ifo Exporterwartungen abwärtsgerichtet

Die Stimmung unter den Exporteuren verschlechtert sich weiter. Die ifo Exporterwartungen für die Industrie sind im Juli auf -2,7 Saldenpunkte gefallen, von -0,2 Saldenpunkten im Juni.

ifo Exporterwartungen abwärtsgerichtet

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.07.2019

Die Stimmung unter den Exporteuren verschlechtert sich weiter. Die ifo Exporterwartungen für die Industrie sind im Juli auf -2,7 Saldenpunkte gefallen, von -0,2 Saldenpunkten im Juni. Die guten Zeiten der deutschen Exportindustrie sind erst einmal vorbei. Im Moment gibt es wenig Anzeichen, dass wieder Zuwächse beim Export zu erwarten sind.

Große Sorgen haben weiterhin die Automobilhersteller. Die Exporte sind erneut stärker auf Schrumpfung ausgerichtet. Gleiches gilt für die Unternehmen aus der Metallherstellung und -bearbeitung. In den Schlüsselbranchen Maschinenbau und Elektrotechnik ist die Exportdynamik zum Erliegen gekommen. Es werden gegenwärtig keine Zuwächse erwartet. Lichtblicke zeigten sich in diesem Monat in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Nach einer zuletzt schwierigen Exportsituation hellten sich die Exporterwartungen merklich auf. Am optimistischsten mit Blick auf den Export sind die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen.

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Importpreise im Juni 2019: -2,0 % gegenüber Juni 2018

Die Importpreise waren im Juni 2019 um 2,0 % niedriger als im Juni 2018. Im Mai 2019 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei -0,2 % gelegen, im April 2019 bei +1,4 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Importpreise im Juni 2019 gegenüber Mai 2019 im Durchschnitt deutlich um 1,4 %.

Importpreise im Juni 2019: -2,0 % gegenüber Juni 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 26.07.2019

Importpreise, Juni 2019

  • -1,4 % zum Vormonat
  • -2,0 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Juni 2019

  • -0,2 % zum Vormonat
  • +0,2 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im Juni 2019 um 2,0 % niedriger als im Juni 2018. Im Mai 2019 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei -0,2 % gelegen, im April 2019 bei +1,4 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken die Importpreise im Juni 2019 gegenüber Mai 2019 im Durchschnitt deutlich um 1,4 %.

Der Rückgang der Importpreise gegenüber Juni 2018 wie auch gegenüber Mai 2019 war vor allem durch die Entwicklung der Importpreise für Energie bedingt. Sie lagen im Durchschnitt um 14,0 % unter dem Stand des Vorjahresmonats (-8,8 % gegenüber dem Vormonat). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Minus von 28,6 % (-9,4 % gegenüber Mai 2019). Der Importpreisindex ohne Energie war im Juni 2019 um 0,3 % niedriger als im Juni 2018 (ebenfalls -0,3 % gegenüber Mai 2019). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex aber um 1,5 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,7 % gegenüber Mai 2019).

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im Durchschnitt um 1,4 % unter dem Stand von Juni 2018 (-0,5 % gegenüber dem Vormonat). Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbilligten sich unter anderem Rohkupfer (-12,5 %), elektronische Bauelemente (-10,0 %), Rohaluminium (-7,2 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-5,6 %). Dagegen lagen die Preise für Eisenerze (+38,8 %) sowie für Edelmetalle und Halbzeug daraus (+12,4 %) über dem Niveau von Juni 2018.

Die Preise für importierte Investitionsgüter waren im Juni 2019 um 0,1 % niedriger als im Juni 2018. Gegenüber dem Vormonat fielen sie um 0,2 %. Während Smartphones (-9,7 %) und Tablets (-8,4 %) im Vorjahresvergleich billiger waren, wurden Maschinen (+1,3 %) sowie Kraftwagen und deren Teile (+0,6 %) im Vorjahresvergleich zu höheren Preisen importiert als im Juni 2018.

Die Importpreise für Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) erhöhten sich im Juni 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,9 % (-0,1 % gegenüber dem Vormonat). Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen im Durchschnitt nur leicht um 0,1 %.

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt um 3,1 % teurer als im Vorjahr (-0,7 % gegenüber dem Vormonat). Während sich lebende Schweine (+35,7 %) und Haselnüsse (+21,1 %) gegenüber Juni 2018 deutlich verteuerten, wurden Äpfel (-16,9 %) und Rohkaffee (-3,4 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

Der Index der Exportpreise lag im Juni 2019 um 0,2 % über dem Stand von Juni 2018. Im Mai 2019 und im April 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei +0,7 % beziehungsweise bei +1,3 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Mai 2019 fielen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,2 %.

