Wirtschaftliche Lage wirkt sich auf Ausbildungsmarkt aus

Der Berufsbildungsbericht zeigt lt. Bundesregierung: Auf dem Ausbildungsmarkt 2025 ist ein Rückgang des Angebots an Ausbildungsstellen zu verzeichnen. Gleichzeitig blieben deutlich weniger Ausbildungsstellen unbesetzt.

Bundesregierung, Mitteilung vom 06.05.2026

Der Berufsbildungsbericht zeigt: Auf dem Ausbildungsmarkt 2025 ist ein Rückgang des Angebots an Ausbildungsstellen zu verzeichnen. Gleichzeitig blieben deutlich weniger Ausbildungsstellen unbesetzt. Wie sieht der Ausbildungsmarkt im Detail aus?

Der im Bundeskabinett vorgestellte und beschlossene Berufsbildungsbericht 2026 gibt einen Überblick über die Ausbildungssituation im Berichtsjahr 2025. Beleuchtet werden dabei sowohl langfristige Trends als auch aktuelle Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt. Es wird deutlich: Die wirtschaftliche Lage hatte Einfluss auf die Ausbildungsbilanz, zugleich gibt es aber auch ermutigende Entwicklungen.

So zeigt der Bericht einen Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im letzten Jahr; auch blieben 2025 mehr junge Menschen als im Vorjahr bei der Ausbildungsplatzsuche erfolglos. Zudem verringerte sich das Angebot an Ausbildungsstellen. Gleichzeitig ist die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen deutlich gesunken.

Der Ausbildungsmarkt im Detail

Rund 476.000 duale Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2025 abgeschlossen. Das entspricht einem Rückgang von 10.300 Verträgen (-2,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. In der schulischen Berufsausbildung im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen ist die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger im Jahr 2025 dagegen erneut deutlich gestiegen (+3,8 Prozent). Das ist mit Blick auf den hohen Fachkräftebedarf in diesen Bereichen ein gutes Zeichen. Deutlich zurückgegangen ist das Angebot an Ausbildungsplätzen: Bundesweit wurden 530.300 Ausbildungsstellen angeboten und damit 25.300 Stellen (-4,6 Prozent) weniger als 2024.

Dem rückläufigen Angebot an Ausbildungsplätzen steht – wie im Vorjahr – eine leicht steigende Nachfrage der Bewerberinnen und Bewerber gegenüber (+0,7 Prozent). 2025 blieben deutlich weniger Ausbildungsstellen unbesetzt: Mit 54.400 Stellen blieben 15.000 weniger Stellen unbesetzt als im Vorjahr – ein Rückgang von 21,6 Prozent. Gleichzeitig hatten etwa 84.400 junge Menschen zum Stichtag 30. September noch keinen Ausbildungsplatz gefunden und hielten deshalb ihren Vermittlungswunsch weiter aufrecht. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um 14.000 (+19,9 Prozent) gestiegen.

Berufliche und regionale Unterschiede

Ob die Suche nach einem Ausbildungsplatz erfolgreich verläuft oder eine offene Stelle besetzt werden kann, hängt laut Berufsbildungsbericht auch mit der Branche und der Region zusammen, in der der Ausbildungsplatz angeboten wird. So ist zum Beispiel die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen in Berufen der Lebensmittelherstellung und des Verkaufs, der Gastronomie und im Hoch- und Tiefbau 2025 erneut sehr viel höher als die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber. Deutlich weniger gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber gab es hingegen im Friseurhandwerk, in der Softwareentwicklung, in Kfz-Berufen sowie in Büro- und Verwaltungsberufen.

Auch regionale Unterschiede lassen sich feststellen: So haben es etwa Bewerberinnen und Bewerber in Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen schwerer als in Thüringen oder Bayern. Umso mehr gilt für Jugendliche mit Interesse an einer Ausbildungsstelle, möglichst mobil und flexibel zu sein – sowohl mit Blick auf die Region als auch auf den Wunschberuf.

So stärkt die Bundesregierung die berufliche Bildung

Der demografische Wandel, der Fachkräftemangel sowie die digitale und ökologische Wende stellen Wirtschaft und Gesellschaft vor große Herausforderungen: Um diese zu bewältigen, sind Betriebe auf gut qualifizierten Nachwuchs angewiesen. Die Bundesregierung trägt daher mit einer Reihe von Initiativen dazu bei, die berufliche Bildung zu fördern sowie mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern.

