November 2019: 7,5 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im November 2018

Im November 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.413 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 7,5 % weniger als im November 2018. Trotz des Rückgangs der Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen liegen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger mit 3,4 Mrd. Euro deutlich höher als im Vorjahresmonat.

November 2019: 7,5 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im November 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.02.2020

Beantragte Unternehmensinsolvenzen, November 2019

  • -7,5 % zum Vorjahresmonat

Im November 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.413 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 7,5 % weniger als im November 2018. Trotz des Rückgangs der Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen liegen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger mit 3,4 Milliarden Euro deutlich höher als im Vorjahresmonat: Im November 2018 hatten sie bei 1,1 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im November 2019 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt haben als im November 2018.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im November 2019 mit 218 Fällen (November 2018: 240) im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Unternehmen des Baugewerbes stellten 212 Insolvenzanträge (November 2018: 280). Im Gastgewerbe wurden 158 (November 2018: 199) Insolvenzanträge gemeldet und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlich und technischen Dienstleistungen 156 (November 2018: 144).

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 6.703 übrige Schuldner im November 2019 Insolvenz an (-13,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 4.792 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 1.550 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen, die ein Regel- beziehungsweise ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

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Inflationsrate im Januar 2020 bei +1,7 %

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Januar 2020 bei +1,7 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Dezember 2019 um 0,6 %

Inflationsrate im Januar 2020 bei +1,7 %

Verbraucherpreise für Energieprodukte ziehen an: +3,4 % zum Vorjahresmonat

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.02.2020

Verbraucherpreisindex, Januar 2020

  • +1,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • -0,6 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Januar 2020

  • +1,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • -0,8 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Januar 2020 bei +1,7 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Dezember 2019 um 0,6 %.

Waren insgesamt teurer als ein Jahr zuvor durch Preisanstiege bei Energieprodukten

Die Preise für Waren insgesamt lagen im Januar 2020 um 2,0 % über denen des Vorjahresmonats. Vor allem Energieprodukte verteuerten sich (+3,4 %) nach einem leichten Preisrückgang im Dezember 2019 (-0,1 %). Teurer als ein Jahr zuvor waren im Januar 2020 insbesondere Kraftstoffe (+5,2 %) und Strom (+3,9 %). Die Nahrungsmittelpreise erhöhten sich ebenfalls überdurchschnittlich (+2,3 %). Teurer waren besonders Fleisch und Fleischwaren (+6,2 %) sowie Obst (+6,0 %). Unter den Waren wurden zudem Zeitungen und Zeitschriften (+5,3 %) sowie Tabakwaren (+4,4 %) merklich teurer.

Inflationsrate ohne Energie bei +1,5 %

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Januar 2020 bei +1,5 % gelegen.

Dienstleistungen insgesamt verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,5 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Januar 2020 um 1,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Hervorzuheben sind hier die steigenden Preise für Kfz-Werkstätten (+4,7 %) sowie für Leistungen sozialer Einrichtungen (+4,3 %). Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 %.

Deutliche Preisrückgänge gegenüber Vormonat bei Pauschalreisen, Bahn und Bekleidung

Im Vergleich zum Dezember 2019 sank der Verbraucherpreisindex im Januar 2020 um 0,6 %. Neben den saisonbedingten Preisrückgängen bei Pauschalreisen (-28,7 %), Bekleidung (-6,3 %) und Schuhen (-4,0 %) wirkte sich die Senkung der Mehrwertsteuer für Bahnfahrkarten im Fernverkehr zum 1. Januar 2020 aus, wodurch diese Preise um 10,0 % sanken.

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HWWI-Rohstoffpreisindex fällt im Januar

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im Januar durchschnittlich um 3,3 % (Eurobasis: -3,2 %) im Vergleich zum Vormonat gefallen und notierte bei 112,1 Punkten (Eurobasis: 112 Punkte). Der Rückgang des Indexwertes ist auf die fallenden Rohöl- und Erdgaspreise zurückzuführen.