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Uneinheitliche Entwicklung der Rohstoffpreise

Der HWWI-Rohstoffpreisindex fiel im Juni im Durchschnitt um 9,1 % (in Euro: -10,0 %) gegenüber dem Vormonat. Damit erreicht der Gesamtindex einen Punktestand von 109,5 Punkten (in Euro: 107,6 Punkten). Die Preisbildung auf den Rohstoffmärkten erfolgte im Juni weiterhin unter großer Unsicherheit.

Uneinheitliche Entwicklung der Rohstoffpreise

Im Juni fiel der HWWI-Rohstoffpreisindex erneut

HWWI, Pressemitteilung vom 17.07.2019

  • HWWI-Gesamtindex fällt um 9,1 % (US-Dollarbasis)
  • Rohöl verbilligt sich um 10,6 %
  • Index der NE-Metalle sinkt um 1,6 %

Der HWWI-Rohstoffpreisindex fiel im Juni im Durchschnitt um 9,1 % (in Euro: -10,0 %) gegenüber dem Vormonat. Damit erreicht der Gesamtindex einen Punktestand von 109,5 Punkten (in Euro: 107,6 Punkten). Während im Mai die Preise aller im Index vertretenen Rohstoffgruppen sanken, fielen im Juni allen voran vor allem die Preise der fossilen Energierohstoffe. Der Index für Energierohstoffe sank um 10,9 % (in Euro: -11,7 %), wobei sich Rohöl im Monatsdurchschnitt um 10,6 % (in Euro: -11,4 %) verbilligte. Eine deutliche Preissteigerung konnte vornehmlich für die Rohstoffe der Gruppe der Nahrungs- und Genussmittel beobachtet werden. Der Index für Nahrungs- und Genussmittel stieg im Juni um 6,9 % (in Euro: +5,9 %). Der Anstieg bei den Industrierohstoffen fiel hingegen mit 1,8 % (in Euro: +0,9 %) weniger deutlich aus, wobei der Index der NE-Metalle um 1,6 % (in Euro: -2,5 %) sank. Die Preisbildung auf den Rohstoffmärkten erfolgte im Juni weiterhin unter großer Unsicherheit. Das für den 25. Juni 2019 geplante Treffen der OPEC+ wurde kurzfristig auf Anfang Juli verschoben, um die Ergebnisse des G20-Treffens in Osaka abzuwarten. Erneut verschärfte sich der Konflikt der USA mit dem Iran. Darüber hinaus belastete der Handelskonflikt zwischen China und den USA weiterhin die Preisbildung auf den Rohstoffmärkten. Der Index ohne Energie stieg im Juni um 3,5 % (in Euro: +2,5 %) gegenüber dem Vormonat und notiert bei 112,5 Punkten (in Euro: 110,6 Punkten).

Index für Energierohstoffe: -10,9 % (in Euro: -11,7 %)

Die Preise für Rohöl sind im Durchschnitt um -10,6 % (in Euro: -11,4 %) auf 59,85 US-Dollar (52,99 Euro) pro Barrel gefallen. Die Preise aller drei im Index vertretenen Rohölsorten fielen, wobei sich Rohöl aus dem Nahen Osten am deutlichsten verbilligte. Die geopolitische und -wirtschaftliche Unsicherheit bestimmte die Preisbildung auf den Rohölmärkten und führte im Juni zu sinkenden Preisen. Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran führte nur kurzfristig zu leicht steigenden Preisen. Pessimistische Erwartungen an die Nachfrage aus Sorge um die Weltwirtschaft führten zu deutlich gesunkenen Rohölpreisen im Juni. Der monatliche Durchschnittspreis für Rohöl der Sorte Dubai aus dem Nahen Osten fiel um 11,5 % (in Euro: -12,3 %) gegenüber dem Vormonat. Am zweitstärksten sank der Preis für die europäische Rohölsorte Brent. Im Monatsdurchschnitt fiel Brent um -10,3 % (in Euro: -11,2 %). Am schwächsten verbilligte sich US-amerikanisches Rohöl. Die Sorte WTI fiel um 9,9% (in Euro: -10,8%).

Der durchschnittliche Preis für Erdgas fiel um 12,2 %. (in Euro: -13,1 %), wobei erneut besonders der Preis für europäisches Erdgas sank. Der Preis für europäisches Erdgas fiel im Monatsdurchschnitt um 15,4 % (in Euro: -16,1 %) und damit noch deutlicher als im Mai. Der anhaltende Krim-Konflikt belastet die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den USA und somit die Preisentwicklung in Europa. Bei einem globalen hohen Angebot und niedrigerer Nachfrage drängt US-amerikanisches Erdgas auf den europäischen Markt. Das US-amerikanische Erdgas verbilligte sich ebenfalls, jedoch lediglich um 10,2 % (in Euro: -11,1 %). Darüber hinaus sank der Preis für Kohle. Kohle verbilligte sich um 14,0 % (in Euro: -14,8 %). Im Juni fiel der Index für Energierohstoffe um 10,9 % (in Euro: -11,7 %) auf 109,0 Punkte (in Euro: 107,1 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: +1,8 % (in Euro: +0,9 %)