Mit der neuen Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung wird – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – das System der beruflichen Bildung gestärkt. Die Offensive soll die Voraussetzungen verbessern, um Fachkräfte zu gewinnen und zu qualifizieren. Auch der von der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ organisierte „Sommer der Berufsausbildung“ soll dabei helfen, junge Menschen stärker für die Perspektive berufliche Bildung zu begeistern. Der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ gehören neben der Bundesregierung auch Sozialpartner und Verbände an.

Quelle: Bundesregierung

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Mangelnde IT-Infrastruktur und Daten bremsen Einsatz digitaler Zwillinge

Digitale Zwillinge spielen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie eine herausragende Rolle – das sagt die Mehrheit der Unternehmen in einer aktuellen Bitkom-Umfrage. Dazu braucht es große Mengen an Echtzeitdaten sowie eine leistungsfähige technische Infrastruktur. Aus Sicht der Industrie gibt es hier noch Defizite.

Bitkom, Pressemitteilung vom 05.05.2026

  • 6 von 10 Industrieunternehmen sehen große Bedeutung digitaler Zwillinge für die Wettbewerbsfähigkeit
  • Die Hälfte ist der Auffassung, der Einsatz digitaler Zwillinge scheitert häufig an mangelnder IT-Infrastruktur
  • 57 Prozent wünschen sich mehr Daten

Digitale Zwillinge spielen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie eine herausragende Rolle – das sagt die Mehrheit der Unternehmen in einer aktuellen Bitkom-Umfrage. Unter digitalen Zwillingen versteht man eine Art Computer-Klon eines Geräts, einer Maschine, Anlage oder sogar einer ganzen Fabrik. Mit ihm lassen sich Abläufe simulieren, überwachen, planen und steuern. Dazu braucht es große Mengen an Echtzeitdaten sowie eine leistungsfähige technische Infrastruktur. Aus Sicht der Industrie gibt es hier noch Defizite. Mehr als die Hälfte der deutschen Industrieunternehmen (57 Prozent) ist der Auffassung, dass die notwendigen Daten zum Einsatz digitaler Zwillinge fehlen. Und auch bei der technischen Infrastruktur läuft nicht alles rund: Fast die Hälfte (48 Prozent) sieht Mängel in der IT-Infrastruktur als Grund dafür, dass der Einsatz digitaler Zwillinge häufig scheitert. Das zeigen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die anlässlich der Industriemesse Hannover unter 555 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes durchgeführt wurde.

„Digitale Zwillinge haben herausragende Bedeutung für die Zukunft der deutschen Industrie“, sagt Bitkom-Vizepräsidentin Dr. Tanja Rückert. „Die Technologie braucht vor allem eines: Daten. Alle Industrieunternehmen sollten sich mit der Thematik und den Erkenntnissen von Initiativen in diesem Bereich intensiv beschäftigen und diese im eigenen Unternehmen und in Produkten anwenden. Wichtig ist auch, die Daten nicht nur selbst zu nutzen, sondern die Offenheit, diese auch mit anderen sinnvoll zu teilen.“

Die deutsche Industrie sieht bei digitalen Zwillingen noch Aufholbedarf. Mehr als ein Fünftel (23 Prozent) sieht sich hier vorne (3 Prozent an der Spitze; 20 Prozent als Vorreiter). 60 Prozent sehen ihr Unternehmen aber eher als Nachzügler und 14 Prozent sind der Auffassung, sie hätten den Anschluss verpasst. Dabei hat die deutsche Industrie die Bedeutung digitaler Zwillinge als Wettbewerbsfaktor erkannt. 6 von 10 Industrieunternehmen (62 Prozent) rechnen ihnen eine große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit zu (27 Prozent sehr groß; 35 Prozent eher groß). Etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) misst dieser Technologie hingegen eine geringe Bedeutung bei (21 Prozent eher gering; 15 Prozent sehr gering).

Auch mit Blick auf die Abläufe und Prozesse innerhalb der Produktion steht die deutsche Industrie digitalen Zwillingen mehrheitlich positiv gegenüber. Fast 8 von 10 Industrieunternehmen (79 Prozent) sind der Auffassung, digitale Zwillinge ermöglichten eine vorausschauende Wartung und vermieden so ungeplante Ausfälle. Fast 6 von 10 (58 Prozent) sagen, digitale Zwillinge machten Produktionsprozesse effizienter. Ebenso viele (58 Prozent) sehen darin eine Chance, völlig neue Geschäftsmodelle zu verwirklichen. Und auch der Nachhaltigkeitsfaktor ist für die Industrie relevant. Zwei Drittel (66 Prozent) sehen in der Technologie eine Möglichkeit, Emissionen zu reduzieren. Rückert: „Auch die Politik ist gefordert, Unternehmen gezielt zu unterstützen – etwa durch niedrigschwellige KI-Förderprogramme für den Mittelstand.“

Quelle: Bitkom

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Weniger Innovationen trotz steigender Unternehmensgründungszahlen

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist im Jahr 2024 lt. IAB/ZEW-Gründungspanel leicht gestiegen. Mit rund 157.000 Neugründungen ergibt sich ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit deutet sich erstmals seit 2021 eine Trendwende an – allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau.

