Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst 2025 nur um 0,1 Prozent

Hohe Kosten, politische Unordnung und viele Unsicherheiten: Die deutsche Wirtschaft kommt 2025 nicht aus der Krise, zeigt die neue Konjunkturprognose des IW Köln. Auch die Arbeitslosigkeit dürfte weiter steigen.

IW Köln, Pressemitteilung vom 05.12.2024

Hohe Kosten, politische Unordnung und viele Unsicherheiten: Die deutsche Wirtschaft kommt 2025 nicht aus der Krise, zeigt die neue Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Auch die Arbeitslosigkeit dürfte weiter steigen.

Es hat etwas von einem Déjà-vu: Ein neues Jahr bricht an, die wirtschaftlichen Probleme und Lasten bleiben dieselben. Nach der neuen IW-Konjunkturprognose wird die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr nur um mickrige 0,1 Prozent wachsen – und das nach zwei Jahren Rezession.

Altbekanntes etwa in der Bauwirtschaft: Fast drei Jahre nach den Energiepreisschocks stehen hohe Bau- und Finanzierungskosten noch immer dem Neubau im Weg. Die Bauinvestitionen sind 2024 um fast vier Prozent gefallen, 2025 wird es mit einem Rückgang von mehr als zwei Prozent nicht besser.

Die Lage der Industrie ist alarmierend

  • Weil Arbeit und Energie in Deutschland besonders teuer und die Bürokratie besonders umfangreich sind, können die Industrieunternehmen immer weniger mit den Preisen der ausländischen Konkurrenz mithalten. Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte sind seit 2020 um 40 Prozent gestiegen, die deutschen Exportpreise im gleichen Zeitraum um rund 20 Prozent.
  • Hinzu kommt die anhaltenden Investitionskrise. Die Ausfälle bei den Bruttoanlageninvestitionen belaufen sich seit Jahresanfang 2020 schon auf rund 210 Milliarden Euro. Vier von zehn Unternehmen wollen 2025 weniger investieren.
  • Dazu kommt, dass die politische Landschaft so turbulent ist wie selten zuvor. Nicht enden wollende Kriege und Konflikte, vier neue Jahre Trump, wachsender Protektionismus und geoökonomische Blockbildung und nicht zuletzt das Regierungsvakuum in Berlin: Auf unsichere Zeiten reagieren die Unternehmen mit Zurückhaltung.

Arbeitslosigkeit steigt weiter

All das verunsichert auch die privaten Haushalte: Im Jahresverlauf 2024 lag der private Konsum bislang nur minimal über dem Niveau des Vorjahres. Zwar haben sich Einkommen und Kaufkraft dank hoher Lohnabschlüsse und gesunkener Inflation gut entwickelt. Doch die Menschen halten in der Krise ihr Geld lieber zusammen. Und auch der Arbeitsmarkt macht wenig Hoffnung: Bei einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent wird es 2025 schon fast 3 Millionen Arbeitslose geben.

„Das ist schon lange keine konjunkturelle Verstimmung mehr, sondern eine schwerwiegende Strukturkrise“, sagt IW-Konjunkturchef Michael Grömling. „Die kommende Bundesregierung darf keine Zeit verlieren, den Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen.“ Dazu gehöre eine Unternehmenssteuerreform, Anreize für eine Ausweitung des Arbeitsvolumens, Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie der ernsthafte Abbau von unnötiger Bürokratie.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Oktober 2024: -1,5 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober 2024 gegenüber September 2024 um 1,5 % gefallen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 05.12.2024

Auftragseingang ohne Großaufträge: +0,1 %

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe:
Oktober 2024 (real, vorläufig):
-1,5 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+5,7 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

September 2024 (real, revidiert):
+7,2 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+4,2 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Oktober 2024 gegenüber September 2024 saison- und kalenderbereinigt um 1,5 % gefallen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 0,1 % höher als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang zwischen August und Oktober 2024 insgesamt um 2,7 % höher und ohne Großaufträge um 0,7 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Für September 2024 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg des Auftragseingangs von 7,2 % gegenüber August 2024 (vorläufiger Wert: +4,2 %). Die vergleichsweise hohe Revision im September 2024 ist auf einen nachgemeldeten Großauftrag im Schiffbau zurückzuführen. Auch im Oktober 2024 ist das Gesamtergebnis stark von Großaufträgen im Bereich Schiffbau geprägt.