Der Index für Industrierohstoffe untergliedert sich in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott. Der Index für Agrarische Rohstoffe stieg (in Euro: fiel) im Juni moderat um 0,4 % (in Euro: -0,5 %). Der Preis für Häute sank im Juni erneut, jedoch weniger kräftig als im Mai. Konkret verbilligten sich Tierhäute im Durchschnitt um 12,0 % (in Euro: -12,9 %). Ethische Bedenken, diesen Rohstoff in der Textilproduktion zu verwerten, und eine sinkende chinesische Nachfrage aufgrund von Importzöllen belasten weiterhin die Nachfrageseite. Ebenfalls fielen die Preise für Baumwolle und Wolle. Die Preise beider Rohstoffe sanken um je 5,3 % (in Euro: -6,2 %). Der Index für NE-Metalle fiel um 1,6 % (in Euro: -2,5 %). Bis auf Blei fielen im Monatsdurchschnitt die Preise aller im Index vertretenen NE-Metalle. Eine steigende Förderleistung in China, hohe Lagerbestände und eine geringe Nachfrage ließ den Zinkpreis am stärksten fallen. Der Zinkpreis fiel um 5,3 % (in Euro: -6,1 %). Preis für Kupfer sank um 2,5 % (in Euro: -3,4 %). Nickel verbilligte sich um -0,2 % (in Euro: -1,1 %) und Zinn fiel um -1,9 % (in Euro: -2,8 %). Aluminium verbilligte sich um 1,1 % (in Euro: -2,0 %). Der Preis für Blei stieg um 4,1 % (in Euro: 3,1 %). Erneut stieg der Index für Eisenerz und Stahlschrott, wobei der Anstieg mit 6,7 % (in Euro: +5,6 %) deutlicher als im Vormonat ausfiel. Der Index für Industrierohstoffe stieg im Juni um 1,8 % (in Euro: +0,9 %) auf 127,1 Punkte (in Euro: 125,0 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: +6,9 % (in Euro: +5,9 %)

Im Juni konnten überwiegend steigende Preise für Nahrungs- und Genussmittel beo-bachtet werden. Den stärksten Preisanstieg verzeichnete Mais. Schlechte Witterung bei der Aussaat senken die Ernteerwartungen. Der Preis für Mais stieg um 15,1 % (in Euro: +14,0 %). Ebenfalls werden Verschlechterungen der Ernteergebnisse aufgrund von schlechten Wetterbedingungen bei Weizen erwartet. Der Weizenpreis erhöhte sich um 10,8 % (in Euro: +9,8 %). Der Gerstenpreis stieg um 9,6 % (in Euro: +8,5 %). Ebenfalls stiegen die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot. Der Preis für Sojabohnen stieg um 7,6 % (in Euro: +6,6 %) und der Preis für Sojaschrot erhöhte sich um 7,0 % (in Euro: +6,0 %). Eine Erhöhung der Nachfrage und zu kaltes Wetter in dem Hauptanbaugebiet Brasilien ließen den Kaffeepreis um 7,3 % (in Euro: +6,3 %) steigen. Ebenfalls erhöhte sich der Zuckerpreis. Niedrige Lagerbestände und schwache Niederschläge in Indien belasten die Angebotsseite. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Nachfrage, da Brasilien die Produktion von Ethanol aus Zuckerrohr für Biokraftstoff weiterhin forciert. Zucker verteuerte sich um 5,4 % (in Euro: +4,4 %). Nachdem der Teepreis im Mai gestiegen war, fiel im Juni der Preis für Tee um 5,1 % (in Euro: -5,9 %). Insgesamt stieg der Index für Nahrungs- und Genussmittel um 6,9 % (in Euro: +5,9 %) auf 91,5 Punkte (in Euro: 89,9 Punkte).

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Digitalisierung macht Logistik schneller, sicherer und einfacher

Unternehmen profitieren auf sehr unterschiedliche Weise durch digitale Anwendungen in der Logistik. Eine deutliche Mehrheit von zwei Dritteln (68 Prozent) gibt lt. Bitkom an, dass die Digitalisierung zu einer Zeitersparnis führt. Auf Platz zwei liegt mit deutlichem Abstand die sinkende Fehler- und Ausfallanfälligkeit (43 Prozent).