ZEW, Pressemitteilung vom 06.05.2026

IAB/ZEW-Gründungspanel zeigt Rückgänge in innovativen Branchen

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist im Jahr 2024 leicht gestiegen. Mit rund 157.000 Neugründungen ergibt sich ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit deutet sich erstmals seit 2021 eine Trendwende an – allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau. Gleichzeitig zeigen die Daten des aktuellen IAB/ZEW-Gründungspanels, dass insbesondere industrielle und innovative Branchen weiter an Dynamik verlieren. Während der Dienstleistungssektor wächst, gehen sowohl die Anzahl an Unternehmensgründungen als auch die Innovationsaktivitäten in forschungsintensiven Bereichen deutlich zurück.

„Die leichte Erholung bei den Gründungszahlen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Probleme bestehen bleiben. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und in innovativen Branchen sehen wir seit Jahren einen rückläufigen Trend, der sich 2024 nochmals verstärkt hat“, erklärt Dr. Sandra Gottschalk, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Besonders besorgniserregend ist der starke Rückgang bei Produktinnovationen. Junge Unternehmen bringen deutlich seltener neue Produkte auf den Markt – das schwächt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit.“

Dienstleistungen treiben das Gründungsgeschehen

Der Zuwachs bei den Neugründungen wird vor allem vom Dienstleistungssektor getragen. Hier stieg die Zahl der Gründungen deutlich, insbesondere in konsumnahen Bereichen wie Gastronomie, Handel und persönlichen Dienstleistungen. Demgegenüber setzt sich der Negativtrend im Verarbeitenden Gewerbe fort: Die Gründungszahlen gingen dort 2024 um elf Prozent zurück. Ursachen sind unter anderem hohe Energiekosten, internationale Konkurrenz und geopolitische Unsicherheiten.

Innovationskraft und Beschäftigung unter Druck

Parallel zur Entwicklung der Gründungszahlen sinkt die Innovationsleistung junger Unternehmen deutlich. Nur noch vier Prozent der jungen Firmen bringen Marktneuheiten hervor – etwa halb so viele wie im Vorjahr. Besonders betroffen sind forschungsintensive Branchen, in denen der Anteil innovativer Unternehmen stark zurückgeht. Zwar bleibt der Anteil der Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten insgesamt stabil, doch auch hier zeigen sich Rückgänge in zentralen Industriebereichen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass es jungen Unternehmen zunehmend schwerfällt, neue Produkte und Technologien erfolgreich am Markt zu etablieren.

Quelle: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

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Deutscher Markt für Wagniskapital startet solide ins Jahr 2026

Trotz großer wirtschaftlicher und weltpolitischer Unsicherheiten ist der deutsche Markt für Wagniskapital solide ins Jahr 2026 gestartet. Deutsche Start-ups sammelten im ersten Quartal 1,7 Milliarden Euro ein, das waren sechs Prozent mehr als im ersten Quartal 2025. Das Investitionsvolumen war dabei nicht von einzelnen Megadeals getrieben, sondern ergab sich aus einer stabilen Entwicklung in der Breite des Marktes.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 04.05.2026

  • Start-ups sammeln im ersten Quartal 1,7 Milliarden Euro ein
  • Internationale Investoren spielen wieder größere Rolle
  • Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung, aber nicht so stark wie im Ausland

Trotz großer wirtschaftlicher und weltpolitischer Unsicherheiten ist der deutsche Markt für Wagniskapital solide ins Jahr 2026 gestartet. Deutsche Start-ups sammelten im ersten Quartal 1,7 Milliarden Euro ein, das waren sechs Prozent mehr als im ersten Quartal 2025. Das Investitionsvolumen war dabei nicht von einzelnen Megadeals getrieben, sondern ergab sich aus einer stabilen Entwicklung in der Breite des Marktes.

