Geschäftsklima: Zukunftsvertrauen kehrt in den Mittelstand zurück

Der deutsche Mittelstand blickt angesichts des jüngst vereinbarten Waffenstillstands im Handelsstreit der USA mit der EU wieder deutlich optimistischer in die Zukunft, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Das Geschäftsklima der KMU verbessert sich um 2,6 Zähler auf 17,3 Saldenpunkte und somit zum zweiten Mal in Folge.

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer August 2018

Geschäftsklima: Zukunftsvertrauen kehrt in den Mittelstand zurück

KfW, Pressemitteilung vom 06.09.2018

  • Geschäftsklima kleiner und mittlerer Firmen steigt weiter
  • Mehr Optimismus auch bei den Großunternehmen
  • Solider Aufschwung, doch weiterhin viele Risiken

Der deutsche Mittelstand blickt angesichts des jüngst vereinbarten Waffenstillstands im Handelsstreit der USA mit der EU wieder deutlich optimistischer in die Zukunft, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen verbessert sich um 2,6 Zähler auf 17,3 Saldenpunkte und somit zum zweiten Mal in Folge. Dabei steigen die Erwartungen um starke 4,8 Zähler und erreichen mit nun 7,1 Saldenpunkten beinahe schon wieder das ordentliche Niveau vom Jahresbeginn. Die Lageurteile verweilen mit 28,2 Saldenpunkten auf einem historisch hohen Level, was die unverändert große Zufriedenheit der Mittelständler mit den aktuellen Geschäften unterstreicht.

Auch bei den Großunternehmen hellt sich die Stimmung im August merklich auf (+1,5 Zähler auf 12,6 Saldenpunkte). Die großen Firmen korrigieren ihre Erwartungen um 3,5 Zähler nach oben; mit derzeit 3,3 Saldenpunkten notiert der Erwartungsindikator erstmals seit drei Monaten wieder leicht über seinem langfristigen Durchschnittswert. Zugleich fallen die Urteile zur aktuellen Geschäftslage ungeachtet des kleinen Rücksetzers weiterhin recht positiv aus (-0,9 Zähler auf 22,7 Saldenpunkte).

Die positive konjunkturelle Stimmung geht über die Exportwirtschaft hinaus. Die Binnenbranchen sind ebenfalls fast durchweg besser gelaunt als im Juli und bezeugen so die ungebrochen lebhafte heimische Nachfrage. Der Bau bestätigt hierbei seine gegenwärtige Sonderstellung einmal mehr, indem das Geschäftsklima sowohl bei den Mittelständlern (+1,5 Zähler auf 38,2 Saldenpunkte) als auch den großen Unternehmen dieser Branche (+6,2 Zähler auf 38,8 Saldenpunkte) auf das zweite neue Allzeithoch in Folge steigt.

„Der Aufschwung hält unter herausfordernden internationalen Rahmenbedingungen an, ich erwarte ein solides deutsches Wirtschaftswachstum von 1,8 % in diesem Jahr“, sagt Dr. Jörg Zeuner mit Blick auf die guten Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers im August. Zugleich weist der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe jedoch darauf hin, dass mit den wieder deutlich optimistischeren Erwartungen nun auch die Messlatte für die weitere Entwicklung in Handelsfragen recht hoch hänge. „Eine keinesfalls auszuschließende erneute Eskalation des Handelsstreits wäre nach den jetzt geweckten Hoffnungen eine herbe Enttäuschung, in deren Folge viele Firmen spürbar auf die Investitionsbremse treten könnten“, so Zeuner. Neben dem US-Protektionismus seien auch der offene Ausgang der Brexit-Verhandlungen, die Fiskalpolitik der italienischen Regierung sowie die Türkei-Krise zentrale Risikofaktoren, die man im Auge behalten müsse.

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Unternehmen setzen verstärkt auf Digitalisierungs-Teams

Unternehmen schaffen lt. Bitkom verstärkt eigene Abteilungen oder Teams, die sich ausschließlich mit der Digitalisierung beschäftigen. Allerdings sagen in Deutschland immer noch rund zwei Drittel (69 Prozent) der Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern, dass sie keine solche organisatorische Einheit geschaffen haben.