Digitalisierung macht Logistik schneller, sicherer und einfacher

Bitkom, Pressemitteilung vom 23.07.2019

  • Zwei Drittel der Unternehmen mit Logistik-Prozessen erwarten durch Digitalisierung eine Zeitersparnis

Unternehmen profitieren auf sehr unterschiedliche Weise durch digitale Anwendungen in der Logistik. Das zeigt eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, bei der 514 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern, die Waren transportieren, gefragt wurden, was aus ihrer Sicht die größten Vorteile von digitalen Anwendungen in der Logistik sind. Eine deutliche Mehrheit von zwei Dritteln (68 Prozent) gibt an, dass die Digitalisierung zu einer Zeitersparnis führt. Auf Platz zwei liegt mit deutlichem Abstand die sinkende Fehler- und Ausfallanfälligkeit (43 Prozent). Dahinter folgen fast gleichauf eine körperliche Entlastung der Beschäftigten (35 Prozent), der bessere Service für Endkunden (33 Prozent), der geringere Bedarf an Lagerfläche (31 Prozent) sowie ganz allgemein geringere Kosten (28 Prozent). „Digitalisierung in der Logistik ist sehr vielfältig und wirkt sich daher auch sehr unterschiedlich im Unternehmen aus. Digitale Anwendungen reichen von KI-Systemen zur effizienten Routenplanung oder zur vorausschauenden Wartung von Maschinen und Fahrzeugen über autonome Staplersysteme und Drohnen für Lieferung oder Inventur bis hin zu Exoskeletten für Lagerarbeiter“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Auch wenn nicht jedes Unternehmen alle digitalen Möglichkeiten in der Logistik nutzen wird: Eine rein analoge Logistik ist nicht zukunftsfähig.“

Weitere Vorteile digitaler Anwendungen in der Logistik sind weniger Verkehr in den Innenstädten (6 Prozent), eine bessere Nahversorgung im ländlichen Raum (7 Prozent), eine höhere Arbeitsplatzattraktivität (9 Prozent), eine geringere Umweltbelastung (15 Prozent) sowie ein sinkender Bedarf an Arbeitskräften (21 Prozent). „Digitalisierung in der Logistik führt dazu, dass der Bedarf an Mitarbeitern für einfache Tätigkeiten sinkt, aber zugleich deutlich mehr Fachkräfte mit Digitalkompetenz gebraucht werden. Darauf muss die Berufsausbildung ebenso reagieren wie die Unternehmen in ihren internen Weiterbildungsangeboten“, so Berg. „Wir brauchen einen Fokus auf das Digitale in der Aus- und Weiterbildung.“

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20.000 neue Arbeitsplätze im IT-Mittelstand

Der IT-Mittelstand schafft Jobs, tut sich lt. Bitkom aber schwer bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. Rund 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze haben die mittelständischen IT-Unternehmen in Deutschland innerhalb eines Jahres geschaffen. Insgesamt ist das Geschäftsklima positiv. Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen geht für die kommenden Monate von steigenden oder zumindest stabilen Umsätzen aus.

20.000 neue Arbeitsplätze im IT-Mittelstand

Bitkom, Pressemitteilung vom 22.07.2019

  • Beschäftigung im deutschen IT-Mittelstand steigt auf 495.000
  • Umsätze sinken leicht auf 73 Milliarden Euro

Der IT-Mittelstand schafft Jobs, tut sich aber schwer bei der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Rund 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze haben die mittelständischen IT-Unternehmen in Deutschland innerhalb eines Jahres geschaffen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in IT-Unternehmen mit 10 bis 499 Mitarbeitern stieg um 4 Prozent auf gut 495.000. Dagegen gingen die Umsätze leicht um 1 Prozent auf 73 Milliarden Euro zurück. Insgesamt ist das Geschäftsklima aber positiv. Für den IT-Mittelstand weist der Bitkom-ifo-Digitalindex im Mai 31,8 Punkte aus – das bedeutet, dass eine deutliche Mehrheit der Unternehmen für die kommenden Monate von steigenden oder zumindest stabilen Umsätzen ausgeht. Das sind die zentralen Ergebnisse aus dem IT-Mittelstandsbericht 2019 des Digitalverbands Bitkom. „Der IT-Mittelstand schafft jedes Jahr Tausende neuer Jobs. Aber die immer schwieriger werdende Suche nach qualifiziertem Personal begrenzt bei vielen Unternehmen das Wachstum“, sagt der Mittelstandssprecher des Bitkom, Dirk Röhrborn. „Insbesondere mittelständische Unternehmen sind es, die als IT-Anbieter und -Anwender mit großer Flexibilität und Dynamik die Konjunktur antreiben, neue Arbeitsplätze schaffen und den Standort Deutschland stärken.“ Die 11.162 mittelständischen IT-Unternehmen stehen für 35 Prozent des Umsatzes und 56 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der deutschen Informationstechnik.