Internationale Investoren spielten im ersten Quartal anteilsmäßig wieder eine größere Rolle bei der Finanzierung deutscher Start-ups als in den Vorquartalen. Über drei Viertel der investierten Mittel stammten aus dem Ausland, gegenüber jeweils rund zwei Dritteln in den beiden vorangegangenen Quartalen. Investoren aus den USA stellten dabei mit 34 Prozent der investierten Mittel die wichtigste Kapitalquelle für deutsche Start-ups dar.

Das sind die Ergebnisse des KfW-Venture-Capital-Dashboards, in dem KfW Research quartalsweise Daten zum deutschen Venture-Capital-Markt (VC-Markt) veröffentlicht.

„Das beständig hohe Interesse aus dem Ausland an deutschen Start-ups ist angesichts anhaltender handels- und geopolitischer Risiken nicht selbstverständlich. Die starke Auslandsbeteiligung reflektiert sowohl die derzeit grundsätzlich hohe Investitionsaktivität US-amerikanischer Investoren als auch das anhaltende Vertrauen internationaler Kapitalgeber in den deutschen Technologie- und Gründungsstandort“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Die meisten Deals in Deutschland – nämlich 18 Prozent – schlossen Start-ups aus dem Bereich Gesundheit, gefolgt von Fintechs mit knapp über 15 Prozent. Dabei blieb entsprechend der weltweiten Entwicklung der Anteil von Start-ups aus allen Wirtschaftsbereichen mit einem Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) hoch. Deutsche Start-ups, die auf KI-basierte Anwendungen setzen, sammelten im ersten Quartal in 71 Finanzierungsrunden 967 Millionen Euro ein. Mit einem Anteil von 58 Prozent am gesamten Marktvolumen übersteigt der KI-Anteil im ersten Quartal den Durchschnitt des Gesamtjahrs 2025 von rund 43 Prozent deutlich.

Die positive Entwicklung kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass junge KI-Unternehmen aktuell in anderen VC-Märkten offenbar einen Finanzierungsvorteil haben. In den USA sammelten vier Marktführer im Bereich KI im ersten Quartal zusammen 188 Milliarden Dollar ein. Auch in Großbritannien und in Frankreich verzeichneten einzelne KI-Start-ups Finanzierungen in Milliardenhöhe.

„Das globale Marktumfeld bleibt schwierig. Mittelfristig könnten sich für den VC-Markt durch steigende Zinsen neue Herausforderungen ergeben. Höhere Zinsen erschweren es Venture-Capital-Investoren, Kapital einzusammeln. Wir erwarten in den kommenden Monaten keinen starken Anstieg der Investitionen in der Breite des deutschen VC-Marktes“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Quelle: KfW, KfW Research

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Cybersicherheits-Anforderungen dürfen kleine und mittlere Unternehmen nicht überfordern

Die DIHK sieht im Kabinettsbeschluss zum Cyber Resilience Act (CRA) einen wichtigen Schritt, die Cybersicherheit digitaler Produkte europaweit zu stärken. Gleichzeitig warnt sie vor erheblichen Belastungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und fordert eine praxisnahe Umsetzung.

DIHK, Pressemitteilung vom 30.04.2026

Die DIHK sieht im Kabinettsbeschluss zum Cyber Resilience Act (CRA) einen wichtigen Schritt, die Cybersicherheit digitaler Produkte europaweit zu stärken. Gleichzeitig warnt sie vor erheblichen Belastungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und fordert eine praxisnahe Umsetzung.

„Der CRA legt zum ersten Mal klare Regeln für die Cybersicherheit in ganz Europa fest. Das ist wichtig, damit digitale Produkte sicherer werden. Aber wenn die Regeln zu streng ausgelegt werden, könnten viele Firmen damit überfordert sein“, erklärt Dirk Binding, DIHK-Bereichsleiter Digitale Wirtschaft.

KMU besonders betroffen – DIHK fordert Verhältnismäßigkeit

Positiv bewertet die DIHK, dass die europäischen Vorgaben weitgehend ohne Ergänzungen in deutsches Recht umgesetzt werden sollen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Unternehmen aktuell Anforderungen aus mehreren Digitalrechtsakten parallel erfüllen müssen, ist eine Begrenzung rechtlicher Vorgaben auf das Allernötigste sinnvoll, um nicht durch noch mehr Komplexität unnötig weitere Kapazitäten in den Unternehmen zu binden.

