RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel trotzt US-Zöllen

Der Containerumschlag-Index des RWI Essen und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist laut aktueller Schnellschätzung im Juli auf saisonbereinigt 137,5 Punkte gestiegen, nach revidiert 135,4 Punkten im Juni. Damit ist der zollbedingte Rückgang der Vormonate wettgemacht.

RWI Essen, Pressemitteilung vom 28.08.2025

Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist laut aktueller Schnellschätzung im Juli auf saisonbereinigt 137,5 Punkte gestiegen, nach revidiert 135,4 Punkten im Juni. Damit ist der zollbedingte Rückgang der Vormonate wettgemacht. Offenbar zeigen die erhöhten US-Zölle keine anhaltende Wirkung auf den Welthandel. Selbst der jüngste gestörte Warenfluss zwischen den USA und China nimmt wieder zu – und zwar deutlich. Ein Indiz dafür ist der Containerumschlag in den Häfen an der US-Westküste. Dieser ist im Juli besonders stark gestiegen. Parallel wuchs der Umschlag in den chinesischen Häfen, was wachsende Exporte von chinesischen Waren widerspiegelt. Auch in Europa setzt sich die Erholung des Außenhandels fort, wenn auch moderater als in den USA und China.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im Juli auf 137,5 Punkte gegenüber 135,4 Punkten (revidiert) im Vormonat deutlich gestiegen.
  • Beim Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, ist ein moderater Anstieg von 117,5 (revidiert) auf 118,4 Punkte im Juli gegenüber dem Vormonat zu beobachten.
  • In den chinesischen Häfen ist der Containerumschlag mit 150,6 Punkten gegenüber 148,7 Punkten (revidiert) im Vormonat ebenfalls recht deutlich gestiegen.
  • Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index für August 2025 wird am 30. September 2025 veröffentlicht.

Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Der Welthandel erholt sich nach dem zollbedingten Rückgang. Er reagiert weniger empfindlich auf US-Zölle als gedacht – auch weil Händler Wege finden, die Zollbelastungen zu begrenzen. Gespräche der USA mit China und der EU haben zusätzlich beruhigt. Doch solange es keine verbindlichen Abkommen gibt und die Zollpolitik unberechenbar bleibt, bleibt auch der internationale Handel unsicher und schwankend.“

Sönke Maatsch, Leiter des Bereichs Maritime Markets im ISL, ergänzt: „Der Containerumschlag in den nordamerikanischen Häfen erlebt dieses Jahr ein extremes Auf und Ab. In den Westküstenhäfen Los Angeles und Long Beach wurde im Juli mit knapp 2,0 Mio. TEU ein Allzeithoch erreicht. Treiber waren allerdings die Importe sowie die Verladung von Leercontainern.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

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Stimmung im Mittelstand kühlt sich im August ab

Die Stimmung im deutschen Mittelstand hat sich im August nach einer Serie von fünf Anstiegen erstmals wieder eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex sank leicht um 0,6 Zähler auf nun minus 13,1 Punkte. Sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen der kleinen und mittleren Unternehmen auf Sicht von sechs Monaten gaben leicht nach. So die Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 29.08.2025

  • Nach fünf Anstiegen fällt der KfW-ifo-Geschäftsklimaindex erstmals wieder
  • Zollvereinbarungen sind offenbar ein dämpfender Faktor, denn die Exporterwartungen sinken
  • Fiskalpaket könnte Laune bald wieder aufhellen

Die Stimmung im deutschen Mittelstand hat sich im August nach einer Serie von fünf Anstiegen erstmals wieder eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex sank leicht um 0,6 Zähler auf nun minus 13,1 Punkte, wobei die Nulllinie den langjährigen Durchschnitt markiert. Sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen der kleinen und mittleren Unternehmen auf Sicht von sechs Monaten gaben leicht nach.

Das sind Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. Dafür wertet KfW Research Ergebnisse der Konjunkturumfragen des ifo Instituts aus, unterteilt nach Größenklassen der Unternehmen und Hauptwirtschaftsbereichen.

Besonders stark verschlechterte sich im August die Stimmung im mittelständischen Dienstleistungssektor. Nur leicht gab das Geschäftsklima im Einzelhandel und im Verarbeitenden Gewerbe nach, im Bauhauptgewerbe und im Großhandel stieg die Laune dagegen etwas. Vor allem die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe dürfte Aufschluss über die Wahrnehmung der im Befragungszeitraum getroffenen Zollvereinbarung mit den USA geben. Der kleine Rückschlag bei der Stimmung, zusammen mit dem ebenfalls erhobenen deutlichen Rückgang der Exporterwartungen des Mittelstands, könnten darauf hindeuten, dass viele Unternehmen ein besseres Ergebnis erhofft hatten. Die Exporterwartungen sanken um 3,8 Zähler auf minus 13,8 Zähler.

Anders als im Mittelstand verbesserte sich das Geschäftsklima der Großunternehmen im August – um 1,5 Zähler auf nun minus 18,1 Punkte. Während die Unternehmen ihre aktuelle Lage auch leicht schwächer einschätzten, stiegen die Geschäftserwartungen deutlich.

