ifo Institut prognostiziert Wachstum nahe Null

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Das ifo Institut prognostiziert für das laufende Jahr lediglich ein minimales Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 %. Damit wurde die Erwartung aus der Winterprognose um 0,2 Prozentpunkte gesenkt. Erst 2026 könnte sich die Lage mit einem erwarteten Wachstum von 0,8 % etwas verbessern.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 17.03.2025

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Das ifo Institut prognostiziert für das laufende Jahr lediglich ein minimales Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 %. Damit wurde die Erwartung aus der Winterprognose um 0,2 Prozentpunkte gesenkt. Erst 2026 könnte sich die Lage mit einem erwarteten Wachstum von 0,8 % etwas verbessern. „Die deutsche Wirtschaft steckt fest. Trotz einer wieder anziehenden Kaufkraft bleibt die Konsumlaune verhalten, und auch die Unternehmen investieren zurückhaltend“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo Konjunkturprognosen.

Insbesondere die Industrie leidet unter einer schwachen Nachfrage und dem zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig sorgen politische Unsicherheiten, sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten, für erhebliche Risiken. Die neue US-Regierung hat eine erratische und protektionistische Wirtschaftspolitik eingeschlagen. Bereits angekündigte Importzölle auf Waren aus Mexiko, Kanada und China sowie entsprechende Gegenzölle haben erste negative Auswirkungen auf die US-Konjunktur und die Weltwirtschaft. Sollte es zusätzlich zu Zollerhöhungen auf europäische Produkte kommen, könnte dies die deutsche Exportwirtschaft empfindlich treffen. Auch innenpolitisch bestehen Unsicherheiten. Zwar sind Maßnahmen zur Stärkung der Infrastruktur und Verteidigung im Gespräch, doch ob und wann sie umgesetzt werden, ist offen.

Nach Ansicht von ifo Konjunkturchef Wollmershäuser sollte diese Phase der Unsicherheit schnell überwunden werden: „Eine verlässliche Wirtschaftspolitik ist essenziell, um Vertrauen zu schaffen und Investitionen anzukurbeln. Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit, insbesondere angesichts der aktuellen Herausforderungen durch den Strukturwandel in der Industrie.“

Quelle: ifo Institut

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Digitale Services im Handwerk bislang wenig genutzt

Die neue Wand zur Küche ist gemauert, die Badewanne eingebaut, die Wohnzimmerleuchte verkabelt: jetzt einfach die EC-Karte ans Lesegerät halten oder die Rechnung des Handwerkers über einen Online-Bezahldienst begleichen? Das hat lt. Bitkom bereits jede und jeder Achte in Deutschland getan – mehr als ein Drittel hat entsprechende Angebote zwar noch nicht genutzt, könnte es sich aber durchaus vorstellen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 14.03.2025

Die neue Wand zur Küche ist gemauert, die Badewanne eingebaut, die Wohnzimmerleuchte verkabelt: jetzt einfach die EC-Karte ans Lesegerät halten oder die Rechnung des Handwerkers über einen Online-Bezahldienst begleichen? Das hat bereits jede und jeder Achte in Deutschland getan (13 Prozent) – mehr als ein Drittel hat entsprechende Angebote zwar noch nicht genutzt, könnte es sich aber durchaus vorstellen (37 Prozent). Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die anlässlich der Internationalen Handwerksmesse unter 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland durchgeführt wurde. Demnach werden digitale Services im Handwerk im Vergleich zu anderen Branchen noch eher selten genutzt: Den Termin beim Handwerksbetrieb hat erst jede und jeder Elfte schon einmal online gebucht (9 Prozent), ein Viertel der Deutschen kann sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun (27 Prozent). Ebenso viele (25 Prozent) halten es für denkbar, ein Angebot zur digitalen Dokumentation der Arbeitsschritte zu nutzen – also beispielsweise statt eines Besuchs auf der Baustelle in einem Online-Portal Fotos des Baufortschritts zu begutachten. Tatsächlich wahrgenommen haben eine solche Möglichkeit bisher 8 Prozent der Deutschen. „Tradition, Vertrauen und persönliche Beratung spielen im Handwerk nach wie vor eine große Rolle. Dabei bieten digitale Services viele Vorteile: Online-Terminbuchungen reduzieren den administrativen Aufwand, digitale Zahlungsmethoden beschleunigen den Zahlungsprozess. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können digitale Prozesse daher helfen, Ressourcen besser zu nutzen und den Arbeitsalltag zu erleichtern“ sagt Nastassja Hofmann, Expertin für die Digitalisierung im Handwerk beim Bitkom.

