Unternehmen vermelden hohe Investitionsbedarfe, aber niedrige Investitionsplanungen

Die deutschen Unternehmen nehmen bei sich große Investitionsrückstände wahr. In einer Unternehmensbefragung, die KfW Research gemeinsam mit 19 Spitzen-, Fach-, und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchgeführt hat, gaben 92 Prozent der Unternehmen an, dass sie grundsätzlich Investitionsbedarf haben.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 01.07.2026

  • 92 Prozent der befragten Unternehmen müssten nach eigenem Bekunden investieren, aber nur 61 Prozent planen es für die kommenden Monate
  • KfW-Chef Stefan Wintels: „Zu viele Projekte bleiben seit Jahren in der Warteschleife“
  • Fast die Hälfte der Unternehmen verzeichnete in den vorangegangenen zwölf Monaten einen Nachfragerückgang
  • Mehr als ein Viertel der Unternehmen bewertet den Kreditzugang derzeit als schwierig

Die deutschen Unternehmen nehmen bei sich große Investitionsrückstände wahr. In einer Unternehmensbefragung, die KfW Research gemeinsam mit 19 Spitzen-, Fach-, und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchgeführt hat, gaben 92 Prozent der Unternehmen an, dass sie grundsätzlich Investitionsbedarf haben. Am häufigsten sehen sie diesen im Bereich Digitalisierung, wo 53 Prozent Bedarf melden. Demgegenüber planen allerdings lediglich 61 Prozent der Unternehmen, in den kommenden zwölf Monaten auch Investitionsprojekte durchzuführen.

Das ist nur wenig mehr als die Quote der Unternehmen, die im vergangenen Jahr Investitionen getätigt haben, nämlich 57 Prozent. Dieser Wert lag sogar unter dem Niveau des Krisenjahres 2009, als noch 68 Prozent investierten. Als Hauptgrund für ihre Zurückhaltung gaben die Unternehmen, die 2025 nicht investiert haben, das gesamtwirtschaftliche Umfeld an, gefolgt von den hohen Kosten für Energie, Material und Löhne.

Insbesondere beim Zugang zu Finanzierungen hakt es bei den Unternehmen derzeit. Die Unternehmensbefragung 2026 zeigt, dass sich das Finanzierungsklima im Vergleich zur Vorerhebung 2024 noch weiter eingetrübt hat. Der Anteil der Unternehmen, die die Aufnahme eines Kredits als leicht einschätzten, lag bei nur 24 Prozent – acht Prozentpunkte weniger als 2024. Etwa 26 Prozent schätzten die Aufnahme eines Kredits als schwierig ein. Je kleiner die befragten Unternehmen waren, umso schwieriger gestaltete es sich für sie, eine Finanzierung zu bekommen.

Darüber hinaus befinden sich viele Unternehmen in Deutschland derzeit in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Laut Befragung verzeichneten 46 Prozent der Unternehmen in den vorangegangen zwölf Monaten Nachfragerückgänge. Nur 20 Prozent berichteten über Zuwächse. Auch für die kommenden zwölf Monate zeichnet sich keine Wende ab: 40 Prozent erwarten weitere Einbußen bei der Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen. Dabei schauen größere Unternehmen optimistischer in die Zukunft als Kleinstunternehmen.

Die konjunkturelle Schwäche setzt auch die Kapitalstruktur der Unternehmen unter Druck. Rund 31 Prozent von ihnen meldeten im Frühjahr 2026, dass ihre Eigenkapitalquote in den zurückliegenden zwölf Monate gesunken ist. Nur 23 Prozent berichteten über eine Verbesserung. Auch bei den Ratingnoten zeigt sich eine Verschlechterung: Für 2025 meldeten 25 Prozent der Unternehmen eine Verschlechterung und nur 14 Prozent eine Verbesserung ihrer Ratingnote.

„Die Zahlen zeigen: Deutschland steht vor einer großen Investitionsaufgabe – staatlich wie privat. Unsere Unternehmen wissen dabei sehr genau, wo sie investieren müssen – in Digitalisierung, Dekarbonisierung, Innovation. Doch zu viele Projekte bleiben seit Jahren in der Warteschleife“, sagt Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW.

„Wenn wir Bürokratie abbauen, Planungssicherheit stärken, qualifizierte Einwanderung ermöglichen und Finanzierung verlässlich verfügbar machen, kann sich diese Zurückhaltung schnell in eine neue Dynamik verwandeln. Als Förderbank des Bundes stehen wir bereit, tragfähige Vorhaben zu finanzieren und Risiken zu teilen. Jetzt geht es darum, den Mut zur Erneuerung in konkrete Investitionen zu übersetzen – gemeinsam mit Politik, Banken und Verbänden, damit aus Vorsicht wieder Zuversicht und aus Überlegungen konkrete Investitionen werden.“

Quelle: KfW, KfW Research

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Inflationsrate im Juni 2026 voraussichtlich +2,3 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Juni 2026 voraussichtlich +2,3 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Mai 2026 um 0,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.06.2026