In weiteren Branchen des Verarbeitenden Gewerbes unterscheidet sich die Entwicklung des Auftragseingangs im Oktober 2024 stark. Die insgesamt negative Entwicklung der Auftragseingänge ist auf die Rückgänge im Maschinenbau (-7,6 %) und in der Automobilindustrie (-3,7 %) zurückzuführen. Positiv beeinflussten das Gesamtergebnis die Zuwächse in den Bereichen Metallerzeugung und -bearbeitung (+10,2 %) und Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+8,0 %).

Im Bereich der Vorleistungsgüter ergab sich für den Auftragseingang im Oktober 2024 ein Anstieg von 0,9 % und bei den Konsumgütern um 4,2 %. Bei den Investitionsgütern fiel der Auftragseingang hingegen um 3,6 %.

Die Aufträge aus dem Inland fielen um 5,3 %, die Aufträge aus dem Ausland insgesamt stiegen leicht um 0,8 %. Dabei fielen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 7,6 %, während die Aufträge von außerhalb der Eurozone um 6,3 % zunahmen.

Umsatz im Oktober 2024 um 1,2 % niedriger als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im Oktober 2024 saison- und kalenderbereinigt 1,2 % niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2023 war der Umsatz kalenderbereinigt 3,9 % geringer. Für September 2024 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 1,1 % gegenüber August 2024 (vorläufiger Wert: -1,4 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Die größten Herausforderungen 2024: Fachkräftemangel und zunehmender Wettbewerbsdruck

Das Thema „Fachkräfte/demografische Entwicklung“ ist insgesamt lt. IfM Bonn weiterhin die größte Herausforderung für die Unternehmen. Wird jedoch nach Unternehmensgröße und -branche sowie dem Digitalisierungsgrad unterschieden, zeigt sich, dass dem Fachkräftemangel vor allem in größeren Unternehmen und im Dienstleistungsbereich eine herausragende Bedeutung zukommt.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 04.12.2024

IfM Bonn: Herausforderungen der ökologischen Transformation werden durch wirtschaftliche Probleme überlagert

Das Thema „Fachkräfte/demografische Entwicklung“ ist insgesamt weiterhin die größte Herausforderung für die Unternehmen. Wird jedoch nach Unternehmensgröße und -branche sowie dem Digitalisierungsgrad unterschieden, zeigt sich, dass dem Fachkräftemangel vor allem in größeren Unternehmen und im Dienstleistungsbereich eine herausragende Bedeutung zukommt. Im Produzierenden Gewerbe, im Handel und in den Unternehmen, die bereits Künstliche Intelligenz (KI) verwenden, wird er deutlich seltener als herausfordernd wahrgenommen. Auch verbinden die Verantwortlichen in den Unternehmen inzwischen nicht nur die Folgen des demografischen Wandels und das Qualifikationsniveau der Bewerberinnen und Bewerber mit diesem Handlungsfeld, sondern auch die steigenden Personalkosten. Dies ist ein Ergebnis der Befragung für das „Zukunftspanel Mittelstand 2024“, an der sich im Herbst 426 Unternehmen mit Sitz in Deutschland beteiligt haben.

Auf Platz 2 der größten Herausforderungen folgt „Erhöhter Wettbewerbsdruck“, wobei besonders die Unternehmen des Produzierenden Gewerbes (38,5 %) und des Handels (41,3 %) sowie kleine Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten dies als Aufgabe einstufen.

Dagegen sehen die Verantwortlichen in den Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten das Thema „Digitalisierung/KI“ als eine ihrer größten zukünftigen Herausforderung an. Insgesamt liegt diese Herausforderung auf Rang 3 des Zukunftspanels Mittelstand.

Wettbewerbsdruck in den Familienunternehmen höher als im Nicht-Mittelstand

Während sich im Hinblick auf das Thema „Fachkräftemangel/demografische Entwicklung“ keine Unterschiede zwischen Mittelstand und managergeführten Unternehmen zeigen, stellt zukünftig der zunehmende Wettbewerbsdruck eine größere Herausforderung für die Familienunternehmen dar: Gut jedes dritte mittelständische Unternehmen (34 %) gab dies in der Befragung an. Zum Vergleich: Unter den managergeführten Unternehmen sind es nur rund ein Viertel der Befragten. Dabei sehen die Familienunternehmerinnen und Familienunternehmer insbesondere das Thema „Bürokratie“ als größere Herausforderung an als der Nicht-Mittelstand.

