November 2018: 13,7 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im November 2017

Im November 2018 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.528 Unternehmensinsolvenzen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 13,7 % weniger als im November 2017.

November 2018: 13,7 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im November 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.02.2019

Im November 2018 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.528 Unternehmensinsolvenzen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren das 13,7 % weniger als im November 2017.

Im Baugewerbe gab es im November 2018 mit 278 Fällen die meisten Unternehmensinsolvenzen. 239 Insolvenzanträge stellten Unternehmen im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Im Gastgewerbe wurden 200 Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für November 2018 auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Im November 2017 hatten sie noch bei knapp 9,0 Milliarden Euro gelegen. Dieser vergleichsweise hohe Wert war im Wesentlichen auf Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen zurückzuführen.

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 7.718 übrige Schuldner im November 2018 Insolvenz an (-11,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 5.877 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 1.493 Insolvenzanträge von ehemals selbständig Tätigen, die ein Regel- bzw. ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

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ifo Weltwirtschaftsklima erfährt abermaligen Rückschlag

Das ifo Weltwirtschaftsklima ist das vierte Mal in Folge gefallen. Der Indikator sank im ersten Quartal von -2,2 auf -13,1 Punkte. Lagebeurteilung und Erwartungen verschlechterten sich deutlich. Die Experten schätzen die Lage aber immer noch knapp positiv ein. Die Weltkonjunktur schwächt sich zunehmend ab.

ifo Weltwirtschaftsklima erfährt abermaligen Rückschlag

ifo Institut, Pressemitteilung vom 11.02.2019

Das ifo Weltwirtschaftsklima ist das vierte Mal in Folge gefallen. Der Indikator sank im ersten Quartal von -2,2 auf -13,1 Punkte. Lagebeurteilung und Erwartungen verschlechterten sich deutlich. Die Experten schätzen die Lage aber immer noch knapp positiv ein. Die Weltkonjunktur schwächt sich zunehmend ab.

Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich insbesondere in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Dabei stachen insbesondere die USA heraus mit einem Einbruch der Erwartungen und der Lagebeurteilung. Aber auch für die Europäische Union revidierten die Experten ihre Einschätzungen deutlich nach unten. Dagegen blieb das Wirtschaftsklima in den Schwellen- und Entwicklungsländern weitgehend unverändert, nachdem es in den zwei Quartalen zuvor jeweils stark rückläufig war. Im Nahen Osten und in Nordafrika kühlte sich das Klima deutlich ab.

Die Experten erwarten ein schwächeres Wachstum des privaten Konsums, der Investitionen und des Welthandels. Zwar geht weiterhin ein größerer Teil der Befragten von einem Anstieg der kurz- und langfristigen Zinsen aus, deren Anteil ist aber stark zurückgegangen. Sie rechnen mit einer weltweiten Abwertung des US-Dollars.

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Deutsche Exporte im Jahr 2018: +3,0 % zum Jahr 2017

Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren die deutschen Exporte im Jahr 2018 um 3,0 % höher als im Jahr 2017, die Importe stiegen um 5,7 %.

Deutsche Exporte im Jahr 2018: +3,0 % zum Jahr 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.02.2019

Exporte, Dezember 2018

  • 96,1 Milliarden Euro
  • +1,5 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • -4,5 % zum Vorjahresmonat

Importe, Dezember 2018

  • 82,1 Milliarden Euro
  • +1,2 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +0,0 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz, Dezember 2018

  • 13,9 Milliarden Euro
  • 19,4 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, Dezember 2018

  • 21,0 Milliarden Euro

Im Jahr 2018 wurden von Deutschland Waren im Wert von 1.317,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 1.090,0 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Jahr 2018 um 3,0 % höher als im Jahr 2017, die Importe stiegen um 5,7 %. Die Exporte und Importe übertrafen im Jahr 2018 die bisherigen Höchstwerte vom Jahr 2017. Damals waren Waren im Wert von 1.279,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 1.031,0 Milliarden Euro importiert worden.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2018 mit einem Überschuss von 227,8 Milliarden Euro ab. Im Jahr 2017 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +247,9 Milliarden Euro betragen.

Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+242,0 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-16,7 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+71,1 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-47,3 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Jahr 2018 mit einem Überschuss von 249,1 Milliarden Euro ab. Im Jahr 2017 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 261,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Jahr 2018 Waren im Wert von 778,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 623,0 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber dem Jahr 2017 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 3,8 % und die Importe aus diesen Ländern um 6,3 %. In die Länder der Eurozone wurden im Jahr 2018 Waren im Wert von 492,0 Milliarden Euro (+4,5 %) geliefert und Waren im Wert von 405,0 Milliarden Euro (+6,9 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Jahr 2018 Waren im Wert von 286,7 Milliarden Euro (+2,8 %) exportiert und Waren im Wert von 218,1 Milliarden Euro (+5,2 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Jahr 2018 Waren im Wert von 539,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 467,0 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber dem Jahr 2017 nahmen die Exporte in die Drittländer um 1,9 % zu, die Importe von dort stiegen um 5,0 %.

Im Monat Dezember 2018 wurden von Deutschland Waren im Wert von 96,1 Milliarden Euro (-4,5 % gegenüber Dezember 2017) exportiert und Waren im Wert von 82,1 Milliarden Euro (nahezu unverändert zum Vorjahresmonat) importiert.

Kalender- und saisonbereinigt stiegen die Exporte gegenüber dem Vormonat November 2018 um 1,5 % und die Importe um 1,2 %.

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DIHK-Konjunkturumfrage: Ausblick verdunkelt sich

Der DIHK hat die Ergebnisse seiner jüngsten Konjunkturumfrage unter rund 27.000 Unternehmen vorgestellt und dabei die Wachstumsprognose für 2019 von zuletzt 1,7 Prozent auf nunmehr 0,9 Prozent kräftig zurückgeschraubt.

DIHK-Konjunkturumfrage: Ausblick verdunkelt sich

Entwicklung ist ein „Weckruf für die Politik“

DIHK, Pressemitteilung vom 07.02.2019

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Ergebnisse seiner jüngsten Konjunkturumfrage unter rund 27.000 Unternehmen vorgestellt und dabei die Wachstumsprognose für 2019 von zuletzt 1,7 Prozent auf nunmehr 0,9 Prozent kräftig zurückgeschraubt.

„Das Konjunkturbild in Deutschland verschlechtert sich deutlich“, warnte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, als er die Ergebnisse der Erhebung am 07.02.2019 gemeinsam mit DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink in Berlin vorstellte. „Insbesondere die Industrie leidet unter den Verwerfungen im außenwirtschaftlichen Umfeld.“

Betroffen seien nicht nur die Exporteure, sondern auch verbundene Zulieferer und Dienstleister im Inland. Und: Nach neun Jahren Wachstum beginne auch die Binnenkonjunktur zu schwächeln. „Gleichzeitig fehlt es vielen Unternehmen, denen es eigentlich besser gehen könnte, an Fachkräften, um weiter zu wachsen“, so Wansleben. Als Geschäftsrisiko betrachteten dies 61 Prozent der Befragten, in der Baubranche sogar 81 Prozent.

„Der Ausblick der Unternehmen verdunkelt sich daher“, sagte er. Die Einschätzungen der Geschäftserwartungen hätten in allen Wirtschaftszweigen erheblich nachgelassen. Die Sorgen um die Nachfrage aus dem In- und Ausland nähmen spürbar zu; die Exporterwartungen fielen so niedrig aus wie zuletzt 2012. Auch die Investitions- und Beschäftigungsabsichten hätten im Laufe des vergangenen Jahres merklich nachgelassen, fasste der DIHK-Hauptgeschäftsführer die Umfrageergebnisse zusammen.

Ein wichtiger Grund für die Eintrübung: „Die wirtschaftspolitische Unsicherheit hinterlässt ihre Spuren. Aus Sicht der Unternehmen ist bislang trotz des langen Aufschwungs ein politischer Aufbruch in wichtigen Zukunftsfragen hierzulande nicht geglückt.“

Für 2019 rechne der DIHK daher nur noch mit 0,9 Prozent Wachstum, berichtete Wansleben. „Insoweit nehmen wir unsere Prognose vom Herbst letzten Jahres von 1,7 Prozent kräftig zurück.“ Eine wirtschaftliche Krise prognostiziere der DIHK jedoch aktuell nicht. Allerdings könne das Wachstum noch stärker zurückgehen, wenn es zu einem chaotischen Brexit komme.