„Die Stimmung in den deutschen Unternehmen ist durchwachsen. Der US-Protektionismus legt den exportorientierten Unternehmen Steine in den Weg und auch die Binnenwirtschaft schwächelt noch“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Zum Jahresende hin und vor allem 2026 dürften die massiv steigenden Staatsausgaben das Wachstum in Deutschland antreiben und die Laune in den Unternehmen heben.“

Quelle: KfW, KfW Research

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Importpreise im Juli 2025: -1,4 % gegenüber Juli 2024

Die Importpreise waren im Juli 2025 um 1,4 % niedriger als im Juli 2024. Im Juni 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls bei -1,4 % gelegen, im Mai 2025 bei -1,1 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Einfuhrpreise im Juli 2025 gegenüber dem Vormonat Juni 2025 um 0,4 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.08.2025

Importpreise, Juli 2025
-1,4 % zum Vorjahresmonat
-0,4 % zum Vormonat

Exportpreise, Juli 2025
+0,6 % zum Vorjahresmonat
-0,2 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im Juli 2025 um 1,4 % niedriger als im Juli 2024. Im Juni 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls bei -1,4 % gelegen, im Mai 2025 bei -1,1 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Einfuhrpreise im Juli 2025 gegenüber dem Vormonat Juni 2025 um 0,4 %.

Die Exportpreise lagen im Juli 2025 um 0,6 % höher als im Juli 2024. Im Juni 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,7 % gelegen, im Mai 2025 bei +1,0 %. Gegenüber Juni 2025 fielen die Ausfuhrpreise um 0,2 %.

Energie mit größtem Einfluss auf Rückgang der Importpreise im Vorjahresvergleich

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im Juli 2025 hatte erneut der Rückgang der Preise für Energie mit -12,5 % gegenüber Juli 2024. Gegenüber Juni 2025 fielen die Energiepreise im Durchschnitt um 0,7 %.

Günstiger als im Juli 2024 waren rohes Erdöl (-22,7 %), Steinkohle (-17,9 %) und Mineralölerzeugnisse (-12,9 %). Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat gab es auch bei Erdgas (-3,2 %). Dagegen war elektrischer Strom erheblich teurer als im Vorjahresmonat (+30,5 %).

Während Erdgas mit -4,7 %, Steinkohle mit -1,4 % und rohes Erdöl mit -0,4 % auch gegenüber dem Vormonat preiswerter wurden, verteuerte sich elektrischer Strom deutlich um 37,0 %. Für Mineralölerzeugnisse wurde 1,6 % mehr bezahlt als im Juni 2025.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Juli 2025 um 0,2 % niedriger als im Juli 2024 (-0,4 % gegenüber Juni 2025). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 0,3 % unter dem Stand von Juli 2024 und 0,4 % unter dem Stand von Juni 2025.

Preissenkungen auch bei Vorleistungs- und Investitionsgütern

Die Importpreise für Vorleistungsgüter lagen 1,5 % unter denen des Vorjahresmonats (-0,5 % gegenüber Juni 2025), für Investitionsgüter waren sie 0,5 % niedriger als im Vorjahresmonat (-0,2 % gegenüber Juni 2025).

Preissteigerungen weiterhin bei Konsumgütern und landwirtschaftlichen Gütern

Die Preise für importierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) waren im Juli 2025 um 1,6 % höher als im Vorjahr, aber 0,4 % niedriger als im Vormonat. Importierte Verbrauchsgüter waren dabei 2,3 % teurer als im Juli 2024 (-0,5 % gegenüber Juni 2025), während sich importierte Gebrauchsgüter im Vorjahresvergleich um 1,2 % verbilligten (-0,4 % gegenüber Juni 2025).

Bei den Verbrauchsgütern musste insbesondere für Nahrungsmittel mit +9,4 % deutlich mehr bezahlt werden als im Juli 2024. Gegenüber Juni 2025 fielen hier die Preise aber um 0,3 %. Mehr als im Juli 2024 kosteten vor allem Orangensaft (+41,6 %), Kaffee (geröstet oder entkoffeiniert; +34,5 %), Rindfleisch (+30,9 %), geschälte Haselnüsse (+29,4 %), Geflügelfleisch (+27,5 %), Süßwaren (ohne Dauerbackwaren; +26,1 %), Apfelsaft (+24,6 %) sowie Milch und Milcherzeugnisse (+10,6 %). Bei den Süßwaren lag die Teuerung hauptsächlich an den gestiegenen Preisen für Schokolade und andere Süßwaren (+26,0 %). Dagegen waren Zucker (-28,3 %) und Olivenöl (-24,9 %) billiger als im Vorjahresmonat.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen im Juli 2025 um 1,9 % über denen des Vorjahresmonats, aber 2,3 % unter denen von Juni 2025. Insbesondere Rohkaffee war deutlich teurer als vor einem Jahr (+29,2 %), gegenüber dem Vormonat sanken die Rohkaffeepreise aber um 3,7 %.

Mehr als vor einem Jahr kosteten auch Speisezwiebeln (+78,8 %), Geflügel und Eier (+15,2 %) sowie Kartoffeln (+9,9 %). Gegenüber Juni 2025 musste für Kartoffeln 15,5 % mehr bezahlt werden.

Dagegen waren unter anderem lebende Schweine preiswerter (-8,5 % gegenüber Juli 2024 und -7,7 % gegenüber Juni 2025). Auch die Rohkakaopreise waren niedriger als im Juli 2024 (-4,5 %) und fielen auch gegenüber Juni 2025 (-6,2 %).

Einfluss auf Entwicklung der Exportpreise im Vorjahresvergleich am größten bei Konsum- und Investitionsgütern

Bei der Ausfuhr hatten im Juli 2025 die Preissteigerungen bei Konsum- und Investitionsgütern den größten Einfluss auf die Preisentwicklung.

Exportierte Konsumgüter waren 1,7 % teurer als im Juli 2024, gegenüber Juni 2025 veränderten sich die Preise aber nicht. Die Preise für Verbrauchsgüter lagen 1,8 % über denen des Vorjahres, Gebrauchsgüter waren 1,6 % teurer als im Juli 2024. Auch hier waren Nahrungsmittel im Durchschnitt teurer als im Vorjahresmonat (+6,3 %). Insbesondere Kaffee (entkoffeiniert oder geröstet) wurde zu 51,7 % höheren Preisen exportiert als im Juli 2024 (+2,9 % gegenüber Juni 2025). Dagegen waren Zuckerexporte deutlich billiger als vor einem Jahr (-29,5 %).

