Corona-Krise digitalisiert die deutsche Wirtschaft

COVID-19 hat die Welt fest im Griff. Welche Auswirkungen dies auf die Unternehmen und ihre Arbeitsabläufe hat, untersuchte das ifo Institut im Auftrag von Randstad Deutschland im zweiten Quartal 2020 mittels einer Befragung von knapp 800 deutschen Personalleitern.

Corona-Krise digitalisiert die deutsche Wirtschaft

Sonderfragen im 2. Quartal 2020: Homeoffice und Digitalisierung unter Corona

ifo Institut, Pressemitteilung vom 03.08.2020

COVID-19 hat die Welt fest im Griff. Welche Auswirkungen dies auf die Unternehmen und ihre Arbeitsabläufe hat, untersuchte das ifo Institut im Auftrag von Randstad Deutschland im zweiten Quartal 2020 mittels einer Befragung von knapp 800 deutschen Personalleitern.

Insgesamt beeinflusst die Corona-Pandemie den digitalen Wandel positiv. Die Kontaktbeschränkungen zwangen die Unternehmen, die Homeoffice-Nutzung hochzufahren – obwohl sie befürchteten, dass die Produktivität der Mitarbeiter dadurch sinkt. Dennoch wäre immer noch Potenzial, mehr Telearbeit anzubieten. Für die Zeit nach Corona plant ein großer Teil der Firmen, das Homeoffice-Angebot zu erhöhen. Insbesondere Zusammenarbeit und Kommunikation in Arbeitsteams wird über alle Bereiche und Größenklassen hinweg zunehmend auf digitale Tools übertragen. Besprechungen werden auch in der Zeit nach der Pandemie häufiger in den digitalen Raum verschoben. Gespräche werden zukünftig also seltener persönlich stattfinden. E-Learning und virtuelle Bewerbungsgespräche finden bislang noch keine breite Akzeptanz in den Firmen. Ein Großteil der Befragten will jedoch zukünftig mehr virtuelle Bewerbungsgespräche führen und E-Learning anbieten.

Homeoffice-Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Der Lockdown führte zu einer deutlich stärkeren Nutzung von Homeoffice. Während vor der Corona-Pandemie 39 % der Mitarbeiter zumindest teilweise von zuhause arbeiten konnten, sind es aktuell 61 %. Das Potenzial für Homeoffice ist damit aber noch nicht ausgeschöpft. Theoretisch könnten 80 % der Firmen Homeoffice-Arbeitsplätze anbieten. Insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe stieg der Homeoffice-Anteil deutlich auf 70 %. Insbesondere Dienstleister erhöhten die Homeoffice-Nutzung. So stieg der Anteil der Dienstleistungsfirmen, in denen zumindest die Hälfte des Personals (teilweise) von zuhause arbeitet auf 15 %.

Digitalisierung schreitet voran

Der digitale Wandel wurde in einem Großteil der Firmen durch die Corona-Pandemie beschleunigt (55 %), wobei große Unternehmen den digitalen Wandel konsequenter umsetzen als kleine. Pandemiebedingt wurden digitale Tools zur Kommunikation eingeführt (23 %) oder deren Anwendung (36 %) intensiviert. Videokonferenzen gehörten während der Corona-Pandemie für einen zunehmenden Teil der Belegschaft zum Arbeitsalltag. Diese Veränderung dürfte dauerhaft sein, denn die Firmen beabsichtigen den Angaben der Personalleiter zufolge, auch nach der Corona-Pandemie häufiger virtuelle Konferenzen abzuhalten (64 %). Die Planungen sehen darüber hinaus ein Hochfahren des Homeoffice-Angebots vor (47 %). Vor-Ort-Meetings dürften hingegen von der Mehrheit der Firmen seltener angesetzt werden (59 %). Darüber hinaus werden Dienstreisen auf den Prüfstand gestellt. In 61 % der Unternehmen dürften den Planungen zufolge seltener Dienstreisen durchgeführt werden.

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Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2020 um 10,1 % niedriger als im Vorquartal

Das BIP ist im 2. Quartal 2020 gegenüber dem 1. Quartal 2020 um 10,1 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind im 2. Quartal 2020 sowohl die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen massiv eingebrochen als auch die privaten Konsumausgaben und die Investitionen in Ausrüstungen.

Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2020 um 10,1 % niedriger als im Vorquartal

Auswirkungen der Corona-Pandemie führen zu historischem Rückgang

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.07.2020

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2020 gegenüber dem 1. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 10,1 % gesunken. Das war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970. Er fiel noch deutlich stärker aus als während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise (-4,7 % im 1. Quartal 2009). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sind im 2. Quartal 2020 sowohl die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen massiv eingebrochen als auch die privaten Konsumausgaben und die Investitionen in Ausrüstungen. Der Staat erhöhte dagegen seine Konsumausgaben während der Krise.

Bruttoinlandsprodukt bricht auch im Vorjahresvergleich ein

Auch im Vorjahresvergleich ist die Wirtschaftsleistung eingebrochen: Das BIP war im 2. Quartal 2020 preisbereinigt um 11,7 % niedriger als ein Jahr zuvor (auch kalenderbereinigt). Auch hier hatte es nicht einmal in den Jahren der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009 so starke Rückgänge gegeben: Der bisher stärkste Rückgang gegenüber einem Vorjahresquartal war mit -7,9 % im 2. Quartal 2009 zu verzeichnen.

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Kurzarbeit wird nur langsam zurückgefahren

Die Zahl der Firmen mit Coronabedingter Kurzarbeit sinkt – wenn auch langsam. Im Juli fuhren noch 42 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit, die an der ifo Konjunkturumfrage teilnehmen. Im Juni waren es 46 Prozent und im Mai sogar 53 Prozent.

Kurzarbeit wird nur langsam zurückgefahren

ifo Institut, Pressemitteilung vom 30.07.2020

Die Zahl der Firmen mit Coronabedingter Kurzarbeit sinkt – wenn auch langsam. Im Juli fuhren noch 42 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit, die an der ifo Konjunkturumfrage teilnehmen. Im Juni waren es 46 Prozent und im Mai sogar 53 Prozent. „Der Rückgang der Kurzarbeit geht nur sehr langsam vonstatten“, sagt ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. Spitzenreiter blieb im Juli die Industrie mit 57 Prozent der Firmen, nach 64 Prozent je im Mai und im Juni.

Bei den Dienstleistern arbeiteten im Juli noch 39 Prozent der Firmen Kurzarbeit, im Juni waren es 47 und im Mai sogar 48 Prozent. Im Handel waren es 31 Prozent im Juli, nach 29 Prozent im Juni und 55 Prozent der Firmen im Mai.

Vergleichsweise wenig betroffen war der Bau, wo nur 11 Prozent der Firmen Kurzarbeit im Juli fuhren, nach 25 Prozent im Juni und immerhin 32 Prozent im Mai.

Die Durchschnitte für die großen Wirtschaftszweige verbergen große Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Das zeigt sich an der Industrie: Während der Durchschnittswert 57 Prozent beträgt, arbeiteten im Juli noch 80,8 Prozent der Metallerzeuger und -bearbeiter in Kurzarbeit. Bei den Herstellern von Bekleidung sind es 78,3 Prozent und bei den Herstellern von Metallerzeugnissen zu 72,1 Prozent. In der Autobranche betrug der Anteil 67,7 Prozent, in der Chemie hingegen nur 33,2 Prozent, bei den Herstellern von Nahrungsmitteln 16,7 Prozent und bei der Pharmazie 0,6 Prozent.

Immer noch stark betroffen waren im Juli die Reisebüros und -veranstalter mit 89,2 Prozent, die Hotels mit 83,3 Prozent, die kreativen und künstlerischen Berufe mit 81,4 Prozent, die Vermittler von Arbeitskräften mit 80,6 Prozent und die Gastronomie mit 73,9 Prozent. Besonders wenig Kurzarbeit gab es im Juli bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern mit 6,4 Prozent, im Grundstücks- und Wohnungswesen mit 6,2 Prozent sowie in der Telekommunikation mit 6,1 Prozent.

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Deutsche Wirtschaft hangelt sich Stück für Stück aus tiefem Loch

Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin hat sich im Juli deutlich erholt. Für das noch junge dritte Quartal schnellt es auf 90 Punkte nach oben. Zum Vergleich: Für das zweite Quartal steht das Barometer aktuell bei nur 26 Punkten. Das erwartete Wachstum der deutschen Wirtschaft liegt für das laufende Vierteljahr bei kräftigen drei Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten.