Der DIHK-Hauptgeschäftsführer nannte die aktuelle Konjunkturentwicklung einen „Weckruf für die Politik“. Die Unternehmen in Deutschland erwarteten, dass auch die zahlreichen standortpolitischen Probleme endlich gelöst würden. Vorrangig seien ein zügiger Ausbau der Energienetze, die flächendeckende Versorgung mit Glasfaseranschlüssen und 5G-Mobilfunk entlang aller Verkehrswege und auch im ländlichen Raum. Und: „Die Unternehmen brauchen zusätzliche Gewerbeflächen. Die Plan- und Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt werden. Das Gleiche gilt für die Sanierung und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.“

Sophia Krietenbrink warf in Berlin einen Blick auf die Branchen. Die Anzeichen für eine langsamere konjunkturelle Gangart kämen aus allen Wirtschaftszweigen, erläuterte sie; „die Gründe unterscheiden sich jedoch“. Die Rückgänge in der Industrie seien am stärksten, was vor allem auf das schwierige außenwirtschaftliche Umfeld zurückzuführen sei. Der Konsum sei zwar weiterhin eine gewisse Konjunkturstütze, doch nähmen die Sorgen um die Inlandsnachfrage zu. „Auch der Bauboom verliert etwas an Schwung“, so die DIHK-Konjunkturexpertin. Häufig mangele es an Personal, um Erweiterungen vorzunehmen.

Es gebe allerdings auch „Aufwärtsrisiken“, also Verbesserungspotenzial für die DIHK-Prognose, fuhr Krietenbrink fort. Dabei nannte sie die Möglichkeit eines positiven Gegeneffektes nach den Schwierigkeiten bei der Umstellung auf den neuen PKW-Abgasstandard WLTP, die Chance, dass der Ölpreis auf seinem niedrigen Niveau verbleibe, und die Potenziale für stärker steigende Exporte in Schwellenländer.

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Winterprognose 2019: Globale Unsicherheiten sorgen für mäßigeres Wachstum

Die EU-Kommission hat ihre Winterprognose 2019 vorgelegt. Demnach dürfte die europäische Wirtschaft 2019 im siebten Jahr in Folge in allen Mitgliedstaaten wachsen, im Vergleich zu den hohen Wachstumsraten der letzten Jahre dürfte sich das Wachstum aber insgesamt verlangsamen. Bei den größeren Mitgliedstaaten wurden die Wachstumsprognosen 2019 für Deutschland, Italien und die Niederlande deutlich abgesenkt. Grund dafür sind globale Unsicherheiten.

Winterprognose 2019: Globale Unsicherheiten sorgen für mäßigeres Wachstum

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 07.02.2019

Die Europäische Kommission hat am 07.02.2019 ihre Winterprognose 2019 vorgelegt. Demnach dürfte die europäische Wirtschaft 2019 im siebten Jahr in Folge in allen Mitgliedstaaten wachsen, im Vergleich zu den hohen Wachstumsraten der letzten Jahre dürfte sich das Wachstum aber insgesamt verlangsamen. Bei den größeren Mitgliedstaaten wurden die Wachstumsprognosen 2019 für Deutschland, Italien und die Niederlande deutlich abgesenkt. Grund dafür sind globale Unsicherheiten.

Dazu sagte Valdis Dombrovskis, Vizepräsident für den Euro und den sozialen Dialog, außerdem zuständig für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion: „In allen EU-Ländern dürfte die Wirtschaft 2019 weiter wachsen, was mehr Beschäftigung und Wohlstand bedeutet. Dennoch haben wir unsere Prognose nach unten korrigiert, und zwar in erster Linie für die größten Volkswirtschaften des Euro-Währungsgebiets. Dies ist externen Faktoren wie Handelsspannungen und der Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit in den aufstrebenden Märkten, insbesondere in China, geschuldet. In einigen Euro-Ländern werden erneut Bedenken hinsichtlich der Verflechtung zwischen Staat und Banken und der Tragfähigkeit der Schuldenlast laut. Die Möglichkeit eines ungeordneten Brexit schafft zusätzliche Unsicherheit. Sich dieser zunehmenden Risiken gewahr zu sein, ist Teil der Lösung. Sie vollends in den Griff zu bekommen, erfordert die richtige Kombination politischer Maßnahmen wie etwa Investitionsförderung, Intensivierung von Strukturreformen und eine umsichtige Finanzpolitik.“