Ausgeführte Investitionsgüter verteuerten sich um 0,4 % gegenüber Juli 2024, gegenüber dem Vormonat wurden sie 0,3 % preiswerter.

Die Preise für exportierte Vorleistungsgüter blieben im Vorjahresvergleich konstant, im Vergleich zu Juni 2025 waren sie 0,3 % niedriger.

Auch Energie wurde teurer exportiert als im Vorjahresmonat (+0,3 %). Gegenüber Juni 2025 stiegen die Preise hier um 3,2 %. Während Mineralölerzeugnisse 11,3 % billiger waren als im Vorjahr (+1,5 % gegenüber Juni 2025), lagen die Erdgaspreise 10,2 % über denen des Vorjahresmonats (-1,6 % gegenüber Juni 2025).

Die Exporte landwirtschaftlicher Güter waren im Vorjahresvergleich 0,7 % billiger. Auch gegenüber Juni 2025 fielen die Preise (-0,6 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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1,0 % weniger neue Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung im Jahr 2024

Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung in Deutschland ist im Jahr 2024 leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt nach endgültigen Ergebnissen mitteilt, wurden 2024 insgesamt rund 475.100 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das waren 1,0 % oder rund 4.700 Verträge weniger als im Vorjahr (2023: 479.800).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.08.2025

  • Insgesamt 475.100 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Jahr 2024
  • 4 % weniger Neuverträge als im Vorjahr bei deutschen Auszubildenden, demgegenüber starker Anstieg um 17 % bei ausländischen Auszubildenden
  • Medizinische Fachangestellte unter Frauen und Kraftfahrzeugmechatroniker unter Männern bei Neuverträgen am häufigsten vertreten

Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung in Deutschland ist im Jahr 2024 leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Ergebnissen mitteilt, wurden 2024 insgesamt rund 475.100 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das waren 1,0 % oder rund 4.700 Verträge weniger als im Vorjahr (2023: 479.800). Dabei sank die Zahl der von deutschen Auszubildenden abgeschlossenen Neuverträge um 4 %, während die Zahl der Neuverträge von Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit deutlich um 17 % stieg. Auch im Zehnjahresvergleich zeigt sich der Trend einer wachsenden Zahl an ausländischen Auszubildenden mit Neuverträgen: Während die Gesamtzahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge von 2014 bis 2024 um 8 % zurückging, hat sich die Zahl der ausländischen Auszubildenden mit Neuverträgen von 36.200 im Jahr 2014 auf rund 70.000 im Jahr 2024 nahezu verdoppelt (+93 %).

Deutlich mehr Auszubildende mit ukrainischer Staatsangehörigkeit

Der Anteil Auszubildender mit ausländischer Staatsangehörigkeit an allen Auszubildenden mit neuem Vertrag betrug im Jahr 2024 rund 15 % (2014: 7 %). Besonders häufig schlossen im Jahr 2024 Personen mit vietnamesischer (7.100), syrischer (6.800) und ukrainischer (5.800) Staatsangehörigkeit einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Im Vergleich zum Vorjahr (2023: 1.900) ist bei Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit nahezu eine Verdreifachung der Neuverträge gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Bei Personen mit vietnamesischer Staatsangehörigkeit stieg die Zahl der Neuverträge deutlich um 2.700 gegenüber dem Vorjahr (2023: 4.400). Personen mit syrischer Staatsangehörigkeit schlossen dagegen im Jahr 2024 mit einem leichten Rückgang um etwa 110 Neuverträge etwas seltener einen neuen Vertrag für eine duale Berufsausbildung ab (2023: 6.900).

Medizinische Fachangestellte bei Frauen und Kraftfahrzeugmechatroniker bei Männern sind die am stärksten besetzten Ausbildungsberufe unter Neuverträgen

Im Jahr 2024 wählten Frauen am häufigsten den Beruf der Medizinischen Fachangestellten (16.100), dicht gefolgt von der Kauffrau für Büromanagement (15.200) und der Zahnmedizinischen Fachangestellten (12.800). Im Jahr 2023 war Kauffrau für Büromanagement noch der häufigste Ausbildungsberuf unter Frauen gewesen.

Bei den fünf am stärksten besetzten Ausbildungsberufen männlicher Auszubildender gab es gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen. Auf Rang 1 lag weiterhin der Beruf Kraftfahrzeugmechatroniker mit 22.700 Neuverträgen. Auf den Rängen 2 und 3 lagen Ausbildungen als Fachinformatiker (15.300) und Elektroniker (14.000).

339.200 Auszubildende haben ihre Prüfung erfolgreich bestanden

Im Jahr 2024 wurden für die Auszubildenden in der dualen Berufsausbildung etwa 339.200 bestandene Prüfungen gemeldet. Hinzu kamen noch rund 16.000 bestandene externe Prüfungen, die außerhalb der dualen Ausbildung abgelegt wurden. In der beruflichen Weiterbildung waren zudem 80.100 bestandene Meister- beziehungsweise Fortbildungsprüfungen zu verzeichnen. Unter den 19.700 bestandenen Umschulungsprüfungen, mit denen eine berufliche Neuorientierung ermöglicht wird, waren vor allem Kaufmänner/Kauffrauen für Büromanagement (3.700), Fachinformatiker/innen in der Fachrichtung Systemintegration (1.600) und in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung (1.300) zu finden.