Doch unabhängig davon, ob es sich um ein mittelständisches oder managergeführtes Unternehmen handelt, die Führungskräfte nehmen eine Veränderung der Märkte wahr: Zum einen sehen sie eine Intensivierung des Wettbewerbs durch zunehmende Konkurrenz, die die Kundenbindung erschwert und die Rentabilität von Produkten und Dienstleistung reduziert. Zum anderen haben sich aber auch die Wettbewerber verändert: Reine KI-Player bzw. Plattformen kommen mehr und mehr hinzu.

Für alle Unternehmen hat das Handlungsfeld „Klimawandel und Nachhaltigkeit“ an Bedeutung verloren: Im Gegensatz zu den früheren Jahren zählt es im Zukunftspanel Mittelstand 2024 nicht mehr zu den größten Herausforderungen. Offenkundig sind die Unternehmen vorrangig mit der Bewältigung der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland beschäftigt.

Quelle: IfM Bonn

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Stimmung im Mittelstand kann Abwärtstrend nicht durchbrechen

Die Stimmung im deutschen Mittelstand verschlechtert sich im November zum sechsten Mal in Folge. Mit einem Rückgang um 0,9 Zähler liegt das Geschäftsklima nun bei minus 20,5 Punkten – also weit unter dem langjährigen Durchschnitt, der durch die Nulllinie definiert ist. Das sind die Ergebnisse des aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometers.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 04.12.2024

  • KfW-ifo-Mittelstandsbarometer sinkt zum sechsten Mal in Folge
  • Einzelhandel ist kleiner Lichtblick
  • Beschäftigungserwartungen trüben sich weiter ein

Die Stimmung im deutschen Mittelstand verschlechtert sich im November zum sechsten Mal in Folge. Mit einem Rückgang um 0,9 Zähler liegt das Geschäftsklima nun bei minus 20,5 Punkten – also weit unter dem langjährigen Durchschnitt, der durch die Nulllinie definiert ist. Grund dafür ist vor allem, dass die kleinen und mittleren Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter bewerten als im Vormonat.

Das sind die Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. Die KfW wertet dafür Ergebnisse der ifo-Konjunkturumfragen aus, unterteilt nach Größenklassen der Unternehmen und Hauptwirtschaftsbereichen.

Innerhalb des Geschäftsklimaindex sinkt die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage um 2,2 Zähler auf minus 21,8 Punkte. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, der schon seit Mitte 2022 anhält. Die Geschäftserwartungen auf Sicht von sechs Monaten bessern sich dagegen geringfügig auf niedrigem Niveau um 0,4 Zähler auf minus 19,4 Punkte.

Erfreulich ist, dass sich das Geschäftsklima im mittelständischen Einzelhandel aufhellt. Seit August bessert sich hier das Geschäftsklima und insbesondere auch die Lagebeurteilung, was dafürspricht, dass die Einzelhandelsumsätze nach einem Zuwachs im dritten Quartal auch im laufenden Vierteljahr zulegen. Ebenfalls leicht verbessert ist die Stimmung in der mittelständischen Industrie. Die drohenden protektionistischen Maßnahmen der USA scheinen den eher auf den Binnenmarkt fokussierten deutschen Mittelstand momentan noch kalt zu lassen.

Das sieht in industriellen Großunternehmen anders aus. Sie bewerten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch noch mehr ihre Zukunftsaussichten deutlich schlechter als vor einem Monat oder vor einem Jahr.

Der Geschäftsklimaindex der Großunternehmen insgesamt sinkt im November um 2,6 Zähler auf minus 22,9 Punkte.

Die Beschäftigungserwartungen verschlechtern sich sowohl bei Großunternehmen als auch im Mittelstand weiter; in Großunternehmen liegen sie absolut betrachtet weit unter denen im Mittelstand. Vor allem in der Industrie, im Großhandel und bei den großen Einzelhändlern planen viele Unternehmen, die Zahl ihrer Beschäftigten zu reduzieren.

„Das mittelständische Geschäftsklima im November ist so trüb wie graues Herbstwetter. Lichtblicke gibt es praktisch nur aus dem Einzelhandel, wo sich zumindest bei den kleinen und mittleren Unternehmen ein zaghafter Erholungstrend herausgebildet hat“, sagt Dr. Philipp Scheuermeyer, Konjunkturexperte bei KfW Research.