Pierre Moscovici, EU-Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll, fügte an: „Nach dem Konjunkturhöchststand im Jahr 2017 dürfte sich das Wachstum in der EU im Jahr 2019 weiter auf 1,5 Prozent abschwächen. Diese Verlangsamung wird aufgrund binnenwirtschaftlicher Faktoren in unseren größten Volkswirtschaften und der Unsicherheiten im Welthandel ausgeprägter sein als im Herbst erwartet, insbesondere im Euro-Währungsgebiet. Dennoch sind Europas Fundamentalfaktoren nach wie vor solide und es gibt weiterhin positive Entwicklungen zu vermelden, insbesondere bei der Beschäftigung. Das Wachstum dürfte in der zweiten Hälfte dieses Jahres und im Jahr 2020 allmählich wieder anziehen.“

Das Wachstum hat sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres abgeschwächt. Gründe hierfür sind ein Rückgang des Welthandels, eine Abnahme der Zuversicht wegen Unwägbarkeiten und ein Rückgang der Produktion in einigen Mitgliedstaaten durch vorübergehende binnenwirtschaftliche Faktoren. Einige Beispiele sind Ausfälle im Automobilbau, soziale Spannungen und die unsichere finanzpolitische Lage. Infolgedessen ist das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sowohl im Euroraum als auch in der EU ebenso von 2,4 Prozent im Jahr 2017 auf 1,9 Prozent im Jahr 2018 zurückgegangen (Herbstprognose: je 2,1 Prozent für EU-28 und Euroraum).

Die Konjunkturdynamik war zu Beginn dieses Jahres verhalten und die Fundamentalfaktoren bleiben weiterhin günstig. Das Wirtschaftswachstum wird sich in abgeschwächter Form weiter entwickeln. Die europäische Wirtschaft dürfte nach wie vor von einer sich verbessernden Arbeitsmarktlage, günstigen Finanzierungsbedingungen und einer leicht expansiven Fiskalpolitik profitieren. Nach der aktuellen Prognose wird das BIP im Euroraum 2019 um 1,3 Prozent und 2020 um 1,6 Prozent wachsen (Herbstprognose: 1,9 Prozent für 2019 und 1,7 Prozent für 2020). Auch für die EU wurde die BIP-Wachstumserwartung heruntergeschraubt, und zwar auf 1,5 Prozent im Jahr 2019 und 1,7 Prozent im Jahr 2020 (Herbstprognose: 1,9 Prozent für 2019 und 1,8 Prozent für 2020).

Viele Mitgliedstaaten profitieren nach wie vor von einer robusten Inlandsnachfrage, die unter anderem durch EU-Fonds Auftrieb erhält.

Inflation

Gegen Ende 2018 ließ die Verbraucherpreisinflation im Euroraum nach, was einem abrupten Energiepreisrückgang und dem geringeren Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln zuzuschreiben ist. Die Kerninflation, bei der Preise für Energie und unverarbeitete Nahrungsmittel ausgeklammert werden, blieb das ganze Jahr über gedämpft, obwohl die Löhne schneller stiegen. Die Gesamtinflation (HVPI) lag 2018 bei durchschnittlich 1,7 Prozent, nach 1,5 Prozent im Jahr 2017. Da inzwischen für dieses und für nächstes Jahr von niedrigeren Ölpreisen ausgegangen wird als noch im Herbst, wird 2019 mit einem Rückgang der Euroraum-Inflation auf 1,4 Prozent gerechnet, bevor diese 2020 leicht auf 1,5 Prozent anzieht. Für die EU wird in diesem Jahr eine durchschnittliche Inflation von 1,6 Prozent erwartet, die sich 2020 auf 1,8 Prozent erhöhen wird.

Globale Unsicherheiten

Der Wirtschaftsausblick ist mit hoher Unsicherheit behaftet und die Prognosen unterliegen Abwärtsrisiken. Auch wenn die handelspolitischen Spannungen, die das Wirtschaftsklima seit einiger Zeit belasten, etwas nachgelassen haben, bereiten sie doch weiterhin Sorge. Die chinesische Konjunktur könnte drastischer an Tempo verlieren als erwartet und die globalen Finanzmärkte sowie viele aufstrebende Märkte sind für abrupte Veränderungen der Risikowahrnehmung und der Wachstumserwartungen anfällig. Für die EU ist der Brexit nach wie vor ein Unsicherheitsfaktor.

Rein technische Annahmen für 2019 beim Vereinigten Königreich

Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU beruhen die Prognosen für 2019 und 2020 auf der rein technischen Annahme, dass die Handelsströme zwischen der EU-27 und dem Vereinigtes Königreich unverändert bleiben. Dies dient einzig und allein Prognosezwecken und lässt das Verfahren nach Artikel 50 unberührt.

