Powered by WPeMatico
rss-wirtschaft
Wirtschaft
Mittelstand: Konjunktur ohne klare Richtung
KfW, Pressemitteilung vom 04.12.2019
- Weiterhin durchschnittliches Geschäftsklima im Mittelstand
- Mittelständische Lageurteile und Erwartungen nur unwesentlich gestiegen
- Stimmung in den Großunternehmen trotz leichter Besserung noch immer trübe
Die deutsche Wirtschaft konnte im Sommer zwar einer technischen Rezession entgehen, eine klare Richtung ist allerdings noch nicht erkennbar. Das Geschäftsklima im Mittelstand bewegt sich weiterhin eng an seinem langfristigen Durchschnittsniveau entlang. Konkret steigt der zentrale Indikator des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers im November um nahezu vernachlässigbare 0,3 Zähler auf 0,1 Saldenpunkte. Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage ziehen dabei um 0,2 Zähler auf 10,0 Saldenpunkte an. Gleichzeitig hellen die Erwartungen um 0,3 Zähler auf, mit nun -9,3 Saldenpunkten dominiert der Pessimismus jedoch weiterhin.
In den Großunternehmen verbessert sich die Stimmung im November etwas deutlicher als im Mittelstand. So korrigieren die großen Unternehmen ihre Erwartungen um 1,1 Zähler auf -14,1 Saldenpunkte nach oben, während ihre Geschäftslageurteile um 0,9 Zähler auf -7,8 Saldenpunkte steigen. Alles in allem zieht deren Geschäftsklima auf -10,9 Saldenpunkte an; das sind 1,1 Zähler mehr als im Vormonat. Die Stimmung in den großen Unternehmen fällt damit nicht mehr ganz so trübe aus, sie bleibt jedoch klar unterdurchschnittlich und auch weit hinter dem mittelständischen Pendant zurück. Dahinter stehen – bei gleichermaßen pessimistischen Erwartungen – im Wesentlichen deutliche Unterschiede bei den Urteilen zur aktuellen Geschäftslage.
Während die exportorientierten großen Unternehmen ihre Geschäftslage angesichts des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds mehrheitlich negativ bewerten, geben die binnenwirtschaftlich ausgerichteten Mittelständler vor dem Hintergrund der soliden Inlandsnachfrage mehrheitlich positive Geschäftslageurteile zu Protokoll.
Diese gespaltene Wirtschaftsentwicklung ist noch längst nicht überwunden. Die jüngste Verbesserung der industriellen Exporterwartungen (Mittelständler: +2,3 Zähler auf -10,8 Saldenpunkte; Großunternehmen: +2,9 Zähler auf -9,2 Saldenpunkte) ist in diesem Zusammenhang allenfalls ein kleiner Hoffnungsschimmer, der laut Dr. Fritzi Köhler-Geib, der neuen Chefvolkswirtin der KfW, mit Vorsicht zu genießen ist: “Hier dürfte nicht nur die zuletzt spürbar gesunkene Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit eine Rolle gespielt haben, sondern auch die in Aussicht gestellte erste Teileinigung im US-chinesischen Handelsstreit.
Inwieweit die Entspannung dauerhaft trägt, bleibt jedoch angesichts der Unberechenbarkeit der aktuellen US-Administration wie auch der vielen nach wie vor ungelösten Fragen im künftigen Verhältnis der EU zum Vereinigten Königreich abzuwarten.” Alles in allem gehe sie davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2019 um 0,5 % und 2020 um 0,9 % wachsen werde. Dabei sei die Wachstumsbeschleunigung im kommenden Jahr allein dem Produktionsplus aus vier zusätzlichen Arbeitstagen zu verdanken und bedeute deshalb noch keine echte Erholung der Konjunktur, so Köhler-Geib.
- Den aktuellen Mittelstandsbarometer finden Sie auf der Homepage der KfW.