Digitalisierung

Unternehmen setzen verstärkt auf Digitalisierungs-Teams

Bitkom, Pressemitteilung vom 07.09.2018

  • Allerdings verzichten weiterhin zwei Drittel auf eine organisatorische Einheit
  • Nur in jedem zehnten Unternehmen gibt es einen Leiter Digitalisierung oder CDO
  • Vor allem kleinere Betriebe sind zurückhaltend

Unternehmen schaffen verstärkt eigene Abteilungen oder Teams, die sich ausschließlich mit der Digitalisierung beschäftigen. Allerdings sagen in Deutschland immer noch rund zwei Drittel (69 Prozent) der Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern, dass sie keine solche organisatorische Einheit geschaffen haben. Im vergangenen Jahr lag der Anteil mit drei Viertel (77 Prozent) noch höher. So gibt jedes vierte Unternehmen (26 Prozent, 2017: 20 Prozent) an, eine Digitalisierungseinheit innerhalb der IT-Abteilung geschaffen zu haben. Lediglich weitere 4 Prozent (2017: 2 Prozent) haben eine eigenständige Einheit außerhalb der IT-Abteilung aufgebaut. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zum Stand der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft unter 604 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Digitalisierung bedeutet in erster Linie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Unternehmen sollten das nicht nebenbei versuchen, sondern die nötigen personellen und finanziellen Ressourcen bereitstellen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „So wie die Entwicklung einer Digitalstrategie Chefsache sein sollte, so darf die Umsetzung nicht einzelnen Fachabteilungen alleine überlassen werden, sie muss von einem Digitalisierungsteam begleitet werden.“

Kleine und mittelständische Unternehmen hinken hinterher

Aktuell besteht die Gefahr, dass vor allem kleine und mittelständische Unternehmen Chancen verspielen und gegenüber größeren Wettbewerbern weiter zurückfallen. So geben 74 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern und 61 Prozent derjenigen mit 100 bis 499 Mitarbeitern an, über keine Digitalisierungseinheit zu verfügen. Bei den Unternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten beträgt der Anteil dagegen nur 24 Prozent. Umgekehrt haben 22 Prozent der Großunternehmen eine eigenständige Digitalisierungseinheit außerhalb der IT-Abteilung geschaffen. Unter den mittelständischen Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern sind es gerade einmal 6 Prozent, unter den kleineren mit 20 bis 99 Mitarbeitern sogar nur 2 Prozent.

Große Mehrheit ohne Chief Digital Officer oder vergleichbare Position

Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen verzichtet zudem darauf, die Position eines Chief Digital Officer (CDO) oder eines Leiters Digitalisierung zu schaffen. Nur in jedem zehnten Unternehmen (10 Prozent) existiert eine entsprechende Stelle. Auch hier gibt es gravierende Unterschiede je nach Unternehmensgröße. Unter den Unternehmen mit 500 und mehr Mitarbeitern beträgt der Anteil 44 Prozent, unter den mittelständischen Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern aber lediglich 24 Prozent und bei den kleineren Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern sogar nur 6 Prozent. „Je kleiner ein Unternehmen ist, umso schwieriger ist es natürlich, Mitarbeiter alleine für den Prozess der Digitalisierung einzusetzen und entsprechende Leitungspositionen zu schaffen“, so Berg. „Aber die Digitalisierung bietet gerade kleineren Unternehmen so viele Chancen und verändert ihre Märkte ebenso wie jene der Großen. Wer heute mutige Entscheidungen trifft, wird davon morgen profitieren.“

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Plattform für Behördenkontakte kann Wirtschaft von Bürokratie entlasten

Bis 2022 sollen Bund, Länder und Kommunen ihre bislang isolierten Online-Verwaltungsdienste in einer Digitalisierungsplattform zusammenführen und den Unternehmen über ein Servicekonto Zugriff auf sämtliche Angebote eröffnen. Der DIHK sieht darin erhebliches Potenzial für Bürokratieabbau, mahnt aber auch, den Aufwand für die Wirtschaft möglichst gering zu halten. Die größte Entlastungswirkung ergebe sich ohnehin aus einer Digitalisierung der dahinterliegenden Verwaltungsprozesse und Verfahren.

Digitalisierung

Plattform für Behördenkontakte kann Wirtschaft von Bürokratie entlasten

DIHK, Mitteilung vom 06.09.2018

Die Plattformökonomie wird nicht durch amerikanische Internetgiganten getrieben. Sie ist inzwischen auch für viele deutsche Unternehmen praktizierte Realität. Den Gedanken, alle Leistungen und Kundenbeziehungen über eine einheitliche Plattform abzuwickeln, sollte sich auch die öffentliche Verwaltung zunutze machen. Damit ließe sich die Komplexität für Unternehmen reduzieren und überflüssige Bürokratie abbauen.

Immerhin ist dieses Ziel bereits im 2017 verabschiedeten Onlinezugangsgesetz (OZG) vorgegeben. Es verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, ihre bislang isolierten Online-Verwaltungsdienste bis 2022 in einer Digitalisierungsplattform zusammenzuführen. Der Zugang zu den einzelnen Angeboten der Verwaltungen soll für Bürger und Unternehmen über ein Servicekonto erfolgen, das eine sichere und einmalige Identifizierung für Behördenkontakte aller Art ermöglicht.