1.217.900 Auszubildende zum Jahresende in einer dualen Berufsausbildung

Insgesamt befanden sich zum Jahresende 2024 rund 1.217.900 Personen in einer dualen Berufsausbildung. Davon entfielen die meisten Auszubildenden erneut auf den Bereich Industrie und Handel (688.500 oder 56 %), gefolgt vom Handwerk mit 28 % (341.000). Darauf folgten die freien Berufe mit 112.100 Auszubildenden oder 9 % sowie der öffentliche Dienst mit 3 % (41.500), Landwirtschaft mit 2,6 % (31.600) und der Bereich Hauswirtschaft mit 0,3 % oder 3.300 Auszubildenden. Im Zehnjahresvergleich von 2014 bis 2024 zeigt sich in den meisten Ausbildungsbereichen ein Rückgang in der Zahl der Auszubildenden zum Jahresende. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Bereich Industrie und Handel (‑15 % oder ‑116.900) sowie im Handwerk (‑8 % oder ‑28.500) aus. Auch in der Hauswirtschaft (‑51 % oder ‑3.400) und in der Landwirtschaft (‑5 % oder ‑1.800) ging die Zahl an Auszubildenden zurück. Demgegenüber nahm zwischen 2014 und 2024 vor allem im Ausbildungsbereich Öffentlicher Dienst (+19 % oder +6.700) und in geringerem Umfang in den freien Berufen (+3 % oder +3.300) die Zahl der Auszubildenden zu.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Hohe Arbeitskosten: Deutsche Industrie 22 Prozent teurer als ausländische Konkurrenz

Trotz hoher Produktivität verliert die deutsche Industrie an Wettbewerbsfähigkeit, zeigt eine neue Studie des IW Köln. Der Grund sind hohe Arbeitskosten – und die wachsende Konkurrenz aus China.

IW Köln, Pressemitteilung vom 27.08.2025

Trotz hoher Produktivität verliert die deutsche Industrie an Wettbewerbsfähigkeit, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Der Grund sind hohe Arbeitskosten – und die wachsende Konkurrenz aus China.

Seit Mitte 2018 steckt die deutsche Industrie in der Rezession, ein Grund: hohe Arbeitskosten. Wie sehr sie die Wettbewerbsfähigkeit belasten, belegen die sog. Lohnstückkosten. Im Jahr 2024 lagen sie in der deutschen Industrie 22 Prozent über dem Schnitt von 27 Industriestaaten. Das bedeutet: Um eine Einheit zu produzieren, mussten deutsche Unternehmen gut ein Fünftel mehr für Löhne und Gehälter zahlen. Höher waren die Kosten nur in Lettland, Estland und Kroatien.

Hohe Produktivität, noch höhere Kosten

Dabei gehört die deutsche Industrie immer noch zu den produktivsten weltweit. Unter den 27 untersuchten Ländern erreicht Deutschland die siebte Position; von den großen Industrieländern weisen nur die USA eine höhere Produktivität auf. Allerdings hat die Bundesrepublik auch die dritthöchsten Arbeitskosten. In den USA sind die Arbeitskosten zwei Prozent niedriger, die Produktivität dafür 44 Prozent höher als in Deutschland.

Immerhin: Mit 18 Prozent im Vergleich zu 2018 sind die Lohnstückkosten hierzulande zuletzt schwächer gewachsen als im Ausland (20 Prozent). Doch während die Bruttowertschöpfung dort im Schnitt um sechs Prozent gewachsen ist, ging sie in Deutschland um drei Prozent zurück. Das heißt: Die deutschen Industriefirmen konnten trotz unterdurchschnittlicher Preisentwicklung weniger Produkte absetzen. Eine Erklärung: Weil viele deutsche Unternehmen ihren Technologievorsprung – vor allem gegenüber der chinesischen Konkurrenz – verloren haben, können sie seltener die Preise diktieren – die hohen Standortkosten werden deshalb zum Nachteil.

Lohnstückkosten dürften weiter steigen

„Der Fachkräftemangel treibt die Löhne weiter nach oben, die Kosten am Standort Deutschland dürften in den kommenden Jahren weiter steigen“, warnt IW-Ökonom Christoph Schröder. Die Bundesregierung könne helfen, indem sie das Wachstum bei den Lohnnebenkosten bremst und auf die demografische Herausforderung reagiert. „Ohne eine Reform der Sozialsysteme rutscht der Standort Schritt für Schritt in die Deindustrialisierung“.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln)

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Am Bau oder in der Kühlkammer: Künstliche Intelligenz ist längst Realität

Vier von zehn Unternehmen nutzen schon heute künstliche Intelligenz. Doch die Implementierung von KI in betriebliche Prozesse ist oft komplex und unterliegt umfangreichen sowie unübersichtlichen rechtlichen Vorgaben. So umfasst allein der europäische AI Act 140 Seiten. Und für seine Umsetzung in Deutschland fehlt lt. DIHK bislang eine verantwortliche Behörde, die eine praktikable und einheitliche Auslegung gewährleisten könnte.

DIHK, Mitteilung vom 25.08.2025

Sie optimiert den Vertrieb, organisiert Abläufe im mittelständischen Hotelbetrieb, prüft selbstständig mögliche Materialkombinationen in der Bau- und Chemiebranche: Künstliche Intelligenz (KI) ist keine Zukunftsvision mehr, sondern in vielen Betrieben gelebte Praxis.

Laut der DIHK-Digitalisierungsumfrage 2025 nutzen heute schon 38 Prozent der Unternehmen KI, weitere 32 Prozent planen den Einsatz innerhalb der nächsten drei Jahre. Die Potenziale der Querschnittstechnologie sind erheblich, und KI entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Künstliche Intelligenz im Unternehmensalltag

Wie sieht der betriebliche Einsatz von KI konkret aus? Beispiele reichen von der automatischen Bewertung und Priorisierung von Kundenanfragen bis hin zur automatisierten Suche nach neuen Materialkombinationen, um etwa Lieferketten zu diversifizieren oder auf Preisschwankungen zu reagieren. Die Anwendungsfelder in Unternehmen sind vielfältig.