Powered by WPeMatico
IAB-Arbeitszeitrechnung: Mehr Kurzarbeit, weniger Überstunden
IAB, Pressemitteilung vom 03.12.2019
“Mehr Kurzarbeit, weniger Überstunden und eine schwächere Entwicklung gerade bei exportabhängigen Vollzeitjobs: Der Wirtschaftsabschwung drückt auf die Arbeitszeit”, erklärte Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs “Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen” des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), am 03.12.2019 in Nürnberg. Dass die Zahl der Arbeitsstunden pro Erwerbstätigem trotzdem leicht stieg, liegt vor allem an einem Kalendereffekt – im dritten Quartal 2019 gab es aufgrund der Lage der Wochenenden einen Arbeitstag mehr als im dritten Quartal 2018.
Die Zahl der Erwerbstätigen lag im dritten Quartal 2019 bei 45,4 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie um 0,8 Prozent und damit deutlich schwächer als in den Vorquartalen. Insgesamt arbeiteten die Erwerbstätigen in Deutschland im dritten Quartal 2019 16,1 Milliarden Stunden. Saison- und kalenderbereinigt zeigt sich eine Zunahme von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Die Arbeitszeit pro Erwerbstätigem lag im dritten Quartal 2019 bei 353,9 Stunden. Sie stieg damit um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem Vorquartal ist die Arbeitszeit pro Erwerbstätigem saison- und kalenderbereinigt unverändert. Die durchschnittliche vereinbarte Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten betrug 38,3 und die der Teilzeitbeschäftigten 17,8 Stunden.
Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,4 Prozent. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten legte um 0,8 Prozent zu, nur noch halb so stark wie im letzten Jahr. Die Teilzeitquote lag mit 38,7 Prozent 0,2 Prozent über dem Stand des Vorjahres.
Nach ersten vorläufigen Hochrechnungen betrug die Zahl der Kurzarbeiter im dritten Quartal 2019 rund 64.000. Das bedeutet einen Zuwachs von 28.000 Personen gegenüber dem Stand des Vorjahresquartals.
Die Beschäftigten machten im dritten Quartal 2019 im Durchschnitt 6,2 bezahlte Überstunden und 5,4 unbezahlte Überstunden. Das sind 0,7 bezahlte und 0,4 unbezahlte Stunden weniger als im dritten Quartal 2018.
Mit knapp 4,1 Millionen Mehrfachbeschäftigten wurde im dritten Quartal 2019 erstmals die Vier-Millionen-Marke überschritten. “Der Trend zu Mehrfachbeschäftigungen hält seit 16 Jahren an”, so Weber. Mehrfachbeschäftigungen können sozialversicherungspflichtig oder auch geringfügig sein. Mehrfachbeschäftigte arbeiteten in ihrer Nebentätigkeit im dritten Quartal 2019 im Durchschnitt insgesamt 73,3 Stunden.
- Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des IAB.
Powered by WPeMatico
Deutsche Unternehmen sind pessimistisch
IW Köln, Pressemitteilung vom 02.12.2019
Handelskrieg und Protektionismus: Die globale Verunsicherung hat die Wachstumsperspektiven in Deutschland deutlich nach unten gedrückt. Die Unternehmen erwarten für das Jahr 2020 in allen Bereichen einen Rückgang. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
In der deutschen Wirtschaft macht sich Pessimismus breit: Erstmals seit der globalen Finanzmarktkrise im Jahr 2009 ist der Saldo aus positiven und negativen Exporterwartungen mit 13 Prozentpunkten im Minus. Im Westen des Landes erwarten nur noch 16 Prozent der Unternehmen einen Exportzuwachs; im Osten sieht es mit zehn Prozent noch schlechter aus. Das zeigt die jüngste IW-Befragung von 2.300 Unternehmen in der Bundesrepublik.
