Ökonomischen Informationsdefiziten und Desinformation in Zeiten von „fake news“ entgegenwirken

Ein Blick auf das ökonomische Faktenwissen erbringt ein für Deutschland eher ernüchterndes Bild: Die Deutschen sind im weltweiten Vergleich zwar überdurchschnittlich gut informiert, im Vergleich zu anderen Industriestaaten liegen sie aber nur im Mittelfeld. Interessant dabei: Fehleinschätzungen gehen zumeist in die pessimistische Richtung. Oftmals wird die wirtschaftliche Performance des eigenen Landes zu düster eingeschätzt. Das gilt etwa in Bezug auf die Wirtschaftsleistung, die Höhe der Arbeitslosigkeit, die Erwerbsquote von Frauen und auch die Ungleichheit. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt des ZEW.

ZEW, Pressemitteilung vom 19.07.2021

Ein Blick auf das ökonomische Faktenwissen erbringt ein für Deutschland eher ernüchterndes Bild: Die Deutschen sind im weltweiten Vergleich zwar überdurchschnittlich gut informiert, im Vergleich zu anderen Industriestaaten liegen sie aber nur im Mittelfeld. Interessant dabei: Fehleinschätzungen gehen zumeist in die pessimistische Richtung. Oftmals wird die wirtschaftliche Performance des eigenen Landes zu düster eingeschätzt. Das gilt etwa in Bezug auf die Wirtschaftsleistung, die Höhe der Arbeitslosigkeit, die Erwerbsquote von Frauen und auch die Ungleichheit. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt, das das ZEW Mannheim mit Unterstützung der Brigitte Strube Stiftung bearbeitet hat.

Wie steht es um das Wirtschaftswissen der Menschen in Deutschland und wie lassen sich festgestellte Wissensdefizite verkleinern? Mit diesen in einem Bundestagswahljahr besonders relevanten Fragen haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ZEW auseinandergesetzt. Dabei haben sie in ihrer Analyse auch den Zusammenhang zwischen ökonomischem Wissen und der Fähigkeit eines Landes zu Reformen ausgeleuchtet. Es zeigt sich, dass sich Länder mit wirtschaftlich gut informierten Wählerinnen und Wählern eher durch höhere ökonomische Freiheit auszeichnen, also ein funktionierendes Rechtssystem haben, einen hohen Öffnungsgrad der Märkte oder eine effiziente staatliche Regulierung. Auch werden wirtschaftspolitische Themen ausgewogener beurteilt, wenn genauere Informationen zur Verfügung gestellt werden. Beispielsweise steigt die Offenheit für Studiengebühren, wenn Informationen zum Einkommensvorsprung von Akademikern zur Verfügung gestellt werden. Außerdem geht ein besserer Informationsstand mit einem größeren Bewusstsein für die negativen Folgen von Steuern für Wachstum und Leistungsanreize einher.

Unter den möglichen Ursachen für fehlendes ökonomisches Wissen betrachtet die Studie genauer die Rolle des allgemeinen Bildungsniveaus und die Nutzung sozialer Medien. Internationale Ländervergleiche belegen, dass ein geringes Bildungsniveau und eine starke Nutzung sozialer Medien mit schlechterem Faktenwissen einhergehen.

Die ZEW-Studie belässt es allerdings nicht bei der Analyse des ökonomischen Wissensstands der Bevölkerung, sondern entwickelt einen Katalog neuer Ideen zur ökonomischen Bildung. „In Deutschland wird das große Angebot an ökonomischer Kompetenz der vielen Forschungseinrichtungen nicht ausreichend für den Wissenstransfer genutzt“, macht Studienleiter Prof. Dr. Friedrich Heinemann deutlich. „Junge Forschende haben momentan zu geringe Anreize, in Schulen zu gehen oder sich als Gesprächspartner für interessierte Laien zur Verfügung zu stellen.“ Hier könnten „Credit points for transfer“ helfen, bei denen junge Nachwuchswissenschaftler/innen in ihren Promotionsverfahren Leistungspunkte für die Beteiligung an Transferaktivitäten erhalten. Außerdem empfehlen die ZEW-Forscher „Wahlprogramm-Referees“ und „Folgen-Checks“. Die „Wahlprogramm-Referees“ sollten die Wahlprogramme der Parteien unabhängig prüfen und zum Beispiel auf ihre finanziellen Folgen hin durchrechnen.

Um „Folgen-Checks“ sollten die bereits vielfach in den Medien praktizierten „Fakten-Checks“ erweitert werden. Der Unterschied zwischen beiden Überprüfungen besteht darin, dass der Folgen-Check eben auch die indirekten Rückwirkungen einer politischen Maßnahme beleuchtet, die häufig nicht so einfach erkennbar sind. Ein Beispiel betrifft den Vorschlag einer Mietpreisbremse. Der Folgen-Check würde auf Basis verfügbarer wissenschaftlicher Studien zeigen, welche Folgen ein solcher Markteingriff für Investitionen in Wohnraum und die Verfügbarkeit von Wohnungen haben kann. Erst mit diesem Wissen wird eine wirklich informierte Entscheidung über einen solchen Regulierungseingriff möglich. „Internet-Führerscheine“ könnten zudem im Sekundarbereich der Schulen neue Anreize für den Erwerb einer höheren Kompetenz im Umgang mit digitalen Informationsquellen geben. „Die Wirtschaftspolitik eines Landes kann nur so gut sein wie die Wirtschaftskompetenz der Wählerinnen und Wähler“, begründet Friedrich Heinemann die Forderung der Studie nach umfassenden neuen Anstrengungen im Kampf gegen ökonomische Informationsdefizite und eine um sich greifende Desinformation in Zeiten von „fake news.“

Quelle: ZEW

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Geschäftsklima in der Bitkom-Branche erreicht neuen Spitzenwert

Die digitale Wirtschaft in Deutschland legt nach dem Corona-Schock ein starkes Wachstum hin und das Geschäftsklima ist besser denn je. Für 2021 erwartet der Digitalverband Bitkom für die Unternehmen der IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik ein Umsatzplus von 4 Prozent auf 178,2 Milliarden Euro.