„Viele Unternehmen haben keine Fachleute, die sich nur um solche Regeln kümmern. Neue Pflichten wie mehr Meldungen oder Dokumentationen können sie stark belasten. Deshalb müssen die Regeln so umgesetzt werden, dass sie im Alltag der Unternehmen wirklich umsetzbar sind. Sonst geraten viele kleine und mittlere Firmen in Schwierigkeiten“, so Dirk Binding.

In der Einführungsphase sowie bei Erstverstößen muss deshalb besonders berücksichtigt werden, dass es zunächst um Umsetzung und Orientierung gehen muss. „Darum brauchen wir klare Prüfungen, ob Maßnahmen wirklich angemessen sind sowie Anhörungen der betroffenen Unternehmen, bevor es zu Strafen oder Eingriffen kommt“, mahnt Binding.

Unterstützung und Leitfäden dringend notwendig

Die DIHK fordert umfassende Informations- und Unterstützungsangebote, vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen. „Viele Firmen wissen noch nicht einmal, ob der CRA für sie gilt. Manche überlegen sogar wegen des erheblichen Mehraufwandes, Produkte vom Markt zu nehmen. Das zeigt: Ohne gute und frühzeitige Infos wird es für viele unnötig schwer. Deshalb brauchen wir klare Erklärungen und spezifische Leitfäden für jede Branche – spätestens sechs Monate, bevor die neuen Regeln gelten“, sagt Dirk Binding.

Quelle: DIHK

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Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2026 um 0,3 % höher als im Vorquartal

Das BIP ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 um 0,3 % gestiegen, nachdem es bereits zum Jahresende 2025 zugenommen hatte. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben im 1. Quartal 2026 höher als im Vorquartal. Auch die Exporte nahmen den vorläufigen Erkenntnissen nach zu.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.04.2026

Wirtschaftsleistung in Deutschland nimmt erneut zu

Bruttoinlandsprodukt (BIP), 1. Quartal 2026
+0,3 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
+0,5 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
+0,3 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 % gestiegen, nachdem es bereits zum Jahresende 2025 zugenommen hatte (revidiert +0,2 % im 4. Quartal 2025 zum Vorquartal; bisher: +0,3 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben im 1. Quartal 2026 höher als im Vorquartal. Auch die Exporte nahmen den vorläufigen Erkenntnissen nach zu.

Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gestiegen

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 1. Quartal 2026 preisbereinigt um 0,5 % höher als im 1. Quartal 2025. Preis- und kalenderbereinigt betrug der Anstieg 0,3 %.

Revision der bisherigen Ergebnisse

Neben der Berechnung des 1. Quartals 2026 hat das Statistische Bundesamt wie üblich auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse des Vorjahres überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen der Ergebnisse einbezogen. Dabei wurde die Veränderungsrate des preisbereinigten BIP für das 4. Quartal 2025 um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert, in den restlichen Quartalen des Vorjahres blieben die Ergebnisse unverändert. Für das Gesamtjahr 2025 ergaben die neuesten Berechnungen einen Anstieg des preis- und kalenderbereinigten BIP um 0,3 % statt bisher 0,4 %. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Importpreise im März 2026: +2,3 % gegenüber März 2025

Die Importpreise waren im März 2026 um 2,3 % höher als im März 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2025 (+3,6 % gegenüber Februar 2024). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Einfuhrpreise im März 2026 gegenüber Februar 2026 um 3,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.04.2026

Stärkster Anstieg der Einfuhrpreise für Energie im Vorjahresvergleich seit Dezember 2022

Importpreise, März 2026
+2,3 % zum Vorjahresmonat
+3,6 % zum Vormonat

Exportpreise, März 2026
+1,5 % zum Vorjahresmonat
+1,1 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im März 2026 um 2,3 % höher als im März 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2025 (+3,6 % gegenüber Februar 2024). Im Februar 2026 und Januar 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber den Vorjahresmonaten jeweils bei -2,3 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Einfuhrpreise im März 2026 gegenüber Februar 2026 um 3,6 %. Einen stärkeren Anstieg im Vormonatsvergleich hatte es zuletzt im März 2022 gegeben (+5,4 % gegenüber Februar 2022), als die Importpreise für Energie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sprunghaft gestiegen waren.

Die Exportpreise waren im März 2026 um 1,5 % höher als im März 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit März 2025 (+2,0 % gegenüber März 2024). Im Februar 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -0,1 % gelegen, im Januar 2026 bei +0,2 %. Gegenüber Februar 2026 stiegen die Ausfuhrpreise um 1,1 %. Zuletzt waren sie im August 2022 stärker gegenüber dem Vormonat gestiegen (+1,6 % gegenüber Juli 2022).

