Jedes dritte Unternehmen sucht die Nähe zu Startups

Etablierte Unternehmen haben oft hervorragende Marktkenntnisse und eingeführte Produkte, aber häufig fehlen ihnen Erfahrungen mit neuesten digitalen Technologien oder innovativen Geschäftsmodellen. Jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) in Deutschland arbeitet deshalb lt. Bitkom mit Tech-Startups zusammen.

Bitkom, Mitteilung vom 14.04.2025

  • Die große Mehrheit ist mit der Zusammenarbeit zufrieden
  • Größte Hürden für eine Zusammenarbeit sind fehlendes Geld, fehlende Kontakte und fehlende Ideen

Etablierte Unternehmen haben oft hervorragende Marktkenntnisse und eingeführte Produkte, aber häufig fehlen ihnen Erfahrungen mit neuesten digitalen Technologien oder innovativen Geschäftsmodellen. Jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) in Deutschland arbeitet deshalb mit Tech-Startups zusammen. 11 Prozent entwickeln dabei gemeinsam neue Produkte oder Dienstleistungen, 3 Prozent sind finanziell an Startups beteiligt und 2 Prozent haben aus dem eigenen Unternehmen heraus selbst Startups gegründet. Am häufigsten (23 Prozent) sind aber lockere Kooperationen, etwa bei Gründerwettbewerbern. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Es gibt einen einfachen Weg, die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft zu beschleunigen: mehr Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Unternehmen. Insbesondere der für Deutschland immens wichtige Mittelstand würde davon profitieren“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Zugleich stärken Kooperationen die Startups, verschaffen ihnen besseren Zugang zum Markt und machen Deutschland als Startup-Standort interessanterer.“

So gut wie alle Unternehmen, die mit Startups zusammenarbeiten, sind mit den Ergebnissen zufrieden. 46 Prozent sagen, die Erwartungen seien voll und ganz erfüllt worden, bei 47 Prozent sind sie eher erfüllt worden – und bei 5 Prozent sind sie übertroffen worden. Praktisch kein Unternehmen äußerte sich enttäuscht oder unzufrieden über die Kooperation.

Fragt man jene Unternehmen, die nicht mit Startups kooperieren, nach den Gründen für diese Distanz, so sagen 45 Prozent, dass es dafür kein Budget gibt. 44 Prozent haben schlicht keinen Kontakt zu Startups, 42 Prozent fehlt es an einem konkreten Projekt und 38 Prozent haben keine Zeit. Jeweils rund ein Viertel erkennt keinen Mehrwert in einer Zusammenarbeit mit Startups (25 Prozent) oder betrachtet Startups nicht als Partner, sondern als Konkurrenten (28 Prozent). Wintergerst: „Die meisten Unternehmen würden von einem Austausch mit Startups profitieren. Der dafür notwendige Aufwand an Zeit und Geld ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.“

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 2025

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem turbulenten Umfeld: Die angekündigten und kurz darauf teilweise wieder ausgesetzten US-Zollerhöhungen haben weltweit die Unsicherheit erhöht, Turbulenzen an den Finanzmärkten ausgelöst und die globalen Handels- und Wachstumsperspektiven gedämpft. Während konsumnahe Dienstleistungen zu Jahresbeginn eine leichte Erholung zeigen, bleibt die Lage lt. BMWK im Produzierenden Gewerbe und bei unternehmensnahen Dienstleistungen angespannt.

BMWK, Pressemitteilung vom 14.04.2025

  • Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem turbulenten Umfeld: Die angekündigten und kurz darauf teilweise wieder ausgesetzten US-Zollerhöhungen haben weltweit die Unsicherheit erhöht, Turbulenzen an den Finanzmärkten ausgelöst und die globalen Handels- und Wachstumsperspektiven gedämpft. Während konsumnahe Dienstleistungen zu Jahresbeginn eine leichte Erholung zeigen, bleibt die Lage im Produzierenden Gewerbe und bei unternehmensnahen Dienstleistungen angespannt. Die Auswirkungen der US-Handelspolitik sind in den aktuellen Wirtschaftsindikatoren noch nicht erfasst und das Risiko einer deutlichen globalen Wachstumsabschwächung, die auch Deutschland treffen würde, hat erheblich zugenommen.
  • Nach einem positiven Start ins Jahr 2025 ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Februar preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um -1,3 % gesunken. In der Industrie ging die Ausbringung mit -0,5 % nur leicht zurück, während die Rückgänge im Baugewerbe und im Bereich Energie hingegen mit -3,2% bzw. -3,3% deutlicher ausfielen. Zuletzt haben sich zwar die Stimmungsindikatoren für die Industrie verbessert. Es ist aber davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung angesichts US-Zollpolitik wohl nicht fortsetzen wird.
  • Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Februar leicht um 0,3 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Februar ein reales Umsatzplus von 4,4 %. Neuzulassungen von Pkw insgesamt waren im März sowohl gegenüber dem Vormonat mit -2,2 % als auch dem Vorjahresmonat mit -3,9 % rückläufig. Auch die Verbraucherstimmung dürfte angesichts der jüngsten geopolitischen Entwicklungen erneut Rückschläge erfahren.
  • Inflationsrate näherte sich im März mit +2,2 % der 2%-Marke weiter an. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat dabei weiter zugenommen, während die Energiepreise stärker rückläufig waren als zuvor. Die Kernrate ist etwas zurückgegangen, was an dem geringeren Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen gelegen haben dürfte, der aber nach wie vor überdurchschnittlich war. Auch im weiteren Jahresverlauf sollten die inflationsdämpfenden Faktoren die Oberhand behalten.
  • Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche fällt die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt in diesem Jahr außergewöhnlich schwach aus. Die Arbeitslosigkeit ist saisonbereinigt abermals um 26 Tsd. Personen gestiegen und die Erwerbstätigkeit ging im Februar mit -10 Tsd. Personen ebenfalls wieder etwas stärker als saisonüblich zurück. Während die realisierte Kurzarbeit im Januar mit 240 Tsd. Personen erneut höher lag als im Vorjahr, haben sich die Anzeigen von Kurzarbeit auf etwas geringerem Niveau als zuvor stabilisiert. Da die Frühindikatoren einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit und eine anhaltend rückläufige Beschäftigungsentwicklung erwarten lassen, ist vorerst weiterhin mit einer schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt zu rechnen.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlichen Daten im Januar 2025 verglichen mit dem Vormonat leicht angestiegen (+2,2 %). Der IWH-Insolvenztrend weist für März ebenfalls einen leichten Anstieg von 1,6 % auf 1.459 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften aus. Im ersten Quartal 2025 wurden somit laut IWH-Daten insgesamt 4.237 Insolvenzen registriert, ein Plus von 18,4 % gegenüber dem ersten Quartal 2024.

