Gut ein Drittel der Mittelständler berichtet über schwierige Kreditverhandlungen

Das Warten auf eine signifikante Belebung der Kreditnachfrage hat sich lt. KfW-ifo-Kredithürde im ersten Quartal 2026 fortgesetzt. Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen, die mit Banken über Kredite sprachen, stieg zwar zum zweiten Mal in Folge leicht um 0,8 Prozentpunkte an. Die Quote der Mittelständler mit Kreditinteresse lag aber unverändert deutlich unterhalb des langfristigen Durchschnitts.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 29.04.2026

  • Finanzinstitute sind weiterhin überdurchschnittlich restriktiv bei der Kreditvergabe
  • Nachfrage nach Krediten bleibt im Mittelstand ebenfalls gering; nur 21 Prozent der Unternehmen führten im ersten Quartal Kreditgespräche

Das Warten auf eine signifikante Belebung der Kreditnachfrage hat sich im ersten Quartal 2026 fortgesetzt. Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen, die mit Banken über Kredite sprachen, stieg zwar zum zweiten Mal in Folge leicht um 0,8 Prozentpunkte an. Mit 21 Prozent lag die Quote der Mittelständler mit Kreditinteresse aber unverändert deutlich unterhalb des langfristigen Durchschnitts. Von den Großunternehmen führten 28,6 Prozent Kreditverhandlungen. Das waren 2,9 Prozentpunkte weniger als im Schlussquartal 2025.

„Bislang sehen wir am Kreditmarkt keine Signale für eine Belebung der Investitionstätigkeit bei den Unternehmen. Die Unsicherheit angesichts mannigfaltiger geopolitischer Krisen und der konjunkturell schwierigen Lage in Deutschland ist einfach zu groß“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Es ist allerdings auch so, dass immer mehr mittelständische Unternehmen gar keinen Bankkredit zur Investitionsfinanzierung nutzen, sondern unter anderem Eigenmittel.“

Von denjenigen Mittelständlern, die im ersten Quartal Kreditverhandlungen führten, berichteten 34 Prozent über schwierige Gespräche. Das waren 3,8 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Die Lage hat sich demnach etwas entspannt, die Banken sind aber weiterhin überdurchschnittlich restriktiv. Bei den Großunternehmen bewerteten 29,1 Prozent ihre Kreditverhandlungen als schwierig, hier gab es kaum eine Veränderung zum Vorquartal.

Das sind die Ergebnisse der KfW-ifo-Kredithürde. Dafür wertet die KfW jedes Quartal Daten der Konjunkturumfragen des ifo-Instituts aus, differenziert nach Größenklassen und Wirtschaftsbereichen.

Besonders Mittelständler im Großhandel bewerteten das Verhalten der Banken als restriktiv. 42,6 Prozent der Unternehmen beklagten hier schwierige Kreditverhandlungen, gefolgt von 41,9 Prozent im Einzelhandel. Bei den Großunternehmen beschrieben sogar 44,7 Prozent der Einzelhändler die Banken als zurückhaltend bei der Kreditvergabe.

„In dem derzeitigen unsicheren politischen und wirtschaftlichen Umfeld ist es durchaus möglich, dass die Kreditverhandlungen für viele Unternehmen noch schwieriger werden als derzeit. Das gilt insbesondere dann, wenn wegen der aktuellen Lage vermehrt Kredite zur Deckung ungeplant höherer Kosten nachgefragt werden sollten“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Quelle: KfW, KfW Research

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Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro

Unternehmen des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs in Deutschland haben im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde gezahlt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, zahlten deutsche Arbeitgeber im Jahr 2025 gemessen am Durchschnitt der EU von 34,90 Euro rund 29 % mehr für eine Stunde Arbeit.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.04.2026

  • Arbeitskosten je Arbeitsstunde in Deutschland um 3,6 % höher als im Vorjahr
  • EU-weit höchste Arbeitskosten in Luxemburg, niedrigste in Bulgarien
  • Arbeitsstunde in Deutschland 2025 im Vergleich zu 2020 um 22,3 % teurer, Abstand des Arbeitskostenniveaus zum EU-Durchschnitt fast unverändert

Unternehmen des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs in Deutschland haben im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde gezahlt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, zahlten deutsche Arbeitgeber im Jahr 2025 gemessen am Durchschnitt der Europäischen Union (EU) von 34,90 Euro rund 29 % mehr für eine Stunde Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Arbeitskosten je geleisteter Arbeitsstunde in Deutschland um 3,6 % (2024: 43,50 Euro je geleisteter Arbeitsstunde), damit war der Anstieg geringer als im EU-weiten Durchschnitt (+4,1 %). Im aktuellen EU-Durchschnitt sind die Arbeitskosten für Belgien nicht einberechnet, da für Belgien zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Ergebnisse vorliegen.