Schwache Weltnachfrage dämpft die Stimmung
Die schlechten Erwartungen im Außenhandel wirken sich direkt auf die Produktion aus: Im Frühjahr 2018 lag der Saldo der Produktionserwartungen noch bei über 40 Prozentpunkten. Im Herbst 2019 ist er auf minus sieben Prozentpunkte abgerutscht. Zuletzt hatte die Staatsschuldenkrise vor sieben Jahren für solch eine schlechte Stimmung gesorgt.
Fast ein Drittel der Firmen geht aktuell davon aus, dass die Produktion im Jahr 2020 zurückgeht. Besonders die Hersteller von Vorleistungsgütern, etwa die Chemieindustrie, und die von Investitionsgütern, beispielsweise Maschinenbauer, haben mit der schwachen Weltnachfrage zu kämpfen.
Das Ende des Beschäftigungsaufbaus
Auch mit Investitionen wollen sich die Unternehmen im kommenden Jahr eher zurückhalten. Hier beträgt der Saldo für Investitionsabsichten minus vier Prozentpunkte – im Frühjahr 2018 war er mit plus 35 Prozentpunkten noch sehr robust.
Doch das ist nicht allein die Weltwirtschaft schuld: Durch steigende Arbeits- und Energiekosten, Regulierungen und Bürokratie ist der Investitionsstandort Deutschland im internationalen Vergleich zunehmend unattraktiv – auch mit negativen Folgen für den Arbeitsmarkt. Der hatte sich über viele Jahre stark verbessert: Trotz Finanz- und Schuldenkrise wurden in Deutschland seit 2005 rund 5,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Doch für das nächste Jahr wollen knapp 29 Prozent der Unternehmen Stellen abbauen. Auch hier rutscht der Saldo erstmals seit sieben Jahren wieder ins Minus.
- Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des IW Köln.
Powered by WPeMatico
CO2-Steuer an der Grenze – was heißt das für die Wirtschaft?
DIHK, Mitteilung vom 28.11.2019
Die EU soll nach dem Willen der EU-Kommission bis 2050 die erste klimaneutrale Volkswirtschaft werden. Als wichtiges Instrument hierfür ist derzeit ein CO2-Grenzausgleich im Gespräch, damit strenge EU-Klimaschutzvorgaben nicht zum Wettbewerbsnachteil für europäische Unternehmen werden. Da ein solcher Mechanismus ein Novum wäre, wirft die Diskussion für die Wirtschaft wichtige Fragen auf: zu technischen und rechtlichen Herausforderungen wie auch zur Wirksamkeit.
Statt komplexem Alleingang Klimaschutz weltweit denken
Freier Handel und Klimaschutz sind kein Widerspruch. Gute Klimapolitik bietet für deutsche Unternehmen wirtschaftliche Chancen. So trägt die deutsche Wirtschaft durch den Export von Umwelttechnologien global zum Klimaschutz bei. Eine Vorbildfunktion der EU bei diesem Thema ist daher durchaus im Interesse der Betriebe. Die neue EU-Kommission plant nun, die europäischen Ziele für die Reduktion der Treibhausgasemissionen weiter zu verschärfen. Die Kosten pro emittierter Tonne CO2 würden auch für die Unternehmen signifikant steigen. Andere große Volkswirtschaften sind – jedenfalls aus heutiger Sicht – weit von einem ähnlich ambitionierten Kurs entfernt. Ein Alleingang birgt deshalb die Gefahr, dass energieintensive Unternehmen ihre Produktion in Länder außerhalb der EU verlagern könnten, in denen weniger strenge Auflagen gelten. Um dieses sog. Carbon Leakage zu verhindern, schlägt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine CO2-Grenzsteuer vor. Ein Modell wäre, Importe mit Zöllen zu belegen, um im Produktionsland anfallende und im Vergleich zur EU geringere CO2-Kosten auszugleichen. Europäische Exporteure, die in Drittländer liefern, würden dementsprechend höhere CO2-Kosten erstattet bekommen.