Deutsche Wirtschaft hangelt sich Stück für Stück aus tiefem Loch

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 29.07.2020

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat sich im Juli deutlich erholt. Für das noch junge dritte Quartal schnellt es auf 90 Punkte nach oben. Zum Vergleich: Für das zweite Quartal steht das Barometer aktuell bei nur 26 Punkten. Das erwartete Wachstum der deutschen Wirtschaft liegt für das laufende Vierteljahr bei kräftigen drei Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten. „Die Zeichen stehen eindeutig auf Erholung, doch trotz nun wieder kräftiger Zuwächse wird es wohl zwei Jahre dauern, bis der historische Einbruch vom Frühjahr wettgemacht ist“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

Die deutsche Wirtschaft hangelt sich Stück für Stück aus dem tiefen Loch, in das sie im zweiten Quartal gefallen ist – bedingt durch den Lockdown dürfte das Bruttoinlandsprodukt zweistellig und damit in noch nie dagewesenem Ausmaß eingebrochen sein. Erste Schätzungen veröffentlicht das Statistische Bundesamt morgen. „Nicht der Lockdown, sondern die Pandemie an sich ist jedoch die Ursache der Rezession“, sagt Simon Junker, Experte für die Konjunktur in Deutschland. „Ein Blick auf die USA lässt erahnen, wie verheerend das Virus ohne weitgehende Einschränkungen hätte grassieren können – und dann unter Inkaufnahme menschlichen Leids dennoch später zu einem Wirtschaftseinbruch geführt hätte.“

Bleibt eine zweite Infektionswelle aus, dürften die Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen ein kräftiges Aufholwachstum in Gang setzen. Allerdings belasten die Sorgen vor weiteren Infektionswellen ebenso wie die wirtschaftlichen Nachwirkungen der ersten akuten Phase die konjunkturelle Erholung. Während die Wirtschaftspolitik die Einkommen hierzulande wohl stabilisieren dürfte, drücken die in vielen Ländern teils drastischen direkten Folgen der Pandemie die Entwicklung der deutschen Exporte. Alles in allem dürfte die deutsche Wirtschaft ihr Vorkrisenniveau erst im Jahr 2022 wieder erreichen.

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ifo Beschäftigungsbarometer im Juli 2020 gestiegen

Die deutschen Unternehmen planen, weniger Mitarbeiter zu entlassen. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Juli auf 93,2 Punkte gestiegen, von 92,3 Punkten im Juni. Der Arbeitsmarkt ist aber noch nicht über den Berg. Entlassungen sind vielerorts noch vorgesehen, insbesondere in der Industrie. Der Pessimismus hat jedoch in den letzten zwei Monaten merklich nachgelassen.

ifo Beschäftigungsbarometer im Juli 2020 gestiegen

ifo Institut, Pressemitteilung vom 29.07.2020

Die deutschen Unternehmen planen, weniger Mitarbeiter zu entlassen. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Juli auf 93,2 Punkte gestiegen, von 92,3 Punkten im Juni. Der Arbeitsmarkt ist aber noch nicht über den Berg. Entlassungen sind vielerorts noch vorgesehen, insbesondere in der Industrie. Der Pessimismus hat jedoch in den letzten zwei Monaten merklich nachgelassen.

In der Industrie hat das Barometer erneut zugelegt. Jedoch stehen die Zeichen in vielen Firmen weiterhin auf Stellenabbau. Im Handel entspannt sich die Lage langsam. Die Anzahl der Unternehmen, die Mitarbeiter entlassen wollen, ist zwar noch in der Überzahl, aber weniger stark als noch im Vormonat. Im Dienstleistungssektor sollen sich Entlassungen und Einstellungen in etwa die Waage halten. Nur im Bauhauptgewerbe hat das Beschäftigungsbarometer nachgegeben.

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Importpreise im Juni 2020: -5,1 % gegenüber Juni 2019

Die Importpreise waren im Juni 2020 um 5,1 % niedriger als im Juni 2019. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Mai 2020 bei -7,0 % gelegen, im April 2020 bei -7,4 %.

Importpreise im Juni 2020: -5,1 % gegenüber Juni 2019

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.07.2020

Importpreise, Juni 2020

  • 0,6 % zum Vormonat
  • -5,1 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Juni 2020

  • 0,0 % zum Vormonat
  • -1,0 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im Juni 2020 um 5,1 % niedriger als im Juni 2019. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Mai 2020 bei -7,0 % gelegen, im April 2020 bei -7,4 %. Gegenüber dem Vormonat Mai 2020 stiegen die Importpreise im Juni um 0,6 %.