Arbeitsstunde kostet in Luxemburg durchschnittlich 56,80 Euro, in Bulgarien 12,00 Euro

Die Arbeitskosten je geleisteter Stunde fallen in der EU sehr unterschiedlich aus. Die höchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde wurden im Jahr 2025 nach den bisher vorliegenden Ergebnissen in Luxemburg (56,80 Euro), Dänemark (51,70 Euro) und den Niederlanden (47,90 Euro) gezahlt. Allerdings hatte Belgien, für das noch keine Ergebnisse für 2025 vorliegen, in dieser Rangfolge im Vorjahr anstelle der Niederlande auf Platz 3 gelegen. Die Länder mit den EU-weit niedrigsten Arbeitskosten im Jahr 2025 waren Ungarn (15,20 Euro), Rumänien (13,60 Euro) und Bulgarien (12,00 Euro).

Die höchsten prozentualen Anstiege der Arbeitskosten waren 2025 in Bulgarien (+13,1 %), Kroatien (+11,6 %) und Polen (+10,5 %) zu verzeichnen. Am schwächsten waren die Erhöhungen in Frankreich (+2,0 %), Dänemark (+3,0 %) und Italien (+3,2 %). In Malta sanken die Arbeitskosten im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht (-0,5 %).

Arbeitskosten im Fünfjahresvergleich in allen Wirtschaftsabschnitten gestiegen

Verglichen mit dem Jahr 2020 sind die Arbeitskosten in Deutschland in allen Wirtschaftsabschnitten um mindestens 14 % gestiegen. In den Bereichen Erbringung freiberuflicher, wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen sowie im Gastgewerbe erhöhten sich die Arbeitskosten sogar um mehr als 30 %. Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt betrug der Anstieg im Fünfjahresvergleich 22,3 %. In Relation zu den Arbeitskosten im EU-Durchschnitt veränderte sich die Situation 2025 im Vergleich zu 2020 jedoch kaum: Die Arbeitskosten in Deutschland lagen mit 30 % (2020) beziehungsweise 29 % (2025) annähernd gleichbleibend über dem EU-Durchschnittswert.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Europäische Institutionen unterzeichnen Fahrplan “Ein Europa, ein Markt”

Der zypriotische Präsident als amtierender EU-Ratsvorsitzender sowie die Präsidenten des EU-Parlaments und der EU-Kommission haben einen gemeinsamen Fahrplan “Ein Europa, ein Markt” unterzeichnet.

DATEV Informationsbüro Brüssel, Mitteilung vom 28.04.2026

Im Rahmen des informellen Treffens der Staats- und Regierungschefs auf Zypern haben der zypriotische Präsident als amtierender EU-Ratsvorsitzender sowie die Präsidenten des EU-Parlaments und der EU-Kommission einen gemeinsamen Fahrplan “Ein Europa, ein Markt” unterzeichnet.

Europas Wirtschaftsstrategie müsse einen fairen, stärker integrierten Binnenmarkt, eine Handelspolitik mit diversifizierten Partnerschaften sowie eine Industriepolitik umfassen, die die Produktions- und Innovationsfähigkeit der EU unter Wahrung europäischer Werte schützt und stärkt.

Mit dem Fahrplan verpflichten sich die drei EU-Organe, die im Anhang aufgeführten legislativen und politischen Initiativen prioritär zu behandeln und durch entscheidende Fortschritte in 2026 und spätestens bis Ende 2027 zu verabschieden. So soll u. a. bis Juni 2026 eine Einigung zum KI-Omnibus, zur European Business Wallet als auch zur E-Declaration über die Entsendung von Arbeitnehmern erzielt werden. Ein Abschluss der Beratungen zum Vorschlag für eine EU Inc. (“28. Regime”) ist bis Ende 2026 vorgesehen. Bis Ende 2027 soll das Omnibus-Paket im Bereich der Besteuerung (Vorlage für Juni 2026 angekündigt), das Paket für faire Arbeitskräftemobilität (Vorlage für Q3/2026 angekündigt), die Schaffung des Rechtsrahmens für die Energieeffizienz (Vorlage für Q3/2026 angekündigt) als auch ein Rechtsakt über Cloud- und KI-Entwicklung (Vorlage für Q2/2026 angekündigt) verabschiedet werden.

Zur Überwachung des Fahrplans werden die drei EU-Institutionen regelmäßige Bestandsaufnahmen durchführen und quartalsweise zusammenkommen, um u. a. Fortschritte zu überprüfen, Hindernisse zu identifizieren, Maßnahmen zu koordinieren und den Anhang ggf. anzupassen.