Bitkom, Pressemitteilung vom 15.07.2021

  • Prognose: ITK-Umsätze steigen 2021 um 4 Prozent auf 178 Milliarden Euro
  • Ungewissheit durch Corona und Bundestagswahl zugleich hoch wie nie
  • Zwei Drittel der Digitalunternehmen weiter im Homeoffice

Die digitale Wirtschaft in Deutschland legt nach dem Corona-Schock ein starkes Wachstum hin und das Geschäftsklima ist besser denn je. Für 2021 erwartet der Digitalverband Bitkom für die Unternehmen der IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik ein Umsatzplus von 4 Prozent auf 178,2 Milliarden Euro. Das berichtet Bitkom auf Basis aktueller Berechnungen. Im Juni 2021 beurteilten die ITK-Unternehmen ihre Geschäftslage insgesamt als sehr gut, wie Erhebungen von Bitkom und ifo Institut weiterhin zeigen. Der Bitkom-ifo-Digitalindex stieg um 5,9 Zähler und erreicht mit 40,5 Punkten ein Allzeit-Hoch. Die Bitkom-Branche entwickelt sich damit deutlich dynamischer als die Gesamtwirtschaft, die laut ifo im Juni um 5,6 Zähler auf 22,5 Punkte zulegte. „Das Wachstum im Kern der digitalen Wirtschaft ist so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr und die Umsätze liegen deutlich über dem Vorkrisenniveau“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg mit Blick auf die aktuelle Entwicklung. Besonders erfreulich sei die positive Entwicklung im Arbeitsmarkt. Berg: „In diesem Jahr wird die Bitkom-Branche in Deutschland voraussichtlich wieder über 40.000 zusätzliche Jobs schaffen und damit 1,27 Millionen Menschen in Deutschland beschäftigen.“

Auch im kommenden Jahr stehen die Zeichen auf Wachstum: 2022 legt der Markt laut Prognose um voraussichtlich 3,4 Prozent auf 184,3 Milliarden Euro zu. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche könnte zugleich erstmals auf über 1,3 Millionen ansteigen. „Neben den Rekordwerten gibt es aber auch Unsicherheiten“, kommentiert Berg. „Das Auftreten neuer Corona-Varianten, eine mögliche vierte Welle, der ungewisse Ausgang der Bundestagswahl im Herbst und auch der anhaltende Mangel an Halbleitern machen die aktuelle Lage fragil und es bleibt konjunkturell spannend.“

Digitalbranche mit weniger Kurzarbeit und mehr Homeoffice

Gefragt danach, wie lange sie noch mit Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Zuge der Corona-Pandemie rechnen, geben die Digitalunternehmen ebenso wie die Unternehmen der Gesamtwirtschaft übereinstimmend einen Zeitraum von rund sechs Monaten an. Deutliche Unterschiede gibt es aber bei Umfang und Ausgestaltung von Beschäftigung: Während in der Gesamtwirtschaft noch im Juni fast jedes vierte Unternehmen (22 Prozent) angibt, Kurzarbeit zu haben, sagt dies nicht einmal jedes zehnte Digitalunternehmen (9 Prozent). Beim Thema Homeoffice ist die ITK-Branche Vorreiter: Fast zwei Drittel der Beschäftigten (61 Prozent) arbeiten derzeit noch ganz oder teilweise im Homeoffice – in der Gesamtwirtschaft sind es mit 28 Prozent nicht einmal halb so viele. Seit dem 1. Juli ist die bis dahin geltende Homeoffice-Pflicht ausgelaufen, obwohl 62 Prozent der Berufstätigen laut einer Bitkom-Umfrage vom Mai 2021 eine strikte Homeoffice-Pflicht so lange befürworten, bis die Pandemie vorüber ist. Die Hälfte (51 Prozent) möchte auch nach der Pandemie gern ganz oder teilweise im Homeoffice arbeiten. „Die Corona-Krise hat gezeigt, dass flexibles Arbeiten die Qualität der Arbeitsergebnisse nicht schmälert – im Gegenteil. Unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten, kann allen Seiten Vorteile bringen“, so Berg. „Ein Großteil der Digitalunternehmen hat diese Vorteile erkannt und nutzt sie auch ohne gesetzliche Vorgaben.“

Trend zu mobilem Arbeiten beflügelt IT-Segment

Mobile Arbeit und Homeoffice haben dafür gesorgt, dass das Segment der Informationstechnik 2021 stärker an Gewicht gewinnt: Die Umsätze steigen nach Bitkom-Berechnungen im Juni 2021 um 6,6 Prozent auf 101,8 Milliarden Euro. Am stärksten ist das Wachstum bei der IT-Hardware – also insbesondere Computer, Server und Peripheriegeräte – mit einem kräftigen Plus von 10,9 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro. Die Umsätze mit Infrastructure-as-a-Service (IaaS), also dem Geschäft mit gemieteten Servern, Netzwerk- und Speicherkapazitäten, steigen um 29,8 Prozent, mit Tablets um 19 Prozent und mit mobilen PCs um 18 Prozent. Rückläufig ist allein das Geschäft mit stationären Desktop-PCs (minus 5,0 Prozent). Auch die Software legt zu: Um 6,0 Prozent auf 27,5 Milliarden Euro Umsatz. Das Geschäft mit IT-Services, wozu unter anderem die IT-Beratung gehört, wächst mit 3,7 Prozent deutlich an und steigt auf 41,1 Milliarden Euro.

Leichter Aufwärtstrend am TK-Markt nach Stagnation

Der Markt für Telekommunikation verzeichnet in diesem Jahr voraussichtlich ein leichtes Wachstum. 2021 soll das Segment nach zwei Jahren relativer Konsolidierung um 1,3 Prozent auf 67,5 Milliarden Euro zulegen. Mit Telekommunikationsdiensten werden nach Bitkom-Berechnungen 49,1 Milliarden Euro umgesetzt, das entspricht einem Plus von 1,4 Prozent. Das Geschäft mit Endgeräten verharrt bei 11,5 Milliarden Euro (plus 0,2 Prozent), die Investitionen in die Telekommunikations-Infrastruktur steigen demgegenüber jedoch messbar: um 2,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. „Die Netzbetreiber investieren weiter massiv in den Ausbau von Glasfaser und neuen 5G-Netzen“, so Bitkom-Präsident Berg. „95 Prozent aller Haushalte haben inzwischen Zugang zu Breitband mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde. In den letzten Monaten wurden Tag für Tag Tausende Haushalte zusätzlich mit Gigabit-Leitungen versorgt.“

Auf und Ab am Markt für Unterhaltungselektronik

Die Unterhaltungselektronik pendelt seit einigen Jahren zwischen Umsatzzuwächsen und -verlusten. Während 2020 noch ein Plus von 6,3 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro verzeichnet werden konnte, geht die Prognose für 2021 von einem Minus von 4,0 Prozent sowie einem Umsatzvolumen von 9,0 Milliarden Euro aus. „Der Markt für Unterhaltungselektronik steht derzeit unter Druck. Während des Lockdowns habe die Menschen ihre Häuser und Wohnungen technisch aufgerüstet, jetzt fließt das Geld wieder in Dinge wie Reisen und Restaurants“, so Berg.