Ein noch eher weniger genutztes Angebot im Handwerk ist die Beratung über digitale Kanäle: Die Möglichkeit, den Handwerksbetrieb zum Beispiel per Videochat um eine Einschätzung oder schnell per Messenger um eine Produktempfehlung zu bitten, hat nur jede und jeder Zwanzigste bis jetzt genutzt (5 Prozent), etwa jede und jeder Sechste kann es sich immerhin für die Zukunft vorstellen (16 Prozent). Für 2 von 10 (18 Prozent) wäre außerdem eine Visualisierung von Bauvorhaben mittels AR oder VR, also beispielsweise das Ansehen eines Modells mittels einer VR-Brille, denkbar. Ebenso für die Zukunft in Erwägung ziehen würden einige eine Live-Übertragung von Handwerksarbeiten, beispielsweise per Webcam: Jede und jeder Achte (13 Prozent) könnte es sich für künftige Projekte vorstellen.

Insgesamt findet die Hälfte der Deutschen (49 Prozent), dass Handwerksbetriebe oft noch viel zu analog arbeiten – und im Vergleich zu anderen Branchen wird das Handwerk bei der Digitalisierung auch eher am hinteren Ende eingeordnet. 42 Prozent sehen die Handwerksbranche im Mittelfeld, während jede und jeder Fünfte (20 Prozent) sie unter den Nachzüglern verortet. Ebenfalls ein Fünftel sagt sogar, die Branche hätte den Anschluss verpasst (22 Prozent) – unter den Vorreitern sieht sie nur etwa eine von zehn Personen (9 Prozent), an der Spitze sogar nur eine aus fünfzig (2 Prozent). In einer Sache sind sich 7 von 10 Deutschen aber weitestgehend einig: Die Digitalisierung kann das Handwerk als Arbeitgeber attraktiver machen (70 Prozent). „Wir befinden uns in Zeiten eines Fachkräftemangels, der auch das Handwerk stark betrifft. Vor diesem Hintergrund muss die Branche vor allem jungen Menschen zeitgemäße Anreize für die Berufsentscheidung bieten, um den eigenen Fortbestand zu gewährleisten“, sagt Hofmann. „Insgesamt gilt: Wer frühzeitig in Digitalisierung investiert, sichert sich langfristig eine stärkere Marktposition“.

Quelle: Bitkom

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RWI-Konjunkturprognose: Exportkrise und politische Unsicherheit belasten deutsche Wirtschaft

Das RWI Essen prognostiziert für 2025 einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent. Damit senkt das RWI die Prognose vom Dezember vergangenen Jahres, die einen Anstieg um 0,6 Prozent erwartet hatte.