Fachkräftemangel schmälert Umsätze

Der verschärfte Fachkräftemangel setzt mittelständische Unternehmen besonders unter Druck. „Für IT-Mittelständler ist es eine echte Herausforderung, Fachkräfte für sich zu gewinnen. Jede unbesetzte Stelle wirkt sich negativ auf Wertschöpfung und Innovationskraft der Unternehmen aus“, sagt Röhrborn. Um dem Fachkräftemangel langfristig entgegenzuwirken, tritt Bitkom für die Förderung digitaler Kompetenzen schon in der Schule ein. Röhrborn: „In der Berufs- und Studienorientierung sollte noch viel intensiver für IT-Berufe geworben werden. Zudem müssen wir die duale Berufsausbildung und das duale Studium im IT-Bereich stärken. Auch das Angebot an Informatik-Studiengängen sollte ausgebaut werden, etwa in Kombination mit Ingenieur- und Sozialwissenschaften.“ Kurzfristig müsse das Arbeitsrecht an die Erfordernisse und Möglichkeiten des digitalen Zeitalters angepasst werden, etwa um dem zunehmenden Wunsch nach mehr selbstbestimmtem Arbeiten gerecht zu werden. So kollidiert die vorgeschriebene elfstündige Ruhepause mit den Tagesabläufen vieler Homeworker. Sinnvoll sei zudem die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.

Gigabit-Infrastrukturen schaffenDer überwiegend in ländlichen Gebieten ansässige IT-Mittelstand steht vielerorts wegen mangelnder digitaler Infrastruktur vor großen Herausforderungen. Die Politik ist gefordert, optimale Rahmenbedingungen für den zügigen Ausbau von Breitband- und 5G-Mobilfunknetzen zu schaffen. Bis 2025 sollten Gigabit-Infrastrukturen auf Basis eines Technologiemixes verfügbar sein. In Gebieten, in denen sich ein privatwirtschaftlicher Ausbau nicht rechnet, sei die öffentliche Hand gefragt. Um die Mobilfunknetze auf den neuesten Standard aufzurüsten und Funklöcher zu schließen, brauche es einfachere, standardisierte Antrags- und Genehmigungsverfahren.

Weitere mittelstandspolitische Forderungen des Bitkom sind eine Entlastung bei der digitalen Betriebsprüfung für Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und eine mittelstandsfreundliche Anwendung des Vergaberechts für mehr Chancengleichheit bei der Vergabe öffentlicher Aufträge.

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Erzeugerpreise Juni 2019: +1,2 % gegenüber Juni 2018

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juni 2019 um 1,2 % höher als im Juni 2018. Im Mai 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei +1,9 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 0,4 %.

Erzeugerpreise Juni 2019: +1,2 % gegenüber Juni 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 19.07.2019

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte, Juni 2019

  • -0,4 % zum Vormonat
  • +1,2 % zum Vorjahresmonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juni 2019 um 1,2 % höher als im Juni 2018. Im Mai 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei +1,9 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 0,4 %.

Die Preisentwicklung bei Energie wirkte sich auch im Juni 2019 am stärksten auf die Entwicklung der Erzeugerpreise insgesamt aus. Energieprodukte waren um 2,2 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat Mai 2019 sanken diese Preise um 1,4 %.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise um 0,9 % höher als im Juni 2018. Gegenüber Mai 2019 blieben sie unverändert.

Verbrauchsgüter waren im Juni 2019 um 2,1 % teurer als im Juni 2018. Gegenüber dem Vormonat Mai 2019 stiegen diese Preise um 0,5 %. Nahrungsmittel waren um 2,6 % teurer als im Vorjahresmonat. Die höchsten Preisveränderungen gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen auch im Juni 2019 Schweinefleisch (+21 %) und verarbeitete Kartoffeln (+16 %) auf. Billiger als im Juni 2018 waren insbesondere Butter (-30,7 %) und Zucker (-15,2 %). Kaffee kostete 5,0 % weniger als ein Jahr zuvor.

Die Preise für Investitionsgüter lagen im Juni 2019 um 1,5 % höher als ein Jahr zuvor. Gebrauchsgüter waren im Juni 2019 um 1,4 % teurer als im Juni 2018.

Vorleistungsgüter waren im Juni 2019 um 0,2 % günstiger als im Juni 2018. Eine negative Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es letztmalig im Oktober 2016 gegeben (-0,5 %). Gegenüber dem Vormonat Mai 2019 sanken diese Preise ebenfalls um 0,2 %. Billiger als ein Jahr zuvor waren vor allem metallische Sekundärrohstoffe (-11,8 %), Metalle kosteten 3,5 % weniger. Einen überdurchschnittlich hohen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen unter anderem Getreidemehl sowie Düngemittel und Stickstoffverbindungen mit einem Plus von jeweils 7,7 % auf.

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Jährliche Inflationsrate im Euroraum auf 1,3 % gestiegen – in der EU unverändert bei 1,6 %

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag lt. Eurostat im Juni 2019 bei 1,3 %, ein Jahr zuvor hatte sie 2,0 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Juni 2019 bei 1,6%, 2018 lag sie bei 2,1 %.