US-Zollankündigungen dämpfen Wachstumsperspektiven

Im Frühjahr 2025 befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem herausfordernden Umfeld. Zwar haben die finanzpolitischen Weichenstellungen der künftigen Regierungskoalition sowie die damit verbundenen Änderungen im Grundgesetz zunächst für eine spürbare Stimmungsaufhellung in Unternehmen und bei Verbraucherinnen und Verbrauchern gesorgt. Doch die am 2. April von der US-Regierung angekündigten umfassenden Zollerhöhungen, die kurz darauf wieder zum Teil zurückgenommen wurden, haben an den internationalen Finanzmärkten Turbulenzen ausgelöst und weltweit zu einer deutlichen Korrektur der Wachstumserwartungen geführt – insbesondere auch mit Blick auf die US-Wirtschaft.

Noch ist unklar, in welchem Umfang und über welchen Zeitraum die bereits wirksamen und die weiteren angekündigten protektionistischen Maßnahmen Bestand haben werden und welche Gegenreaktionen sie nach sich ziehen. Klar ist jedoch: Die sprunghaften Ankündigungen haben weltweit die Unsicherheit in Unternehmen und privaten Haushalten spürbar verstärkt – mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf die kurzfristigen wirtschaftlichen Perspektiven.

Diese Entwicklung trifft die deutsche Wirtschaft zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Phase wirtschaftlicher Stagnation der vergangenen Jahre ist noch nicht überwunden. Zwar gab es zuletzt erste positive Signale bei wichtigen Frühindikatoren wie dem ifo Geschäftsklima, den ZEW-Konjunkturerwartungen und dem Konsumentenvertrauen, doch die unberechenbare US-Handelspolitik dürfte zu deutlichen Rückschlägen bei den Erwartungen führen.

Besonders betroffen von den handelspolitischen Spannungen ist die stark exportorientierte und tief in globale Lieferketten eingebundene deutsche Industrie, die sich nach wie vor in einer Schwächephase befindet. Während sich die inländischen Auftragseingänge im Februar – bereinigt um Großaufträge – stabilisierten, zeigten die Auslandsaufträge weiterhin einen rückläufigen Trend. Auch die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe hat im Februar erneut etwas nachgelassen. Insgesamt ist daher vom produzierenden Gewerbe im ersten Quartal kein nennenswerter Wachstumsbeitrag zu erwarten.

Etwas positiver präsentiert sich das Bild bei konsumorientierten, binnenwirtschaftlich geprägten Dienstleistungsbranchen wie dem Einzelhandel oder dem Gastgewerbe, die zum Jahresbeginn saisonbereinigt zulegen konnten. Unternehmensnahe Dienstleistungen hingegen starteten – mit Ausnahme der Bereiche Grundstück- und Wohnungswesen und Verkehr – eher schwach ins Jahr.

Die Folgen der jüngsten US-Zollentscheidungen spiegeln sich bislang noch nicht in den vorliegenden Konjunktur- und Stimmungsindikatoren wider und erhöhen das Risiko einer deutlichen Abschwächung der globalen Handels- und Wirtschaftsentwicklung – dies würde auch die stark vernetzte deutsche Volkswirtschaft spürbar treffen.

US-Handelspolitik lastet auf weltwirtschaftlichen Perspektiven

Die Anfang April angekündigten weitreichenden US-Zollanhebungen haben weltweit zu Turbulenzen geführt. An den Finanzmärkten waren zunächst zum Teil hohe Kursverluste zu verzeichnen und erste Frühindikatoren, die schon für den April vorliegen, haben deutlich nachgegeben. So ist der Sentix-Index, ein Indikator für die Stimmung unter Finanzinvestoren, im April über alle Wirtschaftsregionen hinweg eingebrochen. Für die Weltwirtschaft insgesamt ist der Sentix im April um 16,6 Punkte auf -12,0 Punkte gefallen. Die Einbußen beim US-Index fielen mit -24,7 Punkten noch wesentlich größer aus, wozu besonders der Einbruch der Konjunkturerwartungen der Finanzmarktakteure von -17,8 auf -42,0 Punkte und damit auf den geringsten Stand seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 beitrug. In Reaktion auf die Ankündigung einer 90-tägigen US-Zollpause für viele Länder – ausgenommen China – kurz nach Inkrafttreten der zuvor angekündigten weitreichenden „reziproken Zölle“ am 9. April, wurde ein Teil der vorangegangenen Kursverluste vielerorts wieder wettgemacht.

Im ersten Quartal 2025 dürfte sich die Weltwirtschaft laut aktuell vorliegenden Indikatoren aber robust entwickelt haben – zum Teil wohl auch gestützt durch vorgezogene Bestellungen von US-Unternehmen und einen Lageraufbau mit Blick auf die angekündigten zusätzlichen Handelsbarrieren. Im Januar bewegte sich die globale Industrieproduktion saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat in etwa seitwärts, im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie um 2,7 % im Plus. Auch die Frühindikatoren für die weltwirtschaftliche Entwicklung im ersten Quartal weisen auf eine moderate Expansion hin: Der Stimmungsindikator von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im März dank einer Stimmungsaufhellung bei den Dienstleistern von 51,5 auf 52,1 Punkte gestiegen. In der Industrie trübte sich die Stimmung nach den Verbesserungen in den vorangegangenen beiden Monaten wieder etwas ein, der Indikator blieb mit 50,3 Punkten aber weiter leicht oberhalb der Wachstumsschwelle.

Auch der Welthandel hat zu Jahresbeginn weiter zugenommen. Nach einem Plus im Dezember von saisonbereinigt 0,8 % gegenüber dem Vormonat expandierte er im Januar nochmals recht deutlich um 1,1 % und lag damit um 5,0 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Ein Blick auf den Güterhandel nach Ländern zeigt, dass dazu ein deutlicher Anstieg der US-Warenimporte beigetragen hat, was für Vorzieheffekte mit Blick auf die angekündigten Zollerhöhungen spricht. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index hat im Februar seine Aufwärtsbewegung mit einem Anstieg um 1,1 Punkte auf 135,1 Punkte ebenfalls fortgesetzt. Während die Aktivität in den chinesischen Häfen deutlich zunahm, erhielt der Containerumschlag in den europäischen Häfen nach dem deutlichen Zuwachs im Vormonat einen Dämpfer.

Insgesamt bestehen aktuell erhebliche Risiken und Unsicherheiten für die weiteren Wachstumsperspektiven der Weltwirtschaft. In ihrem Frühjahrsgutachten erwartet die Gemeinschaftsdiagnose nur noch ein Wachstum des weltweiten BIP von jeweils 2,4 % in diesem und im kommenden Jahr, nach 2,7 % im Jahr 2024.