RWI Essen, Pressemitteilung vom 13.03.2025

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung prognostiziert für 2025 einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent. Damit senkt das RWI die Prognose vom Dezember vergangenen Jahres, die einen Anstieg um 0,6 Prozent erwartet hatte. Für das Jahr 2026 geht das RWI von einer Zunahme des Wirtschaftswachstums um 1,2 Prozent aus. Die Arbeitslosenquote wird 2025 voraussichtlich bei 6,2 Prozent liegen und 2026 leicht auf 6,1 Prozent zurückgehen. Die Inflationsrate dürfte im laufenden und nächsten Jahr 2 Prozent betragen. Das Defizit der öffentlichen Haushalte wird sich nach aktuellem Kenntnisstand in diesem Jahr auf 112 Milliarden Euro belaufen. Im nächsten Jahr wird es auf 122 Milliarden Euro steigen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das RWI erwartet in seiner aktuellen Konjunkturprognose für 2025 einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,1 Prozent, nachdem es im Dezember noch einen Anstieg um 0,6 Prozent prognostiziert hatte. Für 2026 erwartet das RWI statt 1,3 jetzt 1,2 Prozent BIP-Wachstum. Dabei wird angenommen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit nach und nach verringert. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die neue Bundesregierung ein Konzept zur Stärkung des Wirtschaftswachstums vorlegt, das auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen umfasst.
  • Die Exporte bleiben ein zentraler Schwachpunkt. Die Lieferungen nach China sind wohl auch 2025 stark rückläufig, bereits das vierte Jahr in Folge. Erhöhte Unsicherheiten durch drohende US-Zölle belasten zusätzlich die Handelsbeziehungen. Der Welthandel dürfte um lediglich 1,7 Prozent wachsen und bleibt im Vergleich zu früheren Jahren ein dämpfender Faktor.
  • Der private Konsum steht weiterhin unter Druck. Trotz gestiegener Reallöhne ist der private Konsum nur leicht gestiegen, sodass die Sparquote ebenfalls zunahm. Dies zeigt, dass private Haushalte angesichts der Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt und geopolitischen Risiken verstärkt vorsorgen. Erst im späteren Verlauf des Jahres dürfte der Konsum aufgrund sinkender Inflation und einer leicht stabilisierten Beschäftigung wieder moderat zulegen. Insgesamt erwartet das RWI für 2025 einen Anstieg des privaten Konsums um 0,2 Prozent, 2026 dürfte die Konsumnachfrage dann voraussichtlich um 0,9 Prozent wachsen.
  • Bereits im Jahr 2024 zeigte sich ein Rückgang der Erwerbstätigen. Dieser Trend setzt sich fort: Die Arbeitslosenquote steigt 2025 auf 6,2 Prozent und sinkt erst mit der erwarteten wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2026 wieder moderat auf 6,1 Prozent. Insgesamt wird auch die Zahl der Erwerbstätigen im Prognosezeitraum weiter leicht sinken – um etwa 45.000 Personen in diesem Jahr und um weitere 15.000 Personen im kommenden Jahr.
  • Die Inflationsrate zeigt seit Jahresbeginn einen rückläufigen Trend. Im Januar und voraussichtlich auch im Februar 2025 lag die Teuerungsrate bei 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für das gesamte Jahr 2025 sowie für 2026 erwartet das RWI eine Inflationsrate von 2 Prozent. Die Inflation bei Waren liegt mit 0,9 Prozent deutlich unter der Gesamtinflation, während sie bei Dienstleistungen mit 3,8 Prozent darüberliegt. Der Rückgang der Dienstleistungsinflation dürfte im weiteren Jahresverlauf anhalten, da die Lohnkosten weniger stark steigen. Unsicherheiten bleiben indes bestehen, da geopolitische Faktoren – wie US-amerikanische Zölle oder eine mögliche Erholung der Nachfrage durch staatliche Investitionen – entweder zu neuen Preisschüben oder Entlastungen führen könnten.
  • Trotz bislang restriktiver Impulse dürfte das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit in diesem Jahr mit 112 Milliarden Euro hoch bleiben. Dies ist vor allem auf gestiegene Staatsausgaben wie höhere Zinsausgaben und Bruttoinvestitionen zurückzuführen. Im Jahr 2026 könnte das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit nach aktuell bestätigten Zahlen leicht auf 122 Milliarden Euro ansteigen. Faktoren wie höhere Bruttoinvestitionen und gestiegene Entgelte im öffentlichen Dienst sind dafür ausschlaggebend. Die Maastricht-Schuldenstandsquote dürfte über den gesamten Prognosezeitraum ansteigen – von etwa 65 Prozent im Jahr 2025 auf 66 Prozent Ende 2026. Aus fiskalischer Sicht bleibt die Gesamtausrichtung der Finanzpolitik leicht expansiv.
  • Der aktuellen Konjunkturprognose liegen verschiedene Annahmen zugrunde. So erwartet das RWI zwar eine Aufstockung der Verteidigungs- und Investitionsausgaben – allerdings in einem geringeren Volumen als den derzeit diskutierten 900 Milliarden Euro. Es wird zudem angenommen, dass die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit sich nach der Regierungsbildung allmählich verringert. Darüber hinaus geht die Prognose davon aus, dass der Welthandel 2025 leicht wächst, während sich die Energiepreise für Rohöl und Gas weiter moderat rückläufig entwickeln. Zudem wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinssenkungen fortsetzt, was die Investitionsbereitschaft stärken könnte. Sollten politische Unsicherheiten oder handelspolitische Spannungen anhalten, könnte sich die wirtschaftliche Erholung hingegen weiter verzögern.

Zur aktuellen wirtschaftlichen Situation sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt:

„Die deutsche Wirtschaft steht weiterhin unter hohem Druck durch Exportkrise, politische Unsicherheiten und strukturelle Schwächen, die Investitionen und Konsum bremsen. Eine nachhaltige Erholung erfordert klare wirtschaftspolitische Entscheidungen, die Vertrauen schaffen und das Wachstum stärken. Geplante Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur können zwar die Konjunktur beleben, strukturelle Hemmnisse wie der Fachkräftemangel und zu viel Bürokratie verhindern allerdings dauerhaftes Wachstum.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

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40 Vorschläge zum Bürokratieabbau

Die deutsche Wirtschaft fordert von der nächsten Bundesregierung kurzfristige Maßnahmen zum Bürokratieabbau und einer Modernisierung der Verwaltung. In einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten haben 87 Prozent die Digitalisierung von Staat und Verwaltung als wichtigstes Thema genannt.

