HWWI-Rohstoffpreisindex wächst im März moderat

Der HWWI-Rohstoffpreisindex verzeichnete im März einen durchschnittlichen Anstieg von 3,2 % gegenüber dem Vormonat. Damit übertraf der Index seinen Vorjahreswert vom März 2020, zu Beginn des ersten globalen Lockdowns, um 82 %. Alle drei Teilindizes für Energie, Industrierohstoffe sowie Nahrungs- und Genussmittel stiegen im März durchschnittlich weiter an, verzeichneten aber im Vergleich zu ihrer Entwicklung im Februar nur moderate Wachstumsraten.

HWWI, Pressemitteilung vom 06.04.2021

  • HWWI-Gesamtindex steigt um 3,2 % (US-Dollarbasis)
  • Rohölpreise erhöhen sich um 5,8 %
  • Preise für Nickel sinken um 11 %

Der HWWI-Rohstoffpreisindex verzeichnete im März einen durchschnittlichen Anstieg von 3,2 % gegenüber dem Vormonat. Damit übertraf der Index seinen Vorjahreswert vom März 2020, zu Beginn des ersten globalen Lockdowns, um 82 %. Alle drei Teilindizes für Energie, Industrierohstoffe sowie Nahrungs- und Genussmittel stiegen im März durchschnittlich weiter an, verzeichneten aber im Vergleich zu ihrer Entwicklung im Februar nur moderate Wachstumsraten. Der Anstieg der Energierohstoffpreise spiegelte vor allem die Entwicklung an den Rohölmärkten wider. Die positiven weltwirtschaftlichen Aussichten, die unter anderem von den Impferfolgen in den USA und dem Wirtschaftswachstum in China getrieben werden, konnten auch durch die steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa nicht getrübt werden. Dies spiegelte sich auch im Anstieg der Preise einiger Industriemetalle, darunter Kupfer, wider. Auf den Märkten für Nahrungs- und Genussmittel konnte neben einem Rückgang der Getreidepreise ein starker Preisanstieg für Pflanzenöle beobachtet werden.

Index für Energierohstoffe: +3,2 % (Eurobasis: +5,0 %)

Im März wurden die Rohölpreise von verschiedenen Faktoren auf der Nachfrage- und Angebotsseite beeinflusst. In der ersten Woche des Monats berieten die Mitglieder der OPEC+ über die gemeinsame Förderpolitik. Anders als vom Markt zunächst erwartet, einigte sich die Vereinigung der Ölproduzenten auf eine Verlängerung der aktuellen Produktionskürzungen um einen weiteren Monat. Auch die zusätzliche Verknappung seitens Saudi-Arabiens wurde nicht wie erwartet aufgehoben, sondern soll nur schrittweise abgebaut werden. Einzige Ausnahmen waren Russland und Kasachstan, die bereits im März ihre Produktion in geringem Umfang ausweiten konnten.

Gestützt wurden die Preise ebenfalls durch die weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung in China und die Impferfolge in den USA. Auch die Verabschiedung von Konjunkturpaketen, insbesondere in den USA, stärkte die Hoffnung auf eine weitere Erholung der Weltwirtschaft. In Europa hingegen sorgten der schleppende Impfbeginn und die wieder ansteigenden Infektionszahlen für Sorgen vor einem erneuten Rückgang der Rohölnachfrage. Vor allem in der zweiten Monatshälfte wurden diese Sorgen durch die Verhängung neuer Lockdown-Maßnahmen in vielen europäischen Ländern noch verstärkt.

Am 23. März sorgte ein Angebotsschock für einen kurzfristigen Preisanstieg an den Rohölmärkten. Auslöser war die Blockade des Suezkanals, der für den internationalen Handel wichtigen Schiffsroute zwischen Asien und Europa. Ein auf Grund gelaufenes Containerschiff blockierte diese wichtige Handelsroute und schürte die Angst vor Versorgungsengpässen. Der dadurch ausgelöste Preisanstieg auf den Rohölmärkten war allerdings nur von kurzer Dauer.

In der ersten Monatshälfte stiegen die Rohölpreise überwiegend und der Preis für die europäische Referenzsorte Brent bewegte sich bis zum 17. März knapp unter der Marke von 70 US-Dollar pro Barrel. In der zweiten Monatshälfte fielen die Preise im Durchschnitt und der Brent-Preis notierte zum Monatsende nur noch knapp über 60 US-Dollar pro Barrel.

Im März verzeichneten sowohl die südafrikanischen als auch die australischen Kohlepreise durchschnittliche Preissteigerungen im Vergleich zum Februar. Die beiden im Index enthaltenen Erdgaspreise (europäische und US-amerikanische Erdgaspreise) fielen dagegen im März im Durchschnitt gegenüber dem Vormonat.

Insgesamt stieg der Teilindex der Energierohstoffe um +3,2 % (Eurobasis: +5,0 %) auf 121,0 Punkte (Eurobasis: 112,8 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: + 4,4 % (Eurobasis: + 6,2 %)

Der Teilindex für Industrierohstoffe untergliedert sich in den Index für Agrarrohstoffe, den Index für Nichteisenmetalle und den Index für Eisenerz und Stahlschrott.

Der Teilindex für Nichteisenmetalle stieg im März im Durchschnitt leicht an, wobei die im Teilindex enthaltenen Preise gegenläufige Entwicklungen aufwiesen. Während die Preise für Kupfer, Aluminium und Zinn weiter anstiegen, verzeichneten die Märkte für Blei und Nickel im März Preisverluste. Besonders stark fiel der Preis für Nickel im Vergleich zum Vormonat. Der Industrierohstoff Nickel wird neben der Verwendung in der Edelstahlproduktion auch für die Herstellung von Batterien eingesetzt und ist damit ein wichtiger Rohstoff in der derzeit stark wachsenden Elektromobilität. Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage stiegen die Preise für Nickel in den letzten Monaten stetig an. Im März kündigte jedoch der größte Nickelproduzent eine starke Angebotsausweitung des indonesischen Nickels an, was die Preise im März wieder sinken ließ.