Verwaltungsleistungen unabhängig von Zeit und Zuständigkeiten

Dieses Vorhaben befreit Unternehmen davon, sich um Zuständigkeiten, Öffnungszeiten etc. der einzelnen Verwaltungen zu kümmern. Entsprechend groß ist das Interesse an einer solchen Behördenplattform mit einem Zugangspunkt für alle Verwaltungsleistungen. Zunächst sind aber nicht nur bei den Behörden, sondern auch bei den Unternehmen Vorarbeiten erforderlich. Dieser Aufwand sollte möglichst gering gehalten werden. Nicht mehrere, sondern ein einziger Zugang (Single Point of Contact) zu elektronischen Dienstleistungen der Verwaltungen bietet sich schon aus Akzeptanzgründen an. Ein föderaler Wettbewerb der Lösungen für ein Servicekonto würde zu erhöhten Anpassungskosten bei den Unternehmen führen, denn diese müssten z. B. Berechtigungen mehrfach abbilden und viele verschiedene Schnittstellen in ihren technischen Systemen schaffen. Es wäre deshalb sinnvoll, dass sich Bund und Länder auf eine übergreifende Lösung für ein Servicekonto verständigen.

Unterschiedliche Nutzungsanforderungen der Unternehmen technisch abbilden

Den unterschiedlichen technischen Voraussetzungen der Unternehmen und heterogenen Anwendungsfällen sollte dadurch Rechnung getragen werden, dass das Servicekonto mehrere Zugangsmöglichkeiten zu den Verwaltungsdiensten bietet – zum einen für weniger häufig genutzte Dienste, Web- und Software-Anwendungen sowie zum anderen für Massenanwendungen eine Maschine-zu-Maschine-Schnittstelle.

Verwaltungsleistungen optimieren und bedarfsgerecht ausgestalten

Der Zugang zu Verwaltungsleistungen über eine Plattform ist nur ein Baustein moderner Verwaltung. Die Digitalisierung der dahinterliegenden Verwaltungsprozesse und Verfahren selbst birgt die größten Entlastungspotenziale. Angefangen werden sollte bei den Prozessen, die den größten Mehrwert für die Unternehmen generieren. Mit den „Top 100 Wirtschaft“ hat das Bundeswirtschaftsministerium unter Mitwirkung des DIHK eine Priorisierung solcher Verwaltungsleistungen vorgenommen, deren Digitalisierung einen großen Nutzen für Unternehmen aller Größenklassen bringen würde. Auf dieser Basis sollten nun in einem geordneten Verfahren Leistungen der Verwaltungen für Unternehmen digitalisiert und einheitlich online angeboten werden. Es empfiehlt sich, dass Bund, Länder und Kommunen das arbeitsteilige Vorgehen zeitnah vereinbaren. Auf jeden Fall sollte vor der Digitalisierung eine Evaluierung und Optimierung der Prozesse sowie der zugehörigen Fachverfahren erfolgen.

Die konkreten Anforderungen an die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes mit seiner zentralen Komponente Servicekonto für Unternehmen hat der DIHK in einer Stellungnahme zusammengefasst, die unter der Adresse www.dihk.de/servicekonten abrufbar ist.

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Deutsche Exporte im Juli 2018: +7,6 % zum Juli 2017

Im Juli 2018 wurden von Deutschland Waren im Wert von 111,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 94,5 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Juli 2018 um 7,6 % und die Importe um 12,0 % höher als im Juli 2017.

Außenhandel

Deutsche Exporte im Juli 2018: +7,6 % zum Juli 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.09.2018

Exporte, Juli 2018

  • 111,0 Milliarden Euro
  • -0,9 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +7,6 % zum Vorjahresmonat

Importe, Juli 2018

  • 94,5 Milliarden Euro
  • +2,8 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +12,0 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz, Juli 2018

  • 16,5 Milliarden Euro
  • 15,8 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Leistungsbilanz der Deutschen Bundesbank, Juli 2018

  • 15,3 Milliarden Euro

Im Juli 2018 wurden von Deutschland Waren im Wert von 111,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 94,5 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Juli 2018 um 7,6 % und die Importe um 12,0 % höher als im Juli 2017. Kalender- und saisonbereinigt sanken die Exporte gegenüber dem Vormonat Juni 2018 um 0,9 % und die Importe nahmen um 2,8 % zu.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Juli 2018 mit einem Überschuss von 16,5 Milliarden Euro ab. Im Juli 2017 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +18,8 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss im Juli 2018 bei 15,8 Milliarden Euro.

Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+17,7 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-4,2 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+6,5 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-4,7 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Juli 2018 mit einem Überschuss von 15,3 Milliarden Euro ab. Im Juli 2017 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 18,7 Milliarden Euro ausgewiesen. In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juli 2018 Waren im Wert von 64,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 53,7 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Juli 2017 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 8,0 % und die Importe aus diesen Ländern um 10,9 %. In die Länder der Eurozone wurden im Juli 2018 Waren im Wert von 41,5 Milliarden Euro (+9,5 %) geliefert und Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro (+14,1 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Juli 2018 Waren im Wert von 23,1 Milliarden Euro (+5,5 %) exportiert und Waren im Wert von 17,6 Milliarden Euro (+4,8 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Juli 2018 Waren im Wert von 46,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 40,8 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Juli 2017 nahmen die Exporte in die Drittländer um 7,1 % zu, die Importe von dort stiegen um 13,6 %.

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juli 2018

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juli im Vergleich zum Vormonat um 1,1 % gesunken. Das teilt das BMWi mit.

Wirtschaftliche Entwicklung

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juli 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 07.09.2018

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juli im Vergleich zum Vormonat um 1,1 % gesunken. Während die Erzeugung im Baugewerbe um 2,6 % zunahm, ging die Industrieproduktion um 1,9 % zurück. In der Industrie fiel der Rückgang im Bereich Investitionsgüter mit 2,5 % am deutlichsten aus. Bei Vorleistungs- und Konsumgütern wurden Produktionseinbußen von 1,4 % bzw. 0,9 % verzeichnet.

Im Zweimonatsvergleich ergab sich im Zeitraum Juni/Juli gegenüber April/Mai ein leichter Rückgang der Produktion im Produzierenden Gewerbe von 0,3 %. Während die Industrieproduktion um 0,6 % zurückgefahren wurde, gab es im Baugewerbe eine Zunahme von 0,7 %.

Das Produzierende Gewerbe startete verhalten in das dritte Quartal. Die aktuelle Produktionsschwäche in der Industrie hängt auch mit temporären Engpässen bei den Zulassungen von Pkw nach dem neuen Fahrzyklus (WLTP) zusammen. Bei gegenwärtig zögerlichen Auftragseingängen, aber hohem Auftragsbestand, dürfte sich der Aufschwung in der Industrie mit der Auflösung des Zulassungsstaus fortsetzen. Der Boom im Baugewerbe hält derweil unvermindert an.

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Endphase des Aufschwungs zeichnet sich ab

Deutschland tritt in die Endphase des seit fünf Jahren dauernden Aufschwungs ein, mit Beginn des nächsten Jahrzehnts dürfte dann der Abschwung einsetzen. Dies geht aus der Herbstprognose des IfW Kiel hervor. Darin revidieren die Experten ihre Vorhersage für die Zuwachsrate des Bruttoinlandsproduktes für die kommenden beiden Jahre im Vergleich zum Konjunkturausblick im Sommer nochmals leicht nach unten und erwarten nun für das Jahr 2018 eine Rate von 1,9 Prozent und für 2019 eine Rate von 2,0 Prozent.

IfW-Konjunkturprognose

Endphase des Aufschwungs zeichnet sich ab

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 06.09.2018

Die Konjunkturforscher des IfW Kiel revidieren ihre Vorhersage für die Zuwachsrate des BIP für das laufende und das kommende Jahr leicht nach unten. Für 2018 erwarten sie nun einen Zuwachs von 1,9 Prozent, für 2019 von 2,0 Prozent. Damit geht die Hochkonjunktur in Deutschland vorerst weiter, deutlich angespannte Kapazitäten läuten aber wohl mit dem Übergang in das neue Jahrzehnt den Abschwung ein. Die von der Bundesregierung beschlossenen, auf Dauer angelegten Mehrausgaben dürften bereits 2020 dazu führen, dass die schwarze Null strukturell nicht mehr zu halten ist.

Deutschland tritt in die Endphase des seit fünf Jahren dauernden Aufschwungs ein, mit Beginn des nächsten Jahrzehnts dürfte dann der Abschwung einsetzen. Dies geht aus der heute vorgestellten Herbstprognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) hervor. Darin revidieren die Experten ihre Vorhersage für die Zuwachsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für die kommenden beiden Jahre im Vergleich zum Konjunkturausblick im Sommer nochmals leicht nach unten und erwarten nun für das Jahr 2018 eine Rate von 1,9 Prozent (-0,1 Prozentpunkte) und für 2019 eine Rate von 2,0 Prozent (-0,3 Prozentpunkte). Vor allem die Exporte sowie die Unternehmensinvestitionen entwickelten sich rückblickend schlechter als zunächst prognostiziert. Hinzu kommen Revisionen in der amtlichen Statistik, die insgesamt auf eine etwas schwächere Konjunkturdynamik schließen lassen.