Bitkom, Pressemitteilung vom 14.03.2025

  • 9 von 10 Unternehmen fordern von der nächsten Bundesregierung die Digitalisierung von Staat und Verwaltung
  • Bitkom veröffentlicht Positionspapier zur Bürokratieentlastung

Die deutsche Wirtschaft fordert von der nächsten Bundesregierung kurzfristige Maßnahmen zum Bürokratieabbau und einer Modernisierung der Verwaltung. In einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten haben 87 Prozent die Digitalisierung von Staat und Verwaltung als wichtigstes Thema genannt. Ebenfalls unter den aus Sicht der Wirtschaft wichtigsten Aufgaben für die Bundesregierung sind die Reduzierung von Berichtspflichten (68 Prozent) und die Einführung digitaler Identitäten (63 Prozent). Vor diesem Hintergrund hat Bitkom jetzt ein Positionspapier mit mehr als 40 konkreten Vorschlägen zum Abbau von Bürokratie und zur Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung vorgelegt. „Obwohl jede Regierung verspricht, bürokratische Vorgaben zu reduzieren, werden es Jahr für Jahr mehr – unsere Verwaltungen brauchen einen Neustart“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Investitionen in die Digitalisierung der Verwaltung und digitale Identitäten sind echte Zukunftsinvestitionen, von denen Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Wirtschaft profitieren.“

Die Bitkom-Vorschläge konzentrieren sich unter dem Titel „Bürokratieentlastung: strukturell und nachhaltig“ auf drei Bereiche: Erstens Bürokratie zurückzubauen, wo sie zu weit geht, zweitens Bürokratie gar nicht erst entstehen zu lassen und drittens eine serviceorientierte Verwaltung aufzubauen, die das notwendige Minimal-Maß an Bürokratie effizient umsetzt. Dabei werden jeweils konkrete Vorschläge unterbreitet, wo die nächste Bundesregierung sofort ansetzen kann, etwa indem auf das sog. Gold-Plating europäischer Regelungen verzichtet wird. Der Begriff bezeichnet ein in Deutschland häufiges Vorgehen, wonach Vorgaben der EU bei der Umsetzung in deutsches Recht übererfüllt oder erweitert werden, was regelmäßig mit zusätzlichem Aufwand für Unternehmen, Verwaltung und Bevölkerung einhergeht.

Aber auch eine einfachere, einheitliche und digitale Beschaffung würde den bürokratischen Aufwand sofort reduzieren, zum Beispiel indem Aufträge bis 50.000 Euro auf Online-Marktplätzen ausgeführt werden dürfen oder Direktaufträge bis 100.000 Euro an Startups und besonders innovative Unternehmen ermöglicht werden. Bei notwendigen Berichtspflichten sollten Vorgaben vereinheitlicht und mehrere Behörden die an einer Stelle bereits übermittelten Daten nachnutzen können. Entlastung würde es auch bringen, wenn Schriftformerfordernisse abgeschafft und die digitale Kommunikation mit Behörden zum Regelfall erklärt würde. Ein jährliches Bürokratieentlastungsgesetz, das Entlastungsvorschläge von Unternehmen, Verbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern aufgreift, würde zudem dazu beitragen, Bürokratieabbau als kontinuierliche Aufgabe zu verstehen. „Beim Bürokratieabbau kann die nächste Bundesregierung sofort Erfolge erzielen, die Vorschläge liegen auf dem Tisch. Es braucht nur den Willen und die Entschlossenheit, sie umzusetzen“, so Wintergerst.

Quelle: Bitkom

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Zwischen Effizienz und Bürokratie – Digitalisierung auf Sparflamme

Digitalisierung bleibt für die Unternehmen eher ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung als ein Motor für Innovationen, das zeigt die neue DIHK-Digitalisierungsumfrage. Während es beim Thema künstliche Intelligenz in großen Schritten vorangeht, fühlen sich die Betriebe bei digitalen Transformationsprojekten vor allem durch Aufwand, Komplexität und rechtliche Unsicherheiten ausgebremst.