Erwartungen der Digitalbranche an die neue Bundesregierung

Von der kommenden Bundesregierung erhofft sich Bitkom einen starken Fokus auf digitalpolitische Themen. „Die künftige Bundesregierung muss den von Corona ausgelösten Digitalisierungsschub mindestens erhalten, möglichst verstärken“, fordert Bitkom-Präsident Achim Berg. „Das heißt: Sie muss die digitale Souveränität in den entscheidenden Technologiefeldern auf ein neues Niveau heben, die digitale Teilhabe in der Gesellschaft stark verbessern, durch Digitalisierung nachhaltiger und möglichst klimaneutral wirtschaften und die Widerstandskraft von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft gegenüber künftigen Krisen deutlich stärken.“ Dafür müsse der deutsche Staat insgesamt agiler werden. „Herausragende Bedeutung hat auch ein Digitalministerium, das bei digitalpolitischen Themen die Federführung übernimmt“, so Berg. Um die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben, fordert Bitkom eine neue digitalpolitische Agenda mit den Schwerpunkten digitale Teilhabe, digitale Souveränität, digitale Nachhaltigkeit und digitale Resilienz. Berg: „Wir müssen die richtigen Schwerpunkte setzen und schnell sein – dann können wir die kommenden Jahre zu Deutschlands digitaler Dekade machen.“

Quelle: Bitkom

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Innovationsstarke Unternehmen sind widerstandsfähiger in der Corona-Krise

Die Unternehmen in Deutschland haben ihre Innovationsaktivitäten während der Corona-Pandemie weniger stark eingeschränkt als zunächst befürchtet. Dies zeigt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

ZEW, Pressemitteilung vom 15.07.2021

Die Unternehmen in Deutschland haben ihre Innovationsaktivitäten während der Corona-Pandemie weniger stark eingeschränkt als zunächst befürchtet. Dies zeigt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. So planten im März bis Juli 2020 deutsche Unternehmen, die im Rahmen der ZEW-Innovationserhebung befragt wurden, ihre Innovationsausgaben im Jahr 2020 im Durchschnitt um etwa zwei Prozent zu verringern. „Zum Vergleich: Während der Finanzkrise 2009 sanken die Innovationsausgaben hingegen deutlich stärker um durchschnittlich elf Prozent“, ordnet ZEW-Wissenschaftlerin und Ko-Autorin der Studie Josefine Diekhof, Ph.D., ein.

Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Branchen hinsichtlich ihrer Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE), die einen Teil der Innovationsausgaben ausmachen, erheblich. Während viele Unternehmen der pharmazeutischen Industrie und der IKT-Dienstleistungen (inkl. Software-Programmierung) ihre FuE-Ausgaben deutlich steigern wollten, planten Unternehmen aus der chemischen und der elektronischen Industrie oder dem Automobilbau eher, ihre FuE-Ausgaben auf einem stabilen Niveau zu halten. Unternehmen in Maschinenbau, Ingenieurwesen und sonstigem Fahrzeugbau wollten die FuE-Ausgaben moderat um vier bis sechs Prozent senken. „Die Branchen hingegen, die eine sehr starke Reduzierung der FuE-Ausgaben planten, spielen für das gesamtdeutsche Innovationsgeschehen eine untergeordnete Rolle“, ergänzt Dr. Christian Rammer, Wissenschaftler im  ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und ebenfalls Ko-Autor der Studie.

Während der Corona-Krise waren innovationsstarke Unternehmen relativ widerstandsfähig gegen mögliche negative Folgen der Pandemie. Sie trieben oftmals die Digitalisierung interner Prozesse und Produkte voran, versuchten neue Märkte zu erschließen und Kundenkreise anzusprechen und führten neue Produkte und Prozesse ein – all dies trägt zum Unternehmenswachstum bei. „Hinzu kommt, dass diese Maßnahmen eher auf Dauer angelegt und nicht nur vorübergehender Natur sind, sodass sie nicht nur in der Krise, sondern auch in den nächsten Jahren die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken“, so Bastian Krieger, ZEW-Wissenschaftler und Ko-Autor der Studie. Nicht-innovative Unternehmen hingegen reagierten kaum mit strategischen Maßnahmen auf die Corona-Krise.

Unternehmen reorganisieren ihre Innovationstätigkeiten in der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat Unternehmen auch veranlasst, ihre Innovationsaktivitäten zu reorganisieren. Viele Vorhaben wurden in die Zukunft verschoben oder ihre Laufzeit wurde verlängert. Manche laufende Projekte mussten hingegen eingestellt werden. Zwar wurden auch im Krisenjahr neue Projekte für Produkt- und Prozessinnovationen auf den Weg gebracht, jedoch konnten insgesamt – wegen zum Teil fehlender Impulse aus persönlichen Interaktionen – weniger Projekte gestartet werden. Es scheint, dass sich Unternehmen in der Pandemie auf kurzfristigere Innovationsvorhaben konzentrieren und die mehr grundlagenorientierten Vorhaben gestreckt oder verschoben wurden.

Insofern geben die Ergebnisse zwar Anlass zur Hoffnung, dass die deutschen Unternehmen nach der Krise rasch zurück auf einen Wachstumspfad bei FuE und Innovationen gelangen. „Allerdings sollten politische Entscheidungsträger berücksichtigen, dass die Corona-Pandemie die bestehende Lücke zwischen der kleinen Gruppe innovativer Unternehmen und der größeren Gruppe von Unternehmen mit geringfügigen oder gar keinen Innovationsaktivitäten erweitern wird“, so Josefine Diekhof, Ph.D. Um dem entgegenzuwirken, sollte die Politik innovationsschwachen Unternehmen stärkere Anreize zur Steigerung der Innovationsausgaben bieten, wie etwa durch einen Ausbau der steuerlichen FuE-Förderung. Gleichzeitig sind aber auch weitere Impulse für den Start neuer FuE-Vorhaben sinnvoll, insbesondere wenn sie Beiträge für neue Technologien leisten können, z. B. um den Klimawandel zu bekämpfen.

Quelle: ZEW

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Neues Basisregister für Unternehmen

Das Statistische Bundesamt hat den gesetzlichen Auftrag zum Aufbau eines Registers über Unternehmensbasisdaten erhalten. Das am 15. Juli 2021 in Kraft getretene Unternehmensbasisdatenregistergesetz (UBRegG) soll Unternehmen und Verwaltung deutlich entlasten.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15.07.2021

Hohes Entlastungspotenzial für Wirtschaft und Verwaltung durch behördenübergreifende Wirtschaftsnummer

Das Statistische Bundesamt hat den gesetzlichen Auftrag zum Aufbau eines Registers über Unternehmensbasisdaten erhalten. Das am 15. Juli 2021 in Kraft getretene Unternehmensbasisdatenregistergesetz (UBRegG) soll Unternehmen und Verwaltung deutlich entlasten. Durch die Einführung einer bundeseinheitlichen und behördenübergreifenden Identifikationsnummer müssen Unternehmen ihre Stammdaten künftig nur noch einmal gegenüber der Verwaltung angeben („Once-Only“-Prinzip). Das Register wird am Standort Bonn aufgebaut. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG).

Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, begrüßt das Gesetz: „Das Entlastungspotenzial für alle, die mit Unternehmensdaten arbeiten, ist enorm. Deshalb werden wir alles dafür tun, dass wir ab 2023 mit der Befüllung des Registers beginnen können.“

Im Basisregister werden zukünftig Stammdaten wie Name, Sitz, Geschäftsanschrift, Rechtsform und Wirtschaftszweig sowie Identifikatoren aller in der deutschen Verwaltung geführten Unternehmen zusammengeführt, qualitätsgesichert und zentral vorgehalten. Dabei bestehen hohe Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit, die beim Aufbau und Betrieb des Registers stets berücksichtigt werden müssen. Jedes Unternehmen bekommt eine bundeseinheitliche Wirtschaftsnummer, mit der weitere Verwaltungsregister auf diese Unternehmensdaten zugreifen können. Angebundene Register werden direkt über neue Unternehmen und Änderungen an den Stammdaten bestehender Unternehmen informiert.