Verbraucherpreisindex, Juni 2026:
+2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
-0,3 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Juni 2026:
+2,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
-0,2 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Juni 2026 voraussichtlich +2,3 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Mai 2026 um 0,3 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt im Juni 2026 voraussichtlich +2,5 %. Die Preise für Energie steigen gegenüber dem Vorjahresmonat voraussichtlich um 3,4 %. Damit hat sich die Teuerung der Preise für Energie im Juni erneut abgeschwächt (Mai 2026: +6,6 % gegenüber Mai 2025; April 2026: +10,1 % gegenüber April 2025).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel zeigt Anzeichen einer Erholung

Der weltweite Containerumschlag ist lt. RWI Essen im Mai leicht gestiegen, nachdem er in den beiden Vormonaten zurückgegangen war. Dies deutet darauf hin, dass die Belastungen des Welthandels durch den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs nachlassen. Insgesamt zeigt sich der Welthandel robuster als zunächst erwartet.

RWI Essen, Pressemitteilung vom 29.06.2026

Der weltweite Containerumschlag ist im Mai leicht gestiegen, nachdem er in den beiden Vormonaten zurückgegangen war. Dies deutet darauf hin, dass die Belastungen des Welthandels durch den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs nachlassen. Insgesamt zeigt sich der Welthandel robuster als zunächst erwartet.

Der Containerumschlag in den internationalen Häfen ist im Mai 2026 leicht gestiegen. Der vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) berechnete Containerumschlag-Index stieg um 0,3 Punkte von 141,6 (revidiert) auf 141,9 Indexpunkte. Damit stabilisiert sich der Index nach den deutlichen Rückgängen der beiden Vormonate.

Ein Grund für die Stabilisierung dürfte sein, dass die Belastungen durch die stark gestiegenen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs nachgelassen haben. Der Ölpreis der Sorte Brent erreichte seinen Höchstwert Ende April und ist seitdem wieder um fast 30 Prozent gefallen. Die Straße von Hormus war im Mai jedoch weiterhin weitgehend gesperrt.

Unterschiede in wichtigen Hafenregionen

Ein Anstieg des Containerumschlags war vor allem in den nordeuropäischen Häfen zu beobachten. Der Nordrange-Index, der als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum, insbesondere in Deutschland, gilt, stieg von 119,6 Punkten (revidiert) auf 120,0 Punkte. Dagegen fiel der Index für die chinesischen Häfen von 158,9 auf 157,6 Punkte. Hierbei dürfte es sich weiterhin um eine Gegenbewegung zu dem kräftigen Anstieg des Containerumschlags zu Jahresbeginn handeln.

Erholung des Welthandels dürfte sich fortsetzen

Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Die Stabilisierung des RWI/ISL-Containerumschlag-Index deutet darauf hin, dass die Belastungen durch den Iran-Krieg nachlassen. Sollten die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu einer dauerhaften Öffnung der Straße von Hormus führen, dürfte sich der Welthandel weiter erholen.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

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Importpreise im Mai 2026: +6,8 % gegenüber Mai 2025

Die Importpreise waren im Mai 2026 um 6,8 % höher als im Mai 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2022 (+9,6 % gegenüber Dezember 2021). Im April 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +5,3 % gelegen, im März 2026 bei +2,3 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Einfuhrpreise im Mai 2026 gegenüber April 2026 um 0,7 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.06.2026

Stärkster Anstieg der Einfuhrpreise seit Dezember 2022

Importpreise, Mai 2026
+6,8 % zum Vorjahresmonat
+0,7 % zum Vormonat

Exportpreise, Mai 2026
+3,4 % zum Vorjahresmonat
+0,5 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im Mai 2026 um 6,8 % höher als im Mai 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2022 (+9,6 % gegenüber Dezember 2021). Im April 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +5,3 % gelegen, im März 2026 bei +2,3 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Einfuhrpreise im Mai 2026 gegenüber April 2026 um 0,7 %.

Die Exportpreise waren im Mai 2026 um 3,4 % höher als im Mai 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2023 (+6,6 % gegenüber Februar 2022). Im April 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +2,9 % gelegen, im März 2026 bei +1,5 %. Gegenüber April 2026 stiegen die Ausfuhrpreise im Mai 2026 um 0,5 %.

Importierte Vorleistungsgüter und Energie im Zuge des Iran-Kriegs stark verteuert

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im Mai 2026 gegenüber Mai 2025 hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter mit +10,1 % (+1,6 % gegenüber April 2026) und für Energie mit +37,2 % (+0,1 % gegenüber April 2026). Stärker gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen waren die Einfuhrpreise für Energie zuletzt im Oktober 2022 (+63,0 % gegenüber Oktober 2021).

Bei den Vorleistungsgütern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mit +30,3 % deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Edelmetalle und deren Halbzeug mit +46,6 %. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen deutlich über denen von Mai 2025 (+31,4 %).