 

HWWI, Pressemitteilung vom 11.02.2020

  • HWWI-Gesamtindex fiel um 3,3 % (US-Dollarbasis)
  • Rohölpreise sanken um 2,4 %
  • Index für Industrierohstoffe stieg um 1,5 %

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im Januar durchschnittlich um 3,3 % (Eurobasis: -3,2 %) im Vergleich zum Vormonat gefallen und notierte bei 112,1 Punkten (Eurobasis: 112 Punkte). Der Rückgang des Indexwertes ist auf die fallenden Rohöl- und Erdgaspreise zurückzuführen. Der Teilindex für Energierohstoffe fiel im Januar durchschnittlich um 4,0 % (Eurobasis: -3,9 %) auf 111,9 Punkte (Eurobasis: 111,8 Punkte), während die Indizes für Nahrungs- und Genussmittel und Industrierohstoffe leichte Anstiege im Vergleich zum Vormonat verzeichneten. Der Index für Nahrungs- und Genussmittel stieg um 0,3 % (Eurobasis: +0,4 %) auf 96,1 Punkte (Eurobasis: 96,0 Punkte) und der Index für Industrierohstoffe um 1,5 % (Eurobasis: +1,7 %) auf 124,7 Punkte (Eurobasis: 124,8 Punkten). Demzufolge stieg auch der Index ohne Energie um 1,1 % (Eurobasis: +1,2 %) auf 113 Punkte (Eurobasis: 113 Punkte).

Index für Energierohstoffe: -4,0 % (Eurobasis: -3,9 %)

Ende des Jahres 2019 sind die Rohölpreise angestiegen, da die OPEC zusammen mit weiteren Produzentenländern (inklusive Russland) erneut Kürzungen der Ölförderungsmenge beschlossen hat. Der Preisanstieg hat sich im Januar des neuen Jahres allerdings nicht weiter fortgesetzt und die Preise für alle drei im Index enthaltenden Rohölsorte (Brent, WTI, Dubai) sanken durchschnittlich. Anfang des Monats stiegen die Preise zunächst kurzfristig stark an, als der Konflikt zwischen Iran und den USA erneut eskalierte. Am 2. Januar 2020 wurde der iranische General Qassem Soleimani durch das US-Militär getötet. Der Iran reagierte daraufhin mit Angriffen auf internationale Militärstützpunkte im Irak. Aufgrund der Ereignisse schlugen die Ölpreise nach oben aus und erreichten am 3. Januar bereits das Monatsmaximum von 69 US-$ pro Barrel Brent und 63 US-$ pro Barrel WTI Rohöl. Das hohe Preisniveau blieb trotz angespannter weltpolitischer Lage nur wenige Tage bestehen. Ab dem 7. Januar sanken die Ölpreise bis zum Monatsende kontinuierlich, mit Ausnahme vom 27. Januar, wo insbesondere der Preis der Referenzsorte aus Dubai anstieg. Grund für den kurzfristigen Preisanstieg waren iranische Raketenangriffe auf die amerikanische Botschaft in Bagdad. Der überwiegend fallende Verlauf der Ölpreise in der zweiten Januarhälfte wurde insbesondere durch den Ausbruch des Coronavirus in China verursacht. Aufgrund des Virus und der Abriegelung der Metropole Wuhan kam es in China zu großen Verkehrs- und Reisebeschränkungen, welche einen Rückgang der Ölnachfrage mit sich zogen. Außerdem drückten die Befürchtungen, dass das Coronavirus sich weiter ausbreitet und die chinesische Wirtschaft dauerhaft schwächt, ebenfalls auf die Ölpreise. Die Preise erreichten am 31. Januar das Monatstief von 57 US-$ pro Barrel Brent und 52 US-$ pro Barrel WTI.

Auch die europäischen und die amerikanischen Erdgaspreise fielen durchschnittlich im Januar verglichen mit dem Vormonat. Besonders stark sank der Preis für europäisches Erdgas. Einerseits haben die für den Januar unüblich milden Temperaturen in Europa zu einer Reduktion des europäischen Verbrauchs an Erdgas geführt, andererseits ist der europäische Gasmarkt derzeit gut versorgt.

Der Teilindex für Kohle hingegen stieg im Januar im Vergleich zum Vormonat durchschnittlich um 4,2 % (Eurobasis: +4,3 %), wobei sich sowohl die Preise für australische als auch die Preise für südafrikanische Kohle erhöhten. Zwar ist die europäische und US-amerikanische Stromproduktion aus Kohle rückläufig, allerdings wächst die Nachfrage nach Kohle aus Indien, Vietnam, Indonesien, Bangladesch und Pakistan.