Einen Überblick vermittelt die DIHK-Webinarreihe „breAIkfast“: Dort zeigen Unternehmen anhand konkreter Use-Cases, in welchen Bereichen KI bereits eingesetzt wird und wo weitere Potenziale bestehen. Forscher und IT-Dienstleister bringen ihre Perspektive ebenso ein wie Praktiker – vom Hotelier bis zum Vertriebler. Ziel ist es, zu sensibilisieren und Impulse für den unternehmerischen Alltag zu geben. Eine Sammlung von Praxisbeispielen findet sich auf der DIHK-Website.

Gute Rahmenbedingungen fördern KI-Anwendungen

Die Implementierung von KI in Produktions- oder Prozessabläufe ist komplex – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), denen dafür häufig das Know-how und die erforderlichen Ressourcen fehlen. Hinzu kommt die Notwendigkeit, umfangreiche rechtliche Vorgaben zu berücksichtigen: Der AI Act umfasst in seiner deutschen Fassung über 140 Seiten, dazu kommen weitere Gesetze wie die europäische Datenschutzgrundverordnung DSGVO oder der Data Act. Dies bedeutet gerade für KMU zusätzlichen bürokratischen Aufwand und bindet erhebliche Kapazitäten.

Die Komplexität und teilweise unklare Auslegung der Bestimmungen führen zu Rechtsunsicherheiten. Laut der DIHK-Digitalisierungsumfrage 2025 sieht fast jedes dritte Unternehmen darin eine große Hürde für die Digitalisierung der eigenen Prozesse.

Umso wichtiger ist es, zeitnah eine verantwortliche Behörde für die Umsetzung des AI Act in Deutschland zu benennen, die eine praktikable und einheitliche Auslegung gewährleistet. Für KMU sind zudem Reallabore wichtig, in denen sie neue Anwendungen sicher und unkompliziert ausprobieren können. Hier sollte vor allem auf unbürokratische Zugänge für die Breite der Wirtschaft geachtet werden.

Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer

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Auszubildende verdienten im April 2024 im Schnitt 1.238 Euro brutto

Bei der Entscheidung für eine Ausbildung spielen neben den persönlichen Fähigkeiten und künftigen Karriereperspektiven auch die Verdienstmöglichkeiten im Lehrberuf eine Rolle. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verdienten Auszubildende in Deutschland im Erhebungsmonat April 2024 über alle Ausbildungsjahre hinweg im Durchschnitt 1.238 Euro brutto im Monat (ohne Sonderzahlungen).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 26.08.2025

Bei der Entscheidung für eine Ausbildung spielen neben den persönlichen Fähigkeiten und künftigen Karriereperspektiven auch die Verdienstmöglichkeiten im Lehrberuf eine Rolle. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, verdienten Auszubildende in Deutschland im Erhebungsmonat April 2024 über alle Ausbildungsjahre hinweg im Durchschnitt 1.238 Euro brutto im Monat (ohne Sonderzahlungen). Bei Frauen lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst in der Ausbildung mit 1.302 Euro etwas höher als bei Männern (1.187 Euro).

Auszubildende in Gesundheits- und Pflegeberufen mit überdurchschnittlichem Verdienst

Wie viel Auszubildende verdienen, hängt auch vom Beruf ab, den sie erlernen. Überdurchschnittlich verdienten im Jahr 2024 Auszubildende in Gesundheits- und Pflegeberufen. Ihr Monatsverdienst lag im Schnitt bei 1.310 Euro brutto. Ausbildungen in Schifffahrtberufen, wie etwa zur Schiffbauerin und zum Schiffbauer, wurden mit 1.236 Euro brutto im Monat ebenfalls hoch vergütet. Im Handwerk verdienten Auszubildende im Durchschnitt 1.008 Euro brutto im Monat. Die geringste Vergütung erhielten Auszubildende in Künstlerberufen: Auszubildende in Bereichen wie beispielsweise Musik, Fotografie oder Grafikdesign hatten einen monatlichen Bruttoverdienst von durchschnittlich 914 Euro.

Ausbildungsvergütung fällt in kleineren Unternehmen geringer aus

Der Verdienst von Auszubildenden steigt zudem mit der Größe des Ausbildungsunternehmens: Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten zahlten ihren Auszubildenden 2024 ein durchschnittliches Bruttomonatsgehalt von 929 Euro. Auszubildende in Unternehmen mit 50 bis 99 Beschäftigten verdienten 1.083 Euro brutto im Monat. In Unternehmen mit 1.000 oder mehr Beschäftigten erhielten Auszubildende im Schnitt 1.494 Euro brutto im Monat.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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KfW Research erhöht Wachstumsprognose für Deutschland für 2026 deutlich

Die Bundesregierung plant, die Fiskalpolitik bereits in diesem Jahr sehr expansiv auszugestalten. Der Fiskalstimulus des Bundes kommt noch schneller und auch größer als gedacht. KfW Research geht deswegen für das Jahr 2026 von einem deutlich stärkeren Wirtschaftswachstum aus als bislang und erhöht seine Prognose um 0,5 Prozentpunkte auf nun 1,5 Prozent.