Besonders stark wirkte sich der Krieg im Nahen Osten weiterhin auf die Energiepreise im Vorjahresvergleich aus. Im Vergleich zu Mai 2025 stiegen die Preise für Erdöl (+59,3 %), Mineralölerzeugnisse (+57,3 %), elektrischen Strom (+44,1 %), Steinkohle (+12,7 %) und Erdgas (+10,4 %) deutlich. Im Vergleich zum Vormonat April 2026 wurde insbesondere elektrischer Strom (+25,5 %) teurer. Nur moderat stiegen im Vormonatsvergleich die Preise für Steinkohle (+1,9 %) und Erdöl (+1,0 %). Die Erdgaspreise blieben mit +0,1 % fast unverändert. Nur Mineralölerzeugnisse wurden im Vormonatsvergleich im Durchschnitt 3,6 % preiswerter. Während die Preise für Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin mit -15,9 % sowie für Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl mit -8,0 % gegenüber dem Vormonat sanken, verteuerten sich im Vergleich zu April 2026 insbesondere Schmier- und andere Öle deutlich um 44,6 %. Die Preise für Motorenbenzin stiegen gegenüber dem Vormonat um 1,3 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,8 % (+0,7 % gegenüber April 2026). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 4,2 % über dem Stand von Mai 2025 (+0,8 % gegenüber April 2026).

Auch importierte Investitionsgüter waren im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich teurer, und zwar um 2,2 % gegenüber Mai 2025 und um 0,4 % gegenüber April 2026.

Importierte landwirtschaftliche Güter und Konsumgüter günstiger als im Vorjahr

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Mai 2026 im Durchschnitt 5,5 % billiger als im Vorjahresmonat (-3,1 % gegenüber April 2026). Die Preise für Rohkakao lagen 48,9 % unter denen von Mai 2025, stiegen jedoch im Vormonatsvergleich gegenüber April 2026 deutlich um 8,9 %. Auch lebende Schweine waren mit -26,5 % günstiger als im Mai 2025. Im Vormonatsvergleich waren sie mit -8,3 % ebenfalls deutlich billiger. Auch Rohkaffeeimporte kosteten 15,4 % weniger als vor einem Jahr und 2,5 % weniger als im Vormonat. Für importiertes Getreide wurde im Mai 2026 weniger bezahlt als im Mai 2025 (-5,8 %), gegenüber April 2026 wurde es aber 0,7 % teurer. Dagegen waren Tomaten im Vorjahresvergleich deutlich teurer (+20,0 % gegenüber Mai 2025), aber im Vormonatsvergleich saisonbedingt um 29,9 % billiger.

Importierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) waren im Mai 2026 um 1,3 % preiswerter als im Vorjahr (+0,1 % gegenüber April 2026). Die Preise für Gebrauchsgüter veränderten sich gegenüber Mai 2025 nicht (+0,1 % gegenüber April 2026), Verbrauchsgüter waren im Vorjahresvergleich 1,7 % billiger (+0,1 % gegenüber April 2026). Für Nahrungsmittel allgemein musste 6,2 % weniger bezahlt werden als im Mai 2025 (-0,2 % gegenüber April 2026). Preisrückgänge gab es unter anderem bei Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-50,8 %), Frucht- und Gemüsesäften (-26,5 %), Schweinefleisch (-19,0 %) sowie Milch und Milcherzeugnissen (-12,3 %). Teurer als im Mai 2025 waren unter anderem geschälte Haselnüsse (+19,3 %).

Auswirkungen des Iran-Kriegs auch bei Exportpreisen deutlich spürbar: Hohe Preisanstiege für exportierte Vorleistungsgüter und Energie

Bei den Exportpreisen hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die Vorjahresveränderungsrate. Die Vorleistungsgüterpreise lagen im Durchschnitt 5,6 % über denen von Mai 2025 und 1,1 % über denen von April 2026. Bei Investitionsgütern lag das Preisniveau 1,7 % über dem von Mai 2025 (+0,2 % gegenüber April 2026). Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 % der ausgeführten Waren ab.

Auch bei den Ausfuhrpreisen waren die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren: Die Preise für Energieexporte lagen um 33,6 % über denen von Mai 2025 und um 0,7 % über denen von April 2026. Vor allem die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen deutlich um +51,7 % (aber -2,0 % gegenüber April 2026). Darunter waren Exporte von Flugturbinentreibstoff aus Kerosin 87,9 % teurer als im Vorjahr, im Vergleich zum Vormonat wurden sie jedoch preiswerter (-13,2 %). Auch Erdgas war gegenüber Mai 2025 teurer (+13,1 %). Die Preise sanken aber gegenüber April 2026 um 0,9 %.

Landwirtschaftliche Güter wurden 6,5 % preiswerter exportiert als im Vorjahresmonat. Gegenüber April 2026 fielen die Preise hier um 1,5 %.

Auch exportierte Konsumgüter (Exportanteil etwa 21 %) waren 0,3 % preiswerter als im Mai 2025. Während die Preise für Verbrauchsgüter um 0,7 % unter denen von Mai 2025 lagen (+0,1 % gegenüber April 2026), waren die Preise für Gebrauchsgüter 1,6 % höher als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber April 2026).