Gründliche Prüfung nötig
Bei solch einer grundlegenden Entscheidung ist es wichtig, dass die EU-Kommission frühzeitig und schon zu Beginn der Überlegungen detaillierte Folgenabschätzungen und umfassende Stakeholder-Konsultationen vorsieht. Bei der Bewertung der Optionen sollten bestehende Maßnahmen zum Schutz vor Carbon Leakage berücksichtigt werden. Im Emissionshandel der EU werden die Emissionsrechte zum Teil kostenlos an die energie- und handelsintensive Industrie verteilt. Solch wirksame Instrumente dürfen, wenn überhaupt, erst dann in Frage gestellt werden, wenn Alternativen effektiv und rechtssicher wirken. Denn es ist kaum vorstellbar, dass Grenzausgleich und kostenlose Zuteilung parallel zur Anwendung kommen.
Völkerrecht achten, Handelsverhandlungen nutzen
Für die internationalisierte deutsche Wirtschaft ist es von großer Bedeutung, dass neue Regelungen zu Carbon Leakage den globalen Handel nicht einschränken und in Zeiten zunehmender Handelskonflikte nicht zum Einfallstor für mehr Protektionismus werden. Ein Grenzausgleich müsste daher so ausgestaltet werden, dass er mit dem Recht der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar ist. Experten halten dies für möglich, jedoch scheint ein Konsens unter den 164 WTO-Mitgliedern für eine rechtliche Absicherung per “Klima-Waiver” derzeit in weiter Ferne. Ein solcher Waiver würde es den Mitgliedern erlauben, von den üblichen Verpflichtungen der WTO abzuweichen, wenn dies für den Klimaschutz notwendig ist. Erforderlich wäre in jedem Fall ein feingliedriges und somit komplexes System, das für Unternehmen erheblichen Verwaltungsaufwand und hohe zusätzliche Kosten schaffen würde. Für jedes importierte Produkt müssten die Betriebe die angefallenen CO2-Emissionen treffsicher bestimmen und Informationen über die gezahlten CO2-Kosten bereitstellen. Dies wäre insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen kaum handhabbar.
Alternativen stärker in den Blick nehmen
Unter dem Strich wäre die EU gut beraten, mögliche Alternativen intensiv zu beleuchten. Einen greifbaren handelspolitischen Beitrag zum Klimaschutz würde das WTO-Umweltgüterabkommen leisten, indem der Handel mit für Klima- und Umweltschutz notwendigen Technologien erleichtert würde. Dessen Abschluss sollte Europa vorantreiben, um durch den Zollabbau weltweit erneuerbare Energien zu stärken. In den bilateralen Handelsabkommen kann die EU mit ehrgeizigen Energie- und Nachhaltigkeitskapiteln eine Vorreiterrolle spielen. Dem Klimaschutz gedient wäre auch, wenn Europa sich noch stärker als bisher für die globale Bepreisung von CO2 in besonders emissions- und handelsintensiven Branchen einsetzte.
Powered by WPeMatico
Wo Fachkräfte für einen neuen Job hinziehen
Wo Fachkräfte für einen neuen Job hinziehen
IW Köln, Pressemitteilung vom 25.11.2019
Im vergangenen Jahr haben über 200.000 Arbeitslose ihren Wohnort verlassen, um in einer anderen Region zu arbeiten. Vor allem im Landkreis München und der Landeshauptstadt Mainz finden arbeitslose Fachkräfte nach einem Umzug neue Jobs. Andere Regionen hingegen, wie die Stadt Gera oder der Landkreis Kusel, scheinen kaum Arbeitskräfte von außerhalb anzuziehen. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Wer gelernte Fachkraft für Lagerlogistik ist, braucht sich um seine berufliche Zukunft eigentlich kaum Sorgen zu machen: In vierzehn der sechzehn Bundesländer besteht ein Engpass in diesem Beruf – nur in Berlin und Bremen gibt es für diese Fachkräfte nicht genügend Jobs. Ein Umzug in eine andere Region kann sich für diese und viele andere Arbeitssuchende lohnen. Kann eine Stadt mehr Arbeitslose aus entfernten Regionen gewinnen als sie verliert, spricht man von einem positiven Fernsaldo. Besonders die Regionen um München, Mainz und Ingolstadt scheinen attraktiv für Arbeitslose aus der Ferne zu sein. Rund ein Prozent der Beschäftigten in diesen Städten sind 2018 zugezogen und waren vorher arbeitslos. Auch höhere Mieten scheinen die Fachkräfte nicht abzuschrecken.