„Der Mittelstand war bei den Beschäftigungserwartungen bislang ein Stabilitätsanker. Aber die Situation hat sich auch hier schleichend eingetrübt und es ist unklar, wie lange die Unternehmen bei unterausgelasteten Produktionskapazitäten an ihren Beschäftigten festhalten können.“

Quelle: KfW

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22 Prozent der Arbeitszeit für Bürokratie nötig

Durch erhöhte Anforderungen müssen Angestellte 22 % ihrer Arbeitszeit für bürokratische Tätigkeiten aufwenden. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts unter Führungskräften in Deutschland hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.12.2024

Durch erhöhte Anforderungen müssen Angestellte 22 % ihrer Arbeitszeit für bürokratische Tätigkeiten aufwenden. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts unter Führungskräften in Deutschland hervor. „Die Unternehmen berichten vor allem von erheblichem Personalaufwand, der zur Einhaltung immer neuer gesetzlicher Auflagen benötigt wird“, sagt ifo-Forscherin Ramona Schmid. „Zudem kritisieren sie, dass die zunehmende Bürokratie die Wettbewerbsfähigkeit und die unternehmerische Freiheit belastet sowie die Investitionsentscheidungen der Unternehmen beeinflusst.“

Nach Angaben der Managerinnen und Manager entsteht der steigende Zeitaufwand vor allem durch ausufernde Berichts- und Informations-, Dokumentations- und Meldepflichten. Außerdem seien die gesetzlichen Regelungen in den letzten zehn Jahren immer komplexer geworden. Rund 75 % der Teilnehmenden bewerten die Praxistauglichkeit bzw. Umsetzbarkeit von Gesetzen dabei als schlecht bis sehr schlecht.

Um den bürokratischen Anforderungen gerecht zu werden, müssen knapp 80 % der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen externe Dienstleister beauftragen. In Summe beziffern die Unternehmen die durch Bürokratie verursachten Kosten auf durchschnittlich 6 % ihres Umsatzes.

Teilnehmer der Befragung waren ca. 450 Mitglieder des Panels der ifo-Managementumfrage. Die Umfrage lief im Mai 2024.

Quelle: ifo Institut

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Förderung von Netto-Null-Technologien u. a.

Die EU-Kommission stellt 4,6 Mrd. Euro für die Förderung von Netto-Null-Technologien, die Herstellung von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge und erneuerbaren Wasserstoff im Rahmen des Innovationsfonds bereit. Sie veröffentlicht zwei neue Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen, um die Einführung innovativer Dekarbonisierungstechnologien in Europa, einschließlich Batterien für Elektrofahrzeuge, zu beschleunigen.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 04.12.2024

EU-Kommission stellt 4,6 Mrd. Euro für die Förderung von Netto-Null-Technologien, die Herstellung von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge und erneuerbaren Wasserstoff im Rahmen des Innovationsfonds bereit

Am 03.12.2024, in der ersten Woche ihres neuen Mandats, verstärkt die Kommission ihre Bemühungen um die Förderung von Netto-Null-Technologien, die von entscheidender Bedeutung sind, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie sicherzustellen und gleichzeitig die vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Sie veröffentlicht zwei neue Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen mit einem Budget von 3,4 Mrd. Euro, um die Einführung innovativer Dekarbonisierungstechnologien in Europa, einschließlich Batterien für Elektrofahrzeuge, zu beschleunigen. Außerdem startet sie die zweite Auktion der Europäischen Wasserstoffbank zur Beschleunigung der Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) mit einem Budget von 1,2 Mrd. Euro aus EU-Mitteln sowie über 700 Mio. Euro aus drei Mitgliedstaaten. Sowohl die Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen als auch die Auktion werden aus dem Innovationsfonds finanziert, wobei Einnahmen aus dem EU-Emissionshandelssystem (EHS) verwendet werden.

Alle drei Aufforderungen enthalten neue Resilienzkriterien, um die europäische Industrie anzukurbeln. Die Ausschreibung für Batterien und die Wasserstoffbank-Auktion werden auch spezifische Resilienzkriterien enthalten, um Europa vor der Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter zu schützen.

Förderung von Netto-Null-Technologien und der Herstellung von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge in ganz Europa

Die beiden Aufforderungen unterstreichen das Engagement der EU, die Führungsrolle Europas und die Produktionskapazitäten in Bezug auf innovative, hochmoderne Netto-Null-Technologien zu stärken und gleichzeitig den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 zu beschreiten.