Quelle: DATEV eG Informationsbüro Brüssel

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Ländliche Regionen profitieren besonders von privaten Hochschulen

Private Hochschulcampi können die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland messbar stärken. Eine aktuelle Analyse des ZEW Mannheim zeigt, dass die Gründung eines privaten Campus die lokale wirtschaftliche Aktivität erhöht.

ZEW, Pressemitteilung vom 28.04.2026

ZEW-Studie zu Auswirkungen von privaten Hochschulgründungen auf lokale Wirtschaft

Private Hochschulcampi können die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland messbar stärken. Eine aktuelle Analyse des ZEW Mannheim zeigt, dass die Gründung eines privaten Campus die lokale wirtschaftliche Aktivität erhöht. Im Durchschnitt entspricht dies einem Anstieg des regionalen Bruttoinlandsprodukts um rund 1,5 bis 2,1 Prozent. Die Effekte sind jedoch regional unterschiedlich ausgeprägt und entfalten sich erst über einen längeren Zeitraum. Besonders profitieren ländlicher geprägte Regionen. Für städtische Regionen lässt sich keine Steigerung der wirtschaftlichen Aktivität nachweisen.

„Zum einen stärken unsere Ergebnisse den Anspruch privater Hochschulen auf regionale Anerkennung und Unterstützung, da sie langfristig zu wichtigen Bezugspunkten für die regionale Entwicklung werden können“, erklärt Dr. Bastian Krieger, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe „Co-Creation“. Linus Strecke, Wissenschaftler im selben Forschungsbereich, ergänzt: „Zum anderen zeigen die Ergebnisse, dass private Hochschulcampi regionalpolitisch nutzbar sind, ihr Potenzial sich jedoch vor allem auf ländlichere und intermediäre Regionen konzentriert.“

Stärkere Effekte außerhalb der Metropolen

Während in städtischen Räumen keine messbaren Effekte auftreten, profitieren ländliche und intermediäre Regionen. Dort steigt das regionale Bruttoinlandsprodukt infolge von Campusgründungen um bis zu sieben Prozent. Private Hochschulen haben somit das Potenzial in strukturschwächeren Regionen als wirtschaftliche Impulsgeber zu wirken und eine bedeutende Rolle in regionalpolitischen Strategien einzunehmen.

Langfristige Wirkung und lokale Bindung

Die positiven Effekte entstehen nicht kurzfristig, sondern bauen sich über viele Jahre hinweg auf. Erst nach mehr als einem Jahrzehnt werden sie statistisch signifikant. Dies deutet darauf hin, dass private Hochschulen langfristig zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen, etwa durch Humankapitalbildung, Unternehmensverflechtungen oder ihre regionale Führungsrolle. Gleichzeitig bleiben die Effekte lokal begrenzt: Für benachbarte Regionen lassen sich keine vergleichbaren Effekte nachweisen. Die wirtschaftlichen Zugewinne konzentrieren sich somit auf die jeweiligen Standortregionen der Campi.

Quelle: ZEW

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Innovationen: Ost-Hochschulen melden doppelt so viele Patente an

Bei Patentanmeldungen hängen ostdeutsche Hochschulen westdeutsche ab, zeigt eine neue Studie des IW Köln. Spitzenreiter Sachsen meldet fast dreimal so viele Patente an wie der Bundesdurchschnitt.

IW Köln, Pressemitteilung vom 28.04.2026

Bei Patentanmeldungen hängen ostdeutsche Hochschulen westdeutsche ab, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Spitzenreiter Sachsen meldet fast dreimal so viele Patente an wie der Bundesdurchschnitt.

Die Hochschulen in den ostdeutschen Bundesländern melden pro 1.000 Studenten 3,9 Patente an. Das sind mehr als doppelt so viele wie in Westdeutschland, wo nur 1,8 Patente pro 1.000 Studenten angemeldet werden, zeigt eine neue IW-Studie. Besonders innovativ sind Sachsens Hochschulen mit 5,4 Patenten pro 1.000 Studenten, gefolgt von Thüringens Hochschulen mit 4,7. Die wenigsten Patente stammen von Hochschulen in Berlin und Nordrhein-Westfalen, die nur auf etwas mehr als ein Patent pro 1.000 Studenten kommen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei zwei.

TU Freiberg ist Spitzenreiter

An der Spitze bei den Einzelhochschulen ist die Technische Universität Bergakademie Freiberg mit rund 24 Patentanmeldungen je 1.000 Studenten. Einen Sprung macht die Technische Universität Ilmenau: Mit 18 Anmeldungen schiebt sie sich auf Platz 2, zuletzt kamen etwa 12 Patente aus der thüringischen Hochschulstadt. Die Medizinische Hochschule Hannover folgt mit 13 Anmeldungen.

Innerhalb von fünf Jahren haben deutsche Hochschulen fast 5.000 Patente angemeldet. Etwa 300 davon gehen auf die Technische Universität Dresden zurück, gefolgt von der Technischen Universität München mit knapp 230 und der RWTH Aachen mit 220 Anmeldungen.