Exporte vorübergehend durch Vorzieheffekte gestützt

Das deutsche Exportgeschäft hat sich zuletzt etwas erholt. Im Februar haben die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saison- und kalenderbereinigt mit +1,5 % recht deutlich gegenüber dem Vormonat expandiert, nachdem sie laut revidierten Daten schon im Januar um 1,5 % zugelegt hatten. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lagen sie damit zuletzt um 1,8 % im Plus. Dabei gab es Anzeichen für Vorzieheffekte durch die angekündigten US-Zollanhebungen: Besonders kräftig legten die Lieferungen in die USA mit +8,5 % gegenüber dem Vormonat zu, aber auch nach China (+0,6 %) und in die EU (+0,5 %) waren Zuwächse zu verzeichnen. Auch die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen sind im Februar mit saison- und kalenderbereinigt +0,2 % gegenüber dem Vormonat weiter leicht gestiegen. Im Dreimonatsvergleich stagnierten sie mit +0,1 % nahezu. Durch den stärkeren Anstieg der Exporte im Vergleich zu den Importen nahm der monatliche Außenhandelsüberschuss saisonbereinigt von 10,0 Milliarden Euro auf 12,1 Milliarden Euro zu.

Nach dem deutlichen Anstieg im Januar sind die Einfuhrpreise im Februar saisonbereinigt lediglich um 0,1 % ggü. dem Vormonat gestiegen, wobei vor allem die Preise für Vorleistungsgüter zunahmen. Die Ausfuhrpreise legten mit +0,2 % etwas stärker zu. Damit verbesserten sich die Terms of Trade ggü. dem Vormonat geringfügig um 0,1 %. Preisbereinigt dürfte die Zunahme der Warenaus- und -einfuhren also etwas geringer ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren senden aktuell zwar verhalten positive Signale, sie dürften sich aber angesichts der jüngst angekündigten US-Zollerhöhungen und der massiv gestiegenen handelspolitischen Unsicherheit im weiteren Verlauf wieder merklich eintrüben. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im Februar saisonbereinigt mit +0,8 % leicht gegenüber dem Vormonat gestiegen. Während die ausländische Nachfrage nach Investitionsgütern um 3,3 % expandierte, wozu vor allem steigende Orders aus dem Nicht-Euroraum mit einem Plus von 6,9 % beitrugen, nahmen die Bestellungen von Vorleistungs- und Konsumgütern ab. Im Dreimonatsvergleich lagen die Auslandsbestellungen insgesamt um 5,8 % im Minus. Auch wenn das Verarbeitende Gewerbe nach wie vor per Saldo schrumpfende Auslandsumsätze erwartet, haben sich die ifo Exporterwartungen im März weiter aufgehellt (von -4,7 auf -1,6 Punkte). Wichtige Branchen wie der Automobil- und der Maschinenbau sowie die chemische Industrie rechneten im März, also vor der Bekanntgabe der zusätzlichen US-Zollerhöhungen vom 2. April und dem anschließenden Moratorium für viele Länder für die kommenden drei Monate, überraschenderweise mit steigenden Ausfuhren.

Zu Jahresbeginn scheinen die Exporteure noch von vorgezogenen Bestellungen bzw. einem Lageraufbau seitens US-Unternehmen profitiert zu haben. Durch die US-Zollpolitik ist die Unsicherheit über die Entwicklung des deutschen Exportgeschäfts aktuell außergewöhnlich hoch. Trotz der kürzlichen Verschiebung einer Reihe von US-Zollanhebungen bis Anfang Juli sind die US-Zölle und die anderer Länder aktuell auf einem deutlich höheren Niveau als zuvor; insgesamt dürfte sich damit die Stimmung in der Exportwirtschaft im zweiten Quartal wieder eintrüben. Eine Erholung der deutschen Exportwirtschaft ist in der aktuell von zunehmendem Protektionismus und Unsicherheit geprägten geopolitischen Lage weiterhin nicht zu erwarten.

Produktion wieder gesunken nach positivem Start ins Jahr 2025

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist preis-, kalender- und saisonbereinigt im Februar gegenüber dem Vormonat um 1,3 % gesunken. Im Januar hatte sie mit +2,0 % noch deutlich zugelegt. In der Industrie ging die Ausbringung mit -0,5 % nur leicht zurück, im Baugewerbe und im Bereich Energie fielen die Rückgänge hingegen mit -3,2 % bzw. -3,3 % deutlich stärker als saisonüblich aus.

Innerhalb der Industrie waren im Februar unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Wirtschaftszweigen zu beobachten: Spürbare Rückgänge verzeichneten Nahrungs- und Futtermittel (-5,3 %), pharmazeutische (-4,0 %) und chemische Erzeugnisse (-1,0 %) sowie die Reparatur und Installation von Maschinen (-1,9 %). Auch der zuletzt häufig durch Großaufträge geprägte sonstige Fahrzeugbau entwickelte sich leicht rückläufig (-1,3 %). Die Ausbringung von Kfz und Kfz-Teilen stagnierte hingegen (-0,1 %). Deutliche Zuwächse verzeichneten die Produktion von elektrischen Ausrüstungen (+3,3 %) sowie von DV-geräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (+2,6 %). Ebenfalls zulegen konnte die Metallerzeugung und Bearbeitung (+2,4%), die Herstellung von Metallerzeugnissen (+1,7 %) sowie der gewichtige Maschinenbau (+0,6 %).

Im weniger schwankungsanfälligen und damit aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich stagnierte die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Februar mit +0,1 % nahezu. Dabei entwickelte sich die Industrieproduktion mit -0,8% weiterhin rückläufig, wohingegen das Baugewerbe mit +1,6 % und die Energieproduktion mit +3,7% deutlich zulegen konnten.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich nach dem starken Rückgang zu Jahresbeginn zuletzt wieder stabilisiert. Sie sind im Februar gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt unverändert geblieben, nachdem sie im Januar um 5,5 % gesunken waren. Aus dem Inland und dem Euroraum gingen im Februar 1,2 % bzw. 3,0 % weniger Bestellungen ein. Die Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum legte dagegen um 3,4 % zu. Bereinigt um Großaufträge nahmen die Ordereingänge insgesamt leicht um 0,2 % gegenüber dem Vormonat ab.

Im Dreimonatsvergleich verringerten sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 1,6 %. Dabei legten zwar die Ordereingänge aus dem Inland um 5,3 % zu, aber bei den Bestellungen aus dem Euroraum und dem Nicht-Euroraum waren Rückgänge um 2,7 % bzw. 7,8 % zu verzeichnen.