Für das Jahr 2020 rechnen die Experten mit einer Zuwachsrate des BIP von 1,9 Prozent, ursächlich für die weiterhin recht hohe Rate ist aber auch die hohe Anzahl an Arbeitstagen. Der um Arbeitstage bereinigte Zuwachs beläuft sich nur auf 1,6 Prozent. „Die Hochkonjunktur in Deutschland ist noch nicht vorbei, zu Beginn des nächsten Jahrzehnts werden die zyklischen Gegenkräfte durch ein weiteres Ausreizen der Kapazitätsreserven aber immer stärker, und Deutschland muss sich auf den Abschwung gefasst machen“, sagte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am IfW Kiel.

Verfügbare Einkommen steigen kräftig

Für eine zunächst wieder lebhaftere konjunkturelle Dynamik nach schwächerem Jahresauftakt sprechen die zuletzt wieder deutlich aufgehellten Geschäftsklimawerte in den Dienstleistungsbereichen, der Bauwirtschaft, aber auch im Verarbeitenden Gewerbe, so die Experten. Neben dem Auslandsgeschäft tragen binnenwirtschaftlich vor allem die konsumnahen Bereiche den Aufschwung in sein sechstes und siebtes Jahr. Die günstige Arbeitsmarktlage führt bei den Beschäftigten zu deutlichen Zuwächsen der Lohneinkommen, was für sich genommen typisch ist für die Spätphase eines Aufschwungs. Zusätzlich werden die verfügbaren Einkommen der Haushalte durch Maßnahmen der Bundesregierung erhöht, die ein Absenken von Abgabensätzen und eine Ausweitung von Sozialleistungen, etwa in der Rentenkasse, vorsieht.

Die Nettolohnsumme dürfte mit 5,3 Prozent im kommenden Jahr so kräftig steigen wie seit dem Wiedervereinigungsboom nicht mehr und auch stärker zunehmen als die entsprechende Bruttogröße. In der Folge werden die privaten Konsumausgaben wohl kräftig expandieren, um 1,5 Prozent in diesem Jahr, um 2,2 Prozent im nächsten Jahr und um 1,9 Prozent im Jahr 2020. Auch der Staat erhöht seine Konsumausgaben wieder deutlicher. Die Inflation dürfte im gesamten Prognosezeitraum bei etwa 2 Prozent liegen.

Daneben dürften auch die Exporte dank robuster Konjunktur in den deutschen Absatzmärkten wieder deutlich zulegen, sofern nicht durch protektionistische Vorstöße oder andere politische Störmanöver abermals Sand ins weltwirtschaftliche Getriebe gerät. Die IfW-Experten rechnen mit Zuwachsraten der Exporte von 3,2 Prozent (2018), 4,7 Prozent (2019) und 4,8 Prozent (2020).

Kapazitätsengpässe bremsen Produktion, strukturell rote Null im öffentlichen Haushalt

„Insgesamt mehren sich die Zeichen, dass die deutsche Wirtschaft in die Spätphase des Aufschwungs eintritt, da deutlich angespannte Kapazitäten, die sich etwa in Engpässen bei Personal sowie Vorleistungs- und Ausrüstungsgütern bemerkbar machen, einer kräftigeren Ausweitung der Produktion im Wege stehen“, so Kooths. „Besonders ausgeprägt zeigt sich die Kapazitätsverknappung in der Bauwirtschaft, die bereits seit mehreren Jahren boomt und zuletzt den seit 25 Jahren höchsten Preisanstieg verzeichnete. Das Bild insgesamt deutlich angespannter Kapazitäten wird auch durch unsere Schätzungen zur gesamtwirtschaftlichen Produktionslücke bestätigt, die wir für das laufende Jahr auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2008 veranschlagen.“ (Eine ausführliche Schätzung zum Produktionspotenzial erscheint morgen in der IfW-Mittelfristprojektion.)

Die öffentlichen Haushalte dürften 2018 aufgrund der starken Konjunktur erneut einen Rekordüberschuss verzeichnen, der sich auf rund 53 Mrd. Euro beläuft, 1,6 Prozent in Relation zum BIP. Im nächsten Jahr führen Steuersenkungen, höhere Investitionen und Leistungsausweitungen der Sozialkassen zu einem Absinken des Budgetsaldos. Im Jahr 2020 sind dann konjunkturbereinigt die Staatsausgaben nicht mehr durch das Abgabenaufkommen gedeckt. „Strukturell werden aus merklichen Haushaltsüberschüssen von heute binnen zwei Jahren eine rote Null“, so Kooths. „Der Bund befeuert mit seiner Abgaben- und Transferpolitik den Boom anstatt ihn zu dämpfen, wie es stabilisierungspolitisch geboten wäre. Vorsorge für die sich abzeichnenden wachstumsschwachen 2020er Jahre sieht anders aus.“