DIHK, Mitteilung vom 11.03.2025

Die Unternehmen hierzulande verfolgen das Thema Digitalisierung beharrlich. Laut der aktuellen DIHK-Digitalisierungsumfrage bewerten 77 Prozent ihren Digitalisierungsgrad als sehr gut, bis befriedigend. Betriebe setzen auf elektronische Datenverarbeitung hauptsächlich, um Arbeits- und Produktionsprozesse effizienter zu gestalten und die Qualität ihrer Produkte zu verbessern. Digitalisierung bleibt demnach – wie in den Jahren zuvor – eher ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung als ein Motor für Innovationen.

Hürden: Aufwand, Komplexität und rechtliche Unsicherheiten

Digitale Transformationsprojekte sind aufwendig und verschlingen viel Zeit und Geld. Häufig sind sie sehr komplex, da interne Prozesse reorganisiert und die Mitarbeitenden mitgenommen werden müssen. Zusätzlich stellen sich vielschichtige Fragen, etwa nach geeigneten Softwarelösungen und Partnern am Markt. Für parallele Investitionen in die Cybersicherheit bleibt da in vielen Fällen kaum noch Raum. Hinzu kommen rechtliche Unsicherheiten, etwa bei der Datennutzung. Knapp 60 Prozent der Unternehmen geben in der DIHK-Umfrage an, dass Fragen des Datenschutzes oder Unklarheiten über Nutzungsansprüche für sie zu den größten Hürden bei der Nutzung von Daten zählen.

KI hat in der deutschen Wirtschaft Einzug gehalten

In Sachen künstliche Intelligenz (KI) geht es in großen Schritten voran: Viele Unternehmen haben ihre Pläne aus den Vorjahren realisiert, und künstliche Intelligenz hat Einzug in die Werkhallen sowie Büros gehalten. 70 Prozent der Betriebe setzen bereits KI-Anwendungen ein beziehungsweise planen, dies innerhalb der nächsten drei Jahre zu tun.

Insbesondere die zunehmende Nutzung von Cloud-Lösungen und künstlicher Intelligenz sorgt für einen größeren Bandbreitenbedarf. Nur knapp drei Viertel der Betriebe sind mit der aktuellen Verfügbarkeit von schnellem Internet an ihrem Standort zufrieden. Der Netzausbau geht oft zu langsam voran. Er wird erschwert durch hohe Baukosten, einen Mangel an Fachkräften und zähe Genehmigungsverfahren der öffentlichen Hand.

Hemmschuh öffentliche Verwaltung

Doch nicht nur Genehmigungsprozesse für den Glasfaser- und Mobilfunkausbau müssen verschlankt und digitalisiert werden. Die Unternehmen bewerten die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung insgesamt sehr negativ. Trotz zahlreicher Bemühungen sind in den letzten Jahren kaum Fortschritte bei der Verwaltungsdigitalisierung zu verzeichnen. Das schränkt die Handlungsfähigkeit der Betriebe immer stärker ein.

Politik bremst Digitalisierungsaktivitäten der Unternehmen aus

Auch die aktuelle Digital-Rechtsetzung sorgt für Unmut. Viele neue Richtlinien und Verordnungen aus den Bereichen Daten, Cybersicherheit, Plattformökonomie und KI entfalten teils tiefgreifende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. In einigen Fällen mag dies zwar zu besseren Wettbewerbsbedingungen und mehr Rechtssicherheit führen, etwa beim Digital Markets Act, der darauf abzielt, beispielsweise durch Regelungen zur Datennutzung und zur Dateninteroperabilität sowie Diskriminierungsverbote Fairness und Wettbewerb im europäischen digitalen Binnenmarkt zu gewährleisten.

Doch viele Betriebe, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, zeigen sich von der Menge neuer Regulierungen – neben dem Digital Markets Act müssen Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung, des Digital Services Act, der E-Rechnungsverordnung et cetera umgesetzt werden – überfordert und entscheiden sich gegen wichtige Investitionen in digitale Zukunftstechnologien.

Freiräume für die eigene Wertschöpfung dringend benötigt

Betriebe sind für ihren Unternehmenserfolg auf eine erfolgreiche Digitalisierung angewiesen. Flächendeckende Glasfaser- und Mobilfunknetze, rechtssichere Datennutzung, der Ausbau digitaler Kompetenzen sowie eine moderne Verwaltung bleiben zentrale Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Transformation der deutschen Wirtschaft.