Die Kupferpreise unterlagen im März Schwankungen, stiegen aber gegenüber dem Vormonat durchschnittlich an. Der anhaltende Anstieg und das hohe Niveau der Kupferpreise deuten auf positive Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Weltwirtschaft hin. Die positiven Markterwartungen aufgrund der weltweiten Impferfolge scheinen die Sorgen aufgrund der steigenden Infektionszahlen, insbesondere in Europa, zu überwiegen und signalisieren eine weitere Erholung der Weltwirtschaft.

Die Eisenerzpreise sind im Monatsdurchschnitt gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Der durchschnittliche Anstieg lässt sich allerdings nur durch die Entwicklung in der ersten Monatshälfte erklären, da die Erdgaspreise in der zweiten Monatshälfte fielen. Der Preisrückgang in der zweiten Monatshälfte könnte darauf hindeuten, dass China plant, die Stahlproduktion in Zukunft zu reduzieren, um die auferlegten Umweltziele zu erfüllen.

Die Preise für Schnittholz sind im März im Durchschnitt gegenüber dem Vormonat gestiegen und spiegeln damit weiterhin die erhöhte Nachfrage nach Schnittholz wider, die durch die weltweiten Lockdown-Maßnahmen angetrieben wurde. Während des Lockdowns wurde vermehrt Schnittholz unter anderem von Privatpersonen nachgefragt, die vermehrt Renovierungsprojekte durchführten. Auf den Märkten für agrarische Textilrohstoffe, wie Wolle, Baumwolle und Häute, waren im März hingegen Preisrückgänge zu beobachten.

Insgesamt stieg der Index für Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt um 4,4 % (Eurobasis: 6,2 %) auf 190,0 Punkte (Eurobasis: 177,3 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: +0,3 % (Eurobasis: + 1,9 %)

Der Index für Nahrungs- und Genussmittel blieb im März im Durchschnitt fast unverändert und stieg nur um 0,6 % gegenüber dem Vormonat. Während die Teilindizes für Getreide und Genussmittel im Durchschnitt leicht sanken, stiegen die Preise für Ölsaaten und Öle im März im Vergleich zum Vormonat durchschnittlich an. Die Weizenpreise, die in den letzten Monaten stark gestiegen waren, verzeichneten im März durchschnittlich Preisverluste. Der Preisrückgang ist unter anderem auf die Ankündigung Russlands zurückzuführen, die zuvor erhobenen Exportzölle zu reduzieren beziehungsweise wieder aufzuheben. Auch der erneute Ausbruch der Schweinegrippe in China führte zu einem Nachfragerückgang bei Futtergetreide, worauf insbesondere die Preise für Mais und Sojabohnen mit Preisrückgängen reagierten. Am letzten Tag des Monats zeigten sich jedoch starke Preisanstiege auf den Weizen- und Maismärkten, die durch die Veröffentlichung des USDA-Berichts ausgelöst wurden, der auf weit unter den Erwartungen liegende Anbauflächen und teilweise deutlich gesunkene Lagerbestände hinwies.

Auf den Märkten für Pflanzenöle waren im März Preissteigerungen zu beobachten. Insbesondere der Preis für Sonnenblumenöl stieg im Vergleich zum Vormonat stark an, aber auch die Preise für Sojabohnen-, Kokos- und Palmöl verzeichneten im März im Durchschnitt deutliche Zuwächse. Diese Preisentwicklungen sind auf ein weiterhin knappes Angebot bei gleichzeitig steigender Nachfrage zurückzuführen. Die Lagerbestände an Pflanzenöl sind nach wie vor niedrig, da der durch die Pandemie verursachte Arbeitskräftemangel auf den Plantagen die Ernte erheblich beeinträchtigte. Zudem haben ungünstige Wetterverhältnisse in den Erzeugerländern die Ernteerträge geschmälert. Demgegenüber verbessern sich die weltwirtschaftlichen Aussichten aufgrund des Fortschritts der globalen Impfungen, was wiederum die Erwartungen an eine zukünftig verstärkte Nachfrage nach Pflanzenölen für die Biokraftstoffproduktion steigen lässt. Auch die von US-Präsident Biden unterstützte „Clean Energy Revolution“ in den USA deutet auf einen zukünftigen Anstieg des globalen Verbrauchs von Pflanzenölen hin, was sich bereits in den Preisen niederschlägt.

Die im Index für Genussmittel abgebildeten Preise bewegten sich im März in entgegengesetzte Richtungen. Während die Preise für Kakao und Kaffee leicht anstiegen, sanken die Preise für Tee und Zucker. Der Rückgang der Zuckerpreise spiegelt eine Zunahme des Zuckerangebots wider. Der starke Dollar gegenüber dem schwachen brasilianischen Real veranlasste Brasilien, den größten Zuckerproduzenten, sein Exportangebot an in US-Dollar gehandeltem Zucker zu erhöhen.

Insgesamt stieg der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Monatsdurchschnitt um 0,3 % (Eurobasis: +1,9 %) und notierte bei Punkten 123.1 (Eurobasis: 114.8 Punkten).

Quelle: HWWI

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Februar 2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Februar gegenüber dem Vormonat um 1,2 % gestiegen. Die Nachfrage nach Investitionsgütern nahm um 2,1 % zu, während die nach Konsumgütern um 1,9 % zurückging. Für Vorleistungsgüter war ein leichter Zuwachs um 0,5 % zu verzeichnen. Das teilt das BMWi mit.

BMWi, Pressemitteilung vom 08.04.2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Februar gegenüber dem Vormonat um 1,2 % gestiegen. Die Nachfrage nach Investitionsgütern nahm um 2,1 % zu, während die nach Konsumgütern um 1,9 % zurückging. Für Vorleistungsgüter war ein leichter Zuwachs um 0,5 % zu verzeichnen. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen erhöhten sich die Bestellungen um 1,5 %.

Im Zweimonatsvergleich Januar/Februar gegenüber November/Dezember kam es zu einem leichten Auftragsplus in Höhe von 0,5 %. Bereinigt um Großaufträge ergab sich ein etwas größerer Zuwachs (+1,7 %).

Die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe setzen damit ihren Aufwärtstrend fort. Sie liegen den fünften Monat in Folge über dem Niveau vom Februar 2020, dem letzten Monat vor Ausbruch der Pandemie. Den Ausschlag für den jüngsten Anstieg gab die starke Inlandsnachfrage (+4,0 %), während die Aufträge aus dem Ausland leicht zurückgingen (-0,5 %). Insbesondere die Aufträge in den wichtigen Wirtschaftszweigen Kraftfahrzeuge und Maschinenbau entwickelten sich erneut positiv (+3,4 % bzw. +2,2 %).