KfW, Pressemitteilung vom 25.08.2025

  • Bruttoinlandsprodukt dürfte im kommenden Jahr real um 1,5 Prozent zulegen
  • Für 2025 rechnet KfW Research nun mit einem Plus von immerhin 0,2 Prozent
  • Investitionspaket des Bundes wird Konjunktur anschieben

Die Bundesregierung plant, die Fiskalpolitik bereits in diesem Jahr sehr expansiv auszugestalten. Der Fiskalstimulus des Bundes kommt noch schneller und auch größer als gedacht. KfW Research geht deswegen für das Jahr 2026 von einem deutlich stärkeren Wirtschaftswachstum aus als bislang und erhöht seine Prognose um 0,5 Prozentpunkte auf nun 1,5 Prozent.

Für das laufende Jahr hebt KfW Research seine Prognose ebenfalls von 0,0 Prozent auf nun 0,2 Prozent an. Im laufenden Quartal wird die deutsche Wirtschaft nur geringfügig wachsen, dann aber dürfte die konjunkturelle Aufwärtsdynamik schrittweise zunehmen.

„Für die deutsche Wirtschaft sollte zum Jahresende hin der Rückenwind überwiegen. Schon im vierten Quartal ist mit einem ersten konjunkturellen Schub durch die Investitionsoffensive des Bundes zu rechnen“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Signale für eine zunehmende Kreditnachfrage der Unternehmen und Haushalte weisen auch auf einen Anstieg der privaten Investitionstätigkeit hin. Die signifikanten US-Zollerhöhungen seit Frühjahr 2025 scheinen die Unternehmen recht gut zu verkraften.“

Das Wachstum der Eurozone im laufenden Jahr wird durch eine – nach Revisionen – überraschend starke Entwicklung zum Jahresstart geprägt. KfW Research korrigiert seine Wachstumsprognose für 2025 um 0,4 Prozentpunkte nach oben auf 1,2 Prozent. Nachdem zollbedingte Vorzieheffekte ausgelaufen sind, geht es nun vorerst mit einer geringeren Geschwindigkeit weiter. Für 2026 rechnet KfW Research dann mit einem Wachstum von 1,1 Prozent für die Eurozone.

Für die Inflation bleibt KfW Research bei seiner bisherigen Prognose für Deutschland von 2,1 Prozent für 2025 und 2,0 Prozent im kommenden Jahr (gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex, HVPI).

„Die Inflation in Deutschland ist nach dem zurückliegenden Preisschock wieder unter Kontrolle“, sagt Dr. Dirk Schumacher. Für 2025 erwartet die volkswirtschaftliche Abteilung der KfW Verbraucherpreissteigerungen in der Eurozone um 2,0 Prozent und 1,9 Prozent für 2026.

Auf- und Abwärtsrisiken für die Prognose der deutschen und europäischen Konjunkturentwicklung ergeben sich insbesondere durch weiter bestehende Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der US-Handelspolitik, sowie durch Unsicherheiten in Bezug auf die Umsetzung und Wirkung des Investitionspakets in Deutschland.

Quelle: KfW, KfW Research

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Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2025

Das BIP ist im 2. Quartal 2025 gegenüber dem 1. Quartal 2025 um 0,3 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fiel der Rückgang der Wirtschaftsleistung damit um 0,2 Prozentpunkte stärker aus als in der Schnellmeldung vom 30.07.2025 berichtet.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.08.2025

Wirtschaftsleistung geht nach positivem Jahresbeginn stärker zurück als erwartet

Bruttoinlandsprodukt (BIP), 2. Quartal 2025
-0,3 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
-0,2 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
+0,2 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2025 gegenüber dem 1. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fiel der Rückgang der Wirtschaftsleistung damit um 0,2 Prozentpunkte stärker aus als in der Schnellmeldung vom 30. Juli 2025 berichtet. Vor allem die Industrieproduktion entwickelte sich schlechter als zunächst angenommen. Im 1. Quartal 2025 war das BIP noch um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen, im 4. Quartal 2024 um 0,2 %.

Anhand der neu verfügbaren Daten entwickelte sich insbesondere die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe im Juni 2025 schlechter als erwartet. Zusätzlich wurde der private Konsum für das 2. Quartal 2025 aufgrund neu vorliegender Informationen zu den Dienstleistungsbereichen wie beispielsweise der Monatsstatistik im Gastgewerbe für Juni 2025 nach unten revidiert. Zusammengenommen hatten die zwischen der BIP-Schnellmeldung und dem neuen Berechnungsstand eintreffenden Konjunkturindikatoren eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Gesamtbilds im 2. Quartal 2025 zur Folge.

Konsumausgaben im Vergleich zum Vorquartal gestiegen, Investitionen deutlich im Minus

Die Konsumausgaben insgesamt nahmen im 2. Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem 1. Quartal 2025 um 0,3 % zu. Darunter verzeichnete der private Konsum nur einen geringen Zuwachs von 0,1 %, der damit schwächer ausfiel als in der BIP-Schnellmeldung angenommen. Die Konsumausgaben des Staates nahmen um 0,8 % gegenüber dem Vorquartal zu.

Die Bruttoanlageinvestitionen gingen im 2. Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt deutlich zurück (-1,4 %), nachdem sie zu Jahresanfang noch leicht gestiegen waren. Die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – sanken um 1,9 %. Die Investitionen in Bauten nahmen sogar noch etwas stärker um 2,1 % ab.

Auch vom Außenhandel blieben positive Impulse aus: Exportiert wurden im 2. Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt insgesamt 0,1 % weniger Waren und Dienstleistungen als im 1. Quartal 2025. Der Grund hierfür waren rückläufige Warenexporte (-0,6 %), während die Dienstleistungsexporte um 1,4 % wuchsen. Die Importe von Waren und Dienstleistungen stiegen im Vorquartalsvergleich erneut deutlich um insgesamt 1,6 %.