Insgesamt sank der Teilindex der Energierohstoffe um 4,0 % (Eurobasis: -3,9 %) auf 111,9 Punkte (Eurobasis: 111,8 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: +1,5 % (Eurobasis: +1,7 %)

Der Teilindex für Industrierohstoffe ist in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott untergliedert. Der Teilindex für Industrierohstoffe ist im Januar weiter anstiegen, was insbesondere durch die deutlichen Preisanstiege auf den Märkten für Stahlschrott zu erklären ist. Der Index für Eisenerz und Stahlschrott stieg um 4,0 % (Eurobasis: +4,1 %) im Vergleich zum Vormonat. Aufgrund der Annäherung von China und den USA im Handelskonflikt und der Unterzeichnung eines Teilabkommens Anfang Januar, stiegen die Preise für Eisenerz und Stahlschrott besonders in der ersten Januarhälfte stark an. In der zweiten Hälfte des Monats haben sich die Befürchtungen, dass das Coronavirus das chinesische Wachstum bremst, preissenkend ausgewirkt.

Der Index für NE-Metalle ist im Januar im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken, was durch die Preissenkungen der Rohstoffe Kupfer, Nickel und Zinn zu erklären ist. Die Preise sind ebenfalls vor allem in der zweiten Monatshälfte aufgrund des Coronavirus und der befürchteten Ausbreitung gesunken. Eine Ausnahme bilden die Preise für Zink, die durchschnittlich im Januar angestiegen sind. Allerdings beschränkte sich der Anstieg, welcher auf geringe Lagerbestände zurückzuführen war, auch bei Zink auf die erste Januarhälfte. In der zweiten Januarhälfte sanken die Zinkpreise ebenfalls.

Der Index für Agrarische Industrierohstoffe erhöhte sich im Januar um durchschnittlich 0,9 % (Eurobasis: +1,0 %) aufgrund der Preiserhöhung auf den Märkten für Baumwolle, australischer Wolle und Häute. Anfang des Jahres ließ die Unterzeichnung des Teilabkommens zwischen China und den USA auch einen Anstieg der chinesischen Nachfrage nach Baumwolle vermuten, was die Preise zunächst antrieb. Zusätzlich erhöhten schlechte Ernteerwartungen in China, Indien, den USA und Pakistan die Baumwollpreise. Der Ausbruch des Coronavirus, welcher die chinesische Nachfrage nach Baumwolle wieder schmälern könnte, sorgte Ende des Monats für Preissenkungen.

Insgesamt stieg der Index für Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt um 1,5 % (Eurobasis: +1,7 %) auf 124,7 Punkte (Eurobasis: 124,8 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: +0,3 % (Eurobasis: +0,4 %)

Im Monatsdurchschnitt blieb der Index für Nahrungs- und Genussmittel nahezu unverändert und stieg lediglich um 0,3 % (Eurobasis: +0,4 %). Die Entwicklungen der Teilindizes für Öle und Ölsaaten, Genussmittel und Getreide verliefen im Januar gegenläufig und die Preisveränderungen glichen sich untereinander aus. Während die beiden Indizes für Getreide und Öle und Ölsaaten anstiegen, sank der Index für Genussmittel. Die Preise für Genussmittel sind im Januar durchschnittlich um 3,5 % (Eurobasis: +3,4 %) gefallen, was durch den starken Rückgang der Kaffeepreise zu erklären ist. Die Überkapazitäten auf den Märkten für Kaffee führten trotz stetig steigender Nachfrage zu sinkenden Preisen. Die Preise für Kakao und Zucker hingegen stiegen im Januar hauptsächlich aufgrund von schlechten Ernteerwartungen, die auf ungünstige Wetterbedingungen in den Anbauregionen zurückzuführen sind. Da Kaffee einer der weltweit meist gehandelten Rohstoffe ist, ging die Kaffeepreisentwicklung mit großem Gewicht in die Entwicklung des Teilindex ein und kompensierte die Preisanstiege der weiteren Rohstoffe aus dem Bereich Genussmittel.