Hochschulen sind wichtige Patentpartner

Fast jedes dritte Hochschulpatent entsteht in Kooperation mit Partnern – bei anderen Patentanmeldern in Deutschland nur etwa jedes zwanzigste. Besonders häufig sind große deutsche Konzerne beteiligt, die an mehr als einem Drittel aller Hochschulkooperationen mitwirken. „Wer heute ein Patent anmeldet, bringt häufig morgen ein neues Produkt auf den Markt. Für Unternehmen sind Hochschulen damit wichtige Ideenschmieden“, so IW-Experte Oliver Koppel.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. – Autoren: Enno Kohlisch / Oliver Koppel

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12-Uhr-Tankregel: 6 Cent höhere Marge auf Benzin

Eine Zeitreihenanalyse von ZEW und DICE zeigt die Preisentwicklung an der Zapfsäule.

ZEW, Pressemitteilung vom 27.04.2026

Zeitreihenanalyse von ZEW und DICE zeigt Preisentwicklung an der Zapfsäule

Seit am 1. April 2026 das Kraftstoffmaßnahmenpaket in Kraft trat, sind die Gewinnmargen sowohl für E5- als auch für E10-Benzin in Deutschland um rund sechs Cent pro Liter gestiegen. Der Effekt auf Dieselpreise hingegen bleibt zumindest kurzfristig uneindeutig, da die internationalen Dieselnotierungen seit Kriegsbeginn sehr volatil sind. Vor allem kleinere Ketten und unabhängige Anbieter haben ihre Gewinnmargen stärker angehoben als große Tankstellenketten. Innerhalb Deutschlands variiert zudem die Stärke des Effekts erheblich. Das zeigt erstmals eine gemeinsame Studie des ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE). Die Forschenden analysierten Daten von rund 15.000 Tankstellen im Zeitraum von jeweils zwei Wochen vor und nach Inkrafttreten der neuen Tankpreisregelung.

„Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken. Insbesondere bei Benzin stiegen die Gewinnmargen erheblich“, betont Leona Jung, Autorin der Studie vom DICE.

Leonard Gregor, Ko-Autor vom DICE, ergänzt: „Einerseits reduziert sich der durch sieben bis acht Preisspitzen geprägte Tageszyklus auf eine einzelne, vorhersehbare Mittagssteigerung, wodurch günstige Zeitfenster klarer erkennbar werden. Andererseits müssen höhere Preise zwischen Mittag und frühem Abend in Kauf genommen werden.“

Preis-Vorhersehbarkeit hat Folgen

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Vorhersehbarkeit der Preisanpassungen indirekt zu höheren Durchschnittspreisen führt. Die Preise sind während der Mittagszeit bis in die Abendstunden systematisch erhöht, während die Preise in den Morgenstunden tendenziell unter den Tagesdurchschnitt fallen. Zuvor hatten Verbraucherinnen und Verbraucher über den Tag zahlreiche Gelegenheiten, günstiger zu tanken.

Gewinnmargen steigen

Um die Gewinnmargen zu berechnen, verglichen die Forschenden Kraftstoffpreise abzüglich der Steuern und Gebühren mit den Großhandelspreisen aus der europäischen Handelsregion Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen, dem sog. ARA-Preis.

„Während die Gewinnmargen von Benzin seit Inkrafttreten der Tankpreisregelung im Durchschnitt etwa sechs Cent pro Liter gestiegen sind, schwankten die Margen für Diesel im Beobachtungszeitraum deutlich. Die Preise für Diesel zogen bereits vor Inkrafttreten der Regelung im Verlauf des Iran-Konflikts stark an, während Benzin verzögert reagierte. Aufgrund des kurzen Betrachtungszeitraums lässt sich der Anstieg der Dieselmargen nicht belastbar quantifizieren“, sagt Jacob Schildknecht, Ko-Autor der Studie aus dem ZEW-Forschungsgbereich „Digitale Ökonomie“.

Regionale und strukturelle Unterschiede

Sowohl Region als auch Tankstellenkettengröße beeinflussen die Stärke des Effekts deutlich. Kleinere Ketten und unabhängige Anbieter verzeichnen die größten Margenanstiege, während die Auswirkungen für mittelgroße Ketten moderaterer und bei großen Ketten am geringsten sind.

„Dieser Unterschied zeigt, dass die Reform nicht einheitlich wirkt, sondern stark von Marktstruktur und Wettbewerbsintensität abhängt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere größere Unternehmen ihre Margen weniger stark erhöhen, da sie als marktbeherrschende Akteure eher kartellrechtliche Prüfungen fürchten müssen“, so Prof. Dr. Justus Haucap, Ko-Autor der Studie und Direktor des DICE.