Quelle: Statistisches Bundesamt9

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Drei von vier Unternehmen wollen den digitalen Euro

Die deutsche Wirtschaft hat eine klare Meinung: Drei Viertel aller Unternehmen ab 50 Beschäftigten wollen, dass die EZB einen digitalen Euro einführt. Nur jedes Fünfte hält lt. Bitkom nichts von solchen Plänen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 14.07.2021

  • Digitalwährung würde direkten Zugang zu Zentralbankgeld in Zukunft sicherstellen – und könnte Einfluss fremder Digitalwährungen verhindern
  • Sorge um Datenschutz und Finanzstabilität
  • Europäische Zentralbank stellt heute Details zu Plänen für einen digitalen Euro vor

Die Europäische Zentralbank (EZB) will heute über ihre Pläne für einen digitalen Euro informieren. Die deutsche Wirtschaft hat zu dem Thema bereits eine klare Meinung: Drei Viertel (78 Prozent) aller Unternehmen ab 50 Beschäftigten wollen, dass die EZB einen digitalen Euro einführt. Nur jedes Fünfte (20 Prozent) hält nichts von solchen Plänen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 652 Unternehmen aller Branchen in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Andere Nationen sind bei digitalem Zentralbankgeld schon weiter und haben bereits Pilotprojekte gestartet. Wir müssen unser Tempo erhöhen, um diesen Vorsprung aufzuholen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Europa sollte bei digitalem Zentralbankgeld eine weltweit führende Rolle anstreben. Der digitale Euro ist ein ganz zentrales Element einer digital souveränen EU.“

Für einen digitalen Euro spricht aus Sicht der Unternehmen vor allem, dass sonst andere staatliche oder private Digitalwährungen zum Einsatz kommen, die europäische Werte untergraben könnten (78 Prozent). Zwei Drittel (69 Prozent) plädieren für den digitalen Euro, damit auf dem künftigen Kapitalmarkt mit tokenisierten Wertpapieren nahtlose Zahlungs- und Abwicklungsprozesse möglich werden. Und ähnlich viele (64 Prozent) sehen einen Vorteil darin, dass auch bei abnehmender Bedeutung von Bargeld im digitalen Zeitalter den Bürgern der direkte Zugang zur Zentralbank erhalten bleibt. 6 von 10 (60 Prozent) erwarten, dass ein digitaler Euro es der EZB in Krisenzeiten ermöglicht, neue geldpolitische Instrumente wie etwa Negativzinsen effektiver umzusetzen. Und 4 von 10 (40 Prozent) sehen den Bedarf für einen digitalen, programmierbaren Euro in der Industrie, um Zahlungsprozesse zu automatisieren. Damit könnten sich zum Beispiel Machine-to-Machine-Zahlungen im Internet of Things umsetzen lassen. Nur 11 Prozent sind der Meinung, ein digitaler Euro habe überhaupt keine Vorteile.

Allerdings gibt es auch Sorgen rund um die Einführung eines digitalen Euros. So sehen zwei Drittel (65 Prozent) Datenschutzrisiken, wenn die Zentralbank tiefere Einblicke in die Zahlungsprozesse erhält. Rund jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) sieht die Finanzstabilität gefährdet, weil durch den digitalen Euro der Einfluss der Banken in Krisenzeiten sinkt. Nur jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) sieht schlicht keinen Bedarf für einen digitalen Euro, 8 Prozent meinen, die Wirtschaft solle selbst Lösungen für den Zahlungsverkehr der Zukunft entwickeln. Lediglich 13 Prozent geben an, es spreche nichts gegen einen digitalen Euro.

Bitkom veranstaltet am 15. September den ersten „Digital Euro Summit“, bei dem es neben dem digitalen Euro um alle Themen rund um die Zukunft des Geldes geht.

Quelle: Bitkom

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2021

Die wirtschaftliche Erholung ist lt. BMWi in vollem Gange: In den Dienstleistungsbereichen hat das Geschäftsklima seinen Aufwärtstrend der letzten Monate fortgesetzt und übertraf im Juni erstmals das Vorkrisenniveau. Auch in der Industrie hat sich die Stimmung weiter verbessert, wenngleich Lieferengpässe bei Vorprodukten für leichte Dämpfer bei den Erwartungen sorgen. Insgesamt ist die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs.

BMWi, Pressemitteilung vom 14.07.2021

  • Zum Ende des zweiten Quartals 2021 ist die wirtschaftliche Erholung in vollem Gange; insbesondere viele Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftliche Aktivität wieder aufnehmen. Sie sehen sich fortschreitenden Lockerungen der Pandemie-Einschränkungsmaßnahmen gegenüber. Dämpfend wirken sich die in einzelnen Bereichen des Produzierenden Gewerbes vorherrschenden Lieferengpässe für Vorprodukte aus, die jedoch die positive Grunddynamik der Gesamtkonjunktur nicht beeinträchtigen.
  • Die Produktion in der Industrie erlitt im Mai erneut einen leichten Dämpfer, vor allem aufgrund von Versorgungsengpässen bei Halbleitern in der Automobilindustrie. Der Ausblick für die Industriekonjunktur insgesamt bleibt aber positiv angesichts der weiterhin guten Auftragslage und der optimistischen Stimmung in den Unternehmen. Im Baugewerbe hat sich die Produktion auf hohem Niveau stabilisiert.
  • Im Einzelhandel haben sich die Umsätze im Mai wieder erhöht und der Ausblick für die kommenden Monate ist in Anbetracht des aktuell günstigeren Pandemieverlaufs positiv. Die Inflationsrate hat sich zuletzt im Juni leicht verringert, war aber zuvor seit Jahresbeginn aufgrund von Sonderfaktoren (Rohstoffpreise, CO2-Bepreisung) deutlich gestiegen. In der zweiten Jahreshälfte ist aufgrund eines Basiseffektes wegen der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze ein Jahr zuvor mit Raten von 3 % oder darüber zu rechnen. Nach Auslaufen der Sondereffekte sollte sich die Inflationsrate aber zu Beginn des Jahres 2022 wieder deutlich verringern.
  • Am Arbeitsmarkt zeigte sich eine umfassende Besserung. Die Arbeitslosigkeit ging im Juni saisonbereinigt kräftig zurück und die Erwerbstätigkeit nahm im Mai saisonbereinigt erneut zu. Die Kurzarbeit hat sich im April weiter verringert, die Anzeigen für Kurzarbeit deuten auf ein weiteres Sinken hin.
  • Der Anstieg der eröffneten Regelinsolvenzverfahren zu Jahresbeginn setzte sich nicht weiter fort. Im April und Mai kam es zu einem deutlichen Rückgang. Im Juni haben sich die eröffneten Regelinsolvenzverfahren auf Vormonatsniveau stabilisiert. Angesichts des wirtschaftlichen Einbruchs im letzten Jahr dürfte für das Jahr 2021 insgesamt jedoch mit einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu rechnen sein.