Starker Preisrückgang bei importiertem Erdöl im Vorjahresvergleich, aber deutlicher Anstieg gegenüber Vormonat

Der Rückgang der Importpreise gegenüber Juni 2019 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im Juni 2020 um 37,2 % billiger als im Juni 2019, wiesen aber gegenüber dem Vormonat Mai 2020 ein deutliches Plus auf (+15,8 %). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdöl mit einem Minus von 39,5 %. Nachdem diese Preise aufgrund der Corona-Pandemie und der geopolitischen Lage von Dezember 2019 bis April 2020 um fast 70 % eingebrochen waren, konnten danach bis Juni deutliche Preissteigerungen (+83 %) beobachtet werden. Vom Preisniveau vor der Krise sind die Preise für Erdöl allerdings noch weit entfernt. Die Preise für Erdgas lagen 39,9 % unter denen von Juni 2019. Die Preise für Mineralölerzeugnisse fielen im Vorjahresvergleich um 34,8 %.

Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im Juni 2020 um 1,4 % niedriger als im Juni 2019. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex um 2,5 % unter dem Stand des Vorjahres.

Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern, aber deutliche Preissteigerungen bei Edelmetallen im Vorjahresvergleich

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im Juni 2020 um 3,6 % unter denen des Vorjahresmonats. Es verbilligten sich unter anderem Holz- und Zellstoff (-17,6 %), Kunststoffe in Primärformen (-14,1 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-7,7 %) sowie elektronische Bauelemente (-5,0 %). Dagegen lagen die Preise für Edelmetalle und Halbzeug daraus nach wie vor erheblich über dem Niveau des Vorjahresmonats (+25,6 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Juni 2020 um 0,3 % unter denen von Juni 2019. Während unter anderem Tablets (-9,5 %) und Smartphones (-8,5 %) billiger waren, wurden Kraftwagen und Kraftwagenmotoren zu 1,2 % höheren Preisen als im Juni 2019 importiert.

Gebrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr 0,2 % teurer (-0,6 % zum Vormonat). Die Importpreise für Verbrauchsgüter stiegen um 0,3 % gegenüber dem Vorjahr (-0,4% gegenüber Vormonat). Insbesondere Fleisch- und Fleischerzeugnisse waren im Vergleich zum Vorjahr 3,0 % billiger, jedoch stiegen die Preise gegenüber dem Vormonat Mai 2020 wieder an (+1,2 %).

Die Einfuhrpreise für landwirtschaftliche Güter lagen 2,1 % höher als im Juni 2019 (-2,3 % gegenüber dem Vormonat). Während insbesondere Pfirsiche (+31,0 %) und Zitrusfrüchte (+17,3 %) deutlich teurer waren als vor einem Jahr, wurden vor allem Mandeln (-17,9 %) sowie Paprika (-14,2 %) und Naturkautschuk (-14,1 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

Der Index der Ausfuhrpreise lag im Juni 2020 um 1,0 % unter dem Stand von Juni 2019. Im Mai 2020 hatte die Jahresveränderungsrate bei -1,2 % und im April 2020 bei -1,1 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Mai 2020 blieben die Ausfuhrpreise im Durchschnitt konstant.

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ifo Exporterwartungen steigen

Unter den deutschen Exporteuren macht sich vorsichtiger Optimismus breit. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Juli von minus 2,2 auf plus 6,9 Punkte gestiegen. Die Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern kommt der deutschen Exportwirtschaft zugute.

ifo Exporterwartungen steigen

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.07.2020

Unter den deutschen Exporteuren macht sich vorsichtiger Optimismus breit. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Juli von minus 2,2 auf plus 6,9 Punkte gestiegen. Die Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern kommt der deutschen Exportwirtschaft zugute.

Einer der größten Gewinner war die Autobranche. Nach sehr schwierigen Monaten dürfte das Exportgeschäft wieder gut anlaufen. Auch in der Elektroindustrie ist die Zuversicht wieder zurückgekehrt. Gleiches gilt für die chemische Industrie. Im Maschinenbau hat der Pessimismus merklich abgenommen, steigende Umsätze werden aber noch nicht erwartet. Weiterhin schwierig ist der Exportmarkt für die Bekleidungs- und Lederwarenindustrie.