Bei den Verbrauchsgütern sanken insbesondere die Preise für Nahrungsmittel (-6,3 % gegenüber Mai 2025 und -0,1 % gegenüber April 2026). Hier waren unter anderem die Preise für Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver mit -33,1 % deutlich niedriger als im Mai 2025 (aber +12,0 % gegenüber April 2026). Auch Milch und Milcherzeugnisse waren mit -11,3 % im Durchschnitt deutlich billiger als vor einem Jahr (+0,2 % gegenüber April 2026), darunter besonders Butter und andere Fettstoffe aus Milch mit -45,2 % gegenüber Mai 2025 (-8,5 % gegenüber April 2026). Schweinefleisch zu 20,7 % niedrigeren Preisen als im Mai 2025 exportiert (-5,6 % gegenüber April 2026). Dagegen wurde unter anderem Rindfleisch, frisch oder gekühlt, zu 5,0 % höheren Preisen exportiert als im Mai 2025 (-0,7 % gegenüber April 2026).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Einzelhandelsumsatz im Mai 2026 real um 1,1 % höher als im Vormonat

Der Umsatz der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im Mai 2026 gegenüber April 2026 kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) um 1,1 % und nominal (nicht preisbereinigt) um 1,0 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.06.2026

Methodische Änderungen bei der Konjunkturstatistik im Einzelhandel zum Berichtsmonat Mai 2026

Einzelhandelsumsatz, Mai 2026 (vorläufig, kalender- und saisonbereinigt)
+1,1 % zum Vormonat (real)
+1,0 % zum Vormonat (nominal)
+1,8 % zum Vorjahresmonat (real)
+3,2 % zum Vorjahresmonat (nominal)

April 2026 (revidiert, kalender- und saisonbereinigt)
-0,4 % zum Vormonat (real)
-0,2 % zum Vormonat (nominal)
-0,6 % zum Vorjahresmonat (real)
+1,3 % zum Vorjahresmonat (nominal)

Der Umsatz der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2026 gegenüber April 2026 kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) um 1,1 % und nominal (nicht preisbereinigt) um 1,0 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 stieg der Umsatz real um 1,8 % und nominal um 3,2 %. Im April 2026 verzeichnete der Einzelhandelsumsatz gegenüber März 2026 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse einen Rückgang von real 0,4 % (vorläufiger Wert: -0,3 %) und nominal einen Rückgang von 0,2 % (vorläufiger Wert: +0,3 %).

Auffällig war im Mai 2026 erneut die Entwicklung der Umsätze der Tankstellen infolge des Kriegs im Nahen Osten und der politischen Gegenmaßnahmen in Deutschland (Tankrabatt vom 1. Mai bis 30. Juni 2026): Kalender- und saisonbereinigt stiegen die Umsätze real um 3,5 % und sanken nominal 1,8 % gegenüber dem Vormonat. Im März waren die Umsätze im Vergleich zum Vormonat noch real gesunken (-2,7 %) und nominal gestiegen (+8,8 %), im April sowohl real als auch nominal gesunken (-5,2 % beziehungsweise -2,7 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 verzeichneten die realen Umsätze einen Rückgang von 6,2 %, wohingegen die nominalen Umsätze um 7,4 % anstiegen. Zu beachten ist, dass im Umsatz der Tankstellen auch die Verkäufe in den Tankstellenshops enthalten sind.

Der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln stieg im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt real um 1,1 % und nominal um 1,0 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 verzeichnete der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel einen realen Zuwachs von 0,6 % und nominalen Anstieg von 1,5 %.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stieg der kalender- und saisonbereinigte Umsatz im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat real um 1,0 % und nominal um 1,2 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 verzeichnete der reale Umsatz einen Anstieg von 2,7 %, während der nominale Umsatz um 4,3 % stieg.

Im Internet- und Versandhandel verzeichnete der Umsatz im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat ein Umsatzplus von real 3,4 % und nominal 3,6 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 wuchs der Umsatz im Internet- und Versandhandel real um 7,0 % und nominal um 7,8 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Bitkom startet „Monitor Staatsmodernisierung“

Eine moderne Verwaltung soll das für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen gleichermaßen ändern, mit Leistungen, die sich digital, schnell und unkompliziert erledigen lassen. Wie weit Deutschland auf diesem Weg ist, zeigt der neue „Monitor Staatsmodernisierung“ des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 25.06.2026

  • Zwei Drittel aller Vorhaben sind angeschoben, 9 Prozent abgeschlossen
  • Alle 222 Vorhaben zur digitalen Modernisierung von Staat und Verwaltung bewertet
  • Wintergerst: „Die Länder müssen mitziehen“

Wer sein Auto anmeldet, Kindergeld bezieht oder einen Bauantrag stellt, kennt das: ausgedruckte Formulare, Termine vor Ort, lange Bearbeitungszeiten. Eine moderne Verwaltung soll das für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen gleichermaßen ändern, mit Leistungen, die sich digital, schnell und unkompliziert erledigen lassen. Wie weit Deutschland auf diesem Weg ist, zeigt der neue „Monitor Staatsmodernisierung“ des Digitalverbands Bitkom, der heute anlässlich der Ministerpräsidentenkonferenz veröffentlicht wurde. Er bewertet den Umsetzungsstand von 222 zentralen Vorhaben aus den sogenannten Modernisierungsagenden von Bund und Ländern, von der Registermodernisierung über digitale Behördenleistungen bis zum Bürokratieabbau.