Hintergrund

Die Prognose basiert auf einer Reihe technischer Annahmen für Wechselkurse, Zinssätze und Rohstoffpreise mit Stichtag 25. Januar 2019. Bei allen anderen Eingangsdaten wurden Informationen bis einschließlich 31. Januar berücksichtigt.

Die Europäische Kommission veröffentlicht jedes Jahr zwei umfassende Prognosen (im Frühjahr und im Herbst) und zwei Zwischenprognosen (im Winter und im Sommer). Die Zwischenprognosen enthalten jährliche und vierteljährliche BIP- und Inflationszahlen für das laufende und das folgende Jahr für alle Mitgliedstaaten und das Euro-Währungsgebiet sowie die aggregierten Zahlen für die EU insgesamt.

Als nächste umfassende Prognose wird die Europäische Kommission im Mai 2019 ihre Frühjahrsprognose 2019 vorlegen.

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Reallohnindex 2018 um 1,0 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen

Trotz der gestiegenen Inflation bleibt den Arbeitnehmern am Ende mehr von ihrem Verdienst. Der Reallohn stieg in 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 %, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. Grund dafür sind die Nominallöhne, die in 2018 um rund 3,0 % über dem Vorjahreswert zulegten. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 1,9 %.

Reallohnindex 2018 um 1,0 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.02.2019

Trotz der gestiegenen Inflation bleibt den Arbeitnehmern am Ende mehr von ihrem Verdienst. Der Reallohnindex in Deutschland ist im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung weiter mitteilt, lagen die Nominallöhne im Jahr 2018 um rund 3,0 % über dem Vorjahreswert. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 1,9 %.

Im Durchschnitt gab es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den letzten 10 Jahren jährlich Reallohngewinne von 1,1 %. Die durchschnittliche nominale Verdienstentwicklung von Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten betrug jährlich 2,3 %, die Verbraucherpreise stiegen in demselben Zeitraum durchschnittlich um 1,2 % pro Jahr.

Diese Angaben stellen erste vorläufige Ergebnisse über die nominale und reale Entwicklung der Brutto-Verdienste in Deutschland im Jahr 2018 dar. Detaillierte und endgültige Daten für das vierte Quartal 2018 und das Jahr 2018 werden voraussichtlich Ende März 2019 veröffentlicht.

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember 2018

Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Dezember 2018 im Vergleich zum Vormonat um 0,4 % zurückgegangen.

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 07.02.2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 0,4 % zurückgegangen. Die Bauproduktion nahm um 4,1 % ab, während sich die Industrieproduktion mit einem Zuwachs von 0,2 % stabilisierte. Besonders in der Kfz-Industrie konnte der Ausstoß spürbar gesteigert werden (+7,2 %).

Im Quartalsvergleich ergab sich eine Einschränkung der Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,5 %. Dabei verzeichneten sowohl die Industrie als auch das Baugewerbe einen Rückgang (-1,3 % bzw. -0,6 %).

Im Dezember war die Produktion im Produzierenden Gewerbe zum vierten Mal in Folge rückläufig, wobei sich die Industrieproduktion etwas erholte. Angesichts rückläufiger Auftragseingänge und verhaltener Stimmungsindikatoren dürfte sich die Industriekonjunktur weiterhin gedämpft entwickeln.

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Grassierender Pessimismus springt auf Mittelstand über

Der deutsche Mittelstand sorgt sich zunehmend um die konjunkturelle Entwicklung: Das Geschäftsklima der KMU gibt im Januar um überdurchschnittlich deutliche 3,0 Zähler auf jetzt noch 8,3 Saldenpunkte nach, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Noch ausgeprägter sind die Sorgen zurzeit allerdings in den Großunternehmen, wo die Stimmung zu Jahresbeginn regelrecht kollabiert.