Euroraum: Aufschwung setzt sich leicht gebremst fort

Das BIP im Euroraum dürfte im laufenden Jahr um 2,1 Prozent zulegen, in den kommenden beiden Jahren wird sich die Zuwachsrate wohl leicht auf 1,9 Prozent (2019) und 1,7 Prozent (2020) verringern. Zwar hat die Wirtschaft im Euroraum seit Jahresbeginn an Schwung verloren, die Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung des Aufschwungs sind aber weiterhin günstig. So wird die Konjunktur auch zukünftig durch niedrige Zinsen und eine leicht expansive Finanzpolitik unterstützt, und viele Frühindikatoren sprechen für eine fortgesetzte Ausweitung der Produktion, wenn auch in moderaterem Tempo als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote ist rückläufig und dürfte im Jahr 2020 den Tiefststand von vor der globalen Finanzkrise unterschreiten, was in vielen Ländern zu Anspannungen am Arbeitsmarkt führen dürfte. Die Lohndynamik im Euroraum zeigte zuletzt bereits einen klaren Aufwärtstrend, und die Verbraucherpreisinflation dürfte in den Jahren 2018 bis 2020 bei jeweils 1,7 Prozent liegen.

Weltwirtschaft: positiver Ausblick trotz erheblicher Risiken

Der Aufschwung der Weltkonjunktur hat in diesem Jahr etwas an Fahrt verloren. Der wieder recht kräftige Anstieg der Weltproduktion im zweiten Quartal folgte einer schwachen Entwicklung zu Jahresbeginn und überzeichnet wohl die zugrunde liegende konjunkturelle Dynamik. Auch spreizen sich die Konjunkturverläufe international stärker aus als im Vorjahr. Zudem belasten die von den Vereinigten Staaten ausgehenden Handelskonflikte und ein Rückzug von Finanzinvestoren aus den Schwellenländern derzeit den Ausblick. Am Ölmarkt könnte die anstehende Umsetzung der Iran-Sanktionen für einen weiteren Preisschub sorgen. Die Kerninflation dürfte allmählich anziehen. Für das Jahr 2018 erwarten die IfW-Experten dennoch nach wie vor einen Anstieg der Weltproduktion um 3,8 Prozent, für 2019 haben sie die Prognose etwas – um 0,1 Prozentpunkte – auf 3,5 Prozent reduziert.

Unsicherheiten über wirtschaftspolitischen Kurs der USA und Italiens

Bedeutende Abwärtsrisiken für diese Prognose bestehen vor allem in einer Zuspitzung der schwelenden internationalen Handelskonflikte. „Hier ist auch die deutsche Politik gefordert“, mahnt Kooths. „Die Bundesregierung sollte angesichts um sich greifender protektionistischer Tendenzen in der Weltwirtschaft klare Signale für offene Märkte senden. Die verschärfte Überwachung ausländischer Investoren bei Unternehmensbeteiligungen in Deutschland kann gerade vor dem Hintergrund erheblicher Leistungsbilanzüberschüsse leicht als protektionistische Abschottung missverstanden werden.“

Der bevorstehende Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union dürfte nur im Falle einer ausbleibenden Einigung merkliche konjunkturelle Spuren hinterlassen. Ferner droht eine institutionelle Krise im Euroraum, sofern die neue italienische Regierung in der Haushaltspolitik nicht einlenkt. „Ein Währungsraum kann ohne einen grundlegenden monetären Konsens nicht funktionieren. Sofern Italien diesen jetzt aufkündigt, stehen dem Euro turbulente Zeiten bevor“, so Kooths.

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2018

Laut BMWi sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,9 % gesunken. Die Bestellungen aus dem Inland erhöhten sich um 2,4 %.

Wirtschaftliche Entwicklung

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 06.09.2018

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,9 % gesunken. Die Bestellungen aus dem Inland erhöhten sich um 2,4 %. Bei den Aufträgen aus dem Euroraum und dem Nicht-Euroraum kam es zu Rückgängen um 2,7 % bzw. 4,0 %. Der Anteil an Großaufträgen war leicht unterdurchschnittlich.Im Zweimonatsvergleich Juni/Juli gegenüber April/Mai ergab sich ein Orderminus von 3,1 %. Ausschlaggebend hierfür waren die Investitionsgüter mit -4,1 %. Während die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe aus dem Inland um 0,7 % zunahmen, verringerten sich die aus dem Euroraum und Nicht-Euroraum um 2,0 % bzw. 8,0 %.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich, nach einem sehr dynamischen zweiten Halbjahr 2017, seit Jahresbeginn merklich abgeschwächt. Dabei dürften die weltweiten Verunsicherungen durch Handelskonflikte eine Rolle gespielt haben. Darüber hinaus gibt es temporäre Engpässe bei der Zulassung nach dem neuen Fahrzyklus für Pkw (WLTP), der am 1. September in der EU in Kraft getreten ist. Der Rückgang der Bestellungen im Wirtschaftszweig Kraftwagen und Kraftwagenteile machte, bezogen auf das gesamte Verarbeitende Gewerbe, etwa 2 Prozentpunkte des Rückgangs von 3,1 % im Juni/Juli aus. Ein Teil davon dürfte nachgeholt werden. Nach wie vor ist der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe sehr hoch und das Geschäftsklima verbesserte sich zuletzt sogar wieder.