In Süddeutschland sind die Margen besonders stark gestiegen – zusätzlich um bis zu 1,2 Cent pro Liter Benzin und 2,4 Cent pro Liter für Diesel.

„Das höhere durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen im Süden könnte eine höhere Zahlungsbereitschaft und damit größere Margenanpassungen begünstigen. Außerdem können regionale Unterschiede in den Lieferketten und bei der Rohölbeschaffung zu Kostenunterschieden führen, die die regionalen Unterschiede bei den Preisreaktionen weiter verstärken“, so die Forschenden.

Quelle: ZEW

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Inflationserwartungen steigen deutlich an

91 Prozent der Befragten nennen die Entwicklung der Energiepreise als Haupttreiber der gestiegenen Inflationserwartungen. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse des aktuellen ZEW-Finanzmarkttests auf ein stabiles Zinsniveau hin. Senkungen des Leitzinses erscheinen kurzfristig deutlich unwahrscheinlicher.

ZEW, Pressemitteilung vom 24.04.2026

ZEW-Finanzmarkttest zeigt erhöhten Preisdruck und begrenzten Zinsspielraum

Die Inflationserwartungen von Finanzmarktexperten und -expertinnen für die Eurozone haben sich im April 2026 deutlich nach oben verschoben. Für das laufende Jahr liegt die erwartete Teuerungsrate im Median bei 2,7 Prozent und damit klar über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent. 91 Prozent der Befragten nennen die Entwicklung der Energiepreise als Haupttreiber der gestiegenen Inflationserwartungen. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse des aktuellen ZEW-Finanzmarkttests auf ein stabiles Zinsniveau hin. Senkungen des Leitzinses erscheinen kurzfristig deutlich unwahrscheinlicher.

„Vor diesem Hintergrund ergibt sich eine Risikolage, bei der die EZB in beide Richtungen eingeschränkt ist – zu frühe Zinssenkungen würden den Inflationsdruck verstärken, während eine zu rasche Straffung das ohnehin schwache Wachstum zusätzlich belasten könnte“, sagt Dr. Lora Pavlova, Leiterin des ZEW-Finanzmarkttests und Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“.

„Solange die Inflationserwartungen erhöht bleiben, ist geldpolitischer Spielraum nach unten kaum vorhanden. Ein stabiles Zinsniveau gilt damit als wahrscheinlichstes Szenario, während sowohl rasche Zinssenkungen als auch eine dauerhafte Straffung vom Marktkonsens weitgehend ausgeschlossen werden“, ergänzt Anna-Lena Herforth, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“.

Zinserwartungen spiegeln geldpolitischen Zielkonflikt wider

Für die kommenden Monate rechnen die Expertinnen und Experten überwiegend mit einem stabilen Zins. Die Einschätzungen zum Zinspfad bis Ende 2026 zeigen eine abwartende Haltung: Eine Mehrheit erwartet zunächst keine Veränderung der Leitzinsen. Doch die Zinserwartungen für das Ergebnis der EZB-Ratssitzung im Juni gehen auseinander: 48 Prozent der Expertinnen und Experten gehen hier von stabilen Zinsen aus, während rund 47 Prozent mit einem Zinsschritt von zwischen 16 und 25 Basispunkten rechnen. Für die Sitzungen nach der Sommerpause wird mehrheitlich keine Zinsanpassung erwartet. Einzelne Stimmen antizipieren jedoch bereits eine graduelle Zinssenkung im Q4 2026.

Energiepreise treiben Inflationserwartungen

Als Haupttreiber der gestiegenen Inflationserwartungen nennen 91 Prozent der Befragten die Entwicklung der Energiepreise. Auch steigende Preise für andere Rohstoffe sowie anhaltende Lieferengpässe tragen maßgeblich zur Aufwärtsrevision bei. Geopolitische Spannungen und internationale Handelskonflikte verstärken den Preisdruck zusätzlich. Dämpfende Effekte gehen hingegen von der Aufwertung des Euro und einer schwächeren Konjunktur im Euroraum aus, diese spielen insgesamt aber eine untergeordnete Rolle.

Quelle: ZEW

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IMK Konjunkturindikator: Rezessionsrisiko durch Iran-Krieg spürbar gestiegen

Der Iran-Krieg hat das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten in eine Rezession gerät, deutlich erhöht. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des IMK der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 24.04.2026

Der Iran-Krieg hat das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten in eine Rezession gerät, deutlich erhöht. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, der die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt. Für das zweite Quartal von April bis Ende Juni 2026 weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 33,5 Prozent aus. Anfang März betrug sie für die folgenden drei Monate noch 11,6 Prozent. Gleichzeitig ist die statistische Streuung im Indikator, die eine Verunsicherung von Wirtschaftsakteuren widerspiegelt, gestiegen. Deshalb schaltet der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator erstmals seit Oktober 2025 von „gelb-grün“, was für ein moderates Wachstum spricht, auf „gelb-rot“. Diese Phase markiert eine erhöhte konjunkturelle Unsicherheit.