Die Indikatoren weisen auf eine Seitwärtsbewegung der Industrieproduktion hin. Angesichts der im Trend weiterhin rückläufigen Auftragseingänge und der erratischen US-Handelspolitik ist für die kommenden Monate mit einer erneuten, spürbaren Abschwächung der Industriekonjunktur zu rechnen.

Einzelhandelsumsatz mit leichten Zuwächsen; Frühindikatoren zeigen Aufhellung

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Februar leicht um 0,3 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Februar ein reales Umsatzplus von 4,4 %. Der Handel mit Lebensmitteln zog im Februar ebenfalls leicht an (+0,7 %). Der Umsatz im Internet- und Versandhandel stieg um 0,9 % gegenüber dem Vormonat und um deutliche14,5 % gegenüber. dem Vorjahr.

Neuzulassungen von Pkw insgesamt waren im März erneut sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahresmonat rückläufig (-2,2 % bzw. -3,9 %). Im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen die Zulassungen gegenüber der Vorperiode deutlich um 8,6 % ab. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im März im Vormonatsvergleich ein Minus von 2,4 %. In der Dreimonatsbetrachtung sanken die Zahlen signifikant um 7,4 %. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich im März um 2,1 %. Auch hier fällt der Rückgang im Dreimonatsvergleich mit -9,1 % deutlich kräftiger aus. Das Gastgewerbe verzeichnete im Januar ggü. dem Vormonat eine nominale Umsatzsteigerung von 2,5 %; preisbereinigt belief sich das Plus auf 2,7 %. Gegenüber Januar 2024 setzte das Gastgewerbe real 0,3 % weniger und nominal 3,9 % mehr um.

Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) ist im März um 1,2 Zähler auf 22,6 Punkte gestiegen. Die Beurteilung der aktuellen Lage hellte sich geringfügig um 0,1 auf 13,4 Punkte auf. Die Erwartungen stiegen um 2,2 auf -31,3 Punkte. Lt. Prognose der GfK wird das Konsumklima im April geringfügig um 0,1 Zähler auf 24,5 Pt. steigen. Für März gibt das Marktforschungsinstitut eine Abnahme von 2,0 auf -24,6 Pt. an. Positive Effekte hatten laut GfK am aktuellen Rand die Zunahme von Konjunktur- sowie Einkommenserwartungen und der Anschaffungsneigung. Die Sparneigung zog hingegen an und trübte das Gesamtbild. Das HDE-Konsumbarometer blieb im März nahezu unverändert.

Die zuletzt leichte Aufhellung der Verbraucherstimmung dürfte sich allerdings vor dem Hintergrund der US-Zollankündigungen und der daraus folgenden Finanzmarktturbulenzen zunächst nicht weiter fortsetzen.

Inflationsrate sinkt leicht auf 2,2 %

Die Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) ging im März geringfügig auf +2,2 % zurück. Im Vormonatsvergleich erhöhten sie sich um 0,3 %. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich im März weiter verstärkt. Die Preise lagen hier im März um 3,0 % höher als im Vorjahresmonat und nahmen damit überdurchschnittlich zu. Die Energiepreise hingegen waren im März mit -2,8 % im Vorjahresvergleich deutlich rückläufig und der entlastende Effekt auf die Inflationsrate insgesamt vergrößerte sich merklich. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) ist weiter leicht auf +2,6 % gefallen. Mit ausschlaggebend hierfür war ein erneut geringerer Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen von +3,5 %, der aber weiterhin deutlich überdurchschnittlich blieb.

Die Preise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen entwickeln sich zunehmend dynamischer, wirken aber insgesamt noch nicht erhöhend auf die Inflationsrate: Die Erzeugerpreise nahmen im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,7 % zu, im Vergleich zum Vormonat sind sie um 0,2 % gesunken. Die Einfuhrpreise legten im Februar im Vormonatsvergleich um 0,3 % zu und lagen damit um 3,6 % über ihrem Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise im Großhandel haben sich im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,6 % erhöht und im Vergleich dem Vorjahresmonat um 1,6 %.

An den Spotmärkten haben die Preise für Erdgas binnen Jahresfrist spürbar angezogen und der TTF Base Load lag zuletzt bei rd. 34 Euro/MWh und damit rd. 24 % über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat sind sie jedoch um ca. 21 % gesunken. Die Markterwartungen deuten für die kommenden Quartale auf Erdgaspreise von um die 35 Euro/MWh hin. Der Preis für Rohöl (Brent) lag mit zuletzt rd. 59 Euro/bl rd. 7 % unter dem Niveau des Vormonats bzw. ca. 29 % unter dem Vorjahreswert.

Im weiteren Jahresverlauf sollten inflationsdämpfende Faktoren – wie die insgesamt noch moderate Preisentwicklung auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die Nachwirkung der restriktiven Geldpolitik und wieder niedrigere Tarifabschlüsse – die Oberhand behalten.

Weiterhin keine Wende auf dem Arbeitsmarkt erkennbar

Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche fällt die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr außergewöhnlich schwach aus. Die Arbeitslosigkeit ist saisonbereinigt (sb) abermals um 26 Tsd. Personen gestiegen, liegt damit aber weiterhin unterhalb der 3 Mio. Schwelle. Auch die Unterbeschäftigung verzeichnete mit sb +13 Tsd. Personen erneut einen leichten Anstieg. Gleichzeitig ist die Erwerbstätigkeit im Februar sb mit –10 Tsd. Personen wieder etwas stärker als saisonüblich zurückgegangen. Die SV-pflichtige Beschäftigung ist im Januar um sb 12 Tsd. Personen gesunken und weist damit auch im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich eine rückläufige Entwicklung auf. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag im Januar mit 240 Tsd. Personen abermals deutlich höher als im Vorjahr, die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit scheint sich jedoch auf etwas geringerem Niveau als zuvor zu stabilisieren.

Die Frühindikatoren lassen eine weiterhin schwache Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erwarten: Sowohl das vom IAB für das vierte Quartal 2024 geschätzte gesamtwirtschaftliche Stellenangebot als auch die im März bei der BA gemeldeten Stellen deuten auf eine im Trend weiter rückläufige Arbeitsnachfrage hin. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist auf nunmehr 98,2 Punkten gesunken und weist auf einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie auf eine anhaltend rückläufige Beschäftigungsentwicklung hin. Auch das ifo Beschäftigungsbarometer hat sich erneut abgeschwächt und signalisiert weiterhin negative Beschäftigungsaussichten in allen vier Teilsektoren. Angesichts der durch die unvorhersehbare US-Handelspolitik zuletzt abermals gestiegenen Verunsicherung ist eine baldige Trendwende am Arbeitsmarkt daher vorerst nicht absehbar.