Die allgemeine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Netto-Null-Technologien im Wert von 2,4 Mrd. Euro (IF24-Aufforderung) unterstützt Dekarbonisierungsprojekte unterschiedlichen Umfangs sowie Projekte mit Schwerpunkt auf der Herstellung von Komponenten für erneuerbare Energien, Energiespeicherung, Wärmepumpen und Wasserstofferzeugung.

Projekte, die für die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Netto-Null-Technologien gelten, werden auf der Grundlage ihres Potenzials zur Verringerung der Treibhausgasemissionen, des Innovationsgrads, der Projektreife, der Replizierbarkeit und der Kosteneffizienz bewertet. Darüber hinaus werden die Mitgliedstaaten erstmals im Rahmen der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für den Innovationsfonds die Möglichkeit haben, die Aufforderung „Net-Zero IF 24“ durch nationale Finanzierungsregelungen zu ergänzen. Diese neue Option mit der Bezeichnung „Grants-as-a-Service“ ermöglicht es den Mitgliedstaaten, das Bewertungsverfahren des Innovationsfonds zu nutzen und das Genehmigungsverfahren für staatliche Beihilfen zu straffen.

Erstmals werden im Rahmen einer mit 1 Mrd. Euro dotierten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für die Herstellung von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge (IF24Battery)Projekte unterstützt, mit denen innovative Batteriezellen für Elektrofahrzeuge hergestellt oder innovative Fertigungstechniken, -prozesse und -technologien eingesetzt werden können. Die heutige Aufforderung ist nur eine Maßnahme eines umfassenderen Ansatzes zur Mobilisierung von Investitionen in einem Bereich, der für den Erfolg Europas bei der Energiewende und seine Wettbewerbsfähigkeit von entscheidender Bedeutung ist. Sie unterstützt Unternehmen bei der gezielten Ausrichtung von Investitionen in Europa mit neuen Technologien, bei denen noch Fortschritte erzielt werden. Mehrere Instrumente sind erforderlich, um einige der wirtschaftlichen Hindernisse zu überwinden, mit denen die Batterie-Wertschöpfungskette in Europa, einschließlich ihrer Gigafabriken, derzeit konfrontiert ist. Die Kommission wird weiterhin vorhandene Instrumente einsetzen und sich – auch kurzfristig – auf neue Wege begeben, um Hindernisse für den industriellen Ausbau in großem Maßstab zu beseitigen.

Auch heute haben die Kommission und die Europäische Investitionsbank (EIB) eine neue Partnerschaft zur Unterstützung von Investitionen im Batterieherstellungssektor der EU ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird das Programm „InvestEU“ mit 200 Mio. Euro aus dem Innovationsfonds aufgestockt (Darlehensgarantie). Mit den Mitteln sollen innovative Projekte entlang der europäischen Wertschöpfungskette für die Batterieherstellung unterstützt werden, um Finanzierungsherausforderungen zu begegnen, indem in den nächsten drei Jahren zusätzliche EIB-Risikofinanzierungen ermöglicht werden.

Förderung der Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff

Heute startet die Kommission auch die zweite Auktion im Rahmen der Europäischen Wasserstoffbank über den Innovationsfonds (IF24-Auktion). Sie wird 1,2 Mrd. Euro aus den Einnahmen aus dem EU-Emissionshandelssystem (EHS) bereitstellen, um Hersteller von Wasserstoff zu unterstützen, der als erneuerbarer Kraftstoff nicht biogenen Ursprungs (RFNBO) im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eingestuft ist.

Mit einem im Vergleich zur ersten IF23-Auktion um 400 Mio. Euro aufgestockten Budget wird die neue IF24-Auktion Projekte zur Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff unabhängig von der Branche, in der er verbraucht wird, mit einem spezifischen Budget von 1 Mrd. Euro unterstützen. sowie Wasserstofferzeugung in Projekten mit Abnehmern im maritimen Sektor mit einem spezifischen Budget von 200 Mio. Euro.