Grassierender Pessimismus springt auf Mittelstand über

KfW, Pressemitteilung vom 06.02.2019

  • Einbrechende Erwartungen ziehen mittelständisches Geschäftsklima nach unten, Lageurteile weiter gut
  • Massive Stimmungsverschlechterung in Großunternehmen
  • Konjunktur startet schwach in das neue Jahr

Der deutsche Mittelstand sorgt sich zunehmend um die konjunkturelle Entwicklung: Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen gibt im Januar um deutliche 3,0 Zähler auf 8,3 Saldenpunkte nach, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Ursächlich für den Rückgang ist ausschließlich der erheblich trübere Blick der Mittelständler auf das vorausliegende Halbjahr: Ihre Geschäftserwartungen fallen um kräftige 5,5 Zähler und rutschen mit nun -6,9 Saldenpunkten tiefer unter die Nulllinie, die für den langfristigen Durchschnitt steht. Mit der aktuellen Geschäftslage hingegen sind die kleinen und mittleren Unternehmen weiter überaus zufrieden. Ihr Lageindikator hält sich unverändert bei ausgezeichneten 25,1 Saldenpunkten und damit auf dem bereits vor rund anderthalb Jahren erklommenen Hochplateau.

Noch ausgeprägter sind die Konjunktursorgen zurzeit allerdings in den Großunternehmen, wo die Stimmung zu Jahresbeginn regelrecht kollabiert: Ihr Geschäftsklima verliert 5,6 Zähler auf nun nur noch 0,6 Saldenpunkte – die aktuelle Stimmung ist also kaum noch besser als im langfristigen Durchschnitt. Die Geschäftslageurteile der großen Firmen verschlechtern sich dabei vergleichsweise moderat um 2,7 Zähler auf 12,3 Saldenpunkte. Ihre Erwartungen jedoch stürzen mit -8,0 Zählern auf jetzt -10,1 Saldenpunkte geradezu ab.

Die maßgeblichen Konjunktursorgen kommen – auch das zeigt das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer sehr klar – aus dem internationalen Umfeld. Die zunehmende Sorge um einen „no-deal Brexit“ nach der unerwartet deutlichen Ablehnung des mühsam mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrags durch das britische Parlament ist dabei bei weitem nicht der einzige, zurzeit aber wohl der prominenteste Faktor. Großbritannien ist das Ziel von gut sechs Prozent der deutschen Exporte und damit Deutschlands fünftwichtigster ausländischer Markt. Doch auch die konjunkturellen Aussichten in China und den USA sind zunehmend unsicher und die Spannungen in den globalen Handelsbeziehungen nicht vom Tisch. Der Pessimismus, der die großen exportorientierten Unternehmen schon länger prägt, springt nun auf die Mittelständler über.

Im Januar zeigt das lange durchweg positive Branchenbild mit überdurchschnittlichen Geschäftsklimaresultaten in allen Hauptwirtschaftsbereichen und Größenklassen folglich erhebliche Kratzer. Besonders deutlich sind die Rückgänge beim Verarbeitenden Gewerbe und Großhandel, die beide stark in die globale Wirtschaft integriert sind und internationale Belastungen deshalb besonders intensiv spüren. Bei den großen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes (-5,3 Zähler auf -3,1 Saldenpunkte) und des Großhandels (-13,6 Zähler auf -7,2 Saldenpunkte) fällt das Geschäftsklima klar in den negativen Bereich. Aber auch die Mittelständler dieser beiden Wirtschaftssegmente melden deutliche Rückgänge des Geschäftsklimas (Verarbeitendes Gewerbe: -4,4 auf 2,3 Saldenpunkte; Großhandel: -5,0 auf 2,0 Saldenpunkte). Zudem verfestigt sich die negative Stimmungstendenz bei den großen Einzelhändlern, unter denen sich vergleichsweise viele Autohändler befinden – ein Indiz, dass die Folgeprobleme der Einführung des neuen Abgasteststandards WLTP zum 1. September vergangenen Jahres doch zäher sein könnten als ursprünglich gedacht. Der Rückgang des Geschäftsklimas bei den Baufirmen beider Größenklassen hingegen dürfte in der außergewöhnlich kalten Winterwitterung begründet und vorübergehend sein.

„Die Januar-Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers sind ein deutliches Warnsignal. Positiv stechen einzig die stabil guten Geschäftslageurteile des Mittelstands hervor“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Die mehrheitlich stark auf den heimischen Markt ausgerichteten kleinen und mittleren Unternehmen profitierten dabei von der wachsenden Beschäftigung, steigenden Reallöhnen, niedrigen Zinsen und einer expansiven Fiskalpolitik. „Diese weiterhin sehr soliden Rahmenbedingungen für die Binnennachfrage sollten verhindern, dass das deutsche Wachstum 2019 vollständig zum Stillstand kommt. Allerdings schaltet die Konjunktur zwei Gänge zurück, das deutsche Realwachstum dürfte sich im Gesamtjahr 2019 in der Nähe der Ein-Prozent-Marke bewegen“, so Zeuner.