Maßgeblich für den Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit sind vor allem Eintrübungen bei Finanzmarkt- und Stimmungsindikatoren. Dazu zählen unter anderem höhere Risikoprämien bei Kreditausfallversicherungen für Unternehmen, eine gestiegene Volatilität am Aktienmarkt sowie Zinsentwicklungen, die darauf schließen lassen, dass Finanzmarktakteure sich auf eine Anhebung der EZB-Leitzinsen einstellen. Zudem haben sich neben dem Geschäftsklima die vom ifo-Institut gemessenen Exporterwartungen deutscher Unternehmen verschlechtert, was damit zu tun hat, dass die Weltwirtschaft, darunter insbesondere das Wachstum vieler Schwellenländer, durch den Iran-Krieg belastet wird.

Die schlechteren wirtschaftlichen Aussichten ergeben sich somit sowohl aus Faktoren, die im Inland wirken, als auch international. „Mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran im März hat die Wahrscheinlichkeit für weitere Produktionsrückgänge aufgrund höherer Energiepreise und unterbrochener Lieferungen, insbesondere im Bereich der in Deutschland seit Beginn des Ukraine-Kriegs stark belasteten energieintensiven Industrien, zugenommen“, skizziert IMK-Forscher Dr. Thomas Theobald das aktuelle Konjunkturbild. „Für die kommenden Monate ist zudem mit einer spürbaren Dämpfung des privaten Verbrauchs zu rechnen, da die Energiepreisschocks zunächst die Öl-nahen Ausgaben der privaten Haushalte verteuern, aber sich auch nach und nach auf die Preise weiterer Güter und Dienstleistungen auswirken werden.“

Dullien: Entlastungssignale nicht durch Kürzungsdebatten entwerten

Die Bundesregierung handele richtig, wenn sie in der aktuellen Situation kurzfristig für Entlastung sorge, erklärt Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. Dabei hält er den temporären Tankrabatt, über den heute im Bundesrat abgestimmt wird, für ein „akzeptables Instrument“. Er schwäche zwar die Preissignale ab, habe aber eine Reihe von Vorteilen gegenüber allen anderen derzeit diskutierten Maßnahmen: „Er ist sehr schnell umsetzbar und er dämpft direkt die Inflation. Seine Verteilungswirkung ist weniger negativ als oft unterstellt, denn er kommt vor allem Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen zugute. Außerdem entlastet er das Gewerbe und beugt so Kostendruck in der Logistik und bei der Herstellung vieler Güter und Dienstleistungen vor.“

Ebenso wichtig sei, dass die Verbraucher*innen nicht immer wieder durch von der Politik angekündigten Abbau bei sozialer Sicherung und Arbeitsbedingungen verunsichert werden, mahnt Dullien. Das gelte für Belastungen durch die Gesundheitsreform ebenso wie für Deregulierungen bei der Arbeitszeit und immer wieder diskutierte Einschnitte bei der Alterssicherung oder beim Kündigungsschutz. „Alles, was den privaten Konsum weiter schwächt, ist aktuell ein schweres Wachstumsrisiko. Es ist widersinnig, richtigerweise Entlastungssignale zu setzen, diese dann aber postwendend zu entwerten – etwa, wenn beim Thema Rente unnötig zugespitzt wird“, warnt der IMK-Direktor.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Digitale Unternehmen sind produktiver

Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto produktiver ist es. Dieser Zusammenhang ist umso stärker ausgeprägt, je weiter die Digitalisierung des Unternehmens bereits fortgeschritten ist. Das sind die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie des ZEW Mannheim und von KfW Research.

ZEW/KfW Research, Pressemitteilung vom 23.04.2026

Gemeinsame Studie von ZEW und KfW Research

Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto produktiver ist es. Dieser Zusammenhang ist umso stärker ausgeprägt, je weiter die Digitalisierung des Unternehmens bereits fortgeschritten ist. Das sind die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie des ZEW Mannheim und von KfW Research. Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“, und Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, stellten die Studie am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Frankfurt vor.