Lieferengpässe wirken dämpfend, Gesamtkonjunktur jedoch im Aufschwung

Die wirtschaftliche Erholung ist in vollem Gange: In den Dienstleistungsbereichen hat das Geschäftsklima seinen Aufwärtstrend der letzten Monate fortgesetzt und übertraf im Juni erstmals das Vorkrisenniveau. Auch in der Industrie hat sich die Stimmung weiter verbessert, wenngleich Lieferengpässe bei Vorprodukten für leichte Dämpfer bei den Erwartungen sorgen. Insgesamt ist die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs.

In der bisher sehr robusten Industrie kann es allerdings in einzelnen Branchen zu einer schwächeren Entwicklung kommen, die auch über die kommenden Monate anhalten dürfte. Die seit längerem bekannte Materialknappheit etwa bei Halbleitervorprodukten manifestiert sich nun in entsprechenden Produktionsrückgängen, vor allem in der gewichtigen Automobilindustrie. Die Gründe für die zuletzt wieder rückläufige Produktion liegen somit aber nach wie vor auf der Angebotsseite und nicht in einer schwachen Nachfrage. Dies belegen auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe, die im Mai zwar insgesamt rückläufig waren, aber durch eine Korrektur der in den vergangenen Monaten rasant gestiegenen Auslandsnachfrage getrieben waren. Die Auftragseingänge aus dem Inland hingegen stiegen weiter an und belegen eine robuste Nachfrage im Inland. Auch die Stimmung unter den deutschen Exporteuren ist weiterhin sehr gut, ihre Erwartungen haben sich im Juni von hohem Niveau aus noch einmal deutlich verbessert. Die deutschen Warenausfuhren legten im Mai mittlerweile im dreizehnten Monat in Folge zu und liegen seit März über ihrem Vorkrisenniveau (durchschnittlicher Wert im vierten Quartal 2019). Ähnlich verhält es sich mit der globalen Industrieproduktion und dem Welthandel, die erneut jeweilige Höchststande oberhalb des Vorkrisenniveaus erreichten.

Der im vergangenen Monat begonnene Neustart im Dienstleistungssektor setzt sich fort und führte zu einer weiteren deutlichen Verbesserung des Geschäftsklimas in nahezu allen Einzelbereichen. Die Umsätze im Einzelhandel legten im Mai deutlich zu und das GfK Konsumklima stieg im Juni auf den höchsten Stand seit August 2020. Vor dem Hintergrund der positiven pandemischen Entwicklung wird für Juli eine weitere Besserung erwartet. Diese Entwicklungen werden auch auf dem Arbeitsmarkt von positiven Signalen begleitet. Hier ist ebenfalls mit einer Fortsetzung der Erholung zu rechnen. Nach dem BIP-Rückgang im ersten Quartal dürfte die insgesamt günstige konjunkturelle Lage im zweiten Quartal wieder zu einem spürbarem Wachstum geführt haben, das sich in der zweiten Jahreshälfte erst einmal weiter verstärken dürfte. Die bisher noch nicht abschließend geklärte Gefahr aufkommender neuer Virusmutationen und ihr Einfluss auf das Infektionsgeschehen stellen hierbei allerdings die größte Unwägbarkeit für den weiteren Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung dar.

Positiver Ausblick für die Weltkonjunktur

Die Weltkonjunktur befindet sich weiter auf Erholungskurs. Die globale Industrieproduktion stieg wie schon im März im April um 0,2 % gegenüber dem Vormonat. Das Welthandelsvolumen liegt bereits wieder über dem Vorkrisenniveau und legte im April um 0,5 % weiter zu. Die Stimmungsindikatoren zeichnen ebenfalls ein positives Bild der weltwirtschaftlichen Lage. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit sank im Juni um 1,9 Punkte auf 56,6 Punkte. Vorher hatte er jedoch vier Monate in Folge Zuwächse verzeichnet. Er bewegt sich nach wie vor merklich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der aktuelle Dämpfer dürfte im Industriebereich durch die anhaltende Knappheit von Vorleistungsgütern geprägt sein. Im Dienstleistungsbereich hat womöglich die zunehmende Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus für einen Stimmungsdämpfer gesorgt.

Exporte stabil, Importe legen kräftig zu

Der deutsche Außenhandel legt nach der Krise weiter zu. Der Wert der Waren- und Dienstleistungsexporte stieg im Mai gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt und nominal leicht um 0,3 % an (April: +0,6 %, aufwärts revidiert). Im Zweimonatsvergleich ergab sich ein deutlicher Zuwachs von 1,7 % bei den Exporten. Die Importe steigerten sich im Mai kräftig um +3,1 %, nachdem sie im April noch um -1,1 % (ebenfalls aufwärts revidiert) gefallen waren. Im Zweimonatsvergleich kam es zu einem Plus von 3,3 %.

In den Frühindikatoren zur deutschen Außenwirtschaft spiegelt sich der dynamische Welthandel nur zum Teil wider. Die Auftragseingänge aus dem Ausland verzeichneten im Mai gegenüber April einen deutlichen Rückgang (-6,7 %). Demgegenüber verbesserten sich die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe im Juni deutlich. Die Unternehmen zeigen sich so zuversichtlich wie zuletzt im Jahr 2011. Damit bleibt der Ausblick für den deutschen Außenhandel positiv, vor allem angesichts der guten Konjunktur wichtiger Absatzmärkte in Asien und den Vereinigten Staaten.

Industriekonjunktur: Positiver Ausblick trotz leichter Dämpfer bei der Produktion

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat sich im Mai gegenüber dem Vormonat erneut um 0,3 % verringert. Die Herstellung in der Industrie sank leicht um 0,5 %, nach einer Abnahme um 0,4 % im April und einer Zunahme um 0,8 % im März. Die Produktion im Baugewerbe hingegen verzeichnete zuletzt ein Plus von 1,3 % und stabilisierte sich damit auf hohem Niveau.

Im Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März erhöhte sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe leicht um 0,6 %. Während der Ausstoß in der Industrie geringfügig um 0,2 % abnahm, kam es im Baugewerbe aufgrund des witterungsbedingt schwachen Februars im Zweimonatsvergleich zu einer Ausweitung um 3,1 %. Innerhalb der Industrie verzeichnete der gewichtige Bereich Kfz/Kfz-Teile einen deutlichen Rückgang um 6,9 %. Der ähnlich gewichtige Maschinenbau legte dagegen um 2,4 % zu.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im April spürbar gefallen
(-3,7 %). Damit ist es zum ersten Mal in diesem Jahr zu einem Rückgang gekommen. Ausschlaggebend war eine schwächere Auslandsnachfrage (-6,7 %). Vor allem die Ordereingänge aus dem Nicht-Euroraum verringerten sich (-9,3 %) und hier vorrangig im Kfz-Bereich (-14,4 %). Diese Entwicklung ist als Normalisierung zu sehen gegenüber den außerordentlich hohen Steigerungsraten im April (Nicht-Euroraum: +4,0 %; darunter: Kfz +10,6 %). Aus dem Inland gingen 0,9 % mehr Bestellungen ein.

