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 55,1 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 53,4 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber September 2025 sanken die Exporte in die Drittstaaten um 3,3 % und die Importe von dort um 5,4 %.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Oktober 2025 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 11,3 Milliarden Euro exportiert, das waren 7,8 % weniger als im September 2025. Damit nahmen die Exporte in die USA im Oktober 2025 wieder ab, nachdem sie im September 2025 im Vormonatsvergleich gestiegen waren. Gegenüber dem Vorjahresmonat Oktober 2024 waren die Exporte in die Vereinigten Staaten kalender- und saisonbereinigt um 8,3 % geringer. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken im Oktober 2025 im Vergleich zum September 2025 um 5,8 % auf 6,3 Milliarden Euro. Die Exporte in das Vereinigte Königreich nahmen im Vergleich zum Vormonat um 6,5 % auf 6,5 Milliarden Euro ab.

Die meisten Importe kamen im Oktober 2025 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 13,8 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 5,2 % weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 16,6 % auf 7,2 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 14,5 % auf 3,1 Milliarden Euro ab.

Die Exporte in die Russische Föderation stiegen im Oktober 2025 gegenüber September 2025 kalender- und saisonbereinigt um 4,8 % auf 0,6 Milliarden Euro. Gegenüber Oktober 2024 nahmen sie um 0,3 % ab. Die Importe aus Russland sanken im Oktober 2025 gegenüber September 2025 um 10,6 % auf 0,1 Milliarden Euro, gegenüber Oktober 2024 nahmen sie um 34,7 % ab.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Oktober 2025 Waren im Wert von 139,1 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 121,8 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2024 stiegen die Exporte damit um 4,1 % und die Importe um 2,8 % an. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Oktober 2025 mit einem Überschuss von 17,3 Milliarden Euro ab. Im Oktober 2024 hatte der Saldo +15,1 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Produktion im Oktober 2025: +1,8 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober 2025 gegenüber September 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,8 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.12.2025

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 0,6 % gestiegen

Produktion im Produzierenden Gewerbe
Oktober 2025 (real, vorläufig):
+1,8 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+0,8 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

September 2025 (real, revidiert):
+1,1 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-1,4 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Oktober 2025 gegenüber September 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,8 % gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von August 2025 bis Oktober 2025 um 1,5 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Im September 2025 stieg die Produktion gegenüber August 2025 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 1,1 % (vorläufiger Wert: +1,3 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2024 war die Produktion im Oktober 2025 kalenderbereinigt 0,8 % höher.

Produktionsanstieg im Bau, Rückgang in der Automobilindustrie

Die positive Entwicklung der Produktion im Oktober 2025 ist unter anderem auf den Anstieg der Bauproduktion um saison- und kalenderbereinigt 3,3 % gegenüber dem Vormonat zurückzuführen. Auch die Anstiege im Maschinenbau (+2,8 %) und der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+3,9 %) trugen merklich zum Gesamtergebnis bei. Negativ wirkte sich hingegen der Produktionsrückgang in der gewichtigen Automobilindustrie aus (-1,3 %).

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) stieg im Oktober 2025 gegenüber September 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,5 %. Innerhalb der Industrie war ein Anstieg über alle drei Hauptgruppen zu verzeichnen: Die Produktion von Investitionsgütern und Konsumgütern stieg um jeweils 2,1 % und die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,6 %. Außerhalb der Industrie stieg die Energieerzeugung um 1,4 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2024 sank die Industrieproduktion kalenderbereinigt um 0,1 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gestiegen

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Oktober 2025 gegenüber September 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,6 % gestiegen. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen von August 2025 bis Oktober 2025 ebenfalls um 0,6 % höher als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Oktober 2024 war die energieintensive Produktion im Oktober 2025 kalenderbereinigt um 0,1 % niedriger.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Nachhaltigkeitsberichterstattung: EFRAG startet ESRS Knowledge Hub

EFRAG hat eine interaktive Online-Plattform, das sog. ESRS Knowledge Hub, gestartet, um Unternehmen, Fachleute und Stakeholder bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu unterstützen.

DATEV Informationsbüro Brüssel, Mitteilung vom 04.12.2025

EFRAG hat am 04.12.2025 eine interaktive Online-Plattform, das sog. ESRS Knowledge Hub, gestartet, um Unternehmen, Fachleute und Stakeholder bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu unterstützen.

Auf der Plattform werden eine Vielzahl an Informationen und Materialien zentral gebündelt zur Verfügung gestellt, u. a.:

  • interaktiver Zugang zu den in 2023 verabschiedeten ESRS (delegierte Verordnung (EU) 2023/2772) als auch Umsetzungsleitlinien;
  • Entwürfe der vereinfachten ESRS, die am 03.12.2025 an die EU-Kommission übergeben wurden, und begleitende Dokumente;
  • VSME-Standard (freiwilliger Nachhaltigkeitsberichtsstandard für KMU) im interaktiven Format und Unterstützungsmaterialen und Werkzeuge;
  • Verlinkungen auf die EU-Gesetzgebung und internationale Standards als auch Links zu laufenden Diskussionen in den verschiedenen Gremien der EFRAG (EFRAG SRB und EFRAG SR TEG).

Quelle: DATEV eG Informationsbüro Brüssel

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