Die bürokratiearme, verständliche und einheitliche Umsetzung von EU-Gesetzen ist essenziell. Die neue Bundesregierung muss hier Prioritäten setzen und Rahmenbedingungen schaffen, die die Unternehmen bei ihrer Digitalisierung unterstützen und als Katalysator wirken. Die DIHK hat dazu Kernforderungen an die neue Bundesregierung zusammengefasst.

Quelle: DIHK

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Inflationsrate im Februar 2025 bei +2,3 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Februar 2025 bei +2,3 %. Im Januar 2025 hatte sie ebenfalls bei +2,3 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln im Februar 2025 verstärkt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.03.2025

Inflationsrate bleibt unverändert, Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln verstärkt sich

Verbraucherpreisindex, Februar 2025
+2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Februar 2025
+2,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis: +2,8 %)
+0,5 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis: +0,6 %)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Februar 2025 bei +2,3 %. Im Januar 2025 hatte sie ebenfalls bei +2,3 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln im Februar 2025 verstärkt. Zudem blieben insbesondere die überdurchschnittlichen Preiserhöhungen bei Dienstleistungen inflationstreibend. Dagegen dämpfte die Preisentwicklung bei Energie auch im Februar 2025 die Inflationsrate. Gegenüber dem Vormonat Januar 2025 stiegen die Verbraucherpreise im Februar 2025 um 0,4 %.

Energieprodukte verbilligten sich um 1,6 % gegenüber Februar 2024

Die Preise für Energieprodukte lagen im Februar 2025 um 1,6 % niedriger als im Vorjahresmonat. Bereits im Januar 2025 und Dezember 2024 hatte der Preisrückgang jeweils bei -1,6 % gelegen. Binnen Jahresfrist gingen im Februar 2025 die Preise sowohl für Kraftstoffe (-0,7 %) als auch für Haushaltsenergie (-2,2 %) zurück. Hier konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher von günstigeren Preisen für Strom (-3,0 %), Brennholz, Holzpellets oder andere Brennstoffe (-5,0 %) und leichtes Heizöl (-6,9 %) profitieren. Erdgas (+2,0 %) und Fernwärme (+9,7 %) waren hingegen teurer als ein Jahr zuvor.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,4 %

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im Februar 2025 um 2,4 % höher als im Vorjahresmonat, nach +0,8 % im Januar 2025. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich damit deutlich verstärkt und lag im Februar 2025 knapp über der Gesamtteuerung. Noch deutlicher waren die Nahrungsmittelpreise zuletzt im Januar 2024 gestiegen (+3,8 % gegenüber Januar 2023). Von Februar 2024 bis Februar 2025 verteuerten sich vor allem Speisefette und Speiseöle (+11,9 %, darunter Butter: +27,9 %). Auch für Obst (+4,0 %), Gemüse (+3,9 %) und Molkereiprodukte (+3,7 %) lag die Preiserhöhung weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung. Für einige Nahrungsmittelgruppen war auch eine geringere Preiserhöhung zu beobachten, zum Beispiel für Brot und Getreideerzeugnisse (+1,1 %) sowie für Fleisch und Fleischwaren (+0,2 %).

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,7 %

Im Februar 2025 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,7 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im Februar 2025 ebenfalls bei +2,7 %. Die beiden Kenngrößen liegen seit über einem Jahr über der Gesamtteuerung und verdeutlichen somit, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen überdurchschnittlich hoch war.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,8 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Februar 2025 um 3,8 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Februar 2024 bis Februar 2025 erhöhten sich Preise vor allem für kombinierte Personenbeförderung (+11,4 %), für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+10,4 %) und für Versicherungen (+9,4 %). Deutlich teurer waren unter anderem auch stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+6,5 %), die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,6 %) sowie Gaststättendienstleistungen (+4,4 %). Bedeutsam für die Preisentwicklung bei Dienstleistungen bleiben zudem die Nettokaltmieten, die Teuerungsrate lag hier bei +2,1 % und damit knapp unter der Inflationsrate. Dagegen waren weiterhin nur wenige Dienstleistungen günstiger als im Vorjahresmonat, zum Beispiel Telekommunikation (-1,2 %).

Waren verteuerten sich gegenüber Februar 2024 um 0,9 %

Waren insgesamt verteuerten sich von Februar 2024 bis Februar 2025 um 0,9 %. Die Preise für Verbrauchsgüter (+1,4 %) erhöhten sich, dagegen gaben die Preise für Gebrauchsgüter (-0,1 %) leicht nach. Neben dem Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+2,4 %) wurden einige andere Waren deutlich teurer, vor allem alkoholfreie Getränke (+5,9 %) und Tabakwaren (+4,3 %). Preisrückgänge hingegen waren außer bei der Energie (-1,6 %) beispielsweise bei Mobiltelefonen (-8,9 %) und Informationsverarbeitungsgeräten (-7,7 %) zu verzeichnen.