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ifo Geschäftsklima Ostdeutschland unverändert gut

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Ostdeutschland blieb im August unverändert bei 106,7 Punkte. Die Befragungsteilnehmer hoben ihre Geschäftserwartungen den dritten Monat in Folge an.

ifo Geschäftsklima Ostdeutschland

ifo Geschäftsklima Ostdeutschland unverändert gut

ifo Institut, Pressemitteilung vom 30.08.2018

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Ostdeutschland blieb im August unverändert bei 106,7 Punkte. Die Befragungsteilnehmer hoben ihre Geschäftserwartungen den dritten Monat in Folge an. Gleichzeitig äußerten sich die ostdeutschen Unternehmer aber erstmals wieder weniger zufrieden über ihre laufenden Geschäfte. Trotzdem befindet sich die ostdeutsche Wirtschaft weiter im Aufschwung.

Im ostdeutschen Verarbeitenden Gewerbe sank die Stimmung im August spürbar. Nachdem die Lageeinschätzungen der Industriebetriebe in den letzten beiden Monaten schon leicht zurückgingen, waren die Befragungsteilnehmer im August deutlich weniger zufriedener mit ihren Geschäften. Ihre Geschäftserwartungen nahmen hingegen den dritten Monat in Folge zu.

Das Geschäftsklima des ostdeutschen Großhandels blieb im August weiterhin gut. Die Unternehmer hoben ihren Ausblick kräftig an. Gleichzeitig zeigten sie sich jedoch deutlich weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften. Die Stimmung im ostdeutschen Einzelhandel nahm im August etwas ab. Während die Lageeinschätzungen leicht sanken, hoben die Befragungsteilnehmer ihren Ausblick geringfügig an.

Im ostdeutschen Baugewerbe stieg die Stimmung weiterhin merklich und kletterte auf den nächsten Rekordwert. Die Bauunternehmer bewerteten ihre laufenden Geschäfte ähnlich gut wie im Vormonat. Gleichzeitig blickten sie deutlich optimistischer in die Zukunft.

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Zahl der Erwerbstätigen im Juli 2018 um 1,3 % höher als im Vorjahr

Im Juli 2018 waren nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes rund 44,7 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig.

Zahl der Erwerbstätigen im Juli 2018 um 1,3 % höher als im Vorjahr

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.08.2018

Im Juli 2018 waren nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 44,7 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Gegenüber Juli 2017 nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 1,3 % (+565.000 Personen) zu. Auch in den Monaten Mai und Juni 2018 hatte der Anstieg gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat jeweils 1,3 % betragen. Erwerbslos waren im Juli 2018 rund 1,4 Millionen Personen, 129.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Im Vormonatsvergleich stieg die Zahl der Erwerbstätigen nach vorläufigen Ergebnissen der Erwerbstätigenrechnung im Juli 2018 leicht um 4.000 Personen. Der Zuwachs gegenüber dem Vormonat war etwas niedriger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (+8.000 Personen). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, stieg die Erwerbstätigenzahl im Juli 2018 gegenüber Juni 2018 um 47.000 Personen oder 0,1 %.

Nach Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung lag die Zahl der Erwerbslosen im Juli 2018 bei 1,44 Millionen Personen. Im Vergleich zum Vormonat nahm sie um 3,4 % oder 47.000 Personen ab. Bereinigt um saisonale und irreguläre Einflüsse betrug die Zahl der Erwerbslosen 1,47 Millionen Personen. Sie war damit um rund 9.000 Personen niedriger als im Vormonat. Die bereinigte Erwerbslosenquote lag im Juli 2018 bei 3,4 %.

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Mittelstand stemmt größten Teil der Berufsausbildung in Deutschland

Erstmals seit sechs Jahren ist 2017 die Anzahl der Azubis gestiegen. 515.700 neue betriebliche Ausbildungsverträge wurden geschlossen, und damit 5.700 (1,1 %) mehr als 2016. Bundesweit gibt es derzeit etwa 1,32 Mio. Auszubildende, etwa 90 % von ihnen lernen ihren Beruf im Mittelstand. Diese Schätzung basiert auf den Ausbildungsplänen der mittelständischen Firmen im repräsentativen KfW-Mittelstandspanel.