Quelle: BMWi

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Kreditneugeschäft rutscht ins Minus

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit heimischen Unternehmen und Selbstständigen ist im Schlussquartal 2020 deutlich ins Minus gerutscht. Im Vergleich zum Vorjahr ging es um -4,3 % zurück, wie der aktuelle KfW-Kreditmarktausblick zeigt. Für das erste Halbjahr prognostiziert KfW Research eine Fortsetzung des Abwärtstrends.

KfW, Pressemitteilung vom 07.04.2021

  • Rückgang ggü. Vorjahr um 4,3 % im 4. Quartal 2020
  • Nachfrage von niedriger Investitionsneigung und stabiler Liquiditätslage der Unternehmen gedämpft
  • Banken setzen zugleich graduelle Verschärfung der Kreditvergabepolitik fort

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit heimischen Unternehmen und Selbstständigen ist im Schlussquartal 2020 deutlich ins Minus gerutscht. Im Vergleich zum Vorjahr ging es um -4,3 % zurück, wie der aktuelle KfW-Kreditmarktausblick zeigt. Für das erste Halbjahr prognostiziert KfW Research eine Fortsetzung des Abwärtstrends: Im ersten Quartal dürfte das Kreditneugeschäft um -8 % unter Vorjahr liegen, im zweiten bei – 10 %.

Die Ursachen für den Rückgang der Kreditneuvergabe im vierten Quartal 2020 sind überwiegend nachfrageseitig. Zum einen sind die Unternehmen aufgrund der fortbestehend hohen Unsicherheit weiterhin sehr zurückhaltend bei Investitionsfinanzierungen. Zum anderen dämpft auch die in der Gesamtwirtschaft trotz Lockdown recht stabile Liquiditätslage die Kreditnachfrage.

Im Gegensatz zum Frühjahr 2020 ist ein Anstieg der Kreditnachfrage als Folge der Eindämmungsmaßnahmen in der zweiten Coronawelle ausgeblieben“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Dies dürfte maßgeblich auf ihre gesamtwirtschaftlich weniger schwerwiegenden Folgen zurückzuführen zu sein.“ Zwar haben der im Herbst begonnene Lockdown „light“ und seine Verschärfung ab Mitte Dezember die Geschäftstätigkeit vieler Unternehmen erneut belastet – allerdings vor allem in den direkt von Schließungen betroffenen Branchen. Unter dem Strich reichte es im vierten Quartal dennoch für ein positives Wirtschaftswachstum von 0,3 % gegenüber dem Vorquartal. „Die Kombination aus relativer Stabilität der gesamtwirtschaftlichen Situation, staatlichen Finanzhilfen und unternehmerischer Anpassungsfähigkeit bei Angeboten und Kosten hat es den Unternehmen ermöglicht, ihre finanzielle Lage zu festigen. Der Bedarf an neuen Krediten zur Absicherung des Geschäftsbetriebs in der Pandemie ist gesunken“, so Köhler-Geib.

Der Befund einer stabilen Liquiditätslage für den Unternehmenssektor insgesamt überdeckt, dass – einhergehend mit der unterschiedlich starken Betroffenheit durch die Corona-Eindämmungsmaßnahmen – die finanzielle Situation zwischen einzelnen Branchen und Unternehmen erheblich variiert. So konnte etwa das Verarbeitende Gewerbe im vierten Quartal unbeeindruckt von der Verschärfung des Infektionsgeschehens auf Erholungskurs bleiben und mit 6,7 % zum Vorquartal wachsen. Dazu passt, dass insbesondere die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ihre Bankschulden erheblich zurückführten und über 10 Mrd. Euro netto tilgten, während das Gastgewerbe die Kreditaufnahme aufstockte. „Staatliche Kreditgarantien und Finanzhilfen sowie die Sicherstellung günstiger Finanzierungsbedingungen durch die EZB sind deshalb für stark von der Pandemie betroffene Wirtschaftsbereiche weiterhin wichtig“, betont die KfW-Chefvolkswirtin.

Mit Blick auf die Angebotsseite zeigt sich, dass die Banken seit Beginn der Krise die Kreditvergabebedingungen in kleinen Schritten verschärfen, so auch im zurückliegenden Quartal. Hinsichtlich der Konditionen wuchsen risikobedingt neben der Ausweitung der Zinsmargen insbesondere die Anforderungen an Sicherheiten. Obgleich das Niveau der Kreditvergabebedingungen auch im Lichte unverändert niedriger durchschnittlicher Zinskosten im Großen und Ganzen der Risikolage angemessen erscheint, kann sich bei einer Fortsetzung des Verschärfungstrends eine spürbare Belastung des Kreditzugangs entwickeln.

Quelle: KfW

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Geschäftsklima im Mittelstand steigt zu Frühlingsbeginn rasant

Die Stimmung in den mittelständischen Unternehmen in Deutschland hellt sich im März zum zweiten Mal in Folge auf – und diesmal sogar ausgesprochen deutlich, wie das neue KfW-ifo-Mittelstandsbarometer von KfW Research zeigt. Mit einsetzendem Frühling steigt das Geschäftsklima der Mittelständler um 8,1 Zähler auf -1,6 Saldenpunkte.

KfW, Pressemitteilung vom 06.04.2021

  • Lageurteile deutlich besser, Erwartungen erstmals seit Pandemieausbruch leicht positiv
  • Bei Großunternehmen Klimaaufhellung sogar noch ausgeprägter
  • Kräftige Stimmungsverbesserung angesichts dritter Corona-Welle nur Momentaufnahme

Die Stimmung in den mittelständischen Unternehmen in Deutschland hellt sich im März zum zweiten Mal in Folge auf – und diesmal sogar ausgesprochen deutlich, wie das neue KfW-ifo-Mittelstandsbarometer von KfW Research zeigt. Mit einsetzendem Frühling steigt das Geschäftsklima der Mittelständler um 8,1 Zähler auf -1,6 Saldenpunkte. Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage klettern dabei trotz anhaltender Corona-Krise um kräftige 6,0 Zähler. Mit jetzt -5,5 Saldenpunkten verharren sie aber noch immer klar unter der Nulllinie, die für den langfristigen Durchschnitt steht. Die Geschäftserwartungen der Mittelständler hingegen springen um 10,1 Zähler nach oben und erreichen mit 2,0 Saldenpunkten erstmals seit Ausbruch der Pandemie einen leicht positiven Indikatorstand.