Der Ausblick für die Industriekonjunktur insgesamt bleibt positiv, auch wenn es zuletzt bei der Industrieproduktion vor allem aufgrund von Lieferengpässen bei Halbleitern in der Automobilindustrie erneut zu einem kleinen Dämpfer gekommen ist. Das ifo Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich zuletzt spürbar und erreichte den höchsten Stand seit April 2018. Auch die Stimmung unter den deutschen Exporteuren legte spürbar zu und lag auf dem höchsten Niveau seit Januar 2011. Die Auftragseingänge sind zwar im Mai deutlich gefallen, sie befanden sich jedoch aufgrund der kontinuierlichen Zuwächse in den Monaten zuvor immer noch auf hohem Niveau.

Im Einzelhandel verbessern sich Lage und Ausblick

Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz legten zuletzt wieder zu. Sie sind im Mai gegenüber dem Vormonat um 4,2 % gestiegen, nachdem sie sich zuvor um 6,8 % verringert hatten. Der positive Vormonatsvergleich dürfte maßgeblich vom besseren Pandemieverlauf und den damit einhergehenden Lockerungen geprägt worden sein. Das Niveau vom Februar 2020, dem letzten Monat vor der Corona-Krise, wurde zuletzt um 3,9 % überschritten. Ein deutliches Umsatzplus von 6,7 % gegenüber dem Vormonat verzeichnete zuletzt der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln. Beim Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren belief sich der Zuwachs auf 72,1 % und im Internet- und Versandhandel auf 5,7 %. Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter nahmen im Juni erneut leicht zu (+2,1 %). Von den hohen Verkaufszahlen des zweiten Halbjahres 2020, als die Umsatzsteuersätze vorübergehend gesenkt worden waren, sind die Zulassungszahlen einerseits immer noch deutlich entfernt, aber andererseits liegen die Neuzulassungen auch spürbar über dem Niveau zum Tiefpunkt der Krise im April 2020.

Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel fielen im Juni per Saldo wieder leicht positiv aus, nachdem sie zuvor nahezu ausgeglichen waren. Das GfK Konsumklima verzeichnet den höchsten Wert seit August letzten Jahres, angesichts der immer umfangreicheren Lockerungen sowie der Fortschritte beim Impfen wird für Juli eine weitere deutliche Verbesserung erwartet.

Das Verbraucherpreisniveau nahm im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,4 % zu, nach einer Steigerungsrate von 0,5 % im Mai. Die Inflationsrate, die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, lag im Juni bei 2,3 % (Mai: +2,5 %). Auch wenn die Inflationsrate zuletzt etwas gefallen ist, hat sie seit Jahresanfang deutlich angezogen. Im zweiten Halbjahr 2020 hatte sie aufgrund der Senkung der Umsatzsteuersätze fast durchweg im negativen Bereich gelegen. Gründe für den Anstieg der Inflationsrate in den ersten Monaten des Jahres sind die Erholung der Import- und Rohstoffpreise sowie die Einführung der CO2-Bepreisung für die Bereich Verkehr und Gebäudeheizung. Während die Energiepreise im letzten Jahr noch den Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus stark bremsten, tragen sie inzwischen spürbar zum Anstieg bei. In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich die Inflationsrate noch auf 3 % oder darüber erhöhen, weil es aufgrund der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze im zweiten Halbjahr 2020 zu einem Basiseffekt kommt. Nach Auslaufen dieser Sondereffekte wird sich Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus zum Jahreswechsel ins kommende Jahr – gemessen am Vorjahresvergleich – wieder abschwächen. Eine nachhaltige Erhöhung der Teuerungsrate ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, denn aktuell sind keine Anzeichen einer Lohn-Preis-Spirale zu beobachten, die zu dauerhaft hoher Inflation führen kann. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) verringerte sich im Juni ebenfalls leicht auf +1,7 % (Mai: +1,9 %). Der Preisauftrieb bei Energie gegenüber dem Vorjahr war mit +9,4 % zuletzt zwar immer noch deutlich, aber nicht mehr ganz so stark wie im Mai.

Am Arbeitsmarkt setzt sich die Erholung verstärkt fort

Der Arbeitsmarkt zeigt eine umfassende Besserung, die Aussichten für die kommenden Monaten sind sehr positiv. Mit den schrittweisen Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus lässt der Arbeitsmarkt die dritte Pandemiewelle zunehmend hinter sich. Die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung nahmen im Juni saisonbereinigt kräftig um 38.000 Personen bzw. 47.000 Personen ab. Nach den Ursprungszahlen sank die Arbeitslosigkeit spürbar um 73.000 auf 2,61 Personen. Der Vorjahresabstand belief sich auf -239.000 Personen. Die Erwerbstätigkeit nahm im Mai saisonbereinigt erneut leicht um 10.000 Personen zu und lag damit wieder über Vorjahresniveau (rd. +48.000 Personen). Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im Juni weiter belebt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im April saisonbereinigt nur leicht um 4.000 Personen an, während in den beiden Vormonaten merkliche Zuwächse zu verzeichnen waren. In Kurzarbeit waren im April laut Hochrechnung 2,3 Mio. Personen und damit spürbar weniger als im März (2,7 Mio. Personen). Die Anzeigen für Kurzarbeit (rund 59.000 vom 1. bis 24. Juni nach 112.000 im Mai) deuten auf ein weiteres Zurückfahren der Kurzarbeit hin. Die umfragebasierten Frühindikatoren von IAB und ifo entwickelten sich im Juni erneut sehr positiv und erreichten ihre höchsten Werte seit Oktober 2018 bzw. seit Aufzeichnung. In der Industrie hat die Einstellungsbereitschaft seit Mai 2020 kontinuierlich zugenommen und im Dienstleistungsbereich abermals einen Sprung nach oben vollzogen. Der Handel zeigt sich vorsichtig optimistisch und im Bau ist weiterhin ein leicht positiver Trend bei der Einstellungsbereitschaft zu verzeichnen.

Weiterhin keine Insolvenzwelle in Sicht

Im Juni hat sich die Anzahl der Insolvenzen auf Vormonatsniveau stabilisiert. Auf Basis von Insolvenzbekanntmachungen meldete das Statistische Bundesamt für Juni einen minimalen Anstieg von 0,4 % gegenüber dem Vormonat. Im April und Mai hatte es zuvor Rückgänge von 17 % und 7 % gegeben. Die meisten Experten rechnen im Vergleich zum Vorjahr bisher mit einem eher moderaten Anstieg von 3.000 bis 7.000 zusätzlichen Unternehmensinsolvenzen. Die Entwicklung im ersten Halbjahr spricht bisher ebenfalls gegen einen merklichen Anstieg der Firmenpleiten. Eine Insolvenzwelle zeichnet sich weiterhin nicht ab.