Das aktuelle Ergebnis: 69 Prozent der Vorhaben sind angeschoben, abgeschlossen ist mit 9 Prozent allerdings erst ein kleiner Teil, bei einem Fünftel (22 Prozent) ist noch nichts passiert. „Die Bundesregierung hat das Thema Modernisierung des Staates ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt und die Zahlen zeigen, dass sie auch abliefert“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Das neue Digitalministerium trägt zurecht die Staatsmodernisierung im Titel.“

Der Bund ist schneller als die Länder

Es gibt zwei Modernisierungsagenden in Deutschland, eine für den Bund mit 82 Projekten und eine für die Länder mit 140 Projekten. Die 82 Vorhaben aus der Bundesagenda sind zu 74 Prozent angeschoben und zu 12 Prozent umgesetzt, bei 12 Prozent ist noch nichts passiert. Bei der föderalen Agenda geht es aktuell langsamer voran. 66 Prozent der 140 Vorhaben wurden angeschoben, nur 7 Prozent sind umgesetzt – und bei mehr als einem Viertel (27 Prozent) ist noch nichts passiert. „Der Bund gibt das Tempo vor und die Länder müssen jetzt mitziehen“, so Wintergerst.

Für die Auswertung hat Bitkom die Maßnahmen zehn Themen zugeordnet, von Bürokratieabbau über Vergabe und Beschaffung bis hin zum Deutschland-Stack. Am weitesten fortgeschritten sind 24 Vorhaben rund um staatliche Strukturen und Governance, etwa die Einführung des IT-Zustimmungsvorbehalts für das Digitalministerium oder die Modernisierung des Dienstrechts: 17 Prozent der Maßnahmen in diesem Themenfeld sind umgesetzt, 58 Prozent angestoßen. Ebenfalls 17 Prozent der 30 Maßnahmen zu Innovation, Förderung und Arbeit sind umgesetzt, weitere 63 Prozent sind begonnen. Hier sticht zum Beispiel die Einführung von Experimentierklauseln positiv hervor. Im Themenfeld KI und Daten wurden 14 Prozent der 24 Vorhaben bereits abgeschlossen, 43 Prozent sind angelaufen, zum Beispiel durch die Einführung eines KI-Marktplatzes für die Verwaltung. Die meisten Maßnahmen gibt es mit 53 rund um den Bürokratieabbau, abgeschlossen sind davon aber erst 8 Prozent, drei Viertel (77 Prozent) sind zumindest in Arbeit. Beim Deutschland-Stack, der die technische Basis für souveräne und interoperable Lösungen bilden soll, kommt die Bundesregierung ebenfalls voran. Der Deutschland-Stack ist vollständig in der Umsetzung, alle 7 Vorhaben wurden begonnen. Abgeschlossen ist aber noch keines.

Große Reformen müssen folgen

Entscheidend werden aus Bitkom-Sicht nun einige große Reformen, die besonders breit wirken können. Dazu gehört zum Beispiel die Reform des Verwaltungsverfahrensgesetzes, das Verfahren beschleunigen und den Einsatz von KI in der Verwaltung rechtssicher machen soll. Eine Reform des Grundgesetz-Artikels 91c, der eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes an IT-Projekten in Ländern und Kommunen ermöglichen würde, sollte ebenfalls vorangetrieben werden. Eine besondere Bedeutung kommt der Registermodernisierung zu. Sie schafft die Grundlage dafür, dass Daten, die dem Staat einmal vorliegen, nicht immer wieder neu angegeben werden müssen. „Die Registermodernisierung ist wichtige Voraussetzung für ein echtes Once-Only-Prinzip und vollständig digitale Verwaltungsleistungen. Davon würden Bürgerinnen und Bürger ebenso profitieren wie Unternehmen“, so Wintergerst.

Quelle: Bitkom

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Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2026: +1,4 % zum Vorjahresquartal

Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland sind im 1. Quartal 2026 um durchschnittlich 1,4 % gegenüber dem 1. Quartal 2025 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhöhten sich die Preise gegenüber dem Vorquartal um 0,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 25.06.2026

Preise für Wohnimmobilien, 1. Quartal 2026 (vorläufig)
+1,4 % zum Vorjahresquartal
+0,3 % zum Vorquartal

Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland sind im 1. Quartal 2026 um durchschnittlich 1,4 % gegenüber dem 1. Quartal 2025 gestiegen. Gegenüber dem Vorquartal erhöhten sich die Preise um 0,3 %.