Noch erheblich besser gestimmt als der Mittelstand sind im März die Großunternehmen. Sie korrigieren ihr Geschäftsklima um rekordverdächtige 10,6 Zähler – das ist fast das Vierfache einer üblichen Monatsveränderung – auf 9,3 Saldenpunkte nach oben und heben den Indikator so mit einem Schlag auf ein klar überdurchschnittliches Niveau. Die Geschäftslageurteile klettern dabei um 7,2 Zähler auf -2,2 Saldenpunkte. Wie im Mittelstand ziehen auch bei den großen Unternehmen die Geschäftserwartungen noch stärker an (+14,1 Zähler auf 20,2 Saldenpunkte).

Die wirtschaftliche Stimmung verbessert sich im März über alle Branchen und Unternehmensgrößenklassen hinweg spürbar, allerdings ohne die teils deutlichen Unterschiede in den jeweiligen Geschäftsklimaniveaus der einzelnen Segmente grundlegend zu verändern. Auf die mit Abstand deutlichsten Anstiege beim Geschäftsklima kommen die Einzelhändler beider Größenklassen (Mittelständler: +15,8 Zähler auf -8,3 Saldenpunkte; Großunternehmen: +17,6 Zähler auf -9,6 Saldenpunkte). Damit geben sie den letzten Platz in der Stimmungstabelle knapp an die kleinen und mittleren Dienstleister (+8,0 Zähler auf -11,7 Saldenpunkte) ab. In dieses Segment fällt das Gros kontaktintensiver Dienstleistungsangebote aus Kultur, Unterhaltung, Gastgewerbe und den persönlichen Dienstleistungen. Überdurchschnittlich gut ist das Geschäftsklima hingegen im Verarbeitenden Gewerbe und hier insbesondere in der Großindustrie, wo es sich im März auf hohen Niveau nochmals verbessert (+8,0 Zähler auf 19,6 Saldenpunkte).

„Das März-Ergebnis des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers zeigt eine für sich genommen sehr erfreuliche Stimmungsverbesserung an allen Fronten – diese ist jedoch nur eine Momentaufnahme“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Die Anfang März in Abhängigkeit von der Inzidenzentwicklung in Aussicht gestellten Lockerungen etwa für Einzelhandel und Gastgewerbe, aber auch die positiven weltwirtschaftlichen Perspektiven dürften für die deutliche Klimaaufhellung ausschlaggebend gewesen sein. Angesichts der sich auftürmenden dritten Infektionswelle und der ansteckenderen britischen Virusmutante sind nun allerdings erneut Verschärfungen sowie Verlängerungen der Eindämmungsmaßnahmen notwendig. „Die Konjunkturerholung wird sich deshalb nach hinten verschieben“, erwartet Köhler-Geib. Die kräftigen Stimmungsverbesserungen in der ganzen Breite der Wirtschaft im März zeigten jedoch das große Potenzial für eine konjunkturelle Erholung, sobald die Pandemie erfolgreich eingedämmt wird. „Sie sind Vorschusslorbeeren für den Aufschwung“, so Köhler-Geib. „Bis zum September, also auf Sicht des bei den Geschäftserwartungen abgefragten Horizonts von sechs Monaten, ist eine durchgreifende Erholung durchaus plausibel. Entscheidend hierfür ist allerdings ein konsequenter Ausbau der Impfungen, verbunden mit einer überzeugenden Teststrategie.“

Quelle: KfW

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Die Arbeitslosigkeit in den ostdeutschen Flächenländern sinkt 2021 überdurchschnittlich stark

In den ostdeutschen Bundesländern geht die Arbeitslosenquote im Laufe des Jahres mit 0,8 Prozentpunkten stärker zurück als in den westdeutschen Bundesländern mit 0,2 Prozentpunkten. Mit knapp 6 Prozent liegt die Arbeitslosenquote in Westdeutschland aber etwas niedriger als in Ostdeutschland mit 7,3 Prozent. Das geht aus der jetzt veröffentlichten Regionalprognose des IAB hervor.

IAB, Pressemitteilung vom 07.04.2021

In den ostdeutschen Bundesländern geht die Arbeitslosenquote im Laufe des Jahres mit 0,8 Prozentpunkten stärker zurück als in den westdeutschen Bundesländern mit 0,2 Prozentpunkten. Mit knapp 6 Prozent liegt die Arbeitslosenquote in Westdeutschland aber etwas niedriger als in Ostdeutschland mit 7,3 Prozent. Das geht aus der am 07.04.2021 veröffentlichten Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Am stärksten sinkt die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 1,3 Prozentpunkte auf 7 Prozent und in Sachsen um 1,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent. In Baden-Württemberg und Hamburg stagniert sie hingegen.

Wenngleich die Arbeitslosenquote Im Jahr 2021 niedriger ausfällt als im Vorjahr, liegt sie dennoch höher als sie es ohne COVID-19 wäre. „Bundesweit wäre die Arbeitslosenquote in einem fiktiven Szenario ohne COVID-19-Pandemie um 1,4 Prozentpunkte niedriger ausgefallen“, berichten die Autorinnen und Autoren. Vergleichsweise hoch sind die Auswirkungen der Pandemie in Berlin mit einem coronabedingten Anstieg der Arbeitslosenquote von 2,9 Prozentpunkten, in Hamburg mit +2,2 Prozentpunkten und in Nordrhein-Westfalen mit +1,8 Prozentpunkten. In Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie in Bayern und Niedersachsen beträgt der pandemiebedingte Anstieg maximal einen Prozentpunkt.

Bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigen sich geringe Unterschiede zwischen den Bundesländern. Am stärksten legt die Beschäftigung in Berlin zu, wie auch in den vergangenen Jahren. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst dort um 1,4 Prozent. Am schwächsten steigt sie in Thüringen mit 0,2 Prozent. In Berlin zeigt sich allerdings auch mit -4,4 Prozent der größte Corona-Effekt auf die Beschäftigung. Vergleichsweise gering fällt dieser in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit -0,6 Prozent beziehungsweise -0,7 Prozent aus.