Quelle: BMWi

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Konjunktur Mitte 2021: Produktion weiter stabil, Handel und Dienstleistungen erholen sich langsam

Nach einem gesamtwirtschaftlich durchwachsenen 1. Quartal 2021 zeigen die Monate April, Mai und Juni erste Zeichen der Erholung im Einzelhandel, Gastgewerbe und Tourismus sowie der Stabilisierung in der Produktion. Allerdings bremsen Lieferengpässe vor allem im Bauhauptgewerbe, Maschinenbau und im Verarbeitenden Gewerbe die Produktion und dämpfen die Erwartungen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ließen die Lockerungen der Corona-Maßnahmen die Umsatzzahlen in Einzelhandel und Tourismus im Mai zwar kräftig steigen, sie liegen aber nach wie vor deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.07.2021

Lockerungen sorgen für Aufschwung, Lieferengpässe für gedämpfte Erwartungen

Nach einem gesamtwirtschaftlich durchwachsenen 1. Quartal 2021 zeigen die Monate April, Mai und Juni erste Zeichen der Erholung im Einzelhandel, Gastgewerbe und Tourismus sowie der Stabilisierung in der Produktion. Allerdings bremsen Lieferengpässe vor allem im Bauhauptgewerbe, Maschinenbau und im Verarbeitenden Gewerbe die Produktion und dämpfen die Erwartungen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ließen die Lockerungen der Corona-Maßnahmen die Umsatzzahlen in Einzelhandel und Tourismus im Mai zwar kräftig steigen, sie liegen aber nach wie vor deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Eine Insolvenzwelle aufgrund der Pandemie blieb bislang aus.

Auftragseingänge im Mai 2021 seit acht Monaten über dem Vorkrisenniveau – Produktion 5,0 % darunter

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind bis April 2021 kontinuierlich angestiegen und sanken im Mai real, kalender- und saisonbereinigt um 3,7 % gegenüber dem Vormonat. Ihr Niveau ist aber weiterhin hoch und liegt seit Oktober 2020 über dem Vorkrisenniveau – im Mai noch um 6,2 %. Die Produktion ist seit dem starken Jahresende 2020 wieder leicht gesunken und liegt nun 5,0 % unter dem Vorkrisenniveau von Februar 2020. Hier war zum einen eine gewisse Stagnation nach den Vorzieheffekten der Mehrwertsteuersenkung bis Ende 2020 zu erwarten, zum anderen beeinträchtigen Lieferengpässe bei Vorprodukten in verschiedenen Branchen die Produktion. Zu nennen ist hier insbesondere die Automobilindustrie, die durch die Materialknappheit bei Halbleitern ausgebremst wird. Ihre Produktion sank im Mai 2021 um -7,2 % gegenüber dem Vormonat und lag 27,9 % unter dem Vorkrisenniveau, nachdem sie sich bis Jahresende 2020 noch im Aufwärtstrend befunden hatte.

Lkw-Maut-Fahrleistungsindex steigt im Juni 2021 wieder

Neben dem Auftragseingangsindex gilt auch der mit dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und der Bundesbank errechnete Lkw-Maut-Fahrleistungsindex als früher Indikator für die Industrieproduktion. Der Index hatte im Dezember 2020 den höchsten Wert seit Einführung der Lkw-Maut im Jahr 2005 erreicht. Nach einem Abwärtstrend seit Anfang des Jahres 2021 ist er jetzt im Juni wieder leicht angestiegen.

Stationärer Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln profitiert von ersten Lockerungen, ist aber noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt

Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln, der seit Beginn der Corona-Krise von den Einschränkungen stark betroffen ist, konnte sich im Mai 2021 real, kalender- und saisonbereinigt um 6,7 % gegenüber dem Vormonat steigern. Hierbei verzeichnete der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren ein Plus von 72,1 %,der Handel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) von 15,3 %. Beide Bereiche lagen aber noch um 37,6 % beziehungsweise 19,6 % unter dem Vorkrisenniveau.

Der Internet- und Versandhandel zeigt sich währenddessen vom wieder aufkeimenden Wachstum des stationären Handels unbeeinflusst. Im März 2021 hatte der Versand- und Internethandel einen Umsatzrekord erzielt, von dem er – nach einem kurzen Rückgang im April – auch im Mai nicht weit entfernt lag.

Lockerungen ermöglichen erste Erholung in Tourismus und Gastgewerbe

Die Lockerungen für Beherbergungen haben im Mai 2021 erwartungsgemäß zu einem deutlichen Plus bei den Übernachtungszahlen gegenüber dem Vormonat geführt. Im Mai 2021 zählten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland 14,3 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Das waren zwar 29,4 % mehr Übernachtungen als im von der Corona-Krise stark beeinträchtigten Mai 2020, aber nur etwa ein Drittel der Übernachtungen vom Mai des Vorkrisenjahres 2019 (-67,8 %). Unter der Voraussetzung, dass die Öffnungen bestehen bleiben oder sogar ausgeweitet werden können, dürfte sich diese Belebung in den kommenden Monaten fortsetzen.

Auch Restaurants und Gaststätten dürfen sich seit Mai über mehr Gäste freuen. Eine Auswertung von Daten einer Onlineplattform für Tischreservierungen zeigt eine steilen Anstieg ab dem Zeitpunkt der Öffnungen Mitte Mai. Im Juni 2021 liegen die Online-Reservierungen sogar durchschnittlich 6 % über dem Niveau des letzten Corona-unbeeinflussten Juni 2019. Ob damit auch das Umsatzniveau der Vorkrisenzeit wieder erreicht wird, werden erst die amtlichen Ergebnisse zum Gastgewerbe zeigen. Denkbar ist auch, dass die Onlinereservierungen aufgrund der zeitweise bestehenden Reservierungspflicht und der begrenzten Plätze mehr genutzt wurden als vor der Krise.

Weniger Insolvenzen in der Pandemie als erwartet

Die von einigen erwartete Insolvenzwelle durch die Corona-Krise ist bislang ausgeblieben. Auch als Effekt staatlicher Unterstützungen und des Aussetzens der Insolvenzantragspflicht setzte sich der langjährige Trend sinkender Insolvenzzahlen sogar verstärkt fort. Im April 2021 lag die Zahl der angemeldeten Unternehmensinsolvenzen 9 % unter dem Vorjahreswert und sogar 21 % unter dem Wert für April 2019.

Die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der Amtsgerichte in Deutschland erlauben außerdem einen ersten Blick in die Zeit nach April 2021. Die Zahl der Regelinsolvenzen nahm im Juni 2021 im Vergleich zum Juni 2020 um 1 % ab. Im Vergleich zum Mai 2021 sank sie um gut 2 %. Seit Anfang Mai 2021 gilt die Insolvenzantragspflicht wieder vollumfänglich; die Effekte dürften sich aber unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeiten der Gerichte erst in späteren Berichtsmonaten zeigen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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April 2021: 9,0 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im April 2020

Im April 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 1.333 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 9,0 % weniger als im April 2020.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.07.2021

Im April 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 1.333 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 9,0 % weniger als im April 2020. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelte sich somit weiterhin nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider.