„Der Bestand an Digital-Kapital in einem Unternehmen steht in einem klaren Zusammenhang zur Höhe der Produktivität. Je digitaler ein Unternehmen bereits aufgestellt ist, umso mehr profitiert es von zusätzlichen Digitalisierungsausgaben“, sagte Bertschek. „Offensichtlich sind stärker digitalisierte Unternehmen eher in der Lage, die Produktivitätspotenziale der Digitalisierung auszuschöpfen, als weniger digitalisierte Unternehmen. Dieses Ergebnis zeigt, dass erst einmal ein Grundstock an digitalem Kapital und an Erfahrung im Umgang mit den Technologien vorhanden sein muss, bevor Erfolge zu sehen sind.“

„Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Unternehmen in ihre Digitalisierung investieren. Die Investitionen sollten kontinuierlich und in ausreichender Höhe vorgenommen werden, um dauerhafte Wirkung zu entfalten und die Unternehmen wirklich nach vorne zu bringen“, sagte Schumacher. „Digitalisierung ist oftmals die technologische Basis, die Innovationen in Unternehmen erst ermöglicht. Deutschland benötigt dringend innovative Unternehmen.“

KfW-Daten ausgewertet

Die Studie zeigt, dass eine Erhöhung des digitalen Kapitalstocks eines Unternehmens um zehn Prozent mit einer um durchschnittlich 0,159 Prozent höheren Produktivität verbunden ist. In der Gruppe der Unternehmen mit der anfänglich höchsten Digitalisierung geht eine Steigerung ihres Digital-Kapitals um zehn Prozent bereits mit einer um 0,808 Prozent höheren Produktivität einher.

Ein höherer Digitalisierungsgrad unterstützt die Unternehmen zudem dabei, zu den produktivsten Unternehmen ihrer Branche aufzuschließen. Auch hier ist der Zusammenhang für stärker digitalisierte Unternehmen deutlich stärker ausgeprägt als für weniger digitalisierte Unternehmen.

Dabei ist zu beachten, dass das Digital-Kapital in Deutschland sehr ungleich verteilt ist. So verfügen die 25 Prozent der mittelständischen Unternehmen mit dem höchsten Bestand an Digital-Kapital über durchschnittlich 156.600 Euro. Dagegen beläuft sich der Digitalstock der 50 Prozent der Unternehmen mit dem geringsten Bestand auf Werte von durchschnittlich unter 50 Euro.

Zurückzuführen sind diese niedrigen Beträge darauf, dass insbesondere kleine Unternehmen nur in unregelmäßigen Abständen und nur kleine Summen für ihre Digitalisierung ausgeben. In Kombination mit der hohen Abschreibungsrate auf digitales Kapital führt dies dazu, dass der erreichte Bestand in den Folgejahren schnell wieder abschmilzt.

Die Analyse erfolgte auf Basis von Daten aus dem KfW-Mittelstandspanel für die Jahre 2017 bis 2022. Das KfW-Mittelstandspanel ist die einzige repräsentative Erhebung für den gesamten deutschen Mittelstand. Dafür werden Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro jährlich befragt. Der digitale Kapitalstock eines Unternehmens wurde anhand der Angaben zu den eigenen Ausgaben für Digitalisierungsvorhaben berechnet. Dazu zählen unter anderem Ausgaben für Projekte, Maßnahmen und Vorhaben zur Erneuerung der IT-Struktur, zur Digitalisierung von Produkten, Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie zur Neugestaltung von Arbeitsabläufen.

KfW-Studie: Digitalausgaben zurückgegangen

Aus dem neuen Digitalisierungsbericht von KfW Research, der ebenfalls am Donnerstag vorgestellt wurde, geht hervor, dass die Digitalisierungsaktivitäten des deutschen Mittelstands über alle Wirtschaftszweige hinweg zuletzt eingebrochen sind. Der Anteil der Unternehmen, die zwischen 2022 und 2024 ein Digitalisierungsvorhaben abgeschlossen haben, sank im Vergleich zu den Jahren 2021 bis 2023 um fünf Prozentpunkte auf 30 Prozent. Die Unternehmen investierten insgesamt 23,8 Milliarden Euro in ihre Digitalisierung – ein Minus von 8,1 Milliarden Euro, preisbereinigt sogar um 8,6 Milliarden Euro.

„Der durch die Corona-Krise ausgelöste Schub in der Digitalisierung ist zum Erliegen gekommen. Das ist sicherlich auch auf die schwierige konjunkturelle Lage zurückzuführen, die das Investitionsverhalten der Unternehmen hemmt“, sagte Schumacher.

In der langfristigen Perspektive haben die Digitalisierungsaktivitäten im Mittelstand aber zugenommen. Der Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Vorhaben sowie die aggregierten und durchschnittlichen Digitalisierungsausgaben der aktiven Unternehmen liegen höher als vor einem knappen Jahrzehnt.

Die Aktivitäten bleiben allerdings stark auf große und Vorreiterunternehmen konzentriert. So liegt der Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben bei großen Mittelständlern mit mehr als 50 Beschäftigten mehr als doppelt so hoch wie bei den kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitenden.