Quelle: IAB

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Importpreise im Februar 2021: +1,4 % gegenüber Februar 2020

Die Importpreise waren im Februar 2021 um 1,4 % höher als im Februar 2020. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Januar 2021 noch bei -1,2 % gelegen, im Dezember 2020 bei -3,4 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.03.2021

Die Importpreise waren im Februar 2021 um 1,4 % höher als im Februar 2020. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Januar 2021 noch bei -1,2 % gelegen, im Dezember 2020 bei -3,4 %. Gegenüber dem Vormonat Januar 2021 stiegen die Importpreise im Februar 2021 um 1,7 %.

Starker Preisanstieg bei Erzen und Metallen im Vorjahresvergleich

Der Anstieg der Importpreise gegenüber Februar 2020 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Vorleistungsgüter beeinflusst. Die Preise für importierte Vorleistungsgüter stiegen im Februar 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,0 %. Gegenüber Februar 2020 verteuerten sich vor allem Eisenerze (+39,7 %), Nicht-Eisen-Metallerze (+19,2 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+13,8 %) deutlich. Hauptgrund für den starken Anstieg der Preise für Eisenerz dürfte die steigende weltweite Nachfrage sein. Die Verteuerung dieses Rohstoffs wirkt sich in der Folge auf die Preisentwicklung für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen aus.

Erstmals wieder seit April 2019 Preisanstieg bei Energie im Vorjahresvergleich

Energieeinfuhren waren im Februar 2021 um 5,2 % teurer als im Februar 2020. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Plus von 24,2 %. Außerdem verteuerte sich elektrischer Strom deutlich um 128,1 %. Der hohe Preisanstieg erklärt sich aus den im Februar 2020 sehr niedrigen Preisen, bedingt durch einen europaweiten Nachfragerückgang in Verbindung mit einem starken Angebotsüberhang insbesondere aus den erneuerbaren Energien.

Ohne Energie waren die Importpreise im Februar 2021 um 1,0 % höher als im Februar 2020 und ebenfalls 1,0 % höher als im Vormonat. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 1,5 % über dem Stand des Vorjahres (+1,0 % gegenüber Januar 2021).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Februar 2021 um 0,9 % unter denen von Februar 2020. Während unter anderem Tablets (-5,6 %) und Smartphones (-4,2 %) zu niedrigeren Preisen importiert wurden, waren Notebooks (+1,6 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenmotoren (+0,8 %) teurer als im Februar 2020.

Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 %, Gebrauchsgüter um 1,4 % billiger. Gegenüber dem Vormonat verteuerten sie sich allerdings jeweils um 0,3 %.

Die Preise für landwirtschaftliche Güter lagen 0,4 % unter denen von Februar 2020, stiegen aber gegenüber Januar 2021 um 1,8 %. Während sich insbesondere lebende Schweine (-48,7 %) und Nüsse (-21,4 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verbilligten, wurden vor allem Rohkaffee (+8,3 %) und Getreide (+12,3 %) zu höheren Preisen importiert.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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DIHK-Umfrage: Insgesamt sinkt die Zahl der Firmen, die grenzüberschreitend investieren

DIHK, Mitteilung vom 30.03.2021

Immer weniger Industrieunternehmen planen den Schritt ins Ausland. Zugleich wollen die auslandsaktiven Betriebe ihr Investitionsvolumen zunehmend aus Kostengründen erhöhen. Das zeigt eine aktuelle DIHK-Sonderauswertung der Konjunkturumfrage zu Auslandsinvestitionen unter mehr als 2.000 deutschen Industrieunternehmen.

Der Erhebung zufolge wollen 43 Prozent der Industrieunternehmen im Ausland investieren – so wenig wie zuletzt vor zehn Jahren. Dabei ist unsere exportstarke Industrie hierzulande stärker als andere Länder von der Erschließung ausländischer Märkte durch Auslandsinvestitionen abhängig, die immer wieder ausgebremst wird – durch protektionistische Maßnahmen, wirtschaftliche Entkoppelungs-Tendenzen und aktuell durch die Corona-Krise.

Auch wenn insgesamt weniger Unternehmen den Schritt ins Ausland planen, so steigen die Investitionsvolumina der auslandsaktiven Unternehmen in den einzelnen Märkten gegenüber dem Vorjahr an – vor allem in China von 12 auf 20 Punkte, in Nordamerika von 9 auf 25 Punkte und in Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten sogar von 7 auf 28 Punkte.

Stabile Lieferketten in Heimatnähe gefragt

Zugleich wollen mehr Betriebe in den Top-3 Zielregionen deutscher Auslandsinvestitionen präsent sein – in der Eurozone (Anstieg von 63 auf 65 Prozent), in China (Anstieg von 36 auf 39 Prozent) und in Nordamerika (Anstieg von 31 auf 35 Prozent). Aber auch die sonstige EU, Schweiz und Norwegen werden für Unternehmen attraktiver (Anstieg von 21 auf 23 Prozent). Die Betriebe wissen stabile Lieferketten in Heimatnähe ebenso zu schätzen wie den wachsenden Konsum in China und eine verlässliche Wirtschaftspolitik in den USA. Hinzu kommt die steigende Attraktivität der Eurozone und der sonstigen EU für Nahverlagerungs-Aktivitäten. Eine besondere Konstellation ergibt sich in den Investitionsbeziehungen zum Vereinigten Königreich: Mehr Unternehmen als zuletzt wollen hier investieren (10 Prozent, nach 6 Prozent in der Vorumfrage), vor allem in den Vertrieb und Kundendienst (73 Prozent) – um den durch den Brexit verursachten Handelshemmnissen zu begegnen. Insgesamt werden durch die deutschen Direktinvestitionen in diesem Jahr erstmalig über acht Millionen Arbeitsplätze an ausländischen Standorten geschaffen und gesichert.