Strukturschwache Regionen schneiden schlecht ab
Insgesamt haben nur 112 der 401 untersuchten Stadt- und Landkreise einen positiven Fernsaldo. Auch einige große Städte verlieren Arbeitskräfte an entfernte Regionen, beispielsweise Berlin. Besonders in Gera, Herne und im Landkreis Kusel scheint es kaum berufliche Perspektiven für Arbeitslose zu geben. Hier nehmen deutlich mehr Arbeitslose eine Beschäftigung in der Ferne auf, als dass neue Fachkräfte zuziehen. Diese drei Kreise liegen in Regionen, die strukturelle Schwierigkeiten haben und in denen regionalpolitischer Handlungsbedarf besteht.
Eine Chance für Unternehmen
Wenn es besser gelingen würde, arbeitslose Fachkräfte und offene Stellen überregional zusammenzubringen, hätten 2018 bis zu 98.000 Stellen sofort besetzt werden können. Gerade für Unternehmen mit Bewerbermangel liegt hier eine echte Chance. „Die Unternehmen sollten überregionale Rekrutierung nutzen und gezielt um Arbeitsuchende aus anderen Regionen werben“, sagt Studienautor Alexander Burstedde.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des IW Köln.
Powered by WPeMatico
Deutsche Importpreise im Oktober 2019 gesunken
Importpreise seit Monaten tief in der Deflation
Deutsche Importpreise im Oktober 2019 gesunken
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 27.11.2019
Importpreise, Oktober 2019
- -0,1 % zum Vormonat
- -3,5 % zum Vorjahresmonat
Exportpreise, Oktober 2019
- 0,0 % zum Vormonat
- -0,2 % zum Vorjahresmonat
Die Importpreise waren im Oktober 2019 um 3,5 % niedriger als im Oktober 2018. Einen stärkeren Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr gab es letztmalig im Juli 2016 (-4,1 %). Im September 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei -2,5 % gelegen, im August 2019 bei -2,7 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, fielen die Importpreise im Oktober 2019 gegenüber September 2019 im Durchschnitt leicht um 0,1 %.
Der Rückgang der Importpreise gegenüber Oktober 2018 war vor allem durch die Entwicklung der Importpreise für Energie bedingt. Sie lagen im Durchschnitt 23,4 % unter dem Stand des Vorjahresmonats, stiegen aber um 0,5 % gegenüber dem Vormonat. Erdgas hatte mit -37,5 % gegenüber Oktober 2018 den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie. Der Importpreisindex ohne Energie lag im Oktober 2019 um 0,4% unter dem Niveau von Oktober 2018 (-0,2 % gegenüber September 2019). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 2,3 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,1 % gegenüber September 2019).
Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im Durchschnitt 1,9 % unter dem Stand von Oktober 2018 (-0,5 % gegenüber dem Vormonat). Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbilligten sich unter anderem Holz- und Zellstoff (-21,3 %), elektronische Bauelemente (-10,6 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-7,1 %). Dagegen lagen die Preise für Edelmetalle und Halbzeug daraus (+35,1 %) sowie für Eisenerze (+24,3 %) deutlich über dem Niveau von Oktober 2018.