Hohe Preisanstiege für importierte Vorleistungsgüter und Energie im Zuge des Iran-Kriegs

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im März 2026 gegenüber März 2025 hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter mit +4,1 % (+1,2 % gegenüber Februar 2026) und für Energie mit +13,2 % (+33,6 % gegenüber Februar 2026). Stärker gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen waren die Einfuhrpreise für Energie zuletzt im Dezember 2022 (+16,7 % gegenüber Dezember 2021). Im Vormonatsvergleich stiegen die Importpreise für Energie im März 2026 sogar stärker als je zuvor seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995.

Bei den Vorleistungsgütern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mit +25,8 % deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Edelmetalle und deren Halbzeug mit +58,4 %. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen deutlich über denen von März 2025 (+7,8 %). Hier handelt es sich um Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, die die Düngemittelpreise auch im Vormonatsvergleich deutlich ansteigen ließen (+10,1 %).

Noch stärker wirkte sich der Krieg im Nahen Osten auf die Erdöl- und Mineralölpreise im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich aus. Im Vorjahresvergleich konnte der Preisrückgang bei Erdgas (-8,6 %) und Steinkohle (-1,5 %) die Preissteigerungen bei Mineralölerzeugnissen (+41,6 %) und Erdöl (+24,6 %) nicht ausgleichen. Auch Strom war im Vorjahresvergleich teurer (+4,4 %). Im Vormonatsvergleich gegenüber Februar 2026 wurden alle Energieträger teurer: Mineralölerzeugnisse um 48,6 % (darunter insbesondere Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin mit +94,7 %), Erdöl um 45,9 %, Erdgas um 19,6 %, Steinkohle um 8,5 % und elektrischer Strom um 2,9 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im März 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,0 % (+0,8 % gegenüber Februar 2026). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 0,6 % über dem Stand von März 2025 (+1,4 % gegenüber Februar 2026).

Auch importierte Investitionsgüter waren im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich teurer, und zwar um 0,6 % gegenüber März 2025 und um 0,5 % gegenüber Februar 2026.

Bei importierten landwirtschaftlichen Gütern und Konsumgütern Preissenkungen gegenüber dem Vorjahr, aber Preissteigerungen gegenüber dem Vormonat

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im März 2026 im Durchschnitt um 6,2 % billiger als im Vorjahresmonat (+1,2 % gegenüber Februar 2026). Die Preise für Rohkakao lagen 57,8 % unter denen von März 2025 und 19,4 % unter denen von Februar 2026. Rohkaffeeimporte waren 14,4 % preiswerter als vor einem Jahr und 2,5 % preiswerter als im Vormonat. Lebende Schweine waren mit -8,7 % ebenfalls günstiger als im März 2025, wurden aber mit +26,7 % im Vormonatsvergleich deutlich teurer. Für importiertes Getreide wurde im März 2026 ebenfalls weniger bezahlt als im März 2025 (-7,5 %), es kostete aber 0,5 % mehr als im Februar 2026. Dagegen waren insbesondere Tomaten im Vorjahres- wie auch im Vormonatsvergleich deutlich teurer (+18,4 % gegenüber März 2025 und +31,6 % gegenüber Februar 2026).

Importierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) waren im März 2026 um 1,9 % preiswerter als im Vorjahr (+0,7 % gegenüber Februar 2026). Die Preise für Gebrauchsgüter lagen 1,1 % unter denen des Vorjahresmonats (+0,8 % gegenüber Februar 2026), Verbrauchsgüter waren im Vorjahresvergleich 2,1 % billiger (+0,7 % gegenüber Februar 2026). Für Nahrungsmittel allgemein musste 4,3 % weniger bezahlt werden als im März 2025 (+0,4 % gegenüber Februar 2026). Preisrückgänge gab es unter anderem bei Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-55,9 %), Frucht- und Gemüsesäften (-28,4 %), Milch und Milcherzeugnissen (-14,4 %) sowie Schweinefleisch (-8,1 %). Teurer als im März 2025 waren vor allem geschälte Haselnüsse (+44,1 %), Rindfleisch (+15,3 %) und Kaffee (geröstet oder entkoffeiniert) mit +11,8 %.

Vorleistungsgüter mit größtem Einfluss auf Anstieg der Exportpreise im Vorjahresvergleich

Bei den Exportpreisen hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die Vorjahresveränderungsrate. Die Vorleistungsgüterpreise lagen im Durchschnitt 2,2 % über denen von März 2025 und 0,7 % über denen von Februar 2026. Bei Investitionsgütern lag das Preisniveau 1,1 % über dem von März 2025 (+0,3 % gegenüber Februar 2026). Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 % der ausgeführten Waren ab.