Unternehmensinsolvenzen leicht gestiegen

Im Januar 2025 lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach endgültigen Ergebnissen mit 1.830 Fällen leicht über dem Niveau des Vormonats Dezember (1.791) und 12,8 % über dem Vorjahresmonat. Die betroffenen Beschäftigten sind gegenüber dem Vormonat hingegen um 2,7 % und die voraussichtlichen Forderungen um 8,4% gesunken, was dafür spricht, das im Vergleich zum Vormonat eher kleinere Unternehmen von einer Insolvenz betroffen waren. Als Ursachen für die Zunahme der Unternehmensinsolvenzen sind unterschiedliche Faktoren zu nennen, darunter die gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung, strukturelle Herausforderungen, gestiegene Kosten sowie Nachwirkungen der vorangegangenen Krisen (u. a. Nachholeffekte aus der Zeit der durch Sonderregelungen geprägten Corona-Jahre).

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im März mit 1.459 Insolvenzen einen leichten Anstieg von 1,6 % gegenüber dem Vormonat sowie +12,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Im ersten Quartal 2025 gab es insgesamt 4.237 Insolvenzen und damit 18,4 % mehr als im ersten Quartal 2024.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Powered by WPeMatico

Deutscher Markt für Wagniskapital startet solide ins neue Jahr

Deutsche Start-ups haben im ersten Quartal 2025 in 295 Finanzierungsrunden rund 1,6 Milliarden Euro Kapital eingeworben. Der deutsche Markt für Wagniskapital ist damit sehr solide in das neue Jahr gestartet, ein eindeutiger Trend in die eine oder andere Richtung ist lt. KfW Research jedoch noch nicht erkennbar.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 14.04.2025

  • Hiesige Start-ups sammeln im ersten Quartal 1,6 Milliarden Euro ein
  • Engagement von US-Investoren geht deutlich zurück
  • Zahl der Exits steigt das zweite Quartal in Folge

Deutsche Start-ups haben im ersten Quartal 2025 in 295 Finanzierungsrunden rund 1,6 Milliarden Euro Kapital eingeworben.

„Der deutsche Markt für Wagniskapital ist damit sehr solide in das neue Jahr gestartet, ein eindeutiger Trend in die eine oder andere Richtung ist jedoch noch nicht erkennbar“, sagte Dr. Steffen Viete, Fachmann für Wagniskapital (Venture Capital, VC) bei KfW Research. Das Dealvolumen lag zwar 14 Prozent über dem des vierten Quartals 2024 mit 1,4 Milliarden Euro, war jedoch niedriger als im Vorjahresquartal (1,9 Milliarden Euro). Die Anzahl der Transaktionen sank im Vergleich zu beiden Quartalen deutlich.

Dabei ist jedoch festzuhalten, dass ein höheres Dealvolumen in zurückliegenden Quartalen oft durch einzelne Megarunden mit Volumen von 250 Millionen Euro und mehr getrieben war. Solche Finanzierungen sind im bisherigen Verlauf des Jahres 2025 ausgeblieben.

Das sind Ergebnisse des KfW-Venture-Capital-Dashboards, in dem KfW Research quartalsweise Zahlen zum deutschen Venture-Capital-Markt veröffentlicht.

Einen großen Beitrag zum Dealvolumen leisteten zum Jahresbeginn Finanzierungen von Unternehmen in der sog. Start-up Phase – also in der frühen Phase. Sie machten im ersten Quartal mehr als die Hälfte (51 Prozent) des Finanzierungsvolumens aus, nach 43 Prozent im Vorquartal.

Spiegelbildlich sank der Anteil des Finanzierungsvolumens im sog. Scale-up-Segment – also von Unternehmen, die die Startphase bereits verlassen haben – von 43 Prozent auf 39 Prozent. Da an großen Finanzierungsrunden im Wachstumsbereich in Deutschland häufig US-Investoren maßgeblich beteiligt sind, war auch ihr Beitrag zum VC-Dealvolumen in Deutschland mit nur 13 Prozent deutlich geringer als sonst.

Erfreulich entwickelte sich die Zahl der Exits, entweder durch Verkäufe an andere Unternehmen oder durch Buy-outs mit Beteiligung eines Finanzinvestors. Insgesamt wurden im abgelaufenen Quartal 43 Exit-Transaktionen registriert, im überwiegenden Teil durch Übernahmen. Die Zahl stieg damit das zweite Quartal in Folge.

„Die Exit-Aktivität bleibt gemessen an der Anzahl der Deals hoch“, sagte Dr. Steffen Viete.

„Ein Wermutstropfen ist die aktuell hohe Volatilität an den öffentlichen Märkten, die einen Belastungsfaktor für die Realisierung von Exits darstellt. Dagegen dürfte das Zinsumfeld in Europa dem deutschen VC-Markt im Frühling weiter Schub verleihen.“

Quelle: KfW

Powered by WPeMatico

Inflationsrate im März 2025 bei +2,2 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im März 2025 bei +2,2 %. Im Februar und Januar 2025 hatte sie jeweils bei +2,3 % und zuvor im Dezember 2024 bei +2,6 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, dämpfte die Preisentwicklung bei Energie auch im März 2025 die Inflationsrate. Dagegen hat sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln erneut verstärkt. Zudem blieben insbesondere die überdurchschnittlichen Preiserhöhungen bei Dienstleistungen inflationstreibend.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.04.2025

Energie dämpft weiter Gesamtteuerung, Nahrungsmittelpreise steigen

Verbraucherpreisindex, März 2025:
+2,2 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,3 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, März 2025:
+2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im März 2025 bei +2,2 %. Im Februar und Januar 2025 hatte sie jeweils bei +2,3 % und zuvor im Dezember 2024 bei +2,6 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, dämpfte die Preisentwicklung bei Energie auch im März 2025 die Inflationsrate. Dagegen hat sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln erneut verstärkt. Zudem blieben insbesondere die überdurchschnittlichen Preiserhöhungen bei Dienstleistungen inflationstreibend. Gegenüber dem Vormonat Februar 2025 stiegen die Verbraucherpreise im März 2025 um 0,3 %.