Die Preise für importierte Investitionsgüter waren im Oktober 2019 um 0,3 % niedriger als im Oktober 2018. Gegenüber dem Vormonat fielen sie ebenfalls um 0,3 %. Während Smartphones (-10,0 %) und Tablets (-7,4 %) im Vorjahresvergleich billiger waren, wurden unter anderem Maschinen (+1,4 %) zu höheren Preisen importiert als im Oktober 2018.
Die Importpreise für Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) erhöhten sich im Oktober 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,3 % (+0,1 % gegenüber dem Vormonat). Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen im Durchschnitt um 0,8 %.
Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt um 2,5 % teurer als im Vorjahr (+0,1 % gegenüber dem Vormonat). Während sich lebende Schweine (+52,7 %) gegenüber Oktober 2018 deutlich verteuerten, wurden Tomaten (-17,4 %) und Getreide (-8,7 %) zu niedrigeren Preisen importiert.
Der Index der Exportpreise war im Oktober 2019 um 0,2 % niedriger als im Oktober 2018. Im September 2019 hatte er sich gegenüber September 2018 nicht verändert, im August 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei -0,1 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat September 2019 blieben die Exportpreise im Durchschnitt konstant.
Powered by WPeMatico
ifo Geschäftsklima steigt leicht
ifo Geschäftsklima steigt leicht
ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.11.2019
Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Dienstleister waren zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Auch ihre Erwartungen haben nach vier Monaten den negativen Bereich verlassen.
Im Handel ist der Index merklich gestiegen. Die Händler schätzten ihre aktuelle Lage besser ein. Auch der Erwartungsindex ist deutlich gestiegen. Ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft kündigt sich an.
Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator leicht gefallen. Die Baufirmen waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem sind ihre Erwartungen geringfügig gesunken.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des ifo Instituts.
Powered by WPeMatico
Konjunkturelle Hängepartie geht weiter
Konjunkturelle Hängepartie geht weiter
KfW, Pressemitteilung vom 22.11.2019
- KfW Research erwartet für 2019 Wirtschaftswachstum von 0,5 %, für 2020 von 0,9 % (Vorprognose: 0,4 % bzw. 0,6 %)
- Kalendereffekt überzeichnet Wachstum im kommenden Jahr; 2020 vier Arbeitstage mehr als 2019
- Deutsche Konjunktur weiter gespalten: Binnenwirtschaft bleibt dank Bau und Konsum solide, Industrierezession hält vorerst an
Die Konjunkturdynamik in Deutschland bleibt ohne Kraft. Im dritten Quartal ist die deutsche Wirtschaft nur knapp an einer technischen Rezession vorbeigeschrammt und auch im Schlussquartal 2019 dürfte das Wachstum mit 0,1 % mau ausfallen. Die gespaltene Wirtschaftsentwicklung setzt sich über den Winter fort: Bei anhaltend stabiler Binnennachfrage ist und bleibt es die stark exportorientierte Industrie, die sich schwer tut zu einem Wachstumspfad zurückzufinden. KfW Research erwartet für das Gesamtjahr 2019 ein moderates Wirtschaftswachstum von 0,5 % (Vorprognose 0,4 %). Für 2020 geht KfW Research von einer Zunahme der deutschen Wirtschaftsleistung in Höhe von 0,9 % aus (Vorprognose 0,6 %).
Die Wachstumsbeschleunigung im kommenden Jahr ist allerdings ausschließlich dem ungewöhnlich starken Kalendereffekt zu verdanken. Da 2020 deutlich weniger Feiertage auf ein Wochenende fallen, kann an vier Tagen mehr gearbeitet werden als 2019. Die dadurch ermöglichte zusätzliche Wertschöpfung trägt knapp 0,4 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Kalenderbereinigt wird die deutsche Wirtschaft 2020 folglich nur um 0,5 % und damit genauso schwach wachsen wie im laufenden Jahr, für das der Kalendereffekt vernachlässigbar ist.