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2018

Wie das BMWi mitteilt, haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Dezember 2018 gegenüber dem Vormonat um 1,6 % verringert.

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 06.02.2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember gegenüber dem Vormonat um 1,6 % verringert. Die Bestellungen aus dem Inland gingen im Dezember um -0,6 % zurück. Die Aufträge aus dem Ausland nahmen erneut merklich um 2,3 % gegenüber dem Vormonat ab. Während die Ordereingänge aus dem Euroraum um 3,2 % anstiegen, sind die Bestellungen aus dem Nichteuroraum kräftig um 5,5 % gesunken. Der Anteil an Großaufträgen war deutlich unterdurchschnittlich.Für das vierte Quartal insgesamt ergab sich dennoch ein Orderplus von 0,3 %. Dabei verzeichneten die Vorleistungs- und Konsumgüterproduzenten Rückgänge um 3,4 % bzw. 0,7 %. Bei den Investitionsgütern war indes ein Plus von 2,8 % zu beobachten. Stützend wirkte, dass die Automobilindustrie bei der Bewältigung der WLTP-Problematik voranschreitet. Im vierten Quartal nahmen die Aufträge in der Kfz-Industrie um 10,2 % gegenüber dem schwachen dritten Quartal zu. Die meisten anderen Wirtschaftszweige mussten hingegen Rückgänge der Auftragseingänge verzeichnen. So nahmen die Auftragseingänge im Maschinenbau um 0,4 % und in der chemischen Industrie um 1,9 % ab.

Der Rückgang der Bestellungen im Dezember spricht dafür, dass sich die Durststrecke in der Industrie zunächst fortsetzt. Auch die jüngsten Stimmungsindikatoren deuten auf eine gedämpfte Industriekonjunktur zu Jahresbeginn hin.

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227.000 mittelständische Unternehmen suchen bis Ende 2020 einen Nachfolger

Der bevorstehende Generationenwechsel bleibt ein Dauerthema in den Führungsetagen des deutschen Mittelstands: Allein bis Ende 2020 suchen 227.000 deutsche Mittelständler einen Nachfolger für ihr Unternehmen. Damit liegt die Zahl der Chefs, die ihre Firma binnen zwei Jahren in die Hände eines Nachfolgers geben wollen, weiter auf hohem Niveau, wie eine aktuelle Analyse von KfW Research zeigt.

227.000 mittelständische Unternehmen suchen bis Ende 2020 einen Nachfolger

KfW, Pressemitteilung vom 04.02.2019

  • Bewusstsein für Nachfolgeplanung im Mittelstand wächst
  • Zahl der bereits gesicherten Übergaben steigt
  • Externe Käufer gewinnen an Bedeutung
  • Sinkende Gründerzahl weiter zentraler Engpass bei Generationswechsel

Der bevorstehende Generationenwechsel bleibt ein Dauerthema in den Führungsetagen des deutschen Mittelstands: Allein bis Ende 2020 suchen 227.000 deutsche Mittelständler einen Nachfolger für ihr Unternehmen. Damit liegt die Zahl der Chefs, die ihre Firma binnen zwei Jahren in die Hände eines Nachfolgers geben wollen, weiter auf hohem Niveau, wie eine aktuelle Analyse von KfW Research auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels zeigt (Vorjahresuntersuchung: 236.000). Erfreulicherweise wächst parallel das Bewusstsein der Unternehmenslenker, sich den Herausforderungen des bevorstehenden Generationenwechsels frühzeitig zu stellen. Noch nie haben sich mehr von ihnen mit den möglichen Optionen bei einem altersbedingten Rückzug aus der Firma beschäftigt (59 % ggü. 55 %). Auch die Zahl der bereits gesicherten Übergaben steigt: Fast zwei Drittel der Mittelständler, die bis 2020 eine Übergabe anstreben, haben die Nachfolge entweder bereits unter Dach und Fach gebracht oder führen konkrete Verhandlungen mit dem Nachfolger. Damit ist für etwa 141.000 kleine und mittlere Unternehmen absehbar, wer die Firma nach dem Rückzug des aktuellen Inhabers weiterführen wird (Vorjahr: 137.000).