Kostengründe für Auslandsinvestitionen nehmen zu

Vertrieb- und Kundendienst bleiben zwar weiterhin die Hauptmotive für Auslandsinvestitionen, allerdings wird es für immer mehr Unternehmen in Deutschland relevant, aus Kostengründen im Ausland zu investieren. Aktuell sind es 28 Prozent; der höchste Wert seit 2008 – ein Hinweis auf steigenden Kostendruck an heimischen Standorten. Im Textil-, Bekleidungs- und Ledergewerbe sowie im Fahrzeugbau dominieren Kostengründe den Gang ins Ausland (jeweils 48 Prozent). Auch bei den Herstellern von Metallerzeugnissen (33 Prozent), in der Elektrotechnik (30 Prozent) sowie bei Spitzentechnologieunternehmen (27 Prozent) spielt dieses Investitionsmotiv zunehmend eine wichtige Rolle.

Welche Branchen investieren mehr, welche schrauben ihr Engagement zurück?

Ein Blick in die Industriebranchen zum Auslandsengagement zeigt, dass sich vor allem der Maschinenbau zurückhält. Hier plant lediglich ein Fünftel der Unternehmen, Auslandsinvestitionen auszuweiten, während 23 Prozent diese kürzen wollen. Abstriche bei den Auslandsplänen nehmen die Elektrotechnik vor (von 11 auf 8 Punkte) sowie das Textil-, Bekleidungs- und Ledergewerbe (minus 12 nach 5 Punkten).Deutlich expansiver ist dagegen die pharmazeutische Industrie, die ihre Investitionspläne für das Ausland im Schnitt kräftig ausweitet (42 nach 27 Punkten). Auch im Fahrzeugbau planen die Unternehmen unter dem Strich mit höheren Budgets (36 Prozent mit Ausweitungen, 23 Prozent mit Kürzungen). Während in der chemischen Industrie (inklusive Pharma) überdurchschnittlich viele Betriebe einen Aus- und Aufbau von Produktionskapazitäten zur Markterschließung planen, geht es bei den Auslandsinvestitionen im Fahrzeugbau hauptsächlich um Kostenersparnis. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des DIHK.

Quelle: DIHK

 

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Unterschiedliche Pandemie-Betroffenheit im Mittelstand

Seit über einem Jahr stellt die Corona-Pandemie den Mittelstand in Deutschland vor große Herausforderungen. Allerdings sind die Unternehmen von den Pandemiefolgen unterschiedlich betroffen. Das berichtet das IfM Bonn.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 29.03.2021

Die wirtschaftlichen Folgen für die Unternehmen sollten umfassend betrachtet werden

Seit über einem Jahr stellt die Corona-Pandemie den Mittelstand in Deutschland vor große Herausforderungen. Allerdings sind die Unternehmen von den Pandemiefolgen unterschiedlich betroffen: Ein Großteil von ihnen kann unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes weitestgehend unbehindert agieren. Dagegen sind die wirtschaftlichen Konsequenzen für diejenigen mittelständischen Bereiche der Wirtschaft gravierend, die aufgrund der pandemischen Situation (teilweise dauerhaft) schließen müssen, wie Kultur, Gastronomie, Tourismus, Einzelhandel.

„Um die Herausforderungen für den Mittelstand korrekt einschätzen zu können, müssen sowohl die Auswirkungen der Pandemie auf die Unternehmen als auch diejenigen durch die antipandemischen Maßnahmen betrachtet werden“, fordern Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen) und Hans-Jürgen Wolter (IfM Bonn) in ihrem jüngsten Hintergrundpapier “Perspektiven für den Mittelstand in der Covid 19-Pandemie. Teil 2: Herausforderungen für den Mittelstand“. Neben der Betroffenheit der mittelständischen Wirtschaft haben sie darin auch die individuelle Betroffenheit der Unternehmer und Unternehmerinnen sowie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schäden betrachtet.

“In der öffentlichen Diskussion um Lockerungen werden vielfach nur die schädlichen wirtschaftlichen Folgen der antipandemischen Maßnahmen diskutiert. Weniger Beachtung findet hingegen die Tatsache, dass eine ungebremst verlaufende Pandemie nicht nur zu steigenden Neuinfektionen führen würde, sondern auch zu einer erheblichen Verunsicherung der Konsumenten. Entsprechend könnte es sein, dass die Konsumenten von sich aus weitestgehend das öffentliche Leben meiden anstatt in den Einzelhandelsgeschäften einkaufen bzw. ins Theater oder Restaurant zu gehen“, zeigt die IfM-Präsidentin auf. „Gleichwohl darf man aber auch die persönliche Komponente für die Unternehmer und Unternehmerinnen nicht außer Acht gelassen werden: Einerseits müssen sie sich selbst und ihre Belegschaft vor der Pandemie in Acht nehmen. Andererseits fürchten viele von ihnen um den Fortbestand ihres Unternehmens bzw. um die der Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.“ Je mehr mittelständische Unternehmen jedoch im Zuge der Pandemie schließen müssen, desto mehr ist die Vielfalt des Mittelstands gefährdet.

Zugleich weist das Hintergrundpapier darauf hin, dass die antipandemischen Maßnahmen die wirtschaftlichen Belastungen durch pandemiebedingte Erkrankungen oder Quarantänezeiten in Folge eines ungebremsten Pandemieverlaufs deutlich reduziert haben. Diese sind erheblich, auch wenn sich das exakte Ausmaß nicht quantifizieren lässt: Einer überschlägigen Rechnung zufolge würden allein durch Isolierung oder Quarantäne jeden Tag rund 800.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ausfallen, wenn die Inzidenz bei 200 Fällen je 100.000 Einwohner läge und man durchschnittlichen fünf enge Kontakten je Infizierten unterstellt.

Quelle: IfM Bonn

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IAB-Arbeitsmarktbarometer legt weiter zu, dennoch bleiben Risiken

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer legt zum zweiten Mal in Folge zu und ist im März gegenüber dem Vormonat um 0,7 Punkte auf 101,7 Punkte gestiegen. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt damit positive Aussichten für die Arbeitsmarktentwicklung im zweiten Quartal.

IAB, Pressemitteilung vom 29.03.2021

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer legt zum zweiten Mal in Folge zu und ist im März gegenüber dem Vormonat um 0,7 Punkte auf 101,7 Punkte gestiegen. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt damit positive Aussichten für die Arbeitsmarktentwicklung im zweiten Quartal. Zuletzt stand das Arbeitsmarkbarometer so günstig vor der Corona-Krise im Februar 2020.