Preise entwickelten sich regional unterschiedlich

Für Eigentumswohnungen zahlten Käuferinnen und Käufer im 1. Quartal 2026 in dünn besiedelten ländlichen Kreisen 3,6 % mehr als im 1. Quartal 2025. In kreisfreien Großstädten außerhalb der TOP-7-Metropolen stiegen die Preise im Vorjahresvergleich um 2,9 %. In den sieben größten Städten Deutschlands (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) fiel der Preisanstieg mit +0,3 % geringer aus. In den dicht besiedelten ländlichen Kreisen wurde hingegen ein leichter Preisrückgang um 0,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal beobachtet.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser war der Preisanstieg in den TOP-7-Metropolen mit +1,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal am stärksten, gefolgt von den kreisfreien Großstädten mit +1,2 %. In den dünn besiedelten ländlichen Kreisen hingegen zahlten Käuferinnen und Käufer für Ein- und Zweifamilienhäuser im Durchschnitt 0,8 % weniger als im 1. Quartal 2025.

Auch gegenüber dem Vorquartal sind die Preise für Wohnimmobilien in einigen Regionen gestiegen und in anderen gefallen. Eigentumswohnungen verzeichneten gegenüber dem 4. Quartal 2025 den größten Preisanstieg in städtischen Kreisen mit einem Plus von 0,9 %. Auch in den anderen Regionen wurden Wohnungen leicht teurer. Nur in den kreisfreien Großstädten gab es keine Preisveränderung und in den dicht besiedelten ländlichen Kreisen fielen die Preise für Wohnungen laut vorläufigen Zahlen um 2,3 %. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser fielen gegenüber dem 4. Quartal 2025 mit -0,8 % am stärksten in den dünn besiedelten ländlichen Kreisen. Der stärkste Anstieg wurde mit +0,6 % in den kreisfreien Großstädten beobachtet.

Mit der aktuellen Veröffentlichung wurde das Ergebnis des 4. Quartals 2025 für den bundesweiten Häuserpreisindex um 0,4 Prozentpunkte nach unten revidiert (vorläufiger Wert: +3,0 % zum 4. Quartal 2024, revidierter Wert: +2,6 %). Revisionen werden regelmäßig durchgeführt, um nachträgliche Meldungen zu berücksichtigen.

Umbasierung des Häuserpreisindex

Der Häuserpreisindex wurde im Juni 2026 auf das Basisjahr 2025 umgestellt. Die Umstellung auf ein neues Basisjahr erfolgt turnusmäßig alle zehn Jahre. Mit der Umstellung wurden alle Indizes ab dem 1. Quartal 2000 unter Berücksichtigung methodischer Aktualisierungen neu berechnet. Die auf der alten Basis ermittelten Preisindizes verlieren damit ihre Gültigkeit. Weitere Informationen zur Umbasierung des Häuserpreisindex sind auf der Themenseite „Preisstatistik im Überblick“ unter „Revisionen in der Preisstatistik“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Inflationsraten insbesondere bei Familien gesunken durch Tankrabatt und geringere Teuerung bei Nahrungsmitteln

Die Inflationsrate in Deutschland sank im Mai 2026 auf 2,6 Prozent, wobei insbesondere Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen durch den Tankrabatt und die geringe Teuerung bei Lebensmitteln entlastet wurden. Die jüngste Zinserhöhung der EZB kritisiert das IMK der Hans-Böckler-Stiftung als wirtschaftlich nicht gerechtfertigt.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 19.06.2026

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai auf 2,6 Prozent gesunken – 0,3 Prozentpunkte weniger als im April. Ausschlaggebend dafür war der Tankrabatt, der den Preisschock bei Kraftstoffen und Heizöl gedämpft hat. Die Kraftstoffpreise prägen aktuell auch die haushaltsspezifischen Inflationsraten: Familien, und insbesondere die mit niedrigen und mittleren Einkommen, sind grundsätzlich von der durch den Iran-Krieg ausgelösten Teuerungswelle besonders stark betroffen, weil in ihren Warenkörben Ausgaben für Auto-Kraftstoffe ein relativ hohes Gewicht haben. Dementsprechend hat der Tankrabatt, in Kombination mit einer sehr moderaten Preisentwicklung bei Lebensmitteln im Mai, die Inflationsrate dieser Familien-Haushalte am deutlichsten gebremst. So ging im Vergleich von neun repräsentativen Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen unterscheiden, die Inflationsrate von Paarfamilien mit geringen Einkommen am stärksten zurück – um 0,5 Prozentpunkte von 2,9 Prozent im April auf 2,4 Prozent im Mai. Bei Paarfamilien mit mittleren Einkommen waren es 0,4 Prozentpunkte von 3,0 auf 2,6 Prozent. Die geringste Teuerung verzeichneten im Mai Alleinlebende mit niedrigen Einkommen (1,9 Prozent nach 2,1 Prozent im April). Diese wurden zwar vom Tankrabatt nur wenig entlastet, weil sie oft kein Auto besitzen. Bei ihnen wirkt sich aber aus, dass der Nahrungsmittelpreisanstieg mit 0,4 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit gut zwei Jahren war und dass sich der Höhenflug des Weltmarktpreises von Erdgas bislang noch nicht auf die Preise für Haushaltsenergie übertragen hat. Alle weiteren untersuchten Haushaltstypen lagen mit Raten von 2,4 bis 2,6 Prozent sehr nahe beieinander. Zu diesem Ergebnis kommt der neue IMK Inflationsmonitor.