Mittelstand stemmt größten Teil der Berufsausbildung in Deutschland

KfW, Pressemitteilung vom 28.08.2018

Die anhaltend hohe Arbeitsnachfrage in Deutschland belebt auch den Ausbildungsmarkt: Erstmals seit sechs Jahren ist 2017 die Anzahl der Azubis gestiegen. 515.700 neue betriebliche Ausbildungsverträge wurden geschlossen, und damit 5.700 (1,1 %) mehr als 2016. Bundesweit gibt es derzeit etwa 1,32 Mio. Auszubildende, etwa 90 % von ihnen lernen ihren Beruf im Mittelstand. Damit findet der ganz überwiegende Teil der dualen Ausbildung in den 3,71 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen statt. „Für das gerade gestartete Ausbildungsjahr 2018 erwarte ich einen weiteren moderaten Zuwachs der Azubi-Zahlen um ca. 1 %“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Diese Schätzung basiert auf den Ausbildungsplänen der mittelständischen Firmen im repräsentativen KfW-Mittelstandspanel. „Aufgrund der im langfristigen Trend rückläufigen Schülerzahlen und steigender Studierneigung dürfte der aktuelle, moderate Anstieg jedoch ein vorübergehender sein.“

Auch wenn der Mittelstand in seiner Gesamtheit den Großteil der Berufsausbildung schultert, bildet bei weitem nicht jedes mittelständische Unternehmen in Deutschland aus. Von den 3,71 Mio. Mittelständlern waren zuletzt 470.000 Ausbildungsunternehmen – das entspricht 13 %. Grundsätzlich gilt: Je kleiner ein Unternehmen ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Lehrlinge in der Belegschaft hat. Unter den Kleinstunternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten sind nur 6 % ausbildungsaktiv, bei den Mittelständern mit mehr als 50 Mitarbeitern sind es hingegen 73 %.

KfW Research hat im Rahmen der aktuellen Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels zum Thema Ausbildung erstmals auch die Geschlechterunterschiede bei der Berufswahl analysiert. Die betriebliche Ausbildung im Mittelstand wird demnach hauptsächlich von jungen Männern nachgefragt: Quer durch alle Branchen liegt der Frauenanteil nur bei 38 %. „Die duale Ausbildung ist eine Männerdomäne“, sagt KfW-Chefvolkswirt Zeuner. „Junge Frauen entscheiden sich häufiger für eine schulische Ausbildung, in der vor allem Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe gelehrt werden. Von den jährlich rund 175.000 Neuzugängen an Berufsfachschulen sind knapp 80 % Frauen.“

Berufspräferenzen führen auch innerhalb der betrieblichen Ausbildung zu deutlichen Unterschieden. Das KfW-Mittelstandspanel zeigt: Weibliche Azubis sind im Bausektor und Verarbeitenden Gewerbe selten (14 bzw. 27 % Frauenanteil), im Dienstleistungsbereich hingegen ist ihr Anteil mit 50 % weit überdurchschnittlich. Denn Frauen ziehen nach wie vor Dienstleistungs- und kaufmännische Berufe den technischen vor. Jeder vierte weibliche Azubi lernt den Beruf einer (Zahn-)Medizinischen Fachangestellten oder Kauffrau für Büromanagement. Frauen absolvieren ihre Ausbildung dabei auffallend häufig in Kleinstunternehmen. Der Frauenanteil beträgt hier 47 %, ab fünf Beschäftigten liegt er im Gesamtdurchschnitt. Ein Grund ist, dass der Dienstleistungssektor nicht nur insgesamt weiblich geprägt ist, sondern auch von zahlreichen sehr kleinen Unternehmen.

Die Konzentration der jungen Frauen in bestimmten Berufen, Branchen und Größenklassen führt zu Gehaltsnachteilen. Weibliche Azubis erhielten 2017 durchschnittlich 860 Euro Tarifvergütung im Monat und damit 25 Euro (3 %) weniger als Männer. Der tatsächliche Gehaltsnachteil dürfte noch etwas größer sein. Denn nicht alle Azubis werden nach Tarif bezahlt. Das gilt besonders für die Kleinstunternehmen – und somit verstärkt für Frauen. „Bereits in der Berufswahl ist ein Teil des ‘Gender Pay Gap’ angelegt”, kommentiert Dr. Jörg Zeuner. „Klar ist aber auch: Der größere Teil der Gehaltsnachteile entsteht später auf den unterschiedlichen Karrierewegen der jungen Männer und Frauen.”

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