„Dass das Nachfolgemanagement auf der Agenda der aktuellen Inhabergeneration ein ordentliches Stück nach vorne gerückt ist, freut mich“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Derzeit sind etwa vier von zehn Chefs mittelständischer Betriebe älter als 55 Jahre. Für sie stelle sich in absehbarer Zeit die Frage nach dem Renteneintritt und damit nach dem Fortbestand des Unternehmens. „Wenn man das wirtschaftliche Gewicht dieser Unternehmen beleuchtet, wird klar, dass vom Gelingen des Generationenwechsels viel abhängt. Allein die bis 2020 zur Übergabe anstehenden 227.000 Mittelständler sind Arbeitgeber für fast 2 Millionen Erwerbstätige und 76.000 Auszubildende. Sie investieren mit 9,3 Mrd. Euro etwa 2,4 % aller Unternehmensinvestitionen hierzulande und zeichnen mit 283 Mrd. Euro für 6 % der Gesamtumsätze des Mittelstands eines Jahres verantwortlich.“

Wenn auch der Anteil der Mittelständler mit binnen zwei Jahren vorgesehener Unternehmensübergabe, die sich bislang auf die Nachfolgefrage nicht oder kaum vorbereiten, deutlich gesunken ist (-10 %-Punkte auf 16 %), so wird nach wie vor für eine nicht unerhebliche Zahl an Firmen die Zeit knapp: 36.000 Inhaber sind bisher nicht in den Prozess eingestiegen oder haben lediglich Informationen gesammelt. Eine geordnete Übergabe erfordert in der Regel mehrere Jahre Planung, erst recht, wenn der Nachfolger nicht aus der Familie stammt. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Unternehmenslenker nicht an ihren bisherigen Ruhestands- und Übergabeplänen werden festhalten können, ist groß.

Gab es in den Vorjahresuntersuchungen stets eine Präferenz für familieninterne Nachfolgelösungen, so liegen diese nun mit einem Anteil von 45 % genau gleichauf mit dem Verkauf des Unternehmens an einen externen Käufer (z. B. Existenzgründer, Finanzinvestor, anderes Unternehmen). Hierfür können veränderte berufliche Vorstellungen der Kinder eine Rolle spielen oder auch die Tatsache, dass häufiger als in früheren Unternehmergenerationen ggf. gar keine Kinder vorhanden sind. Im Vergleich zur Lösung innerhalb der Familie bringt die externe Nachfolgesuche jedoch einige Herausforderungen mit sich: Das Zusammenfinden von Verkäufer und Nachfolger ist schwieriger und mit höheren Transaktionskosten verbunden. Nachfolgebörsen wie etwa die Online-Börse www.nexxt-change.org können hier eine hilfreiche Anlaufstelle sein.

„Zentraler Enpassfaktor für das Finden externer Nachfolger ist die dünn besetzte nachrückende Unternehmergeneration. Die Gründerzahlen sinken seit Jahren aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt. 2017 machten sich nur noch 557.000 Menschen selbständig. Insbesondere die übernahmewilligen Gründer werden seltener, ihre Zahl lag zuletzt bei 57.500 im Jahr“, sagt KfW-Chefvolkswirt Zeuner. „Das sind deutlich zu wenige, um den in den nächsten Jahren hohen Bedarf an Unternehmensnachfolgern zu decken. Unternehmerische Kompetenzen zu vermitteln einer- und die Attraktivität des Unternehmertums weiter zu steigern andererseits sind daher eine zentrale Aufgaben einer zukunftsorientierten Bildungs- und Wirtschaftspolitik.“

Neben dem Wunsch einer geregelten Unternehmensnachfolge sind geplante Geschäftsaufgaben der zweite große Block bei der Zukunftsbetrachtung von Unternehmen. Denn nicht jeder Unternehmenslenker mit konkreten Rückzugsgedanken plant tatsächlich die Fortführung seines Unternehmens. Aktuell ist für 16 % aller Inhaber eine Stilllegung der einzig denkbare Weg. Besonders Inhaber von Kleinstunternehmen mit weniger als 5 Mitarbeitern ziehen diese Variante häufig in Betracht (41 %), für große Mittelständler ist eine Stilllegung nahezu keine Option (2 %). Auch im Verarbeitenden Gewerbe spielen Stilllegungsgedanken eine merklich unterdurchschnittliche Rolle – wohingegen bei kleinen und mittleren Unternehmen aus dem Baugewerbe nahezu die Hälfte der Inhaber eine Geschäftsaufgabe in der Zukunft vorsieht.

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