Auch bei den Ausfuhrpreisen waren die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren: Die Preise für Energieexporte lagen um 9,4 % über denen von März 2025 und um 25,7 % über denen von Februar 2026. Wie bei der Einfuhr konnte der Rückgang der Erdgaspreise um 15,4 % (aber +11,9 % gegenüber Februar 2026) die Preissteigerungen bei Mineralölerzeugnissen (+36,4 % gegenüber März 2025 und +44,1 % gegenüber Februar 2026) nicht ausgleichen. Darunter waren Exporte von Flugturbinentreibstoff aus Kerosin 94,4 % teurer als im Vorjahr und 103,9 % teurer als im Vormonat.

Landwirtschaftliche Güter wurden 5,9 % preiswerter exportiert als im Vorjahresmonat. Gegenüber Februar 2026 stiegen die Preise hier aber um 1,7 %.

Auch Konsumgüter (Exportanteil etwa 21 %) waren preiswerter als im März 2025 (-0,3 % gegenüber März 2025, aber +0,3 % gegenüber Februar 2026). Während die Preise für Verbrauchsgüter 0,7 % unter dem Preisniveau von März 2025 lagen (+0,3 % gegenüber Februar 2026), waren die Preise für Gebrauchsgüter 1,5 % höher als im Vorjahresmonat (0,0 % gegenüber Februar 2026). Bei den exportierten Verbrauchsgütern fielen insbesondere die Preise für Nahrungsmittel (-4,8 % gegenüber März 2025, aber +0,2 % gegenüber Februar 2026).

Hier waren unter anderem die Preise für Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver mit -37,1 % deutlich niedriger als im März 2025 (-8,4 % gegenüber Februar 2026). Auch Milch und Milcherzeugnisse waren mit -12,1 % im Durchschnitt deutlich billiger als vor einem Jahr (+0,2 % gegenüber Februar 2026), darunter besonders Butter und andere Fettstoffe aus Milch mit -41,9 % gegenüber März 2025 (+2,3 % gegenüber Februar 2026).

Dagegen wurde unter anderem Rindfleisch, frisch oder gekühlt, zu 22,3 % höheren Preisen exportiert als im März 2025 (+4,5 % gegenüber Februar 2026).

Berechnung der Außenhandelspreisindizes ohne Steuern und Zölle

Berechnungsgrundlage für die Indizes der Außenhandelspreise sind ausschließlich die in Verträgen vereinbarten Preise, zu denen inländische Unternehmen Waren aus dem Ausland einkaufen beziehungsweise ins Ausland verkaufen. Steuern und Zölle fließen demnach nicht in die Berechnung der Indizes ein.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Trotz Iran-Kriegs: Niedrigere Inflation als 2022 erwartet

Die Inflation in Deutschland dürfte im Jahresdurchschnitt 2026 deutlich unter dem Krisenniveau von 2022 bleiben, zeigt eine Simulation des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 29.04.2026

Die Inflation in Deutschland dürfte im Jahresdurchschnitt 2026 deutlich unter dem Krisenniveau von 2022 bleiben, zeigt eine Simulation des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Trotz der weltweiten Energiekrise infolge des Iran-Kriegs dürfte die durchschnittliche Inflation im Jahr 2026 bei 3,5 Prozent liegen. Das zeigt eine Simulation des IW, für die das Institut den Inflationsverlauf der letzten Energiekrise auf die aktuellen Preise übertragen hat. Eine Inflationswelle wie 2022 ist damit nicht zu erwarten. Auf ihrem Höhepunkt im September 2022 hatte die Inflationsrate zehn Prozent erreicht. Für Dezember 2026 rechnet das IW mit einer Preissteigerung von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Stabileres Umfeld als 2022

Zwar sind die Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs um jeweils knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – ähnlich stark wie 2022. Doch fällt der Schock in ein stabiles Umfeld – im Januar lag die Inflationsrate noch bei 2,1 Prozent. Anders vor vier Jahren: Damals explodierten die Energiepreise inmitten einer Inflationsphase, die die Pandemie hinterlassen hatte.

Auch deshalb ist der Spielraum der Europäischen Zentralbank (EZB) heute größer. Gleichwohl ist der Zielkonflikt ähnlich: Eine Erhöhung des Leitzinses würde die Inflation dämpfen, gleichzeitig aber das ohnehin schwache Wachstum weiter bremsen.