Die Kommission bietet auch einen „Auktions-as-a-Service“-Mechanismusan, der es den Mitgliedstaaten ermöglicht, Projekte zu finanzieren, die an der Auktion teilgenommen hatten, aber aufgrund von Haushaltsbeschränkungen nicht für die Unterstützung aus dem Innovationsfonds ausgewählt wurden. Dies ermöglicht es den Mitgliedstaaten, nationale Mittel zur Unterstützung von Projekten in ihrem Hoheitsgebiet zu verwenden, ohne dass eine separate Auktion auf nationaler Ebene durchgeführt werden muss, wodurch der Verwaltungsaufwand und die Kosten für alle Parteien verringert werden. Spanien, Litauen und Österreich haben kürzlich ihre Teilnahme an Auctions-as-a-Service in diesem Jahr angekündigt und bis zu 836 Millionen Euro an nationalen Mitteln zur Unterstützung von Projekten zur Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff in ihren Ländern zugesagt.

Nächste Schritte

Projektträger für die Netto-Null-Technologien und die Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für Batterien haben bis zum 24. April 2025, 17.00 Uhr (MEZ), Zeit, sich über das EU-Finanzierungs- und Ausschreibungsportal für beide Aufforderungen zum Innovationsfonds zu bewerben. Den Antragstellern wird dringend empfohlen, am Infotag teilzunehmen, der vom 17. bis 18. Dezember 2024 online stattfinden wird. Von erfolgreichen Antragstellern wird erwartet, dass sie bis zum ersten Quartal 2026 Finanzhilfevereinbarungen unterzeichnen.

In Bezug auf die Versteigerung von erneuerbarem Wasserstoff haben die Bieter bis zum 20. Februar 2025 Zeit, sich über das EU-Finanzierungs- und Ausschreibungsportal zu bewerben. Zur Vorbereitung des Antrags wird den Projektträgern dringend empfohlen, die Aufforderungsunterlagen und den Abschnitt „Fragen und Antworten“ im Portal zu konsultieren und sich bald mit einem Finanzinstitut in Bezug auf ihre Abschlussgarantie in Verbindung zu setzen.  Die erfolgreichen Bieter unterzeichnen die Finanzhilfevereinbarungen innerhalb von neun Monaten nach Abschluss der Aufforderung.

Quelle: Europäische Kommission

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Bayern: Kostenfreies Parken für Elektrofahrzeuge zur Förderung der Elektromobilität

Um den Klimaschutz zu verbessern und die Anschaffung von E-Fahrzeugen attraktiver zu machen, bedarf es neuer Anreize, um die Elektromobilität zu fördern. Der Bayerische Ministerrat hat beschlossen, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge in Bayern auf öffentlichen Verkehrsflächen ab dem 01.04.2025 für eine Dauer von drei Stunden kostenfrei parken können.

Bayerische Staatskanzlei, Pressemitteilung vom 03.12.2024

Auszug aus der Pressemitteilung Bericht aus der Kabinettssitzung vom 3. Dezember 2024

Die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland ist in den vergangenen Jahren, insbesondere von 2019 bis 2023, stark gestiegen. In diesem Jahr jedoch – auch durch das vollständige Ende des sog. Umweltbonus – liegt die Zahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich niedriger. Um den Klimaschutz zu verbessern und die Anschaffung von E-Fahrzeugen attraktiver zu machen, bedarf es somit neuer Anreize, um die Elektromobilität zu fördern.

Der Ministerrat hat daher am 03.12.2024 beschlossen, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge (reine Batterieelektrofahrzeuge, von außen ladbare Hybridelektrofahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge) in Bayern auf öffentlichen Verkehrsflächen für eine Dauer von drei Stunden kostenfrei parken können. Um die Befreiung von Parkgebühren für diese Fahrzeuge umzusetzen, wird § 10 der Zuständigkeitsverordnung (ZustV) mit einer Änderungsverordnung entsprechend ergänzt. Die geplante Verordnung sieht ab 01.04.2025 eine generelle Befreiung von Parkgebühren für die Dauer von drei Stunden vor. Dies setzt neue Impulse zur Beschaffung von Elektroautos, sodass eine Lenkungswirkung zugunsten klima- und umweltfreundlicher Fahrzeuge entsteht. Zudem bleiben mit einer gebührenfreien Parkdauer von drei Stunden Einkäufe oder Arztbesuche weiterhin möglich, ohne Dauerparken zu fördern. Dies soll insbesondere in Gebieten mit hohem Parkdruck Anreize schaffen, Elektroautos zu nutzen.