Besonders starke Preisanstiege waren außerdem auf den Märkten für Palmöl zu beobachten. Die Preise stiegen im Januar, da das Angebot aufgrund von Trockenheit in den Anbauregionen und einer aus Kostengründen geringeren Nutzung von Düngemitteln verknappte.

Auf den Märkten für Getreide zeichnete sich im Januar ein ähnliches Bild ab wie auf den Märkten für Industriemetalle. Die Getreidepreise stiegen Anfang Januar zunächst aufgrund der Annäherung im Handelskrieg zwischen China und den USA. In der zweiten Januarhälfte sorgten aber die Erwartungen bezüglich des Coronavirus für Preisrückgänge.

Insgesamt nahm der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Monatsdurchschnitt um 0,3 % (Eurobasis: +0,4 %) zu und notierte bei 96,1 Punkten (Eurobasis: 96,0 Punkten).

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Reallöhne im Jahr 2019 um 1,2 % gegenüber 2018 gestiegen

Der Reallohnindex in Deutschland ist im Jahr 2019 um durchschnittlich 1,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebung mitteilt, lagen die Nominallöhne 2019 um 2,6 % über dem Vorjahreswert. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 1,4 %.

 

Nominallöhne 2,6 % über dem Vorjahreswert
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.02.2020

Der Reallohnindex in Deutschland ist im Jahr 2019 um durchschnittlich 1,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebung weiter mitteilt, lagen die Nominallöhne 2019 um 2,6 % über dem Vorjahreswert. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 1,4 %.

Seit 2010 Reallohnzuwachs von durchschnittlich 1,2 % pro Jahr

Damit hat sich der Trend der vergangenen Jahre, in denen die Bruttoverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärker stiegen als die Verbraucherpreise, im Jahr 2019 weiter fortgesetzt: Gemessen am Reallohnindex stiegen die Arbeitnehmerverdienste seit 2010 im Durchschnitt jedes Jahr ebenfalls um 1,2 %. Die nominalen Verdienste von Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten erhöhten sich durchschnittlich um knapp 2,6 % und die Verbraucherpreise um gut 1,3 % pro Jahr.

Diese Angaben sind vorläufige Ergebnisse über die nominale (nicht preisbereinigte) und reale (preisbereinigte) Entwicklung der Bruttoverdienste in Deutschland im Jahr 2019. Detaillierte und endgültige Daten für das 4. Quartal 2019 und das Jahr 2019 werden voraussichtlich Ende März 2020 veröffentlicht.

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Unternehmen erwarten steigende Industrieproduktion

Am dunklen Horizont der deutschen Industrie ist ein dünner Silberstreif aufgetaucht. Laut ifo Institut erwarten die Betriebe in den kommenden drei Monaten eine leichte Steigerung ihrer Produktion.

 

ifo Institut, Pressemitteilung vom 07.02.2020

Am dunklen Horizont der deutschen Industrie ist ein dünner Silberstreif aufgetaucht. Laut ifo Institut erwarten die Betriebe in den kommenden drei Monaten eine leichte Steigerung ihrer Produktion. Der Index der Produktionserwartungen stieg im Januar von minus 5,3 auf plus 2,3 Punkte. Damit drehte der Index erstmals seit Mai 2019 ins Plus, was bedeutet, dass die Unternehmen eine Ausweitung ihrer Herstellung erwarten.

In der besonders gebeutelten Autobranche stieg der Index von minus 23,0 auf plus 3,7, bei Metallerzeugnissen von minus 22,7 auf minus 11,4, in der Metallerzeugung und -bearbeitung von minus 36,3 auf minus 21,4 Punkte, im Maschinenbau von minus 12,7 auf minus 5,4, bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen von minus 13,3 auf minus 6,5 und in der Chemie sogar von plus 7,8 auf plus 11,3 Punkte.

Abwärts dagegen ging es bei Gummi- und Kunststoffwaren, von plus 5,6 auf minus 2,1 und bei den Herstellern von elektronischen Erzeugnissen und Optik, von plus 17,6 auf plus 16,4.