„Am Arbeitsmarkt stehen die Zeichen auf Erholung“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. Sowohl bei der Beschäftigungsentwicklung als auch der Arbeitslosigkeit zeigten sich positive Signale. Die Verlängerung des Lockdowns sei allerdings erst nach Ende des Befragungszeitraums bis Mitte des Monats beschlossen worden. „Die Risiken der Pandemie bleiben immens. Die Krise ist in den nächsten Monaten noch nicht vorbei“, erklärt Weber.

Die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers legte im März um 0,6 Punkte zu und liegt nun bei 101,1. Damit wird ein leichter Beschäftigungsaufbau erwartet. Die Komponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers zur Vorhersage der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit liegt mit 102,3 Punkten deutlich im positiven Bereich und lässt eine sinkende Arbeitslosigkeit erwarten. Sie stieg gegenüber dem Februar um 0,8 Punkte.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Quelle: IAB

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Kräftige Erholung trotz großer Risiken: IMK prognostiziert 4,9 Prozent Wirtschaftswachstum 2021 und 4,2 Prozent 2022

Trotz des erst einmal verlängerten Lockdowns und des schleppenden Starts beim Impfprogramm wird sich die deutsche Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr kräftig erholen. Das ergibt die neue Konjunkturprognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 24.03.2021

Trotz des erst einmal verlängerten Lockdowns und des schleppenden Starts beim Impfprogramm wird sich die deutsche Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr kräftig erholen. Im Jahresdurchschnitt 2021 legt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,9 Prozent zu, 2022 um 4,2 Prozent. Treibende Kräfte des Wachstums sind in diesem Jahr sowohl der sehr dynamische Außenhandel als auch der wieder zunehmende private Konsum, der 2022 zum dominierenden Wachstumsfaktor wird. Auch die Investitionen liefern spürbare positive Impulse. Die Arbeitslosenquote sinkt in diesem Jahr geringfügig auf durchschnittlich 5,8 Prozent. 2022 geht die Arbeitslosigkeit dann deutlicher zurück, die Quote wird im Jahresdurchschnitt bei 5,3 Prozent liegen. Das ergibt die neue Konjunkturprognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

Gegenüber der letzten IMK-Prognose vom Dezember bleibt die Wachstumserwartung für 2021 unverändert. Für 2022 legen die Düsseldorfer Konjunkturforscher erstmals eine Prognose vor.

„Medizinisch ist die Corona-Pandemie leider längst noch nicht besiegt und damit bleiben Risiken. Aber ökonomisch stehen die Zeichen nach dem harten Jahr 2020 erst einmal auf Entspannung“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Das hat zwei wesentliche Gründe: Erstens funktioniert die Stabilisierungspolitik der Bundesregierung weiterhin recht gut – bei aller berechtigten Kritik an teilweise schleppenden Hilfszahlungen. Zweitens profitiert vor allem die deutsche Industrie von der kräftigen Nachfrage aus Asien, den USA und auch vielen EU-Ländern. Die Lieferketten halten und offensichtlich sind die Corona-Schutzkonzepte in den meisten Betrieben wirkungsvoll.“

Auch wenn die Fortschritte bei den Impfungen bisher relativ langsam sind, rechnen die Ökonomen zudem damit, dass der private Konsum im Verlauf dieses Jahres kräftig anzieht, weil Einschränkungen gelockert werden können und viel Geld gespart wurde, das in diesem und im kommenden Jahr ausgegeben werden kann. Dabei spielt auch eine Rolle, dass nach Berechnungen der Ökonomen eine deutliche Beschleunigung des Impftempos ab April wahrscheinlich und sogar eine Impfung aller impfwilligen Erwachsenen in Deutschland bis Ende Juli möglich ist. Stimulierend wirken zudem die weitgehende Abschaffung des Solidaritätszuschlags, höhere Kindergeldzahlungen und Steuersenkungen durch das Familienentlastungsgesetz sowie die Einführung der Grundrente. Auf den tiefsten Einbruch der Konsumausgaben in der Geschichte der Bundesrepublik 2020 folgen nach der IMK-Prognose daher zwei Jahre mit sehr dynamischer Konsumentwicklung: 2021 kalkulieren die Forscher mit einer Zunahme um 4,6 Prozent im Jahresdurchschnitt, 2022 mit 6,0 Prozent.

„Unsere Prognose ist mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, es ist ja schwer einzuschätzen, wie heftig eine dritte Corona-Welle wird. Deshalb überwiegen zur Zeit eindeutig die zusätzlichen Risiken. Wir sehen aber auch gewisse Chancen, dass es besser läuft als wir momentan annehmen“, sagt IMK-Direktor Dullien. Auf der Chancen-Seite nennen die Ökonomen in erster Linie eine noch kräftigere Nachfrage bei wichtigen Handelspartnern sowie forcierte Investitionen in klimafreundliche Techniken. Zu den möglichen Gefahren zählen sie neben einer drastischen Zuspitzung der Pandemiesituation und weiteren Rückschlägen bei den Impfungen eine Insolvenzwelle, die größer ausfällt als bislang zu erwarten ist.

Mindestens genauso schädlich für die wirtschaftliche Entwicklung wäre aber eine politische Fehlentscheidung, hebt das IMK hervor: Dieses Risiko bestünde darin, „dass die Bundesregierung eine fiskalpolitische Konsolidierung einleitet, bevor ein selbsttragender Aufschwung eingesetzt hat.“ Angesichts des großen Investitionsbedarfs, insbesondere bei klimafreundlichen Technologien, und hoher Leistungsbilanzüberschüsse, müssten Investitionen über die nächsten Jahre absolute Priorität haben. Notwendig sei sowohl eine Verstetigung der öffentlichen Investitionen auf hohem Niveau als auch ein ausgearbeiteter Plan, wie diese im Falle einer konjunkturellen Abschwächung zügig hochgefahren werden können, mahnen die Wirtschaftsforscher. Der notwendige Spielraum bei den Staatsfinanzen sei auf jeden Fall gegeben.