Energieprodukte verbilligten sich um 2,8 % gegenüber März 2024

Die Preise für Energieprodukte lagen im März 2025 um 2,8 % niedriger als im Vorjahresmonat. In den drei Monaten davor, von Dezember 2024 bis Februar 2025, hatte der Preisrückgang jeweils bei -1,6 % gelegen. Binnen Jahresfrist gingen im März 2025 vor allem die Preise für Kraftstoffe (-4,6 %) zurück. Haushaltsenergie verbilligte sich im selben Zeitraum um 1,6 %. Hier konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher von günstigeren Preisen für Strom (-2,1 %), Brennholz, Holzpellets oder andere Brennstoffe (-3,5 %) und leichtes Heizöl (-8,4 %) profitieren. Erdgas (+3,5 %) und Fernwärme (+9,5 %) waren hingegen teurer als ein Jahr zuvor.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,0 %

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im März 2025 um 3,0 % höher als im Vorjahresmonat, nach +2,4 % im Februar 2025. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich damit erneut verstärkt und lag im März 2025 deutlich über der Gesamtteuerung. Noch deutlicher waren die Nahrungsmittelpreise zuletzt im Januar 2024 gestiegen (+3,8 % gegenüber Januar 2023). Von März 2024 bis März 2025 verteuerten sich vor allem Speisefette und Speiseöle (+9,2 %), Obst (+5,7 %) und Gemüse (+5,3 %). Auch für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+4,9 %) sowie Molkereiprodukte und Eier (+4,1 %) lag die Preiserhöhung über der Gesamtteuerung. Für einige Nahrungsmittelgruppen war auch eine geringere Preiserhöhung zu beobachten, zum Beispiel für Brot und Getreideerzeugnisse sowie für Fleisch und Fleischwaren (jeweils: +0,9 %). Nur Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte verbilligten sich binnen Jahresfrist (-0,4 %).

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,6 %

Im März 2025 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,7 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im März 2025 bei +2,6 %. Die beiden Kenngrößen liegen seit über einem Jahr über der Gesamtteuerung und verdeutlichen somit, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen überdurchschnittlich hoch war.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,5 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im März 2025 um 3,5 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von März 2024 bis März 2025 erhöhten sich Preise vor allem für kombinierte Personenbeförderung (+11,4 %), für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+10,0 %) und für Versicherungen (+9,8 %). Deutlich teurer waren unter anderem auch stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+6,5 %), die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,8 %) sowie Gaststättendienstleistungen (+4,2 %). Bedeutsam für die Preisentwicklung bei Dienstleistungen bleiben zudem die Nettokaltmieten, die Teuerungsrate lag hier bei +2,1 % und damit knapp unter der Inflationsrate. Dagegen waren weiterhin nur wenige Dienstleistungen günstiger als im Vorjahresmonat, zum Beispiel internationale Flüge (-8,7 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (-1,1 %).

Waren verteuerten sich gegenüber März 2024 um 1,0 %

Waren insgesamt verteuerten sich von März 2024 bis März 2025 um 1,0 %. Auch die Preise für Verbrauchsgüter (+1,3 %) und für Gebrauchsgüter (+0,4 %) erhöhten sich. Neben dem Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+3,0 %) wurden einige andere Waren deutlich teurer, unter anderem alkoholfreie Getränke (+6,9 %) und Tabakwaren (+4,2 %). Preisrückgänge hingegen waren außer bei der Energie (-2,8 %) beispielsweise bei Mobiltelefonen (-9,0 %) und Informationsverarbeitungsgeräten (-6,0 %) zu verzeichnen.

Preise insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3 %

Im Vergleich zum Februar 2025 stieg der Verbraucherpreisindex im März 2025 um 0,3 %. Teurer binnen Monatsfrist wurden vor allem auch saisonbedingt Bekleidungsartikel (+4,3 %) und Pauschalreisen (+3,1 %). Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke insgesamt stiegen binnen Monatsfrist um 0,4 %. Auffällig war der Preisanstieg bei Kaffee und Ähnlichem (+4,6 %). Zudem standen weiteren Preisanstiegen beispielweise bei Zucker, Marmelade Honig und andere Süßwaren (+1,8 %) sowie bei Fleisch und Fleischwaren (+0,7 %) auch Preisrückgänge bei Speisefetten und Speiseölen und frischem Gemüse (jeweils: -1,8 %) gegenüber. Energie insgesamt verbilligte sich um 1,5 % gegenüber dem Vormonat, insbesondere wurden Kraftstoffe (-3,4 %) und leichtes Heizöl (-5,5 %) günstiger.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

Beantragte Regelinsolvenzen im März 2025: +5,7 % zum Vorjahresmonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im März 2025 um 5,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Damit liegt die Zuwachsrate erstmals seit Juni 2024 (+6,3 %) wieder im einstelligen Bereich.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.04.2025

Januar 2025: 12,8 % mehr Unternehmens- und 10,0 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im Januar 2024

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2025 um 5,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Damit liegt die Zuwachsrate erstmals seit Juni 2024 (+6,3 %) wieder im einstelligen Bereich. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

12,8 % mehr Unternehmensinsolvenzen im Januar 2025 als im Januar 2024

Für den Januar 2025 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 1.830 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 12,8 % mehr als im Januar 2024.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im Januar 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 5,3 Milliarden Euro. Im Januar 2024 hatten die Forderungen bei rund 3,5 Milliarden Euro gelegen.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Januar 2025 in Deutschland insgesamt 5,3 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 9,2 Fällen. Danach folgten das Baugewerbe sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen) mit jeweils 7,9 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

10,0 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Januar 2025 als im Januar 2024

Im Januar 2025 gab es 6.221 Verbraucherinsolvenzen. Damit stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 10,0 % gegenüber dem Januar 2024.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

Geopolitischer Umbruch verschärft Krise – Strukturreformen noch dringlicher

Die deutsche Wirtschaft tritt auch 2025 auf der Stelle. In ihrem Frühjahrsgutachten prognostizieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für das laufende Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes von lediglich 0,1 %. Für das Jahr 2026 erwarten die Institute einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 %.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 10.04.2025

Die deutsche Wirtschaft tritt auch 2025 auf der Stelle. In ihrem Frühjahrsgutachten prognostizieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für das laufende Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes von lediglich 0,1 %. Für das Jahr 2026 erwarten die Institute einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 %. Kurzfristig belasten die neue US-Zollpolitik und die wirtschaftspolitische Unsicherheit die Wirtschaft in Deutschland. Die Mittel aus den zusätzlichen Verschuldungsspielräumen dürften nach und nach expansiv wirken, drohen aber den privaten Konsum und private Investitionen zu verdrängen.

„Die geopolitischen Spannungen und die protektionistische Handelspolitik der USA verschärfen die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland“, sagt Torsten Schmidt, Konjunkturchef des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. „Zusätzlich sehen sich deutsche Unternehmen einem verstärkten internationalen Wettbewerb ausgesetzt – vor allem aus China. Nicht zuletzt lasten strukturelle Schwächen wie der Fachkräftemangel und hohe bürokratische Hürden auf den Wachstumskräften.“

Bundestag und Bundesrat haben die Finanzverfassung geändert, um öffentliche Verschuldungsspielräume zu schaffen – für Verteidigung, Klimaschutz und Infrastruktur. Unklar ist jedoch, wie die erweiterten Ausgabespielräume des Staates genutzt werden. Die Institute erwarten, dass in diesem Jahr kaum zusätzliche Mittel für Verteidigung und Investitionen abgerufen werden. Allerdings werden voraussichtlich Konsolidierungsschritte unterbleiben, die ohne die Änderung der Finanzverfassung erforderlich gewesen wären. Für das kommende Jahr rechnen die Institute mit Mehrausgaben in Höhe von rund 24 Milliarden Euro verbunden mit einem Expansionsimpuls von etwa 0,5 Prozentpunkten für das Bruttoinlandsprodukt. Von Mehrausgaben für Verteidigung und Infrastruktur profitieren eher kleine Wirtschaftsbereiche. Da diese bereits gut ausgelastet sind, könnten die Preise dort weiter steigen.