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Deutsche Exporte im Jahr 2019: +0,8 % zum Jahr 2018

Die deutschen Exporte und Importe haben lt. Statistischem Bundesamt im Jahr 2019 die bisherigen Höchstwerte aus dem Jahr 2018 übertroffen. Allerdings verlor das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren an Dynamik.

 

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.02.2020

Exporte, Dezember 2019

98,0 Milliarden Euro

+0,1 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)

+2,3 % zum Vorjahresmonat

Jahr 2019

1.327,6 Milliarden Euro

+0,8 % zum Vorjahr

Importe, Dezember 2019

82,8 Milliarden Euro

-0,7 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)

+1,2 % zum Vorjahresmonat

Jahr 2019

1.104,1 Milliarden Euro

+1,4 % zum Vorjahr

Außenhandelsbilanz, Dezember 2019:

15,2 Milliarden Euro

19,2 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Jahr 2019

223,6 Milliarden Euro

Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, Dezember 2019

29,4 Milliarden Euro

Jahr 2019

266,2 Milliarden Euro

 

Die deutschen Exporte und Importe haben im Jahr 2019 die bisherigen Höchstwerte aus dem Jahr 2018 übertroffen. Allerdings verlor das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren an Dynamik: 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 1 327,6 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 1 104,1 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren die Exporte im Jahr 2019 damit 0,8 % höher als 2018. Die Importe stiegen um 1,4 %. 2018 waren die Exporte noch um 3,0 % und die Importe um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 2017 hatten die Exporte 6,2 % und die Importe 8,0 % über dem Vorjahresniveau gelegen.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2019 mit einem Überschuss von 223,6 Milliarden Euro ab. 2018 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz 228,7 Milliarden Euro betragen.

Die Leistungsbilanz schloss im Jahr 2019 unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+237,5 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-21,7 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+97,8 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-47,4 Milliarden Euro) nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank mit einem Überschuss von 266,2 Milliarden Euro ab. 2018 hatte die Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 246,0 Milliarden Euro ausgewiesen.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Jahr 2019 Waren im Wert von 777,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 631,3 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber 2018 nahmen die Exporte in die EU-Staaten um 0,2 % ab, die Importe aus den EU-Staaten stiegen um 1,3 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Jahr 2019 Waren im Wert von 491,8 Milliarden Euro (-0,1 %) geliefert und Waren im Wert von 409,1 Milliarden Euro (+0,8 %) aus diesen Staaten bezogen. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Jahr 2019 Waren im Wert von 285,5 Milliarden Euro (-0,4 %) exportiert und Waren im Wert von 222,3 Milliarden Euro (+2,1 %) von dort importiert.

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden 2019 Waren im Wert von 550,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 472,8 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber 2018 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 2,2 % zu, die Importe von dort stiegen um 1,6 %.

Im Monat Dezember 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 98,0 Milliarden Euro (+2,3 % gegenüber Dezember 2018) ausgeführt und Waren im Wert von 82,8 Milli­arden Euro (+1,2 %) eingeführt. Kalender- und saisonbereinigt stiegen die Exporte gegenüber dem Vormonat November 2019 um 0,1 %, die Importe nahmen um 0,7 % ab.

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember 2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 3,5 % gesunken. Das berichtet das BMWi.

BMWi, Pressemitteilung vom 07.02.2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 3,5 % gesunken. Dabei ging der Ausstoß in der Industrie um 2,9 % und im Baugewerbe infolge einer deutlichen Produktionseinschränkung im Ausbaugewerbe um 8,7 % zurück. Innerhalb der Industrie verringerte sich die Produktion von Konsumgütern um 2,0 % und die von Vorleistungs- und Investitionsgütern um 2,6 % bzw. 3,5 %.

Im vierten Quartal wurde die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,9 % zurückgefahren. Der Rückgang in der Industrie (-2,3 %) war etwas kräftiger. So sank u. a. der Ausstoß des Maschinenbaus und der Kfz-Industrie (-4,5 % bzw. -4,6 %), während die Bereiche Chemie und Pharma Zuwächse von 0,6 % bzw. 3,9 % verzeichneten. Die Bauproduktion insgesamt nahm um 1,9 % ab, wobei das Bauhauptgewerbe leicht expandierte (+0,2 %), aber das Ausbaugewerbe seine Produktion deutlich einschränkte (-3,9 %).