Jährliche Inflationsrate im Euroraum auf 1,3 % gestiegen – in der EU unverändert bei 1,6 %

Eurostat, Pressemitteilung vom 17.07.2019

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Juni 2019 bei 1,3 %, gegenüber 1,2 % im Mai. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,0 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Juni 2019 bei 1,6 %, unverändert gegenüber Mai. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,1 % betragen. Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht.

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (0,2 %), Zypern (0,3 %), Dänemark und Kroatien (je 0,5 %) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (3,9 %), Ungarn (3,4 %) und Lettland (3,1 %) gemessen. Gegenüber Mai ging die jährliche Inflationsrate in siebzehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in einem unverändert und stieg in neun an.

Im Juni kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Dienstleistungen (+0,73 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,30 Pp.), Energie (+0,17 Pp.) sowie Industriegütern ohne Energie (+0,07 Pp.).

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Verbrauchervertrauen: Gedämpfte Stimmung

Bisher war der starke Konsum in Deutschland ein wichtiger Treiber für die Konjunktur. Die leichte Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt überträgt sich nun allerdings auf die Kauflaune, wie der Verbrauchervertrauensindex des IW Köln zeigt.

Verbrauchervertrauen: Gedämpfte Stimmung

IW Köln, Pressemitteilung vom 18.07.2019

Bisher war der starke Konsum in Deutschland ein wichtiger Treiber für die Konjunktur. Die leichte Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt überträgt sich nun allerdings auf die Kauflaune, wie der Verbrauchervertrauensindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Die Konjunktur in Deutschland hat sich seit Jahresbeginn spürbar abgekühlt. Das zeigt auch der Verbrauchervertrauensindex, den das IW quartalsweise in Zusammenarbeit mit The Conference Board (TCB) und Nielsen veröffentlicht: Demnach erreichte der Index von April bis Juni einen Wert von 103,4 Punkten – fast ein Punkt weniger als im Vorjahr. Seit Anfang vergangenen Jahres verzeichnet der Index einen erheblichen Rückgang.

Arbeitsmarktsorgen belasten die Deutschen

Der TCB-IW-Verbrauchervertrauensindex misst drei verschiedene Bereiche: Er bewertet zum einen die Beschäftigungsperspektiven und die individuelle Finanzlage. Zum anderen berücksichtigt er die Einschätzung auf die Frage, ob aktuell ein guter Zeitpunkt ist, Konsumgüter anzuschaffen. Vor allem die Sorgen auf dem Arbeitsmarkt belasten die Deutschen, zeigt die aktuelle Umfrage: In den vergangenen Jahren war die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch sehr gut, die Bundesagentur für Arbeit vermeldete stetig neue Rekorde. Und im Herbst vergangenen Jahrs sank die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Zählung.

Gute Aussichten im internationalen Vergleich

Aktuell vermelden die Unternehmen allerdings einen leichten Anstieg der Kurzarbeit. „Wenn große Unternehmen aus verschiedenen Branchen Stellenkürzungen ankündigen, erscheint das in der Wahrnehmung vieler Konsumenten dramatischer, als es in Wirklichkeit ist“, sagt Studienautor Hubertus Bardt. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Deutschland international und historisch gesehen immer noch prächtig dasteht.“ Im europäischen Vergleich lässt sich in Deutschland nach wie vor ein sehr hohes Verbrauchervertrauen beobachten.

Während der Index in Deutschland zurückging, stieg das Verbrauchervertrauen in der gesamten Eurozone im zweiten Quartal um zwei Punkte, was auf sinkende Arbeitslosigkeit, steigende Löhne und niedrige Inflation zurückzuführen ist. „Die Kaufkraft der privaten Haushalte und das hohe Verbrauchervertrauen dürften die Wirtschaft des Euroraums für den Rest des Jahres stabilisieren“, sagt Ilaria Maselli, Senior Economist des Conference Board Europe.

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Konjunkturerwartungen verharren auf niedrigem Niveau

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland gehen im Juli 2019 leicht zurück. Sie liegen aktuell bei minus 24,5 Punkten. Dies entspricht einem Rückgang um 3,4 Punkte.

Konjunkturerwartungen verharren auf niedrigem Niveau

ZEW, Pressemitteilung vom 16.07.2019

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland gehen im Juli 2019 leicht zurück. Sie liegen aktuell bei minus 24,5 Punkten. Dies entspricht einem Rückgang um 3,4 Punkte. Der langfristige Durchschnitt der ZEW-Konjunkturerwartungen beträgt 21,8 Punkte. Im Juli hat sich die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland um 8,9 Punkte verschlechtert. Der neue Wert für den Lageindikator beträgt minus 1,1 Punkte.