In seinem Konjunkturbild geht KfW Research von einer zumindest leichten Erholung der Industrie ab dem Frühjahr des kommenden Jahres aus. Zuletzt optimistisch stimmende Signale bei den lang schwelenden Konflikten im außenwirtschaftlichen Umfeld geben hier Anlass zur Hoffnung: Ein harter Brexit ist deutlich unwahrscheinlicher geworden – wenn auch vor den für den 12. Dezember 2019 anberaumten Neuwahlen zum britischen Unterhaus weiter offen ist, wie es hinsichtlich des geplanten Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU konkret weitergeht. Zudem wurde der Handelsstreit zwischen den USA und China mit der jüngst in Aussicht gestellten Teileinigung und dem Verzicht auf zuvor angedrohte Zollerhöhungen etwas entschärft. Von einer Einigung würde auch die deutsche Industrie profitieren, die aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen zu beiden Ländern und der Fokussierung auf besonders zyklische Investitionsgüterbranchen von diesem Konflikt indirekt stark betroffen ist. Ob die derzeitige Entspannung des Konflikts dauerhaft trägt, bleibt angesichts der Unberechenbarkeit der US-Administration jedoch abzuwarten.
„Für eine Entwarnung ist es viel zu früh, die Rezessionsgefahr ist noch nicht vom Tisch“, kommentiert Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, die aktuelle Konjunkturprognose von KfW Research. „Die deutsche Wirtschaft ist und bleibt anfällig für negative Überraschungen“. Hauptrisikofaktoren sind eine mögliche erneute Verschärfung des US-chinesischen Handelskonflikts und das Restrisiko eines ungeordneten Brexits, aber auch die hohe Staatsverschuldung Italiens. „Positiv zu sehen ist jedoch, dass der fiskalische Handlungsspielraum der deutschen Politik das Eindämmen etwaiger Rezessionsschäden erlaubt.“
Den aktuellen Konjunkturkompass finden Sie auf der Homepage der KfW.
Powered by WPeMatico
Schwache Weltkonjunktur belastet deutsche Unternehmen
Schwache Weltkonjunktur belastet deutsche Unternehmen
DIHK, Pressemitteilung vom 21.11.2019
Die deutschen Unternehmen im Ausland erwarten für das kommende Jahr keine Verbesserung der internationalen Konjunktur. Das geht aus den Antworten von rund 3.700 Mitgliedsunternehmen der deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs) im neuen „AHK World Business Outlook“ hervor.
„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Geschäfte insbesondere aufgrund von Handelskonflikten noch schwieriger werden“, berichtet Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). „Die Investitions- und Beschäftigungspläne der deutschen Unternehmen im Ausland werden demzufolge zusammengestrichen.“
Nur 17 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarteten eine Verbesserung der Konjunktur vor Ort, mehr als jedes dritte Unternehmen rechne dagegen mit einer Verschlechterung der Konjunktur, so der DIHK-Außenwirtschaftschef.
Konjunkturerwartungen auf Allzeittief
Und: „Der Konjunktursaldo aus Besser- und Schlechter-Bewertungen ist mit minus 19 Punkten regelrecht eingebrochen.“ In der Vorgängerumfrage von Frühsommer 2019 hatte er noch bei minus 3 Punkten gelegen. Der aktuelle Saldo sei der „mit Abstand schlechteste Wert seit Beginn der Umfrage 2015“, betont Treier.
Auf Basis dieser Einschätzungen gehe der DIHK davon aus, dass das ohnehin schwache weltwirtschaftliche Wachstum von rund 3 Prozent in diesem Jahr auch 2020 nicht höher ausfallen werde (DIHK-Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts weltweit 2020: 3,0 Prozent; langjähriger Schnitt: 3,6 Prozent).
Protektionismus und Handelskonflikte „wie Mehltau“
Der Grund für die gedrosselte Weltkonjunktur sei „in erster Linie ein gelähmter Welthandel“. Zölle, die Diskriminierung ausländischer Wettbewerber, Wirtschaftssanktionen sowie der nahende Brexit bremsten den Warenaustausch, verursachten hohe Kosten für Unternehmen und einen enormen bürokratischen Aufwand.