Die US-Zölle auf Aluminium-, Stahl- und Kfz-Importe dürften den Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr und im kommenden Jahr um jeweils 0,1 Prozentpunkte verringern. Die weitergehenden Zölle, die am 2. April angekündigt wurden, könnten die negativen Effekte verdoppeln. Die konkreten Auswirkungen sind jedoch schwer zu quantifizieren, da im derzeitigen globalisierten Wirtschaftsgefüge Zollsätze noch nie so stark angehoben wurden.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich spürbar verschlechtert. Seit Mitte 2022 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 20 %. Das entspricht mehr als 400.000 Personen. Damit nahm die Arbeitslosenquote von 5,0 % auf 6,3 % zu. Der Abbau von Arbeitsplätzen findet vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und den Unternehmensdienstleistern statt. Gleichzeitig legt die Beschäftigung im öffentlichen Dienst, in der Erziehung und im Gesundheitsbereich weiter zu. Für die kommenden Monate gehen die Institute davon aus, dass die Arbeitslosigkeit zunehmen wird. Erst wenn sich die wirtschaftliche Situation im Verlauf des Jahres 2026 verbessert, ist wieder von einer sinkenden Arbeitslosigkeit auszugehen.

Die Phase der Leitzinssenkungen dürfte demnächst zu Ende gehen. In den USA gefährden die höheren Zölle die Preisstabilität. Im Euroraum lässt eine expansivere Finanzpolitik die Kapitalmarktzinsen steigen, sodass der Leitzins mit 2,5 % nicht mehr weit von seinem neutralen Niveau entfernt ist. Wird das fiskalische Regelwerk im Euroraum gelockert, werden die Kapitalmärkte als Kontrollinstanz für nachhaltige Staatsfinanzen wichtiger.

Deutschland leidet nicht nur unter einer Konjunkturschwäche, sondern hat vor allem Strukturprobleme. Sie lassen sich nicht durch eine bloße Erhöhung der

Staatsausgaben lösen und machen potenzialstärkende Reformen umso dringlicher. So braucht etwa das Sozialsystem Anpassungen an den demografischen Wandel, damit die Lohnnebenkosten nicht weiter stark steigen.

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico

Zusatzbeiträge 2025: Arbeitgeber zahlen 3,8 Milliarden Euro mehr als erwartet

Statt auf die erwarteten 2,5 Prozent klettert der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr im Schnitt auf 2,9 Prozent. Das zeigt eine neue Studie des IW Köln. Arbeitnehmer und Arbeitgeber kommt das teuer zu stehen.

IW Köln, Pressemitteilung vom 07.04.2025

Statt auf die erwarteten 2,5 Prozent klettert der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr im Schnitt auf 2,9 Prozent. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Arbeitnehmer und Arbeitgeber kommt das teuer zu stehen.

Seit dem Jahreswechsel zahlen die gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland einen höheren Zusatzbeitrag; 2025 sind es im Schnitt 2,9 Prozent, wie eine neue IW-Studie zeigt. Zwar dürfen die Krankenkassen den Zusatzbeitrag selbst festlegen, doch das Bundesgesundheitsministerium, das den Zusatzbeitrag jährlich vorab abschätzt, ging für dieses Jahr nur von einem Zusatzbeitrag in Höhe von 2,5 Prozent aus. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bedeutet das: Im Vergleich zur Schätzung zahlen sie 7,6 Milliarden Euro zusätzlich.

Hohe Belastung für die Wirtschaft

Die Erhöhung fällt in diesem Jahr besonders groß aus. Der Grund: Die Krankenkassen sind seit der Pandemie gesetzlich dazu verpflichtet, Finanzreserven aufzubrauchen, damit der Beitragssatz nicht so schnell steigt. Die Reserven sind jedoch fast aufgebraucht, weshalb dieser Puffer jetzt fehlt. Die Folge: ein höherer Zusatzbeitrag. Die Kosten tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte, die Unternehmen in Deutschland müssen daher zusätzliche Sozialabgaben in Höhe von 3,8 Milliarden Euro zahlen.

Ausgaben begrenzen

Makroökonomische Simulationen zeigen, dass steigende Sozialabgaben geringere private Investitionen zur Folge haben. „Für die Unternehmen in Deutschland sind immer höhere Sozialabgaben eine Wachstumsbremse“, sagt Studienautor Jochen Pimpertz. In Summe klettern die Sozialbeiträge mit der Erhöhung auf über 42 Prozent. „Was es jetzt braucht, ist eine strikte Ausgabendisziplin – hier müssen die angehenden Koalitionäre in Berlin dringend nachlegen. Ansonsten drohen Impulse zu versanden, die über den Infrastrukturfonds finanziert werden sollen.“

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Powered by WPeMatico

Stimmung im Mittelstand zieht an – Trendwende oder nur ein Zwischenhoch?

Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand hat im März einen ordentlichen Sprung gemacht. Es stieg lt. KfW-ifo-Mittelstandsbarometer um 3,9 Zähler auf minus 17,6 Punkte.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 09.04.2025

  • Geschäftsklimaindex macht deutlichen Sprung
  • Infrastrukturpaket sorgt für Zuversicht
  • US-Zölle gefährden Erholung

Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand hat im März einen ordentlichen Sprung gemacht. Es stieg um 3,9 Zähler auf minus 17,6 Punkte. Der Index liegt damit zwar weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, der durch die Nulllinie markiert wird. Der Aufwärtssatz im März entspricht aber immerhin dem 1,5-Fachen einer durchschnittlichen monatlichen Veränderung.

Treibend für die positive Entwicklung waren die Geschäftserwartungen der mittelständischen Unternehmen auf Sicht von sechs Monaten. Sie verbesserten sich um 7,4 Zähler auf minus 15,9 Punkte. Das entspricht dem 2,3-Fachen einer sonst üblichen durchschnittlichen Monatsveränderung. Die Beurteilung der aktuellen Lage hingegen bewegte sich nur seitwärts; sie stieg marginal um 0,3 Zähler auf minus 19,7 Punkte.