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ifo Geschäftsklimaindex steigt weiter

Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich weiter verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juli auf 90,5 Punkte gestiegen, nach 86,3 Punkten1 im Juni. Dies ist der dritte Anstieg in Folge. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage merklich zufriedener. Zudem blicken sie vorsichtig
optimistisch auf die kommenden Monate. Die deutsche Wirtschaft erholt sich schrittweise.

ifo Geschäftsklimaindex steigt weiter

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.07.2020

Geschäftsklimaindex ist im Juli auf 90,5 Punkte gestiegen, nach 86,3 Punkten1 im Juni. Dies ist der dritte Anstieg in Folge. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage merklich zufriedener. Zudem blicken sie vorsichtig optimistisch auf die kommenden Monate. Die deutsche Wirtschaft erholt sich schrittweise.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima erneut deutlich verbessert. Die aktuelle Lage wird von den Industrieunternehmen nicht mehr ganz so schlecht eingeschätzt wie in den Vormonaten. Zudem erwarten die Unternehmer in den kommenden Monaten bessere Geschäfte. Die Kapazitätsauslastung konnte von 70,4 auf 74,9 Prozent gesteigert werden. Sie liegt aber immer noch erheblich unter ihrem langfristigen Durchschnitt von 83,5 Prozent.

Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindex nach einem starken Anstieg wieder im positiven Bereich angekommen.

Die Dienstleister waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem verbesserte sich der Ausblick auf die kommenden Monate deutlich.

Auch im Handel setzte sich die Aufwärtsbewegung fort. Die Händler korrigierten ihre Einschätzungen zur aktuellen Lage und die Erwartungen für die kommenden Monate merklich nach oben. Vor allem im Einzelhandel hat sich die Lage verbessert.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima erneut verbessert. Die Baufirmen waren mit ihrer aktuellen Lage zufriedener. Auch ihre Erwartungen fielen weniger pessimistisch aus.

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Finanzierungsklima – Unternehmen gut gerüstet vor der Krise

Die Finanzierungssituation der Unternehmen in Deutschland war bis zum Ausbrechen der Corona-Krise unverändert gut – dies zeigt die diesjährige Unternehmensbefragung der KfW. Dem Allzeithoch im Finanzierungsklima folgen nun coronabedingt unsichere Zeiten.

Finanzierungsklima – Unternehmen gut gerüstet vor der Krise

KfW, Mitteilung vom 22.07.2020

Die Finanzierungssituation der Unternehmen in Deutschland war bis zum Ausbrechen der Corona-Krise unverändert gut – dies zeigt die diesjährige Unternehmensbefragung der KfW-Bankengruppe gemeinsam mit 19 Spitzen-, Fach- und Regionalverbänden der Wirtschaft, die im Zeitraum von Dezember 2019 bis Ende März 2020 und damit vor Beginn der Corona-Krise durchgeführt wurde. Demnach berichteten lediglich 13,4 % der Unternehmen von Schwierigkeiten beim Kreditzugang – 56,8 % der Unternehmen gaben an, dass der Kreditzugang „leicht“ gewesen sei.

„Durch den stetigen Ausbau ihrer Eigenkapitalausstattung und der damit verbundenen Verbesserung ihrer Bonitätsbewertung haben sich die Unternehmen in Deutschland dies zum Teil selbst hart erarbeitet“ sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. So berichteten 43,9 % der befragten Unternehmen von einem Anstieg ihrer Eigenkapitalquote im Jahr 2019. Auch die Ratingnoten haben sich wieder auf breiter Front verbessert – 32,5 % der Unternehmen meldeten eine Verbesserung der Bonitätsbewertung.

Die Umfrage ergab auch, dass Bankkredite eine bedeutende Finanzierungsquelle der Unternehmen bleiben: 50,3 % der Befragten haben im letzten Jahr Kreditverhandlungen geführt. Die mit Abstand wichtigste Rolle in der Finanzierung spielt nach Angaben der Unternehmen jedoch weiterhin die Innenfinanzierung.

„Die Ausgangslage der Unternehmen war zu Beginn der Corona-Krise solide“ betont Köhler-Geib. „Doch dem Allzeithoch im Finanzierungsklima folgen nun coronabedingt unsichere Zeiten. Erste Indikatoren signalisieren bereits einen leichten Anstieg der Kredithürden für Unternehmen. Für das aktuelle Geschäftsjahr kann aufgrund der zum Teil hohen Umsatzverluste auch mit einer Verschlechterung der Eigenkapitalsituation vieler Unternehmen gerechnet werden. Dies dürfte deren Bonitätsbewertungen unter Druck setzen und sich negativ auf den Kreditzugang auswirken.“

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Mehrwertsteuersenkung unterstützt rasche Erholung des Konsumklimas

Die deutschen Verbraucher lassen den Corona-Schock vom Frühjahr dieses Jahres mehr und mehr hinter sich. Während die Konjunkturerwartung erneut leicht ansteigt, legen sowohl Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung zum dritten Mal in Folge deutlich zu. Folglich prognostiziert GfK für August 2020 einen Wert von -0,3 Punkten und damit gut neun Punkte mehr als im Juli dieses Jahres (revidiert -9,4 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juli 2020.