Kerndaten der Prognose für 2021 und 2022

Arbeitsmarkt

Im zweiten Lockdown ist die Zahl der Kurzarbeitenden erneut erheblich und die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. Eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist nach Analyse des IMK erst möglich, wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung Impfschutz gegen das Corona-Virus hat. Wenn das im zweiten Halbjahr erreicht ist, dürfte sich die Arbeitsmarktsituation aber relativ schnell deutlich verbessern: Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt nach der Einschätzung des IMK ab dem Spätsommer wieder kräftig zu. In der Statistik schlägt sich das allerdings mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung nieder, so dass die Erwerbstätigkeit im Jahresdurchschnitt 2021 um rund 35.000 Personen oder 0,1 Prozentpunkte sinkt. Im kommenden Jahr wächst die Zahl der Erwerbstätigen dann aber mit rund 650.000 Personen bzw. 1,5 Prozent kräftig.

Bei den Arbeitslosenzahlen erwartet das IMK im Jahresdurchschnitt 2021 eine geringfügige Entspannung. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt um etwa 30.000 Personen, so dass im Jahresmittel rund 2,66 Millionen Menschen ohne Job sein werden. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent nach 5,9 Prozent im Vorjahr. Für 2022 erwartet das IMK dann einen spürbaren Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um gut 220.000 Personen im Jahresdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 5,3 Prozent.

Außenhandel

Auch die meisten wichtigen Handelspartner erleben 2021 und 2022 eine wirtschaftliche Erholung. Die Weltwirtschaft insgesamt, die im Jahresmittel 2020 um 3,4 Prozent eingebrochen ist, wächst in diesem Jahr kräftig um 5,5 Prozent und im kommenden Jahr um 3,5 Prozent. Getragen wird die Erholung unter anderem vom robusten Wachstum in China und dem massiven fiskalischen Hilfsprogramm der US-Regierung. So wird das US-BIP in diesem Jahr um 7,0 Prozent zulegen – so stark wie seit 1984 nicht mehr. Für 2022 prognostiziert das IMK ein Wachstum um 3,1 Prozent. Die chinesische Wirtschaft, die auch 2020 zulegte, dürfte in diesem Jahr um 8,4 Prozent wachsen, 2022 dann noch um 4,9 Prozent. Auch die wirtschaftliche Erholung in den meisten Euro-Ländern ist nach Analyse des IMK „trotz dritter Corona-Welle weitestgehend intakt“. Die Wirtschaft im Euroraum wird dieses Jahr um durchschnittlich 5,3 Prozent wachsen, 2022 um 4,2 Prozent.

Die weltwirtschaftliche Erholung beflügelt die deutschen Ausfuhren in diesem Jahr stark. Das IMK rechnet mit einem Wachstum der Exporte um 10,9 Prozent. Die Importe legen ebenfalls zu – um 7,3 Prozent Im Jahresdurchschnitt. Damit leistet der Außenhandel in diesem Jahr einen kräftigen Wachstumsbeitrag von 2,0 Prozentpunkten, allerdings wächst auch der Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz in wieder problematischem Ausmaß. Im kommenden Jahr expandiert der deutsche Außenhandel weiter kräftig und zudem etwas balancierter: Die Exporte nehmen im Jahresmittel 2022 um 6,8 Prozent zu, die Importe um 8,0 Prozent.

Investitionen

Die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen erholen sich ebenfalls vom Corona-Schock. Das liegt vor allem an der Kapazitätsauslastung der Industrie, die schon wieder nahe am langjährigen Durchschnitt liegt, weshalb neben Ersatz- auch Erweiterungsinvestitionen notwendig werden. 2021 nehmen die Ausrüstungsinvestitionen daher im Jahresmittel um 9,3 Prozent zu, 2022 um 5,8 Prozent. Die Bauinvestitionen bleiben trotz Behinderungen durch den Kälteeinbruch robust. Treibende Kraft ist der Wohnungsbau, doch auch der Wirtschaftsbau kommt wieder in Gang. Im Jahresmittel 2021 nehmen die Bauinvestitionen um 1,6 Prozent zu, 2022 dann um 5,1 Prozent.

Einkommen und Konsum

Die verfügbaren Einkommen legen in diesem und im kommenden Jahr wieder zu, weil die durchschnittlichen Arbeitszeiten durch Rückgang der Kurzarbeit wieder länger werden, die Beschäftigung wächst und die Bruttolöhne und -gehälter steigen. Da das IMK zudem davon ausgeht, dass ab dem zweiten Quartal die Restriktionen in Handel und Freizeitbereich zunehmend gelockert werden können, fließen die Einkommen wieder verstärkt in den Konsum, die Sparquote geht von sehr hohen 16,2 Prozent auf 13,5 Prozent zurück.

Nach dem Einbruch im Vorjahr nehmen die realen privaten Konsumausgaben im Jahresdurchschnitt 2021 um kräftige 4,6 Prozent zu. Für das kommende Jahr prognostiziert das IMK bei weiter sinkender Sparquote (auf dann 10,7 Prozent) ein noch stärkeres Wachstum der privaten Konsumausgaben um real sogar 6,0 Prozent. Nachdem sinkende Konsumausgaben im Jahr 2020 die wirtschaftliche Entwicklung stark gebremst haben (negativer Wachstumsbeitrag von -3,2 Prozentpunkten), ergibt sich in diesem Jahr ein spürbar positiver Wachstumsbeitrag um 2,4 Prozentpunkte. 2022 sind es sogar 3,2 Prozentpunkte.

Inflation und öffentliche Finanzen

Obwohl höhere Energiepreise und die Rückkehr zu den alten Mehrwertsteuersätzen die Inflation beschleunigen, bleibt die Zunahme der Verbraucherpreise auch 2021 mit 1,7 Prozent knapp unter der Zielinflationsmarke der EZB. Im kommenden Jahr geht die Inflationsrate leicht auf 1,5 Prozent zurück.

Da der Staat zur Krisenbekämpfung sehr viel Geld einsetzt, Anfang 2021 verschiedene Steuern sowie die EEG-Umlage gesenkt wurden und sich die Einnahmen generell erst langsam erholen, ergibt sich 2021 ein Budgetdefizit von 3,8 Prozent des BIP. Im kommenden Jahr wird sich die erwartete konjunkturelle Belebung dann stärker positiv auf die öffentlichen Haushalte auswirken, zudem wirkt die Fiskalpolitik weniger expansiv. Das gesamtstaatliche Defizit geht 2022 deutlich um 2,5 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent des BIP zurück.

Quelle: Hans-Böckeler-Stiftung

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