Das sind Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. Die KfW wertet dafür Ergebnisse der ifo-Konjunkturumfragen aus, unterteilt nach Größenklassen der Unternehmen und Hauptwirtschaftsbereichen.

„Das Fiskalpaket von Union und SPD war für die mittelständischen Unternehmen in Deutschland zwar nicht so ein massiver Stimmungsbooster wie zunächst für den Finanzmarkt. Aber an der Erwartungsaufhellung lässt sich doch eine wohlwollende Wahrnehmung ablesen“, sagte Dr. Philipp Scheuermeyer, Konjunkturexperte bei KfW Research.

„Allerdings ist die gerade begonnene Stimmungsaufhellung durch die angekündigten Zollerhöhungen der USA bereits im laufenden Monat wieder gefährdet. Auch wenn deutsche Mittelständler zumeist stärker auf den Binnenmarkt fokussiert sind als die Großunternehmen, werden sie die Zollerhöhungen über Liefer- und Leistungsverflechtungen ebenfalls zu spüren bekommen.“

Das Geschäftsklima in den Großunternehmen stieg im März ebenfalls an, und zwar um 2,0 Punkte auf minus 24,1 Zähler. Erwartungsgemäß gab es im Baugewerbe die markanteste Stimmungsaufhellung. Die künftig höheren Infrastrukturausgaben werden voraussichtlich überwiegend in die im Tiefbau angesiedelten großen Bauunternehmen fließen.

Im Mittelstand hellte sich die Stimmung vor allem im Dienstleistungssektor auf – das Plus dort lag bei 6,0 Punkten. Insbesondere Architektur- und Ingenieurbüros könnten von steigenden Infrastrukturinvestitionen profitieren.

Quelle: KfW

Powered by WPeMatico

Weniger als jede 2. Existenzgründung überlebt die ersten 5 Jahre

Das IfM Bonn beobachtet den Fortbestand von neu gegründeten Unternehmen innerhalb der ersten 5 Jahre: Demnach waren von denjenigen Unternehmen, die 2017 gegründet wurden, nach einem Jahr noch 74 % am Markt aktiv. Mit jedem weiteren Jahr sank die Überlebensrate kontinuierlich: Nach 5 Jahren betrug sie nur noch 38,1 %.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 08.04.2025

Gründungen mit Beschäftigten haben eine größere Überlebenschance

Im Jahr 2024 wurden rund 360.000 Unternehmen gegründet. „Für eine Volkswirtschaft ist aber nicht nur die Anzahl der Existenzgründungen wichtig, sondern auch deren Überlebensrate“, erklärt Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin am IfM Bonn. Auf Basis der aktuell verfügbaren Daten des Unternehmensregisters beobachten daher die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut regelmäßig den Fortbestand von neu gegründeten Unternehmen innerhalb der ersten 5 Jahre: Demnach waren von denjenigen Unternehmen, die 2017 gegründet wurden, nach einem Jahr noch 74 % am Markt aktiv. Mit jedem weiteren Jahr sank die Überlebensrate kontinuierlich: Nach 5 Jahren betrug sie nur noch 38,1 %.

„Unternehmen mit Beschäftigten besitzen eine etwas größere Überlebenschance als Unternehmen ohne Beschäftigte: Während nach 5 Jahren von den Gründungen ohne Beschäftigte nur noch gut 34 % bestanden, waren es von denen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch knapp die Hälfte“, ergänzt Dr. Rosemarie Kay.

Gründungen im Gesundheits- und Sozialwesen sind am beständigsten

Von allen Wirtschaftszweigen zeigten Gründungen im Gesundheits- und Sozialwesen im Beobachtungszeitraum die größte Bestandsfestigkeit, gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe. Am niedrigsten war die Überlebensrate in der Kunst-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche – weniger als ein Drittel dieser Unternehmen überlebten die ersten fünf Jahre.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung, IfM Bonn

Powered by WPeMatico

Zugang des Mittelstands zu Krediten wird noch schwieriger

Der Zugang des Mittelstands zu Krediten hat sich lt. KfW im ersten Quartal 2025 erneut verschlechtert. 33,8 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland nahmen Kreditverhandlungen mit Banken als restriktiv wahr. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 2017.

KfW, KfW-Research, Pressemitteilung vom 08.04.2025

  • Rekordquote an kleinen und mittleren Unternehmen klagt über restriktives Verhalten der Banken
  • Lage der Großunternehmen etwas besser
  • Nachfrage nach Krediten sinkt

Der Zugang des Mittelstands zu Krediten hat sich im ersten Quartal 2025 erneut verschlechtert. 33,8 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland nahmen Kreditverhandlungen mit Banken als restriktiv wahr. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 2017.

„Zum einen führt die schwache und unsichere Konjunktursituation zu Kreditzurückhaltung bei den Banken. Zum anderen dürfte ein Selektionseffekt wirken: Unternehmen mit schwieriger Finanzsituation fragen vermehrt Kredite an und stoßen wegen ihrer schwachen Kreditwürdigkeit auf Ablehnung bei den Kreditinstituten“, begründete Dr. Jenny Körner, Kreditmarktexpertin bei KfW Research, die Entwicklung.

Für Großunternehmen dagegen verbesserte sich die Situation im ersten Quartal. 23,6 Prozent von ihnen beklagten restriktive Kreditverhandlungen – 8,3 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal.

Das sind Ergebnisse der KfW-ifo-Kredithürde. Dafür wertet die KfW jedes Quartal Daten der Konjunkturumfragen des ifo-Instituts aus, differenziert nach Größenklassen und Wirtschaftsbereichen.

Am stärksten verschlechterte sich der Kreditzugang von Unternehmen des Bauhauptgewerbes. 29,6 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen beklagten einen schwierigen Zugang zu Krediten, das waren 4,8 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Bei Großunternehmen lag das Plus sogar bei 5,3 Prozentpunkten auf nun 33,3 Prozent.

Auch das Interesse von Unternehmen, überhaupt Kredite aufzunehmen, war rückläufig. Der Anteil von mittelständischen Unternehmen mit Kreditgesuchen sank um 1,2 Prozentpunkte auf 19,9 Prozent. Bei Großunternehmen interessierten sich 27,2 Prozent für eine Kreditaufnahme, 0,8 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal.

„Trotz der eingeleiteten Leitzinssenkungen ist bis jetzt kein Ende der Nachfrageschwäche nach Unternehmenskrediten in Sicht. Zuletzt bekam die Kreditnachfrage Gegenwind durch den erneuten Anstieg der längerfristigen Kreditzinsen“, sagte Dr. Jenny Körner.

„Hinzu kommen die eingetrübten Aussichten aufgrund der handelspolitischen Unsicherheit, die sich durch den jüngsten Zollschlag Trumps nun weiter verschlechtern werden.“

Quelle: KfW

Powered by WPeMatico