Wiedereinsetzen der Insolvenzantragspflicht wirkt sich im April noch nicht auf die Ergebnisse aus

Ein Grund für die niedrige Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen ist die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis Ende 2020. Das Wiedereinsetzen der Antragspflicht zeigt sich noch nicht in den Ergebnissen für den April 2021. Ausgesetzt war die Insolvenzantragspflicht im April 2021 weiterhin für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht. Für diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich eingesetzt.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im April 2021 im Baugewerbe mit 215 Fällen (April 2020: 249, -13,7 %). Im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) waren es 195 Verfahren (April 2020: 231, -15,6 %). Im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wurden im April 2021 142 Insolvenzen gemeldet (April 2020: 145, -2,1 %).

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für April 2021 auf rund 2,5 Milliarden Euro. Im April 2020 hatten sie bei rund 3,2 Milliarden Euro gelegen.

Verbraucherinsolvenzen im April 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat fast verdoppelt

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im April 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut stark angestiegen. 6.438 Verbraucherinnen und Verbraucher stellten einen Insolvenzantrag, das waren fast doppelt so viele wie im April 2020 (+96,1 %). Der starke Anstieg steht im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre. Die Neuregelung gilt für ab dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren. Sie ermöglicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Daher ist davon auszugehen, dass viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zunächst zurückhielten, um von der Neuregelung zu profitieren.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Inflationsrate im Juni 2021 bei +2,3 %

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Juni 2021 bei +2,3 %. Nach dem kontinuierlichen Anstieg seit Jahresbeginn hat sich die Inflationsrate damit etwas abgeschwächt (Mai 2021: +2,5 %). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Mai 2021 um 0,4 %.
Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juni 2021 bei +2,3 %. Nach dem kontinuierlichen Anstieg seit Jahresbeginn hat sich die Inflationsrate damit etwas abgeschwächt (Mai 2021: +2,5 %). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Mai 2021 um 0,4 %.

Vor allem die Energiepreisentwicklung hält die Inflationsrate hoch

Verbraucherpreisindex, Juni 2021

  • +2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Juni 2021

  • +2,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Juni 2021 bei +2,3 %. Nach dem kontinuierlichen Anstieg seit Jahresbeginn hat sich die Inflationsrate damit etwas abgeschwächt (Mai 2021: +2,5 %). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Mai 2021 um 0,4 %.

Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist weiterhin kräftig um 9,4 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von Juni 2020 bis Juni 2021 überdurchschnittlich um 3,1 %. Die Preise für Energieprodukte lagen dabei mit +9,4 % weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung, nach +10,0 % im Mai 2021. Hier wirkten sich neben dem aktuellen Anstieg der Energiepreise auch temporäre Sondereffekte erhöhend auf die Teuerungsrate aus, insbesondere die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe sowie die niedrigen Preise für Energieprodukte vor einem Jahr (Basiseffekt). Besonders günstig waren damals Mineralölprodukte. Teurer binnen Jahresfrist wurden daher vor allem Heizöl (+42,5 %) und Kraftstoffe (+23,5 %). Die Strompreise blieben unverändert.

Nahrungsmittel verteuerten sich gegenüber Juni 2020 unterdurchschnittlich um 1,2%

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Juni 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat unterdurchschnittlich um 1,2 %, nach +1,5 % im Mai 2021. Günstiger als ein Jahr zuvor war frisches Gemüse mit -2,3 %. Die meisten Nahrungsmittelgruppen weisen einen moderaten Preisanstieg auf, zum Beispiel Fleisch und Fleischwaren (+0,6 %). Merklich teurer wurden Speisefette und Speiseöle (+5,6 %). Darüber hinaus verteuerten sich unter den Waren auch Bekleidungsartikel (+3,6 %) und Fahrzeuge (+3,1 %). Billiger wurden dagegen unter anderem Mobiltelefone (-5,8 %).

Inflationsrate ohne Energie bei +1,6 %

Die Preiserhöhungen bei den Energieprodukten gegenüber dem Vorjahresmonat haben sich deutlich auf die Inflationsrate ausgewirkt: Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Juni 2021 bei +1,6 % gelegen, ohne Heizöl und Kraftstoffe nur bei +1,5 %.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,6 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Juni 2021 um 1,6 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 %. Des Weiteren stiegen unter anderem die Entgelte für Glücksspiele (+15,1 %), die Preise für Leistungen sozialer Einrichtungen (+5,5 %) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,7 %). Günstiger waren hingegen zum Beispiel Bahntickets (-3,4 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (-1,1 %).

Preise gegenüber dem Vormonat um 0,4 % gestiegen

Im Vergleich zum Mai 2021 stieg der Verbraucherpreisindex im Juni 2021 um 0,4 %. Die Preise für Energieprodukte zogen um 0,8 % an, insbesondere wurden Heizöl (+3,3 %) und Kraftstoffe (+1,7 %) teurer. Die Preise für Nahrungsmittel gingen hingegen leicht zurück (-0,4 %). Vor allem für frisches Gemüse mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher weniger bezahlen als im Vormonat (-5,4 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Coronavirus: Kurzüberblick des BMWi „Allgemeine Bundesregelung Schadensausgleich, COVID‑19“

Das BMWi hat einen Kurzüberblick über die „Allgemeine Bundesregelung Schadensausgleich, COVID‑19“ erstellt. Das Papier soll schnelle Orientierung zur Schadensausgleichsregelung im Rahmen der Überbrückungshilfe III bzw. III Plus geben. Darauf weist die WPK hin.

WPK, Mitteilung vom 12.07.2021

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat einen Kurzüberblick über die „Allgemeine Bundesregelung Schadensausgleich, COVID‑19“ erstellt. Das Papier soll schnelle Orientierung zur Schadensausgleichsregelung im Rahmen der Überbrückungshilfe III bzw. III Plus geben. Es steht nachfolgend zur Verfügung.

Hintergrund

Am 28. Mai 2021 hat die Europäische Kommission die „Allgemeine Bundesregelung Schadensausgleich, COVID‑19“ genehmigt und damit den Weg geebnet für einen weiteren, vierten Beihilferahmen im Rahmen der Überbrückungshilfe III und der Überbrückungshilfe III Plus. Davon profitieren können grundsätzlich alle Unternehmen, die direkt oder indirekt von staatlichen Schließungsmaßnahmen betroffen sind oder waren und die einen Schaden nachweisen können, der unmittelbar aufgrund der Schließungsmaßnahmen entstanden ist.

Seit dem 30. Juni 2021 können die Anträge auf erweiterte Überbrückungshilfe III auf Grundlage der „Allgemeinen Bundesregelung Schadensausgleich, COVID‑19“ gestellt werden („Neu auf WPK.de vom 5. Juli 2021).

Quelle: WPK

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