„Insbesondere die Fortsetzung des Negativtrends bei den Auftragseingängen der deutschen Industrie dürfte die Finanzmarktexperten/-innen in ihrem Konjunkturpessimismus bestätigt haben. Eine nachhaltige Eindämmung der Unsicherheitsfaktoren für die exportorientierten Branchen der deutschen Wirtschaft ist derzeit nicht in Sicht. Der Irankonflikt scheint sich eher zu verschärfen und der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China ist eine Belastung nicht nur für die chinesische Wirtschaftsentwicklung. Auch bei der Ausgestaltung des Brexits ist kein Fortschritt zu erkennen“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone verschlechtern sich leicht. Der Erwartungsindikator für das Eurogebiet liegt im Juli bei minus 20,3 Punkten, 0,1 Punkte unter dem Vormonatsniveau. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet fällt um 6,9 Punkte und liegt aktuell bei minus 10,6 Punkten.

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2019

Nach einer überraschend starken Entwicklung der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal deuten die aktuellen Konjunkturindikatoren auf eine verhaltene Entwicklung im zweiten Vierteljahr hin. Die Signale aus dem Dienstleistungssektor legen lt. BMWi nahe, dass das starke Wachstum zum Jahresauftakt im zweiten Quartal etwas nachlassen dürfte.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2019

BMWi, Pressemitteilung vom 15.07.2019

  • Die Industriekonjunktur entwickelt sich weiterhin schleppend; der Gegenwind von der Auslandsnachfrage bleibt spürbar. Die aktuelle Datenlage lässt auch eine ruhigere Gangart im Dienstleistungsbereich erwarten. Damit deutet sich für das zweite Quartal eine schwache konjunkturelle Grundtendenz an.
  • Die Produktion in der Industrie ist im Mai moderat gestiegen, während die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe kräftig gesunken sind. Das Baugewerbe verzeichnete ebenfalls spürbare Einbußen.
  • Stützend wirken die steigenden Einkommen der privaten Haushalte und die fiskalpolitischen Impulse.
  • Am Arbeitsmarkt macht sich die schwächere Konjunktur allmählich bemerkbar: Der Beschäftigungsaufbau setzt sich mit gedrosselter Dynamik fort. Die Arbeitslosigkeit stagnierte im Juni.

Nach einer überraschend starken Entwicklung der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal deuten die aktuellen Konjunkturindikatoren auf eine verhaltene Entwicklung im zweiten Vierteljahr hin. Die Signale aus dem Dienstleistungssektor legen nahe, dass das starke Wachstum zum Jahresauftakt im zweiten Quartal etwas nachlassen dürfte. Zudem hält die industrielle Schwächephase weiter an. Die Industrieproduktion hat sich zuletzt zwar auf niedrigem Niveau etwas erholt, zeigt aber schon seit dem Jahreswechsel 2017/18 eine abwärtsgerichtete Tendenz. Die schwache Auftragslage und das eingetrübte Geschäftsklima signalisieren, dass die deutlich gedämpfte Industriekonjunktur anhalten dürfte. Zuletzt verzeichnete das Baugewerbe ebenfalls kräftige Produktionsrückgänge, allerdings von einem sehr hohen Niveau aus. Auch wenn die Dynamik am Arbeitsmarkt im Zuge der konjunkturellen Abschwächung inzwischen nachlässt, kommen von ihm nach wie vor merkliche binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte. Die Beschäftigung nimmt weiter zu, wenn auch verlangsamt, und Einkommenszuwächse stimulieren den privaten Konsum. Der Staat sorgt für fiskalische Impulse und fördert damit neben dem privaten Konsum auch die staatlichen Konsum- und Investitionsausgaben. Nach der sich abzeichnenden verhaltenen Entwicklung im zweiten Vierteljahr könnten die Auftriebskräfte wieder stärker zum Tragen kommen, wenn sich das außenwirtschaftliche Umfeld wieder beruhigen würde. Derzeit bestehen jedoch erhebliche Abwärtsrisiken, nicht zuletzt durch die Handelskonflikte, den Brexitprozess und geopolitische Spannungen.

Die Weltkonjunktur befindet sich angesichts der genannten Risiken derzeit in einer Schwächephase. Im April waren sowohl bei der globalen Industrieproduktion als auch beim Welthandel rückläufige Entwicklungen zu beobachten. Die industrielle Erzeugung verlief dabei in den entwickelten Volkswirtschaften und in den Schwellenländern schwach. Der Stimmungsindikator IHS Markit PMI für die globale Industrie ging im Juni erneut zurück und lag unter seiner Wachstumsschwelle. Das ifo Weltwirtschaftsklima hat sich, nachdem es zuvor viermal in Folge zurückgegangen war, im zweiten Quartal zwar leicht erholt, blieb aber weiterhin unterkühlt. Vor dem Hintergrund dieser Indikatorenlage und der Ballung globaler Risiken gehen die internationalen Organisationen von einer weniger dynamischen, aber weiterhin aufwärtsgerichteten weltwirtschaftlichen Entwicklung aus.