Mehrwertsteuersenkung unterstützt rasche Erholung des Konsumklimas

GfK, Pressemitteilung vom 23.07.2020

Die deutschen Verbraucher lassen den Corona-Schock vom Frühjahr dieses Jahres mehr und mehr hinter sich. Während die Konjunkturerwartung erneut leicht ansteigt, legen sowohl Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung zum dritten Mal in Folge deutlich zu. Folglich prognostiziert GfK für August 2020 einen Wert von -0,3 Punkten und damit gut neun Punkte mehr als im Juli dieses Jahres (revidiert -9,4 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juli 2020.

Für das Konsumklima zeichnet sich gegenwärtig eine V-förmige Entwicklung ab: Auf einen scharfen Einbruch der Konsumstimmung folgt unmittelbar eine rasche Erholung. Das Konsumklima steigt zum dritten Mal in Folge spürbar an. Seit seinem Tiefpunkt im Frühjahr hat der Indikator damit fast 23 Punkte hinzugewonnen.

„Zum überaus positiven Verlauf trägt sicherlich die Reduzierung der Mehrwertsteuer bei. Die Verbraucher beabsichtigen offenbar, geplante größere Anschaffungen vorzuziehen, was dem Konsum in diesem Jahr hilft“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Ob das allerdings einen nachhaltigen Effekt hat, darf bezweifelt werden. Händler und Hersteller müssen sich darauf einstellen, dass sich die Konsumneigung wieder zurückbilden könnte, wenn ab Januar 2021 der ursprüngliche Mehrwertsteuersatz gilt.“

Diese Annahme ist nicht unbegründet. Denn im Vorfeld der letzten Mehrwertsteuererhöhung im Jahre 2007 kletterte die Anschaffungsneigung ebenfalls und es kam zu vorgezogenen Käufen. Mit Inkrafttreten der höheren Steuer jedoch fiel der Indikator rasch wieder auf sein ursprüngliches Niveau zurück. Eine ähnliche Entwicklung ist im Januar 2021, wenn der alte Steuersatz wieder Anwendung findet, zu erwarten.

Wenn auch die Effekte für die Binnennachfrage nach den bisherigen Erfahrungen nicht nachhaltig sein dürften, wird die Maßnahme eine wichtige Stütze für den Konsum in diesem Jahr sein. Vor allem die Anschaffungsneigung kann bereits jetzt davon profitieren. Sie legt im Juli um 23,1 Zähler zu und klettert auf 42,5 Punkte. Damit liegt sie nur noch knapp vier Zähler unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres.

Einkommensaussichten optimistischer

Auch die Einkommenserwartungen legen im Juli zum dritten Mal in Folge zu. Der Indikator gewinnt zwölf Zähler hinzu und weist nun 18,6 Punkte auf. Das Minus zum entsprechenden Wert des Vorjahres beträgt jedoch immer noch rund 32 Punkte.

Die Aussicht auf die Auszahlung des Kinderbonus sowie spürbar gesunkene Preiserwartungen stützen den Einkommensindikator.

Konjunkturerwartungen nehmen leicht zu

Die Konjunkturaussichten der deutschen Verbraucher legen im Juli ebenfalls zu. Allerdings ist das Plus mit 2,1 Zählern wesentlich bescheidener als bei Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung. Aktuell weist der Indikator 10,6 Punkte auf. Ein besserer Wert wurde zuletzt mit 10,8 Punkten im Dezember 2018 gemessen.

Die Verbraucher gewinnen offenbar vermehrt den Eindruck, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem überschaubaren Zeitrahmen erholen kann. Dazu soll auch das verabschiedete Konjunkturpaket mit umfangreichen Hilfen für Wirtschaft und Verbraucher beitragen. Dies setzt allerdings voraus, dass die Infektionszahlen in Deutschland niedrig bleiben und eine zweite Welle ausbleibt. Denn ein weiterer Lockdown würde alle Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung sehr schnell zunichtemachen.

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