Bruttowertschöpfung im Baugewerbe deutlich im Minus

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung war im 2. Quartal 2025 insgesamt um 0,2 % niedriger als im 1. Quartal 2025. Einen stärkeren Rückgang als in der BIP-Schnellmeldung angenommen verzeichnete das Baugewerbe mit -3,7 %, nachdem der Jahresauftakt aufgrund guter Witterungsbedingungen noch positiv ausgefallen war. Nach dem deutlichen Anstieg im 1. Quartal 2025 musste auch das Verarbeitende Gewerbe im 2. Quartal 2025 einen Rückschlag hinnehmen. Die Wirtschaftsleistung sank um 0,3 % zum Vorquartal und war damit ebenfalls schlechter als bei den ersten vorläufigen Ergebnissen vom 30. Juli 2025 angenommen. Dabei ging die Produktion in nahezu allen Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes zurück. Lediglich bei der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie im Sonstigen Fahrzeugbau konnten gegenüber dem Vorquartal leichte Zuwächse verzeichnet werden. Während die Wertschöpfung im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe mit -0,6 % ebenfalls sank, blieb sie bei den öffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit (+0,1 %) sowie den sonstigen Dienstleistern (0,0 %) nahezu unverändert. Dagegen konnten der Bereich Information und Kommunikation und die Unternehmensdienstleister ihre wirtschaftliche Leistung im 2. Quartal 2025 jeweils um 0,5 % steigern.

Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gesunken

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 2. Quartal 2025 preisbereinigt um 0,2 % niedriger als im 2. Quartal 2024, wobei im 2. Quartal 2025 ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand. Preis- und kalenderbereinigt nahm die Wirtschaftsleistung daher gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,2 % zu.

Investitionen und Exporte deutlich niedriger als im Vorjahr – positive Impulse vom Konsum

Im 2. Quartal 2025 setzte sich der Rückgang des Investitionsvolumens im Vorjahresvergleich fort, es sank preisbereinigt um 1,9 %. Die Ausrüstungsinvestitionen gingen deutlich um 3,9 % gegenüber dem 2. Quartal 2024 zurück, was unter anderem auf einen Rückgang der gewerblichen Kraftfahrzeug-Zulassungen zurückzuführen war. Begleitet von einer weiterhin überdurchschnittlichen Preisentwicklung im Baugewerbe sanken die preisbereinigten Bauinvestitionen um 2,9 %.

Einen Anstieg zum Vorjahresquartal verzeichneten dagegen die Konsumausgaben, die preisbereinigt um 1,5 % zunahmen. Darunter stiegen die privaten Konsumausgaben um 1,2 %, wobei die preisbereinigten Ausgaben für Güter, wie zum Beispiel für Nahrungsmittel und Getränke, im Vergleich zum 2. Quartal 2024 besonders stark zulegten. Die preisbereinigten Konsumausgaben der privaten Haushalte für Dienstleistungen, wie beispielsweise Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen, wiesen hingegen nur ein kleines Plus auf. Auch die Konsumausgaben des Staates nahmen mit +2,1 % zum Vorjahresquartal zu. Grund hierfür waren insbesondere höhere soziale Sachleistungen in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Der Handel mit dem Ausland entwickelte sich im 2. Quartal 2025 weiterhin zweigeteilt: Die preisbereinigten Exporte sanken deutlich um 2,4 % zum Vorjahresquartal. Dabei standen deutliche Rückgänge der Warenexporte (-3,6 %) einem Anstieg der Dienstleistungsexporte (+1,8 %) gegenüber. Die negative Entwicklung der Warenexporte war unter anderem auf geringere Ausfuhren von Maschinen, chemischen Erzeugnissen sowie Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen zurückzuführen. Die Importe von Waren und Dienstleistungen legten dagegen mit +3,3 % kräftig im Vergleich mit dem Vorjahresquartal zu. Dabei wurden sowohl mehr Waren (+4,7 %) als auch mehr Dienstleistungen (+0,3 %) eingeführt als noch ein Jahr zuvor. Ursächlich für den Anstieg der Warenimporte waren vor allem höhere Einfuhren von Nahrungsmitteln, Metallen, elektrischen Ausrüstungen sowie von Maschinen.

Baugewerbe im Vorjahresvergleich mit starkem Rückgang, Dienstleistungsbereiche stagnieren

Insgesamt lag die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im 2. Quartal 2025 um 0,7 % unter dem Niveau des 2. Quartals 2024. Dabei setzte sich die Abwärtsdynamik im Verarbeitenden Gewerbe und im Bau weiter fort: Das Baugewerbe musste mit -6,9 % den deutlichsten Rückgang der Wertschöpfung hinnehmen. Dort sank die Wirtschaftsleistung in allen drei Unterbereichen, im Ausbaugewerbe aber besonders stark. Im Verarbeitenden Gewerbe lag die Bruttowertschöpfung 2,2 % unter dem Vorjahreswert.

In den Dienstleistungsbereichen stagnierte die Wirtschaftsleistung insgesamt (0,0 %). Insbesondere in den zusammengefassten Bereichen öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+1,2 %) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe (+0,4 %) erhöhte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im 2. Quartal 2025. Dagegen sank die wirtschaftliche Leistung der Unternehmensdienstleister um 1,2 %, die der sonstigen Dienstleister um 0,5 % zum Vorjahresquartal.

Erwerbstätigkeit nahezu unverändert

Die Wirtschaftsleistung wurde im 2. Quartal 2025 von rund 46,0 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 10 000 Personen (0,0 %) mehr als im 2. Quartal 2024. Weiter anhaltende Rückgänge im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe standen dabei einem Anstieg im Dienstleistungsbereich gegenüber (siehe Pressemitteilung Nr. 301 vom 15. August 2025).