Die zuletzt schwache Entwicklung der Produktion und der Auftragseingänge deutet darauf hin, dass die Konjunkturschwäche in der Industrie noch nicht überwunden ist. Aufgrund einer hohen Anzahl an Brückentagen im Dezember dürfte der Rückgang der Industrieproduktion allerdings überzeichnet sein. Die verbesserte Stimmung in den Unternehmen spricht dafür, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten etwas aufhellen wird.

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember gegenüber dem Vormonat um 2,1 % zurückgegangen. Das berichtet das BMWi.

BMWi, Pressemitteilung vom 06.02.2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember gegenüber dem Vormonat um 2,1 % zurückgegangen. Die Aufträge aus dem Inland und aus dem Nicht-Euroraum nahmen um 1,4 % bzw. 2,1 % zu. Aus dem Euroraum gingen hingegen 13,9 % weniger Aufträge ein. Ohne Großaufträge sind die Bestellungen insgesamt um 1,3 % gesunken.

Der Rückgang der Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt hat sich im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal auf 0,5 % abgeschwächt.

In den zurückliegenden Monaten entwickelten sich die Auftragseingänge schwächer, geprägt durch die Entwicklung im Investitionsgüterbereich. Dabei spielten monatliche Schwankungen von Großaufträgen aus dem Ausland im Bereich Sonstiger Fahrzeugbau eine Rolle, auf die alleine etwa 1/3 des Auftragsrückgangs im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember zurückzuführen ist. Das Geschäftsklima in den Unternehmen hingegen hat sich zuletzt verbessert. Insgesamt bleibt der Ausblick für die Industriekonjunktur verhalten.

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Der Demografie-Countdown läuft – DIHK stellt Fachkräftereport 2020 vor

Die deutsche Wirtschaft hat nach wie vor große Schwierigkeiten, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Dieser Trend, der sich auch in einer neuen Umfrage des DIHK zeigt, wirft drängende Fragen auf – längst nicht mehr nur für die Betriebe, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt.

DIHK, Pressemitteilung vom 03.02.2020

Die hiesige Wirtschaft hat nach wie vor große Schwierigkeiten, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Dieser Trend, der sich auch in einer neuen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigt, wirft drängende Fragen auf – längst nicht mehr nur für die Betriebe, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt.

“Fachkräfteengpässe bleiben trotz Konjunkturschwäche eine große Herausforderung für die deutschen Unternehmen”, fasst der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks die Ergebnisse des DIHK-Fachkräftereports 2020 zusammen, an dem sich 23.000 Unternehmen beteiligt hatten. Nach wie vor habe fast jedes zweite davon Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen – und das, obwohl wegen der gebremsten Geschäftserwartungen derzeit wieder weniger Industriebetriebe neues Personal suchten.

Für diejenigen Unternehmen, die Stellen besetzen wollen, gestalte sich die Suche “nach wie vor schwierig”, berichtet Dercks. Infolge der Engpässe sähen sich manche Firmen gezwungen, ihr Angebot einzuschränken oder Aufträge abzulehnen.

Gesamtgesellschaftliche Dimension

“Der Fachkräftemangel wirft längst nicht mehr nur für die Betriebe Fragen auf, sondern für unsere Gesellschaft insgesamt”, betont der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer: “Wie gelingt beispielsweise hierzulande der für die Wirtschaft so wichtige Strukturwandel rund um die Digitalisierung und die Datensicherheit, wenn in den Betrieben die IT-Kräfte fehlen? Wie sichern wir eine gute Gesundheitsversorgung bei knappen Pflegekräften? Wie gelingen Wohnungs- und Infrastrukturausbau bei Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft? Wie kann die Planungsbeschleunigung bei Infrastrukturvorhaben vorankommen, wenn in den Planungsbüros die Fachleute fehlen?”

Und die Situation werde sich noch weiter verschärfen: “Bis zum Jahr 2035 nimmt das Angebot an Arbeitskräften in Deutschland um bis zu sechs Millionen ab – und ohne fortgesetzte Zuwanderung von Fachkräften wären es sogar noch deutlich mehr”, warnt Dercks. “Das sind nur noch 15 Jahre. Der Demografie-Countdown läuft.”