Bisher erfolgen Bevorrechtigungen für Elektrofahrzeuge in Bayern, indem auf Grundlage der Parkgebührenordnungen mittels Verkehrszeichen und freigegebenen Zusatzzeichen eine Freistellung von der Verpflichtung der Errichtung einer Parkgebühr über eine zeitlich begrenzte Dauer ermöglicht wird. Mit der nun erfolgten Ergänzung wird für elektrisch betriebene Fahrzeuge bayernweit kostenloses Parken generell über eine Dauer von drei Stunden ermöglicht. Den Kommunen entstehen durch die Änderung der Zuständigkeitsverordnung keine neuen Aufgaben.

Quelle: Bayerische Staatskanzlei (StK)

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Kaufkraft-Ranking: Starnberger können sich doppelt so viel leisten wie Offenbacher

Wo lebt es sich besonders günstig, wo eher teuer? Eine neue Studie des IW Köln zeigt, in welcher Region sich die Menschen am meisten von ihrem Geld leisten können – mit teils beträchtlichen Unterschieden.

IW Köln, Pressemitteilung vom 01.12.2024

Wo lebt es sich besonders günstig, wo eher teuer? Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, in welcher Region sich die Menschen am meisten von ihrem Geld leisten können – mit teils beträchtlichen Unterschieden.

Wer wissen will, wo sich die Deutschen am meisten leisten können, schaut vermutlich zuerst auf die Höhe der Einkommen. Doch das allein verrät noch nichts darüber, wie viel man sich von dem Geld kaufen kann. Um die sogenannte Kaufkraft zu bestimmen, müssen Einkommen und Preise miteinander ins Verhältnis gesetzt werden. Eine neue IW-Auswertung hat das getan, sie zeigt: Im Landkreis Starnberg in Bayern können sich die Menschen am meisten leisten. Obwohl das Leben hier um fast 14 Prozent teurer ist als im Bundesschnitt, ist die Kaufkraft – also das preisbereinigte Einkommen – mit gut 35.000 Euro hier am höchsten. Das ist fast doppelt so viel wie in Offenbach, dem Schlusslicht des Rankings. Hier erreichen die Menschen ein preisbereinigtes Einkommen von rund 19.000 Euro.

Schöne Landschaften ziehen Geld an

Auffällig ist, dass das Ranking aller 400 Kreise und kreisfreien Städte von vielen touristisch attraktiven Regionen angeführt wird: Der Landkreis Miesbach am Tegernsee folgt knapp hinter dem Landkreis Starnberg auf Platz zwei. Die reichen Umlandregionen um Frankfurt liegen mit dem Hochtaunuskreis auf Platz drei, die Insel Sylt ist mit Nordfriesland auf Platz 4 vertreten. An fünfter Stelle überrascht der Landkreis Wunsiedel an der deutsch-tschechischen Grenze: Die Lebenshaltungskosten sind hier gering – rund neun Prozent weniger müssen die Menschen im oberfränkischen Landkreis für Alltägliches ausgeben. Gleichzeitig sind die Einkommen im Fichtelgebirge überdurchschnittlich hoch.

Am unteren Ende des Rankings finden sich strukturschwache Regionen. Auf das Schlusslicht Offenbach folgen gleich zwei Städte aus dem Ruhrgebiet: Nirgendwo in Deutschland sind die Einkommen so gering wie in Gelsenkirchen. Trotz unterdurchschnittlicher Preise belegt die Stadt deshalb den vorletzten Platz. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Duisburg.

Wohnkosten treiben Preise

Dass die Bewohner deutscher Großstädte häufig eine niedrige Kaufkraft haben, liegt insbesondere an den hohen Mieten: Wohnkosten machen einen großen Teil der monatlichen Ausgaben der Haushalte aus, dementsprechend groß ist die Gewichtung im Preisindex. „Wenn die Politik effektiv etwas gegen ungleiche Lebensverhältnisse unternehmen will, muss sie insbesondere den Neubau fördern und Verfahren beschleunigen“, sagt IW-Ökonom Christoph Schröder. „Auch die Anbindung an umliegende Gemeinden und Regionen muss gestärkt werden, um die Wohnraumnachfrage aus den Städten raus auf das Land zu lenken.“

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Die Wirtschaft wächst nur in der Hälfte der Bundesländer

Im dritten Quartal 2024 hat die Wirtschaftsleistung nur in acht der sechzehn Bundesländer im Vergleich zum Vorquartal zugenommen. Dies ergaben neue Berechnungen des ifo Instituts.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 29.11.2024

Im dritten Quartal 2024 hat die Wirtschaftsleistung nur in acht der sechzehn Bundesländer im Vergleich zum Vorquartal zugenommen. Dies ergaben neue Berechnungen des ifo Instituts. Vor allem ostdeutsche Bundesländer wie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern expandierten stärker als der bundesweite Durchschnitt. Die stärksten Rückgänge beim Bruttoinlandsprodukt gab es in Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg. „Die Aufhellung der Konsumlaune auf der einen Seite und die Probleme der Industrie auf der anderen Seite lassen die Wachstumsraten der Länder deutlich auseinanderfallen“, fasst Robert Lehmann, Konjunkturexperte am ifo Institut, die Ergebnisse zusammen.