Im Durchschnitt wurden je Erwerbstätigen weniger Arbeitsstunden geleistet als im 2. Quartal 2024 (-0,5 %). Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also das Produkt aus der gestiegenen Erwerbstätigenzahl und den geleisteten Stunden je erwerbstätiger Person – sank im gleichen Zeitraum ebenfalls um 0,5 %. Das ergaben vorläufige Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde – nahm nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem 2. Quartal 2024 um 0,3 % zu. Je Erwerbstätigen sank sie dagegen um 0,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Konsum stieg stärker als Einkommen, Sparquote niedriger als im Vorjahr

In jeweiligen Preisen war das BIP im 2. Quartal 2025 um 2,7 % und das Bruttonationaleinkommen um 3,1 % höher als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen war um 2,7 % höher als im 2. Quartal 2024. Dabei stieg nach vorläufigen Berechnungen das Arbeitnehmerentgelt insgesamt um 4,8 %. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen sanken hingegen um 3,5 %. Je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer stiegen die durchschnittlichen Bruttolöhne und ‑gehälter im 2. Quartal 2025 um 4,3 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Netto erhöhten sich die Durchschnittsverdienste mit +3,6 % aufgrund stark gestiegener Sozialbeiträge der Arbeitnehmer weniger deutlich.

Da der Konsum der privaten Haushalte im Vorjahresvergleich stärker zulegte (+3,7 %) als ihr gesamtwirtschaftliches Einkommen (+2,5 %), reduzierte sich die Sparquote auf 9,7 %. Im 2. Quartal 2024 hatte sie bei 10,8 % gelegen.

Die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich

In den anderen großen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) sowie in der EU insgesamt entwickelte sich die Wirtschaft im 2. Quartal 2025 besser als in Deutschland. Das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP stieg in Spanien mit +0,7 % am deutlichsten und nahm auch in Frankreich (+0,3 %) sowie in der EU insgesamt (+0,2 %) gegenüber dem Vorquartal zu. In Italien dagegen sank die Wirtschaftsleistung mit ‑0,1 % weniger stark als in Deutschland. In den Vereinigten Staaten (USA) fiel das BIP im Vergleich mit dem 1. Quartal 2025 um 0,7 % höher aus.

Im preis-, saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich nahm die Wirtschaftsleistung in Deutschland leicht um 0,2 % zu, während sie in der EU insgesamt deutlich um 1,5 % anstieg. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Sommerbelebung in der Gastronomie bleibt aus

Der DATEV Mittelstandsindex August 2025 zeigt, dass sich der wirtschaftliche Abwärtstrend im Mittelstand in Deutschland fortsetzt. Ein Aufschwung ist weiterhin nicht in Sicht.

Wirtschaftlicher Abwärtstrend setzt sich fort; Umsätze im deutschen Mittelstand sind im Juli um 1,7 Prozent gesunken; Gastgewerbe verliert 4,0 Prozent; Verarbeitendes Gewerbe und Bauhauptgewerbe ebenfalls deutlich rückläufig; Löhne und Gehälter wachsen um 4,0 Prozent; Beschäftigung sinkt um 0,3 Prozent.

Nürnberg, 20. August 2025: Die Trendwende hin zu einem Aufschwung in der mittelständischen Wirtschaft ist nach wie vor nicht in Sicht. Die Abwärtsentwicklung setzt sich fort. Das zeigen die Daten des aktuellen DATEV Mittelstandsindex. Demnach sind die Umsätze in den kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf 91,9 Punkte gesunken – saison- und kalenderbereinigt.

In der Gastronomie bringen die Sommermonate oft Schwung in die Umsatzentwicklung. Dafür sorgt in der Regel die Kombination aus gutem Wetter, hoher Mobilität, Tourismus, vermehrten Freizeitaktivitäten und erweiterten Angeboten. Doch diese übliche saisonale Dynamik ist bisher in den Daten des DATEV Mittelstandsindex kaum zu sehen. „Mit der ausbleibenden Sommerbelebung verschärft sich die wirtschaftliche Lage in der Gastronomie weiter”, sagt Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der DATEV eG. „Die Hoffnungen liegen jetzt auf einer positiveren Entwicklung im August.“

Im Vergleich zum Juli 2024 sinkt der nominale Umsatz auch in nahezu allen anderen Branchen. Im Verarbeitenden Gewerbe zeigt sich ein Rückgang um 2,8 Prozent, im Bauhauptgewerbe um 2,0 Prozent. Lediglich im Handel lassen sich schwache Anzeichen einer Umsatzstabilisierung erkennen – plus 0,1 Prozent. Von der negativen Entwicklung sind fast alle Bundesländer betroffen. Nur Niedersachsen weist ein Plus von 2,5 Prozent auf. Das ist aber vor allem auf einen statistischen Effekt zurückzuführen, weil im Vergleichsmonat 2024 dort der Umsatz eingebrochen war.

Der Lohnindex steigt im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 Prozent auf 115,3 Punkte – saison- und kalenderbereinigt sowie nominal. Ein Anstieg ist in allen Branchen, Bundesländern und Unternehmensgrößen zu beobachten. Damit übertrifft das Lohn- und Gehaltswachstum weiterhin flächendeckend die allgemeine Preisentwicklung.

Der Beschäftigungsindex sinkt im Juli saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent auf 101,6 Punkte. Während mittlere Unternehmen ihre Beschäftigung nach wie vor ausbauen können, verzeichnen Kleinst- und Kleinunternehmen weiterhin einen Beschäftigungsrückgang. Am deutlichsten ist das Gastgewerbe vom Stellenabbau betroffen (minus 3,4 Prozent).

Mehr dazu

Detailliertere Informationen zum DATEV Mittelstandsindex und individuelle Filtermöglichkeiten finden Sie unter mittelstandsindex.datev.de

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