Der Krieg gegen den Iran und die Blockade der Straße von Hormus dürften sich zwar mit etwas Zeitverzug indirekt auswirken auf höhere Energie-, Transport und Düngemittelpreise, was wiederum auch die Preise für andere Warengruppen antreiben wird. Sollte sich die Verständigung zwischen US- und iranischer Regierung auf ein Ende des Krieges als belastbar erweisen, könnte dieser Effekt aber sehr begrenzt bleiben, analysiert IMK-Inflationsexpertin und Studienautorin Dr. Silke Tober.

In dieser Situation sei die vergangene Woche von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossene Leitzinserhöhung „verfrüht“ gewesen und ein unnötiger zusätzlicher Gegenwind für die ohnehin schwache wirtschaftliche Entwicklung, kritisiert Tober. Es fehle aktuell ein „hinreichender ökonomischer Grund, die Konjunktur zusätzlich zu bremsen“, so Tober. Weder direkte noch indirekte Effekte von Preisschocks rechtfertigten eine Zinserhöhung, sondern nur Zweitrundeneffekte, die der Inflation Persistenz verleihen würden. Ob es zu Zweitrundeneffekten kommt, lasse sich derzeit gar nicht abschätzen, zumal die Dauer der hohen Rohöl- und Erdgaspreise völlig unbestimmt sei. Aktuell deute die Verständigung zwischen den USA und dem Iran sogar darauf hin, dass sich der Energiepreisschock rasch zurückbilden könnte.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Immer mehr Frührentner haben hohe Zusatzeinkommen

Wer vorzeitig Rente bezieht, kann seit 2023 unbegrenzt hinzuverdienen. Das nutzen immer mehr Menschen, zeigt eine neue Studie des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 19.06.2026

Wer vorzeitig Rente bezieht, kann seit 2023 unbegrenzt hinzuverdienen. Das nutzen immer mehr Menschen, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Mit der Abschaffung der Hinzuverdienstgrenze sollten Menschen dazu motiviert werden, länger im Arbeitsleben zu bleiben. Eine IW-Untersuchung mit Zuwendung des Forschungsnetzwerks Alterssicherung zeigt aber: Viele nutzen die Möglichkeit, um vorzeitig Rente zu beziehen und gleichzeitig sozialversicherungspflichtig hinzuzuverdienen. Das zeigt sich zum Beispiel bei besonders langjährig Versicherten – also Menschen mit 45 Versicherungsjahren, die vorzeitig ohne Abschläge in Rente gehen: Hier ist der Anteil mit großem Hinzuverdienst, der über einen Minijob hinausgeht, nach dem Wegfall der Grenze im Jahr 2023 auf 25 Prozent gestiegen. 2022 waren es noch 18 Prozent. Das gleiche Muster zeigt sich bei den langjährig Versicherten, die nach 35 Versicherungsjahren schon ab 63 Jahren mit Abschlägen in Rente gehen. Hier stieg der Anteil von acht auf 14 Prozent.

Auch der Renteneintritt verschiebt sich leicht nach vorn

Seit der Reform gehen zudem mehr Menschen vorzeitig und mit Abschlägen in Rente, statt bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten. Dabei ist der Anteil der langjährig Versicherten mit 35 Versicherungsjahren von 21,7 Prozent (2020) auf 24 Prozent (2024) gestiegen; auch das Durchschnittsalter beim Renteneintritt der langjährig Versicherten mit großem Hinzuverdienst sank leicht.

Einige nehmen die Abschläge offenbar bewusst in Kauf. Naheliegend ist das Kalkül, vorzeitig Rente zu beziehen und nebenher unbegrenzt weiterzuarbeiten, obwohl der vorzeitige Ausstieg durch die steigende Regelaltersgrenze zu höheren Abschlägen bei der Rente führen kann.

Reform verfehlt ihr Ziel

Die Reform untergräbt somit in Teilen das mit der Anhebung der Regelaltersgrenze verbundene Ziel, den Eintritt in die Rente im Durchschnitt nach hinten zu verschieben. „Die Regierung sendet gegensätzliche Signale an die Babyboomer: Zum einen erhöht sich bis 2031 die Regelaltersgrenze auf 67 Jahre. Zum anderen werden vorzeitige Renteneintritte für die Gemeinschaft teuer ermöglicht“, sagt IW-Arbeitsmarktökonomin Stefanie Seele. Maßnahmen wie der Wegfall der Hinzuverdienstgrenze und die Aktivrente seien kostspielig und lösten das Problem nicht nachhaltig.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V

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Erzeugerpreise im Mai 2026: +2,2 % gegenüber Mai 2025

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Mai 2026 um 2,2 % höher als im Mai 2025. Einen höheren Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es zuletzt im Mai 2023 gegeben (+2,5 % gegenüber Mai 2022). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat April 2026 um 0,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 19.06.2026

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), Mai 2026
+2,2 % zum Vorjahresmonat
+0,3 % zum Vormonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Mai 2026 um 2,2 % höher als im Mai 2025. Einen höheren Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es zuletzt im Mai 2023 gegeben (+2,5 % gegenüber Mai 2022). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat April 2026 um 0,3 %.