Preise insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,4 %

Im Vergleich zum Januar 2025 stieg der Verbraucherpreisindex im Februar 2025 um 0,4 %. Merklich teurer binnen Monatsfrist wurden unter anderem Pauschalreisen (+9,1 %). Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt stiegen binnen Monatsfrist um 1,1 %, unter anderem zogen hier die Preise für frisches Gemüse (+4,5 %) und für Obst (+2,5 %) an. Günstiger wurden hingegen Speisefette und Speiseöle (-1,6 %, darunter Butter: -3,1 %). Energie insgesamt verteuerte sich um 0,4 % gegenüber dem Vormonat. Im Einzelnen standen auch hier den Preissteigerungen beispielsweise bei Kraftstoffen (+1,2 %) und Erdgas (+0,6 %) Preissenkungen bei leichtem Heizöl (-2,8 %) gegenüber.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Großhandelspreise im Februar 2025: +1,6 % gegenüber Februar 2024

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Februar 2025 um 1,6 % höher als im Februar 2024. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im Februar 2025 gegenüber dem Vormonat Januar 2025 um 0,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.03.2025

Großhandelsverkaufspreise, Februar 2025
+1,6 % zum Vorjahresmonat
+0,6 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Februar 2025 um 1,6 % höher als im Februar 2024. Im Januar 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,9 % gelegen, im Dezember 2024 bei +0,1 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im Februar 2025 gegenüber dem Vormonat Januar 2025 um 0,6 %.

Gestiegene Preise für Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren sowie für Nicht-Eisen-Erze, Nicht-Eisen-Metalle und Nicht-Eisen-Metallhalbzeug

Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im Februar 2025 der Preisanstieg im Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren. Die Preise lagen hier im Durchschnitt um 4,4 % über denen von Februar 2024. Insbesondere Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze waren auf Großhandelsebene erheblich teurer als ein Jahr zuvor (+43,8 %), ebenso Zucker, Süßwaren und Backwaren (+14,9 %). Auch für Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (+8,1 %) musste merklich mehr bezahlt werden als im Vorjahresmonat.

Die Großhandelsverkaufspreise für Nicht-Eisen-Erze, Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus stiegen ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat (+29,7 %).

Dagegen waren die Preise im Großhandel mit Eisen, Stahl und Halbzeug daraus 6,1 % niedriger als im Februar 2024. Im Großhandel mit Datenverarbeitungs- und peripheren Geräten musste im Schnitt 5,7 % weniger bezahlt werden als im Vorjahresmonat.

Die Preise im Großhandel mit lebenden Tieren lagen ebenfalls unter denen von Februar 2024 (-2,0 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Beantragte Regelinsolvenzen im Februar 2025: +12,1 % zum Vorjahresmonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar 2025 um 12,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.03.2025

Jahr 2024: 22,4 % mehr Unternehmens- und 6,5 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im Jahr 2023

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Februar 2025 um 12,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Mit Ausnahme des Juni 2024 (+6,3 %) liegen die Zuwachsraten im Vorjahresvergleich damit seit Juni 2023 im zweistelligen Bereich. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

22,4 % mehr Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2024 als im Jahr 2023

Für das Jahr 2024 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 21.812 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 22,4 % mehr als im Jahr 2023, als die Zahl der Unternehmensinsolvenzen bereits um 22,1 % gegenüber 2022 gestiegen war. Die Zuwächse in diesen beiden Jahren dürften neben der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage auf Nachholeffekte gegenüber dem Corona-Zeitraum zurückzuführen sein. So war einerseits von März 2020 bis Mai 2021 die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen ganz oder teilweise ausgesetzt, andererseits wurden Unternehmen mit sog. Corona-Hilfen unterstützt, die nun unter Umständen in Teilen zurückbezahlt werden müssen. Deutlich höher als im Jahr 2024 hatte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zuletzt im Jahr 2015 mit 23.101 Fällen gelegen. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sogar auf 32.687 Fälle gestiegen.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im Jahr 2024 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 58,1 Milliarden Euro. 2023 hatten die Forderungen bei rund 26,6 Milliarden Euro gelegen. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist auch auf „Großinsolvenzen“ mit einer Forderungssumme von 25 Millionen Euro und mehr zurückzuführen: Im Jahr 2024 wurden 314 solcher Fälle und damit mehr als doppelt so viele (+127,5 %) registriert als im Jahr 2023.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Jahr 2024 in Deutschland insgesamt 63,5 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 121,8 Fällen. Danach folgten das Baugewerbe mit 95,3 Insolvenzen sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen) mit 92,5 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