„Investitionen in die Digitalisierung zahlen sich mittel- bis langfristig aus. Aus wirtschaftspolitischer Perspektive bietet es sich an, die Unternehmen von der Notwendigkeit der Digitalisierung zu überzeugen und gezielte Anreize zur Stärkung der Digitalisierungsanstrengungen zu setzen“, sagte Schumacher. „Insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen sind die finanziellen Ressourcen oftmals knapp. Die finanzielle Förderung stellt daher einen wichtigen Ansatzpunkt dar.“

Bertschek sagte: „Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Kooperation mit digitalen Start-ups, von deren technologischem Know-how insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren können. Von zentraler Bedeutung ist zudem die Verbesserung und regelmäßige Aktualisierung der Digitalkompetenzen. Sie sind Voraussetzung dafür, dass Unternehmen die Vorteile der Digitalisierung für sich erschließen können. Die Integration von IT-Wissen in schulische, berufliche und akademische Ausbildungsinhalte ist ein Weg, um die digitale Vorbildung zu stärken.“

Quelle: ZEW

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0,6 % weniger Umsatz im Handwerk im Jahr 2024

Die rund 564.000 Handwerksunternehmen in Deutschland haben im Jahr 2024 einen Umsatz von 762 Mrd. Euro erwirtschaftet. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sank der Umsatz damit um 0,6 % und die Zahl der Handwerksunternehmen um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 23.04.2026

  • Umsatz von großen Handwerksunternehmen steigt, kleine Unternehmen verzeichnen dagegen einen Umsatzrückgang
  • Gesundheits- und Kfz-Gewerbe mit Umsatzsteigerungen, Rückgänge im Ausbau- und Bauhauptgewerbe sowie in Handwerken für den gewerblichen Bedarf
  • Anteil des Handwerks am Umsatz der Gesamtwirtschaft bei 7,8 %

Die rund 564.000 Handwerksunternehmen in Deutschland haben im Jahr 2024 einen Umsatz von 762 Milliarden Euro erwirtschaftet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sank der Umsatz damit um 0,6 % und die Zahl der Handwerksunternehmen um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt 2024 waren rund 6,0 Millionen Personen im Handwerk tätig. Darunter waren 4,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 1,3 Millionen geringfügig Beschäftigte.

Nach der Unternehmensgröße betrachtet erzielten große Handwerksunternehmen ab 50 Beschäftigten im Jahr 2024 einen Umsatzanstieg von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr, während kleine Handwerksunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten einen deutlichen Umsatzrückgang von 15,1 % verzeichneten.

Ausbaugewerbe die mit Abstand größte Gewerbegruppe im Handwerk

Besondere Bedeutung hat das Handwerk im Baugewerbe: Im Jahr 2024 waren knapp zwei Drittel (65,2 %) aller Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig Handwerksunternehmen. Die weitaus größte Gewerbegruppe innerhalb des Baugewerbes und des Handwerks insgesamt – sowohl bezogen auf die Zahl der Unternehmen als auch die tätigen Personen sowie den Umsatz – ist das Ausbaugewerbe. Im Jahr 2024 erwirtschafteten die 213.000 Handwerksunternehmen dort mit 1,6 Millionen tätigen Personen einen Umsatz von 213 Milliarden Euro. Damit sank die Zahl der Handwerksunternehmen im Ausbaugewerbe gegenüber dem Vorjahr um 2,1 % und der Umsatz um 3,2 %. Bei der Zahl der tätigen Personen ist ein Vergleich aufgrund eines Methodenwechsels nicht möglich.

Unterschiedliche Umsatzentwicklung nach Gewerbegruppen

Bei der Umsatzentwicklung unterschieden sich die Gewerbegruppen im Jahr 2024 zum Teil deutlich. Das größte Umsatzplus verzeichnete das Gesundheitsgewerbe mit einem Anstieg von 4,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Zu dieser Gewerbegruppe gehören unter anderem Augenoptiker/-innen, Hörakustiker/-innen und Zahntechniker/-innen. Einen kräftigen Umsatzanstieg verzeichnete auch das Kraftfahrzeuggewerbe (+3,3 % zum Vorjahr), während der Umsatz im Lebensmittelgewerbe nur leicht stieg (+0,6 %). Umsatzrückgänge wiesen dagegen neben dem Ausbaugewerbe (-3,2 %) auch das Handwerk für den gewerblichen Bedarf (-2,0 %) und das Bauhauptgewerbe (-1,2 %) auf.

Handwerk erwirtschaftet 7,8 % des Umsatzes der Gesamtwirtschaft

Der Anteil des Handwerks am Umsatz der Gesamtwirtschaft lag im Jahr 2024 bei 7,8 %, das waren 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Insgesamt waren im Handwerk 12,7 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland tätig. Der Anteil der Handwerksunternehmen an allen Unternehmen betrug 15,9 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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