Der Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat ist vor allem auf gestiegene Preise von Vorleistungsgütern (+4,2 %) zurückzuführen. Die Preise für Energie (+2,5 %) stiegen ebenfalls gegenüber dem Vorjahresmonat.

Auch Investitionsgüter (+2,0 %) und Gebrauchsgüter (+2,0 %) waren im Mai 2026 teurer als ein Jahr zuvor. Günstiger waren hingegen Verbrauchsgüter (-1,7 %). Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Mai 2026 gegenüber Mai 2025 um 2,3 %, gegenüber April 2026 stiegen sie um 0,7 %.

Anstieg der Energiepreise vor allem durch Preissteigerungen bei Mineralölerzeugnissen

Energie war im Mai 2026 um 2,5 % teurer als im Vorjahresmonat. Gegenüber April 2026 sanken die Energiepreise allerdings um 0,4 %. Durch die anhaltenden Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten blieben die Preise für Mineralölerzeugnisse im Mai 2026 annähernd auf dem im April 2026 erreichten hohen Niveau. Gegenüber Mai 2025 stiegen die Mineralölpreise um 34,9 %, gegenüber April 2026 sanken sie aber um 2,5 %. Rohbenzin (Naphtha) kostete 60,9 % mehr als im Mai 2025, während die Preise für leichtes Heizöl um 52,8 % und für Kraftstoffe um 24,2 % stiegen.

Demgegenüber gab es bei Erdgas und elektrischem Strom, auch bedingt durch das immer noch hohe Preisniveau seit Beginn des Kriegs in der Ukraine, im Mai 2026 sogar Preissenkungen gegenüber dem Vorjahresmonat. Erdgas in der Verteilung kostete über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet 1,3 % weniger. Die Preise für Strom fielen gegenüber Mai 2025 um 4,6 %, Fernwärme war 0,5 % günstiger als im Vorjahresmonat.

Hoher Preisanstieg bei Vorleistungsgütern

Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Mai 2026 um 4,2 % höher als im Vorjahresmonat (+1,4 % gegenüber April 2026).

Für den Preisanstieg gegenüber Mai 2025 sorgten vor allem die höheren Preise von Metallen (+11,1 %). Insbesondere die Preise für Edelmetalle (+59,4 %) stiegen deutlich. Für Kupfer und Halbzeug daraus musste 24,5 % mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren im Mai 2026 teurer als im Vorjahresmonat (+1,5 %), darunter kostete Betonstahl 5,0 % mehr.

Die Preise für chemische Grundstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,4 %, allein gegenüber April 2026 stiegen sie um 5,8 %. Düngemittel waren 13,2 % teurer als vor einem Jahr und 2,5 % teurer als im April 2026.

Holz sowie Holz- und Korkwaren (+5,8 %) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +8,5 % und Laubschnittholz mit +2,9 %. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +24,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat, allerdings sanken die Preise gegenüber April 2026 um 3,5 %.

Die Preise für Glas und Glaswaren stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,7 %. Darunter war veredeltes und bearbeitetes Flachglas 5,3 % teurer, wohingegen die Preise für Hohlglas um 1,5 % gegenüber Mai 2025 sanken.

Preisrückgänge gegenüber Mai 2025 gab es ebenfalls bei Papier, Pappe und Waren daraus, diese kosteten 1,5 % weniger als im Vorjahresmonat. Futtermittel für Nutztiere (-3,0 %) und Getreidemehl (-3,8 %) kosteten ebenfalls deutlich weniger als im Mai 2025.

Preisanstiege auch bei Investitionsgütern und Gebrauchsgütern, Preisrückgänge bei Verbrauchsgütern

Die Preise für Investitionsgüter waren im Mai 2026 um 2,0 % höher als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber April 2026). Maschinen kosteten 1,9 % mehr als im Mai 2025, die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,3 %.

Gebrauchsgüter waren im Mai 2026 um 2,0 % teurer als im Vorjahresmonat (+0,2 % gegenüber April 2026).

Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten dagegen 1,7 % weniger als im Vorjahresmonat und 0,2 % weniger als im April 2026. Unter den Verbrauchsgütern fielen die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 3,6 %. Deutlich billiger als im Mai 2025 waren Butter (-40,0 %) und Schweinefleisch (-16,7 %). Rindfleisch war 1,0 % teurer als im Vorjahresmonat, sank aber gegenüber April 2026 um 4,0 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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