Heizkosten als Risikofaktor

Wie stark die Inflation steigt, könnte sich an den Gasspeichern entscheiden. Die sind aktuell schlechter gefüllt als 2022. Hohe Einkaufspreise im Sommer würden im Winter direkt die Heizkosten der Haushalte verteuern. Steigende Energiepreise schlagen aber auch auf die Produktionskosten durch – und damit auf die Verbraucherpreise.

„Je länger der Iran-Krieg dauert, desto höher fällt die Inflation aus“, sagt IW-Finanzmarktexperte Markus Demary. Einkommensarme Haushalte könnten unter Druck geraten, zielgerichtete Entlastungen wären dann angemessen. Wie beim Tankrabatt mit der Gießkanne zu entlasten, sei dennoch falsch. Der Krieg im Iran werde zwangsläufig zu Wohlstandsverlusten führen – „Wir müssen in Deutschland lernen, dass der Staat nicht jede Härte auffangen kann“, so Demary.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., Autor: Markus Demary

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EU-Mercosur-Abkommen startet: Neue Dynamik im Handel mit Südamerika

44 Prozent aller international tätigen Unternehmen erwarten durch das EU-Mercosur-Abkommen spürbare Auswirkungen. Das zeigt eine Sonderauswertung der „Going International“-Umfrage der DIHK.

DIHK, Pressemitteilung vom 29.04.2026

Mit dem Start des EU-Mercosur-Abkommens zum 1. Mai gewinnt der Handel mit Südamerika für deutsche Unternehmen erheblich an Bedeutung – obwohl er bislang nur rund ein Prozent des gesamten deutschen Außenhandels ausmacht.

44 Prozent aller international tätigen Unternehmen erwarten durch das Abkommen spürbare Auswirkungen. Das zeigt eine Sonderauswertung der „Going International“-Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter Unternehmen mit Auslandsgeschäft. „Das ist ein starkes Signal“, sagt Volker Treier, DIHK-Außenwirtschaftschef. „Gerade bei bislang vergleichsweise geringem Handelsvolumen wird deutlich, welches Potenzial viele Unternehmen im Mercosur sehen.“

„Wichtig ist es, dass die vereinbarten Erleichterungen schnell und verlässlich von allen Seiten umgesetzt werden.“

Dr. Volker Treier – Außenwirtschaftschef | Mitglied der Hauptgeschäftsführung

Schon vor Inkrafttreten haben bereits 13 Prozent der international tätigen Unternehmen konkrete Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Abkommen eingeleitet. Zwei Drittel (66 Prozent) von ihnen bereiten insbesondere eine Ausweitung ihrer Exportaktivitäten in die Mercosur-Staaten vor. „Die geplanten Zollsenkungen eröffnen deutschen Exporteuren spürbare Wettbewerbsvorteile“, so Treier. „Viele Unternehmen nutzen die Gelegenheit, ihre Marktstrategie in Südamerika gezielt auszubauen.“

Zu den wichtigsten erwarteten Effekten zählen ein verbesserter Marktzugang, der Abbau von Handelshemmnissen sowie geringere Kosten. Wie alle Handelsabkommen ist aber auch das mit dem Mercosur kein Selbstläufer. „Wichtig ist es, dass die vereinbarten Erleichterungen schnell und verlässlich von allen Seiten umgesetzt werden. Dann können mehr Unternehmen die Chancen nutzen“, betont Treier.

Mit dem Inkrafttreten des Abkommens zum 1. Mai setzt die EU ein Signal für offene Märkte und regelbasierten Handel. „Gerade in einer Phase zunehmender Abschottung ist das ein wichtiges Zeichen“, so Treier. „Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent weiterzugehen – auch mit weiteren Abkommen etwa mit Indien, Indonesien und Mexiko.“

Quelle: DIHK

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Inflationsrate im April 2026 voraussichtlich +2,9 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im April 2026 voraussichtlich +2,9 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber März 2026 um 0,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.04.2026

Verbraucherpreisindex, April 2026:
+2,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,6 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, April 2026:
+2,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,5 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im April 2026 voraussichtlich +2,9 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber März 2026 um 0,6 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt im April 2026 voraussichtlich +2,3 %. Die Preise für Energie steigen gegenüber dem Vorjahresmonat voraussichtlich um 10,1 %, dies ist der stärkste Preisanstieg bei Energie seit Februar 2023 (+19,1 % gegenüber Februar 2022).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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