In Brandenburg legte das Bruttoinlandsprodukt mit +1,1 % im Vergleich zum Vorquartal am kräftigsten zu. Damit setzte dieses Bundesland seinen Erholungskurs der vergangenen Quartale fort und verzeichnete auch im Vergleich zum Vorjahr ein überdurchschnittliches Wachstum von 1,8 %. Mecklenburg-Vorpommern ist im Vorjahresvergleich sogar an der Spitze mit 3,3 %. Schlusslicht bildete im dritten Quartal Hamburg. Dort sank die Wirtschaftsleistung um 0,9 % im Vergleich zum Vorquartal und lag damit um 1,1 % niedriger als im Vorjahr. In Bayern und Baden-Württemberg verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 bzw. 0,6 %, im Vergleich zum Vorjahr betrug der Rückgang 0,9 bzw. 1,3 %. Den stärksten Rückgang der Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten mit jeweils -1,9 % die Bundesländer Bremen und Schleswig-Holstein.

Quelle: ifo Institut

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Reallöhne im 3. Quartal 2024 um 2,9 % höher als im Vorjahresquartal

Die Nominallöhne in Deutschland waren im 3. Quartal 2024 um 4,9 % höher als im Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 2,5 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Reallöhne damit im 3. Quartal 2024 um 2,9 % höher als im Vorjahresquartal. Mit diesem sechsten Anstieg in Folge setzte sich der positive Trend der Reallohnentwicklung fort.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.11.2024

  • Nominallöhne steigen im 3. Quartal 2024 um 4,9 % zum Vorjahresquartal
  • Nominallöhne von Geringverdienenden steigen weiterhin prozentual am stärksten

Die Nominallöhne in Deutschland waren im 3. Quartal 2024 um 4,9 % höher als im Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 1,9 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lagen die Reallöhne damit im 3. Quartal 2024 um 2,9 % höher als im Vorjahresquartal. Mit diesem sechsten Anstieg in Folge setzte sich der positive Trend der Reallohnentwicklung fort. In den Quartalen von Ende 2021 bis Anfang 2023 hatten die Beschäftigten noch durchschnittlich Reallohnverluste zu verzeichnen.

Die starke Steigerung der Nominallöhne und die im Vergleich schwächere Inflationsentwicklung führten im 3. Quartal 2024 erneut zu einem Reallohnwachstum. Dazu trugen auch die Auszahlungen von Inflationsausgleichsprämien sowie die unter anderem in Tarifverträgen beschlossenen Lohnsteigerungen und Einmalzahlungen bei. Überdurchschnittliche Verdienststeigerungen waren in den Wirtschaftsabschnitten „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (+6,9 %), „Verkehr und Lagerei“ (+6,4 %) und „Information und Kommunikation“ (+6,2 %) festzustellen. Unterdurchschnittliche Verdienststeigerungen gab es hingegen in den Wirtschaftsabschnitten „Energieversorgung“ (+2,3 %) und „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ (+2,7 %).

Geringverdienende mit überdurchschnittlichem Nominallohngewinn

Betrachtet man nur die Vollzeitbeschäftigten nach ihrer Verdienstgrößenklasse, hatte das Fünftel mit den geringsten Verdiensten (1. Quintil) mit einem durchschnittlichen Nominallohnwachstum von 7,3 % zum Vorjahreszeitraum die stärksten Verdienststeigerungen im 3. Quartal 2024. Damit setzte sich der Trend fort, dass die Nominallöhne von Geringverdienenden prozentual am stärksten steigen.

Die Verdienste aller Vollzeitkräfte insgesamt stiegen um 5,0 %. Für das oberste Fünftel mit den höchsten Verdiensten unter den Vollzeitbeschäftigten (5. Quintil) betrug der Nominallohnanstieg 4,3 % und lag damit leicht unter der Nominallohnentwicklung in der Gesamtwirtschaft.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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