Zuletzt hätten sich zu einem immer schwieriger werdenden Handel die Streitigkeiten zwischen den USA und China oder auch die jüngsten Zollerhöhungen der USA gegenüber der EU gesellt. Treier: „All dies schürt bei den Unternehmen die Verunsicherung über die Zukunft in globalen Lieferketten – mit der Folge, dass sie Investitionen zurückhalten.“
Dem World Business Outlook zufolge betrachtet die Hälfte der befragten Unternehmen die Wirtschaftspolitik in den jeweiligen Ländern als Hindernis für die eigenen Geschäfte. Zu den weiteren Risiken zählen der Umfrage zufolge neue Handelsbarrieren – neben Zöllen etwa auch zusätzliche Zertifizierungen oder die Bevorzugung einheimischer Betriebe.
„Das alles liegt wie Mehltau auf dem Welthandel“, resümiert der DIHK-Außenwirtschaftschef. Erstmals seit der Finanzmarktkrise stagniere der internationale Handel von Gütern und Dienstleistungen nahezu. (DIHK-Prognose Wachstum Welthandel 2020: 1,0 Prozent; langjähriges Wachstum: 5,6 Prozent).
Eine Besserung ist nach seiner Einschätzung nicht in Sicht: „Die Umfrage zeigt, dass das Geschäft der international agierenden deutschen Unternehmen von diesen Entwicklungen nicht unberührt bleibt. Die Geschäftserwartungen gehen deutlich zurück, auch Investitionen und Beschäftigung der deutschen Unternehmen vor Ort werden eingeschränkt.“
Für die deutschen Exporte 2020 bedeutet das erstmals seit der Finanzmarktkrise 2009 einen leichten Rückgang (DIHK-Prognose Exportwachstum 2020: minus 0,5 Prozent).
Alle Weltregionen betroffen
Eine Abkühlung der Wirtschaft zeigt sich laut Treier in allen Weltregionen: „In China, in den USA und in vielen Industrieländern berichten die Unternehmen von einer langsamen Gangart.“ Von der Konjunkturschwäche seien aber auch Schwellenländer in Asien erfasst. In Südamerika führten die weltweite wirtschaftliche Abkühlung und nicht zuletzt auch politische Entwicklungen in vielen Ländern zu einem jähen Ende des kurzen konjunkturellen Auftriebs.
Fazit: „Keine Region zeichnet sich derzeit als zukünftiger Wachstumstreiber ab.“ Die Konjunkturerwartungen gingen auf allen Kontinenten zurück. Das sorge weltweit für Zurückhaltung bei Investitionen und einer geringeren Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen – auch aus Deutschland.
Faire und verlässliche Regeln
Volker Treier sieht „den Wirtschaftsstandort und viele Arbeitsplätze hierzulande direkt betroffen“. Die deutschen Betriebe seien auf faire und verlässliche Regeln im internationalen Handel sowie auf funktionierende Lieferketten angewiesen. „In dieser Zeit muss Europa geeint nach vorne gehen und die Vorteile eines regelbasierten Welthandels deutlich machen“, mahnt der DIHK-Außenwirtschaftschef.
„Aus Sicht der deutschen Wirtschaft muss die neue EU-Kommission moderne und umfassende EU-Handelsabkommen mit möglichst vielen Partnern in der Welt ganz oben auf die politische Agenda setzen“, so Treier weiter. „Die EU muss sich in den kommenden Jahren bei Handelsstreitigkeiten mehr denn je als geschlossener Block gegenüber anderen Wirtschaftsmächten wie den USA und China behaupten und dabei selbst weltweite faire Standards für offene Märkte und regelbasierten Handel setzen.“
Die Umfrageergebnisse finden Sie auf der Homepage des DIHK.
Powered by WPeMatico