6,5 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2024 als im Jahr 2023

Im Jahr 2024 gab es 71.207 Verbraucherinsolvenzen. Damit stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 6,5 % gegenüber dem Jahr 2023.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Knapp jedes fünfte Industrieunternehmen setzt auf Kurzarbeit

Der Anteil der Industrieunternehmen, die auf Kurzarbeit setzten, blieb im Februar mit 17,9 % in etwa stabil. Im November 2024 waren es 16,9 %. Das geht aus der ifo Konjunkturumfrage hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 14.03.2025

Der Anteil der Industrieunternehmen, die auf Kurzarbeit setzten, blieb im Februar mit 17,9 % in etwa stabil. Im November 2024 waren es 16,9 %*. Das geht aus der ifo Konjunkturumfrage hervor. „Die Industrie reagiert mit einem Mix von Kurzarbeit und Stellenabbau auf die anhaltende Wirtschaftsflaute. Der Schwerpunkt liegt aber auf dem Stellenabbau. Das deutet darauf hin, dass die Unternehmen die aktuelle Lage nicht als nur vorübergehende Krise betrachten“, sagt ifo-Forscher Sebastian Link. Dies zeigen auch die Zahlen des jüngsten ifo Beschäftigungsbarometers.

Für die kommenden drei Monate erwarten 25,4 % der Industrieunternehmen Kurzarbeit. Im November 2024 waren es 24,4 %*. Am höchsten ist der Anteil der kurzarbeitenden Unternehmen in der Metallerzeugung und -bearbeitung (40 %), gefolgt von der Autoindustrie (27 %), sowie den Möbelherstellern, dem Maschinenbau und den Herstellern elektrischer Ausrüstung (jeweils 25 %).

*revidierter, saisonbereinigter Wert

Quelle: ifo Institut

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Mehr Existenzgründungen als Schließungen in den Dienstleistungsbranchen, weniger im Handel und Baugewerbe

Die Anzahl der Existenzgründungen überstieg lt. IfM Bonn im Jahr 2024 in den meisten Wirtschaftsabschnitten die Anzahl der Schließungen. Die Zahl erreichte fast wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 13.03.2025

Vor allem Kleingewerbe wurden in 2024 geschlossen

Die Anzahl der Existenzgründungen überstieg in 2024 in den meisten Wirtschaftsabschnitten die Anzahl der Schließungen. Ein solch‘ positiver Saldo, der eine Zunahme im Unternehmensbestand anzeigt, war im vergangenen Jahr vor allem im Bereich der wissenschaftlichen, technischen und freiberuflichen Dienstleistungen und im Bereich Energie- und Wasserversorgung zu beobachten. Im Handel wurden dagegen mehr Unternehmen geschlossen als neu eröffnet. Zu einem Rückgang im Unternehmensbestand kam es zudem im Baugewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe (inkl. Bergbau).

Zahl der Existenzgründungen fast wieder auf Vorpandemie-Niveau

Insgesamt stieg die Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen auf 258.000. Damit ist fast das Vorpandemie-Niveau (2019: 266.000) erreicht. Unter den Gründungen waren rund 89.000 Gründungen mit Handelsregister- oder Handwerksrolleneintrag oder mit mindestens einen abhängig Beschäftigten. Ihnen wird eine größere wirtschaftliche Bedeutung im Vergleich zum Kleingewerbe zugesprochen. Zum Vergleich: In 2023 wurden nur 84.000 solcher Betriebe gegründet.

270.000 gewerbliche Unternehmen wurden im vergangenen Jahr geschlossen. Das waren zwar mehr Unternehmen als jeweils in den vier Jahren zuvor, aber weniger als in 2019. Die Schließungen von Kleingewerben nahmen stärker zu als die Schließungen von Betrieben einer Hauptniederlassung. Während der Existenzgründungssaldo – die Differenz aus Existenzgründungen und Unternehmensschließungen – bei Kleingewerben negativ ist, werden aber weiterhin mehr gewerbliche Betriebe einer Hauptniederlassung gegründet als geschlossen.

Quelle: IfM Bonn

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