Die gedämpften Impulse aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld spiegelten sich zuletzt in den deutschen Ausfuhren wider. So nahmen die Exporte von Waren und Dienstleistungen im Mai saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen um 0,3 % ab. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März ergab sich ein noch deutlicheres Minus von 1,8 %. Aufgrund konstanter Ausfuhrpreise dürfte es in realer Rechnung in etwa genauso hoch ausfallen. Die Unternehmen gehen laut den ifo Exporterwartungen, die im Juni weiter gesunken sind, für die kommenden Monate von keinem Exportzuwachs mehr aus. Die Importe von Waren und Dienstleistungen sanken im Mai saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen um 1,4 %. Im Zweimonatsvergleich ergab sich ein Minus von 0,7 %. Die Einfuhrpreise sind jedoch etwas gestiegen, sodass die Importe preisbereinigt deutlicher zurückgegangen sein dürften. Der Leistungsbilanzüberschuss fiel in den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 mit 106,4 Mrd. Euro um 0,6 Mrd. Euro höher aus als im Vorjahreszeitraum.

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde im Mai leicht ausgeweitet (+0,3 %), nachdem im April eine kräftige Abnahme verzeichnet worden war. Die rückläufige Tendenz in den letzten Monaten spiegelt die Auftragsflaute und die weltwirtschaftliche Schwächephase wider. Innerhalb des Produzierenden Gewerbes waren zuletzt zwei gegenläufige Entwicklungen zu beobachten: Während der Bausektor im Mai einen deutlichen Rückgang hinnehmen musste, konnte die industrielle Produktion einen moderaten Zuwachs verzeichnen. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März verbuchte auch die Industrie einen Produktionsrückgang von 1,2 %. Das Baugewerbe verzeichnete einen noch deutlicheren Rückgang von 3,0 %. Innerhalb der Industrie wuchs im Gegensatz zum April der Kfz-Bereich kräftig um 7,4 % und der Maschinenbau meldete ein leichtes Minus von -0,3 %. Die Entwicklung von Auftragseingangs- und Stimmungsindikatoren spricht dafür, dass die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten gedämpft bleibt. Nach einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau in den Monaten März und April haben die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai mit -2,2 % gegenüber dem Vormonat noch einmal deutlich abgenommen. Damit liegen sie nunmehr etwa 9 % unter ihrem durchschnittlichen Monatswert aus dem Jahre 2018. Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe zeigt bereits seit dem Jahreswechsel 2017/18 einen spürbaren Abwärtstrend und trübte sich im Juni nochmals etwas ein.

Die privaten Konsumausgaben nahmen im ersten Quartal 2019 überraschend kräftig um 1,2 % gegenüber dem Vorquartal zu. Einen vergleichbar großen Zuwachs hatte es zuletzt im dritten Quartal 2011 gegeben. Die Indikatoren am aktuellen Rand deuten darauf hin, dass sich diese starke Entwicklung im zweiten Quartal nicht fortsetzen wird: Die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) haben sich im Mai im Vergleich zum Vormonat um 0,6 % verringert. Die Neuzulassungen von Pkw bei privaten Haltergruppen konnten sich im Juni wieder etwas erholen (+1,3 %). Im gesamten zweiten Quartal 2019 gingen die Neuzulassungen allerdings deutlich um 2,1 % zurück.

Der Beschäftigungsaufbau hat sich im Mai mit deutlich gedrosselter Dynamik fortgesetzt. Der saisonbereinigte Zuwachs der Erwerbstätigkeit lag zuletzt bei 21.000 Personen, im ersten Quartal waren es im Monatsdurchschnitt noch 45.000 Personen. In den Ursprungszahlen wurden im Mai 45,3 Mio. Erwerbstätige ausgewiesen. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im April langsamer als im Durchschnitt der letzten Monate. Die Arbeitslosigkeit stagnierte im Juni saisonbereinigt, in Ursprungszahlen ging sie um 20.000 Personen auf 2,2 Mio. zurück. Sondereffekte durch die präzisere Erfassung von Betroffenen dürfte es nach einer starken Korrektur im Mai in diesem Monat nicht mehr gegeben haben. Jedoch ist die Unterbeschäftigung im Juni zum dritten Mal in Folge gestiegen (+6.000 saisonbereinigt), was darauf hindeutet, dass sich die konjunkturelle Abkühlung allmählich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht. Die Frühindikatoren lassen erwarten, dass dieser Trend in den kommenden Monaten weiter anhält. Die Wirtschaftskraft strukturschwacher Regionen zu stärken, bleibt eine Herausforderung.

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