Duale Ausbildung stärken …

Zur nachhaltigen Fachkräftesicherung müsse es noch besser gelingen, die duale Ausbildung zu stärken – schließlich fehlten zunehmend vor allem beruflich Qualifizierte. Dabei gelte es, die Berufsschulen für das digitale Zeitalter auszustatten, so Dercks. Hierfür benötigten sie in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, also die Hälfte der Gelder aus dem Digitalpakt.

… und Zuwanderung flankieren

Auch die Bedeutung der Zuwanderung als Baustein der Fachkräftesicherung wachse, fährt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer fort. Ausländische Arbeitskräfte machten mittlerweile über die Hälfte des Jobaufbaus aus.

“Fast ein Drittel der hiesigen Unternehmen hat in den letzten Jahren Mitarbeiter aus dem Ausland eingestellt – in erster Linie aus der EU”, berichtet er. Mehr als jeder zehnte Betrieb plane zudem, auch Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten zu gewinnen. Weil dies aus Sicht der Betriebe jedoch nicht einfach sei, wünsche sich fast jedes dritte Unternehmen mehr Information und Unterstützung.

Dercks versichert: “Die IHK-Organisation wird dazu gemeinsam mit Partnern aus Politik und Verwaltung gerade angesichts der Neuregelungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes ihren Beitrag leisten.”

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Betriebe stellen mehr unbefristete Arbeitnehmer ein

Immer wieder stehen Unternehmen im Verdacht, durch mehr Befristungen, Zeitarbeit oder Werkverträge die Kernbelegschaft abzubauen. Doch eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, dass das genaue Gegenteil der Fall ist.

IW Köln, Pressemitteilung vom 04.02.2020

Immer wieder stehen Unternehmen im Verdacht, durch mehr Befristungen, Zeitarbeit oder Werkverträge die Kernbelegschaft abzubauen. Doch eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass das genaue Gegenteil der Fall ist.

Zwischen 2012 und 2017 haben rund 42 Prozent aller deutschen Betriebe mehr unbefristete Arbeitnehmer eingestellt. Dagegen haben nur elf Prozent die befristete Beschäftigung ausgeweitet. Die weit verbreitete Überzeugung, dass unbefristete Arbeitnehmer nach und nach durch befristete ausgetauscht werden, ist also nicht erkennbar. Der Trend geht sogar in die entgegengesetzte Richtung, wie ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt: Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl befristeter Beschäftigter von 2,64 auf 2,55 Millionen, obwohl insgesamt immer mehr Menschen eine Stelle haben.

Typisch atypisch?

Befristungen gehören zu den sogenannten atypischen Erwerbsformen. Dazu zählen auch Zeitarbeits- und Werkverträge, die genau wie befristete Verträge immer wieder in der Kritik stehen. Doch auch hier ist der Ärger über die flexiblen Modelle unbegründet: Nur rund neun Prozent der Betriebe haben die atypische Beschäftigung erhöht, ohne auch die unbefristeten Stellen auszuweiten. Dafür haben knapp 36 Prozent der Unternehmen mehr normale und keine weiteren flexiblen Verträge abgeschlossen.

Unsicherheit fördert Befristungen

Zur Kostensenkung scheinen die Betriebe also keine flexiblen Erwerbsformen zu nutzen. Vielmehr geht es den Arbeitgebern um Unsicherheit: Die Auswertung hat ergeben, dass Betriebe gerade dann mehr Befristungen eingehen, wenn die wirtschaftliche Zukunft sehr ungewiss ist. Die wirtschaftliche Entwicklung verlief bis 2017 sehr stabil. Deswegen haben sie in dieser Zeit auch mehr unbefristete Mitarbeiter gesucht. “Dass Betriebe ihre Mitarbeiter willkürlich befristen, ist ein Mythos”, sagt Studienautor Holger Schäfer. “Vielmehr gibt es dafür gute Gründe, etwa wirtschaftliche Unsicherheit.” Eine stärkere Regulierung, wie es die Bundesregierung derzeit bei Befristungen plant, würde den Betrieben und dadurch auch den Arbeitnehmern eher schaden.

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